Kernfusion

2011:

  • Kalte Kernfusion: Herr Rossi sucht das Glück der Menschheit ☛ „Genie oder Scharlatan? Ein italienischer Forscher behauptet, er habe einen Fusionsreaktor gebaut, der die Energieprobleme der Welt endgültig lösen könnte. Doch der Tüftler weigert sich, sein Mini-Kraftwerk von unabhängigen Experten prüfen zu lassen. Ein Käufer hat sich dennoch gefunden“, Spiegel, 10.12.2011
  • K. Aleklett: Rossi energy catalyst – a big hoax or new physics? ☛ „Let us finally play with the idea that Rossi has found a new way to boil water, how can this affect the future supply of energy? Today we use fossil fuels and uranium to boil water … What we are discussing here can be compared with the residual effect, that is 10-15 percent of the energy of a nuclear reactor in operation. To get an energy flow of meaning, there must be facilities of a nuclear power plant size and the number must be quite a few“, Prof. Kjell Aleklett , 4.11.2011
  • Cold fusion debate heats up after latest demo ☛ „Italian physicist and inventor Andrea Rossi has conducted a public demonstration of his ‚cold fusion‘ machine, the E-Cat, at the University of Bologna, showing that a small amount of input energy drives an unexplained reaction between atoms of hydrogen and nickel that leads to a large outpouring of energy, more than 10 times what was put in“, CBS News, 4.11.2011
  • H. Lietz: Kalte Fusion als Technologie ☛ „Der italienische Ingenieur Andrea Rossi hat angeblich einen 1-Megawatt-Generator verkauft … Seitdem war im Internet verfolgbar, wie ein potenzieller Durchbruch bei der Energieerzeugung seine Kreise zieht … Die Einschätzungen liegen zwischen glattem Betrug und dem Anfang der Revolution des Energiesektors“, Telepolis, 3.11.2011
  • Cold Fusion Experiment: Major Success or Complex Hoax? ☛ „A physicist in Italy claims to have demonstrated a new type of power plant that provides safe, cheap and virtually unlimited nuclear power to the world, without fossil fuels or radiation concerns … Rossi says his company will soon start making the E-Cat in the U.S“; Seit Jahrzehnten nur leere und teure Versprechungen sowie Umsetzungsnieten von der heißen & kalten Fusion (EG), Fox News, 2.11.2011
  • M. Gibbs: Believing in Cold Fusion and the E-Cat ☛ „I want to see the oil economy disrupted and a clean, environmentally sound, endless, and incredibly cheap energy source transform the world in my lifetime. I want to believe that Rossi has the answer. But the longer it takes to see proof, the harder it becomes to believe in the E-Cat or cold fusion“, Forbes, 30.10.2011
  • R. Gast: "Kernfusion ist die beste Energiequelle" (Interv. dt. Kernfusionsleiter) ☛ „Mit nur einem Gramm Brennstoff im Reaktor lässt sich ein Kraftwerk mit 3000 Megawatt thermischer Leistung realisieren – so viel wie ein riesiges Braunkohlekraftwerk. Dass die Fusion die richtige Wahl ist, zeigt uns ja auch die Natur selbst. Wenn man an die Genesis glaubt, dann hat der liebe Gott nicht ohne Grund als Heizung für das Weltall die Kernfusion genommen. Sie ist einfach die beste Energiequelle … Mit einem ersten Fusionskraftwerk ist – wenn alles gut geht – frühstens 2060 zu rechnen“; je hoffnungsloser die Kernfusionsaussichten, desto religiöser die Verheißungen (EG), spektrumdirekt, 13.10.2011
  • S. Beck: Auf Lügen errichtet - Überteuerte Großprojekte ☛ „Ob Sydneys Oper, der Überschalljet Concorde oder der Busbahnhof in Hamburg - überall in der Welt kosten Bauprojekte mehr Geld als versprochen. Politik und Verwaltung sind dann beschämt, viele verdienen allerdings an den falschen Berechnungen … Strategische Verfälschungen“; Iter ist noch ein Sonderfall (EG), SZ, 2.8.2011
  • A. Kreye: Bau dich unsterblich - Großprojekte als Macht-Manifestation ☛ „Was verbindet Stuttgart 21 und die Skyline von Shanghai? Bauprojekte fördern Wachstum, symbolisieren Aufbruch, manifestieren Macht in Europa wie im Rest der Welt. Sie funktionieren aber nur, wenn kein Bürger aufmuckt … Dilemma zwischen Großtraum und Realität“; Nach Ressourcen-Peak: Small is beautiful (EG), SZ, 2.8.2011
  • S. Anderl: Kalte Fusion - Ein italienisches Energiemärchen ☛ „Die Idee von der kalten Fusion ist ein Dauerbrenner: Italienische Forscher wollen jetzt Nickelkerne und Wasserstoffkerne bei geringen Temperaturen zu Kupfer verschmolzen haben. Es soll jede Menge Energie entstanden sein, aber kein radioaktiver Abfall. Geht das überhaupt? Skepsis ist mehr als angesagt … Gegen das Ablaufen einer Kernfusion spricht allerdings, dass durch den Reaktor keine Gammastrahlung erzeugt wird, die bei Kernreaktionen zu erwarten wäre“, FAZ, 22.7.2011
  • Grüne fordern Baustopp bei "Iter" ☛ „Zu teuer? Auf jeden Fall! Nutzlos? Wahrscheinlich! So sehen es zumindest die Grünen - und machen sich für ein Moratorium beim Bau des Internationalen Forschungsreaktors ‚Iter‘ stark. Zuletzt waren die Kosten für das Milliardenprojekt explodiert“, Spiegel, 24.6.2011
  • M. Ruchser: Der Wahn von der Kernfusion ☛ „Nach wie vor steckt die Bundesregierung Millionen in die Erforschung nuklearer Energie. Das viele Geld ist bei den Erneuerbaren besser aufgehoben“, FR, 15.6.2011
  • Forschung zur Kernfusion wird zurückgefahren ☛ „Der Bundesrat hatte am Freitag beschlossen, die Finanzierung der Fusionsforschung deutlich einzuschränken. Die Länderkammer stimmt damit einem Beschluss der Europäischen Atomgemeinschaft zu … Diese Forschung behindere die gegenwärtige Energiewende … Allzu viele andere sinnvolle Vorhaben müssten wegen des Megaprojektes zurückstehen“, Welt, 19.4.2011
  • Künstliches Sonnenfeuer soll sicheren Strom liefern ☛ „Die Spezial-Kacheln an der Unterseite des Shuttle waren diesem ‚Stress‘ nur kurzzeitig ausgesetzt. Dagegen müssten in einem stetig betriebenen Fusionsreaktor die wegen ihrer besonderen Hitzebeständigkeit eingesetzten Werkstoffe Grafit und Wolfram dauerhaft einem hohen Wärmefluss standhalten“, Welt, 16.3.2011
  • W. Stieler: Über schwarze Löcher und kalte Fusion ☛ „Im Fall der sogenannten ‚kalten Fusion‘ beispielsweise, die jetzt grade wieder hochkocht… Aber die Geschichte ist verbrannt – jeder, der über kalte Fusion schreibt, ist entweder ein Spinner oder ein unseriöser Geschäftemacher“; Der Glaube an unendliche und billige Energie ist Vorraussetzung für Wachstumskapitalismus (EG), Technology Review, 14.2.2011
  • Iran claims 'nuclear fusion mastered' ☛ “‚It takes 20 to 30 years before this process can be commercialised but we have to use all the capacity in the country to provide the necessary speed for fusion research‘, Salehi was quoted as saying at the time“, AFP/Google News, 11.2.2011
  • C. Schulzki-Haddouti: Über das Luftschloss Kernfusion - »Teures Spielzeug für einen elitären Kreis« (Greenpeace-Interv.) ☛ „ITER ist ein Luftschloss und Prestigeprojekt, daher ist das Management nicht optimal. Die Arbeitsteilung ist nicht rein pragmatisch, sondern hängt mit Prestige zusammen … Die kommerzielle Verwertbarkeit der Kernfusion lässt sich nicht belegen. Sie ist so weit weg, dass man sie nicht substanziell begründen kann. Die Kernfusionsforschung ist damit ein reines Spielzeug. Es ist außerdem ein elitärer Kreis, der hier das Geld erhält. Der Mittelstand profitiert hier an kaum einer Stelle“, Telepolis, 10.2.2011
  • Ein Top-Wissenschaftler redet in der Aula Klartext ☛ „Daran, dass die Welt die Kernfusion braucht, besteht für Axel Winter kein Zweifel. Denn die Brennstoffe Deuterium und Tritium seien zum Beispiel im Meerwasser unerschöpflich vorhanden … Doch nicht nur das Für der Fusionsenergie hat der Forscher in Düren ausführlich erläutert … Ein Mann aus dem Elfenbeinturm ist er darum noch lange nicht“, Aachener Zeitung, 25.1.2011
  • M. Weiss: Seid verschlungen, Milliarden - Teure Forschung ☛ „Weil die EU-Atomgemeinschaft Euratom nicht von den Verträgen zurücktreten könne, sei Iter de facto ein Blankoscheck ausgestellt, man müsse sich nicht wundern, wenn dann die Kosten explodieren“; Jeder Vertrag ist kündbar bzw. beendbar (EG), SZ, 21.1.2011

2010:

  • Bund der Steuerzahler: Schwarzbuch prangert Großprojekte an ☛ „Fehlplanungen bei staatlichen Großprojekten kosten die Bundesbürger Milliarden Euro … Richtig teuer wird die Kostenexplosion bei der Entwicklung des Kernfusionsreaktors ‚Iter‘ bei Genf. Statt 2,7 Milliarden Euro wird er 7,2 Milliarden kosten. ‚Hauptleidtragende dürften die deutschen Steuerzahler sein, die mit knapp 20 Prozent den größten Anteil beim EU-Haushalt leisten‘“, DerWesten.de, 28.10.2010
  • Kaum Aufträge für deutsche Industrie beim grössten europäischen Technologieprojekt - ITER ☛ „Lediglich 28 Millionen Euro an Aufträgen gingen bisher an deutsche Unternehmen und Forschungsinstitute, wie das Bundesforschungsministerium auf Anfrage der SPD kleinlaut einraeumen musste. Bei Ausschreibungen in Hoehe von 1,3 Milliarden Euro ist dieses Ergebnis absolut mickrig und fuer den Industrie- und Wissenschaftsstandort Deutschland eine einzige Enttäuschung“, pressrelations.de, 26.10.2010
  • Iter ou l'illusion tragique ☛ „La recherche sur les effets de la technologie Iter sur les matériaux en est à ses balbutiements. En pleine crise économique, ne serait-il pas raisonnable d’arrêter le projet et de reporter les financements colossaux sur des techniques plus prometteuses?“, L’Illusion tragique! (EG), Slate.fr, 24.10.2010
  • EU-Haushalt zwischen Wirtschaftskrise und Lissabon-Vertrag ☛ „Die Volksvertreter sprachen sich am Mittwoch deshalb für den von der Kommission vorgeschlagenen Ausgaberahmen von rund 130 Milliarden Euro aus. Das sind aber immerhin 5,8 Prozent mehr als der EU-Haushalt für dieses Jahr … Die Mitgliedsstaaten hatten bezweifelt, ob in Zeiten harter Einschnitte in den Staatshaushalten vieler Länder überhaupt eine Steigerung angemessen ist … Des Weiteren sei die zuverlässige Finanzierung bei europäischen Großprojekten, wie z. B. bei ITER…unerlässlich“, EurActiv.de, 21.10.2010
  • D. Lüdemann: "In 100 Jahren ist China die führende Forschungsnation" - Kernfusion in China (Jiangang Li-Interv.) ☛ „Damit eine Fusion gelingen kann, müssen wir die Isotope im Reaktor auf mindestens 100 Millionen Grad Celsius erhitzen, sodass sie den Plasma-Zustand erreichen … Und gleichzeitig müssen Sie die Supraleiter im inneren des Reaktors auf minus 269 Grad Celsius herunterkühlen … Sie dürfen nicht vergessen, dass Chinas Regierung zehn Mal mehr Geld in die Entwicklung und den Ausbau erneuerbarer Energien, wie Solar- oder Windenergie, steckt als in die Kernfusion“; China-Konkurrenz als (vor-)letzte Legitimationsstrategie für brotlose Milliardenverschwendung (EG), Zeit, 20.10.2010
  • Köstinger verlangt: Nuklearforschung darf nicht EU-Agrarbudget verbrennen ☛ „Die Agrarsprecherin der ÖVP im Europaparlament, Elisabeth Köstinger … »Es kann nicht im Sinn der Bevölkerung sein, dass Gelder für die Sicherstellung der Lebensmittelversorgung abgezogen und in die Atomforschung investiert werden«“; Der Agrarsektor bräuchte die Mittel für seine rechtzeitige Anpassung an die postfossile Epoche dringenst selber! (EG), Österreichische BauernZeitung, 20.10.2010
  • Rübig/Köstinger zum EU-Budget 2011: Kein Rotstift bei Forschung, Innovation und Landwirtschaft ☛ “‚EU-Investitionen in Forschung, Innovation, Bildung und Energie müssen sinnvoll und zielgerichtet sein. Vor allem müssen sie einen direkten Mehrwert für die Bürger aufweisen - gerade in Zeiten der Krise. Mehr europäische Mittel für mehr europäische Wettbewerbsfähigkeit machen Sinn, damit die EU die Krise rasch überwinden kann. Eine Umschichtung von Geldern in das Versuchs-Fusionsreaktor-Projekt ITER macht hingegen jetzt keinen Sinn‘, so ÖVP-Budgetsprecher Dr. Paul Rübig“, APA/ots.at, 20.10.2010
  • Galileo: Ein gescheitertes Großprojekt der EU‎ ☛ „Nicht nur Stuttgart 21 oder ITER oder Tranrapid oder A400M erweisen sich immer wieder als Milliardengräber für den Steuerzahler. Durch bewusst falsche Kalkulationen wird der Auftraggeber getäuscht … Man startet Großprojekte unter völlig unrealistischen Kostenkalkulationen und Zeitplänen, die dann rasch überholt sind. Da in der Regel dann meist der Auftraggeber einen Abbruch des ganzen Projektes scheut, wird stetig nachgebessert. Die sogenannte Public Private Partnership (PPP) erweist sich als Ressourcenfalle für den Steuerzahler. Zur Verantwortung wird meist niemand gezogen“; Selbstzerstörerisch in Adaptionsepochen (EG), ReadersEdition.de, 8.10.2010
  • G. Erber: Was ist eigentlich Technologiefeindlichkeit? ☛ „Ob eine Technologie für den angestrebten Zweck geeignet ist, ist ein Problem der Technologiewahl. Mithin kann man diese nur dann angemessen treffen, wenn man im Rahmen einer Ziel-Mittel-Evaluation die Eignung einer Technologie zur Zielerreichung feststellt. Hinzu kommt die Frage der Wirtschaftlichkeit. Technologien wie der Transrapid oder Iter scheitern ja daran, dass sie zwar machbar – siehe für erstere Shanghai – sind, aber unwirtschaftlich“, Readers-Edition.de, 3.10.2010
  • Großprojekt ITER: Das Feuer der Sonne auf die Erde holen ☛ „Verschmelzen nicht – wie in der Sonne – die leichten Wasserstoffkerne miteinander, sondern Deuterium und Tritium … auf einer Temperatur von 200 Millionen Grad gehalten werden, damit das Sonnenfeuer auf Erden zündet … die Frage nach der ‚Fusionskonstanten‘ … dass Naturwissenschaftler und Ingenieure seit den 60er Jahren fest davon überzeugt sind, dass in 40 Jahren eine ‚Kernfusion‘ genannte Technik elektrischen Strom liefern wird. 1960 hoffte man also auf den ersten Fusionsreaktor im Jahr 2000. Später, 1980, sollte die Kernfusion zumindest 2020 elektrischen Strom liefern. Und im Sommer 2010 nennt Günther Hasinger die Zeit um das Jahr 2050 als Beginn der kommerziellen Nutzung dieser Technik“, Tagesspiegel, 19.9.2010
  • M. Paulwitz: Energie als Schicksal ☛ „Deutschland ist das einzige große Industrieland, das sich dem internationalen Konsens verweigert, die Kernkraft als ‚Brückentechnologie‘ bis zur Einsatzreife einer versorgungssicheren, ortsungebunden verfügbaren und potentiell unbegrenzten Energiequelle zu nutzen. Die Kernfusion könnte von der Jahrhundertmitte an diese Rolle übernehmen“, Junge Freiheit, 21.8.2010
  • Scharfe Kritik an ITER-Atomfusionsreaktor ☛ „Statt weiter hohe Beträge in das ITER-Projekt zu pumpen, solle die internationale Gemeinschaft und vor allem Europa vielmehr ein Kernkraftwerk der vierten Generation bauen, forderten die Forscher. Diese könnten Atomabfälle in Brennstoffe verwandeln und so eine «saubere Energie für mindestens 5.000 Jahre» liefern“; Atomar-religiöse HeilsPredigerIndustrie (EG), L’Alsace.fr, 14.8.2010 ( )
  • Sonnenfeuer außer Kontrolle - Fusionsreaktor ☛ „Insgesamt dürfte sich der Preis von Iter auf derzeit geschätzte 16 Milliarden Euro erhöhen … In den letzten Jahren ist der Baukosten-Index sehr viel schneller angewachsen als die allgemeine Inflation … An manchen Stellen haben die Forscher die Komplexität der Anlage unterschätzt … Dieses Plasma soll auf 150 Millionen Grad erhitzt werden … Das zusätzlich benötigte Geld soll aus anderen EU-Forschungsprogramme und aus nicht verwendeten Mitteln des Agrar-Haushalts abgezweigt werden“, FR, 12.8.2010
  • Wissenschaftler fordern Stopp des Fusionsreaktors ☛ „Verzicht auf Milliardenprojekt mit ungewissem Erfolg verlangt - Zu viele andere Projekte seien wegen Iter gefährdet … Das im südfranzösischen Cadarache geplante Versuchsprojekt sei »unerschwinglich und nicht funktionstüchtig«, kritisierten die Wissenschaftler … Unter den Unterzeichnern ist Georges Charpak, der 1992 den Physiknobelpreis für die Entwicklung von Teilchendetektoren erhalten hatte“, Welt, 11.8.2010
  • Atomreaktor-Versuchsprojekt ITER scharf kritisiert ☛ „Ab 2019 werde höchstens die erste dieser Schwierigkeiten erprobt werden; die dritte Schwierigkeit sei die ‚gefährlichste‘. Das Projekt sei daher weit von einem Prototyp für ein Kraftwerk entfernt. Alternativen gefordert“, DiePresse.com, 10.8.2010
  • Wissenschaftler üben Kritik an ITER-Atomfusionsreaktor ☛ „Die Wissenschaftler bemängelten nun, dass drei große Schwierigkeiten erst noch überwunden werden müssten: das Plasma in einer Ummantelung zu halten, Tritium in großen Mengen herzustellen und Materialien zu erfinden, um das Plasma einzuschließen“; Nur 3 Probleme? Verharmlosung einer hoffnungslosen Lage (EG), N 24.de, 10.8.2010
  • Charpak/Treiner/Balibar: Nucléaire - arrêtons Iter, ce réacteur hors de prix et inutilisable ☛ “…le coût prévisionnel de construction d’Iter venant de passer de 5 à 15 milliards d’euros … C’est exactement la catastrophe que nous redoutions. Il est grand temps d’y renoncer … Pour contrôler cette production d’énergie, trois difficultés majeures doivent être surmontées: maintenir le plasma à l’intérieur de l’enceinte (il est instable), produire le tritium en quantités industrielles et inventer des matériaux pour enfermer ce plasma sous ultravide dans une enceinte de quelques milliers de mètres cubes“, Libération, 10.8.2010 ( , )
  • H.d. Quetteville: Fusion research at Iter - unlocking the power of the sun ☛ „The hydrogen isotopes need to be heated to 150 million degrees centigrade, 10 times as hot as the core of the sun, at which point the atoms begin to disintegrate, creating plasma, an electrically charged gas. This plasma needs to be contained while fusion occurs, but containment can only be achieved within a vast magnetic field, 50,000 times stronger than that of the Earth, generated by a piece of equipment known as a tokamak. At Iter, the tokamak is due to be built around a doughnut-shaped container containing about 1,000 cubic metres of plasma“; Also im Klartext: der ITER-TechnoTraum befindet sich weit jenseits der Sonnenfusionsrealitäten (EG), Telegraph, 10.8.2010
  • Harms: ITER-Rat in der "Welt des Surrealen" ☛ „Fraktionsvorsitzende der Grünen/EFA im EU-Parlament, hat den Finanzierungsbeschluss zum internationalen Kernfusionsprojekt ITER scharf kritisiert. »’Augen zu und durch‘ scheint das Motto der verschworenen Fusionsgemeinschaft zu sein«, so Harms in einer Erklärung … Vor Beginn der eigentlichen Baumaßnahmen sei jetzt womöglich der ‚letzte Moment, den Unsinn zu stoppen‘“, EurActiv.de, 29.7.2010
  • S. Schramm: Sonnenfeuer auf Sparflamme - Forschungsreaktor auf Sparflamme ☛ „Bevor es ihr gelingt, die ersten Kerne zu fusionieren, könnte eine der teuersten Forschungsallianzen der Geschichte auseinanderfliegen … Einige Mitglieder sollen sogar schon bei der EU-Kommission angefragt haben, wie teuer ein Ausstieg würde … »Das ist eine echte Krise«, sagt Stephen Dean, Präsident der Fusion Power Associates … Nun müsse man sich jedoch fragen, ob die Fusionsenergie überhaupt bezahlbar sei, meint Dean“; Wissenschaftliches Absahner-Äquivalent zur Finanzmarktbranche (EG), Die Zeit, Nr.25, 17.6.2010
  • :!:A. Wragge: ITER - "Kernfusionsforscher blenden die Politik". Interview mit Kernphysiker Heinz Smital ☛ „Deutschland soll sofort aus dem Kernfusionsprojekt ITER aussteigen … Die Politik versenke ‚sinnlos‘ Geld in einer Technologie, die ihre Verheißungen nicht erfüllen könne … diese Entscheidung würde auch den anderen Ländern helfen. Alle könnten ehrlich sein und sagen, wir versenken nicht weiter sinnlos Geld. Je früher man diese Entscheidung trifft, desto besser“, EurActiv.de, 15.6.2010
  • Megaprojekt ITER: Riesenreaktor in Nöten ☛ „Das teuerste Experiment der Menschheit steht auf der Kippe … So habe man bei der Kostenabschätzung 2001 manches einfach vergessen. Den weitaus größeren Teil der Zusatzkosten machten aber gestiegene Rohstoffpreise und ein verändertes Design aus. Außerdem sei es bei der Planung von Iter nie um Kosteneffizienz gegangen, sondern darum, in möglichst vielen Ländern das Know-how zu entwickeln“, Tagesspiegel, 28.5.2010 (Techno-Murx für den bodenlosen “+150 Mio Grad ⇔ -269 Grad - Spagat? (EG): )
  • Fusionsreaktor "Iter" in Gefahr ☛ „Nun droht Iter am Geld zu scheitern … Zur Sicherung der Milliardenkosten präferiere die Kommission zudem eine Verpflichtungserklärung der EU-Länder für alle Zusatzkosten bis 2020“; Stoppt Iter! Speicher- + PV-Forschung sind vielfach ertragreicher! (EG), SZ, 21.5.2010
  • Forschungsprojekt "Iter": Geplanter Riesen-Reaktor steht auf der Kippe ☛ „Eine Kathedrale der Neuzeit soll hier auf gelb-rotem provencalischem Grund entstehen: der internationale Kernfusionsreaktor ‚Iter‘, eines der größten Forschungsprojekte der Welt … In den vergangenen Monaten haben die Bauleute Erde vom Gesamtvolumen der Cheopspyramide bewegt, heißt es … Kurz vor dem Treffen der EU-Forschungsminister verschärfte sie ihre Kritik daran, dass Berlin statt der ursprünglich vereinbarten 540 Millionen Euro nun mehr als eine Milliarde überweisen soll“; Wer genau will so etwas Wichtiges und Teures in einer signifikanten Erdbeben-Risikozone erbauen? (EG), Spiegel, 21.5.2010 ( )
  • Reakter ITER: Kostenexplosion statt Kernfusion ☛ „Das Milliardenschwere Projekt spaltet Europa … Die Nichteuropäer hatten vor allem materielle oder personelle Beiträge zugesagt; die EU trägt damit die finanzielle Hauptlast, obwohl ihr Beitrag auf dem Papier ‚nur‘ 40 Prozent beträgt … Der erste industriell einsetzbare Fusionsreaktor nach dem Iter-Modell dürfte frühestens 2060 stehen, die weltweite Verbreitung erst gegen Ende des Jahrhunderts folgen“, FR, 14.5.2010
  • Physiker fordern Neubau von Atomkraftwerken - Energie für Deutschland ☛ “‚Deutschland fehlt ein energie- und klimapolitisches Gesamtkonzept‘, sagte der Kernfusionsexperte Martin Keilhacker, ehemaliger Leiter des europäischen Fusionslabors Jet in Oxfordshire. Zudem werde für die langfristige Energieforschung zu wenig Geld ausgegeben, weil die Politik schnelle Lösungen wolle. ‚Da wird zu früh in Marktentwicklungen investiert‘, klagt der Leiter des DPG-Arbeitskreises Energie“; Sie leben in ihrer eigenen kleinen Welt (EG), Spiegel, 17.3.2010

2009:

  • Mini-Bombe als Energielieferant - Physik an den Grenzen ☛ „Gigantismus trifft Mikropräzision: Im kalifornischen Livermore geht 2010 die größte Laserfusionsanlage der Welt in Betrieb - durch militärische Forschung angetrieben … Wasserstoffbombe … 1971 startete das offizielle Fusionsprogramm, das aber in den folgenden Jahren immer wieder von Rückschlägen und Misserfolgen heimgesucht wurde … So aber wurden - auch getrieben durch militärische Ziele - stets neue Mittel in die Forschung gesteckt“, FR, 8.12.2009
  • Forscher bauen Kraftwerk nach Vorbild der Sonne ☛ „Das Vorbild ist die Sonne … ‚Mit der Inbetriebnahme ist Ende 2018 zu rechnen‘, sagt Sabina Griffith, Pressesprecherin von Iter … Der Reaktor sei gegen Erdbeben, Lecks im System oder auch Terrorangriffe gewappnet … Mit dem Neutron aus der Fusionsreaktion kann Tritium aus Lithium erbrütet werden. Lithium ist recht gleichmäßig in der Erdkruste verteilt … Kann immer genügend Tritium erbrütet werden, sodass sich der Betrieb aufrechterhalten lässt? Und ist der Aufwand am Ende vielleicht so groß, dass die Sache zwar technisch klappt, aber unwirtschaftlich ist?“, Welt, 14.10.2009
  • Verzögerte Fusion: Experimentalreaktor Iter wird erst 2026 zünden (F.Grotelüschen-Interv.) ☛ „Aber eine Fusion dann wirklich zu zünden, was ja eigentlich der Sinn und Zweck ist von Iter, das wird man erst acht Jahre später hinkriegen, dann erst wird man die Anlage auf den Betrieb mit Deuterium und Tritium umrüsten, und das ist die Voraussetzung für die Kernfusion … Und vor Jahren hieß es ja auch noch, dieses Gerät, dieser Iter wird ein Erfolg, wir wissen genau, wie man so etwas zu bauen hat. Und jetzt sieht man: Ganz so einfach ist das nicht, daran leidet natürlich die Glaubwürdigkeit“, Deutschlandfunk, 18.6.2009
  • Fusionsforschung: Warten auf die Zündung ☛ „Erste Experimente mit der Trägheitsfusion hat es schon in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts gegeben … Am stärksten ist seit den neunziger Jahren wohl das militärische Interesse gestiegen; denn mit den in solchen Anlagen möglichen Experimenten kann man die Eigenschaften und das Verhalten von Kernwaffen testen, ohne dass es zur Explosion kommt … Insbesondere bei der Laserfusion, bei der die Energie von Laserstrahlen geliefert wird, stieße man, selbst wenn man das könnte, schnell an schwer zu überwindende Grenzen“; Kernfusions-Milliarden eigentlich verkappte Rüstungsforschung? (EG), FAZ, 4.6.2009
  • Langes Warten auf die Fusionsenergie ☛ „Der internationale Forschungsreaktor Iter wird wohl doch nicht so schnell Ergebnisse liefern, wie die beteiligten Wissenschaftler es sich erhofft hatten. Warum der Bau des ambitiösen Projektes zunehmend ins Stocken gerät … Die Fusionen beziehungsweise die durch sie freigesetzten Elektronen sollen dann rund zehnmal mehr Energie liefern, als zunächst investiert werden muss“; Nur! (EG), Handelsblatt, 28.5.2009
  • Fusion dreams delayed ☛ „Holtkamp says that the central project office will need up to 750 staff to do the job — a 25% increase over the original plan … For example, the 150,000 kilometres of superconducting wire for the magnetic coils will be produced in China, Japan, Russia, Korea, the EU and the United States“, Nature, 27.5.2009
  • Greifswalder Forscher bauen die Sonne nach ☛ „Die Sache klingt ganz einfach, jedenfalls aus dem Mund von Professor Robert Wolf: ‚Energie gewinnt man, wenn man leichte Atome wie Wasserstoff fusioniert oder schwere wie Uran spaltet. Die Kernfusion liefert im Vergleich fünfmal so viel Energie wie die Kernspaltung‘“, Berliner Morgenpost, 27.5.2009
  • Zukunftskommission: Kernfusion soll NRW an die Spitze bringen ☛ „Bildung und Spitzentechnologie - damit soll NRW ganz vorne landen. So sieht es die von Ministerpräsident Rüttgers beauftragte Zukunftskommission. Sie setzt vor allem auf Kernfusion: NRW solle alles daran setzen, dafür den ersten kommerziell nutzbaren Reaktor zu bauen. Und zwar möglichst schnell“; Wer noch an die Mondlandungen glaubt, kann auch noch von der Kernfusion träumen (EG), Der Westen, 25.5.2009
  • Die Sonne auf die Erde holen ☛ „In diesem Sommer startet der Bau des Fusionsreaktors ‚Iter‘ - Forscher versprechen sich davon nicht weniger als die Lösung der Energieprobleme … Ziel ist es, in wenigen Minuten andauernden Brennphasen erstmals mindestens zehnmal so viel Energie herauszuholen, als hineingesteckt wird“, derStandard.at, 7.4.2009
  • Der Weg zum Fusionsreaktor bleibt steinig ☛ „Das ist in der Tat eine schwierige Aufgabe, denn das Plasma, in dem die Fusionsreaktionen ablaufen sollen, muss mit rund 150 Millionen Grad sogar etwa zehnmal so heiß sein wie die Sonne, soll es den niedrigeren Druck kompensieren“; 10-fache Feuerhölle des Sonnenzentrums in einem Fusionsreaktor?? (EG), FAZ, 26.1.2009

2008:

  • Die Sonne auf Erden ☛ „Für mehr als fünf Milliarden Euro wollen Physiker erstmals ein Fusionskraftwerk errichten, das Energie erzeugt … Schon jetzt steht fest, dass ‚Iter‘ am Ende mindestens 30 Prozent mehr kosten wird als veranschlagt … Seit einem halben Jahrhundert quälen sich Physiker auf der ganzen Welt damit herum, das Fusionsfeuer zu entfachen. Nach so langer Zeit hat die Öffentlichkeit längst die Hoffnung verloren, dass bei ihrer Forschung jemals etwas Nützliches herauskommen wird … Es scheitert schon daran, dass keine irdische Maschine so hohe Drücke wie ein Stern zu erzeugen vermag. Die Forscher versuchen, diesen Mangel durch noch weit höhere Temperaturen als in der Sonne auszugleichen: Sie erhitzen das elektrisch geladene Wasserstoffgas auf sagenhafte 100 Millionen Grad Celsius“, Spiegel, 29.12.2008
  • Kann die Kernfusion unsere Energieprobleme lösen? ☛ „Insbesondere ist unklar, ob sich die Fusionskraftwerke energetisch und finanziell rentieren … Um die Energie- und Klimaprobleme von heute lösen zu kann, kommt die Technologie auf jeden Fall zu spät“; Irrsinns-Projekt: 10 Mal heisser als die Sonne (EG), Focus, 7.11.2008
  • "Das Sonnenfeuer auf die Erde holen" ☛ „Schließlich ist das Potenzial dieser Maschine enorm: Sie könnte eine Energiequelle erschließen, die hocheffizient ist und zugleich sauberSicher, unerschöpflich und Klima schonend … Denn sie machten eine unliebsame Entdeckung: Das heiße Plasma greift die Wände des Reaktors stärker an als ursprünglich angenommen“, Deutsche Welle, 30.9.2008
  • Fusionsreaktor "Iter" angeblich vor Kostenexplosion ☛ „Auch das bereits auf 2016 hinausgeschobene Datum für die Fertigstellung werde um ein bis drei Jahre überschritten … Grund für die höheren Kosten und den verzögerten Zeitrahmen seien ‚wichtige Änderungen am Design‘ sowie ‚die Koordinierung der Partnerländer‘, schreibt ‚Nature‘. So müsse unter anderem das Gebäude erdbebensicher gemacht werden“, Spiegel, 11.6.2008
  • Fusion reactor faces cost hike ☛ „When ITER was finalized in mid-2005, its anticipated budget was €10 billion over 30 years, with half of that going to construction. Dean says that estimate was based on an incomplete design and that ‚some things were not looked at in detail‘“, Nature, 10.6.2008
  • Forscher glaubt an Durchbruch bei kalter Fusion ☛ “‚Solange sich an den Grundprinzipien der Physik nichts ändert, kann eine kalte Fusion nicht funktionieren‘, sagte Stefan Bosch vom Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Greifswald … Jegliche quantenmechanische Berechnungen hätten ergeben, dass die kalte Fusion nicht möglich sei … Doch selbst wenn Aratas Experiment die Existenz der Fusionsreaktion beweisen sollte, wäre noch lange nicht geklärt, ob die freigesetzte Energie auch technisch nutzbar wäre“, Spiegel, 31.5.2008

2007:

  • Warten auf Hochspannung ☛ Fusion: „Die Spitzmaus ist das kleinste Säugetier, immer knapp an der Grenze zum Erfrieren. Wir befinden uns weit unterhalb der Spitzmausgröße … Frühestens 2050, schätzen die Forscher, könnte das erste kommerzielle Sonnenfeuer-Kraftwerk ans Netz gehen. Zunächst aber müssen die Wissenschaftler zeigen, dass aus der Fusion überhaupt Energie zu gewinnen ist“, Die Zeit, Nr.47, 15.11.2007
  • Gezähmte Sonne als Kraftwerk - Fünf Minuten Physik ☛ „Zahlreiche Fusionsforschungsreaktoren wurden bislang gebaut, und der bislang größte – der sogenannte Iter – entsteht gerade in Cadarache in Südfrankreich“; entsteht geraaaahhhhde ! (EG), Welt, 11.7.2007
  • Schneller zum Fusionsreaktor? ☛ „Dem aktuellen Zeitplan zufolge wird die kommerzielle Stromproduktion aus Kernfusion frühestens um die Jahrhundertwende zur Verfügung stehen … Mit der Entwicklung des stromproduzierenden Reaktors ‚Demo‘ wird nach bisherigen Plänen erst begonnen, wenn nach der für 2017 geplanten Inbetriebnahme von ‚Iter‘ weiterführende Versuchsergebnisse vorliegen … Die früheste Inbetriebnahme eines ersten stromliefernden Reaktors wäre demnach um das Jahr 2037, der erste kommerzielle Reaktor würde zur Jahrhundertmitte hin folgen können … Eine stärkere Orientierung der Fusionsforschung auf die Stromproduktion würde es für die europäische Industrie attraktiver machen, eigene Mittel in die Technik zu investieren“; „Schneller“ wäre immer noch zu spät / 50 Jahre Energie-Kernfusion gar nicht Kernziel? (EG), FAZ, 2.7.2007
  • Kernfusion - Sonnenfeuer auf Erden ☛ „Die Sonne ist ein gewaltiges Kraftwerk … Forscher wollen die Kernfusion auch auf der Erde nutzen - als umweltfreundliche Energiequelle … Nach 100 bis 500 Jahren ist die Radioaktivität dieses Materials nach IPP-Angaben vergleichbar mit derjenigen aus der gesamten Kohleasche eines leistungsgleichen Kohlekraftwerks“, stern, 17.5.2007

2006:

  • H. Güntheroht: Kernfusion - Die Sonne im Tank ☛ „Treibstoff für Iter nahezu unerschöpflich vorhanden - Kontrollierte Fusion ist komplex und schwierig - Auch Iter produziert radioaktiven Abfall - Cadarache ist erdbebengefährdet“, stern, 20.12.2006
  • :!:R. Streck: "Eigentümliche Dosis an Optimismus" (ITER) ☛ „Als ‚Jahrhundertprojekt‘ wird der vereinbarte Bau des Testreaktors ITER bezeichnet … In das Projekt fließt ein großer Teil der Forschungsgelder der EU, dabei könnte es sich auch als ‚Sackgasse’ entpuppen, geben auch beteiligte Forscher zu … Schließlich hatte sich die USA von 1998 bis 2003 schon einmal aus Projekt verabschiedet und Kanada ist 2004 ausgestiegen“, Telepolis, 22.11.2006
  • Ein Sonnenfeuer auf Erden ☛ „In der Theorie klingt die Fusion ebenso wunderbar wie ihr natürliches Vorbild - das Sonnenfeuer. Kernfusion ist der physikalische Vorgang, der die Sonne erglühen läßt. Die Rohstoffe sind unerschöpflich vorhanden, der Fusionsvorgang ungefährlich, da er jederzeit kontrolliert abgebrochen werden kann…“; Die Sonne muss aber nicht erst vorher Rohstoffe und Antriebsenergie mühsam herbeikarren (EG) FAZ, 22.11.2006
  • Der Kernfusionsreaktor Iter wird gebaut ☛ „Mit dem auf zehn Milliarden Euro geschätzten Projekt sollen neue Wege der Energiegewinnung durch Kernfusion erforscht werden … Nach einer Bauzeit von etwa zehn Jahren sollen etwa 600 Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker zunächst zwanzig Jahre an der Anlage arbeiten … Chirac bezeichnete Iter als ‚außergewöhnliches Abenteuer‘, mit dem die Menschheit sich ‚der Herausforderung der ökologischen Energie‘ stelle“, FAZ, 21.11.2006
  • F. Grotelüschen: Reaktionen vom Inneren der Sonne im Pinienwald ☛ „Wasser und Steine als Rohstoff … Lithium, das als Ausgangsstoff für den überschweren Wasserstoff dient, lässt sich aus Steinen gewinnen. Ein praktisch unerschöpflicher Brennstoff … Wenn sie funktioniert…“; Das unendliche Wenn-Traum(a)land des Fusionismus (EG), TagesAnzeiger.ch, 21.11.2006
  • Fusionsreaktor ITER: 10 Milliarden Euro für das teuerste Experiment auf Erden ☛ “‚Wenn es gebaut werden kann, würde ein Fusionskraftwerk keine Treibhausgase ausstoßen und nur geringe Mengen radioaktiven Abfalls produzieren, es könnte in keiner Kettenreaktion explodieren, und sein Brennstoff kommt in praktisch endloser Menge in Meerwasser vor‘, hieß es in ‚Science‘“; Die Brennstoff-Lüge: völlig unklar, ob die 2.Brennstoffkomponente (Tritium) überhaupt je ausreichend selbst im ITER produziert werden kann (EG), Spiegel, 21.11.2006
  • Noch mehr Geld für Atomforschung? (EU) ☛ „Wenige Tage vor dem 20. Jahrestag des Reaktorunfalls in Tschernobyl wurden Pläne der EU bekannt, wonach die Mittel für Atomforschung für die Jahre 2007 bis 2011 erheblich aufgestockt werden sollen. Ein Großteil davon dürfte in Forschungen zur Kernfusion fließen, die im Vergleich zur Kernspaltung weniger umstritten ist. Die österreichischen Grünen bemängeln aber, dass gegenüber den 4,1 Milliarden Euro nur etwa 770 Millionen Euro für die Bereiche erneuerbare Energien und Energieeffizienz im EU-Forschungsbudget veranschlagt wurden“, Telepolis, 4.5.2006
  • Kernfusion-Studie: Nutzung des Sonnenfeuers wäre sicher ☛ „Wenn ‚Iter‘ wieder abgeschaltet wird, erwarten die Betreiber zwar einen Berg von 30.000 Tonnen radioaktivem Material. Wegen der kürzeren Halbwertszeiten würden aber 80 Prozent davon nach 100 Jahren kaum noch strahlen. Zudem könnte die Hälfte des Materials wieder verwendet werden, so dass eine Endlagerung begrenzt bliebe“; So gut wie alle Schwerlasttransporte/arbeiten ab ca. 2030 nur noch ohne Erdöl möglich!(EG), Spiegel, 5.2.2006
  • IPP-MPG: Europäische Studie zu künftigen Fusionskraftwerken ☛ „Technische Realisierbarkeit, zu erwartende Sicherheits- und Umwelteigenschaften sowie Kosten eines künftigen Fusionskraftwerks untersucht die kürzlich fertig gestellte europäische Kraftwerksstudie „European Fusion Power Plant Conceptional Study … Nach heutigem Wissen sind katastrophale Unfälle in einem Fusionskraftwerk unmöglich, eine Endlagerung des Abfalls ist bei Rezyklierung nicht nötig. Der Strompreis wird dem anderer umweltfreundlicher Energietechniken entsprechen“; Unfassbare Wissenschaft. Nach heutigem UnWissen! (EG), Max-Planck-Institut für Plasmaphysik, 30.1.2006 (Studie Zsf.: ; Studie: )

2005:

  • Kernfusion - Der Traum von der unerschöpflichen Energiequelle ☛ „Iter ist nur ein Zwischenschritt … Das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik geht davon aus, dass sowohl Iter als auch Demo eine Planungs-, Bau- und Betriebszeit von 30 Jahren haben werden. Damit könnte ein Fusionskraftwerk vielleicht in rund 50 Jahren wirtschaftlich nutzbare Energie liefern“; ?? 2 mal 30 = 60 Jahre und über Nacht steht die kommerzielle Kathedrale?? (EG), stern, 29.6.2005
  • Bau des Fusionsreaktors Iter - Jubel in Frankreich, Kritik von Umweltschützern ☛ „Umweltschützer warnen vor strahlenden Abfällen und möglichen Erdbeben am geplanten Standort … Selbst bei einem ‚Gau‘ wäre eine Evakuierung der Bevölkerung nicht nötig … Die Umweltorganisation Greenpeace macht hingegen geltend, unter dem Strich fielen beim Iter so viele Strahlenabfälle an wie bei jetzigen AKWs. So werde etwa zehn Mal mehr strahlendes Tritium freigesetzt als von den bislang 19 deutschen AKWs zusammen … Der Internationale Thermonukleare Experimentalreaktor (Iter)…soll bis 2014 fertiggestellt sein“, Spiegel, 28.6.2005
  • Kernenergie-Forscher plagen Nachwuchssorgen ☛ „115 Millionen Euro jährlich stehen in den kommenden Jahren aus Bundesmitteln für die Fusionsforschung zur Verfügung, weitere 40 Millionen kommen von der EU und den Ländern“, FAZ, 28.6.2005
  • Frankreich bekommt den Fusionsreaktor - EU setzt sich durch ☛ „Insgesamt soll das Projekt 9,6 Milliarden Euro kosten. Die neue Technik kann angeblich bis zu 100.000 neue Arbeitsplätze schaffen … Das Iter-Projekt hat zum Ziel, in den nächsten 35 Jahren eine saubere und unerschöpfliche Energiequelle zu erschließen“; Was werden dagegen 100.000 Beschäftigte in der Wind/Solar/Speicherbranche innerhalb der nächsten 35 Jahre alles bewirken?! (EG), FAZ, 28.6.2005 ( )

2003:

  • B. Flyvbjerg: The Lying Game ☛ „The problem is that the Machiavellian make-believe world of underestimated costs and overestimated benefits projected by many proponents to promote their favourite project distorts reality“, in: EuroBusiness, vol.5, no.1, pp.60-62, 6.2003

1987:

  • :!:U. Schnabel: Ungebändigtes Sonnenfeuer ☛ „Die gerade in Planung befindliche nächste Fusionsmaschine NET (Next European Tonis), die zwischen fünf und zehn Milliarden Mark kosten soll, wird erst einmal wissenschaftlichen Zwecken dienen. Erst der Reaktor DEMO soll Anfang des 21. Jahrhunderts beweisen, daß die Stromproduktion mit der bis dahin (hoffentlich!) gezündeten Kernfusion technisch klappt und erst dann könnte ein wirtschaftlich arbeitender Fusionsreaktor entstehen“; Die ewige Brennstoff-Lüge der Fusions-Lobbys (EG), Die Zeit, Nr.31, 24.7.1987

Begriffe:



  • ITER ☛ „Der nun festgelegte Standort Cadarache in Frankreich ist ein Erdbeben-Risikogebiet, dies galt ebenfalls für den in Betracht gezogenen japanischen Standort“; Miserable Netto-Energieprognose selbst für 2040 (EG), Wiki (engl.: )
  • Cadarache ☛ „Risque sismique: Selon l’Autorité de sûreté nucléaire, 6 installations du Centre devront être arrêtées pour non conformité aux normes antisismiques actuellement en vigueur“, Wiki (Centre de Cadarache: )
  • Atelier de Technologie du Plutonium (Cadarache) ☛ „Le 27 janvier 1995, l’Autorité de sûreté nucléaire juge que l’analyse du risque sismique sur l’Atelier de Technologie du Plutonium présenté par l’IPSn conclut à la nécessité d’une fermeture de l’installation peu après l’an 2000“, fr.Wiki



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