Peak Uran
Intro:
- Kochen mit Atom, 1955 ☛ einestages/Spiegel
- Das Frische an Bayern ☛ wiki ( )
- Luxus-Appartements in sauberer Umgebung ☛ Consume Hasta Morir ( )
- 73,9 km Landschafts-Genuß? ☛ Verein FORUM/Atommüll-Lager.de
- An uns Neandertaler-Nachfolger ☛ Verein FORUM/Atommüll-Lager.de
- dt. Erdbebenzonen (grobes Raster) ☛ Wiki ( )
- AKWs in Erdbebengebieten weltweit ☛ Spiegel.de
- unsicher • radioaktiv • terrorgefährdet ☛ „Allein für die nächsten 50 Jahre garantiert sicher gegen Erdbeben, Terroranschläge und Kriege? - weltweit?? (EG)“, Verein FORUM/ Atommüll-Lager.de
- Innenminister Schäuble ☛ „Finstere Warnung vor nuklearem Anschlag“, Spiegel Online, 15.9.2007
- Terrorziel AKW ☛ Video, Frontal 21/ZDF, 16.6.2009
- Der Tag, der der Atom-Renaissance im Weg steht ☛ derStandard.at
- Atom-Strauß ☛ „Welche technologischen Fortschritte sind eigentlich in der Terrorbranche zukünftig wahrscheinlich? - wo doch jeder Offizielle weitere Anschläge für unverhinderbar hält! (EG)“, Verein FORUM/Atommüll-Lager.de
- Medaille der Liquidatoren u.a. ☛ Bluttropfen durchdrungen von Alpha-, Beta- und Gammastrahlen, Wiki ( ; ; )
- Als die Welle Fukushima erfasste ☛ stern.de
- All You Need to Know About U.S. Energy R&D in Two Graphs ☛ Inventing Green/GreentechHistory.com ( )
- Die wichtigsten Fakten zur globalen Atomindustrie ☛ M.Schneider/Spiegel
- Die neueste Nuklear-Mode ☛ Consume Hasta Morir ( )
- Captain Nuclear ☛ David Parkins ( )
Zitate:
I:
It is not too much to expect that our children will enjoy in their homes - nuclear generated - electrical energy too cheap to meter… (Lewis Strauss, Chairman of U.S. Atomic Energy Commission, 1954)
II:
We can evade reality, but we cannot evade the consequences of evading reality. (Ayn Rand, 1905-1982, Russian-American novelist, philosopher, playwright and screenwriter)
III:
Alles Lebendige sucht nach einer besseren Welt … Alles Lebendige macht Fehler. (Karl Popper, 1902-94, österreichisch-britischer Philosoph)
Der Mensch und seine Sicherheit müssen bei jedem technologischen Abenteuer die Hauptsorge sein = L’hommme et sa sécurité doivent constituer la première préoccupation de toute aventure technologique. (Albert Einstein)
Das Betreiben von Atomkraftwerken ist atomares Glücksrittertum. Was grundsätzlich technisch passieren kann, wird auch irgendwann passieren. Das ist „nur“ eine Frage der Zeit. (Franz Alt)
Finnland, EPR/Olkiluoto: Kosten- und Zeitdruck vs. Qualität und Sicherheit! (A. Röhrbein, EG, Eigenzitat)
IV:
This assessment leads to the conclusion that in the short term, until about 2015, the long lead times of new and the decommissioning of aging reactors will hinder rapid extension, and after about 2020 severe uranium supply shortages will become likely which, again, will limit the extension of nuclear energy. (Energy Watch Group, Uranium Resources and Nuclear Energy, EWG-Paper No 1/06, 12.2006)
Nach Berechnungen der World Nuclear Assocation deckt die derzeitige Minenproduktion nur 64 Prozent des globalen Uranbedarfs ab. Noch lässt sich diese Lücke durch überirdische Bestände decken, zum Beispiel durch bei Versorgern und Militärs gebunkertes Uran … Russland begann in großem Stil, das angereicherte Uran der Atomwaffen in reaktorfähiges Uran zu verarbeiten und auf dem Weltmarkt zu verkaufen. Doch die einst hohen Bestände schrumpfen inzwischen dramatisch. (Rohstoff Uran - Gefragter Brennstoff für die Atomkraft, Wirtschaftswoche.de, 3.6.2009)
Der Bürger wird für dumm verkauft: Immer wieder wird uns erklärt, dass wir uns nicht zu stark von russischem Gas abhängig machen dürfen. Nach dem Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine im vergangenen Winter empfahl der damalige Wirtschaftsminister Glos Kernenergie als Alternative. Dabei macht Kernkraft uns weder importunabhängig, noch macht es uns unabhängig von Russland! Wir sind bei Gas und beim Uran gleichermaßen von Russland abhängig. (Astrid Schneider, Sprecherin der Grünen-Bundesarbeitsgemeinschaft Energie, in: Geheimsache Uran - „Wir werden für dumm verkauft“, n-tv.de, 23.11.2009)
What we have to take into account is the geopolitical situation of uranium production. Forty-six percent of 2009 production came from countries that are not stable or very friendly to the western world. Most uranium is consumed by the West, especially the United States, which consumes about 30% of world production on a yearly basis, around 55 million pounds. Yet we produced less than four million pounds last year. So where does our uranium supply come from? … Russia … Kazakhstan … Niger … Uzbekistan. (Mickey Fulp, Geologist, Bullish on Uranium and Rare Earths, The Energy Report.com, 29.4.2010)
V:
Die große Bedeutung der Nebenmetalle ist darin zu sehen, dass sie wegen ihrer einmaligen Eigenschaften sowohl in den für die Industrienationen wichtigen Branchen Luft- und Raumfahrt sowie in der Rüstungswirtschaft und im Bau von Kernkraftwerken weitgehend als unverzichtbar gelten … Bei einigen dieser Nebenmetalle wird die allgemeine Versorgungslage inzwischen als kritisch eingeschätzt, da sie nicht so häufig wie die Buntmetalle in der Erdkruste vorkommen … Die strategische Bedeutung dieser Rohmaterialien lässt sich an immensen Preisfluktuationen erkennen. (Udo Rettberg, „Strategische Metalle“: Knappheit bestimmt den Preis, Handelsblatt.com, 11.11.2007)
In Japan etwa produzieren acht Nuklearreaktoren fast ausschließlich Energie und Wärme für die Trinkwasseraufbereitung aus dem Meer. (Christian Heinrich, Trinkwassergewinnung: Quelle an der Küste, sueddeutsche.de, 28.8.2008)
Erst kürzlich hat die Regierung beschlossen, bis zum Jahr 2050 insgesamt 500 Atomkraftwerke zu bauen – und auch die werden dann voraussichtlich nur zehn bis zwölf Prozent des Energiebedarfs decken. (Jiangang Li, Leiter des Instituts für Plasmaphysik der Chinesischen Akademie der Wissenschaft und Herr über den Fusionsreaktor Tokamak HT-7 in Hefei, in: Dagny Lüdemann, „In 100 Jahren ist China die führende Forschungsnation“ - Kernfusion in China , Zeit Online, 20.10.2010)
VI:
You can guarantee that mining uranium will lead to nuclear waste. You can’t guarantee that uranium mining will not lead to nuclear weapons. (Anthony Albanese, Australian Labor Party’s environmental spokesman, New York Times, 2.8.2006)
During my 8 years in the White House, every nuclear weapons proliferation issue we dealt with was connected to a nuclear reactor program. Today, the dangerous weapons programs in both Iran and North Korea are linked to their civilian reactor programs. (Al Gore, 19.9.2006)
Die größte Sorge aller Sicherheitskräfte ist, dass innerhalb des terroristischen Netzwerkes ein Anschlag mit nuklearem Material vorbereitet werden könnte … Viele Fachleute sind inzwischen überzeugt, dass es nur noch darum geht, wann solch ein Anschlag kommt, nicht mehr, ob … Es hat keinen Zweck, dass wir uns die verbleibende Zeit auch noch verderben, weil wir uns vorher schon in eine Weltuntergangsstimmung versetzen … Ich schlafe nicht ruhiger seit den Verhaftungen … Einen vollständigen Überblick haben wir auch heute nicht. (Wolfgang Schäuble, zit. in: Schäuble hält Atom-Anschlag für eine Frage der Zeit, Spiegel Online, 15.9.2007)
Die Welt kennt wohl kaum einen brisanteren Stoff als Uran, das Material aus dem „die Bombe“ ist. (Daniel Eckert/Holger Zschäpitz, Uran ist die neue Macht an der Börse, Welt Online, 16.6.2009)
Wir haben die modernsten Zentrifugen der Welt, sie wurden von Brasilien mit brasilianischer Technologie entwickelt. Diese Zentrifugen sind extrem effizient und besitzen einen enormen industriellen Wert. Es gibt daher keinen Grund, warum die Inspektoren sie sehen sollten … Aber das ist eine extrem vertrauliche Angelegenheit, es gibt davon nicht einmal Fotos … Er ist bereits asymmetrisch, er bevorzugt die Atommächte … Er verpflichtet die Atommächte, dass sie abrüsten. In den vergangenen 42 Jahren haben die Atommächte diesen Teil der Abmachung nicht erfüllt: Sie haben ihre Waffen weiterentwickelt, heute sind sie viel effizienter und gefährlicher. Jetzt reden die Atommächte immer nur von der Nichtverbreitungsklausel, nicht von dem Abrüstungsgebot … In Wirklichkeit wollen die Atommächte ihr nukleares und konventionelles Macht-Oligopol festigen. Es wäre von großem Interesse, wenn es auch ein Zusatzprotokoll gäbe, damit die IAEA die militärischen Installationen der Atommächte inspizieren kann. Ob die wohl IAEA-Inspektoren in jeder ihrer Anlagen zulassen würden? … Brasilien hat die sechstgrößten Uranvorkommen der Erde, wir können schon bald an dritte Stelle aufrücken. (Pinheiro Guimaraes, brasilianischer Strategieminister, in: Jens Glüsing, Ärger mit Nuklearbehörde - Baut Brasilien eine Atombombe, Herr Minister?, Spiegel Online, 10.5.2010)
VII:
Das Forschungsprojekt „Pegasus“ ergab nämlich, dass das Erdbeben-Risiko für die fünf Schweizer KKW höher ausfällt als im ersten Moment angenommen … „In der Vergangenheit wurde das Risiko unterschätzt“, bestätigt der Direktor des Schweizerischen Erdbebendienstes (SED), Domenico Giardini. Denn es wurde aufgrund von Parametern errechnet, die aus den 70er-Jahren stammen … „Es sind vor allem unsere Kenntnisse, die sich vertieft haben. Anders als vor 30 Jahren wissen wir heute, dass gewisse Beben bei gleicher Stärke grössere Schäden auslösen können als andere“ … „Dabei ist wichtig zu wissen, dass es einfacher ist, ein neues KKW zu bauen als ein altes zu modernisieren“, erklärt der SED-Direktor. (Luigi Jorio, Wie erdbebensicher sind Schweizer Atomkraftwerke?, swissinfo.ch, 20.7.2007)
Nach der US-Atomaufsichtsbehörde und der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) wird der GAU noch geschätzten 4000 Menschen das Leben kosten. Damals wurde hundertmal so viel Strahlung freigesetzt wie bei den Atombombenabwürfen in Hiroshima und Nagasaki. 350.000 Menschen wurden zwangsumgesiedelt. Nach einem Vierteljahrhundert ist der Verzehr von Lamm aus bestimmten Regionen in Wales - in über 2200 km Entfernung - wegen der Strahlung gesundheitlich noch immer bedenklich. (Al Gore, Wir haben die Wahl , S.155, 2009)
The Chernobyl accident caused damage which went much further than anyone could have imagined up to that point … The range of damage suffered seems almost limitless. No precise figures are available, but the costs of the accident over the last two decades are estimated to have risen to the level of hundreds of billions of dollars. (Julia A. Schwartz, Head of Legal Affairs, OECD Nuclear Energy Agency)
Obwohl die meisten Uran-Kraftwerke gefährdet, sind sie jedoch nicht bestmöglichst für unerwartete Erdbebenereignisse aufgestellt. (A. Röhrbein, EG, Eigenzitat, 2011)
VIII:
1. Deutsche Atomkraftwerke sind die sichersten der Welt. 2. Absolute Sicherheit gibt es nicht. 3. Risiko gehört zum Leben. 4. Ein Fall wie Fukushima könnte in Deutschland nicht passieren. 5. Auch wenn wir aussteigen, sind wir von Atomkraftwerken umgeben. 6. Der Strom kommt nicht aus der Steckdose. 7. Die Chance/das Risiko, dass es zu einem Super-Gau kommt, ist extrem unwahrscheinlich. 8. Fukushima hat für uns überhaupt nichts verändert. 9. Apokalyptiker! Die Menschheit hat ganz andere Sachen überlebt, sie wird auch das überleben. (Frank Schirrmacher, Die neun Gemeinplätze des Atomfreunds - Rhetorik und Realität, Frankfurter Allgemeine/FAZ.net, 28.3.2011)
Im Ort Tsushima, rund 35 Kilometer entfernt von der Atomanlage, wurden beispielsweise bis zu 100 Mikrosievert pro Stunde gefunden. Die maximale Jahresdosis würde dort in acht Stunden erreicht. (Greenpeace fordert Ausweitung der Evakuierungszone auf 40 Kilometer rund um Fukushima Daiichi, Greenpeace.de, 30.3.2011)
Der UNEP-Direktor warnte zugleich vor weiteren schweren Reaktorunfällen. Mindestens 20, 30 Reaktoren der gleichen Bauart wie der Katastrophenreaktor Fukushima seien weltweit in Betrieb, auch in erdbebengefährdeten Gebieten. (Japanische Atombehörde fordert weitere Evakuierungen, Focus Online, 31.3.2011)
Unsere Erdbebenkarten werden von der Realität zu oft widerlegt. Doch die Unsicherheiten der Gefahrenkarten werden der Öffentlichkeit meist vorenthalten. (Seth Stein, Geophysiker von der Northwestern University in Illinois/USA, zit. in: Alex Bojanowski, Erdbebenserie lässt Vogtland zittern - Unterirdischer Vulkan, Spiegel Online, 5.9.2011)
IX:
Ein französischer Kernkraftgegner wurde verhaftet, weil er Geheimdokumente veröffentlichte. Sie weisen darauf hin, dass der Schutz des neuen Reaktortyps EPR vor Terrorangriffen unzureichend ist … Die bessere (und nicht allzu teure) Variante wäre es, Kernkraftwerke mit Strukturen aus Beton zu umstellen, beispielsweise Windräder, die einen Großteil der Energie eines seitwärts vorgetragenen Angriffs abtragen könnten. (Gero von Randow, Terror: AKW in Gefahr?, Zeit online, 19.5.2006)
Hintergrund unseres Schreibens war und ist die »offene Flanke« des AKW auf der zum Rhein gewandten Ostseite des Atomkraftwerks. Ohne große Probleme ist es dort jederzeit möglich, sich mit einem Fahrzeug unbeobachtet den beiden Reaktorblöcken und dem Brennelementezwischenlager zu nähern … Ein jederzeit möglicher Anschlag mit »modernen« panzerbrechenden Waffen auf das AKW Fessenheim hätte verheerende Auswirkungen. Panzer- und bunkerbrechende Waffen aller Art gehören leider schon lange zum gängigen Waffenarsenal im Bereich des Terrorismus und sind auf dem Schwarzmarkt verfügbar … Solange das AKW nicht abgestellt ist, muss es zumindest besser gesichert werden als bisher. (Badisch–Elsässische Bürgerinitiativen/BUND-Regionalverband Südlicher Oberrhein/u.a., AKW Fessenheim & Terrorgefahr, Atomterrorismus: beängstigende Ignoranz der Behörden, vorort.BUND.net, 11.2.2007)
Das Vernebelungskonzept der Kraftwerksbetreiber erhöht nicht die Sicherheit, sondern ist nur der Versuch, eine Schein-Sicherheit aufzubauen, die die Akzeptanz der Atomenergie in der Bevölkerung erhöhen soll … Die Verantwortlichen gestehen mit der Installation der Anlagen das große Terrorrisiko von Atomkraftwerken ein, ohne eine ernsthafte Lösung anzubieten … Der Angriff auf einen Reaktor stellt damit weiterhin ein ernstes Problem dar. (Heinz Smital, Atomexperte von Greenpeace, zit. in: Terrorgefahr für deutsche Atomkraftwerke - Greenpeace-Studie, Welt Online, 3.8.2007)
Denn 2007 änderte das BKA seine Meinung. Ein Anschlag auf deutsche Atomkraftwerke müsse in Betracht gezogen werden, da die „symbolbezogene Anschlagskomponente zugunsten bloßer Vergeltung aufgegeben worden sein könnte“. Fazit: Die Wahrscheinlichkeit von Terror-Anschlägen auf AKW sei zwar als „gering anzusehen, muss aber in Betracht gezogen werden“. (Christoph Landsgesell, Terrorziel Atomkraftwerk: Wird Isar 1 bald vom Netz genommen?, Abendzeitung.de, 17.6.2009)
Nach Erkenntnissen des vom BUND mit einer Untersuchung beauftragten Atomexperten Helmut Hirsch sind Atomkraftwerke durch Terror- und Sabotageakte leicht angreifbar. „Von außerhalb der Anlage können Attacken sowohl aus der Luft als auch vom Boden aus erfolgen“, erklärte Hirsch. Ebenso sei ein Beschuss des Geländes oder der Gebäude mit Geschützen denkbar. Eine besonders große Gefahr gehe zudem von möglichen „Innentätern“ aus. (BUND warnt vor Terrorgefahr - AKWs völlig unzureichend gesichert, sueddeutsche.de, 5.9.2008)
Man muss sich das Tschernobyl-Szenario vorstellen … Nur schlimmer, denn die Bevölkerungsdichte in Westeuropa ist höher … Wenn ein professionelles Team an zwei, drei Stellen Sprengungen vornimmt, kann die Anlage aus dem Ruder laufen. (Henrik Paulitz, Fachreferent für Atomenergiefragen des IPPNW (Ärzte für die Verhütung der Atomkriege), zit. in: Christopher Onkelbach, Atomkraftwerke sind empfindliche Terror-Ziele, Der Westen.de, 15.10.2009)
Wolfgang Liebert, Kernphysiker der TU Darmstadt bestätigt das Risiko. „Wer sich gut auskennt, kann ein Kernkraftwerk empfindlich treffen.” Mache Anlagen beziehen ihr Kühlmittel von außen, etwa über Flussläufe. „Das könnte ein Angriffspunkt sein”, glaubt Liebert. „Wer mit einer Panzerfaust die Sicherheitszentrale eines AKW angreift, hat einen wunden Punkt getroffen.” (Christopher Onkelbach, Atomkraftwerke sind empfindliche Terror-Ziele, Der Westen.de, 15.10.2009)
Wer AKW neu baut oder ihre Laufzeiten verlängert, erhöht die Gefahr eines nuklearen Terroranschlags. (Jürgen Trittin, in: „Atomkraft erhöht die Terrorgefahr“ - Fragen an Jürgen Trittin, n-tv.de, 13.4.2010)
Die Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS) hatte Ende 2002 in zunächst geheimer Studie die Flugzeugabsturzsicherheit der deutschen Atomkraftwerke untersucht. Den gezielten Absturz eines „großen Flugzeuges“ wie des A 340 oder der Boeing-747 würden demnach nicht einmal die neuesten Reaktoren überstehen. Bei den Atomkraftwerken Biblis A, Biblis B, Brunsbüttel, Isar 1, Neckarwestheim 1, Philippsburg 1 und Unterweser drohe dagegen schon beim Aufprall eines „kleinen Flugzeuges“ wie des A 320 eine Kernschmelze. (M.Kreutzfeldt/A.Simon, Zehn Jahre Aufschub für alte Akws - Kein Schutz vor Terror, taz.de, 31.8.2010
Laut Gutachterin Oda Becker, Diplom-Physikerin an der Fachhochschule Hannover, könnten die Schüsse der russischen Panzerabwehrlenkwaffe AT-14 Kornet-E die Stahlbetonwand älterer Reaktorgebäude durchschlagen. Bestückt mit sogenannten thermobarischen Gefechtsköpfen mit enormer hitzeentwickelnder Sprengkraft, könnte es im Inneren des Reaktors zu einer Kernschmelze bei offenem Containment mit katastrophalen Folgen kommen. Die Panzerabwehrlenkwaffe kann vom Boden oder einem Fahrzeug aus bis zu fünf Kilometern Entfernung leicht bedient werden, weist eine hohe Treffergenauigkeit auf und ist nach Greenpeace-Recherchen auf dem grauen Markt erhältlich … Greenpeace hat das vollständige Gutachten heute an das Bundesinnenministerium, das Bundesverteidigungsministerium und das Bundeskriminalamt weiter geleitet. (Sigrid Totz, Super-GAU in AKW durch tragbare Waffensysteme möglich - Greenpeace stellt Studie zu Terrorgefahr durch panzerbrechende Waffen vor, Greenpeace.de, 15.9.2010)
Becker wählte die russische Panzerabwehrlenkwaffe AT-14 Kornet-E, um die Wirkung eines Beschusses zu berechnen. Diese Waffe wird weltweit verkauft … Die AT-14 Kornet-E ist selbst bei Nacht noch auf 3,5 Kilometern Entfernung einsetzbar … Russische Tests, vor Jahren am Modell durchgeführt, zeigten, dass auch ein neuer Reaktortyp dem Beschuss mit modernen Panzerabwehrlenkwaffen nicht standhalten würde … Was Becker jetzt für Greenpeace untersucht und gefunden hat, ist von solcher Brisanz, dass Greenpeace nur eine gekürzte Fassung des Gutachtens veröffentlicht. (Sigrid Totz, Super-GAU in AKW durch tragbare Waffen, Greenpeace.de, 15.9.2010)
Experten weisen zudem darauf hin, dass Terroristen gar nicht bis zum Reaktor vordringen müssen, um einen gefährlichen Störfall auszulösen. „Wer sich auskennt, kann ein Kernkraftwerk auch an anderen Stellen empfindlich treffen“, sagt Wolfgang Liebert, Kernphysiker an der Technischen Universität Darmstadt. Eine Schwachstelle seien zum Beispiel die Leitwarten, von denen aus die Kraftwerke gesteuert werden. Sie sind nicht so gut geschützt wie die Reaktoren. „Wenn die Steuereinrichtung eines Kernkraftwerks beschädigt ist, kann es schnell zu einem Reaktorunfall mit unglaublichen Auswirkungen kommen“, sagt Liebert. (Peter Kremers, Deutsche Meiler – bedingt terrorsicher, Zeit Online, 15.9.2010)
…Beobachtungen einer Krümmel-Anwohnerin. Sie hat erst Jahre später Atomkraftgegner darüber informiert, dass ihr kurz nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 auffällig gekleidete Männer mit einem Fahrzeug vor dem Werkszaun des Akw aufgefallen waren, die Filmaufnahmen der Anlage machten. Die Polizei vor Ort bestätigte diese Aussage. Nach einer unmittelbaren Fahndung nach besagtem Fahrzeug wurde dieses auf dem Hamburger Flughafen wiedergefunden. Einer von drei Insassen des Autos saß zu dem Zeitpunkt bereits in einem Flugzeug mit Ziel in einem arabischen Land, die beiden anderen Personen sollen sich dem Vernehmen nach im Umfeld der Hamburger „Terror-Schläfer“ bewegt haben. Die Polizei fand demnach tatsächlich die Filmkamera und entdeckte darauf Außenaufnahmen des Akw Krümmel. (Schutzbedürftig - Greenpeace klagt gegen Akw Krümmel, Tagesspiegel.de, 15.9.2010)
Die Ertüchtigung der Reaktoren gegen terroristische Bedrohungen ist überfällig. (Emil Schmalfuß, Justizminister von Schleswig-Holstein, zit. in: Schutzbedürftig - Greenpeace klagt gegen Akw Krümmel, Tagesspiegel.de, 15.9.2010)
Das Risiko durch Terrorangriffe ist Bundeskriminalamt und Aufsichtsbehörden lange bekannt, es wird jedoch von der schwarz-gelben Bundesregierung vorsätzlich ignoriert. Profitinteressen der Atomkonzerne sind für Merkel offenbar wichtiger als die Sicherheit der Bürger. (Heinz Smital, Atomexperte bei Greenpeace, zit. in: Sigrid Totz, Super-GAU in AKW durch tragbare Waffen, Greenpeace.de, 15.9.2010)
Es ist vollkommen außer Zweifel, dass jeder Reaktor in Deutschland sich mit Zielwaffen zerstören lässt. (Heinz Smital, Greenpeace-Atomexperte, zit. in: Franz Solms-Laubach, Atomkraftwerke durch Raketen-Werfer gefährdet - Greenpeace-Studie warnt, Bild.de, 16.9.2010)
Becker bezog sich auf Aussagen eines Waffenexperten, wonach panzerbrechende Waffen für Kriminelle zu beschaffen seien. „In der westlichen Welt wird das, was Terroristen haben, können oder wissen, dramatisch unterschätzt“, zitierte Becker den Experten. (Oda Becker, Gutachterin, Fachhochschule Hannover, zit. in: Franz Solms-Laubach, Atomkraftwerke durch Raketen-Werfer gefährdet - Greenpeace-Studie warnt, Bild.de, 16.9.2010)
Im Januar 2003 etwa drangen Aktivisten bis in die Leitwarte des britischen AKWs Sizewell B vor. Im Juni 2010 gelang es Greenpeace, auf das Gelände des schwedischen Atomkraftwerks Forsmark zu gelangen. „Wären das bewaffnete Terroristen gewesen, hätten sie ohne Weiteres ins Innere des Kraftwerks vordringen können“, sagt der schwedische Atomexperte Lars-Olov Höglund … Schon mit vergleichsweise einfachen Sprengwaffen, etwa Gewehrgranaten, könne man die Stromversorgung der Sicherheitssysteme zerstören - ohne einen Fuß auf das AKW-Gelände zu setzen, sagt Höglund. Die einzige Möglichkeit, AKW gegen solche Angriffe zu schützen, sei ein Sicherheitsbereich, der schon außerhalb der Sichtweite des Kraftwerks beginne und von schwerbewaffneten Sicherheitsleuten geschützt wäre - wie es etwa in den USA praktiziert werde … Er warnt seit Jahren davor, dass insbesondere europäische Atomkraftwerke - anders als die wesentlich stärker gesicherten AKW in den USA - enorm verwundbar sind. (Markus Becker, Sicherheitslücken: Experten warnen vor Sprengstoff-Terror gegen Atomkraftwerke, Spiegel Online, 16.9.2010)
Die französischen Sicherheitsbehörden warnen vor einer konkreten Terrorgefahr für ihr Land: Das Risiko eines Attentats habe sich seit Donnerstag noch einmal erhöht, teilte das Innenministerium mit. Der Geheimdienst eines Partnerlandes befürchtet Sicherheitskreisen zufolge einen unmittelbar bevorstehenden Anschlag der Terrorgruppe El Kaida in Frankreich. „Die Bedrohung ist real, unsere Überwachung ist verstärkt“, sagte Innenminister Brice Hortefeux. Das mögliche Ziel eines Anschlags ist laut Innenministerium jedoch unklar. Es gehe nicht in erster Linie nur um das Verkehrssystem … Die französischen Sicherheitsbehörden haben seit der vergangenen Woche eine Reihe von Terrorwarnungen herausgegeben. Der französische Anti-Terror-Chef Bernard Squarcini war besonders deutlich: „Wir rechnen mit Anschlägen auf unserem Territorium.“ (Frankreich befürchtet unmittelbar bevorstehenden Anschlag, AFP, 20.9.2010)
Der deutsche BKA-Chef Jörg Ziercke teilte am 5. September dem „Tagesspiegel“ mit, dass seit Anfang 2009 eine wachsende Anzahl in Deutschland Ansässiger in Terrorausbildungscamps war und heute 131 von ihnen als „potenzielle Anstifter“ eingestuft werden müssen. 70 von ihnen sollen das paramilitärische Training abgeschlossen und 40 auch Kampferfahrung an der Seite der Aufständischen in Afghanistan gesammelt haben. (David Ignatius, Ex-Chefredakteur der International Herald Tribune, Terrorismus als Teil des modernen Lebens, Wiener Zeitung, 23.9.2010)
Ungeschützte Land-, Wasser- und Luft-Zugänge: unzählige Terroranschlagspforten bei den atomaren Infrastrukturen. Ein ungesichertes Urankraftwerk zum Absturz zu bringen ist in der Ausführung um mindestens den Faktor 100 einfacher als die Anschläge vom 11.September. Anreiz für (Gelegenheits-)Terroristen in die Geschichtsbücher einzugehen? (A.Röhrbein, EG/Eigenzitat, 27.9.2010)
Für kühle Analytiker existieren überhaupt keinerlei Zweifel: ab einer gewissen Zuspitzung der Lage werden Attentäter - welcher Coleur auch immer - auf die ungeschützten und quasi unschützbaren Urankraftwerke losgehen! (A.Röhrbein, EG/Eigenzitat, 28.9.2010)
X:
Atomkraft? Ja, Bitte! Mein Strom - mein Müll. Atommüll dezentral endlagern - jeder kann helfen. Atommüll im Eigenheim endlagern. (Extra 3/NDR.de, 7.2008; Einverständniserklärung: )
Es ist schon ein großes Programm, die bisherigen Atomanlagen stillzulegen. (Pascal Husting, Generaldirektor Greenpeace Frankreich, zit. in: „Es wird noch zwei Jahrzehnte dauern“, taz.de, 25.11.2009)
XI: Fusion
Tritium aber ist radioaktiv und muß zudem noch im Reaktor aus Lithium hergestellt, „erbrütet“ werden. Und auch Lithium ist kein harmloses Stoffchen: Es brennt, sobald es mit Luft (!) in Berührung kommt, reagiert heftig mit Wasser und sogar wasserhaltigem Beton. Ein Lithiumbrand könnte aufgrund der hohen Flammtemperaturen sogar das radioaktive Strukturmaterial zum Verdampfen bringen … Fusionsbefürworter relativieren diese Schwierigkeiten meist mit dem Verweis auf die nahezu unbegrenzte Verfügbarkeit der Brennstoff-Ausgangsprodukte. Aus Japan kommt jedoch eine Untersuchung, die mit dieser Behauptung hart ins Gericht geht. Atsushi Tsuchida vom Institut für physikalische und chemische Forschung in Tokio weist darauf hin, daß Japan zum Beispiel keine Lithiumreserven habe, den unverzichtbaren Stoff zum Erbrüten von Tritium. Und die vorgeschlagene Gewinnung von Lithium aus Seewasser erfordere, wie die Herstellung der vielen anderen Spezialmaterialien auch, erst einmal große Ölreserven. Vollends problematisch wird die Bereitstellung der zehn Kilogramm Tritium, die zum Start eines Tokamaks benötigt werden und nicht im Reaktor erbrütet werden können. Schwerwasserreaktoren produzieren derzeit etwa 230 Gramm Tritium pro Jahr. Zehn solcher Reaktoren, rechnet Tsuchida, müßten sechs Jahre voll unter Dampf stehen, um das nötige Ausgangsmaterial für einen Fusionsreaktor herzustellen. (Ulrich Schnabel, Ungebändigtes Sonnenfeuer, Die Zeit, Nr.31, 24.7.1987)
Die Fusion können wir uns absolut sparen, wenn sie uns nur wieder große, komplizierte Kernanlagen mit den gleichen Standort-, Genehmigungs-, Investitions-, Abfall- und Akzeptanzproblemen bringt, wie wir sie von den Kernanlagen kennen. Wir brauchen etwas anderes: eine wirkliche Alternative und keine neue Spielform der Kernenergie. (C. P. Ashworth, Direktoriumsmitglied des amerikanischen Energiegiganten Pacific Gas and Electric, zit. in: Ulrich Schnabel, Ungebändigtes Sonnenfeuer, Die Zeit, Nr.31, 24.7.1987)
Der Internationale Thermonukleare Experimentalreaktor (Iter), an dem EU, China, Russland, Südkorea, die USA und Japan beteiligt sind, soll bis 2014 fertiggestellt sein. (Bau des Fusionsreaktors Iter - Jubel in Frankreich, Kritik von Umweltschützern, Spiegel Online, 28.6.2005)
Bedrohung durch Erdbeben? … Umweltschützer warnen vor strahlenden Abfällen und möglichen Erdbeben am geplanten Standort … Ob der Reaktor am Ende am richtigen Platz steht, ist selbst in Frankreich umstritten. Der Bauplatz liegt in einem erdbebengefährdeten Gebiet … Denn Cadarache liegt in der Nähe zur geologischen Bruchlinie zwischen der afrikanischen und der arabisch-türkischen Platte. „Afrika drückt und schiebt“, erklärt der Geologe Jacques Muller vom Forschungsinstitut CNRS. Die afrikanische Platte drückt hier jährlich mehr als einen Zentimeter nach Norden … Selbst bei einem „Gau“ wäre eine Evakuierung der Bevölkerung nicht nötig. (Bau des Fusionsreaktors Iter - Jubel in Frankreich, Kritik von Umweltschützern, Spiegel Online, 28.6.2005)
Risque sismique:
Le site de Cadarache est situé sur la faille d’Aix-en-Provence - Durance, de direction NNE-SSW, la plus active de France, et à proximité d’une autre, celle de la Trévaresse, de direction E-W, qui a engendré le plus grave séisme jamais enregistré en France, le Séisme de 1909 en Provence.
Selon l’Autorité de sûreté nucléaire, 6 installations du Centre devront être arrêtées pour non conformité aux normes antisismiques actuellement en vigueur:
1.→ l’atelier de Technologie du Plutonium 2002 (fermé en 2003);
2.→ la station de traitement des déchets et effluents 2006
3.→ Le magasin central des matières fissiles 2010;
4.→ le parc d’entreposage des déchets 2015;
5.→ le laboratoire d’examen des combustibles actifs 2015;
6.→ l’entreposage Pégase 2015.
Selon le CEA - exploitant le site de Cadarache - certains bâtiments, conformes aux normes sismiques de l’époque, doivent être rénovés pour faire face à l’évolution des normes, mais le risque sismique est pleinement pris en compte dans la conception du projet ITER.
(Centre de Cadarache, Wikipédia/fr.wikipedia.org)
Im ATPu („Atelier de Technologie du Plutonium“) wurden bis 2003 plutoniumhaltige Brennelemente (MOX-Brennelemente) für Leichtwasserreaktoren hergestellt. Aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Erdbebensicherheit wurde der kommerzielle Betrieb inzwischen eingestellt und zur Melox-Anlage nach Marcoule verlagert. (Cadarache, Wikipedia/de.wikipedia.org)
„Bei unseren Untersuchungen gingen wir von vier technisch unterschiedlich ausgereiften Kraftwerksmodellen mit einer elektrischen Leistung von 1500 Megawatt aus“, sagt der Münchener Plasmaphysiker Karl Lackner. Während die Anlagen A und B verglichen mit „Iter“ am wenigsten weit in die Zukunft reichten, unterstellten die Forscher für die visionären Projekte C und D schon deutlich größere Fortschritte in der Plasmaphysik … Bestnoten geben die Experten den Anlagen auch hinsichtlich ihrer Kosten. So entsprächen die Kraftwerkstypen A und B mit Stromproduktionskosten von fünf bis zehn Cent je Kilowattstunde den Werten von umweltfreundlichen Energietechniken. (Ralph Sommer, Kernfusion-Studie: Nutzung des Sonnenfeuers wäre sicher, Spiegel Online, 5.2.2006)
„Natürlich gibt es ein Risiko-Element dabei“, sagte Hartmut Zohm vom Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching zu „Science“. „Ich bin zu über 90 Prozent zuversichtlich, dass wir ein Fusionsplasma erzeugen werden. Aber ich bin mir viel unsicherer, ob daraus ein brauchbarer Fusionsreaktor wird.“ (Fusionsreaktor ITER: 10 Milliarden Euro für das teuerste Experiment auf Erden, Spiegel Online, 21.11.2006)
Die Sache könnte sich durchaus als Sackgasse erweisen - zu schwierig, zu kompliziert, zu teuer. Denn wir haben schlicht noch keine Erfahrung mit einem brennenden Plasma. (Bill Spears, Iter-Physiker, zit. in: Frank Grotelüschen, Reaktionen vom Inneren der Sonne im Pinienwald, TagesAnzeiger.ch, 21.11.2006)
«Wenn sie funktioniert, hat die Fusion als Energiequelle gewichtige Vorteile», meint Iter-Physiker Jean-Marc Ané. «Die Brennstoffe sind frei verfügbar, und es gibt sie überall». Schweren Wasserstoff kann man aus Wasser extrahieren. Lithium, das als Ausgangsstoff für den überschweren Wasserstoff dient, lässt sich aus Steinen gewinnen. Ein praktisch unerschöpflicher Brennstoff. Der Inhalt von drei Flaschen Mineralwasser und zwei Steinen würde reichen, um eine vierköpfige Familie für ein Jahr mit Energie zu versorgen. (Frank Grotelüschen, Reaktionen vom Inneren der Sonne im Pinienwald, TagesAnzeiger.ch, 21.11.2006)
Das unendliche Wenn-Traum(a)land des Fusionismus. (A. Röhrbein, EG/Eigenzitat)
In einem magnetischen Käfig müssen dabei Temperaturen von weit über 100 Millionen Grad Celsius erzeugt und der Brennstoff berührungslos in der Brennkammer eingeschlossen werden. Für diesen Vorgang wird viel Energie benötigt: etwa 500 Megawatt Strom für eine Zeitspanne von etwa 10 Sekunden, um den Reaktor anzufahren, danach werden weitere 50 Megawatt für etwa 12 Minuten zur Erhitzung des Plasmas benötigt und für den dauernden Betrieb weitere 120 Megawatt Strom. (Ralf Streck, „Eigentümliche Dosis an Optimismus“, Telepolis/heise.de, 22.11.2006)
Für den Betrieb von Fusionskraftwerken bedarf es demnach stabiler Netze und ein gewisses Maß an Schattenkraftwerken. (A. Röhrbein, EG/Eigenzitat)
Es braucht eine eigentümliche Dosis an Optimismus, um sich vorzustellen, dass die industrielle Nutzung der Fusion in weniger als 50 Jahren zur Verfügung steht. (Edouard Brézin, Physiker, Präsident der frz. Akademie der Wissenschaften, zit. in: Ralf Streck, „Eigentümliche Dosis an Optimismus“, Telepolis/heise.de, 22.11.2006)
Andere, wie der ehemalige französische Wissenschaftsminister, gehen in ihrer Kritik noch weiter. Claude Allègre hält den ITER für ein „Prestigeprojekt“, das „wenig Aussicht auf Erfolg hat“. Ähnliches befürchten auch der Physiknobelpreisträger Pierre-Gilles de Gennes und sein japanischer Preiskollege Masatoshi Koshiba. (Ralf Streck, „Eigentümliche Dosis an Optimismus“, Telepolis/heise.de, 22.11.2006)
Man rechnet damit, dass in einem zukünftigen Fusionsreaktor jährlich zwei Gramm Tritium entweichen. Die Emissionen würden im Normalbetrieb so hoch sein, dass die Strahlenschutzauflagen nur mit besonderen Maßnahmen - dem Bau eines 200 Meter hohen Kamins und der Einzäunung des Geländes im Umkreis von zwei Kilometern - einhaltbar sein werden. (Martin Kalinowski, Direktor des Carl Friedrich von Weizsäcker-Zentrums für Naturwissenschaft und Friedensforschung der Uni Hamburg, zit. in: Horst Güntheroht, Kernfusion - Die Sonne im Tank, stern.de, 20.12.2006)
Cadarache ist erdbebengefährdet. Speziell bei Iter könnte sich noch ein weiteres Problem einstellen. Cadarache liegt nahe einer tektonisch aktiven Bruchzone, unweit der Nahtstelle der eurasischen und der afrikanischen Platte. „Afrika drückt und schiebt“, sagt Geologe Jacques Muller vom französischen Forschungsinstitut „Centre National de la Recherche Scientifique“, der Boden sei hier „besonders instabil“. Etwa alle einhundert Jahre rechnen die Forscher in dieser Gegend mit einem schweren Beben. Das bislang letzte ereignete sich im Jahre 1909 und hatte eine Stärke von 6,2 auf der Richterskala. 49 Bewohner der Region kamen ums Leben. (Horst Güntheroht, Kernfusion - Die Sonne im Tank, stern.de, 20.12.2006)
Die Sonne ist ein gewaltiges Kraftwerk … Forscher wollen die Kernfusion auch auf der Erde nutzen - als umweltfreundliche Energiequelle … Zwei Liter Wasser und ein halbes Pfund Gestein enthalten die Rohstoffe für den jährlichen Stromverbrauch einer ganzen Familie … Deuterium ist in gewöhnlichem Wasser enthalten, Tritium produziert der Reaktor aus Lithium selbst, das in Gestein enthalten ist … der Brennstoff muss ständig nachgefüttert werden … Langfristig könnte die Fusion durchaus zum Klimaschutz beitragen … „Die Fusion kann wesentlich zur Stromversorgung in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts beitragen“, sagt Alexander Bradshaw, wissenschaftlicher Direktor am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP), Deutschlands größtem Zentrum für Fusionsforschung. (Till Mundzeck, Kernfusion - Sonnenfeuer auf Erden, stern.de, 17.5.2007)
Grund für die höheren Kosten und den verzögerten Zeitrahmen seien „wichtige Änderungen am Design“ sowie „die Koordinierung der Partnerländer“, schreibt „Nature“. So müsse unter anderem das Gebäude erdbebensicher gemacht werden. (Fusionsreaktor „Iter“ angeblich vor Kostenexplosion, Spiegel Online, 11.6.2008)
Schließlich ist das Potenzial dieser Maschine enorm: Sie könnte eine Energiequelle erschließen, die hocheffizient ist und zugleich sauber … Eine Energiequelle, die sicher sein soll, unerschöpflich und Klima schonend … Octavi Quintana Trias, Forschungsdirektor von Euratom: „Schließlich ist das Potenzial dieser Maschine enorm: Sie könnte eine Energiequelle erschließen, die hocheffizient ist und zugleich sauber“ … sie machten eine unliebsame Entdeckung: Das heiße Plasma greift die Wände des Reaktors stärker an als ursprünglich angenommen … auch die atomrechtliche Genehmigung ist offenbar aufwändiger als angenommen. (Frank Grotelüschen, „Das Sonnenfeuer auf die Erde holen“, Deutsche Welle/dw-world.de, 30.9.2008)
Wer noch an die Mondlandungen glaubt, kann auch noch von der Kernfusion träumen. (A.Röhrbein, EG, Eigenzitat, 2009; )
In diesem Sommer startet der Bau des Fusionsreaktors „Iter“ - Forscher versprechen sich davon nicht weniger als die Lösung der Energieprobleme. Es klingt wie eine Wundermaschine: ein Kraftwerk, das nach dem Vorbild der Sonne sauber und ungefährlich arbeitet und als unerschöpfliche Energiequelle das Versorgungsproblem der Menschheit lösen könnte. Mit zwei Litern Wasser und einem Gesteinsbrocken soll der Jahresenergiebedarf einer ganzen Familien gedeckt werden. (Karin Krichmayr, Die Sonne auf die Erde holen, derStandard.at, 7.4.2009)
Zum einen sind die Rohstoff- und Energiepreise in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Und bei Iter geht es ja auch wirklich um Tausende Tonnen von speziellen Stahllegierungen zum Beispiel, die dort verbaut werden sollen. Das haut natürlich ins Kontor. (Frank Grotelüschen, Wissenschaftsjournalist, in: Ralf Krauter, Verzögerte Fusion: Experimentalreaktor Iter wird erst 2026 zünden, Deutschlandfunk/dradio.de, 18.6.2009)
Das Vorbild ist die Sonne … »Mit der Inbetriebnahme ist Ende 2018 zu rechnen«, sagt Sabina Griffith, Pressesprecherin von Iter … Der Reaktor sei gegen Erdbeben, Lecks im System oder auch Terrorangriffe gewappnet … Im gesamten Reaktor befinden sich nur 700 Gramm Tritium … Deuterium - auch schwerer Wasserstoff genannt - kann einfach aus Wasser gewonnen werden. Das radioaktive Tritium muss hingegen über eine Kernreaktion erst erzeugt werden: Mit dem Neutron aus der Fusionsreaktion kann Tritium aus Lithium erbrütet werden. Lithium ist recht gleichmäßig in der Erdkruste verteilt. Die in zwei Litern Wasser und einem Kilogramm Gestein zu findenden Mengen an Deuterium und Lithium entspricht etwa der in 1000 Litern Öl steckenden Energie. Die Rohstoffe für die kontrollierte Kernfusion sind weltweit zugänglich und preiswert … Kann immer genügend Tritium erbrütet werden, sodass sich der Betrieb aufrechterhalten lässt? Und ist der Aufwand am Ende vielleicht so groß, dass die Sache zwar technisch klappt, aber unwirtschaftlich ist? (Jenna Behrends, Forscher bauen Kraftwerk nach Vorbild der Sonne, Welt Online, 14.10.2009)
„Deutschland fehlt ein energie- und klimapolitisches Gesamtkonzept“, sagte der Kernfusionsexperte Martin Keilhacker, ehemaliger Leiter des europäischen Fusionslabors Jet in Oxfordshire. Zudem werde für die langfristige Energieforschung zu wenig Geld ausgegeben, weil die Politik schnelle Lösungen wolle. „Da wird zu früh in Marktentwicklungen investiert“, klagt der Leiter des DPG-Arbeitskreises Energie. (Holger Dambeck, Physiker fordern Neubau von Atomkraftwerken - Energie für Deutschland, Spiegel Online, 17.3.2010)
Das Milliardenschwere Projekt spaltet Europa … Der erste industriell einsetzbare Fusionsreaktor nach dem Iter-Modell dürfte frühestens 2060 stehen, die weltweite Verbreitung erst gegen Ende des Jahrhunderts folgen. Nach den jüngsten Kosten- und Terminkorrekturen sind selbst diese Zeitangaben aber mit Vorsicht zu genießen. (Stefan Brändle, Reakter ITER: Kostenexplosion statt Kernfusion, Frankfurter Rundschau/fr-online.de, 14.5.2010)
Das teuerste Experiment der Menschheit steht auf der Kippe … „Nach allem, was man bisher weiß, ist das ein Schachmatt“, sagt Michael Dittmar, Teilchenphysiker an der Eidgenössisch-Technischen Hochschule in Zürich. So wird für die Reaktoren Tritium als Brennstoff benötigt. Der Stoff muss künstlich hergestellt werden. Das passiert etwa in Schwerwasserreaktoren in Kanada. „Wenn Sie aber die gesamte Tritiumproduktion weltweit bis 2025 zusammenzählen, dann kommen Sie auf etwa 27 Kilogramm“, sagt Dittmar. Ein Fusionsreaktor allein brauche 200 Kilogramm – pro Jahr. (Kai Kupferschmidt, Megaprojekt ITER: Riesenreaktor in Nöten, Tagesspiegel.de, 28.5.2010)
Ich würde sagen, wir können eher eine bemannte Raummission zur Venus schicken als einen kommerziellen Fusionsreaktor bauen … Ich rechne nicht damit, dass die Kernfusion jemals zur Energieversorgung beiträgt … Entscheidend ist aber die Verheißung, dass die Kernfusion irgendwann unbegrenzt sichere Energie liefert. Mit diesem Versprechen machen die Forscher das viele Geld frei. Wenn die Wissenschaftler ihre Arbeit ehrlicherweise als reine Grundlagenforschung deklarieren würden, käme es nie zu diesem Förderungsniveau. Ich plädiere absolut für das Bekenntnis zur Grundlagenforschung. Dann wäre man auf ehrlichem Boden … Ich würde sagen, sie blenden. Die Politik wird geblendet durch Träume, die sich so nicht realisieren lassen. Wir sehen doch, wie weit wir immer noch vom Durchbruch entfernt sind, nach vielen Jahrzehnten der Versprechungen. Es gibt immer mehr Zwischenprojekte. Auch ITER wäre noch sehr weit von irgendeinem Nutzen entfernt … Paradox erscheint, dass das Ferne oft mehr verzaubert als das Naheliegende. Neuland zu betreten, fasziniert Menschen und Politiker, ohne dass sie abschätzen können, wie dornig der Weg dorthin ist.
(Heinz Smital, Kernphysiker vom Institut für Radiumforschung und Kernphysik der Universität Wien, arbeitete selbst an myoniduzierter Kernfusion, in: Alexander Wragge, ITER - „Kernfusionsforscher blenden die Politik“. Interview mit Kernphysiker Heinz Smital, EurActiv.de, 15.6.2010)
Einige Mitglieder sollen sogar schon bei der EU-Kommission angefragt haben, wie teuer ein Ausstieg würde … wenn die Maschine eines Tages tatsächlich steht, müssen die Forscher erst einmal beweisen, dass sich aus der Fusion Energie gewinnen lässt. Das ist hoch kompliziert: Der Brennstoff, ein Gemisch aus den schweren und superschweren Wasserstoffsorten (Isotopen) Deuterium und Tritium, muss auf bis zu 200 Millionen Grad erhitzt werden … 3,3 Milliarden Euro investierte Deutschland seit 1974, allein in diesem Jahr sind es 135 Millionen, ein Drittel des Energieforschungsetats … Auch wenn alles klappt wie vorgesehen, könnten Fusionskraftwerke erst ab 2075 einen bedeutenden Teil des Energiebedarfs decken, schätzt die Iter-Organisation selbst. Manche aus der Fusionsgemeinde verlieren angesichts dieser – noch recht optimistischen – Prognose die Geduld. (Stefanie Schramm, Sonnenfeuer auf Sparflamme - Forschungsreaktor auf Sparflamme, Die Zeit, Nr.25, 17.6.2010)
Wenn Fusionskraftwerke irgendwann machbar sind, gibt es für sie womöglich gar keinen Platz mehr im Energiemarkt. (Wolfgang Liebert, Sprecher der Interdisziplinären Arbeitsgruppe für Naturwissenschaft, Technik und Sicherheit an der TU Darmstadt, in: Stefanie Schramm, Sonnenfeuer auf Sparflamme - Forschungsreaktor ITER, Die Zeit, Nr.25, 17.6.2010)
“‚Augen zu und durch‘ scheint das Motto der verschworenen Fusionsgemeinschaft zu sein“, so Harms in einer Erklärung … „Seit Jahrzehnten ist die zuverlässige Konstante der Fusionsforschung die regelmäßige und extrem lange Verzögerung“, kritisiert nun Harms. „Die Erklärung des ITER-Rates, man könne möglicherweise den Deutrium-Tritium-Einsatz statt im März 2027 schon einige Monate früher starten, belegt einmal mehr, dass die Verantwortlichen sich weiter in die Welt des Surrealen verabschieden“ … Eine verschwenderische Ausgabe wie die für ITER ist erst recht in Zeiten knapper Kassen nicht zu verantworten“. Vor Beginn der eigentlichen Baumaßnahmen sei jetzt womöglich der „letzte Moment, den Unsinn zu stoppen“. (Harms: ITER-Rat in der „Welt des Surrealen“, EurActiv.de, 29.7.2010)
Wir haben von nun an eine sehr solide Basis, um das Programm voranzutreiben. (Jewgeni Welichow, Präsident des ITER-Rates, in: Harms: ITER-Rat in der „Welt des Surrealen“, EurActiv.de, 29.7.2010)
Es ist ein historischer Moment: Wir stehen hier auf dieser leeren Fläche, wo wir in 20 Jahren hoffentlich bewiesen haben werden, dass die Fusion als Energiequelle taugt. Und wenn das Ganze funktioniert, haben wir eine absolut saubere Energie, mit nahezu unbegrenzten Rohstoffen, die uns für Zehntausende von Jahren mit Energie versorgt. Ich bin mir sicher: Wir stehen hier an einer Stelle, an der etwas beginnt, was großen Einfluss haben wird auf die Zukunft der Menschheit! (Neil Calder , „gehört zum Team von Iter“(?), zit. in: Frank Grotelüschen, Teurer Schmelztiegel - Warum der Fusionsreaktor Iter mehr Geld verschlingt als geplant, Deutschlandfunk/dradio.de, 8.8.2010; )
When it is switched on for the first time, it will produce 500 MW of thermal energy, from which it will generate nearly 200 MW of electricity… . (Harry de Quetteville, Fusion research at Iter - unlocking the power of the sun, Telegraph.co.uk, 10.8.2010)
Was bitte sollen/wollen wir mit diesem Wärme-Strom-Output-Verhältnis anfangen? (A. Röhrbein, EG/Eigenzitat)
…le coût prévisionnel de construction d’Iter venant de passer de 5 à 15 milliards d’euros … C’est exactement la catastrophe que nous redoutions. Il est grand temps d’y renonce. (Charpak/Treiner/Balibar, Nucléaire - arrêtons Iter, ce réacteur hors de prix et inutilisable, Libération.fr, 10.8.2010)
Man solle zugeben, dass das „pharaonische“ Projekt die Erwartungen nicht erfüllen werde. Der geplante Versuchsreaktor sei „unerschwinglich und nicht funktionstüchtig“. Die Forscher zweifeln die technische Umsetzbarkeit des Projektes an. Von einem Prototyp für ein Kraftwerk sei man weit entfernt. (Harte Kritik an Kernfusions-Projekt: Nobelpreisträger fordert Ende für ITER, EurActiv.de, 10.8.2010)
Namhafte Wissenschaftler haben den Verzicht auf den milliardenschweren internationalen experimentellen Atomfusionsreaktor gefordert … Durch die voraussichtlich von fünf auf 15 Milliarden Euro gestiegenen Baukosten würden zahlreiche andere, wichtigere Forschungsprojekte gefährdet. (Wissenschaftler fordern Stopp des Fusionsreaktors, Welt Online, 11.8.2010)
Die Kernfusion könnte ab 2050 Grundlage der Stromversorgung sein. Unser Zentralgestirn macht vor, wie es geht … Die besten Argumente hierfür liefert die Sonne. Denn in ihrem Zentrum funktioniert diese Technik bereits seit mehr als vier Milliarden Jahren. (Roland Knauer, Großprojekt ITER: Das Feuer der Sonne auf die Erde holen, Tagesspiegel.de, 19.9.2010)
…die Isotope des Wasserstoffs Deuterium und Tritium. Diese Isotope müssen in einem Reaktor auf mindestens 100 Millionen Grad erhitzt werden und eine extreme Dichte erreichen – denn nur in diesem Zustand (Plasma) kann eine Fusionsreaktion beginnen … Dabei halten supraleitende Magnetspulen das heiße Plasma im Inneren des Reaktors stabil. In den Magnetspulen wird Strom induziert, der das Plasma aufheizt. Allerdings müssen andere Heizmechanismen hinzukommen, damit die für die Fusion notwendigen 100 Millionen Grad Celsius erreicht werden … Und gleichzeitig müssen Sie die Supraleiter im inneren des Reaktors auf minus 269 Grad Celsius herunterkühlen. (Dagny Lüdemann, „In 100 Jahren ist China die führende Forschungsnation“ - Kernfusion in China , Zeit Online, 20.10.2010)
Sie dürfen nicht vergessen, dass Chinas Regierung zehn Mal mehr Geld in die Entwicklung und den Ausbau erneuerbarer Energien, wie Solar- oder Windenergie, steckt als in die Kernfusion. (Jiangang Li, Leiter des Instituts für Plasmaphysik der Chinesischen Akademie der Wissenschaft und Herr über den Fusionsreaktor Tokamak HT-7 in Hefei, in: Dagny Lüdemann, „In 100 Jahren ist China die führende Forschungsnation“ - Kernfusion in China , Zeit Online, 20.10.2010)
Es kann nicht im Sinn der Bevölkerung sein, dass Gelder für die Sicherstellung der Lebensmittelversorgung abgezogen und in die Atomforschung investiert werden. (Elisabeth Köstinger, Agrarsprecherin der ÖVP im Europaparlament, in: Köstinger verlangt: Nuklearforschung darf nicht EU-Agrarbudget verbrennen, Österreichische BauernZeitung/bauernzeitung.at, 20.10.2010)
L’illusion tragique. (Claude Allègre, Iter ou l’illusion tragique, Slate.fr, 24.10.2010)
Die Sonne auf die Erde holen? Was für ein PR-Euphemismus: Weder hat es auf der Sonne annähernd 200 Millionen Grad, weder hat es dort irgendwo minus 269 Grad, noch vollzieht die Sonne ihre Fusion mit den beiden schweren Wasserstoffvarianten Deuterium und Tritium und müsste dafür diese Brennstoffe zuvorderst noch selber produzieren. In Wirklichkeit träumen Techno-Phantasten von einem künstlichen TurboSonnen-Wunder. (A. Röhrbein, EG/Eigenzitat, 31.10.2010)
Würden die Physiker sagen, dass da noch sehr viel mehr Geld fließen muss, bis wir irgendwie in die Nähe einer Anwendung kommen, die dann auch kaum wirtschaftlich sein wird, würden sich die Politiker schneller abwenden. Es werden Teilergebnisse so positiv geschildert, dass die Politik am Angelhaken bleibt … weil man Geld nur einmal ausgeben kann. Wenn Geld im Überfluss vorhanden wäre, könnte man Kernfusion als interessantes Projekt betreiben. Aber wenn man die Energieversorgung künftig sicherstellen will, muss man in erneuerbare Energien investieren … Bei ITER haben wir frühestens ab 2050 eine kommerzielle Perspektive. Es ist unwahrscheinlich, dass man bis dahin den dornigen Weg gehen kann. Kanada ist bereits aus einem Kernfusionsprojekt ausgestiegen. Irgendwann wird man sagen, dass man sich so ein Luftschloss nicht mehr leisten kann. (Heinz Smital, Greenpeace, in: Christiane Schulzki-Haddouti, Über das Luftschloss Kernfusion - „Teures Spielzeug für einen elitären Kreis“. Interview mit Heinz Smital von Greenpeace, Telepolis/heise.de, 10.2.2011)