Peak Uran: Nachrichten bis 2008

2008:

2.Hj.:

  • Reaktor wird zum Geldgrab für Areva ☛ „Ursprünglich war die Fertigstellung für 2009 versprochen - diesen Termin haben die Verantwortlichen schon um drei Jahre nach hinten geschoben. Die Verzögerung kostet Areva empfindliche Strafzahlungen. ‚Die Fertigstellung ist selbst 2012 nicht mehr sicher‘, urteilen nun die Analysten … Frankreichs weltweite Atomoffensive erlebt derzeit eine Reihe von Rückschlägen … Zuletzt hatte eine Entscheidung in Südafrika den Exporthoffnungen der Franzosen einen Dämpfer versetzt: Vor zwei Wochen hatte der dortige staatliche Stromlieferant beschlossen, das ehrgeizige Atomprogramm des Landes zunächst zu stoppen“, FTD, 23.12.2008
  • Baby Nukes ☛ „But, before you get too excited, remember that the nuclear industry has been down this path before: in 1954, Lewis Strauss, then-Chairman of the U.S. Atomic Energy Commission, hinted that nuclear energy would in the not-too-distant-future make electricity ‚too cheap to meter‘. We’re still waiting“, cleantechblog.com, 22.12.2008
  • Atomstrom für alle? Kernreaktoren für die Dritte Welt ☛ „Für viele Netze sind jedoch die riesigen Reaktoren der Industrienationen schlichtweg zu groß. Für den kleineren Bedarf entwickelt eine südafrikanische Firma einen Kugelhaufenreaktor … Letztendlich wollen wir die Temperaturen so weit erhöhen, dass wir mit dem PBMR in die Wasserstoffwirtschaft einsteigen können. Wir arbeiten an Konzepten für die Meerwasserentsalzung, zur Herstellung von Kohlenwasserstoffen aus Kohle oder um das Öl aus den kanadischen Ölsanden zu holen. Aber zunächst wollen wir 2010 den Prototyp in der Nähe von Kapstadt bauen, um Strom zu erzeugen. Es geht um den Nachweis, dass der nukleare Teil der Technologie sicher sind“; Atomstrom für alle und alles (EG), Deutschlandfunk, 28.11.2008
  • Hyperion - das Mini-AKW für den Hausgebrauch ☛ „Demnächst soll das Atomkraftwerk für den Hausgebrauch massenhaft hergestellt werden. Zwischen 2013 und 2023 will die Hyperion Power Generation 4000 der Mini-Meiler herstellen und verkaufen. Angeblich sind sie absolut sicher, nahezu wartungsfrei und sollen ganze Kleinstädte mehrere Jahre lang mit Strom und Wärme versorgen können“, wendland.net, 15.11.2008
  • Tausende Mini-Atommeiler sollen Großkraftwerke ersetzen ☛ „Sieht so die Energie-Revolution aus? … ist eine Zulassung durch die Nuclear Regulatory Commission 2012 möglich. Dann soll auch die Serienproduktion der Meiler starten … Zwar könnte das Uranerz dank der umstrittenen Wiederaufarbeitung und Brutreaktoren bis zu 30 Mal länger reichen als beim ausschließlichen Einsatz von Leichtwasserreaktoren. Doch beim ‚Hyperion‘-Reaktor würde diese Technik nicht funktionieren, wie Weßelmann betont: ‚Bei einer so langen Betriebszeit des Brennstoffes, wie sie in den Kleinreaktoren vorgesehen ist, wäre eine Wiederaufarbeitung unmöglich‘“, Spiegel, 13.11.2008
  • Libyen und Russland schliessen bei Al-Gaddafi-Besuch Atomabkommen ☛ „Nach libyschen Angaben handelt es sich um ein Kooperationsabkommen für zivile Atomtechnik. Zudem wurde über Energie- und Rüstungsgeschäfte verhandelt … Al-Gaddafi sagte, seine Gespräche mit Putin und Präsident Dmitri Medwedew hätten zur Wiederherstellung des ‚geopolitischen Gleichgewichts‘ in der Welt beigetragen“, swissinfo.ch, 2.11.2008
  • Mit Atomkraft in eine saubere und sichere Welt ☛ „Das US-Unternehmen Hyperion Power Generation will 2013 die ersten mobilen Mini-Atomkraftwerke ausliefern … Die dort entwickelten Module sollen mit einem Zug, Lastwagen oder Schiff zu transportieren und schnell einzusetzen sein – im Gegensatz zu den ‚traditionellen Kernkraftwerken‘, die mehr als zehn Jahre benötigen, um ans Netz zu gehen. Die ca. 2 Meter hohen Einheiten, die 15-20 Tonnen wieg … dass 4.000 Reaktoren der ersten Generation gebaut werden sollen, wobei er einen viel höheren Bedarf sieht“, Telepolis, 23.10.2008
  • Florida: Progress Energy OK'd To Bill For New Nuke Project ☛ „The two-reactor project, if approved by federal regulators, would begin generating electricity in 2017. Together, the reactors would generate up to 2,200 megawatts of electricity, enough power for nearly 1.4 million Florida homes. The $17 billion project was approved by state regulators in July … The new reactors, the utility said, would lower consumer fuel costs by $1 billion a year“, The Tampa Tribune, 14.10.2008
  • Lithuania wants EU aid or will keep nuclear plant ☛ „Lithuania agreed under its EU entry treaty to close Ignalina, which has the same kind of reactors as at Chernobyl in Ukraine, where the world’s worst nuclear disaster happened in 1986 … He declined to say how much Lithuania wanted from the EU, but Baltic news agency BNS quoted him as saying the sum could be up to 1 billion euros ($1.37 billion), otherwise Ignalina could be open to 2012“, Reuters, 9.10.2008
  • Atomkraft: Slowenische Regierung will Krsko ausbauen ☛ “‚Das ist ein doppelt unfreundlicher Akt, nachdem Slowenien bei den EU-Beitrittsverhandlungen zugesagt hatte, Krsko in absehbarer Zeit zu schließen‘, so Haider in einer Aussendung“, DiePresse.com, 9.10.2008
  • Rüstungskooperation: Frankreich liefert Indien Atomtechnik ☛ „Darüber hinaus wollen Frankreich und Indien ihre Rüstungskooperation vertiefen … In Deutschland ist das französisch-indische Atomabkommen auf scharfe Kritik gestoßen. ‚Frankreich hat den Versuch unterlaufen, eine einheitliche EU-Linie zu finden‘, sagte die rüstungspolitische Sprecherin der FDP“, Handelsblatt, 1.10.2008
  • Ahmadinedschad bei CNN: USA und Israel werden Iran nicht angreifen ☛ „Vom namhaften Fernsehmoderator Larry King auf Irans umstrittenes Atomprogramm angesprochen, sagte der iranische Präsident, seinem Land seien die Besorgnisse der westlichen Staaten bekannt. ‚Die 118 Staaten, die zur Bewegung der Nichtpaktgebundenen gehören, und 57 islamische Länder unterstützen aber unser ziviles Atomprogramm‘, sagte er. ‚Insofern kann man nicht von der ganzen Welt sprechen, die über unsere Handlungen besorgt sei. Was die Bombe anbelangt, so lehrt uns unsere Religion, jegliche Angriffswaffen, darunter auch die Massenvernichtungswaffen, abzulehnen‘“, RIA Novosti, 29.9.2008
  • Turkey's nuclear tender falls flat ☛ „Yasar Cakmak, the chairman of the tender commission, said five other res-ponses were simply ‚thank you letters‘ declining to bid … ‚In nuclear terms, 2015 is tomorrow‘, one expert on the sector said. ‚When suppliers ask you for more time, you listen‘“, FT, 25.9.2008
  • Ankaras Atomeinstieg schürt Ängste ☛ „Erst vor zehn Jahren richtete ein Beben der Stärke 6,3 im benachbarten Adana Schäden in Höhe von umgerechnet einer Milliarde Dollar an … Der kanadische Seismologe Karl Buckthought warnt, dass bei einer 40-jährigen Betriebszeit des Akkuyu-Reaktors die Wahrscheinlichkeit eines Erdbebenschadens bei 50 Prozent liege … Denn viele Menschen erinnern sich an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Vor 22 Jahren zogen radioaktive Wolken über das Schwarze Meer zur türkischen Küste, wurden Felder, Tee- und Haselnussplantagen verstrahlt. Immer noch sind die Kliniken Sinops überfüllt mit Krebspatienten. Die Forderungen der Bevölkerung nach einer Untersuchung der Tschernobyl-Folgen ignorieren die Politiker - so wie sie 1986 die Katastrophe verharmlosten … Die Türkei könnte das erste Land sein, das ein Kernkraftwerk baut, ohne über entsprechende Wissenschaftler und Ingenieure zu verfügen“, FR, 20.9.2008
  • :!:Vertuschte Explosion in chinesischem Atomkraftwerk Tianwan ☛ „Siemens war an AKW-Bau beteiligt … Wie erst jetzt bekannt wurde, explodierte am 26. August im neu errichteten chinesischen Atomkraftwerk Tianwan-1 ein Transformator. Der Reaktor musste daraufhin schlagartig abgeschaltet werden … Notstromfälle zählten nämlich in allen Risikostudien zu den so genannten Auslösenden Ereignissen, die zur Kernschmelze führen könnten“, ngo-online, 19.9.2008
  • Namibia: Uran lockt Investoren an ☛ „Sie will mit einer Investition von 750 Millionen Dollar in Nambia eine der weltgrößten Uranminen entstehen lassen … Die Betreiber rechnen mit täglich 100.000 Tonnen Uranerz und jährlich mit acht Millionen Pfund Uran. Die Lebensdauer der Mine wird auf neun Jahre geschätzt“; welcher fossile Energieverbrauch für die zukünftigen Energieproduktionsformen nötig? (EG), Afrika.info, 11.9.2008
  • Atomkraftwerke: unberechenbares Risiko ☛ “…was Erzengel Gabriel sagt: Selbstverständlich sei Asse ein Einzelfall. Gorleben, ein ander Salzstock, in den schon eingelagert wird, sei völlig anders. Das sei absolut sicher!“, Berliner Umschau, 10.9.2008
  • Atomlager: Es sickert die Lauge, es rostet der Müll ☛ „Die Bergung würde nach Schätzung von Ingenieuren mindestens zwanzig Jahre dauern und deutlich mehr als zwei Milliarden Euro kosten. In jedem Fall würde zusätzlich ein Berg von kontaminiertem Abraum entstehen, der zusammen mit den Fässern in das benachbarte Endlager Konrad bei Salzgitter verfrachtet werden müsste … Große Teile der Anlage sind heute schon unbetretbar. Aber wer hat je behauptet, dass das Atomgeschäft ohne Risiken ist?“; viele - Versagen von dutzenden AtomStaats-Experten, Politikern und Journalisten (EG), FAZ, 8.9.2008
  • Chasing nuclear energy windmills ☛ „Whatever energy relief could come from nuclear generation, the cost is a mushroom cloud. The Department of Energy recently announced that the estimated cost of dealing with the waste of existing nuclear power plants has risen in the last seven years from a prior guess of $57.5 billion to $96.2 billion“, The Boston Globe, 6.9.2008
  • BUND warnt vor Terrorgefahr - AKWs völlig unzureichend gesichert ☛ „Nach Erkenntnissen des vom BUND mit einer Untersuchung beauftragten Atomexperten Helmut Hirsch sind Atomkraftwerke durch Terror- und Sabotageakte leicht angreifbar. ‚Von außerhalb der Anlage können Attacken sowohl aus der Luft als auch vom Boden aus erfolgen‘ … Eine besonders große Gefahr gehe zudem von möglichen ‚Innentätern‘ aus“, SZ, 5.9.2008
  • Türkei baut Atomkraftwerk ☛ „In nur 25 Kilometer Entfernung verläuft der Ecemis-Graben, eine Bruchzone in der Erdkruste. Neue Untersuchungen zeigen, dass er aktiv ist und ein Erdbeben der Stärke von 6,5 oder höher auf der Richterskala auslösen könnte. Der kanadische Seismologe Karl Buckthought warnt, dass bei einer 40-jährigen Betriebszeit des Akkuyu-Reaktors die Wahrscheinlichkeit eines Erdbebenschadens bei 50 % liege … Es gibt auch Zweifel, ob die Türkei überhaupt die technologische Kompetenz und die administrativen Voraussetzungen für den Bau und Betrieb von Kernkraftwerken hat. Der bekannte türkische Energie-Analyst Haluk Direskeneli sagt: ‚Wir haben nicht einmal die Kompetenz, moderne Wärmekraftwerke zu betreiben‘. Mit dem Einstieg in die Atomenergie begebe sich das Land in neue Abhängigkeiten von ausländischen Betreibern“, DerWesten.de, 5.9.2008
  • Russland will 2 Mrd. USD in Uranförderung investieren ☛ „Russland baut sein Atomprogramm aus. Nach Angaben von Rosatom-Chef Sergej Kirijenko investiert Russland 2 Mrd. USD in die Entwicklung des größten Uranproduzenten im Land“, Kaliningrad-Aktuell.ru, 29.8.2008
  • Baltikum: »Angst vor dem roten Strom« ☛ „Eng wird es, wenn 2009 das einzige eigene Atomkraftwerk abgeschaltet werden muss“; Erdbebenrisiko versus Stromverbrauchssenkung (EG), FTD, 28.8.2008
  • Kaliningrad: Atomkraftwerk contra Energie-Defizit? ☛ “‚Die Ressourcen sind begrenzt, doch wir stärken die Wirtschaft im Ausland, anstatt wachsende Energiedefizite innerhalb Russlands zu decken‘. Für den Bau des AKW müssten alle Bauteile erst aufwändig in die Exklave transportiert werden, auch der Bau einer neuen Stadt für die Atomwerker verschlinge gewaltige Kosten … ‚Ignalina-2‘ aber dürfte frühestens 2020 fertig sein, das in Weißrussland geplante AKW wahrscheinlich noch später“, Kaliningrad.Aktuell.ru, 27.8.2008
  • Russland plant neues AKW in Kaliningrad ☛ „Bisher plant Russland zwei neue Reaktoranlagen, beide mit einer Leistung von 1150 Megawatt. Sie sollen bis 2015 ans Netz gehen … Das Kaliningrader Atomkraftwerk wird nach russischen Plänen mit dem künftigen litauischen Kraftwerks Ignalina-2 konkurrieren“, Welt, 27.8.2008
  • Kasachstan: "Wollen größter Uranförderer der Welt werden" ☛ „2007 stieg die Fördermenge gegenüber 2006 um 25,7 Prozent auf 6637 Tonnen. Für dieses Jahr sind 9600 Tonnen vorgesehen. In diesem Zusammenhang sind die Pläne des staatlichen Unternehmens für Uranförderung, Kasatomprom, im Jahr 2010 bis zu 15 000 Tonnen zu fördern, nicht unrealistisch. Kasachstan würde damit größter uranfördernder Staat der Welt, vor Kanada und Australien“, WirtschaftsBlatt.at, 26.8.2008
  • Ein geplatzter Atomdeal und die Folgen ☛ „Die Erneuerung der Nuklearindustrie in Großbritannien bleibt vorerst Wunschdenken, die Renaissance kommt nicht vom Fleck … Regierung und Energiekonzerne behaupten unisono, Subventionen zum Reaktorbau würden weder verlangt noch vergeben … Die Entsorgung bisheriger Atomanlagen kam stets teurer als geplant. Die halbstaatliche Aufsichtsbehörde NDA musste ihre Prognose für die Beseitigung aller derzeit betriebenen Atomanlagen mehrfach nach oben korrigieren; derzeit ist von 73,6 Milliarden Pfund (92,7 Mrd. Euro) die Rede“, derStandard, 17.8.2008
  • Die Cigar-Lake-Mine von Cameco erlitt erneut einen Wassereinbruch ☛ „In 2006 gab es einen großen Wassereinbruch in Camecos Cigar-Lake-Mine in Saskatchewan. Letzten Monat begann Cameco damit das Wasser aus der Mine, die unter einem See liegt, zu pumpen. Im ersten Schacht wurde das Wasser bis auf eine Tiefe von 430 Metern herausgepumpt, als Arbeiter entdeckten, dass wieder massiv Wasser eindringt“, emfis.de, 14.8.2008
  • "Papierreaktoren und Träume" ☛ „Von einer sogenannten vierten Generation von Atomkraftwerken erwartet der Kernkraftexperte und Mitbegründer des Öko-Instituts Freiburg, Michael Sailer, keinen ernsthaften Sicherheitsgewinn. ‚Ich glaube nicht, dass die Reaktoren wirklich zu realisieren sind‘“, Deutschlandfunk, 11.8.2008
  • Schavan will Atomforschung stärker fördern ☛ „Dieses Jahr angeblich 10 Millionen Euro, 2009 13 Millionen und 2010 14 Millionen. Zudem erhält die Helmholtz-Gemeinschaft 33 Millionen Euro im Jahr für die Sicherheits- und Endlagerforschung zur Verfügung“, Telepolis, 11.8.2008
  • Die Kernenergie und ihre Gegner - Eine Geschichte der Anti-Atomkraft-Bewegung ☛ „Ich denke die Menschen bleiben tendenziell immer gleich. Es wird eine große lethargische Masse geben und es muss außerordentliche Ereignisse geben, um diese in Schwung zu bringen. Und ich denke mal es hat nie einen Fadenriss gegeben, die Bewegung geht ja immer noch weiter - sie holt ja jetzt neu Atem um wieder aktiv zu werden“, Deutschlandfunk, 11.8.2008
  • Russia relocates construction of floating power plant ☛ „Russia also hopes to export the floating units to other countries for electricity and seawater desalination, operating for 15 years before returning to Russia for defuelling and maintenance. Countries including China, Indonesia, Malaysia, Algeria, Namibia, Cape Verde and Argentina are reported to have expressed interest in buying the plants“, world nuclear news, 11.8.2008
  • Düngemittelindustrie muss Uraneinträge reduzieren ☛ „Zur Begrenzung des Urangehalts in Lebensmittel und Trinkwasser sowie in Futter- und Düngemitteln fordern der VSR-Gewässerschutz e.V. und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V. (BBU) gesetzliche Regeln“, MVregio.de, 11.8.2008
  • Verkauf geplatzt ☛ „Die Bedingungen für ein deutliches Wachstum in Großbritannien seien nicht erfüllt, begründete EDF am Freitag den Rückzug … Die Franzosen wären so zum größten Atomstromanbieter Großbritanniens aufgestiegen. An British Energy ist auch der britische Staat mit rund 35 Prozent beteiligt“, Manager Magazin, 1.8.2008
  • :!:Atomdeal platzt unerwartet ☛ „Einem Teil des Führungspersonals von EDF wird das nur recht sein; im Unternehmen kursiert seit mehreren Tagen ein offener Brief, der das geplante Geschäft auch aus finanziellen Gründen als «Wahnsinn» bezeichnet. Der britische Kernkraftpark ist so veraltet und störanfällig, dass die Kraftwerke für Wartungs- und Reparaturarbeiten die Hälfte des Jahres abgeschaltet sind. BE besitzt acht von zehn AKW in Grossbritannien … Hinzu kommt ein praktisches Hindernis für den raschen Bau von 4 EPR-Kernkraftwerken, den EDF in Grossbritannien ausdrücklich anstrebt: BE besitzt nur ein ausreichend grosses oder erdbebensicheres Grundstück“, Tagesanzeiger.ch, 1.8.2008
  • EDF lässt British-Energy-Deal platzen ☛ “‚Die finanziellen Bedingungen für eine Entwicklung in Großbritannien sind derzeit nicht gegeben‘, sagte EDF-Chef Pierre Gadonneix am Freitag in Paris“, FTD, 1.8.2008
  • Indien: AKW ja, aber nicht aus Amerika ☛ „Indien würde damit eine Sonderstellung eingeräumt, da das Land zwar Atomwaffen besitzt, aber nie den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet hat und deshalb eigentlich vom internationalen Nuklearhandel ausgeschlossen ist … Derzeit liefern die indischen Atommeiler nur knapp drei Prozent des verbrauchten Stroms. Doch bis zum Bau der ersten Reaktoren wird es noch Jahre dauern, und der Energiemangel führt zu immer häufigeren Unterbrechungen der Stromversorgung. Die IT-Firmen in Hyderabad erhalten mit Generatoren ihren Betrieb aufrecht, doch die Bauern können ohne Strom kein Grundwasser abpumpen und ihre Felder nicht bewässern“, Jungle World, 31.7.2008
  • Polen plant für das Jahr 2020 sein erstes Atomkraftwerk ☛ „Das alles ist allerdings noch Zukunftsmusik, die meisten Fragen sind ungeklärt, auch wo der Meiler stehen soll. Immer wieder fällt ein Name, der in Deutschland einiges Unbehagen auslöst: Gryfino (Greifenhagen) an der Grenze zu Brandenburg“; Planungsweltmeister Kernkraft (EG), Der Tagesspiegel, 25.7.2008
  • Immer neue Atomvorfälle in Frankreich ☛ „Die Zeitung ‚Parisien‘ schreibt, dass in Frankreich jedes Jahr rund 800 Zwischenfälle der niedrigsten Gefahrenstufe ‚0‘ registriert würden. Dabei seien in nur rund 150 Fällen Menschen involviert“, Handelsblatt, 25.7.2008
  • Avignon: 100 Menschen bei Inspektion "leicht" kontaminiert ☛ „m Mittwoch wurden bei einer Inspektion im Werk Tricastin bei Avignon etwa 100 Menschen ‚leicht‘ kontaminiert. Es ist bereits der zweite Atom-Zwischenfall in der Nuklearanlage binnen weniger Wochen“, derStandard, 23.7.2008
  • "Zum Weltenergiebedarf trägt die Atomkraft gerade mal drei Prozent bei" ☛ „Wenn etwas passiert, dann werden alle anderen abgeschaltet, das wird auch ein wirtschaftliches Desaster, wenn etwas passiert, dann sind ganze Landstriche für lange Zeiten unbewohnbar. Wenn Neckarwestheim hochgeht, können Sie Baden-Württemberg schließen. Ich kann mit diesem Risiko nicht leben und die Mehrheit der Deutschen auch nicht“, Deutschlandfunk, 23.7.2008
  • Pilze und Waldfrüchte immer noch belastet ☛ „Im Münchner Umland, vor allem im Westen, Süden und Osten Münchens, können Röhrenpilze, allen voran Maronen oder Semmelstoppelpilze, noch Werte deutlich über dem nach Tschernobyl festgesetzten Grenzwert von 600 Becquerel pro kg (Bq/kg) Frischmasse aufweisen. Bei Schwarzwild, das sich frei im Wald bewegen kann und nicht in einem Gehege gezogen wird, ist noch mehr Vorsicht geboten: Hier ist eine Cäsium-Belastung sogar im 5-stelligen Becquerel-Bereich möglich“, Gabot.de, 22.7.2008
  • Europe: Five Minutes to Midnight ☛ „The European Union, overly reliant on imported oil and gas, now sees its economies seriously threatened by rampant fuel price rises, not to mention the menacing shadow of power cuts … Yet for all the subsidies poured into development of alternative renewable energy sources, the European Commission has clearly concluded that nuclear power offers the only serious and clean energy solution to its fast-approaching energy crisis, a solution unthinkable just a few years ago. E.U. leaders know that time is running out“, Energy Tribune, 21.7.2008
  • Unfallserie und Vertuschung in spanischen Atomkraftwerken ☛ „Immer öfter kracht es in spanischen Atomkraftwerken. Wie oft und mit welchen Schäden für Mensch und Umwelt, bleibt nicht selten unklar, weil die spanische Atomaufsicht (CSN) ihrer Aufgabe nicht gewachsen ist oder ihr nicht nachkommt. Schwere Unfälle werden oft mit großer Verspätung bekannt, wenn Arbeiter die Vorfälle den Umweltorganisationen melden, wie zuletzt in Ascó“, Telepolis, 20.7.2008
  • “Preis-Schock” bei neuen Atommeilern ☛ „»Die Eskalation bei den Preisen ist ernüchternd, weil Industrie und Aufsichtsbehörden hart gearbeitet haben, um die Neuentwicklungen wirtschaftlicher zu machen«, heißt es weiter. Den jetzt bekannt gewordenen Zahlen waren monatelange Verhandlungen vorausgegangen. Die Kosten hätten selbst die schlimmsten Erwartungen übertroffen, zitiert das Blatt Jim Hempstead, einen Spezialisten für Großprojekte und Direktor bei Moody’s Investors“, zeozwei.de, 19.7.2008
  • Kernenergie: Spaltendes Material ☛ „Und tatsächlich: Die Versorgung mit Uran wird zur Achillesferse der Nuklearindustrie … Gut möglich, dass die Kosten für Uran bald explodieren und irgendwann auch auf die Strompreise durchschlagen … ‚Im Jahr 2005 haben wir erkannt, dass lediglich die enormen Lagerbestände den Preis niedrig bei 20 Dollar pro Pfund halten, deshalb gründeten wir UPC, um Uran zu kaufen und einzulagern‘, sagt Vizepräsident Curt Steel, der auch den Fonds verwaltet. Der Aufkauf von Uran und das Horten wirken wiederum preistreibend … Wer auf Kernenergie setzt, spielt also den Heuschrecken in die Hände. In jedem Fall sind die Zeiten von Billiguran vorbei … Würden alle Schwellenländer so handeln wie die Inder, könnte sich der Ausbau der Kernenergie als das Bündnis mit dem Teufel im Kampf gegen den Beelzebub erweisen“, Rheinischer Merkur, 17.7.2008
  • :!:Nukes Get Small ☛ „These micro-nukes produce a small fraction of the power that their bigger cousins do, but they may have applications in far more locations, particularly in remote areas where electricity is prohibitively expensive. The small reactors may also be used for temporary power production, or at locations like military bases that need highly reliable electric power … One of the first customers may be the tar-sands producers in Canada … Small reactors would also be welcomed in petrochemical complexes. Another smart fit for small reactors: desalination plants“, Energy Tribune, 16.7.2008
  • Mehr als ein Sommertheater? ☛ “…dass im Gegensatz zu Windenergie- und Fotovoltaikanlagen Atomkraftwerke nur eine symbolische Haftpflichtversicherung haben … Das Bundesumweltministerium (BMU) geht nämlich unter Berufung auf die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) davon aus, dass beim derzeitigen Verbrauch spätestens in 65 Jahren Schluss ist mit den Vorräten … 19.500 Tonnen Natururan werden durchschnittlich pro Jahr in den USA verbraucht, aber nur 1.500 gefördert. Der Rest muss importiert werden, und zwar aus Russland, Australien und Kanada. Die Produktion in Australien und Kanada würde aber derzeit zurückgehen, und die russische Quelle besteht aus hochangereichertem Waffenuran. Der Vertrag, unter dem die USA Russland veraltete Atomwaffen abkaufen, würde aber demnächst auslaufen … Die alten Kraftwerke brauchten viele Jahre, um ihre Verfügbarkeitszeiten zu verbessern. Learning-by-doing führte dazu, dass sie in den 1970er und 1980er Jahren häufiger still standen als heutigen Tags“, Telepolis, 15.7.2008
  • "Frankreich wird Atom-Republik" ☛ „Mehrere Tausend Menschen organisierten am Samstag in Paris ein ‚Die-In‘ - ein nukleares Massensterben. Sprecher Stéphane Lhomme versucht, den ‚Mythos des atomar triumphierenden Frankreich‘ zu zerstören: ‚54 unserer Reaktoren stammen von dem amerikanischen Konzern Westinghouse. Frankreichs schneller Brüter, der Superphénix, hat 10 Milliarden Euro gekostet und nie funktioniert‘“, TAZ, 14.7.2008
  • Renaissance der Kernenergie? - Chancen und Risiken der zivilen Nutzung des Atoms ☛ „Wegen der wachsenden Zahl der Kernkraftwerke erwartet die internationale Agentur für die ökonomische Kooperation und Entwicklung der Nuklearenergie (NEA) bis zum Jahr 2025 einen Zuwachs des atomaren Brennstoffverbrauches um 44 Prozent … Zusätzlich könnten Unternehmen künftig das Uranerz von geringerer Qualität fördern oder mehr Uranbrennstäbe aus den Reaktoren wieder aufbereiten. Letzteres hätte aber zur Folge, dass dadurch mehr waffenfähiges Plutonium erzeugt würde … Sorgenfalten löst bei Experten und Laien gleichermaßen der Atommüll aus. Eine sichere Lösung, die strahlenden Hinterlassenschaften der Kernreaktoren für viele Jahrtausende zu entsorgen, existiert nicht … Neuerdings plädieren Wissenschaftler vom Geophysikalischen Dienst der USA jedoch für zusätzliche Untersuchungen über mindestens 50 Jahre, bevor der erste strahlende Müll eingelagert werden kann“, Volksstimme.de, 11.7.2008
  • Umweltkatastrophe in der Wüste ☛ „Der Uranabbau im Niger zerstört die Lebensgrundlagen der Tuareg … Der Bedarf an Nuklearbrennstoff wird zunehmen, außerdem werden die sogenannten sekundären Quellen von nuklearem Brennstoff, insbesondere das aus ausgemusterten Atomsprengköpfen gewonnene angereicherte Uran, langsam knapp“, TAZ, 11.7.2008
  • Hilft die Atomkraft aus der Energiekrise? Pro und Contra ☛ „Die Frage müsste erst gelöst werden: Wohin mit dem tödlichen Atommüll? Samt Garantie, dass der strahlende Abfall Jahrtausende sicher lagert. Das Problem: die Garantie kann keiner geben. Heißt: Die Aufgabe ist unlösbar … Quizfrage: Wieviele europäische Staaten sagen offiziell ‚Nein‘ zur Kernkraft: Antwort: 18“, inforadio rbb, 10.7.2008
  • Uran-Aktien: So vermehren Sie Ihr Geld mit Atomkraft ☛ „Die Uran-Nachfrage steigt, und dürfte den Preis des Spaltmaterials beflügeln … Schon jetzt übersteigt der jährliche Uranbedarf mit 65.000 Tonnen bei Weitem die Produktion: Die Bergbaugesellschaften dürften in diesem Jahr nur rund 45.000 Tonnen pro Jahr aus dem Boden holen“, Welt Online, 10.7.2008
  • :!:Klimaexperte Ott: G-8-Beschlüsse sind ein Trauerspiel ☛ „Die Atomenergie ist völlig ungeeignet, unser Energieproblem auch nur im Ansatz zu lösen. Die Vorräte an Brennstoff sind begrenzt, die Brütertechnologie hat nirgendwo funktioniert - und es ist auch nicht in Sicht, dass sie funktioniert. Im Übrigen: Wenn man einen nennenswerten Teil der Energie auf der Welt mit Atomkraftwerken erzeugen wollte, müsste man 5000 bis 10.000 Stück davon bauen - wenn die Uranvorräte das überhaupt hergeben würden. Im Moment gibt es 400 Reaktoren auf der Welt. Niemand weiß, wie man die zusätzlichen AKWs kontrollieren sollte, was man mit den Abfällen macht und so weiter. Natürlich werden weltweit nun ein paar Atomkraftwerke gebaut und ein paar Leute damit Profit machen. Dann ist aber auch Schluss. Wir brauchen einfach einen schnellen Umstieg auf erneuerbare Energien“, Spiegel, 9.7.2008
  • Comeback der Reaktoren - Aufbruch ins neue Atomzeitalter ☛ “…und den westlichen Nationen wird immer bewusster, dass die weltweiten Gasreserven vor allem in Ländern liegen, die politisch nicht unbedingt zu den stabilsten der Erde zählen, wie Libyen oder Russland. Wer auf Kernkraft verzichtet, fürchten inzwischen viele westliche Politiker, liefert sich möglicherweise allzu sehr der Willkür von Diktatoren oder Autokraten aus“; die Uranimport-Abhängigkeit von Russland, Kasachstan und Usbekistan wird deutlich steigen (EG), Spiegel, 9.7.2008
  • Russland: Monolog der Atommacht ☛ „40 Reaktoren will man kurzfristig bauen. Doch Experten warnen vor zu hohen Erwartungen. Es mangelt an Fachpersonal, Endlagerkapazitäten und Sicherheitsstandards … Die Sicherheitsstandards für Reaktoren des Tschernobyl-Typs RMBK sind bedeutend schlechter als in westlichen Kernkraftwerken und deren Modernisierung und Anhebung auf einen westlichen Standard ausgeschlossen … Den offiziellen Wunsch, die Laufzeiten dieses Reaktorentyps zu verlängern, betrachtet Sliwjak als den ‚schrecklichsten Schlag seit der Tschernobyl-Katastrophe‘ … Gleichzeitig sprechen sich 78 Prozent gegen den Bau neuer Kernkraftwerke in ihrer Region aus“, Spiegel, 9.7.2008
  • Japan: Archipel der Atomseligen ☛ „Mit gefälschten Videoaufnahmen versuchten die Betreiber damals, den schweren Unfall zu vertuschen … Pannen, Fahrlässigkeiten und Vertuschungen gehören zum Alltag in Japans Nuklearindustrie … Eine der in Japan besonders zahlreichen geologischen Verwerfungslinien verläuft auch unter der neuen Wiederaufbereitungsanlage von Rokkasho im Nordosten der Hauptinsel Honshu - dem stolzen Herzstück der japanischen Nuklearstrategie. In Verbindung mit einer unterseeischen Verwerfung erstrecke sich die Linie unter Rokkasho über insgesamt hundert Kilometer, warnt Professor Mitsuhisa Watanabe von der Universität Tokio, sie könne ein Erdbeben der Stärke acht auslösen … Denn ohne die Anlage droht Japan in den nuklearen Abfällen zu ersticken, die all seine Atommeiler produzieren“, Spiegel, 9.7.2008
  • USA: Atommeiler nach dem Fertighausprinzip ☛ „Auch für die 104 verbleibenden Atommeiler war das Ende eigentlich absehbar - den meisten steht bald der 40. Geburtstag bevor, und dann läuft in den USA die Betriebserlaubnis aus. Doch mehr als die Hälfte davon haben bereits neue Lizenzen für weitere zwei Jahrzehnte erhalten … Großzügige Kreditbürgschaften und Steuernachlässe gibt es dank eines Bush-Gesetzes von 2005 freilich schon jetzt für jeden Energiekonzern, der bis Ende dieses Jahres einen neuen Reaktor beantragt - ein maßgeblicher Grund für den Atomboom in diesen Tagen … Engpässe drohen auch seitens der Zulieferindustrie. Die kann nur drei bis vier Reaktorbauten pro Jahr mit den notwendigen Bauteilen versorgen; für manche besonders wichtige Komponenten gibt es sogar nur eine einzige Gießerei weltweit“, Spiegel, 9.7.2008
  • Grossbritannien: Renaissance der Reaktoren ☛ „Erst vor zwölf Jahren stellte eine königliche Untersuchungskommission fest, es sei ‚moralisch unhaltbar‘, Kernkraft zu unterstützen, solange es für die Entsorgung nuklearer Abfälle keinen gangbaren Weg gebe … 26 Reaktoren sind aus Altersgründen bereits stillgelegt worden, nur noch 19 weitere hängen derzeit am Netz … Bis 2023 sollten bis auf eines alle Atomkraftwerke abgeschaltet werden … Das erste dieser neuen Werke könne schon 2018 ans Netz gehen … Angeblich schon ab 2013 könnten Versorgungsengpässe auftreten, weil auch die Vorräte an Nordseegas schrumpfen“, Spiegel, 9.7.2008
  • China: Energischer Einsteiger ☛ „Bis 2020 sollen jedes Jahr bis zu drei 1000-Megawatt-Kraftwerke ans Netz gehen … Verantwortlich für die Atomkraftwerke ist die staatliche ‚Chinesische Nationale Nukleargesellschaft‘, ein riesiges Konglomerat mit 280.000 Angestellten, das auch für den militärischen Teil von Chinas Atomindustrie zuständig ist … Die Presse darf nicht über Störfälle berichten … Da offenbar das Militär die Brennstäbe transportiert, sind Einzelheiten Staatsgeheimnis … Ein großes Problem ist überdies der Mangel an sauberem Wasser in großen Teilen Chinas“, Spiegel, 9.7.2008
  • Türkei: Erdbebenland auf Atomkurs ☛ „Die Atompläne sind jedoch hoch riskant. Türkische Umweltschützer warnen seit langem vor den spezifischen Gefahren, die in einer Erdbebenregion wie der Türkei lauern … Ausgerechnet der malerische Standort Akkuyu an der Ägäis befinde sich nur wenige Kilometer von einer seismischen Zone entfernt … Zudem sei die Kühlung des Meilers mit viel zu warmem Mittelmeerwasser kritisch“; der wahre Grund für Tschernobyl: ein Erdbeben (EG), Spiegel, 9.7.2008
  • Schweiz: Das Volk muss sich entscheiden ☛ „Die Atomkraft war in der Schweiz immer sehr umstritten - vermutlich auch, weil ein atomarer Störfall für die kleinräumige und dicht besiedelte Schweiz besonders dramatische Konsequenzen hätte“, Spiegel, 9.7.2008
  • "Auch Kernkraft braucht Rohstoffe, die irgendwann alle sind" ☛ „Die Rufe nach der Rücknahme des Ausstiegs aus dieser Technologie werden mehr und lauter. Richtiger werden sie dadurch nicht. Denn auch Kernkraft braucht Rohstoffe, die irgendwann alle sind. Und von denen müssen wir wegkommen. Würde doch die gleiche Energie, die in die Rettung der Kernkraft gesteckt wird, in die Erforschung neuer Energie-Techniken gestellt! Das würde langfristig wirklich weiter helfen“, FTD, 8.7.2008
  • Das heimliche und riskante Comeback der Atomreaktoren ☛ „Dabei wird jedoch übersehen, dass die Atomenergie keine langfristige Alternative für fossile Energieträger sein kann, unter anderem deshalb, weil auch die Uranvorkommen nicht unerschöpflich sind. Sämtliche Atomkraftwerke der Welt benötigten im Jahr 2004 insgesamt 62 000 Tonnen Uran, die in der EU betriebenen rund 20 000 Tonnen. Die weltweit wirtschaftlich rentabel abbaubaren Uranvorkommen werden auf 1,25 bis 4 Millionen Tonnen geschätzt. Diese würden bei einem Verbrauch wie im Jahr 2004 für etwa 20 bis 65 Jahre reichen. Sollten noch mehr Atomkraftwerke gebaut werden, sind diese Vorkommen noch vor 2050 erschöpft“, LifeGen.de, 6.7.2008
  • Die nächste Generation ☛ „Sarkozy hat eine Antwort darauf: Er erklärte Anfang August 2007 mit Blick auf die Kritik an seinem Libyen-Deal, dass es »im Notfall eine Vorrichtung gibt, mit der sich ein Atomkraftwerk auch von außen abschalten lässt«. Das bedeutet ungefähr, dass man ein AKW zuerst verkauft, dann aber, falls es nötig sein sollte, doch noch den Ausschaltknopf drücken könnte … Nicht ganz zu Unrecht bezeichnete die Umweltorganisation Greenpeace deshalb in einem Kommuniqué die Förderung der Atomenergie durch Frankreich südlich des Mittelmeers als »industriellen Neokolonialismus«“, Jungle World, 3.7.2008

1.Hj.:

  • Toshiba baut Dutzende neuer Kernkraftwerke ☛ „Bis 2015 werde sein Konzern mindestens 33 Atomreaktoren errichten“; Atom-Propaganda mit Unwahrheiten: bis 2015 33 AKW maximal mit Bau-Beginn (EG), Wirtschaftswoche, 29.6.2008
  • :!:Mehr Energienachfrage bei kleinerem Angebot ☛ „Die Kernenergie erlebte hingegen den grössten Rückschlag in ihrer Geschichte. Verantwortlich dafür waren der Grossproduzent Frankreich, auf den trotz der Drosselung um 2,4% noch immer 16% der globalen Produktion entfallen, Japan, das die Ausbringung um 8,3% (Weltmarktanteil: 10,1%) verminderte, und Deutschland, das die Produktion um 16% (5,1%) zurückfuhr. Die amerikanischen Nuklearanlagen (30,9%) lieferten hingegen 2,4% mehr Strom“, NZZ, 19.6.2008
  • McCain will 45 neue Nuklearreaktoren bis 2030 ☛ „Die Grundsteinlegung für neue Werke liegt de facto auf Eis, zu tief hat sich der Schock von Three Miles Island ins Gedächtnis der Nation eingegraben. Der Meiler in Pennsylvania war am 28. März 1979 knapp an einer Katastrophe vom Ausmaß Tschernobyls vorbeigeschrammt … Folgt man Helen Howes, der Vizepräsidentin des Energieriesen Exelon, dann ist das Nein zur Kernkraft vor allem eine Generationenfrage. ‚Wer Three Miles Island erlebt hat, sieht es kritisch‘, Jüngere dagegen seien aufgeschlossener“, derStandard, 19.6.2008
  • McCain will Atomenergie massiv ausbauen ☛ „John McCain, Bewerber der Republikaner um die amerikanische Präsidentschaft, will der Energiekrise und dem Klimawandel mit mehr Atomkraft begegnen. Sollte er im November zum Präsidenten gewählt werden, werde er sich für den Bau von 45 neuen Kernreaktoren bis 2030 einsetzten … Der Bewerber der Demokraten, Barack Obama, hat sich ebenfalls dafür ausgesprochen, die Atomkraft stärker zu nutzen“, Die Zeit, 19.6.2008
  • Frankreich erwägt zweiten EPR-Atomreaktor ☛ „Frankreich bezieht etwa 80 Prozent des Stroms aus Atomkraft, die der französische Präsident Nicolas Sarkozy zu den erneuerbaren Energien zählt. Atomkraft ist in Frankreich gesellschaftlich weitgehend akzeptiert. Hingegen gibt es immer wieder Streit um den Einsatz von Windrädern“, Basler Zeitung, 13.6.2008
  • :!:Fusionsreaktor "Iter" angeblich vor Kostenexplosion ☛ „Grund für die höheren Kosten und den verzögerten Zeitrahmen seien ‚wichtige Änderungen am Design‘ sowie ‚die Koordinierung der Partnerländer‘, schreibt ‚Nature‘. So müsse unter anderem das Gebäude erdbebensicher gemacht werden“; Im krassen Gegensatz zu den frz. Akws wäre ITER dann erdbeben’sicher‘ gebaut (EG), Spiegel, 11.6.2008
  • IEA will Ausstieg aus fossilen Energien - Langer Abschied von Öl, Kohle und Gas ☛ „Das IEA-Konzept sieht zudem vor, die Anzahl der Atomkraftwerke von derzeit weltweit 439 Reaktoren bis 2050 um 1.300 Anlagen zu erhöhen. Jährlich entspräche das einem Neubau von 32 Atomreaktoren“; Erdbeben-, Un- & Abfall-, Terrorismus-, Kriegs-, Kühlwasser-, Uranressourcen- und Finanzierungs-Risiken (EG), TAZ, 9.6.2008
  • Enel-Konzern plant neue Kernkraftwerke in ItalienKernkraftindustrie: selbsternannte Planungs- und Wirtschaftlichkeitsweltmeister brauchen nach 50 Jahren Akw-Fortschritt zum Glück keine Staatssubventionen für ihre Megaprojekte mehr!? (EG), Spiegel, 9.6.2008
  • New wave of nuclear plants faces high costs ☛ „Estimates released in recent weeks by experienced nuclear operators —NRG Energy Inc., Progress Energy Inc., Exelon Corp., Southern Co. and FPL Group Inc.— ‚have blown by our highest estimate‘ of costs computed just eight months ago, said Jim Hempstead of Moody’s Investors Service … For the 75 units built between 1966 and 1986, the average cost was $3 billion or triple early estimates, according to the Congressional Budget Office. Many plants operate profitably now because they were sold to current operators for less than their actual cost“, Tulsa World, 20.5.2008
  • :!:New Wave of Nuclear Plants Faces High Costs ☛ „A new generation of nuclear power plants is on the drawing boards in the U.S., but the projected cost is causing some sticker shock: $5 billion to $12 billion a plant, double to quadruple earlier rough estimates“, The Wallstreet Journal, 12.5.2008
  • USA schließen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten Atomabkommen ab ☛ „Die VAE (4,6 Millionen Einwohner) wollen eine Atomenergiebehörde mit einem Budget von 100 Millionen US-Dollar zur Entwicklung der Technik einrichten … US-Außenministerin Rice, die den Zugang zur Atomenergie als ‚sehr wichtig‘ erklärte, bezeichnete die VAE – wahrscheinlich mit Blick auf den Iran - als ‚verantwortungsvollen Partner und als verantwortungsvolle Macht‘“, Telepolis, 22.4.2008
  • Nuclear energy best viable option to meet future demands says UAE ☛ „Based on the future plans for the nation, the growth in the local economy and infrastructure, the government predicts that 40,858 MW of energy will be required to meet demand by 2020, reflecting a cumulative annual growth in demand of approximately 9 per cent … Known volumes of natural gas, it stated, would be insufficient to meet the future demand“, gulfnews.com, 20.4.2008
  • 'Disposable' nuclear reactors raise security fears ☛ „A US government-led plan to design small nuclear reactors for deployment in developing countries is continuing despite ongoing fears about security and proliferation risks. he Bush administration has ear-marked $20 million in its 2009 budget toward the US Department of Energy’s efforts to design nuclear power plants in the 250-to-500 megawatt range as part of its Global Nuclear Energy Program (GNEP)“, New Scientist, 13.3.2008
  • Miss Atom 2009 - "Ein Fest für die Frauen" ☛ „Russland setzt auf Atomenergie - und das nicht zu knapp. Mitarbeiterinnen der 31 Reaktoren, die zurzeit im Land am Netz sind, dürfen sich für den Titel der ‚Miss Atom 2009‘ zur Wahl stellen. Die Veranstalter hoffen so, ‚das Klischee der gefährlichen und bedrohlichen Atomenergie‘ zu bannen“, Spiegel, 18.2.2008
  • Sarkozy to sign UAE nuclear deal ☛ „France has already signed nuclear agreements with Algeria and Libya. Mr Sarkozy said the sale of such technology could foster trust between the West and the Muslim world … US President George W Bush is currently touring the region to rally support for his policy of isolating Iran over its controversial nuclear activities“, BBC News, 13.1.2008
  • Gazprom setzt auf die Atomenergie: Schwimmendes AKW für die Pipeline ☛ „Der Energiekonzern Gazprom will das Erdgas aus dem arktischen Barentsmeer mit Hilfe von Atomstrom verflüssigen … Die AKW-Schiffe stellten ein ‚erstrangiges Ziel‘ für einen Terrorangriff dar. Jeder dieser Reaktoren enthalte 960 Kilogramm waffenfähiges Uran“, taz, 7.1.2008

2007:

  • Neue Studie: Terroranschlag auf Atomkraftwerk Biblis würde Berlin bedrohen ☛ „Es ist ein Alptraumszenario: Im Fall eines gezielten Flugzeugabsturzes auf das südhessische Atomkraftwerk Biblis A wären nicht nur Städte im Rhein-Main-Raum, sondern auch Berlin, Paris oder gar Prag bedroht. Das hat eine Studie des Darmstädter Öko-Instituts ergeben“, Spiegel, 26.11.2007
  • :!:Störfälle in Krümmel und Brunsbüttel: Experten urteilen milde über Vattenfall ☛ „Die ‚organisatorischen und technischen Voraussetzungen für einen sicheren Weiterbetrieb‘ seien gegeben, heißt es in dem 23-seitigen Dokument … Vattenfall sagte zu, weitere Empfehlungen der Kommission zur Verbesserung der Sicherheit umzusetzen. Diese betreffen vor allem Änderungen in der Organisation und Schulungen der Mitarbeiter“, Spiegel, 6.11.2007
  • Schäuble warnt vor Atom-Anschlag ☛ „Doch die Deutschen sollten sich von solch düsteren Aussichten nicht ihr Leben vergällen lassen. ‚Aber ich rufe dennoch zur Gelassenheit auf‘, sagte Schäuble. ‚Es hat keinen Zweck, dass wir uns die verbleibende Zeit auch noch verderben, weil wir uns vorher schon in eine Weltuntergangsstimmung versetzen‘“, FAZ, 16.9.2007
  • Schäuble hält Atom-Anschlag für eine Frage der Zeit ☛ „Die größte Sorge aller Sicherheitskräfte ist, dass innerhalb des terroristischen Netzwerkes ein Anschlag mit nuklearem Material vorbereitet werden könnte … 123 Millionen Euro für die Sicherheitsforschung … Die EU investiere in den kommenden sieben Jahren 1,4 Milliarden Euro in diese Forschung“, Spiegel, 15.9.2007
  • Waffen-Deal mit Libyen: Deutsche Politiker empört, Sarkozy streitet Beteiligung ab ☛ „Atomabkommen, militärische Zusammenarbeit, Raketenlieferungen … Am Freitag bestätigte zudem der deutsch-französische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS, dass seine Tochterfirma MBDA Libyen das Panzerabwehr-Raketensystem ‚Milan‘ liefern werde - für knapp 300 Millionen Euro“; Uranimporte mit Raketen bezahlt? (EG), Spiegel, 4.8.2007
  • Greenpeace-Studie: Terrorgefahr für deutsche Atomkraftwerke ☛ „Die künstliche Vernebelung der deutschen Atomanlagen bietet keinen ausreichenden Schutz vor Angriffen aus der Luft. Das Risiko für die Bevölkerung würde laut einer Studie dadurch nicht verringert … ‚Die Verantwortlichen gestehen mit der Installation der Anlagen das große Terrorrisiko von Atomkraftwerken ein, ohne eine ernsthafte Lösung anzubieten‘“, Welt, 3.8.2007
  • Areva schickt Ingenieure nach Libyen ☛ „Der französische Nuklearkonzern Areva hat bereits Ingenieure nach Libyen geschickt, um die Machbarkeit einer mit Atomkraft betriebenen Meerwasserentsalzungsanlage zu prüfen. Bis die auf politischer Ebene verabredete nukleare Kooperation in einen konkreten Vertrag für das Unternehmen münde, würden aber noch Jahre vergehen … Areva bestätigte darüber hinaus, an den 1.600 Tonnen Uran interessiert zu sein … ‚Es gibt keinen Zusammenhang zwischen einem möglichen Uran-Kauf und dem Nuklearabkommen‘, hieß es“, Handelsblatt, 31.7.2007
  • :!:Frankreich will Kernkraftwerk zum Betrieb einer Meerwasserentsalzungsanlage an Libyen liefern ☛ „Ein Berater des französischen Präsidenten erläuterte: ‚Es gibt zu wenig Trinkwasser in Libyen, mit der erneuerbaren Atomenergie kann das Wasser entsalzt werden‘ … Die Zusammenarbeit Frankreichs mit Libyen soll nach dem Willen des französischen Präsidenten auch auf den Waffenhandel ausgedehnt werden. Frankreich profitiert im Gegenzug von unerschlossenen Uranvorkommen in Libyen. Außerdem wurde bekannt, dass Libyen über Lager mit 1.600 Tonnen Uran verfügt“, Wikinews, 27.7.2007
  • Brasilien will Atommacht werden ☛ „Der brasilianische Präsident will für nationale Unabhängigkeit ein Atom-U-Boot und vor allem die Uran-Anreicherung 500 Millionen US-Dollar investieren … Bis 2010 will Brasilien den ganzen Bedarf an angereichertem Uran selbst herstellen, damit Autonomie erlangen und vielleicht auch selbst in das profitable Geschäft der Urananreicherung einsteigen, das bislang in China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Holland, Japan, Russland und den USA betrieben wird … Brasilien hat den Atomwaffensperrvertrag erst 1998 ratifiziert, aber das Zusatzprotokoll noch nicht, das Überraschungsbesuche der Inspektoren erlaubt … Zuvor hatte das brasilianische Militär aber ein Atomwaffenprogramm betrieben“, Telepolis, 12.7.2007
  • Fragen zur Sicherheitskultur bei Vattenfall (Krümmel/Ringhals) ☛ „Dieser Störfall ist in jedem Fall als Warnsignal zu verstehen. Was in Krümmel abgelaufen ist, wirft eine Menge Fragen zur Sicherheit im AKW auf … Da ist besonders der von der GRS [Gesellschaft für Reaktorsicherheit] angemerkte Bedienungsfehler … Auch hier ist ein Wartungsfehler zu vermuten … Ein solcher Vorfall kann der erste Schritt zu einer Kernschmelze sein“, Greenpeace.de, 5.7.2007
  • Pannenserie in Vattenfall-AKWs ☛ „In kurzer Folge mussten am Donnerstag zwei schlewsig-holsteinische Atomkraftwerke per Schnellabschaltung von Netz genommen werden … Nach Darstellung von Vattenfall entzündete der dadurch entstandene Lichtbogen das zur Kühlung eingesetzte Öl … Auf jeden Fall stellt sich aber die Frage, weshalb in einem Trafo-Gebäude in lediglich 50 Meter Entfernung vom Reaktor offenbar große Mengen brennbaren Öls vorhanden sind?“, Telepolis, 1.7.2007
  • Das AKW zu Babel (Olkiluoto 3) ☛ „Im finnischen Olkiluoto wird der erste europäische Druckwasserreaktor hochgezogen. Kostendruck und Zeitmangel führen zu gigantischen Problemen … Heute arbeiten laut Käthe Sarparanta 1400 Personen auf der Baustelle. In der intensivsten Bauphase Anfang 2008 dürften es etwa doppelt so viele sein. 1580 Unternehmen seien direkt oder als Zulieferer beteiligt … Hirsch kritisiert auch die Atomsicherheitsbehörde Stuk, die zwar auf zahlreiche Baumängel hinwies, am Ende aber immer wieder zulässt, dass die Sicherheitsanforderungen nicht erfüllt werden“; Kosten- und Zeitdruck vor Qualität und Sicherheit (EG), Die Wochenzeitung/ch, 31.5.2007
  • Russia commences construction of floating nuclear power plants ☛ „Today we are signing an agreement on the construction of six energy units of floating nuclear power plants. The demand for them exists not only in Russia but also in the Asia and Pacific region where they can be used for water desalination … will have a capacity of 70 megawatts of electricity and about 300 megawatts of thermal power … Floating nuclear power plants can operate without fuel reload for 12-15 years and have enhanced radiation protection“, RIA Novosti, 15.4.2007
  • AKW Fessenheim & Terrorgefahr, Atomterrorismus: beängstigende Ignoranz der Behörden ☛ „Hintergrund unseres Schreibens war und ist die ‚offene Flanke‘ des AKW auf der zum Rhein gewandten Ostseite des Atomkraftwerks … Ein jederzeit möglicher Anschlag mit ‚modernen‘ panzerbrechenden Waffen auf das AKW Fessenheim hätte verheerende Auswirkungen. Panzer- und bunkerbrechende Waffen aller Art gehören leider schon lange zum gängigen Waffenarsenal im Bereich des Terrorismus und sind auf dem Schwarzmarkt verfügbar“, vorort.BUND.net, 11.2.2007
  • Verfall der Sicherheitskultur ☛ „Details aus einem Prüfbericht zu den Ursachen eines Atomreaktorunfalls in Schweden“, Telepolis, 2.2.2007
  • Im Zeichen des Atoms ☛ „Die Atomkraft hat weltweit Konjunktur und die Uranförderung hält mit dem Bedarf nicht länger Schritt. Der neue Hoffnungskontinent der Bergbaukonzerne heißt Afrika“, TAZ, 16.1.2007

2006:

  • Schon wieder ein Unfall in einem Vattenfall-AKW ☛ „Im AKW Ringhals in Südwestschweden kam es am Dienstagmorgen zu einem folgenschweren Brand. Ein Reaktor musste im Schnellverfahren abgeschaltet werden … Am Dienstagmorgen um 0.30 Uhr explodierte im Atomkraftwerk Ringhals, 60 Kilometer südlich von Göteborg an der Küste gelegen, ein Transformator und brannte vollständig aus“, Telepolis, 15.11.2006
  • Fast-GAU in Schweden ☛ „Das Magazin zitiert Lars-Olov Högelund, der lange Zeit als Chef der Konstruktionsabteilung beim staatseigenen Energiekonzern Vattenfall gearbeitet hat und auch für die drei Reaktoren in Forsmark verantwortlich war. Högelund hatte in der Nya Tidning aus Uppsala davon gesprochen, es hätten nur sieben Minuten daran gefehlt, dass die Bedienungsmannschaft die Kontrolle über den Reaktor verloren hätte. Eine Kernschmelze wäre die Folge gewesen“, Telepolis, 4.8.2006
  • Nahe am GAU (Forsmark) ☛ „In Schweden sind nach einem Störfall vier der zehn Atomreaktoren abgeschaltet worden. Kritiker sprechen von einer Beinahe-Katastrophe und dem schwersten Zwischenfall seit der Kernschmelze von Tschernobyl“, Zeit, 3.8.2006
  • Russland baut schwimmendes Kernkraftwerk ☛ „Die Fertigstellung ist für 2010 geplant, erklärte Rosenergoatom-Chef Sergej Obosow. Der 9,1 Milliarden Rubel (267 Millionen Euro) teure Reaktor solle seinen Liegeplatz nahe der Werft Sewmasch bekommen und sie mit Wärme und Strom versorgen … Sie verfügen nur über eine vergleichsweise geringe Leistung, die etwa bei einem Hundertstel der eines gewöhnlichen Kernkraftwerks liegt. Neben der Strom- und Wärmerzeugung soll das Schiff bei Bedarf auch zur Meerwasser-Entsalzung eingesetzt werden“, Spiegel, 15.6.2006
  • Terror: AKW in Gefahr? (EPR) ☛ „Ein französischer Kernkraftgegner wurde verhaftet, weil er Geheimdokumente veröffentlichte. Sie weisen darauf hin, dass der Schutz des neuen Reaktortyps EPR vor Terrorangriffen unzureichend ist … Die bessere (und nicht allzu teure) Variante wäre es, Kernkraftwerke mit Strukturen aus Beton zu umstellen, beispielsweise Windräder, die einen Großteil der Energie eines seitwärts vorgetragenen Angriffs abtragen könnten“, Zeit, 19.5.2006
  • Uranreserven – Begrenzte Ressource ohne Zukunft ☛ „Europa bezieht seine Uranimporte hauptsächlich aus Kanada(21%), zu 32% aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion (Russland, Kasachstan, Usbekistan, Ukraine inkl. sekundäre Quellen wie Waffen-Uran und Lagerbeständen), aus Niger(17%) und Australien(16%) … 96 Prozent der globalen Uranreserven finden sich in nur zehn Staaten der Erde“, Friends of the Earth Austria, 26.1.2006

2005:

  • Mini-Meiler: Eine gute Idee? ☛ „Eine Lösungsmöglichkeit laut ElBaradei: Hunderte kleiner Atomkraftwerke könnten jeweils nur eine Ortschaft versorgen. Solche Mini-Meiler würden nur einen Bruchteil eines Großkraftwerkes kosten, die normalerweise eine ganze Region versorgen müssen. Ein weiterer Vorteil: Große (und teure) Überland-Stromleitungsnetze müssten nicht gebaut werden. Sobald der Energiebedarf steigt, ließen sich weitere Kraftwerke ergänzen. Die Technik würde sich auch für abgelegene Regionen eignen … Man kann mit einer einzigen Kernladung 30 Jahre Energiesicherheit erhalten. Die Länder, die diese Technik verwenden, benötigen auch keine eigene Infrastruktur, um den Brennstoff aufzubereiten … ‚Wir können es uns nicht leisten, wenn jedes einzelne Land der Erde eigene Anreicherungs- und Wiederaufbereitungsanlagen besitzt‘. Sobald eine solche Region sich bedroht fühlt, könne sie damit dann innerhalb weniger Monate Nuklearwaffen herstellen“, Technology Review, 11.11.2005
  • Wildschweine und Pilze noch immer verstrahlt ☛ „Nach einem Bericht der ‚Welt am Sonntag‘ sind auch knapp 20 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl Wild, aber auch Pilze in einigen Teilen Bayerns noch immer übermäßig durch radioaktive Strahlung belastet. Dies habe kürzlich der Fall eines im Bayerischen Wald geschossenen Wildschweins gezeigt, das mit 70.000 Becquerel pro Kilo Fleisch den Grenzwert von 600 um mehr als das Hundertfache überschritten habe“, ngo-online, 3.8.2005
  • IEA-Chef Mandil: "Die Kernenergie wird eine Renaissance erleben ☛ „Seit der Tschnobyl-Katastrophe haben fast alle großen Industriestaaten auf den Bau neuer Kernkraftwerke verzichtet. Laut dem Direktor der Internationalen Energie-Agentur steht jedoch ein Comeback kurz bevor … Energieerzeugung soll sauberer werden“, SZ, 12.7.2005
  • Kernenergie-Forscher plagen Nachwuchssorgen ☛ „Für das Jahr 2001 weist das Statistische Bundesamt gerade noch zwei Diplom-Abschlüsse mit dem Studienfach ‚Kerntechnik/ Kernverfahrenstechnik‘ aus. In den drei Jahren zuvor sind keine Abschlüsse registriert, 1993 waren es noch fast 50 … Daten der Helmholtz-Gesellschaft zeigen, daß die Lehrangebote an deutschen Hochschulen für Reaktorphysik, -technik, und -sicherheit seit 1995 von 22 auf 13 schrumpfen und nach Plänen der Universitäten weiter reduziert werden“, FAZ, 28.6.2005
  • Bau des Fusionsreaktors Iter - Jubel in Frankreich, Kritik von Umweltschützern ☛ „Bedrohung durch Erdbeben? … Ob der Reaktor am Ende am richtigen Platz steht, ist selbst in Frankreich umstritten. Der Bauplatz liegt in einem erdbebengefährdeten Gebiet … Denn Cadarache liegt in der Nähe zur geologischen Bruchlinie zwischen der afrikanischen und der arabisch-türkischen Platte. ‚Afrika drückt und schiebt‘, erklärt der Geologe Jacques Muller vom Forschungsinstitut CNRS. Die afrikanische Platte drückt hier jährlich mehr als einen Zentimeter nach Norden“; Frz. Akws sind wegen mangelhafter seismisch-historischer Erkenntnisse/Karten nicht erdbeben’sicher‘ erbaut worden (EG), Spiegel, 28.6.2005

2004:

  • Deutsche Atomkraftwerke sind terrorgefährlich – Schweizer AKW ähnlich gebaut ☛ „Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz fordert, dass fünf alte deutsche Atomkraftwerke abgeschaltet werden, weil sie einem Terrorangriff aus der Luft nicht standhalten würden. Greenpeace stellt fest, dass die drei ältesten schweizerischen Reaktoren Beznau-1, Beznau-2 und Mühleberg ähnlich gebaut sind wie die gefährlichen deutschen Atommeiler und die selben Schwachstellen aufweisen“, Greenpeace.org, 23.2.2004

2001:

  • 54 Staaten proben den GAU ☛ „Nicht um das Löschen von Bränden im Kraftwerk oder die Logistik von Evakuierungen geht es bei der Übung, sondern um Daten, um Pressemitteilungen, Interviews, Bürger-Hotlines, kurz: um Informationspolitik“, Spiegel, 21.5.2001
  • :!:Dünner als eine Eierschale - Vor der Explosion bebte die Erde ☛ „Der litauische Seismologe Povilas Suveizdis untersucht die Beschaffenheit der Erdkruste bei dem gigantischen Kraftwerk Ignalina seit vielen Jahren. Seine Arbeitsgruppe fand eine große Anzahl von Bruchlinien in der Erkruste. Suveizdis: ‚Der Atommeiler steht direkt am brisanten Treffpunkt von drei ziemlich gewaltigen Schollen der Erdkruste. Genauer gesagt: Die ‚baltische Mulde‘ aus dem Westen trifft hier auf den ‚masurisch-belorussischen Sattel‘ aus dem Osten und auf den ‚lettischen Sattel‘ aus dem Norden. Wo drei so riesige Stücke zusammentreffen - da bilden sie einen natürlichen Gefahrenherd‘“, Oldenburger Stachel, 5.2001 ( , )

2000:

  • Russisch Roulette - Das Atomkraftwerk Ignalina in Litauen ☛ „1999 hat ein früherer leitender Reaktor-Spezialist des ehemaligen sowjetischen Kernenergie-Komplexes, der seinerzeit den Aufbau und die Inbetriebnahme von Ignalina überwachte, sein Schweigen gebrochen und schwerste technische Mängel ans Licht der Öffentlichkeit gebracht. Der Betrieb der Anlage sei von der ersten Minute an höchst fahrlässig, weil wichtige Wartungs- und Reparaturelemente des Kernkraftwerkes bis heute nicht installiert worden seien“, Phoenix, 22.10.2000 ( )

1995:

  • Tschernobyl-GAU durch Erdbeben? ☛ „Grund für die lange Irreführung der Öffentlichkeit sei die Absicht Moskaus gewesen, zu verheimlichen, daß alle Atommeiler sowjetischer Bauart nicht erdbebensicher sind“, Hamburger Abendblatt, 11.8.1995 (Originalseite: )

1987:

  • Der GAU und das Mädchen - Bonn in der Hand atomarer Erpresser (Gambit) ☛ „Seit Wochen treffen im Bundeskanzleramt regelmäßig stereotyp verfaßte Erpresserbriefe ein, in denen ein Anonymus namens ‚O.D.I.N.‘…Bonn ultimativ vor die Wahl stellt: entweder eine Milliarde Mark in Gold oder den Super-GAU in einem bundesdeutschen Kernkraftwerk“, Der Spiegel, Nr.7, 9.2.1987

1965:

  • Strahlende Pflugschar - Kanalbau mit Atombomben ☛ „Mit der Kanalsprengung zwischen Atlantik und Pazifik würde erstmals ein Lieblingsprojekt der amerikanischen Atomenergie-Behörde (AEC) in die Ingenieurs-Praxis umgesetzt: das Projekt „Pflugschar“, die friedliche Verwendung von Atombomben, etwa um Hafenbecken und Kanäle auszuheben oder um Straßentrassen durch Gebirgszüge zu sprengen … Experten haben errechnet, daß für einen Kanal, der an der Ostgrenze Panamas verlaufen würde (Sasardi -Morti-Trasse), bei traditionellen Baumethoden rund 20 Milliarden Mark aufgewendet werden müßten. Hingegen würde das gleiche Projekt, vermittels atomarer Sprengladungen ausgeführt, nur etwa den zehnten Teil, rund zwei Milliarden Mark, und zudem nur eine halb so lange Bauzeit erfordern“, Spiegel, 20.1.1965 (PDF: )

peak-uran/nachrichten/bis2008/start.txt · Zuletzt geändert: 2011/11/10 14:26 von admin