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Peak Uran: Interviews, Kommentare, Fachartikel
2011:
- B. Pötter: Strahlung in und um Fukushima - Die versteckte Katastrophe ☛ „Fukushima ist noch immer nicht unter Kontrolle. Neue Studien zeigen, dass die Japaner deutlich mehr Strahlung abbekommen haben als bisher gedacht“, taz, 3.11.2011
- R. Wolf: Falsche Kalkulation - AKW-Abriss teurer als geplant (Ignalina) ☛ „Das litauische Atomkraftwerk Ignalina zeigt, wie die Kosten für den Abbau eines ausgedienten AKWs explodieren können. Drei Milliarden Euro sind da nichts“, taz, 3.11.2011
S. Herrmann: Mord und Totschlag - "Niemand ist vor Gewalt gefeit" (Interv. H.Welzer) ☛ „Es könnte jederzeit wieder passieren, dass Familienväter und Durchschnittsbürger Kinder, Frauen und Männer ermorden. Denn in jedem Menschen lässt sich die Bereitschaft zu töten wecken. Der Psychologe Harald Welzer über das Gewaltpotential der Menschen“; Fanatiker/Bondbösewichter/geheimdienstlerische Covert Operations; Bereitschaftsweckung zum Akw-Anschlag und Anschlagstraining mittels KillerSpiele (läuft) (EG), SZ, 2.11.2011
- I. Arzt: Rückfall jederzeit möglich - Der Beschluss ist kein Beweis für den Eintritt ins postnukleare Zeitalter (Belgien) ☛ „Wer glaubt, es sei der natürliche Gang der Geschichte, dass eine Gesellschaft nur lange und offen genug diskutieren muss, um die Atomkraft aufgrund ihrer Gefahren abzuschaffen, der irrt gewaltig“, taz, 31.10.2011
- R. Metzger: Warum wirs ganz genau wissen wollen (Atom-Lobbyarbeit) ☛ „Nun hat man es aber einmal genau: Wer genau wird in Marsch gesetzt für das öffentliche Armdrücken, wer plant wann, wie teuer ist so etwas. Die Sache geht also vom verschwörungstheoretisch angehauchten Allgemeinwissen in den schönen Bereich des konkret Belegten über. Man kann zitieren, nachbohren und hat Beobachtungskriterien für ähnliche Themen in der Zukunft“, taz, 28.10.2011
- Heiser/Kaul: Die Geheimpapiere der Atomlobby - taz enthüllt ☛ „Bezahlte Wissenschaftler, instrumentalisierte Frauen: Interne Papiere zeigen, wie die Atomkonzerne und ihre Lobbyorganisation die Öffentlichkeit beeinflusst haben … Im Frühjahr 2008 erhielt die Lobbyagentur Deekeling Arndt Advisors den Auftrag, bis zur Bundestagswahl im Herbst 2009 einen Meinungsumschwung für die Atomkraft in Deutschland zu erreichen“, Quellen: , 28.10.2011
- M. Kriener: Fukushima, ein halbes Jahr "danach" - Wutbürger und strahlende Asche ☛ „Wenig beruhigend ist auch die Schätzung der japanischen Atomkommission. Sie hat die Menge des nach Fukushima freigesetzten Cäsiums Ende August auf das 168fache der Freisetzung durch die Hiroshima-Bombe beziffert (15.000 Terrabecquerel). Halbwertszeit: 30 Jahre. Extreme Cäsium-Belastungen waren in der Rauchfahne und Asche verschiedener Müllverbrennungsanlagen entdeckt worden. Die Japan Times berichtet von 93.000 bzw. 70.800 Becquerel in der Asche einer Anlage in Fukushima-Stadt und in der Präfektur Chiba“, zeo2, 3.10.2011
- Japan-Reisen: "Wenn man Fukushima meidet, besteht keine Gefahr" (Interv. japanische Fremdenverkehrszentrale) ☛ „Sechs Monate nach der Atomkatastrophe meiden Touristen weiter Japan. Dabei soll die Strahlenbelastung in Tokio nicht höher als in Berlin oder New York sein“; Touristen-Verdummung (EG), Welt, 26.9.2011
- Atomexperte über Umgang mit Atommüll: "Frankreich hat ein Sicherheitsproblem" ☛ „Die beiden größten Konzentrationen an Strahlenmüll sind in La Hague und eben Marcoule … Ein Flugzeugabsturz auf eine solche Anlage oder andere Explosionen könnten zu einer Verseuchung führen, die schlimmer wäre, als es in Tschernobyl war“, taz, 13.9.2011
A. Bojanowski: Erdbebenserie lässt Vogtland zittern - Unterirdischer Vulkan ☛ „Falsche Erdbebenkarten … Laut Erdbebenkarten besteht im Vogtland aber kaum Gefahr - die Einschätzung müsse jedoch nicht stimmen, erklären Geoforscher auf der ‚Fragile Earth‘-Tagung. Das Erdbeben von Virginia im August habe gezeigt, dass auch abseits der bekannten Starkbebenregionen heftige Schläge auftreten könnten, erläutert der Geophysiker Seth Stein von der Northwestern University in Illinois, USA“; Das gilt weltweit vor allem für die Baujahre der meisten AKWs (EG), Spiegel, 5.9.2011
- A. Bojanowski: Ächzen der Urzeit lässt Amerikas Ostküste wackeln - Erdbeben in Virginia ☛ „Das stärkste Erdbeben im US-Bundesstaat Virginia seit Menschengedenken erstaunt Wissenschaftler - denn die Region liegt abseits der typischen Gefahrenzonen. Echos aus dem Erdaltertum haben den Boden ins Wanken gebracht. Das Zittern war zehnmal weiter zu spüren als normalerweise bei Beben“, Spiegel, 24.8.2011
- WNA: Fukushima Accident 2011 ☛ „There have been no deaths or radiation sickness from the nuclear accident“; Und sie Leben in ihrer eigenen Welt (EG), World Nuclear Association, 11.8.2011
- C. Seidler: Spektakuläre Atom-Pläne - Franzosen wollen Kernkraftwerk im Meer bauen ☛ „Grüne Energie aus Deutschland soll Exportschlager werden, doch im Ausland tüfteln Techniker an ganz anderen Konzepten: Atomreaktoren am Meeresboden, schwimmende Kernkraftwerke - und Mini-Meiler für den Vorgarten“, Spiegel, 9.8.2011
- S. Geyer: Dem Ende ein Stück näher (Uranrecycling) ☛ „Wie in Tschernobyl der Traum von der sicheren Kernkraft starb, wie die Hoffnung auf megastarke Schnelle Brüter platzte und wie Milliardensubventionen für neue AKW und Endlager am Mythos vom Billigstrom kratzten, so wird in Sellafield gerade die Vision des Brennstoffkreislaufs, der wiederverwertbaren Kernkraft, widerlegt“, FR, 6.8.2011
- Projekt in Frankreich: Ein Atomkraftwerk geht unter ☛ „Bereits 2013 soll in Cherbourg eine erste Pilotanlage errichtet werden - und ab 2017 sollen die ersten Unterwasser-Reaktoren produziert werden … ‚Es ist ein Triumph der französischen Ingenieurskunst‘“, 20min.ch, 3.8.2011
- WNA: Nuclear Power Plants and Earthquakes ☛ „Japanese, and most other, nuclear plants are designed to withstand earthquakes, and in the event of major earth movement, to shut down safely“; Falschaussage: Die meisten AKWs haben aus mehreren Gründen keine ausreichende Erdbeben-„Sicherheit“ (EG), World Nuclear Association, 8.2011
Bartens/Illinger/Weber: Abgründe der menschlichen Psyche - Der Mörder in uns ☛ „Wie krank ist Anders Behring Breivik? Es wäre beruhigend, den norwegischen Attentäter als psychisch gestört abzustempeln, als brachialen pathologischen Ausnahmefall. Doch Ärzte, Kriminalisten und Soziologen sehen Abgründe in allen Menschen“; Durch spielerisches Killertraining am Heim- oder Militärcomputer Abgrundannährung auf 1 cm - bei allen! (EG), SZ, 27.7.2011
BUND: Oslo-Mörder - Anschlagsziel "Schweizer AKW" ☛ „Ein Anschlag mit ‚modernen‘ panzerbrechenden Waffen auf ein AKW oder ein ‚Abklingbecken‘ hätte schreckliche Auswirkungen. (Tragbare, EG) Panzer-und bunkerbrechende Waffen aller Art gehören leider schon lange zum gängigen Waffenarsenal im Bereich des Terrorismus. Gerade auch die mörderischen Anschläge von Oslo zeigen, dass wir die Augen vor diesen Gefahren nicht verschließen dürfen“; AKW-Weichteiltreffer reichen aus für Super-GAU! Längst auch in Killerspielen Trainingsgegenstand! (EG), BUND Südlicher Oberrhein, 27.7.2011
- Dohmen/Müller/Schwägerl: Drei mal drei (Energiepolitik) ☛ „Zwar bringt der Vorsitzende von Merkels Ethikkommission, Klaus Töpfer, eine sogenannte Revisionsklausel für das Jahr 2016 ins Gespräch. Dann soll untersucht werden, ob der Ausbau erneuerbarer Energien nach Plan verläuft oder ob zusätzliche Maßnahmen nötig sind“, Spiegel, Nr.19/2011 (PDF: ), 7.5.2011
- R. Burger: „Wer sich verweigert, endet wie die Dinosaurier“ (N.Röttgen-Interv.) ☛ „Bundesumweltminister Röttgen kündigt im F.A.Z.-Interview eine ‚zeitnahe‘ Entscheidung über den Ausstieg aus der Kernkraftnutzung an. Eine Energiewende sei ‚parteiübergreifender Konsens‘“, FAZ, 10.4.2011
- A. Mihm: „Vollständiger Atomausstieg bis 2020“ (H.Müller/BDEW-Interv.) ☛ „In einer radikalen Wende seiner Energiepolitik hat der Spitzenverband der Deutschen Energiewirtschaft sich für einen Ausstieg aus der Kernenergie bis 2020 ausgesprochen. Das sagte Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller im F.A.Z.-Interview“, FAZ, 9.4.2011
- A.C. Revkin: Limits to ‘Disaster Memory,’ Even Etched in Stone ☛ “‚It takes about three generations for people to forget. Those that experience the disaster themselves pass it to their children and their grandchildren, but then the memory fades‘ … said Fumihiko Imamura, a professor in disaster planning at Tohoku University in Sendai, a tsunami-hit city“, NYT, 8.4.2011
- J. Kaube: Aberglaube Technik - Wählen Sie jetzt 112 ☛ „Hilflosigkeit, Nichtwissen, Überforderung: Die Atomkatastrophe von Fukushima erschüttert die Technikgläubigkeit der Wissensgesellschaft - keiner weiß, was zu tun ist, wenn die Geräte versagen“, FAZ, 2.4.2011
- Pro und Kontra: Atomausstieg sofort? ☛ „Die Katastrophe in Japan entfacht erneut die Diskussion um den sofortigen Abschied von der Kernenergie. Wir lassen Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Initiativ, und Martin Lindner, FDP-Energieexperte, zu Wort kommen“, Ostthüringer Zeitung, 1.4.2011
- H. Ternieden: Japans Atomgigant Tepco - Filz, Vetternwirtschaft, Fukushima ☛ „Transparenz und Selbstkritik sucht man vergeblich bei Japans Atomkonzern Tepco. Systematisch verschleiert das Unternehmen, was im AKW Fukushima tatsächlich passiert. Die Desinformation hat Methode: Industrie und Kontrollgremien sind aufs Engste miteinander verflochten“, Spiegel, 31.3.2011
- A. Langer: "Fukushima sprengt die Dimension von Tschernobyl" (Experten-Streit) ☛ „Ist die Katastrophe in Fukushima schlimmer als der GAU von Tschernobyl? ‚Ja‘, sagt Thomas Dersee von der Gesellschaft für Strahlenschutz. ‚Nein, noch nicht‘, meint Gerhard Wotawa von der Zentralanstalt für Meteorologie in Wien. Zwei Experten - zwei Interviews“, Spiegel, 31.3.2011
- H. Hintermeier: Tsushinami - Umbenennung nach Tsunami ☛ „Katastrophennachsorge: Mit ‚Tsunami‘ im Firmennamen lässt sich derzeit nicht punkten. Das hat den deutschen Sushi-Marktführer zur Umbennung bewogen. Mit dem Mutterland Japan hat man offenbar längst abgeschlossen“, FAZ, 30.3.2011
- R. Bruckner: "Keiner weiß, woher die Fische kommen" - Konsumenten in Seenot ☛ „Vom Friedfisch zum Raubfisch: Jod und Cäsium erreichen über kurz oder lang Kabeljau und Co sagt Greenpeace-Expertin Antje Helms“, derStandard.at, 30.3.2011
- "Kühlmaßnahmen könnten Jahre dauern" - Max Bichler im Chat ☛ „Da wir es nicht wie in Tschernobyl mit einem brennenden Graphit-Reaktorkernkomplex zu tun haben, sollte die Temperatur des radioaktiven Aerosols kein größeres Problem für die geplante Abdeckung darstellen“, derStandard.at, 30.3.2011
- F. Schirrmacher: Die neun Gemeinplätze des Atomfreunds - Rhetorik und Realität ☛ „Jahrzehnte der Atomkraft-Debatte haben die Sprache manipuliert. Die Sätze, die wir während des Moratoriums hören, sind Ablenkungsmanöver. Sie formulieren Thesen, die keine sind, und beleidigen die öffentliche Vernunft. Eine Analyse der wichtigsten Versatzstücke“, FAZ, 28.3.2011
- T. Konicz: Das System ist die Katastrophe ☛ „Wird Fukushima zum Tschernobyl des spätkapitalistischen Weltsystems? - Illusionen der ‚schöpferischen Zerstörung‘ - Die ausgebrannte Welt“, Telepolis, 26.3.2011
- R. Friebe: Tschernobyl 25 Jahre danach - Blühende Landschaften, strahlende Wiesel ☛ „Ein Vierteljahrhundert lang blieb die Gegend um Tschernobyl sich selbst überlassen. Entstand in dieser Zeit ein Ökoparadies? Oder eine Zombie-Zone?“, FAZ, 25.3.2011
- M. Pitzke: US-Strahlenruine Hanford - Amerikas atomare Zeitbombe ☛ „Im US-Nordwesten lauert aber noch eine andere Gefahr. Die Ex-Plutoniumfabrik Hanford ist ein Relikt des Kalten Kriegs und die schwerstverstrahlte Gegend der westlichen Hemisphäre. Geplantes Ende der Sanierung: 2052 … Zwei Milliarden Dollar Kosten im Jahr“, Spiegel, 22.3.2011
- Nuclear energy - A baby in bath water ☛ „We learned lessons from plane crashes, and then kept on flying; from space shuttle explosions, and then advanced our space adventures; and from nuclear accidents, and then generated more clean energy“; Krisen-Management-Rhetorik (EG), Xinhua News Agency, 22.3.2011
- T. Münchmeyer: Tschernobyl-Déjà-vu - Das Monster ist lebendig ☛ „Anfang März besucht ein internationales Forscherteam die Gegend rund um Tschernobyl: um die Radioaktivität zu kontrollieren. Als sie zurück sind, explodieren die Reaktoren von Fukushima. Plötzlich ist alles wie vor 25 Jahren“, FAZ, 21.3.2011
- K. Schuller: Tschernobyl - Vielleicht einmal in 20.000 Jahren ☛ „Hier beginnt die Geisterwelt - Gefährlichste Ruine der Welt - Das Imperium ist gefallen, die Ratlosigkeit geblieben - Apokalyptisches Puppenhaus mit bunten Männchen“, FAZ, 19.3.2011
- J. Clenfield: Japan Disaster Caps Decades of Faked Reports, Accidents ☛ „The unfolding disaster at the Fukushima nuclear plant follows decades of falsified safety reports, fatal accidents and underestimated earthquake risk in Japan’s atomic power industry“, Businessweek, 18.3.2011
- U. Spindler: Tschernobyl - Die vergessenen Helden vom Reaktor ☛ „Nervenschäden, Herzschäden, Krebs – und wenig Unterstützung: ‚Man braucht viel Geld, um seine Gesundheit zu erhalten‘, sagt Nikolaj Isaev, Geld, das vielen Liquidatoren fehle“, FAZ, 18.3.2011
- G. Steingart: Katastrophen - Die Ankunft des Schwarzen Schwans ☛ „Das Finanzbeben und die Kernschmelze in Japan haben nicht nur die Welt verändert, sondern auch unsere Wahrnehmung von ihr … Die Wirklichkeit hat die Ängste überholt“, Handelsblatt, 18.3.2011
- Kontraste: Geheimer Prüfkatalog - Alle AKW vor dem Aus? ☛ „Kein Kernkraftwerk ist sicher … Der GAU ist möglich. Auch in Deutschland. Alle unsere Reaktoren haben Sicherheitsdefizite. Bis dato wurde das Restrisiko genannt … die Erdbebenauslegung … Hochwassergefahr … konsequenten Schutz zentraler Anlagenteile gegen Flugzeugabstürze und Terrorattacken. Deswegen sind die Rohrsysteme und auch ‚sämtliche Notstromdiesel zu verbunkern‘, heißt es in dem Papier. Bisher eine große Sicherheitslücke“, Kontraste/ARD, 17.3.2011 (PrüfKatalog: )
- A Major Earthquake in North America Imminent? (Former USGS Geologist-Interv.) ☛ „We know about the ocean tides. But there is also an Earth tide. And there is a tide in the ground water. All of these help to release sudden, built up strain, and cause earthquakes“, Fox Business.com, 14.3.2011
- Deutsche Bahn soll aus Atomstrom aussteigen - Greenpeace-Kletterer protestieren am Berliner Hauptbahnhof ☛ „Nach eigenen Angaben beschafft die Bahntochter DB Energie jährlich rund 15-16 Terawattstunden (TWh) Strom. Davon werden 80 Prozent - rund 12 TWh - für den Antrieb der Züge genutzt. Zum Vergleich: Berlin mit seinen 3,5 Millionen Einwohnern hat einen Stromverbrauch von 13 TWh im Jahr … Viele Kunden vertrauen den Umweltschutzversprechen der Bahn. Sie werden bewusst hinters Licht geführt und werden unfreiwillig zu Unterstützern von Atom- und Kohlekraftwerken … als größter Staatskonzern muss die Deutsche Bahn eine ökologische Vorbildfunktion wahrnehmen“, Greenpeace, 24.2.2011 ( , )
- Frankreichs falscher Stolz (Atomreaktoren mit China) ☛ „Bei der neuen, mit China zusammen geplanten Reaktorgeneration fährt Frankreich nun nicht nur den Preis und die Kapazität der Kraftwerke herunter, sondern auch die Sicherheitsstandards“, FTD, 23.2.2011
- Rückblick: die nukleare Stromwelt 2010 ☛ „Ende 2010 umfasste der zivile Nuklearpark der Welt 445 Kernkraftwerksblöcke in 30 Ländern, wovon fünf für längere Zeit ausser Betrieb gesetzt sind. Fünf Einheiten haben 2010 den kommerziellen Betrieb aufgenommen … Im vergangenen Jahr wurde als einziger Reaktorblock der Schnelle Brüter Phénix bei Avignon in Frankreich endgültig stillgelegt. Die elektrische Gesamtnettoleistung der weltweit in Betrieb stehenden Kernkraftwerkseinheiten betrug rund 373’000 MW“, NuklearForum Schweiz, 21.2.2011
- S. Duwe: Experten der Bundesregierung stellen Energiekonzept in Frage (SRU) ☛ „Der Umweltrat spricht sich gegen Kohle und Atom als Brückentechnologie aus … Ausbau der Netze, Stopp der Laufzeitverlängerung für AKWs“, Telepolis, 27.1.2011
- F. Vorholtz: Stromversorgung - Auf Effizienz getrimmt ☛ „Wie der Sachverständigenrat für Umweltfragen sich den Umbau der Stromversorgung vorstellt … Energieeffizienz. Und die, nicht etwa die Kernenergie, ist nämlich laut Umweltrat die wahre »Brückentechnologie« – weil sie kostengünstig ist und zeitliche Spielräume für den Ausbau der erneuerbaren Energien sowie der Netze schafft“, Zeit, 26.1.2011
2010:
- B. Rühl: Staub und Musik im Blut - Die Tuareg im Uranbergbau im Niger ☛ „Niger gilt Angaben der UN zufolge als ärmstes Land der Welt. Arbeit ist knapp. Arlit, eine Siedlung im Norden des Landes, lebt vom Uranbergbau. Der Ort zieht Menschen aus allen Teilen des Landes an, weil er Arbeit und damit Hoffnung auf ein besseres Leben verspricht. Trotz möglicher Gefahren für ihre Gesundheit“, Deutschlandradio Kultur, 11.11.2010
- B. Rühl: Im Namen des Profits - Frankreichs atomare Interessen und die politische Instabilität in Niger ☛ „Frankreich, das auf die Kernkraft setzt, bezieht 40 Prozent seines Urans aus Niger. Den staatlichen französischen Nuklearkonzern AREVA stört offensichtlich weder die angespannte Gesamtsituation in dem Sahelstaat noch die Tatsache, dass unzählige Minenarbeiter reihenweise erkranken“, Deutschlandfunk, 4.11.2010
- S. Götze: Atomkraft hat immer Vorrang (Frankreich) ☛ „Bei der EDF rechnet man intern mit Laufzeiten von 60 bis zu 100 Jahren … Was jetzt geschehe, sei ein Systemkonflikt: Atomenergie sei im Gegensatz zu Wind- oder Sonnenenergie schwer regulierbar und könne nicht beliebig hoch und runtergefahren werden. So komme es, dass die Einspeisung von erneuerbaren Strom ins Versorgungsnetz derzeit regelmäßig geblockt wird, da es sonst zur Überlastung kommt“; Zwanksjacke Uranstrom + 100 Jahre 100%-Importsicherheit?? (EG), Telepolis, 25.10.2010
- D. Lüdemann: "In 100 Jahren ist China die führende Forschungsnation" - Kernfusion in China (Jiangang Li-Interv.) ☛ „Erst kürzlich hat die Regierung beschlossen, bis zum Jahr 2050 insgesamt 500 Atomkraftwerke zu bauen – und auch die werden dann voraussichtlich nur zehn bis zwölf Prozent des Energiebedarfs decken“, Zeit, 20.10.2010
- Mögliche Umweltministerin Tanja Gönner: "Kernenergie länger nötig als geplant" ☛ „Nein, wir gehen davon aus, dass die Kernenergie länger nötig ist als bisher geplant, um eine klimafreundliche, wirtschaftliche, versorgungssichere Energiepolitik zu haben … Wir haben einen dynamischen Sicherheitsbegriff … Wir müssen ergebnisoffen erkunden“; Bei nur einer (dringend notwendigen) Lösungsoption ist Ergebnisoffenheit faktisch auszuschließen (EG), taz, 15.10.2010
- Goffart/Fockenbrock/u.a.: Die blockierte Republik ☛ „Als der Bayer-Konzern 2004 Pläne entwickelte, seine beiden Standorte Dormagen und Uerdingen mit einer Kohlenmonoxid-Leitung zu verbinden, sah alles noch nach einem Routineprojekt aus. Inzwischen gilt die 67 Kilometer lange CO-Pipeline als das heikelste und langwierigste Vorhaben in der deutschen Chemieindustrie … Das Oberverwaltungsgericht Münster genehmigte zwar im Dezember 2007 die Fertigstellung der Pipeline, untersagte aber vorläufig die Inbetriebnahme. Nun warten die Beteiligten auf zwei Gutachten zur Erdbebensicherheit“, Handelsblatt, 4.10.2010
- M. Kriener: Aufbruch ins Wunderland - Geschichte der Atomenergie ☛ „Deutschlands Stromkonzerne wollten ursprünglich gar keine Atomenergie. Doch die Politik drängte – und zahlte alles“, Die Zeit, Nr.40, 1.10.2010
- A. Hackensberger: Al-Qaida und der Uran-Boom in Afrika ☛ „Frankreich jagt Al-Qaida-Mitglieder, die Arbeiter einer ihrer Uran-Minen in Niger entführten“, Telepolis, 25.9.2010
O. Meiler: «Sarkozy hat das Tor zur Hölle aufgestossen» (Terror-Gefahr) ☛ „In Frankreich herrscht grosse Angst vor einer Terrorwelle … Die Experten sind sich einig: Frankreich ist mindestens aus drei Gründen exponiert … Am Dienstagabend hat sich AQMI nun zur Entführung von sieben Angestellten des französischen Atomkonzerns Areva bekannt. Fünf Franzosen und zwei Afrikaner waren letzte Woche im Norden Nigers, wo sie in einer Uranmine arbeiteten, entführt und wahrscheinlich nach Mali verschleppt worden“; Es ist lediglich offen, in welchem Land zuerst ein Akw zum Anschlagsort wird (EG), TagesAnzeiger.ch, 23.9.2010
M. Becker: Sicherheitslücken - Experten warnen vor Sprengstoff-Terror gegen Atomkraftwerke ☛ „Schon mit vergleichsweise einfachen Sprengwaffen, etwa Gewehrgranaten, könne man die Stromversorgung der Sicherheitssysteme zerstören - ohne einen Fuß auf das AKW-Gelände zu setzen, sagt Höglund. Die einzige Möglichkeit, AKW gegen solche Angriffe zu schützen, sei ein Sicherheitsbereich, der schon außerhalb der Sichtweite des Kraftwerks beginne und von schwerbewaffneten Sicherheitsleuten geschützt wäre - wie es etwa in den USA praktiziert werde … Er warnt seit Jahren davor, dass insbesondere europäische Atomkraftwerke - anders als die wesentlich stärker gesicherten AKW in den USA - enorm verwundbar sind“, Spiegel, 16.9.2010
- P. Kremers: Deutsche Meiler – bedingt terrorsicher ☛ „Greenpeace warnt, dass selbst konventionelle Waffen deutschen AKWs gefährlich werden könnten … Selbst aus einer Entfernung von mehr als einem Kilometer treffen die Projektile ihr Ziel bis auf 20 Zentimeter genau … Nach Angaben eines pensionierten Insiders aus der Waffenindustrie…reichten für einen Anschlag sogar bereits Waffen mit einer weitaus geringeren Schlagkraft, etwa Panzerfäuste vom Typ RPG 29 oder AT-13 … dass ein Bekannter des Todespiloten Mohammed Atta durch das Kernkraftwerk Stade geführt wurde“, Zeit, 15.9.2010
- F. Alt: Merkels doppeltes Restrisiko ☛ „Atomkraftwerke oder auch neue Kohlkraftwerke sind keine Brücken in eine saubere Energiewirtschaft, sondern Barrieren“, politik-poker.de, 14.9.2010
- Mihm/Steltzner: „Wir werden nicht die Energiepolizei schicken“ (N.Röttgen-Interv.) ☛ „Der Bundesumweltminister setzt auf den Ausbau erneuerbarer Energien. Von Wirtschaftsminister Brüderle trennen ihn nur ‚Akzentunterschiede‘, wie er im Gespräch mit der F.A.Z. sagt. Zum Beispiel in der Frage, was eine Atom-Laufzeitverlängerung bringt“, FAZ, 2.9.2010
- M. Gräbner: Nukleare Wiederbelebung in zwei Akten ☛ „Wie eine langfristige Renaissance der Kernenergie aussehen könnte“, Telepolis, 23.8.2010
- M. Paulwitz: Energie als Schicksal ☛ „Deutschland ist das einzige große Industrieland, das sich dem internationalen Konsens verweigert, die Kernkraft als ‚Brückentechnologie‘ bis zur Einsatzreife einer versorgungssicheren, ortsungebunden verfügbaren und potentiell unbegrenzten Energiequelle zu nutzen. Die Kernfusion könnte von der Jahrhundertmitte an diese Rolle übernehmen“, Junge Freiheit, 21.8.2010
- F. Rötzer: Uran wird immer teurer - und wahrscheinlich auch knapper ☛ „Hinter den Zeilen des optimistisch angelegten Berichts der Euratom Supply Agency wird deutlich, dass es um die Versorgungssicherheit der Atomkraftwerke nicht bestens steht“, Telepolis, 9.8.2010
- Ärger mit Nuklearbehörde - Baut Brasilien eine Atombombe, Herr Minister? ☛ „Brasilien lässt keine Inspektoren in eine Uran-Anlage, baut ein Atom-U-Boot, der Präsident flirtet mit Iran … ‚Wir haben die modernsten Zentrifugen der Welt, sie wurden von Brasilien mit brasilianischer Technologie entwickelt. Diese Zentrifugen sind extrem effizient und besitzen einen enormen industriellen Wert. Es gibt daher keinen Grund, warum die Inspektoren sie sehen sollten‘ … ‚Brasilien hat die sechstgrößten Uranvorkommen der Erde, wir können schon bald an dritte Stelle aufrücken‘“, Spiegel, 10.5.2010
- Bullish on Uranium and Rare Earths (M.Fulp-Interv.) ☛ „Mercenary Geologist, Mickey Fulp feels that much of the uranium production in the world is under the auspices of regimes or countries that are unstable or unfriendly to the West, leaving supplies vulnerable“, The Energy Report, 29.4.2010
- Norbert Röttgen (CDU): Zu lange AKW-Laufzeiten schaden kommunalen Stromanbietern (Interv.) ☛ “…die CSU, das weiß ich, hält selbstverständlich, auch als eine wertkonservative und ökonomisch kompetente Partei, daran fest, dass wir in das Zeitalter der erneuerbaren Energien wollen und dass konventionelle Energieversorgung Übergang ist. Wir werden in Deutschland kein neues Kernkraftwerk bauen. Jetzt können wir über Laufzeiten reden. Sie werden zu Ende gehen und es kommt kein neues Kernkraftwerk“, Deutschlandradio Kultur, 17.4.2010
- "Atomkraft erhöht die Terrorgefahr" - Fragen an Jürgen Trittin ☛ „Wer AKW neu baut oder ihre Laufzeiten verlängert, erhöht die Gefahr eines nuklearen Terroranschlags“, n-tv.de, 13.4.2010
- S. Judzikowski: Standortwahl Gorleben - Politische Tricksereien hinter den Kulissen ☛ „1976: Der westdeutschen Atomindustrie steht der Müll bis zum Hals. Seit mehr als zehn Jahren verdienen die Konzerne mit Atomstrom Geld, doch ein Endlager für hoch radioaktiven Müll ist nicht in Sicht. Trotzdem steht die Atomkraft nach der Ölkrise bei allen Parteien hoch im Kurs, geplant ist ein massiver Ausbau der Kernkraft. Doch so kann es nicht weiter gehen. Die sozial-liberale Bundesregierung ändert Mitte des Jahres das Atomgesetz. Seitdem ist klar: Neue Atomreaktoren wird es nur geben, wenn die Entsorgung gesichert ist“, Frontal21.zdf.de, 13.4.2010
- Judzikowski/Rohde: Willkür statt Wissenschaft - Wie Gorleben zum Endlager erkoren wurde ☛ „Das umstrittene Gorleben ist weniger wegen seiner geologischen Eignung oder aus Sicherheitsinteressen ausgewählt worden, sondern aus politischen Gründen“, Frontal21.zdf.de, 13.4.2010 (Manuskr.: )
- W. Pomrehn: Nukleare Luftschlösser - Die Liste der Länder, die gerne AKWs bauen würden, wird immer länger ☛ „Es hat schon etwas Gespenstisches. Während die Probleme der Atomwirtschaft (keine ausreichenden Endlager vorhanden, Probleme bei der Entwicklung neuer Reaktorlinien, Begrenztheit des Brennstoffs) immer offensichtlicher werden, wächst der Club derjenigen, die unbedingt dabei sein wollen. Neueste Zugänge sind Senegal, Venezuela, die Türkei, die baltischen Staaten und Bill Gates … Viele der atomaren Pläne werden sich also in den nächsten Jahren wohl entweder als Luftschlösser oder als teure Investitionsruinen erweisen, vielleicht auch als beides“, Telepolis, 6.4.2010
- S. Dietrich: Restlaufzeiten - Viel Geschrei über ein ungelegtes Ei ☛ „Nicht einmal beim bisher schwersten Unfall in einem kommerziellen Kernkraftwerk westlicher Bauart – der partiellen Kernschmelze im amerikanischen Kraftwerk ‚Three Mile Island‘ vor 31 Jahren – waren Todesopfer zu beklagen … Sicherheitsrabatt für einen ‚guten Zweck‘?“, FAZ, 5.4.2010
- "Nach 41 Jahren ist die Anlage nicht Schrott" - Interview zu AKW-Laufzeiten (Lothar Hahn) ☛ „Die älteren und die ältesten Anlagen sind natürlich nach anderen Sicherheitskonzepten ausgelegt worden … Schwachpunkte sind natürlich die Anlagenteile, die nicht ausgetauscht werden konnten oder können, die begrenzen die maximale Laufzeit. Das ist zum Beispiel der Reaktordruckbehälter, das sind Gebäude, das sind unterirdisch verlegte Kabel und solche Dinge“, tagesschau.de, 26.3.2010
Frondel/Haucap/Schmidt: Staat soll Laufzeiten versteigern statt verschenken (AKW) ☛ „Wenig sinnvoll erscheint die Forderung, die Erlöse nur für die Förderung erneuerbarer Energien zu verwenden. Denn davon profitierten insbesondere wieder die Kernkraftwerksbetreiber, weil sie zunehmend in alternative Technologien, etwa Offshore-Windparks, investieren. Es ist zudem nicht einsichtig, warum nur die Sektoren von einer Laufzeitverlängerung profitieren sollten, die seit einem Jahrzehnt durch die sich im hohen zweistelligen Milliardenbereich befindliche EEG-Förderung begünstigt werden“; energie- u. wirtschaftswiss. Elite hat historische, existenzielle Energiewende-Herausforderung immer noch nicht kapiert (EG), FAZ, 11.3.2010
- C. Meier: Mangel trotz Anreicherung (Uran) ☛ „Uran ist noch lange vorhanden, dennoch drohen bald Engpässe … Konzentrationsprobleme … Unterhalb von 0,01 bis 0,02 Prozent nähere sich die Energie, die für Förderung und Weiterverarbeitung des Erzes, den Betrieb des Reaktors und die Entsorgung des radioaktiven Abfalls nötig sei, dem Energiegewinn durch das Verbrennen des Urans im Reaktor an. Das ist kein marginales Problem: Lagerstätten mit extrem fein verteiltem Uran enthielten laut dem EWG-Papier die größten Ressourcen“, Spektrum der Wissenschaft/spektrumdirekt, 18.2.2010
- 'Nuclear renaissance' sparks clamour for uranium ☛ „It has created a scenario where there won’t be enough uranium production to meet demand over the next two decades, according to RBC Capital Markets analyst Adam Schatzker. He forecasts uranium supply to grow by an average of 5 per cent each year until 2015, then fall as reserves are exhausted … Supply has dropped in the past three years…“, The Globe and Mail, 5.2.2010
- US-Aktivist über AKW-Pläne: "Obama tritt Wählern ins Gesicht" ☛ „Und die Idee, dass die Banken deswegen in Atomenergie investieren wollten, ist ebenfalls absurd. Der einzige Weg, auf dem neue AKWs gebaut werden, ist, dass die Steuerzahler garantieren, dass die Anleihen zurückgezahlt werden … Gegen den Klimawandel brauchen wir Technologien, die schnell und kosteneffizient sind. Wie Sonne und Wind. Wenn wir jetzt zig Milliarden für Atomenergie ausgeben, wird es in den nächsten zehn Jahren trotzdem noch keine neuen AKWs in diesem Land geben … Die aussagekräftigen Umfragen sind für mich jene, wo die Leute nach ihren bevorzugten Energiequellen gefragt werden. Da stehen Wind und Sonne immer ganz oben“, taz.de, 2.2.2010
- RWE-Chef im Interview: "Wir werden die Kernenergie noch lange brauchen" ☛ „Für die Endlagerung gibt es technisch funktionierende Konzepte … Kernenergie und Kohle sind die Leistungsträger, die die Finanzierung der Erneuerbaren erst ermöglichen … CCS ist eine sichere Technologie“; Steinkohle- und Uranenergie sind endlich, in Deutschland zu 65 bzw. 100 Prozent importabhängig und damit ein garantiert anschwellendes Kosten- und Importabhängigkeitsrisiko (EG), Spiegel, 28.1.2010
2009:
- Greenpeace-Chef über Frankreichs Atomausstieg: "Es wird noch zwei Jahrzehnte dauern" ☛ „Die Grande Nation hat in den letzten Jahrzehnten praktisch keine Fortschritte beim Ausbauen der erneuerbaren Energien gemacht … Es ist schon ein großes Programm, die bisherigen Atomanlagen stillzulegen“, TAZ, 25.11.2009
- Geheimsache Uran - "Wir werden für dumm verkauft" ☛ „Uran komme keineswegs aus den vielbeschworenen sicheren Herkunftsländern, noch weniger sei es ein heimischer Energieträger. ‚Wir sind beim Uran nicht nur zu 100 Prozent importabhängig von zumindest teilweise problematischen Staaten, sondern auch abhängig von einem hoch volatilen Markt‘, sagt die Sprecherin der Grünen-Bundesarbeitsgemeinschaft Energie. ‚Das ganze System läuft auf Durchfluss‘. Dem Bundeswirtschaftsministerium wirft Schneider vor, ‚systematisch alle Daten zur Uranherkunft für deutsche Atomkraftwerke‘ zu verheimlichen“, n-tv.de, 23.11.2009
- GP: Neuer Reaktortyp missachtet internationale Standards ☛ „Beim neu entwickelten Europäischen Druckwasserreaktor (EPR) will Hersteller Areva zukünftig Softwaresysteme zum Einsatz bringen, die nicht den erforderlichen Standards für sicherheitsrelevante Software bei Atomkraftwerken entsprechen“, Greenpeace, 19.11.2009 (Bewertung: )
- P. Behr: Nuclear 'Renaissance' Held Up by Fight Between DOE and OMB ☛ „The awards of $18.5 billion in federal loan guarantees for new nuclear plant projects remain held up by an ongoing dispute within the Obama administration over the financial risk the new reactors pose for the government and taxpayers … Nuke critics press for 50% subsidy cost … Risk calculations go on behind closed doors“, NYT, 16.11.2009
- R. Wolff: Europäischer Druckwasser-Reaktor - Sicher ist nur das Risiko ☛ „Von wegen modern und besonders sicher: Seit dieser Woche steht fest, dass der Europäischen Druckwasserreaktor gravierende Sicherheitsdefizite mitbringt“, TAZ, 4.11.2009
- I. Hellmuth: Abgefahren aufs Atom ☛ „Schwarz-Gelb regiert - kommt das Comeback der Atomkraft? So extrem wie in den fünfziger Jahren wird es kaum werden. Damals tüftelten Techniker an Autos mit Atomantrieb, Reaktoren für den Heizkeller oder Nuklear-Baukästen für Kinder. Und nicht nur Politiker sahen im Atom den Retter des Weltfriedens“, einestages/Spiegel, 26.10.2009
- Techniker berichtet über Chaos in Biblis ☛ „Montagepannen, Organisationsfehler, falsche Pläne: Im Atomkraftwerk Biblis sollen laut einem Ex-Mitarbeiter zeitweise chaotische Zustände geherrscht haben. Die Betreiberfirma RWE Power bestreitet das - doch ein SPIEGEL ONLINE vorliegendes Gutachten stützt einige Vorwürfe des Technikers … ‚Vom Typ her kein Querulant‘ … IPPNW-Sprecher Henrik Paulitz sieht den Fall als Bestätigung dafür, dass es »wahnsinnig schwierig ist, in alten Anlagen Nachrüstungen vorzunehmen«“; Riskant: neue, moderne Bausteine in ein 20-30 Jahre altes komplexes Gesamtsystem einzufügen (EG), Spiegel, 20.10.2009
- Deckstein/Dohmen/Meyer: Die Atom-Schlamperei ☛ „Laufend Pannen, explodierende Kosten: Finnlands neuer Reaktor in Olkiluoto zeigt, welche Probleme die Renaissance des Atomstroms bereitet. Die Alternativstrategie der Industrie, auch in Deutschland: Alte Meiler sollen modernisiert werden, um drastisch längere Laufzeiten zu ermöglichen“, Spiegel, 12.10.2009 (Original: )
- "Wir sind beim Uran abhängig" ☛ „Grünen-Politikerin Schneider wirft Bundesregierung vor, die Herkunft des Urans für deutsche AKWs zu verschleiern. Mehr Kernbrennstoffe aus Russland und Kasachstan“, TAZ, 26.9.2009
BMWi: Energierohstoffe 2009 - Zuwachs bei Reserven und Ressourcen ☛ „Die Studie zeigt, dass aus geologischer Sicht die globale Verfügbarkeit von Erdgas, Kohle und Uran auf absehbare Zeit auch bei steigendem Verbrauch nicht gefährdet ist. Beim Erdöl rechnet die BGR dagegen bis etwa zum Jahr 2035 mit dem Fördermaximum“; Absurde ministerielle Sabotage einer ausreichend effektiven Vorbeitung bzw. Anpassung Deutschlands auf bereits begonnene Ressourcenverknappungen (EG), Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Schlaglichter der Wirtschaftspolitik/Monatsbericht September 2009, S.8-13, 1.9.2009 (Bericht ’09: )
- O. Reißmann: Desolate Endlager - Müllhaufen der Atomgeschichte ☛ „Experten halten Gorleben für ungeeignet • Zweifel sogar in der CDU • Drei Salzstöcke, drei Milliardengräber“, Spiegel, 29.8.2009
- C. Severance: Boiling The Frog - Nuclear Optimism Hides True Costs Till It's Too Late ☛ „The nuclear power industry seems to be pursuing this strategy, slowly releasing ever higher cost estimates for new nuclear power plants … As each new cost update is released , the nuclear industry will be ‚shocked and amazed‘ that costs continue to rise more rapidly than projected“, Energy Bulletin, 24.7.2009
- Frankreich strahlt ☛ „Allerdings ist diese sogenannte Ines-Skala, auf der die Internationale Atomenergiebehörde im Nachhinein ungewöhnliche Ereignisse in Kernkraftwerken bewertet, nicht unumstritten. Sie würde Vorfälle verharmlosen und nicht bewerten, was hätte passieren können, monieren Kritiker … Allerdings ist diese sogenannte Ines-Skala, auf der die Internationale Atomenergiebehörde im Nachhinein ungewöhnliche Ereignisse in Kernkraftwerken bewertet, nicht unumstritten. Sie würde Vorfälle verharmlosen und nicht bewerten, was hätte passieren können, monieren Kritiker“, Zeit, 16.7.2009
- J. Trittin: Die Realitäten der Atomenergie ☛ „Fast alle Entwicklungskosten trug der Steuerzahler - bis heute … Die Tugend des ehrbaren Kaufmanns - und die heutigen Manager … Renaissance der Ankündigungen … Neue Atomkraftwerke sind nicht wettbewerbsfähig“, FAZ, 16.7.2009
- W.v.Petersdorff: Ist die Kernkraft noch zeitgemäß? ☛ „Nach Auskunft des Bundesumweltministeriums gibt es auf der ganzen Welt keine Endlagerstätte … Atomkraft hat den Vorteil, billig zu sein … belasten die Umwelt nicht mit CO2 … vergrößern aber die Abhängigkeit von bestimmten Importländern“, FAZ, 11.7.2009
- "Diese Firma scheint nicht zuverlässig zu sein" (Trittin über Vattenfall) ☛ „Es stellt sich die Frage, ob jemand wie Vattenfall überhaupt in der Lage ist, die komplexe Technologie eines Atomkraftwerks zu betreiben … Dazu müsste er das sogenannte Kerntechnische Regelwerk, das die Sicherheit dieser Anlagen regelt, verbindlich machen … Bisher hat er es den Atomkraftwerksbetreibern und den Aufsichtsbehörden der Länder überlassen, ob sie den neuesten Stand der Technik oder den veralteten Standard anwenden wollen. Das halte ich für unverantwortlich“, Spiegel, 6.7.2009
- A. Baring: Kernenergie - Geschichte eines Realitätsverlusts ☛ „Die Anfänge der deutschen Kernenergie-Debatte … Der Beginn der öffentlichen Proteste … Insbesondere die junge Generation, die nach Tschernobyl aufgewachsen ist, nähert sich dem Thema Kernenergie mit neuer Offenheit. Mit den Parolen und Protesten der Anti-Atom-Bewegung kann die junge Generation offenbar nicht mehr viel anfangen“, FAZ, 2.7.2009
- T. Konicz: Zurück zum Atom? ☛ „Die Atomwirtschaft feierte ihre globale Renaissance, doch könnte dieser kostspielige und gefährliche Boom sehr bald an einem ‚Peak Uran‘ scheitern“, Telepolis, 23.6.2009
- Judzikowski/Rohde: Verschwiegene Risiken - Terrorziel Atomkraftwerk ☛ „Eine Vielzahl deutscher Atomkraftwerke ist nicht ausreichend vor der Gefahr von Terrorangriffen geschützt. Das geht aus einem Vermerk über die Untersuchung der Internationalen Länderkommission Kerntechnik (ILK) hervor … Die Berurteilung stammt bereits aus dem Jahr 2002 und wurde der Öffentlichkeit bislang vorenthalten“, Frontal 21/ZDF, 16.6.2009 (Video: ; Manuskr.: )
- Rohstoff Uran: Gefragter Brennstoff für die Atomkraft ☛ „Nach Berechnungen der World Nuclear Assocation deckt die derzeitige Minenproduktion nur 64 Prozent des globalen Uranbedarfs ab. Noch lässt sich diese Lücke durch überirdische Bestände decken, zum Beispiel durch bei Versorgern und Militärs gebunkertes Uran … Russland begann in großem Stil, das angereicherte Uran der Atomwaffen in reaktorfähiges Uran zu verarbeiten und auf dem Weltmarkt zu verkaufen. Doch die einst hohen Bestände schrumpfen inzwischen dramatisch“, Wirtschaftswoche, 3.6.2009 (Grafik: , , )
- J. Kanter: In Finland, Nuclear Renaissance Runs Into Trouble ☛ „In Flamanville, France, a clone of the Finnish reactor now under construction is also behind schedule and overbudget … ‚The rollout of new nuclear reactors will be a good deal slower than a lot of people were assuming‘ … ‚The warning lights now are flashing more brightly than just a year ago about the cost of new nuclear‘ … Earthquake risks in places like China and the United States or even the threat of storm surges mean building these reactors will be even trickier elsewhere“, NYT, 28.5.2009
- Atom-Allianz mit den Russen droht das Scheitern - Siemens ☛ „Siemens will mit Russlands Rosatom-Konzern gemeinsam Kernkraftwerke bauen und weltweit die Nummer eins werden. Doch der Start des ambitionierten Gemeinschaftsunternehmens verzögert sich. Fachleute weisen auf den desolaten Zustand der russischen Nuklearindustrie hin … Ungelernte Arbeiter vergrößeren das Risiko bei AKW … Löscher hält Russlands AKW für ‚absolut sicher’ … Russische Atomaufsicht hat Bedenken“, Welt, 9.5.2009
- Die nukleare Mogelpackung - Frankreich ist stolz auf seine 58 Atommeiler, die ihm seine energetische Unabhängigkeit garantieren. Dieses und andere Ammenmärchen deckt nun eine europäische Studie auf ☛ „Die Studie der europäischen Grünen weist zudem darauf hin, dass Frankreich nach 35 Jahren Kernkraft einen höheren Erdölverbrauch hat als Deutschland oder Italien, das ja nach Tschernobyl aus der Kernkraft ausgestiegen war … Auch mit der so hoch angepriesenen energetischen Unabhängigkeit des Landes sei es nicht sonderlich weit her. Gemessen am Gesamtenergieverbrauch des Landes belief sich diese angebliche Unabhängigkeit 2007 auf 8,5%, statt der offiziell verkündeten 50%!“, Telepolis, 6.3.2009 (Studie: )
- Renaissance der Reaktoren ☛ „Derzeit sind in der EU 152 Atomkraftwerke in Betrieb. 64 alte Reaktoren wurden bereits still gelegt und verweisen auf eines der größten Probleme in den ganzen Debatten, die der Bericht der EU-Kommission nüchtern auf den Punkt bringt: Sämtliche in der EU betriebenen Kraftwerke erreichen demnächst die Grenze ihrer ursprünglich geplanen Betriebsdauer. Sie liegt zwischen 30 und 40 Jahren. Das Durchschnittsalter der Reaktoren in der EU beträgt derzeit 23 Jahre“, Deutschlandfunk, 7.2.2009
- Atomlobby baut seit 20 Jahren Potemkinsche Dörfer ☛ „Wir haben es hier mit einer konstruierten Wirklichkeit zu tun, die einer nüchternen Analyse nicht Stand hält … Die Zahl der weltweit betriebenen Atomkraftwerke ist seit Jahren rückläufig. Im Jahr 2008 ging weltweit nicht ein einziges Atomkraftwerk ans Netz, die Zahl der Anlagen sank weiter auf 438. Nach den Zahlen der Internationalen Energie-Agentur produzierte die Atomenergie im Jahr 2006 rund 2793 Terrawattstunden (TWh) Strom, während die Wasserkraft 3121 TWh Strom lieferte. Der Wasserkraft-Anteil an der weltweiten Energieversorgung liegt bei 2,2%, der der Atomenergie bei gerade mal 2%. ‚Das zeigt: Die Atomenergie ist eine für die Energieversorgung der Menschheit praktisch bedeutungslose 2%-Technik‘ … Die IPPNW fordert die Atomindustrie auf, nüchtern darzulegen, wie sie mit ihrer 2%-Technik die Energieversorgung der Menschheit sicherstellen und das Klima retten will“, IPPNW, 6.2.2009
2008:
- Wenn die Natur zurückschlägt ☛ „Keine Technologie ist ohne Risiko. Doch während sich immer mehr Menschen durch Atomkraft bedroht fühlen, werden die Gefahren der erneuerbaren Energien oft sträflich unterschätzt“; Relativierung/Verniedlichung/Nichtbenennen der vielfältigen Uranenergie-Gefahrenausmaße (EG), Welt, 19.12.2008
- IAEA Completes Third Mission to Kashiwazaki-Kariwa Nuclear Power Plant ☛ „The mission found that there is consensus in the scientific community about the causes of the unexpectedly large ground motions experienced at the plant site during the July 2007 earthquake … The lessons learned from the Kashiwazaki-Kariwa experience has also contributed to the development of IAEA Safety Standards related to seismic safety. These standards are expected to be released shortly“, IAEA.org, Press Release, 5.12.2009
- Russia to nuke oil and gas fields in the Arctic ☛ „European oil and gas development companies such as French Total and Norwegian StatoilHydro will participate in the development of Shtokman gas field in the Russian Arctic — the field specified for nuclearification by the Russian designers“, Bellona.org, 13.11.2008
- Wyler, R.: Atomic Renaissance Interrupted ☛ „Nuclear energy faces escalating capital costs, a radioactive waste backlog, security and insurance gaps, nuclear weapons proliferation, and expensive reactor decommissioning that will magnify the waste problem“, Greenpeace - Deep Green, 11.2008
- Nuclear Desalination ☛ „Most desalination today uses fossil fuels, and thus contributes to increased levels of greenhouse gases. Total world capacity is approaching 40 million m³/day of potable water, in some 15,000 plants … Desalination is energy-intensive … The feasibility of integrated nuclear desalination plants has been proven with over 150 reactor-years of experience, chiefly in Kazakhstan, India and Japan“, World Nuclear Association, 11.2008
- Small Nuclear Power Reactors ☛ „The IAEA defines ‚small‘ as under 300 MWe, but in general today 500 MWe might be considered an upper limit to ‚small‘. The IAEA is reported to project up to 1000 small nuclear reactors for power by 2040“, World Nuclear Association, 11.2008
- Die Geschichte der Atom-Unfälle ☛ „Durch die Fokussierung der Mainstream-Medien auf die Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 wird der Eindruck erweckt, dies wäre der einzige gravierende Unfall in der Geschichte der ‚zivilen‘ Nutzung der Atomenergie gewesen“, scharf-links.de, 23.9.2008
- Uran-Ressourcen und die Zukunft der Atomenergie ☛ „Wenn die Atomstromerzeugung ab dem Jahr 2010 linear ansteigt und 2030 das fünffache des derzeitigen Niveaus erreicht, würden hierfür bis 2030 etwa 4,5 Millionen Tonnen Uran benötigt - mehr als die von der IAEA angegebene Menge der ‚gesicherten und vermuteten‘ Uran-Ressourcen“, scharf-links.de, 16.9.2008
- Umweltverbrechen Uran-Abbau ☛ „Uran kann als Erz im Tagebau gewonnen werden, sein Anteil in den Trägerschichten liegt in der Regel jedoch unter 0,5 Prozent, vielfach sogar unter 0,05 Prozent. Dies bedeutet, daß mehr als 99 Prozent des Gesteins Abfall darstellen. Um 33 Tonnen Uran-235, den Jahresbedarf eines 1300-MW-Reaktors, zu erhalten, fallen 407.000 Tonnen strahlender Abraum, radioaktive Schlämme und Abfälle an“, scharf-links.de, 9.9.2008
- Der siamesische Zwilling: Atombombe ☛ „BefürworterInnen der ‚zivilen‘ Nutzung der Atomenergie lassen in ihrer Argumentation meist die militärische Nutzung in Form der Atombombe völlig außer acht oder verschwiegen diese bewußt … Die Bezeichnung als ‚siamesische Zwillinge‘ ist nicht allein mit Blick auf die Entwicklung der vergangenen fünfzig Jahre gerechtfertigt, sondern auch, weil bis heute eine Trennung in einen zivilen und einen militärischen Teil unmöglich ist … Eine absolute Kontrolle über die Bestände an Uran und Plutonium ist nicht möglich“, scharf-links.de, 2.9.2008
- Die Subventionierung der Atomenergie ☛ „Allein unter Einberechnung der Subventionen würde Atomstrom mehr als 2 Euro pro Kilowattstunde kosten. Dabei sind die zukünftigen Kosten noch gar nicht berücksichtigt … Beginnen wir also mit der Geschichte der Subventionierung der Atomenergie in den späten 1950er Jahren…“, scharf-links.de, 26.8.2008
- Construction of first floating nuke plant shifted from Sevmash to St. Petersburg ☛ „The contract for the completion of the FNPP– to be called the Akademik Lomonosov - as it stood at Sevmash was to 2010. The cost was $200 million, 80 percent of which was to be 80 percent financed by Rosenergoatom, Russia’s nuclear utility, and 20 percent from Sevmash’s budget. The FNPP was scheduled to go on line in 2011“, Bellona.org, 11.8.2008
- Achillesferse der Kernenergie - Endlagerung ☛ „Akzeptanzgewinn durch Beantwortung der Endlager-Frage“, Wirtschaftsrat.de, trend III/2008
- Nebenkosten exklusive - Die Lüge vom billigen Atomstrom ☛ „Atomstrom sei billig, behaupten die Befürworter von Atomstrom - und lassen dabei milliardenschwere Nebenkosten unberücksichtigt. Die werden auf die Allgemeinheit abgewälzt. Zum Beispiel beim Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben (ERAM) in Sachsen-Anhalt. Die Kosten für den Gesamtverschluss des ehemaligen Salzbergwerks betragen nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) mindestens 2,2 Milliarden Euro … Sicherheitsbedenken ignoriert … Merkel setzt Nutzung durch … ‚Atomenergie konkurrenzlos teuer‘“, Frontal 21/ZDF, 29.7.2008
- Notstand beim Atommüll - Die Lüge von der Endlagerung ☛ „Der Klimawandel und der rasche Preisanstieg bei Öl, Gas und Strom haben die Diskussion um den Nutzen von Atomenergie in Deutschland wieder entfacht. Dabei kommt das bisher ungelöste Problem der Endlagerung radioaktiven Abfalls kaum zur Sprache - obwohl Deutschlands Vorzeigeendlager, Asse II, gerade abzusaufen droht“, Frontal 21/ZDF, 8.7.2008
- M. Miersch: Die sieben Mythen von der bösen Atomkraft ☛ „Doch die Stromrechnung ist ein starkes Argument und nagt an den Überzeugungen. Nur noch 40 Prozent der Bevölkerung sind gegen längere Restlaufzeiten der alten AKWs“, Welt, 23.6.2008
- C. Schrader: Große Töne, kleiner Beitrag ☛ „Pro Jahr müssten 32 neue Kernkraftwerke bis 2050 ans Netz gehen, um das Klima zu retten, sagt die Internationale Energieagentur (IEA). Doch das ist keine Lösung“, SZ, 10.6.2008
- Supply of Uranium ☛ Europa hängt vollkommen am Uran-Importtropf (EG), World Nuclear Association, 6.2008
- Gazprom pushes for more nuke power to develop Shtokman oil and gas reserve ☛ „Russia’s aging Kola Nuclear Power Plant, which is already limping along with two reactors that have run out their engineered life spans, is negotiating with Gazprom over building two more reactor units to supply more power for developing the underwater Arctic Shtokman oil and gas reserve“, Bellona, 4.4.2008
- Murmansk speaks out against using floating nuke plants in oil project ☛ „A majority of 71 percent of Murmansk Region residents in Russia’s far Northwest spoke out against the use of floating nuclear power plants in the development of the oil boom expected in the Shtokman field under the Barents Sea off Russia’s Arctic Coast, a poll has found“, Bellona.org, 5.3.2008
- Floating nuclear power plants attracting interest of the oil industry in Russia and abroad ☛ „The extremely hazardous use of floating and underwater atomic energy stations to supply power to tap remote oil and gas reserves is gaining currency among not only Russian gas giants but their Norwegian counterparts as well … Birkeland said Russia must make a significant contribution to the design of such underwater reactors, which are envisioned to be 50 to 100 megawatts, much like the reactor installations aboard nuclear icebreakers“, Bellona, 12.2.2008
- Gefährliches Uran - Verheerende Umweltschäden im Ausland ☛ „Deutschlands mächtige Energiekonzerne loben ihren umstrittenen Atomstrom als umweltfreundlich, werben gar damit. Dabei verursacht der Abbau des Urans für deutsche Atomkraftwerke verheerende Umweltschäden - auch mit tödlichen Folgen“, Frontal 21/ZDF, 5.2.2008 (Infos: )
- Froggatt/Schneider: The global nuclear decline ☛ „New projects confirm key problems seen in the past. Beyond the industrial and political posturing, nuclear power is on the decline and will be for at least a decade to come“, chinadialogue, 7.1.2008
2007:
Störfälle in Krümmel und Brunsbüttel: Experten urteilen milde über Vattenfall ☛ „Eine deutliche Absage geben die Gutachter auch zwischenzeitlich geäußerten Plänen, die Vorgänge in der AKW-Leitstelle permanent per Video- oder Audiomitschnitt zu dokumentieren, wie es beispielsweise in Cockpits von Verkehrsflugzeugen üblich ist … Den negativen Effekten - die Experten verweisen auf nicht näher beschriebene arbeitspsychologische Aspekte - ‚stehen keine äquivalenten Positiveffekte gegenüber‘. Eine erstaunliche Aussage, wo es doch gar keine Erfahrungen mit Mitschnitten der Gespräche in Kernkraftwerken gibt“; Unverzichtbares Instrument für Sicherheitssteigerung bzw. -gewährleistung (EG), Spiegel, 6.11.2007
- BMU-Broschüre: Streitfall Kernenergie ☛ BMU, 11.2007 (Broschüre: )
- L. Jorio: Wie erdbebensicher sind Schweizer Atomkraftwerke? ☛ „Das Forschungsprojekt ‚Pegasus‘ ergab nämlich, dass das Erdbeben-Risiko für die fünf Schweizer KKW höher ausfällt als im ersten Moment angenommen … ‚Es sind vor allem unsere Kenntnisse, die sich vertieft haben. Anders als vor 30 Jahren wissen wir heute, dass gewisse Beben bei gleicher Stärke grössere Schäden auslösen können als andere‘“, swissinfo.ch, 20.7.2007
- BUND: Schwarzbuch Vattenfall ☛ „AKW Forsmark: nur Minuten bis zum GAU … Grundlegendes Sicherheitsproblem … Dichtungsprobe wird monatelang ‚vergessen‘ … Volltrunken im AKW-Leitstand – Mangelnde Sicherheitskultur bei Vattenfall … AKW Ringhals: Feuer und vergessene Ventile … Risiko-Reaktor Brunsbüttel … Alt und gefährlich … Lange Störfallliste … Brunsbüttel: Noch unsicherer als Forsmark … Geheime Mängelliste“, Bund für Umwelt und Naturschutz, 12.7.2007
- Der Störfall als Normalfall (Vattenfall) ☛ „Die mangelnde Sicherheitskultur in Vattenfall-Atomkraftwerken … In den vergangenen fünf Jahren kam es in Atomreaktoren von Vattenfall zu zahlreichen meldepflichtigen Ereignissen. Über die 15 gravierendsten Vorfälle, die Rückschlüsse auf die mangelnde Sicherheitskultur bei Vattenfall zulassen, geben wir hier einen Überblick“, Greenpeace, 7.2007
- Klimaretter Atomkraft ? - Mit Volldampf in die Katastrophe ☛ Umweltinstitut München e.V., 6.2007
- Hintergrundpapier 'Uran-Preise' ☛ Energy Watch Group, 4.2007
- Uranium Depletion and Nuclear Power: Are We at Peak Uranium? ☛ „For any mined ore, the lower the grade, the higher the material throughput you need to process. There is always a limit. And despite what the nuclear industry might tell you, for Uranium too. The materials throughput (not unrelated to the energy needed) is inversely proportional to the ore grade for any mined material: To extract 1 kg of uranium out of 1% ore containing material needs the processing of 100 kg. Extracting the same amount from 0.01% ore needs the processing of 10,000 kg. You can easily see that even if, for the sake of the argument we assume that the EROEI of nuclear energy for all ore grades is positive, there are physical limits to the production throughput Uranium production can ever reach“, The Oil Drum, 21.3.2007
- Fakten zur Atomenergie ☛ Zusammengestellt durch die Elektrizitätswerke Schönau, 2.2007
- M.T. Klare: Is Big Brother in Your Energy Future? ☛ „Petro-Power and the Nuclear Renaissance Two Faces of an Emerging Energo-fascism … Energy Haves and Have-nots … Big Brother and the Nuclear Renaissance … The last face of Energo-fascism to be discussed here is the inevitable rise in state surveillance and repression attendant on an expected increase in nuclear power. As oil and natural gas become scarcer, government and industry leaders will undoubtedly push for a greater reliance on nuclear power to provide additional energy“, TomDispatch.com, 16.1.2007
- G. Keil: Der einsame Ausstieg ☛ „Deutschland sollte nicht länger in der technologischen Schmollecke verharren“, novo-magazin.de, Heft 86, 01/02.2007
2006:
- Lindner/Niemann: Was bringt das „CO2-freie Kohlekraftwerk“? ☛ „Statt die Utopie eines so genannten CO2-freien Kraftwerkes weiter zu verfolgen, sollte die CO2-Emission der Kohlekraftwerke durch neue, tatsächlich CO2-freie Kernkraftwerke kompensiert werden. Diesen Pakt ‚Kohle und Kernenergie‘ hatten wir schon früher. Er sollte neu belebt werden“, novo-magazin.de, Heft 84, 09/10.2006
- M. Kriener: Das atomare Glück ☛ „Atomautos und Reaktoren für den Haushalt: In der Nachkriegszeit kannte die nukleare Begeisterung der Ingenieure und Politiker keine Grenzen … Die Kultivierung der Urwälder, die Erschließung des arktischen Eises, Berge versetzende Atomexplosionen für den Bau riesiger Kanäle und zur Gewinnung von Bodenschätzen – es gab keine Grenzen mehr … Der US-Physiker Stanislav Ulam entwarf 1958 das Raumschiff Orion. Wie die Benzinexplosionen des Ottomotors das Auto anschieben, so sollten Hunderte schnell hintereinander gezündete Atombomben die Orion zum Mars, zum Saturn und wieder zurück katapultieren“, Die Zeit, Nr.38, 14.9.2006
- Forsmark: „Konsequenz eines degenerierten Atom-Marktes“ ☛ „Weder in der Auto-, Flug-, Computer- noch in der Atomindustrie können komplizierte technische Systeme durch Reparaturen, Modernisierungen oder Aufrüstung alter Modelle zur Weltspitze gebracht werden. Niemand versucht, Airbags, ABS-Bremsen, Vierrad-Antrieb oder eine neue Radaufhängung in einen Volkswagen mit Baujahr 1960 zu montieren, um den technischen Standard des Jahres 2006 zu erreichen. Instinktiv oder aus Erfahrung fährt man den alten Wagen zum Schrotthändler und kauft einen neuen Wagen“, Lars-Olov Höglund, schwedischer Atomkraftwerk-Ingenieur, Rede am Weltkongress der IPPNW in Helsinki, 10.9.2006
- Kernenergie Status 2006 ☛ „Die Erschließung weiterer als möglich erachteter Ressourcen ist vorstellbar, wird aber aufgrund des wesentlich geringeren Urangehalts im Erz wesentlich mehr Energie benötigen. Dieser zunehmende Energieaufwand wird eine vollständige Erschließung dieser Ressourcen einbremsen“, ASPO Deutschland, 7.2006
- Geisterflug - Wie gefährlich war der Störfall im schwedischen Kernkraftwerk Forsmark wirklich? ☛ „Entgegen der technischen Auslegung hatte der Kurzschluss von außen durchgeschlagen und innen wichtige Geräte zerstört … In Forsmark 1 stürzten tatsächlich Computer ab, die Lautsprecher und viele Anzeigegeräte fielen aus, allerdings nicht wegen direkter Zerstörung, sondern weil Teile der Notstromversorgung versagten. Nach einem vorläufigen Bericht der SKI hatte das Kontrollpersonal gravierende Probleme, weil vitale Reaktordaten nicht klar erkennbar waren. Beispielsweise sank der Wasserstand im Reaktor durch die Schnellabschaltung deutlich, das exakte Niveau blieb jedoch unklar wegen des Stromausfalls“, Zeit, 10.8.2006
- B. Zarzer: Noch mehr Geld für Atomforschung? (EU) ☛ „Wenige Tage vor dem 20. Jahrestag des Reaktorunfalls in Tschernobyl wurden Pläne der EU bekannt, wonach die Mittel für Atomforschung für die Jahre 2007 bis 2011 erheblich aufgestockt werden sollen. Ein Großteil davon dürfte in Forschungen zur Kernfusion fließen, die im Vergleich zur Kernspaltung weniger umstritten ist. Die österreichischen Grünen bemängeln aber, dass gegenüber den 4,1 Milliarden Euro nur etwa 770 Millionen Euro für die Bereiche erneuerbare Energien und Energieeffizienz im EU-Forschungsbudget veranschlagt wurden“, Telepolis, 4.5.2006
- 20 Jahre nach Tschernobyl – Wie sieht die radioaktive Belastung von Lebensmitteln aus? ☛ Verbraucherzentrale Hamburg, 2006
2005:
- Öko-Institut: Risiko Kernenergie - Es gibt Alternativen! ☛ Öko-Institut e.V., 6.2005
2004:
- C. Morris: Der Überlebenskampf der Kernenergie ☛ „Atomkraft - und die Alternativen (Teil I)“, Telepolis, 23.2.2004
- Kernenergie: Ja bitte oder nein danke? ☛ „Die Kernkraft ist für Europa auch eine strategische Möglichkeit, sich zum Teil aus seiner steigenden, seine Zukunft belastenden Energieabhängigkeit zu befreien (S.5)“; Das Gegenteil ist die Wahrheit (EG), EU-Kommission, 2.2004
2003:
- GP: Atomkraft - Energie ohne Zukunft ☛ „Alles spricht für den schnellen Ausstieg: Reaktorunfälle, gefährliche Transporte, wachsende Atommüllberge und ihre ungelöste Entsorgung“, Greenpeace, 4.2003
2002:
- U. Leuschner: Französische Kernkraftwerke nicht erbebensicher ☛ „Von den 54 französischen Reaktoren sind 34 nicht hinreichend gegen Erdbeben geschützt. Diese Schlußfolgerung zog am 3. November das Netzwerk ‚Sortir du nucléaire‘, ein Bündnis von über 600 Organisationen und Gruppen“, udo-leuschner.de, 11.2002
- Tschernobyl - Der zweite Sarkophag ☛ „Konstantin P. Tschetscherov, Physiker am Moskauer Kurtschatov-Institut, der Atomkaderschmiede der früheren Sowjetunion und des heutigen Rußland hat in mehr als 100 Publikationen allein zum zerstörten Blcok 4 von Tschernobyl seine fachliche Kompetenz bewiesen … ist rund 1000 mal im Sarkophag gewesen, um herauszubekommen, was da passiert ist und wie es heute dort aussieht. Dreimal war er im Herzen des Reaktors, dem sogenannten Reaktorschacht, wo normalerweise die Brennelemente stecken. Er hat Videoaufnahmen dieser Exkursionen, auf denen zweifelsfrei zu erkennen ist, daß er tatsächlich im Reaktorschacht herumklettert und daß dort faktisch kein Kernbrennstoff vorhanden ist“, Strahlentelex, Nr. 362-363, 7.2.2002 ( )
2001:
Dünner als eine Eierschale - Vor der Explosion bebte die Erde ☛ „Der litauische Seismologe Povilas Suveizdis untersucht die Beschaffenheit der Erdkruste bei dem gigantischen Kraftwerk Ignalina seit vielen Jahren. Seine Arbeitsgruppe fand eine große Anzahl von Bruchlinien in der Erkruste. Suveizdis: ‚Der Atommeiler steht direkt am brisanten Treffpunkt von drei ziemlich gewaltigen Schollen der Erdkruste. Genauer gesagt: Die ‚baltische Mulde‘ aus dem Westen trifft hier auf den ‚masurisch-belorussischen Sattel‘ aus dem Osten und auf den ‚lettischen Sattel‘ aus dem Norden. Wo drei so riesige Stücke zusammentreffen - da bilden sie einen natürlichen Gefahrenherd‘“, Oldenburger Stachel, 5.2001 ( , )
1964:
- D. Zihis: Trinkwasser für Millionen Jahre - Atomkraft entsalzt das Meer ☛ “‚Ich stelle mir die Zukunft so vor‘, meint Hornig, ‚daß überall in Küstennähe Fabrikkomplexe entstehen werden, die neben Strom auch noch Süßwasser in großen Mengen erzeugen. Diese Komplexe werden der Ausgangspunkt von Pipelines sein, die eine Länge von tausenden Kilometern haben und das Hinterland mit Trinkund Gebrauchswasser versorgen‘ … ‚In den nächsten Jahren wird man sich damit vertraut machen, daß überall an den Küsten der Ozeane Kernkraftwerke mit kombinierten Wasserentsalzungsanlagen entstehen‘ (Donald F. Hornig, Experte für nukleare Entsalzungsanlagen und Berater der US-Regierung)“, Hobby - Das Magazin der Technik, Nr.22, 1964
Fachartikel: Archive
- Studien und Analysen zur Atomkraft ☛ ausgestrahlt.de
- Nuclear articles archive 2000-2008 ☛ Bellona.org
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