Zivilisations-Kollaps: Kommentare, Fachartikel bis 2008

2008:

2.Hj.:

  • Ende der Voodoo-Ökonomie ☛ „Aber es ist mal als Erstes eine Ideologie gescheitert. Die Ideologie, dass ein auf ‚gierdynamischen Grundentscheidungen‘ (Peter Sloterdijk) basierendes System dann am effektivsten prozessiert, wenn man die Akteure nur ungehindert ihren Eigennutz verfolgen lässt. Und es ist eine Architektur zusammengestürzt aus ihrer inneren Bewegungsdynamik. Man kann sagen: Ein Infarkt, der aus dem Erfolg des Systems resultierte. Zusammenbrüche sind freilich nur in einem metaphorischen Sinn ‚ein Beginn‘. Denn nach Zusammenbrüchen sitzt man zunächst einmal in Trümmern“, TAZ, 30.12.2008
  • LOLH. Welzer: Blindflug durch die Welt - Die Finanzkrise als Epochenwandel ☛ „Das Fehlen jeglicher Klarsicht in der Einschätzung des Ausmaßes und der Folgen des Debakels deutet freilich an, dass das, was gerade geschieht, systemisch gar nicht vorgesehen ist … Und sind all die dafür nötigen Milliarden nicht weiteres virtuelles Geld, das in ein System gefüttert wird, das gerade wegen seiner virtuellen Geschäftsgrundlage vor dem Kollaps steht? … Der Treibstoff für die Erzeugung scheinbar immerwährenden Wachstums versiegt. Dieser Nachschub, dieses Außen fehlt, und nun wird vor allem an den Überlebensmöglichkeiten der kommenden Generationen Raubbau betrieben, durch die Staatsverschuldung ebenso wie durch die Überlastung der natürlichen Ressourcen“, Spiegel 1/09, 29.12.2008
  • Und die Hölle folgte ihm nach - Weltuntergang im Kino ☛ „Aber gleichzeitig schleppt das Genre ganze Zentnerlasten von unbewältigter, unverstandener Erinnerung mit sich herum. Wenn in den ‚Mad Max‘-Filmen oder in der ‚Klapperschlange‘ die Zivilisation verdorrt und verkümmert ist, wenn wieder Horden von Kriegern durch Wüsten aus Schutt ziehen, dort, wo einst Städte, Straßen und elektrische Lichter waren, dann ist das, mehr als 1500 Jahre danach, noch immer eine Reaktion auf den Schock darüber, dass zwei, drei Generationen nach dem Fall des Römischen Reichs das antike Wissen vergessen war und die antike Technik verrottet … Falls der Weltuntergang aber eines Tages kommt, werden wir sagen: ‚Das ist ja wie im Kino‘, weil die Filmgeschichte schon immer darauf hinausgelaufen ist“, FAZ, 28.12.2008
  • Es war der Ölpreis, Harry ☛ „Aber warum brach die Konjunktur weltweit schon Wochen vor der Lehman-Pleite abrupt ein? … Für die Ölschockthese spricht, dass der Umsatz mit Autos in den USA exakt zur Jahresmitte abstürzte. Mit dem Ölpreis ließe sich auch erklären, warum kein Wirtschaftszweig so kriselt wie die Autobranche … Sollte sich zeigen, dass neben den Bankenproblemen vor allem spekulationsgetriebene Ölpreisausschläge und panikartige Zinserhöhungen den schlimmsten Wirtschaftscrash seit Jahrzehnten auslösten - dann müssten nicht nur Hedge-Fonds stärker reguliert werden, sondern auch Ölhändler und Währungshüter“; die seit 1998 unerbittlich steigenden Kosten für alle vier Hauptenergieträger strangulierte Real- und Finanzwirtschaften (EG), FTD, 19.12.2008 (Grafik: )
  • LOLEs reicht einfach nicht ☛ “‚Ich bin Pessimist‘, behauptet Altvater von sich selbst. Entsprechend düster fällt die Zukunftsprognose aus, die er im Jahr 2005 in seinem Buch ‚Das Ende des Kapitalismus wie wir ihn kennen‘ aufgestellt hat: Altvater vertritt darin die These, dass das kapitalistische Wirtschaftssystem bald den Exitus erleiden wird, weil ihm seine wichtigsten Ressourcen ausgehen: Öl und Gas. ‚Unser Zivilisationsmuster ist dann am Ende‘“, SZ, 16.12.2008
  • Amerikas Angst ☛ „Der Kollaps der Finanzmärkte wurde in den USA ausgelöst. Er ist das Symbolbild eines Systembruchs, eines geopolitischen Zeitenwandels … Erstaunlich ist, dass der Bericht zunächst feststellt, wo der Staat und das starke Amerika alleine nicht mehr helfen können: Terrorbekämpfung, Nuklearverbreitung, Klima und Ölabhängigkeit. Gleiches Bild bei regionalen Konflikten: Im Nahen Osten und in Ostasien ist Amerika alleine machtlos“, SZ, 9.12.2008
  • K. Böhle: Complexity and Large Technical Systems ☛ „Resilienz fasste Demchak als ‚capacity for collective action in the face of unexpected extreme events that shatter infrastructure and disrupt normal operating conditions … (involving) processes of sensemaking and creative problem solving in sociotechnical systems over time … in complex, social systems … (and) actions that range from improvisation to innovation under urgent conditions‘ … sensibilisiert ein Verständnis von Komplexität für die Grenzen direkter Steuerung und Kontrolle“, Tagungsbericht, HSozKult, 8.12.2008
  • G. Traufetter: Raubbau fürs Klima (Holzboom) ☛ „Der Boom bei Holzkraftwerken, Pelletheizungen und Hauskaminen treibt die Nachfrage nach Holz in die Höhe. Um den Hunger nach dem Rohstoff zu stillen, sollen monströse Erntemaschinen bald auch Baumwurzeln, Äste und Reisig verwerten. Ökologen warnen vor einer Zerstörung der Waldböden“, Spiegel, 4.12.2008 ( , )
  • H. Welzer: Wirtschaftskrise - Warum keiner mehr durchblickt ☛ „Offenbar ist es schwierig, eine Krise zu kommunizieren. Hier haben wir nun schon seit längerem einen Stil, in dem uns angedeutet wird, dass auch diejenigen, die in Entscheidungspositionen sitzen, das Gefühl haben, dass diese Sache eine Dimension hat, die kaum noch zu bewältigen ist. Wir erleben Auftragsrückgänge von vierzig Prozent und mehr. Bedenken Sie, dass normalerweise schon bei wenigen Prozent Auftragsrückgang der Alarm schrillt und die Kurse einbrechen“, FAZ, 7.12.2008
  • Der Kapitalismus wird ein anderes Gesicht erhalten ☛ „Die Menschen spüren, dass wir an einer Zeitenwende stehen. Epochale Brüche schaffen Verunsicherungen und Hoffnungen. Die uralte antikapitalistische Sehnsucht nach einer gerechteren Welt erlebt eine Wiedergeburt - und sozialistische Politiker Europas verkünden einmal mehr den Untergang des Kapitalismus, obschon sie kaum reale Alternativen anzubieten haben“, baz.online, 5.12.2008
  • G.N. Lischak: If the Oil Runs Out... Will mankind find a solution before it is too late? ☛ „In a remote jungle in South America, an Indian tribe has devised an ingenious trap to catch monkeys. It consists of a hollow coconut chained to a stake. Inside the coconut is some rice, which any monkey can reach via a small hole … A monkey must choose between trying in vain to remove its hand with a meal inside or letting go and saving its life … Mankind finds itself in a similar situation with oil … The question is…will man remove his fist from the coconut in time? If history is any indication, the answer is no“, The Real Truth, 3.12.2008
  • Kapitalismus in der Krise: Das Ende der Wall Street ☛ „Banken am Abgrund: Die Finanzindustrie hat sich immer mehr von der realen Wirtschaft entfernt - auf Dauer konnte das nicht gutgehen … Politik des billigen Geldes“; das Ende der Discounter-Gelder? (EG), SZ, 1.12.2008
  • LOL:!:H. Welzer: Überforderte Gesellschaftsforscher - Auf dem Müllhaufen der Geschichte ☛ „Staaten entstehen und zerfallen, der Sozialismus stirbt, der Kapitalismus kriselt - und die Wissenschaft findet keine rechte Erklärung. Die Umbrüche der letzten Jahrzehnte zeigen das Versagen von Soziologie und Politologie. Pseudoforscher und Fundamentalisten profitieren, ein gefährlicher Trend … Der Soziologe Norbert Elias hat diese Trägheit als ‚Nachhinken des Habitus hinter der Fortentwicklung der Wirklichkeit‘ bezeichnet. Genau dieses Nachhinken verhindert, dass die Veränderung unserer Wahrnehmung mit der sozialen Transformation Schritt hält. Wir sind, was wir gestern über uns geglaubt haben, schrieb der Philosoph Günter Anders dazu und führt dies auf den generationenlangen Glauben an einen automatischen Aufstieg der Geschichte zurück … Doch bevor Nationalstaaten Souveränität an übergeordnete Institutionen abzugeben bereit sind, dürften noch einige Krisen an Schärfe zunehmen. Ob die Welt das so überlebt, wie wir sie kennen? Wohl kaum!“, Spiegel, 29.11.2008
  • P. Jandl: «Wir lebten in einer Frivolitätsepoche» (Sloterdijk-Interv.) ☛ “ Die gegenwärtige Finanzkrise hält die Welt in Atem. Peter Sloterdijk hat eine philosophisch-literarische Theorie der Globalisierung vorgelegt. Im Gespräch mit Paul Jandl denkt er über riesenhafte Pseudovermögen, Panikökonomie und die neue Stärke des Staates nach“, NZZ, 29.11.2009
  • Tektonische Verschiebungen ☛ „Die Finanzkrise, die neue Geopolitik und Antworten aus dem muslimischen Denken“, Islamische Zeitung.de, 26.11.2008
  • LOLF. Schirrmacher: Kommt der Wechsel von Bush zu Obama zu spät? Gehen Sie jetzt nach Hause! ☛ „Wenn es stimmt, dass die Krise sich wie eine Spirale immer tiefer in die Fundamente bohrt, dann ist dies ihr rhetorisches Spiegelbild. Obama könnte zu spät kommen - das ist, unter allen Endzeitparolen unserer Zeit, die radikalste. Es ist die aktuelle Version von Gorbatschows berühmten Satz … Und was ist, wenn er pünktlich ist, gleichsam ein Gorbatschow des Westens, aber den Erwartungen, die jetzt fast mythisch aufgebaut werden, nicht gerecht wird? … Denn Erwartungen sind wie Kredite: Sie borgen sich von der Zukunft nicht nur etwas, sie verändern sie, ehe sie überhaupt eingetreten ist. Abgesehen von Kriegserwartungsepochen, wird man in der jüngeren Geschichte kaum ein Jahr finden, das ähnlich apokalpytisch aufgeladen wurde wie das Jahr ‚2009‘. So sehr jedenfalls, dass ein Apologet der Globalisierung im November 2008 den jungen Leuten empfiehlt, nicht mehr essen zu gehen“, FAZ, 25.11.2008
  • Die Grosse Depression und Roosevelts New Deal ☛ „Der New Deal war jedoch nicht der makellose Erfolg, zu dem er heute teilweise empor stilisiert wird … Das wirksamste, aber im wahrsten Sinn des Wortes auch tödlichste Konjunkturankurbelungsprogramm aller Zeiten hatte begonnen: Der Zweite Weltkrieg“, baz.online.ch, 24.11.2008
  • LOL:!:D. Meadows: "Es wäre besser, wir ändern uns freiwillig" ☛ „Die Welt gerät aus den Fugen – und es wird noch schlimmer, sagt der Wissenschaftler Dennis Meadows … Und leider muss ich Ihnen sagen: Was wir derzeit an Krisen erleben, ist nichts im Vergleich zu dem, was uns in 10 bis 15 Jahren droht“, Der Tagesspiegel, 23.11.2008
  • J. Berger: Wann kommt die Große Depression? ☛ „Die US-Ökonomen Roubini und Farrell prognostizieren eine schwere Wirtschaftskrise und das Platzen der US-Staatsverschuldungsblase. Während der Sturm an den Finanzmärkten in den letzten Wochen allmählich abgeflaut ist, steuert die Weltwirtschaft auf eine tiefe Rezession zu, die sich zu einer lang anhaltenden Depression ausweiten könnte. Vor allem die USA stehen vor einem realwirtschaftlichen, finanzwirtschaftlichen und fiskalischen Scherbenhaufen … Farrell sieht das Platzen der Staatsverschuldungsblase“, Telepolis, 20.11.2008
  • LOL:!:Der Bankraub ☛ „Können die Politiker der wichtigsten Wirtschaftsnationen die destruktiven Kräfte der Finanzmärkte wieder in den Griff bekommen? Wer die angestrebte Neuordnung der Weltwirtschaft verstehen will, muss wissen, wie die Welt an den Rand des Ruins gebracht werden konnte. Die Rekonstruktion dieses Kapitalverbrechens - begangen von Bankern, geduldet von Politikern - zeigt, warum der große Crash noch bevorstehen könnte“, Spiegel Nr. 47/2008, 17.11.2008
  • Wenig Ahnung von der Krise ☛ „Gewarnt wurden vor allem die Aufseher. Doch die ignorierten solche Warnungen weitgehend. Nouriel Roubini, Wirtschaftsprofessor und Chef eines nach ihm benannten Beratungsunternehmens, war schon 2005 und 2006 ein renommierter Fachmann. Aber seine Warnungen nahm niemand ernst, auch nicht Trichet und seine Kollegen. Ein Jahr vor Ausbruch der Krise warnte Roubini: ‚Die Immobilienblase (in den USA) birgt ernste Risiken für das Finanzsystem. Wir könnten eine Bankenkrise bekommen, die diejenigen der 1980er- und 1990er-Jahre harmlos aussehen lässt‘. Das waren keine Kassandrarufe. Diese Warnung wurde mit unzähligen Berichten über absurd lockere Praktiken in der Kreditvergabe und über steigende Kreditausfälle unterfüttert. Obwohl all das in der Presse ausgiebig breitgetreten wurde, unternahmen die Regulierer und Aufseher in den USA nichts gegen diese Exzesse. Und ihre Kollegen in Europa - mit wenigen löblichen Ausnahmen - taten weder vor noch hinter den Kulissen irgendetwas, um die heimischen Banken davon abzuhalten, sich diesen Risiken auszusetzen“; politische Vorgaben für eigenen Machterhalt und heimliche ‚globale‘ Mitfinanzierung der US-Kriegsausgaben (EG), Handelsblatt, 17.11.2008
  • LOLF. Malik: «Das Debakel kommt erst» ☛ „Die Rettungsaktionen für Banken hätten nur einen kurzzeitigen Effekt, sagt Professor Fredmund Malik … An eine rasche Erholung der Wirtschaft glaubt er nicht … Der Kern des Übels ist die aus den USA kommende Corporate Governance, die von dort aus auf die ganze Welt ausstrahlte. Die heutige Situation ist die Folge einer völlig fehlgeleiteten Unternehmensführung aufgrund des Shareholder-Value-Denkens, das impliziert, Unternehmen seien da, um reiche Leute noch reicher zu machen … Die US-Wirtschaft wurde hochstilisiert, dabei war sie in Wirklichkeit seit 1995 im Niedergang. Schaut man sich die langfristigen Zahlen an, gibt es keinen einzigen Faktor, der nach oben zeigte, darunter das Aussenhandelsdefizit, der Verschuldungsgrad, die Produktivität oder die reale Investitionsquote, die die niedrigste seit dem Zweiten Weltkrieg ist. Zudem sind die Wirtschaftszahlen der USA seit 1994 geschönt … So war es noch jedes Mal, wie uns die Finanzgeschichte zeigt. Von November 1929 bis April 1930 hat sich der Dow Jones nach dem Crash um die Hälfte erholt. Danach hat erst die wirkliche Talfahrt begonnen“, Die Weltwoche.ch, Nr. 48/08, 12.11.2008
  • Margrit Kennedy: "Kreditnehmer sind die neuen Sklaven" ☛ „Diese Krise, welche die herkömmliche Ökonomie nicht vorausgesehen hat und für die sie bisher auch keine wirklich systemverändernden stabilisierenden Maßnahmen vorschlagen kann, wird in kurzer Zeit alle theoretischen Grundlagen erschüttern und damit ermöglichen, neue Wege zu gehen. Das Thema Geld ist ein wichtiger Teil dieses Bewusstseinswandels. Entweder wir ändern unsere Strukturen und unser Denken, oder wir werden als Spezies schlicht nicht überleben“, SZ, 11.11.2008
  • Margrit Kennedy: „Geld kann nicht für uns arbeiten“ ☛ „Indem Geld möglichst rasch in unternehmerische Investitionen fließt, merkt man schneller, wann eine natürliche Grenze für finanzielle Investitionen erreicht ist. Dadurch, dass wir diese Grenze weit überschritten haben, wurde diese beispiellose Finanzkrise ausgelöst. Sie ist mittlerweile in ihre zweite Phase eingetreten. Die Banken müssen ihre Kredite verknappen. Das trifft die Unternehmen und dann auch die Steuereinnahmen der Staaten. Wir kommen in eine Abwärtsspirale, von der niemand weiß, wo sie enden wird“, FAZ, 7.11.2008
  • D. Meadows: Grenzen des Wachstums - «Und, hilft Ihnen das?» ☛ „Das Wachstum kann immer weitergehen, solange es immateriell ist. Sie können sich immer weiterbilden, immer besser Französisch lernen und so weiter. Was begrenzt ist, sind die materiellen Grundlagen der Wirtschaft - Rohstoffe, Energie, Wasser, Nahrung und so weiter. Die Art von Wachstum, die die Politiker meinen, bringt nun aber steigenden Verbrauch mit sich. Und deshalb wird es langfristig nicht funktionieren. Beispielsweise wird, nach den besten verfügbaren Schätzungen, 2030 nur noch halb so viel Erdöl gefördert und verarbeitet werden wie heute. Man kann nicht konsumieren, was man nicht hat“, Die Wochenzeitung/ch, 6.11.2008
  • :!:«Die Schweiz gerät unweigerlich in den Strudel» (D.Meadows-Interv.) ☛ „Wachstum generiert Wohlstand. Die Finanzkrise hat der Weltwirtschaft aber abrupt ihre Grenzen aufgezeigt. Laut dem Systemanalytiker Dennis Meadows… ist die derzeitige Krise erst der Anfang … Die globalen Probleme werden nicht durch Bewusstsein, sondern durch Taten gelöst … Schon bald gibt es kein nachhaltiges Szenario mehr“, NZZ, 3.11.2008
  • Rubin/Buchanan: What's the Real Cause of the Global Recession? ☛ „Given that oil prices really took off in the third quarter of last year, after several years of more gradual increases, we should expect to see its maximum hit on the economy right about now“, CIBC World Markets, Economics & Strategy, 31.10.2008
  • LOL:!:Europe's looming crisis ☛ „It all started with sub-prime loans in the United States. Or did it? … It was Europe’s dark secret. While American banks were lending irresponsibly to homeowners who couldn’t pay, European banks were lending to emerging countries who couldn’t pay … ‚Icelandisation‘ is the new spectre stalking Europe … When heads of the ‚G20‘ group of nations meet in Washington on 15 November for what is being called ‚Bretton Woods II‘ they will not just be dealing with a banking crisis. They will be deciding the future of civilisation“, New Statesman, 30.10.2008
  • J. Tönnesmann: Geschichte der Drogen - Raketentreibstoff und Panzerschokolade ☛ „Ob im Krieg oder im Stadion, am Fließband oder am Schreibtisch: Seit über 100 Jahren konsumieren Menschen Drogen, um ihre Leistung zu steigern. Verbote hindern sie nicht daran … Millionen Einheiten Pervitin … Der Stoff nimmt den Soldaten Todesangst, Durst und Hungergefühl, steigert ihre Aggressivität und Leistungsbereitschaft“, WirtschaftsWoche, 20.10.2008
  • Russland und die Finanzkrise - In den Klauen des Bären ☛ „Die ersten Auswirkungen auf die Realwirtschaft sind bereits zu verzeichnen und auch in Russland hat sich eine Immobilienblase gebildet, die nun zu platzen droht. Noch ist Russland mit Devisenreserven in Höhe von 515 Mrd. Dollar in der komfortablen Lage, gegensteuern zu können. Die Reserven schrumpfen allerdings rapide und wenn sich die gegenwärtige Lage fortsetzt, sind sie im Juni 2009 aufgezehrt. Wenn die Ölpreise in nächster Zeit nicht wieder steigen, ist der russische Traum ausgeträumt“, Telepolis, 29.10.2008
  • 11 Strategies for coping with the collapse of the American Empire ☛ „We are headed for an economic crisis so terrible it will make the Great Depression of the 1930s look like good times. If you want to protect yourself and your family from these economic hard times, make changes in the way you live“, Portland Peak Oil.org, 18.10.2008
  • I. Wallerstein: The Depression - A Long-Term View ☛ „Of course everyone is asking what has triggered this depression. Is it the derivatives, which Warren Buffett called „financial weapons of mass destruction“? Or is it the subprime mortgages? Or is it oil speculators? … We are moving into populist government-led redistribution, which can take left-of-center social-democratic forms or far right authoritarian forms. And we are moving into acute social conflict within states, as everyone competes over the smaller pie“, Monthly Review, 16.10.2008
  • New Deal nach dem Crash ☛ „Derzeit gibt es aber weder theoretische Konzepte oder Strategien noch Staatsmänner oder -frauen, von denen zu erwarten ist, dass sie in den nächsten Monaten die vier Dimensionen der globalen Krise verknüpfen: das destruktive Viereck von überfluteten Finanzmärkten, wachsendem Gefälle zwischen Reich und Arm, Energiekrise und Klimawandel“, TAZ, 16.10.2008
  • LOLTime for a Global Glasnost, Says Gorbachev ☛ „This financial turmoil, which will heavily affect the real economy, was absolutely predictable, and it is only one aspect of the wider crisis of all the current development systems“, IPS News.net, 14.10.2008
  • F. Schirrmacher: Was wird morgen sein? Wie die Finanzkrise das Denken ändert ☛ „Nach Diamond steigt die Bereitschaft handelnder Eliten, eine Gesellschaft zu ruinieren, proportional mit ihrer Möglichkeit, sich von der Gesamtgesellschaft ökonomisch zu isolieren. Je mehr ihnen diese Isolierung gelingt, desto weniger werden sie von den Folgen für alle betroffen sein … Wie konnte zugelassen werden, was gerade geschieht? Will man die Antwort darauf nicht einer linken Demagogie überlassen, muss man über die Spaltung unserer Gesellschaft in diejenigen reden, die Konsequenzen erleiden, und diejenigen, die von ihnen verschont werden oder gar profitieren“, FAZ, 11.10.2008
  • H. Welzer: Ist das Erfolgsmodell Demokratie am Ende? ☛ „Da sind die Chinesen aber ganz anderer Meinung, und ausgerechnet in diesem Punkt stimmen sie mal mit den Russen überein: Kapitalismus geht auch ohne Demokratie, und sogar viel schneller. Die umständlichern Prozeduren der Meinungs- und Urteilsbildung, der Vorlagen, Anhörungen, Feststellungen und Abstimmungen, all das zeitraubende Zeug kann man in Autokratien weglassen und einfach losmodernisieren“, NDR kultur, 5.10.2008
  • F. Fukuyama: The Fall of America, Inc. ☛ „Along with some of Wall Street’s most storied firms, a certain vision of capitalism has collapsed … Ideas are one of our most important exports“, Newsweek, 4.10.2008
  • M. Jänicke/K. Jacob: Die dritte industrielle Revolution ☛ „Die Ära billiger Brennstoffe ist vorbei, die Grenzen des fossilen Wachstums sind erreicht. Nur der Weg ins Solarzeitalter kann den geplünderten Planeten retten … Überlebensfrage Energie: Das ressourcenintensive Wachstumsmodell der zweiten industriellen Revolution gerät in eine existenzielle Krise“, Internationale Politik, 10.2008
  • D. Müller: Crashkurs - Weltwirtschaftskrise oder Jahrhundertchance? ☛ „1923 … Auch damals gab es an jeder Ecke beruhigende Worte gratis, bevor erst die Wirtschaft zusammenbrach und schließlich die Währung aufgegeben wurde … Meist bringen genau diejenigen das Totschlagargument »Verschwörungstheorie«, die das Hinterfragen schnellstmöglich beenden wollen … Die Nebelkerzenmethode … Nebelkerze »IFO-Index« … Nebelkerze »Arbeitsmarktstatistik«“, Droemer Knaur, Herbst 2008
  • H. Welzer: Angekündigte Apokalypse ☛ „Der Klimawandel ist in vielerlei Hinsicht eine unterschätzte, bislang sogar weitgehend unbegriffene soziale Gefahr. Schon heute erleben wir gewaltsam ausgetragene Konflikte, die mit der Erderwärmung direkt oder indirekt zusammenhängen … Der Klimawandel muss als Chance begriffen werden, Handlungsspielräume zu nutzen, die in ein oder zwei Jahrzehnten schon nicht mehr gegeben sein werden“; das Zeitfenster für eine (friedliche) Lösung der globalen Ressourcenverknappungen schließt sich jedoch schon innerhalb der nächsten Monate (EG), Internationale Politik, 10.2008
  • :!:Armee stationiert Kampftruppen in den USA gegen zivile Unruhen ☛ „Zum ersten Mal in der amerikanischen Geschichte stationiert das Militär eine aktive reguläre Armee-Kampfeinheit auf Dauer im Innern der Vereinigten Staaten. Sie soll für Notfälle bereit stehen, unter anderem zur Bekämpfung ziviler Unruhen“, wsws.org, 30.9.2008
  • W. Wolf: Finanzcrash setzt sich fort - Eine Zwischenbilanz der weltweiten Krise mit drei Lehren ☛ „In den Worten des Ökonomen Nouriel Roubini von der New York University, der bereits 2006 den Finanzkrach, ausgehend vom Markt für hypothekenbezogene Wertpapiere vorhergesagt hatte: »Da sagt dieser Paulson: ›Glaubt mir, ich werde alles richtig machen, wenn ich die absolute Kontrolle bekomme‹. Aber wir leben doch nicht in einer Monarchie!«“, jungeWelt, 26.9.2008
  • Back from the future collapse ☛ „With his book ‚Reinventing Collapse‘, Dmitry Orlov reports to us from a collapse that he has actually experienced with the fall of the Soviet Union. Russia’s past is our future and Orlov’s book is a time machine to there“, The Oil Drum Europe, 25.9.2008
  • Kapitalismus: Pleite der letzten Utopie ☛ „Der große Börsenkrach scheint abgewendet. Unabwendbar ist aber der Ruin des kapitalistischen Heilsversprechens. Zehn Desillusionierungen“, Zeit, 25.9.2008
  • W. Wolf: Staatsstreich mit Plan P ☛ „Noch in dieser Woche soll im US-Kongreß ein Gesetz beschlossen werden, das nach außen als »Plan zur Rettung des Finanzsystems« verkauft wird. In Wirklichkeit handelt es sich um eine der größten Vermögensumverteilungen in der Wirtschaftsgeschichte – zugunsten des Finanzsektors, zu Lasten der Steuerzahlenden und der Bevölkerung. Wenn dieses Gesetz wie absehbar mit einigen Änderungen beschlossen wird, dann kommt dies einem kalten Staatsstreich gleich … »Dies ist der größte … Vermögenstransfer in der US-Geschichte seit den gigantischen Landschenkungen an die Eisenbahnen während des amerikanischen Bürgerkriegs«“, jungeWelt, 24.9.2008
  • T. Hajduk: Auf dem Grund der Geschichte – David R. Montgomerys „Dirt“ ☛ „Nach Montgomerys eigener Schätzung gehen jährlich 24 Milliarden Tonnen Erde verloren – der Mensch häutet den Planeten und zerstört damit die Grundlage seiner Ernährung … Einst bodenreiche und fruchtbare Landschaften wurden zu steinigem Ödland. Man vergisst leicht, dass im heutigen Irak einst die erste Zivilisation erblühte“, Berliner Literaturkritik, 18.9.2008
  • Prof. S. Fröhlich: Energiesicherheit im 21. Jahrhundert - Die Verteilungskämpfe haben begonnen ☛ „Insbesondere für die Länder, die auf fossile Energieträger angewiesen sind, wächst die Gefahr der wirtschaftlichen Stagnation und damit auch des Zerfalls ihrer sozialen Sicherungssysteme … Gleichzeitig erhöhen die Energiepreise aber auch den Druck in zahlreichen Entwicklungsländern. Die Gefahr des Staatszerfalls, gerade in den Ländern, in denen staatliche Institutionen ohnehin schwach ausgebildet sind, nimmt zu“, Internationales Magazin für Sicherheit, 4/2008 (akt. Heft: , Archiv: )
  • :!:H. Welzer: Der Klimawandel und die Renaissance alter Konflikte ☛ „Da Gewalt immer eine Option menschlichen Handelns ist, ist es unausweichlich, dass gewaltsame Lösungen auch für Probleme gefunden werden, die auf sich verändernde Umweltbedingungen zurückgehen. Es ist vor dem Hintergrund all dieser mit Händen zu greifender sozialer Folgen von Klima- und Umweltveränderungen frappierend, dass nahezu alle wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit den Phänomenen und Folgen des Klimawandels naturwissenschaftliche Studien, Modellrechnungen und Prognosen sind - während vonseiten der Sozial- und Kulturwissenschaften Schweigen herrscht, gerade so, als fielen Phänomene wie Gesellschaftszusammenbrüche, Ressourcenkonflikte, Massenmigration, Sicherheitsgefährdungen, Angst, Radikalisirung, Kriegs- und Gewaltökonomien und so weiter nicht in ihren Zuständigkeitsbereich … Dies zeigt einen Mangel an Unterscheidungsvermögen ebenso an wie an Verantwortungsbewußtsein, geradezu eine Selbstentmündigung der zuständigen Fächer“; erschreckendes Wissenschaftsversagen, auch durch Profitzentrierung der Fächer (EG), universitas, S. 914-931, 9.2008
  • P.R.Ehrlich/A.H.Ehrlich: Too Many People, Too Much Consumption ☛ „Four decades after his controversial book, The Population Bomb, scientist Paul Ehrlich still believes that overpopulation — now along with overconsumption — is the central environmental crisis facing the world. And, he insists, technological fixes will not save the day“, e360.yale.edu, 4.8.2008
  • LOLJohn Thornhill: Clash des Kapitalismus ☛ „Durch die Globalisierung haben sich verschiedene Varianten des kapitalistischen Systems herausgebildet. Jetzt drohen die Modelle aufeinanderzuprallen … Bedeutet das, dass das weltweite Gerangel um Ressourcen die Balance zwischen Angebot und Nachfrage dauerhaft verändert? Entwickelt sich eine Welt, die noch stärker auf Feindschaften basiert? … In einer Welt, die gerade eine extrem gefährliche Fahrt unternimmt, kann Europas Beispiel daher von besonderem Wert sein“, FTD, 28.7.2008 (engl.: )
  • H. Hinze: Weltwirtschaft - Die Welt bleibt flach ☛ „Ganz egal wie sehr der Ölpreis noch steigt: Die Globalisierung lässt sich nicht stoppen. Der Transport der massenweise und vor allem billig hergestellten Produkte wird ein wenig teurer - mehr aber auch nicht“; Schmalspur-Experten (EG), SZ, 23.7.2008
  • :!:T. Konicz: Mit Vollgas gegen die Wand ☛ „Warum das derzeit herrschende Wirtschaftssystem die anstehenden, zivilisationsbedrohenden, globalen Probleme nicht lösen kann - ‚Peak Evertything‘ - Radikalisierung der bestehenden Energiepolitik - Ende des kapitalistischen Wachstums“, Telepolis, 13.7.2008
  • M. Odenwald: Wie beständig ist unsere Zivilisation? ☛ „Die Technik scheint unsere Zivilisation unverwundbar zu machen. Doch durch ihre zunehmende Komplexität kann sie bei Störungen wie einer schweren Pandemie rasch kollabieren … Tatsächlich gibt es Beispiele in der Geschichte, die zeigen, dass das Versagen eines solch komplexen Systems den Zerfall der Gesellschaft nach sich zieht … In der Bevölkerung konnte kaum jemand lesen oder rechnen, auch andere zivilisatorische Errungenschaften – etwa in der Architektur – verschwanden. Das auf Geld beruhende Finanzwesen zerbröselte, und statt eines stehenden Heers gab es eine Art Bürgerwehr. Etwas Ähnliches könnte sich auch heute wiederholen, wenn die industrielle Zivilisation zerfällt“, Focus, 11.7.2008
  • Suburbia's not dead yet ☛ „Rather than cramming more people and families into cities, they may instead foster a more dispersed, diverse archipelago of self-sufficient communities. From here, that looks like a far more pleasant scenario not only for suburban and exurbanites but for urban dwellers who don’t want to live under dense conditions reminiscent of 19th century industrial cities or the teeming metropolises of the contemporary Third World“, Los Angelos Times, 6.7.2008
  • Religiöse Gewalt in Zeiten der Globalisierung ☛ „Denn fast alle Religionen kennen Rituale und damit Gottesdienste, zu denen das Töten dazu gehört. Das können Tiere sein. Das Töten kann sich aber auch auf Abtrünnige oder Anhänger anderer Religionen erstrecken. Unter dem Einfluss bestimmter Faktoren werden diese rituellen Traditionen aktiviert und manifestieren sich in religiös begründeten Gewaltakten. Besonders in Zeiten sozialer Not oder wenn die eigene Religionsgemeinschaft angegriffen wird, wird der Zeitzünder zum religiösen Mord aktiviert. Das muss nicht einmal ein kriegerischer Angriff sein. Auch eine kulturelle Hegemonie, wie sie von islamischen Ländern teilweise gegenüber dem Westen, erfahren wird, kann diese Reaktion auslösen“, Goethe-Institut, 7.2008

1.Hj.:

  • R. Maresch: Die Zukunft ist postamerikanisch ☛ „Der Aufstieg neuer Mächte wird das amerikanische Zeitalter beenden. Darüber sind sich die Experten einig. Doch wird diese Welt auch sicherer sein?“, Telepolis, 9.6.2008
  • Der wahrscheinliche Untergang ☛ „Die Rettung, sofern sie überhaupt noch möglich ist, müsste, positiv gewendet, eher dieser Linie folgen: dass ein Staat, der endlich einmal als Agent der Vernunft agiert, Bedingungen setzt, die ein neues Handeln erfordern und bald als Normalität erscheinen lassen“, Literaturkritik.de, 6.2008
  • H. Callaghan: How Multilevel Governance Affects the Clash of Capitalisms ☛ „Capitalism vs. capitalism … To gage the prospects for continued capitalist diversity, it is not enough to establish whether different models are capable of holding their ground in a Darwinian struggle for economic survival, because alternative roads to economic competitiveness may not be equally viable politically“, Max Planck Institute for the Study of Societies, Discussion Paper, 5.2008
  • J.a.d. Hövel: Speed - Der Körper geht sich selbst (H.-C.Dany-Interv.) ☛ „Hans-Christian Dany über die Droge der Nazis und die Rolle von Amphetamin in der leistungsorientierten Gesellschaft … Wehrmacht auf Speed in den Blitzkrieg … Wie kann ich aus meinem eigenen Leben das Maximale rausholen? … Faszination für Monotonie und Wiederholung“, Telepolis, 21.4.2008
  • LOLR.P. Sieferle: Zusammenbruch von Zivilisationen. Eine konzeptuelle Analyse am Beispiel des Imperium Romanum ☛ „Dieses Gleichgewicht zwischen Zentrum und Peripherie ist brüchig, es besteht also ein permanentes Tauziehen um Ressourcenverfügung und Ressourcentransfer. ‚Zusammenbruch‘ findet dann statt, wenn es dem Zentrum nicht mehr gelingt, die zu seinem Unterhalt notwendigen Ressourcen zu mobilisieren, so dass es seine genuinen Leistungen verringern muss“, Rom: Ruin, Kollaps, Untergang, Anpassung, Übergang? Heute: viel höhere Kollapsgefahr (EG), Gaia, 2/2008 (Text: , Verlag: )
  • :?:Welzer: Klimakriege - Der Kampf der Kulturen im Zeitalter des global warming ☛ „Aber Menschen nehmen Probleme wahr, und wenn sie diese als bedrohlich für die eigene Existenz interpretieren, neigen sie zu radikalen Lösungen, solchen, an die sie vorher nie gedacht hätten. Den westlichen Kulturen muss man attestieren, dass sie diese Lektion des zwanzigsten Jahrhunderts nicht gelernt haben, sondern sich auf Humanität, Vernunft und Recht viel zugute halten, obwohl diese drei Regulierungen menschlichen Handelns historisch jedem Angriff erlegen sind, wenn er nur heftig genug ausfiel“; Vordenker des ‚Letzten Weltkriegs‘? (EG), WDR3, 5.4.2008
  • S. Howald: Carl Schmitt ist nicht zu retten ☛ „Schmitt (1888-1985) war in der Zwischenkriegszeit der einflussreichste deutsche Verfassungsrechtler und politische Philosoph. Seine scharfsinnige, auf Hobbes und Machiavelli zurückgreifende Kritik an Grenzen und Gefährdungen der parlamentarischen Demokratie und am politischen Liberalismus war sowohl für rechte wie linke Kritiker der fragilen Weimarer Republik attraktiv. Ab 1931 rechtfertigte er das autoritäre Präsidialregime von Reichswehrminister Kurt von Schleicher, der die Nazis abblocken wollte. Doch nach der Machtübergabe an Hitler ging Schmitt zum neuen Regime über, verfasste 1933 bis 1936 als preussischer Staatsrat Gutachten in dessen Dienst und rechtfertigte während des 2. Weltkriegs die Nazi-Eroberungspolitik“, StefanHowald.ch, 1.4.2008
  • :!:M. Mies: Verharmlosung von Gewaltspielen muss aufhören! ☛ „Komplizenschaft der Hochschulen mit der Medienindustrie … Sachverhalt durch «Wirkungsforschung» verschleiert … Elend der Universitäten? … Wie soll der Krieg aus den Köpfen wieder herauskommen? “, Zeit-Fragen.ch, 31.3.2008
  • S. Howald: Ist Carl Schmitt noch zu retten? ☛ „Schmitt hat seine Bestimmung des Politischen als eigenständiger Raum, der durch den Gegensatz von Freund und Feind charakterisiert wird, immer als realistische Beschreibung verteidigt, als «seinsmässige Wirklichkeit», aber in Wahrheit ist es eine krude Setzung, wahlweise theologisch oder kulturell untermauert, und letztlich zirkulär“, NZZ a.S., 30.3.2008
  • Prof. Leinberger: The Next Slum? ☛ „On the other hand, many inner suburbs that are on the wrong side of town, and poorly served by public transport, are already suffering what looks like inexorable decline. Low-income people, displaced from gentrifying inner cities, have moved in, and longtime residents, seeking more space and nicer neighborhoods, have moved out. But much of the future decline is likely to occur on the fringes, in towns far away from the central city, not served by rail transit, and lacking any real core … Many of these areas will become magnets for poverty, crime, and social dysfunction“, The Atlantic, 3.2008
  • D. Orlov: The Five Stages of Collapse ☛ „My hope is that these definitions of specific stages of collapse will enable a more specific and fruitful discussion than the one currently dominated by such vague and ultimately nonsensical terms as ‚the collapse of Western civilization‘“, cluborlov.blogspot.com, 22.2.2008
  • C. Lerch: Die Droge zum Selbstkochen (Pervitin/Chrystal Meth) ☛ „Nach Schätzungen nehmen weltweit 25 Millionen Menschen Methamphetamin, damit liegt die Droge noch vor Kokain und Heroin … Crystal Meth ist die am häufigsten genommene harte Droge - Die Auswirkungen auf Körper und Psyche sind verheerend … Nicht essen, nicht schlafen … In Tschechien ist Crystal Meth - oder „Pervitin“ wie es dort genannt wird - seit Jahrzehnten schon populär. Das tschechische Rezept für Methamphetamin verwendet anstatt Jodsäure Phosphor“, derStandard.at, 15.2.2008
  • LOL:!:Rom, wir haben ein Problem - Die Grenzen des Wachstums ☛ „Doch alle Szenarien, die die Wirtschaft und die Bevölkerung unbeschränkt wachsen liessen, führten zur Katastrophe. Einmal geriet die Umweltverschmutzung ausser Kontrolle, ein anderes Mal wurden die Lebensmittel knapp. Fazit: «Wenn wir technologische Massnahmen simulieren, die geeignet sind, irgendeine Beschränkung des Wachstums aufzuheben oder einen Zusammenbruch zu verhindern, wächst das System gegen die nächste Grenze, übersteigt sie ebenfalls und bricht wieder zusammen»“, Die Wochenzeitung/ch, 14.2.2008
  • :!:M. Miegel: Die Grenzen des materiellen Wachstums ☛ „Zukunft und Risiko – die westlichen Gesellschaften sind auf mögliche substanzielle Wohlstandsverluste kaum vorbereitet. Die westlichen Gesellschaften mit ihrem hohen Entwicklungsstandard stellen eine historisch einmalige Erfolgsgeschichte dar. Aber je mehr unsere auf Technologie basierte Lebensweise zum globalen Standard wird, desto ungewisser erscheinen die Zukunftsperspektiven. Versorgungs- und Entsorgungsengpässe könnten sich ergeben. Sind wir darauf vorbereitet?“, NZZ, 4.2.2008
  • Roms Untergang - Immer Ärger mit der Unterschicht ☛ „Mit Rom verschwand nicht nur ein Herrschaftssystem, sondern eine ganze Zivilisation. Wasserleitungen wurden unterbrochen, Straßen verloren sich in neuen Wildnissen, Stadtzentren zerbröckelten, Sprachen verwandelten sich, Götter wurden fremd, Bibliotheken versanken“, SZ, 1.2.2008
  • T. Speckmann: Fundamentalisten – Verteufeln bringt nichts (Kippenberg-Rezens.) ☛ „Religiöser Brandbeschleuniger aus dem 17. Jahrhundert - Der Märtyrer braucht die Gemeinschaft, die an ihn glaubt - Apokalyptische Gemeinden in den Industriegebieten - Der Alltag, religiös gerahmt - Territoriale Krisen beflügeln Endzeitfantasien - Die Politik stützt sich auf religiöse Gruppen - Sollte man mit Terrorgruppen doch lieber verhandeln?“, Welt, 27.1.2008
  • N. Klein: Was ist so reizvoll an Elektro-Schocks? ☛ „Naomi Klein über ihr Buch ‚Die Schock-Strategie‘, Zusammenhänge zwischen Elektro-Schocks und dem Aufstieg des Neoliberalismus, skrupellose Ökonomen, ein Verhör-Handbuch der CIA und den Wahlkampf in den USA“, Planet Interview, 16.1.2008
  • P. Mühlbauer: Knieschuss, Pfefferspray und Mobiltelefon ☛ „Interview mit dem Münchner Rechtsanwalt Nikolaus Freiherr Klein von Wisenberg über Notwehr, Notwehrexzess und Waffenrecht … Die spektakulären Gewaltfälle der letzten Wochen haben eine politische Diskussion über eine Verschärfung des Straf- und des Ausländerrechts ausgelöst. Personen, die sich unmittelbar mit solchen Gewalttätern konfrontiert sehen, hilft dies allerdings zunächst wenig. Sie müssen sich selbst helfen – und dabei mit einer Reihe von Unsicherheiten und Risiken zurechtkommen“, Telepolis, 7.1.2008

2007:

  • Dmitry Orlov: Post-Soviet Lessons for a Post-American Century ☛ „Although the basic, and obvious, conclusion is that the United States is worse prepared for economic collapse than Russia was, and will have a harder time than Russia had, there are some cultural facets to the United States that are not entirely unhelpful“, survivingpeakoil.com, 1.12.2007
  • Naomi Wolf: Bush ist wie Hitler - oder jedenfalls ein bisschen ☛ „Kulturkritikerin Naomi Wolf warnt vor der Demontage der Demokratie in Amerika … Es gibt bestimmte Taktiken, um Demokratien zu schwächen, Korruption zum Beispiel. Eine andere Methode hat zum Beispiel Pinochet eingesetzt und die Pakistanis benutzen sie: Sie haben den öffentlichen Dienst gesäubert und Linientreue der Mächtigen installiert“, SZ, 9.11.2007
  • J. Fischer über Ökologie und Globalisierung: Plädoyer für eine grüne industrielle Revolution ☛ „Bis 1989 umfasste der Weltmarkt etwa eine Milliarde Menschen, heute sind es dreimal so viele, Tendenz steigend … Wie wird die Welt erst aussehen, wenn China diesen Abstand zu den USA auch nur halbiert haben wird und andere Länder folgen? Kann das globale Ökosystem Erde eine solche Zusatzbelastung an Schadstoffen, Energie- und Rohstoffverbrauch noch ohne wesentliche Veränderungen der Ökosphäre absorbieren? Dies ist ganz offensichtlich nicht der Fall … Eine Subvention des Wirtschaftswachstums und Lebensstandards zu Lasten der Umwelt werden wir uns nicht mehr weiter ungestraft erlauben können“, SZ, 1.11.2007
  • M. Greffrath: Die Renaissance ist nicht zu Ende ☛ „Ein Gespenst geht um in der Welt: die ‚Renaissance der Religionen‘. Da ist der Islamismus mit seiner Kritik des gottlosen, materialistischen, dekadenten Westens. Da ist der Fundamentalismus in den USA, der Inseln der Gemeinschaft gegen die Moderne bauen möchte - ohne an den Motor dieser Moderne, den Kapitalismus, zu rühren. In Lateinamerika und Afrika versprechen die evangelikalen Kirchen Halt in altem und neuem Elend“, Deutschlandfunk, 7.10.2007
  • Heinberg: Powerdown Revisited ☛ „I would now say that our future options consist of three broad scenarios … 1. Feudal fascism … 2. The Eco Deal … 3. Bottoms Up“, Global Public Media , 14.10.2007
  • Ecological Debt Day - Ab heute leben wir auf Pump ☛ „Wie viel Biokapazität braucht ein Mensch? … Wie viel Biokapazität braucht eine Stadt?“, Rückkehr der Fläche (EG), Telepolis, 6.10.2007
  • N. Klein: Disaster Capitalism - The new economy of catastrophe ☛ „There is only one cloud that looms over the thriving disaster economy — from weapons to oil to engineering to surveillance to patented drugs. It is the threatening if unlikely scenario that this latest boom could somehow be interrupted by an outbreak of climatic stability and geopolitical peace“, Harper’s Magazine, 8.9.2007
  • Frontal 21: Auswirkungen gewalthaltiger Computerspiele ☛ „Die im Beitrag genannten Studien zur Schädlichkeit von Medieneinflüssen sind jedoch keine Einzelfälle, sondern stehen im Kontext zu einer Vielzahl von Studien der Gewaltwirkungsforschung … Insgesamt kann inzwischen auf eine Vielzahl von wissenschaftlichen Arbeiten verwiesen werden. Hier einige Beispiele“, ZDF, Frontal 21, 21.8.2007
  • Sind wir etwa die ersten normalen Menschen? (Jared Diamond) ☛ “Stimmt es überhaupt, dass der Klimawandel besonders die Armen auf der Erde treffen wird, wie es häufig heißt? – Ganz hart gedacht: Wenn die menschliche Zivilisation kollabiert, könnten Sie dann eine Axt herstellen, könnten Sie Erze aus dem Boden holen oder auf diesem Hügel hinter meinem Haus für Monate genügend zum Essen finden? Wenn es eine wirkliche Klimakatastrophe gibt, haben die einfachen Subsistenzbauern die höchste Überlebenswahrscheinlichkeit. Wir in den reichen Industrieländern wären komplett aufgeschmissen“; das tritt auch im Fall einer wirklichen Energiekrise ein (EG), FAZ, 6.7.2007
  • Die Asien-Krise erscheint nur noch als Albtraum - Zehn Jahre danach ☛ „Obwohl der Zusammenbruch des Baht Geschichte ist, ist ein Mann in den damals betroffenen Ländern bis heute unerwünscht: der Milliardär und heutige Kämpfer für die Demokratisierung, George Soros. Er spekulierte damals gegen Thailands Währung, und er gewann. Soros konnte das aber nur, weil die Länder der Region unter dem Glanz ihrer Wachstumsraten abgewirtschaftet waren: Bestechung und Günstlingswirtschaft grassierten. Überinvestitionen in Aktien und Immobilien, vorangetrieben durch eine maßlose Kreditaufnahme gerade in Devisen, führten zur Bildung von Blasen. Die Banken besicherten ihre Fremdwährungskredite in vielen Fällen nicht, weil sie dem politischen Versprechen fester Wechselkurse vertrauten. Ihre Eigenkapitalquote lag viel zu niedrig“, FAZ, 30.6.2007
  • F. Rötzer: Soldaten auf Speed ☛ „Nicht nur US-Soldaten stehen unter Drogen bei Kampfeinsätzen, auch das britische Verteidigungsministerium sucht nach Mitteln, die Müdigkeit zu bekämpfen“; Versuchs-Tier Soldat? (EG), Telepolis, 13.6.2007
  • Pragmatischer Kulturpessimismus ☛ „Sie kann vielmehr einer geläuterten Kulturbetrachtung entspringen, einer dialektischen Weiterentwicklung eines undifferenzierten Kulturoptimismus. Ein differenzierter Kulturpessimismus wird nicht gegenüber einer Gesamtentwicklung der Geschichte an den Tag gelegt, sondern nur gegenüber bestimmten gegenwärtigen Tendenzen“, Telepolis, 5.6.2007
  • K. Hoeltzenbein: Doping - Wie in der DDR, nur anders (BRD) ☛ „In Deutschland wurde seit Jahrzehnten flächendeckend gedopt, nicht nur einst im Osten, in der DDR, wo Medaillengewinne via Staatsplan 14.25 (Inhalt: Doping für alle) beschleunigt wurden. Wie der Westen gegenrüstete, ist noch nicht lückenlos belegt; dass er es tat, ist längst bekannt“, SZ, 29.5.2007
  • Naomi Wolf: Fascist America, in 10 easy steps ☛ „From Hitler to Pinochet and beyond, history shows there are certain steps that any would-be dictator must take to destroy constitutional freedoms. And, argues Naomi Wolf, George Bush and his administration seem to be taking them all“, The Guardian, 24.4.2007 (dt.: )
  • Boyle: Hoffnung? Keine! Wir werden untergehen, das steht fest. Ein letztes Wort ☛ „Es gibt keine Ansätze für eine umweltverträgliche Lebensführung oder die Eindämmung von Wachstum – im Gegenteil, Wachstum heißt das Zauberwort kapitalistischer Wirtschaftssysteme, wenn es darum geht, die Bedürfnisse der restlichen zwei Drittel von uns zu befriedigen. Der Kapitalismus aber, wie er derzeit praktiziert wird, postuliert unerschöpfliche Ressourcen und endlos viele Konsumenten. Dieses Modell muss früher oder später zusammenbrechen“, Die Zeit, 19.4.2007
  • Entropy and Empire ☛ „Entropy and the Twilight of Empire“, The Oil Drum Canada, 20.3.2007
  • H. Böhme: Rettung durch Rückschritt ☛ „Wir dürfen unsere westlichen Lebensformen nicht über die ganze Welt verbreiten. Sonst geht es mit der Erde bald zu Ende … Es scheint, dass die Bedingung einer solchen Natur-Politik außerordentlich komplexe, nicht kurzfristig erreichbare Neustrukturierungen der Kultur als Weltkultur voraussetzen. Das freilich wird dann zum Problem, wenn das Tempo der Naturzerstörung größer ist als das des gesellschaftlichen Lernens. Der Umbau von Gesellschaften benötigt Zeit; wird diese freilich nicht genutzt, werden wir keine Zeit mehr haben für Umbauten, sondern nur noch für eine Art postkatastrophische Registratur der Erd-Ruine“, Die Zeit, 1.3.2007
  • J.-M. Büttner: Gestern links, Heute rechts ☛ „Sie dachten früher links, sie stehen heute rechts. Warum vertreten vor allem Männer das Gegenteil dessen, wofür sie mal gekämpft haben? Drei Konvertiten geben Auskunft. Warum bekämpfen viele Konvertiten so verbissen ihre alten Überzeugungen? … Wer früher konvertierte, galt als Verräter. Wer heute nicht konvertiert, wird zum Verlierer“, Das Magazin.ch, 1.3.2007
  • N. Turse: Baghdad 2025 - The Pentagon Solution to a Planet of Slums ☛ „DARPA’s Future War on the Urban Poor … Urban Planning, Pentagon-style: Spider-Men and Exploding Frisbees … Training for Tomorrow’s Urban Occupations … American Terminators vs. Drug-Dealing Serial-Killer Guerillas … Pentagon to Global Cities: Drop Dead … The Military and the Metropolis“, TomDispatch.com, 7.1.2007
  • K. Sill: The Macroeconomics of Oil Shocks ☛ „For various reasons, oil-price increases may lead to significant slowdowns in economic growth. Five of the last seven U.S. recessions were preceded by significant increases in the price of oil“, Philadelphiafed.org, Business Review, 1.2007
  • LOL:!:W. Stangl: Die Wirkung von Gewaltdarstellungen in den Medien ☛ „Die Tendenz zur Aggression wird durch die unzähligen Stimuli eines Computerspiels aktiviert, indem sie die Aggressionslust fördern und die Gewaltausübung belohnen. Gewaltanwendungen sind aber dann erst möglich, wenn die Aggressionshemmung versagt. Sie beruht auf Normen und Werthaltungen sowie auf gefühlsbetonten Mitleidsreaktionen. Die Gefahr von Spielen liegt nun darin, dass die von Eltern und sozialem Umfeld vermittelten Normen und Werte an Verbindlichkeiten verlieren, sodass bei häufigem Spielen die Fähigkeit zum Mitleid vor allem langfristig reduziert wird. Dem Kind bleibt etwa beim fiktiven Erschiessen von möglichst vielen Gegnern keine Zeit für Mitgefühl, da es stets dafür belohnt wird, dass es andere verletzt und vernichtet. Dadurch kommt es zum Dammbruch in der Aggressionshemmung und das daraus resultierende Ungleichgewicht macht Kinder erst in der Folge aggressiv. Vermutlich werden sich die Auswirkungen erst in den nächsten Jahrzehnten zeigen, da die Computerspielgeneration erst allmählich die Mehrheit in der Gesellschaft bildet … ‚Deswegen kommt – neben allen psychologischen Ursachen – der Verfügbarkeit von Waffen immer eine große Rolle zu‘“, arbeitsblaetter.stangl-taller.at, 2007

2006:

  • E. Eggers: Peppige Panzerschokolade ☛ „Die Geschichte des Dopingmittels Pervitin: Es hilft gegen Prüfungsangst, macht draufgängerisch und schnell. In den 50er-Jahren eroberte die Droge den bundesdeutschen Leistungssport. Auch im Umfeld der ‚Helden von Bern‘ tauchte sie auf … Mannschaftsarzt Franz Loogen war Pervitin seit dem Zweiten Weltkrieg bestens bekannt … Und er hatte sicherlich auch noch in guter Erinnerung, wie die Temmler-Werke im Zweiten Weltkrieg Pervitin verarbeiteten - ‚in Kombination mit Traubenzucker‘“, taz, 28.12.2006
  • D. Meadows: "In den nächsten zwei Jahrzehnten wird sich mehr verändern als im gesamten 20. Jahrhundert“ ☛ „Die Entscheidungsträger, die durch Produktion und Management des quantitativen Wachstums sehr erfolgreich waren, sind durch die Firmen- und Regierungspolitik der letzten Jahrzehnte in hohe Positionen aufgestiegen. Nun wollen diese hohen Entscheidungsträger nicht einsehen, dass ihre Fähigkeiten und Kenntnisse angesichts der Situation an Bedeutung verlieren. Sie leugnen, dass ein Wechsel zu qualitativen Zielen notwendig ist“, euroNatur, 22.12.2006
  • :!:O. Arndt: Bei Nebenwirkungen konsultieren Sie Ihren General (Sport- & Kriegs-Doping) ☛ „Doping ist eine Schnittstelle zwischen Sport und Krieg: Damit SoldatInnen Krieg führen können, werden sie mit leistungssteigernden Mitteln vollgepumpt. Ziel ist der nimmermüde Krieger … Enthemmt von ebenjener mit Pervitin angereicherten «Panzerschokolade», die später auch Hermann Buhl benützte. Diese «Endsiegdroge» war ein Methamphetamin - auch bekannt unter dem Namen «Hermann-Göring-Pille» oder «Stuka-Tabs» … Go-Pills“, Die Wochenzeitung/.ch, 16.11.2006
  • LOLD. Krusche: Homo sapiens - Krisenhorizonte der Menschheit ☛ „Verstehbar wird immerhin eins: die Enttäuschung eines Wissenschaftlers darüber, dass gerade angesichts der globalen Krise die – mühsam erworbene – Fähigkeit nicht zu greifen scheint, die eine moderne Wissenschaft erst möglich macht: kritische Rationalität und die daraus erwachsende Verständigungsfähigkeit. Was bleibt zu hoffen? Wenigstens zweierlei: Dass der wachsende Druck der Krise auch die Konsens- und Kompromissbereitschaft wachsen lässt – und dass die Black Box neben rationaler Lernfähigkeit auch genug an kreatürlichem Weltbezug enthält, um Lösungen zu ermöglichen, die global lebbar sind“, Rezensionsessay über Diamond/Altvater/Miegel, Die Gazette, Nr.11, Herbst 2006
  • Bachmann, G.: Warum blieb der Kollaps im neuzeitlichen Deutschland aus? ☛ „Flüssige Alpengletscher in Europa, Epidemien, Armut, Krieg und bankrotte Staaten in Afrika: Signale für den Niedergang von Umwelt und Gesellschaft gibt es viele. Geredet wird darüber viel, nachgedacht wenig. Warum manche Gesellschaften kollabieren, welchen Anteil die Umwelt daran hat und was wir von untergegangenen Gesellschaften lernen können … Untergang als Selbstzerstörung … Untergang der Wikinger auf Grönland … Überlebensstrategien gegen den drohenden Kollaps“, GAIA, 15/4, S.260-264, 2006 (Gaia: )
  • M. Stürmer: Drohende Epochenwende ☛ “‚Der Westen besitzt bis heute keine Bedrohungsanalyse … In der Stunde der Herausforderung sind Gegner wie Befürworter der Globalisierung im Irrtum vereint‘“, dradio.de, 3.10.2006
  • F. Furedi: Der Terror der Untergangspropheten ☛ „Die einen rufen: ‚Der Klimawandel ist nah!‘; die anderen basteln Bevölkerungsbomben und Gentechnikmonster. Viele Branchen des Angst produzierenden Gewerbes bedienen sich beim ‚Krieg gegen den Terror‘“, novo-magazin.de, Heft 84, 09/10.2006
  • Wenn das Gehirn brennt - Droge "Crystal" (Pervitin/Meth/Ice/etc. ☛ „Im deutsch-tschechischen Grenzgebiet verbreitet sich das Rauschgift ‚Crystal‘ schnell … Ultraaggressiv und unausstehlich … ‚Hitler-Speed‘ für Soldaten … Gespenstische Zuwachsraten … Expansion und Professionalisierung … Bandenkriminalität nimmt zu“, FAZ, 26.6.2006
  • E. Altvater: Die zerstörerische Schöpfung - Kapitalistische Entwicklung zwischen Zivilisierung und Entzivilisierung ☛ „Der perverse prepaid capitalism wird total wie in vielen afrikanischen Ländern, wo sich die Menschen der totalen Inwertsetzung und Monetarisierung von elementaren Lebensbedingungen wie der Versorgung mit Wasser nur noch durch illegale Akte, also durch den Diebstahl von Wasser oder Energie, entziehen können – es sei denn sie revoltieren gegen dieses System einer ‚Akkumulation durch Enteignung‘ … Am Beispiel der Ölförderung in Nigeria beschreibt Naomi Klein, wie für den Treibstoff der Autos die Natur des Niger-Deltas zerstört, die Menschen krank gemacht und sogar ermordet werden“, Prokla 143, 6.2006
  • E. Altvater: Wenn Ökonomen der Natur ein Schnippchen schlagen... ☛ „Das Niveau des Naturverbrauchs (von natürlichen Ressourcen wie Energieträgern, Rohstoffen, Flächen, und von natürlichen Senken für die Emissionen) ist selbst bei Null- oder Minus-Wachstum in den Industrieländern seit langem zu hoch“, Wissenschaftstag Hamburg, 23.6.2006
  • Energy crisis and economic collapse ☛ „The Greater Depression • Discrepancies in US accounts hide black hole • High cost of oil could put many jobs at risk“, Energy Bulletin, 16.6.2006
  • T. Veihelmann: Im freien Fall - Brachland ☛ „Alle sprechen von ‚schrumpfenden Städten‘. Doch im Osten Deutschlands veröden ganze Regionen. Plädoyer für einen geordneten Rückzug“, der Freitag, 28.4.2006
  • Elmar Altvater: Das Ende des Kapitalismus ☛ „Am Ende des fossilistischen Kapitalismus kann nur ein erneuerbares Energieregime weiterhelfen. Dem aber muss die soziale Formation des Kapitalismus angepasst werden. Das ist eine tiefere und umfassendere Revolution als es die französische oder russische waren. Sie ist auch schwieriger als die industrielle Revolution. Aber die ebenfalls existierenden Ansätze der solidarischen Ökonomie können die Verbindung zur Bewegung für die erneuerbaren Energieträger herstellen. Der Kapitalismus verschwindet nicht von einem Tag auf den anderen wie der real existierende Sozialismus im Verlauf einer ‚samtenen Revolution‘, aber er wird ein anderer Kapitalismus werden als der, den wir kennen“, Die Wochenzeitung/ch, 20.4.2006
  • T. Schmid: Das Eiland am Ende der Welt (Osterinsel) ☛ „Die vorkoloniale Geschichte der Osterinsel gilt als Lehrbeispiel für ökologische Selbstzerstörung – sogar Hollywood hat sich des Themas bemächtigt. Die eigentliche Tragödie der faszinierenden Insel im Pazifik begann jedoch erst mit Anbruch des 19. Jahrhunderts“, Zeit, 12.4.2006
  • Prof. M. Chossudovsky: Big Brother - Modell USA ☛ “‚Code Red‘ würde eine Zivilverwaltung weitgehend aufheben, das öffentliche Leben teilweise der Militärgerichtsbarkeit unterstellen und Regierungsbüros, Geschäfte, Schulen, öffentliche Dienste sowie das Transportwesen quasi stilllegen … Der ‚Code Red‘ würde Freiheitsrechte außer Kraft setzen, darunter das Versammlungsrecht und damit das Recht der Bürger auf Proteste gegen die Entscheidung der Regierung, das Kriegsrecht auszurufen … Parallel dazu wird die Militarisierung ziviler Institutionen nicht nur erwogen, sondern ist bereits zum Gesprächsthema diverser US-Fernsehkanäle avanciert, um öffentlich als ‚Schutz der amerikanischen Demokratie‘ diskutiert zu werden. Nur was ein Code-Red-Alarm wirklich bedeutet, bleibt ausgeklammert. Durch Desinformationen werden die Bürger Schritt für Schritt auf das Undenkbare eingestimmt“, Freitag.de, 31.3.2006
  • M. Steyn: Selbstmord Europas ☛ „Den postchristlichen Wohlfahrtsstaaten fehlen Kinder und Mut. Demographie ist die beste Waffe der Moslems … Die CIA sagt den Zusammenbruch der EU für das Jahr 2020 voraus … Ab 2010 können wir dann auf amerikanischen Nachrichtenkanälen zuschauen, wie in Europa die Häuser brennen und es zu Straßenkämpfen und Mordanschlägen kommt … Laut einer Umfrage von 2004 wollen 60 Prozent aller britischen Moslems unter der Scharia leben - und zwar in Großbritannien“, Welt, 9.2.2006

2005:

  • Das Risiko heißt: Zusammenbruch der Weltgesellschaft (J. Diamond Interview) ☛ „Jared Diamond ist kein Untergangsprediger, sondern stellt die Gesellschaften vor die langfristigen Konsequenzen ihres Handelns. Mit der F.A.Z. sprach er über die Herausforderungen der globalisierten Welt, die Zerstörung der Lebensgrundlagen und die Angst vor dem Untergang“, FAZ, 19.12.2005
  • Durch die Schallmauer der Gegenwart (J. Diamond: Kollaps) ☛ „Es steht für ihn außer Frage, daß die Umweltschützer mit den großen Konzernen zusammenarbeiten müssen, wenn sie etwas ausrichten wollen. Umgekehrt gilt das genauso: Wollen die Großkonzerne verhindern, daß sie eines Tages von verzweifelten, marodierenden Menschen angegriffen werden, wollen sie, mit anderen Worten, die Legitimität und die ökologische Grundlage ihres wirtschaftlichen Erfolges nicht gefährden, sind sie zur Vernunft gezwungen. Der Ökozid wäre sonst die letzte Konsequenz eines letzten Klassenkampfes“, FAZ, 19.10.2005
  • LOLPotsdamer Manifest 2005 ☛ „Geopolitische, soziokulturell wie ökonomische Machtstrategien, die unbegrenzte Expansion globalisierter Marktwirtschaft und ihrer Produktivitätszwänge bedrohen und zerstören die räumliche und stoffliche Begrenztheit unserer Erde. Die zerstörerischen Auswirkungen einer hemmungslosen und unreflektierten Zivilisation im Zusammenleben der Völker, in den Wechselbeziehungen zwischen Gesellschaft und Natur und, nicht zuletzt, in den einzelnen Menschen sind offenkundig“, AG Friedensratschlag, 10.2005
  • S. Wright: Tanzen, tanzen, tagelang (Hitler-Speed) ☛ „Im Osten der Republik kommt angeblich eine Droge wieder, die als ‚Pervetin‘ schon bei den Nazis geläufig war und heute auf kaum einer Party fehlt: das Methamphetamin Crystal alias ‚Hitler-Speed‘ … allerdings existiere das Methamphetamin-Problem überall dort, wo Menschen Höchstleistungen erbringen wollen - gleich welcher Art“, taz, 20.7.2005
  • A. Ulrich: Hitler's Drugged Soldiers - The Nazi Death Machine ☛ „The Nazis preached abstinence in the name of promoting national health. But when it came to fighting their Blitzkrieg, they had no qualms about pumping their soldiers full of drugs and alcohol. Speed was the drug of choice, but many others became addicted to morphine and alcohol“, Spiegel, 5.6.2005
  • J. Vail: The Logic of Collapse ☛ „So should collapse be triggered now, or should we wait as long as possible? If we accept the inevitability of collapse, then it should be triggered as soon as possible, as the cost of implementing a collapse strategy is continually growing…“, jeffvail.net, 28.4.2005
  • Endzeiten ☛ „Politische und gesellschaftliche Implikationen universaleschatologischer Vorstellungen in den drei monotheistischen Weltreligionen (5. bis 16. Jahrhundert)“, H/Soz/U/Kult, 2.4.2005
  • D. Kennedy: The Choice ☛ „Jared Diamond’s Collapse is a catalog of past environmental ruin. But despite the abundance of bad news, its message is one of cautious optimism: if modern society can learn from the failures of its predecessors, it can avoid their fate“, Foreign Affairs, 03/04.2005
  • Straßen des Größenwahns - Osterinseln ☛ „Denn mit der wirtschaftlichen Grundlage brach auch das Sozialgefüge zusammen. Der Wettbewerb um die größten Moai wurde nun dadurch ausgetragen, so glaubt Jared Diamond, daß man die Statuen der Nachbarn umwarf. Ein mörderischer Bürgerkrieg brach aus, von dem unzählige Speerspitzen aus Obsidian zeugen und der noch lange nicht zu Ende war, als Jacob Roggeveen hier Anker warf. Die letzte stehende Statue wurde 1838 gesichtet. Erst als das Touristenzeitalter anbrach, begann man sie wieder aufzustellen“, FAZ, 28.3.2005
  • Collapsing Upwards ☛ Vergleich der Studien von Tainter und Diamond, World Changing, 24.2.2005
  • J.M. Greer: How Civilizations Fall - A Theory of Catabolic Collapse ☛ „The collapse of complex human societies remains poorly understood and current theories fail to model important features of historical examples of collapse. Relationships among resources, capital, waste, and production form the basis for an ecological model of collapse in which production fails to meet maintenance requirements for existing capital“, XS 4 all.nl, 2005

2004:

  • «Man füttert die Kinder mit Müll» (Interv. M.Spurlock) ☛ „Mit seinem Film «Super Size Me» hat Morgan Spurlock den Konzernriesen McDonald’s in Aufregung versetzt. Mit der Netzeitung sprach der Regisseur über Leberwerte, dünne Mädchen und die Erziehung zur Fettleibigkeit“, netzeitung.de, 15.7.2004
  • K. Mellenthin: Angriffsbasen weltweit ☛ „Immer kriegsorientierter: Die USA weiten ihr Stützpunktnetz aus … Mehr noch: der »Krieg gegen den Terrorismus« verschärft das Problem, das er zu bekämpfen vorgibt, und exportiert es in wirklich jeden Winkel der Erde. Der mit Abstand größte Wirtschaftszweig, die Rüstungsindustrie mit allem, was an kriegsbedingten Nebengeschäften dazu gehört, expandiert und steht auf Jahrzehnte hinaus vor gesichertem Absatz“, jungeWelt/AG Friedensforschung an der Uni Kassel, 12.7.2004
  • Fundamentalismus der Killer ☛ „Der militante Islamismus hat totalitäre Wurzeln. Doch er ist auch ein Nebeneffekt der Globalisierung. Das wird von den Verteidigern der Freiheit gern vergessen“, Zeit, 29.4.2004
  • The Role of Deforestation in the Fall of Rome ☛ „The question of the fall of the Roman Empire has been debated for 1500 years, but new evidence suggests that the wealth and prosperity of Rome may have been the cause of its own downfall. According to a new theory, environmental damage, and particularly deforestation, to meet the needs of the luxurious elite caused a whole host of problems eventually weakening the Empire to the point that it could no longer stand“, BBC, 23.4.2004
  • K. Woltron: Wege in den Postkapitalismus ☛ „Je radikaler sie in das Regelsystem eingreifen, desto größer ist das Risiko unerwarteter und unerwünschter Systemzusammenbrüche und daher auch die Pflicht zur sorgfältigen Untersuchung durch weitergehende Vertiefung durch Computermodelle und Planspiele“, Club of Vienna/GAIA, 13, 1/2004

2003:

  • „Wir haben 30 Jahre verloren“ (Meadows-Interv.) ☛ „Die wichtigste Erkenntnis daraus ist, dass die Menschheit 30 Jahre verloren hat. Wenn wir in den siebziger Jahren begonnen hätten, Alternativen zum materiellen Wachstum zu entwickeln, könnten wir heute gelassener in die Zukunft blicken“, Zeit, 31.12.2003
  • H.-U. Grimm: Essen wir uns dumm? ☛ „Ernährung: Das Gehirn braucht Energie. Doch der Treibstoff ist oft von schlechter Qualität. Schlägt uns die Nahrung auf den Geist? … Weltweit nehmen die Hirnstörungen Alzheimer, Parkinson und Multiple Sklerose zu … Britische Forscher beklagen einen Rückgang der Geistesleistung … Schuld seien die Nahrungsindustrie und ihr Bestreben, ‚billige Nahrung herzustellen‘ … Dafür eingesetzte Zusatzstoffe wirken auch aufs Gehirn“, Hamburger Abendblatt, 10.12.2003
  • W. Wolf: Mär vom Aufschwung ☛ „Die US-Ökonomie geriet im 4.Quartal 2001 in die Rezession – deutlich vor dem 11.9.2001. Interessant dabei war, dass es bis September 2001 geheißen hatte, die US-Ökonomie befinde sich weiter im Aufschwung … Die Möglichkeiten der ‚kreativen Gestaltung‘ der Wirtschaftsstatistik haben sich offensichtlich gerade im Zeitalter der elektronischen Datenerfassung erheblich ‚verbessert‘ … Selbst wenn es zu dem derzeit vielfach erhofften Aufschwung kommt, so wird dieser von einer weltweiten Rekordarbeitslosigkeit, von einem umfassendem Sozialabbau und von einer fortgesetzten Erosion des gesellschaftlichen Zusammenhalts, von der Vergrößerung der Kluft zwischen Arm und Reich und Nord und Süd begleitet sein … Weltweit macht die Losung ‚Eine andere Welt ist möglich‘ die Runde … Wir müssen diese Losung ergänzen um die Feststellung: ‚Eine andere Ökonomie ist nötig!‘“, LabourNet.de, 11.11.2003
  • :!:Weltordnungskriege verstehen ☛ “‚Kriegsunternehmen‘ und ‚sozialer Weltkrieg‘ - zwei Bücher zu neuen Kriegen … Und schon im Zweiten Weltkrieg wird der Krieg phasenweise zum ökonomischen Selbstzweck, als Mittel der Bereicherung von Militärs als Medium eines ‚militärischen Unternehmertums‘ … Irak: Krieg als Modernisierungsangriff … Irak-Krieg als Auftakt zu einer permanenten militärisch-gewaltsamen ‚schöpferischen Zerstörung’ (Schumpeter) im Weltmaßstab. Zerstört werden sollen dabei die sozialen Strukturen, die sich weltweit als Blockaden und Hindernisse für kapitalistische Durchdringung und umfassende In-Wert-Setzung erwiesen haben“, analyse & kritik, Nr. 476, 19.9.2003
  • B. Flyvbjerg: The Lying Game ☛ „The problem is that the Machiavellian make-believe world of underestimated costs and overestimated benefits projected by many proponents to promote their favourite project distorts reality“, in: EuroBusiness, vol.5, no.1, pp.60-62, 6.2003
  • LOLJ. Diamond: Zivilisationen - Der klassische Kollaps ☛ „Warum die blühende Kultur der Mayas plötzlich unterging und was die modernen Zivilisationen davon lernen können … Zu den beunruhigenden Tatsachen der Geschichte gehört, dass so viele Zivilisationen zusammenbrechen. Nur wenige Menschen begreifen, dass ein Hauptgrund für den Kollaps mancher Zivilisation die Zerstörung der ökologischen Ressourcen war, von denen sie abhing. Noch weniger Menschen sehen, dass vielen dieser Zivilisationen eine steile Kurve des Niedergangs gemeinsam ist“, Die Weltwoche, 24/2003
  • Ran Prieur: 21 Stories About Civilization ☛ „These stories about where we’re going are rooted in deeper stories about where we are now, about the place or meaning of what we call civilization“, 3.5.2003
  • :!:U. Kraft: Nahkampf im Kinderzimmer ☛ „Beim amerikanischen Militär werden Spiele wie »Doom« ganz gezielt eingesetzt, um Soldaten auf den realen Kampf mit der Waffe vorzubereiten – und zwar nach dem Prinzip der so genannten operanten Konditionierung … Heute üben Soldaten und Polizisten gerade mit solchen Computersimulationen, die dann in kaum abgewandelter Form auf den Spielemarkt kommen. Und Kinder zum Töten konditionieren, da ist Grossman sicher … Für den Psychologen ist diese enorme Treffsicherheit kein Zufall … »Er hielt die Waffe mit beiden Händen, bewegte sich nicht und schoss jeweils nur eine einzige Kugel auf jedes Opfer.« Viele Killerspiele verlangen Ähnliches, dort erscheinen so viele Ziele gleichzeitig, dass man schnell sein muss und sich nicht lange mit einem Gegner aufhalten kann … one shot, one kill“, Gerirn&Geist-online, 6.3.2003
  • R.H.Weiß: Das Geschäft mit der Gewalt - Warum die „Abrüstung auf dem Bildschirm“ nicht in Gang kommt ☛ „Medienpolitik und Medienindustrie stehen in einer unheilvollen Allianz, die verhindert, dass das Setzen von Grenzen ernsthaft in die Tat umgesetzt wird. Die Medienlobby hat wesentlich dazu beigetragen, dass aus wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen unabhängiger Forscher über Wirkungen von Gewaltmedien bis heute keine entscheidenden Konsequenzen gezogen wurden. Dazu wird viel Zeit und Geld investiert. So schafft man es sogar in ‚schweren Zeiten‘, wie z.B. nach dem Schulmassaker von Erfurt, den Fokus des öffentlichen Interesses von den Medienwirkungen abzulenken und auf allgemeine gesellschaftliche und schulische Missstände zu zentrieren“, Organisationsberatung – Supervision – Coaching, S. 81-87, Heft 1/2003 ( )

2002:

  • P. Mollenhauer: Das Imperium schlägt zurück ☛ „Währenddessen versuchen die letzten aufrechten Römer, die Katastrophe abzuwenden, indem sie unter Einsatz ihres Lebens bei den Barbaren für die Idee der Zivilisation werben. Vergebens, das Reich ist bereits von innen unheilbar krank … Doch anstatt die politischen Herausforderungen der Zukunft anzunehmen, zieht er sich resigniert ins Privatleben zurück … Kann man die Zivilisation mit unzivilisierten Mitteln verteidigen? … In der Tatsache, dass jemand wie Maximus ein ernsthafter Kandidat für den Thron werden kann, darin liegt der Untergang des Römischen Reiches. Wo Sportler und Schauspieler Politik machen, ist jede Zivilisation in Gefahr“, TAZ, 23.3.2002
  • :!:R. Albrecht: Erfurt, 26. April 2002 - Über gesellschaftliche Hintergründe eines Schullehrermassenmords in Deutschland ☛ „Eines gab es in Erfurt nicht: einen Amoklauf … es fehlten zumindestens zwei entscheidende und konstitutive Momente von Amoktätern: Einmal das ungeplant-rauschafte Element der Tat selbst und zum anderen die überwiegende Zufälligkeit der Opfer … Demgegenüber bietet sich zur angemessenen Kennzeichnung auch des Erfurter Ereignisses vom 26.April 2002 die Verbindung zweier weiterer und durchaus geschichtlich neuer Formen individuellen Vernichtungshandelns einzelner Täter, die zunehmend planvoll ihre Opfer wählen und gezielt töten, an: Einmal der unvorhergesehene - vielleicht sogar unvorhersehbare - plötzliche Mord an zahlreichen Opfern, insofern: ‚plötzlicher Massenmord’. Und zum anderen die zunehmende jugendliche und Schülergewalt im und um den Handlungsort Schule, insofern: ‚Schulmord’“, sinn-haft.at, 2002

2001:

2000:

  • :!:Computerspiele machen aggressiv ☛ „Psychologen der Ruhruniversität Bochum haben in einer aufwendigen Studie nachgewiesen, dass Computerspiele die Aggressivität bei Kindern fördern und ihr Einfühlungsvermögen, die Empathie, mindern … Grossman bezieht sich auf Brutalo-Spiele wie ‚Quake II‘ und bezeichnet diese als Tötungssimulatoren, die die natürliche Hemmschwelle des Menschen, einen Artgenossen zu töten, abbauen. In eindrucksvollen Beispielen beschreibt Grossman, wie Computerspiele Kinder zu Killer machen: ‚Sie geben ihnen den Willen und die Fähigkeit zu töten an die Hand. Das einzige, was ihnen dann noch fehlt, ist die Waffe’“, 3 sat, nano, 21.12.2000 (Gewalt und Aggression, Texte: , )
  • H. Moravec: Kleine Wellen und Pfützen - Die Robotik wird die Informationsindustrie verdrängen ☛ „Die Robotik sollte die größte Industrie auf der Erde werden, die bei dieser Evolution noch in den Kinderschuhen steckt, und die Informationsindustrie verdrängen. Letztere erreichte ihren übertriebenen Status dadurch, dass sie marginale Aufgaben automatisierte, die wir Schreibarbeit oder Papierkram nennen. Die Robotik wird auch alles andere automatisieren!“, Telepolis, 6.11.2000
  • Die Informationsbombe tickt ☛ „Paul Virilio und Boris Groys verfolgen die Entwicklung zur totalen Mediengesellschaft … Paul Virilio entwickelte eine ‚Ästhetik des Verschwindens‘, in der Welt und Wirklichkeit in der medialen Aneignung aufgingen … Von der ‚Wissenschaft der Maßlosigkeit‘ über die ‚mediale Überwachung des Lebens‘, den ‚totalen Wirtschaftskrieg‘ bis zur ‚langsamen Agonie des Planeten Erde‘ zieht der Autor alle Register eines katastrophischen Denkens … Mit ihrer gezielten „information warfare“ hätte die einzige Supermacht jene ‚Fernsteuerung der Konfusion‘ gezündet, die das Chaos der Zerstörungen vor Ort um das ‚Chaos der Meinungen‘ vervollständigt“, Welt, 12.8.2000
  • Spekulant George Soros hat wenig Grund zu feiern ☛ „1992 wurde Soros weltbekannt, als er gegen das britische Pfund spekulierte. Obwohl die Zentralbank gegen den Währungsverfall intervenierte und dabei seine Reserven aufbrauchte, verlor das Pfund täglich an Wert. Am Ende hatte Soros in wenigen Wochen eine Mrd. Dollar verdient und den Spitznamen „der Mann, der die Bank of England knackte“ eingeheimst. Fünf Jahr später setzte Soros auf eine fallende Währung in Thailand und löste eine gigantische Abwertungswelle aus, die in die Asienkrise mündete. Malaysias Premier Mahatir Mohamed nannte Soros daraufhin öffentlich einen ‚Räuber und Banditen‘“, Die Welt, 12.8.2000
  • H. Gieselmann: Die Gewalt in der Maschine - Überlegungen zu den Wirkungen von aggressiven Computer-Spielen ☛ „Besonders besorgniserregend sind jedoch die realistischen Ego-Shooter und Söldner-Spiele, bei denen der Spieler das Geschehen durch eine subjektive Kamera erlebt. Die Szenarien, Waffen und Gegner sind hier weitgehend der Realität nachempfunden. Eine neue Qualität erreicht in dieser Hinsicht Soldier of Fortune, das im Frühjahr bei Activision erscheint. In Zusammenarbeit mit dem gleichnamigen ultrarechten Söldner-Magazin aus den USA entsteht hier ein hyperrealer Ego-Shooter von Raven Software … Durch die Verknüpfungen eines realistischen Ego-Shooters mit einem Waffen- und Söldnermagazin entsteht nun eine besonders explosive Mischung“, C’t Magazin, 4.2000
  • R.H. Weiß: Gewalt, Medien und Aggressivität bei Schülern ☛ „Die Bereitschaft, eigene Interessen auch durch Anwendung von körperlicher Gewalt durchzusetzen, steigt im gleichen Umfang wie der Gewaltmedienkonsum an. Emotionale Abstumpfung, Gefühllosigkeit, herabgesetzte Hemmschwelle gegenüber Gewaltanwendung, verminderte Affektkontrolle und fehlende Kritikfähigkeit machen solche Jugendliche anfällig für geistlose politische Parolen und Propaganda. Wegen ihrer leichten Manipulierbarkeit können sie auch zu Gewalttaten instrumentalisiert werden“, Hogrefe Verlag, 2000

1999:

1998:

  • N. Weber: Der Krieg hat schon begonnen - und jeder kann mitmachen ☛ „Überlegungen zu der Ars Electronica 98 Publikation: Information - Macht - Krieg … Die diesjährige Ars Electronica unternahm nun einen weiteren Schritt, der konsequent, sofern auch die Kriegskunst zur Kunst gehört, in einen erweiterten Kriegsbegriff einführt. Es sind dann auch Kriegskünstler, bestallte Meister dieser hohen ‚Kunst‘, im Dienste der US Air Force, der chinesischen Volksarmee oder des russischen Verteidigungsrates, die versuchen - Clausewitz, Sun Tzu oder Mao zitierend - das Kriegstheater des 21. Jahrhunderts zu entwerfen“, Telepolis, 9.10.1998
  • Grossman: Trained to Kill - Are We Conditioning Our Children to Commit Murder? ☛ „Virus of Violence … Children don’t naturally kill; they learn it from violence in the home and most pervasively, from violence as entertainment in television, movies, and interactive video games … Classical Conditioning … Every time a child plays an interactive video game, he is learning the exact same conditioned reflex skills as a soldier or police officer in training … Operant Conditioning“, Christianity Today, 10.8.1998 ( , , )

1997:

  • D.R. Loy: Die Religion des Marktes ☛ „Die Lösungen für die Umweltkatastrophe, die schon begonnen hat, und für den gesellschaftlichen Verfall, unter dem wir schon leiden, wird sich daraus ergeben, dass wir dieses unterdrückte spirituelle Verlangen wieder auf den richtigen Pfad bringen. Einstweilen gehört dazu der Kampf gegen die falsche Religion unseres Zeitalters“, Journal of the American Academy of Religion, Vol.65, Nr.2, Sommer 1997

1996:

  • T. Fues: Studie der Weltbank hinterfragt die Kriterien für Wachstum ☛ „Das bloße Wachstum des Bruttosozialproduktes kann danach nicht mehr als wichtigstes Kriterium für den ökonomischen Erfolg eines Landes verwendet werden … Die vordergründigen Erfolge der Strukturanpassung, die sich aus der Vernachlässigung des Naturverbrauchs ergeben, kehren sich bei näherer Betrachtung in das Gegenteil um. Der Fall Ghana verweist auf grundlegende Defizite der Anpassungsprogramme von Internationalem Währungsfonds und Weltbank, die häufig auf dem Verzehr des natürlichen Kapitals aufbauen“, Zeit, 5.4.1996

1995:

  • R. Engen: Fischgründe ☛ „Der Bau von Kriegsschiffen erhöht das Volkseinkommen … Nur im Felde, da ist der Mann noch was wert, da wird ihm das Herz noch gewogen. So beschreibt ein deutscher Dichter die ideelle Wertschöpfung … Und je mehr geschossen und neue Munition produziert wird, desto kräftiger steigt das Sozialprodukt, der Waffenhandel belebt sich, die Wirtschaft kommt auf Touren … Wenn Krieg ist, verschwinden die Arbeitslosen“; Und zu bestimmbaren Zeiten auch ganze Zivilisationen (EG), Die Zeit, 16/1995

1994:

  • Eine grosse Mafia - Doping ☛ „Anabolikamißbrauch war keineswegs nur ein Sündenfall des Ostens. Internationale Sportführer, die in den letzten Tagen effektivere Dopingkontrollen versprachen, geraten durch jetzt entdeckte Stasi-Akten ins Zwielicht. Aufzeichnungen des IM ‚Technik‘ beweisen, daß ein weltweites Kartell bei der Vertuschung half“, Spiegel, Nr.12, 21.3.1994 ( )

1993:

1992:

  • Summit to Save the Earth Rich Vs. Poor (Rio) ☛ „Skeptical about the evidence that global warming will occur, the Bush Administration was concerned that an arbitrary reduction in the output of CO2 would mean a decline in industrial production and a loss of jobs … »the American life-style is not up for negotiation«“, Time, 1.6.1992

1987:

  • Vom Mann zum Monster - Doping ☛ „Fast alle Spitzensportler hängen an der Nadel, mindestens sieben von zehn dopen sich verbotenerweise. Jetzt kommen neue Drogen auf den Markt, die im Doping-Test nicht mehr nachzuweisen sind“, Spiegel, Nr.21, 18.5.1987 ( )

1975:

1974:

  • E. Goldsmith: The ecology of war ☛ „In this article Edward Goldsmith explains how traditional wars were ritualised conflicts in which mortality was minimised, in contrast to the mass death and destruction of modern industrial modes of warfare … Competition and co-operation - Ritualisation - Reducing aggression - Artificial states - Mutual dependence of societies - Vulnerability - Vicious circle“, in: The Ecologist, May 1974

1969:

  • B. Berendonk: Züchten wir Monstren? Die hormonale Muskelmast (Doping) ☛ „Zu bewundern gibt es nämlich in den Stadien von heute zunehmend mehr nur noch die Triumphe der pharmazeutischen Industrie … Kürzlich fiel mir Aldous Huxley wieder in die Hände: '…und ihre Föten, gestopft voll mit Blutersatz und Hormonen, wuchsen und wuchsen und wuchsen oder … schlafften ab zu kümmerlichem Epsilon-Dasein‘. Brave New World: Im Sport hat sie jedenfalls bereits begonnen“, Die Zeit, Nr.49, 5.12.1969

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