Peak Rohstoffe: Interviews, Kommentare, Fachartikel

2011:

  • M. Hartwig: Für eine "nachhaltige Entwicklung" zu spät (D.Meadows-Interv.) ☛ „Ihr fangt schon an, diese Grenzen wahrzunehmen. Die deutsche Industrie ist zum Beispiel abhängig von seltenen Erden. China ist zu Eurem Hauptversorger geworden ist. Und wenn China nun beschließt die Exporte zu stoppen und den Preis anzuheben, sieht man plötzlich die Grenzen in diesem Bereich“, Deutschlandradio Kultur, 29.10.2011
  • M. Uken: Ohne Kupfer keine Energiewende ☛ „Repower braucht für jede seiner 6-Megawatt-Anlagen rund drei Tonnen Kupfer – und das nur in der Turbine … Auch die Solarbranche ist auf das rote Gold angewiesen … Kupferklau ist ein lukratives Geschäft“, Zeit, 1.9.2011
  • J.H. Spangenberg: Die Grenzen der Natur setzen neue Signale - Arbeitsgesellschaft im Wandel ☛ „Die Menschheit ist auf dem Weg von der Überfluss- zur Mangelgesellschaft. Eine Abkehr vom Ressourcenverschleiß verlangt nach einer Arbeitswelt, die den Fokus von der Produktion auf die Erhaltung verschiebt … Qualitativ ergibt sich aus der Reduzierung der Stoff- und Energiedurchsätze unmittelbar eine erhebliche Veränderung des Arbeitsmarktes. In einer dematerialisierten Ökonomie wird sich voraussichtlich der Schwerpunkt der Arbeit von der Produktion zur Instandhaltung, der Reparatur wie zu sonstigen Dienstleistungen sowie zur Redistribution und Demontage verschieben, das bedeutet die Entwicklung hin zur Dienstleistungsgesellschaft würde – wenngleich mit veränderten Akzenten und branchenspezifisch differenziert – in eine neue Phase treten“, politische ökologie, H.125, S.15-24, 6.2011
  • DIW: Wettlauf um Metalle ☛ „Chinesisches Monopol bei Seltenen Erden: Risiko für die Hochtechnologie - Der strategische Wert der Seltenen Erdmetalle wurde lange Zeit nicht erfasst - Welt-Metallmärkte: Steigende Preise bei hoher Marktkonzentration“, DIW, Nr.19, 11.5.2011
  • A. Lipsky: Rohstoffe - Depottuning für den Superzyklus ☛ „Der Rohstoff-Boom ist noch lange nicht zu Ende, eine Blase vorerst nicht in Sicht. Deshalb können risikofreudige Privatanleger einen Teil ihres Portfolios in Kupfer, Kohle und Co. investieren. Aber welche Fonds eignen sich am besten?“; Grafik: Kapitalistische System-Fehler als Rohstoffkrisen-Verstärker (EG), Spiegel, 6.3.2011
  • D. Böcking: Rüstungsexporte - Wie Europa Libyen mit Waffen versorgte ☛ „In Italien kaufte er Hubschrauber, in Malta Pistolen und in Deutschland Kommunikationstechnik: Nach dem Ende des Embargos 2004 erhielt Libyens Diktator Muammar al-Gaddafi aus zahlreichen EU-Ländern Waffen - die er nun gegen sein Volk richtet“; Schuß ins eigene Knie: unsere Rüstungsindustrien als Gegner unserer Energie- & Rohstoff-Importsicherheit (EG), Spiegel, 23.2.2011
  • G. Schumann: Spalte und herrsche (Sudan - Westen) ☛ „Washington und Brüssel kündigen Anerkennung des Südsudan an … Dabei steht bei der Schaffung eines neuen nordostafrikanischen Staats zuvorderst der Zugriff auf Öl – in anderen Regionen des Kontinents auch auf andere Bodenschätze. In jedem Fall gilt es, Dominanz zu halten oder zurückzuerobern“, junge Welt, 9.2.2011
  • J. Schlandt: "Öl darf nur dort verbrannt werden, wo es nutzt" - Interview mit Energieexperte Bukold ☛ „Vermutlich treten wir in einen Zyklus ein, in dem die Preise erst rasant steigen, weil die Nachfrage kaum bedient werden kann. Hohe Preise – ich halte da auch 250 Dollar oder mehr für möglich – würgen das Wachstum der Weltwirtschaft dann wieder ab. Sinkt dann der Ölverbrauch und fallen die Preise, beginnt der Zyklus von vorne. Dieses Auf und Ab bringt natürlich enorme politische Risiken mit sich … Schon 2008 kam es dort vielerorts zu Protesten wegen hoher Spritpreise“; Abschmelzen der energie-sozio-ökonomischen Immunität: 2008 stürzten die Massen bei einem Ölpreis von 140 $/b ihre Regierungen ⇒ 2011 schon bei 100 $/b ! (EG), FR, 1.2.2011
  • S. Schulz: Preissprung über 100 Dollar - Weltmärkte fürchten den Ölschock ☛ „80, 90, 100 Dollar - der Ölpreis steigt und steigt, auf die deutschen Verbraucher kommen deshalb Milliardenkosten zu … Hinzu komme, dass auch die Kosten für andere konjunktursensible Rohstoffe wie Kupfer, Weizen oder Mais derzeit in die Höhe schnellen … Langfristig aber könnten der Welt Preise um 100 Dollar sogar günstig vorkommen. Der Markt rutsche in eine absolute Verknappung hinein, sagt Bukold“; Ölpreis prägt auch alle Rohstoffpreise entscheidend (EG), Spiegel, 31.1.2011
  • J. Schlandt: Rohstoffmärkte - Jagd auf die Spekulanten ☛ „Frankreichs Präsident Sarkozy will die G-20-Staaten dazu bringen, härter gegen Zocker an den Rohstoffmärkten vorzugehen … Sarkozy will das Volumen, mit dem einzelne Händler investieren können, begrenzen … soll es ‚Identitätskarten‘ für alle geben, die mit Rohstoffen handeln … soll der bislang unregulierte Handel abseits der Börsen besser überwacht und Regeln unterworfen werden“; Sarkozy hat recht (EG), FR, 28.1.2011 ( )
  • C. Rhodes: The Greatest Threat to Green Energy ☛ „A list of ‚endangered elements‘ has been published in a new report, including the rare earth elements (REEs) in particular neodymium, production of which, it is reckoned, will have to increase five-times to build enough magnets for the number of wind-turbines deemed necessary for a fully renewable future … If even ‚renewables‘ cannot save us from waning fossil fuel depletion, the only solution is to begin seriously the deceleration of consumption to a lower-energy society based around local communities immediately, with vastly reduced inputs of energy and all kinds of ‚mined‘ resources“, OilPrice.com, 27.1.2011
  • M. Inman: Going "All The Way" With Renewable Energy? ☛ „Worldwide production of the rare earth mineral neodymium would have to quintuple to supply the millions of wind turbines needed to power a 100 percent renewable future, two researchers say. They view political will as a bigger stumbling block than any materials bottleneck … Steel, Concrete, and Minerals … The main bottleneck, they argue, could be the production of rare earth metals such as neodymium, which is often used in making magnets“, National Geographic, 17.1.2011
  • „Das beste Jahr in der Konzerngeschichte“ - Lanxess-Chef Axel Heitmann ☛ “Für die Kautschukproduktion wird Öl gebraucht – auch das wird immer teurer. - Deshalb müssen wir uns um Alternativen bemühen. Für unseren Kautschuk Butyl etwa, der für die Reifenproduktion gebraucht wird, arbeiten wir an einer Lösung, den wichtigsten Rohstoff Isobutene künftig aus nachwachsenden Rohstoffen herzustellen. Aber auch die steigenden Energiekosten sehen wir mit Sorge“, Tagesspiegel, 16.1.2011
  • J. Hannover: Bedrohtes Paradies - Papua-Neuguinea und die Folgen der Globalisierung ☛ „Mit seinen großen Regenwäldern und reichhaltigen Rohstoffvorkommen könnte Papua-Neuguinea eigentlich ein wohlhabender Inselstaat sein. Trotzdem werden die Menschen immer ärmer und ihre paradiesische Heimat ist bedroht: Durch rücksichtslose Abholzung und ausländische Investoren, die sich wenig um Nachhaltigkeit scheren“, Deutschlandradio Kultur, 15.1.2011
  • R. Schulze: Nordafrika - Europas Pulverfass ☛ „Hinzu gesellt sich der unschöne Eindruck, dass Europa über Untaten hinwegsieht und die nordafrikanischen Regimes verhätschelt. Weil sie als das kleinere Übel gelten und als Europas Rohstofflieferanten unentbehrlich werden“, Tagesspiegel, 12.1.2011
  • C. Weihua: Double standards of Western companies ☛ „For months, the West has been attacking China for tightening control of its rare earth exports … The country’s environmental concern is fully justified“, China Daily, 11.1.2011
  • D. Heuskel: Der Machtwechsel (Politik vs. Wirtschaft) ☛ „Auf globaler Ebene und in verschärfter Form stellt sich die gleiche Frage hinsichtlich des Zugangs zu Rohstoffvorkommen … Politiker werden ohne wettbewerbsfähige Wirtschaft nicht dauerhaft erfolgreich regieren, die Wirtschaft wird sich zukünftig nicht ohne politische Unterstützung bewegen können. Die Zeit für einen Perspektivenwechsel ist knapp“, Handelsblatt, 11.1.2011
  • D. Eckert: Kohle ist der heimliche Rohstoff-Star ☛ „Anleger profitieren davon mit Minenaktien … Aktuell befinden sich in China Kohlekraftwerke mit einer Kapazität von 76 Gigawatt im Bau … Auch Indien lechzt nach dem schwarzen Gold. Bis 2015 sollen dort Kapazitäten für 82 Gigawatt errichtet werden“; Börsenprofite statt Zivilisations- und Lebensgrundlagenbewahrung (EG), Welt, 11.1.2011
  • B. Fuest: Chinas Spiel mit den Seltenen Erden ☛ „Experten sehen das Problem weniger drängend. Sie glauben, dass Australien und die USA ihre Minen wieder öffnen werden … In Industriekreisen wird vermutet, dass Chinas neue Umweltrichtlinie vor allem als Rechtfertigung gegenüber der Welthandelsorganisation (WTO) dienen soll, die Exportbeschränkungen aus Umweltgründen erlaubt … die seltenen Metalle müssen mit hohem Einsatz von Säuren aus der erzhaltigen Erde gelöst werden. Dabei aber werden große Mengen Abwasser produziert…“, Welt, 8.1.2011
  • M. Weiss: Wiederverwertung - Rohstoff Schrott ☛ „In Zeiten knapper Ressourcen wird auch das wieder interessant, was manche Müll nennen. Elektronikabfälle zum Beispiel: In ihnen stecken wertvolle Metalle, von Gold bis zu Seltenen Erden … ‚Es gibt da mafiöse Strukturen mit einem beträchtlichen Maß an krimineller Energie‘ … Im Jahr 2015 soll eine Wertstofftonne für Elektroschrott eingeführt werden“, SZ, 7.1.2011
  • J.Berke/u.a.: Die Politik gewinnt in der Wirtschaft an Einfluss ☛ „Ob Autoindustrie, Informationstechnik, Telekommunikation, Energie, Banken und Rohstoffe, überall zeichnet sich eine Neudefinition des Verhältnisses von Unternehmen und Staat ab – forciert auch von der Gegenseite, der Politik … Abhängig von staatlichen Interventionen in kollektiven Notlagen“, WirtschaftsWoche, 7.1.2011
  • M. Dalan: Flut in Australien lässt Kohlepreis explodieren ☛ „In den Überschwemmungsgebieten steht die Förderung für Wochen still - Die Folgen spürt auch die Stahlindustrie … Preis für das ‚schwarze Gold‘ wird in den kommenden Monaten deutlich ansteigen - ebenso wie die Preise für Stahl“, Welt, 7.1.2011
  • J. Bosch: Aluminiumproduktion auf Island - Krieg gegen die Natur ☛ „Durch niedrige Energiepreise will Island die Ansiedlung von Schwerindustrie ankurbeln … Die Robben sind in nahrungsreichere Gebiete abgewandert … ‚Islands Natur und Energiereserven werden verramscht, um den Reichtum einiger Großkonzerne zu mehren‘ … Ob Geothermie oder Wasserkraft – die für weitere Aluminiumschmelzen erforderliche Energie kann seiner Meinung nach nicht nachhaltig bereitgestellt werden“; Geothermie ist grundsätzlich endlich und befördert Erdalterung (EG), taz, 5.1.2011
  • T. Parks: Union der Scheinheiligen - Europa in der Krise ☛ „Die Herausforderungen häufen sich, und doch bleibt Europa hochmütig und konfus. Ganz gleich, wie sich letztendlich Klimawandel, Rohstoffmangel, Massenimmigration, der militante Islam, ein rückläufiges Amerika und ein erstarkendes China auswirken werden, es ist offensichtlich, dass unsere heutige Lebensweise auf Dauer nicht haltbar ist“, Spiegel, 4.1.2011
  • E. Davis: Endangered elements - Critical thinking ☛ „Demand for several elements, including helium, phosphorus, indium and gallium is predicted to exceed supply in the near future … As our supply of some essential elements dries up, it’s time to start urban mining … Recycling and alternative sources are being explored, but they may not arrive quickly enough to plug the short term demand gap“, Chemistry World, 1.2011 (PDF: )

2010:

  • D. Wetzel: Holz wird plötzlich knapp – und ziemlich teuer ☛ „Für ganze Industriezweige ist es ein Graus: Der Preis für Holz schießt durch die Decke, weil es zunehmend in Kraftwerken und Heizungskesseln verfeuert wird … Der Rohstoff ist viel knapper als gedacht … ‚Die Knappheit am Markt dürfte also noch größer sein als hier ausgewiesen wird‘, sagt Mantau“, Welt, 28.11.2010
  • D. Lehmann: Im Rausch der Tiefsee ☛ “…wie eine weitere Naturgrenze niedergerissen wird … Kaum bekannt ist, dass auch die Bundesrepublik den Griff nach der Tiefsee übt. Seit Sommer 2006 soll im Pazifik im Auftrag der Bundesregierung nach wertvollen Rohstoffen gesucht werden“, analyse & kritik, Nr.555, 19.11.2010
  • G. Changxin: Rare earth's surging price ☛ „The environment pays a heavy toll amid boom in demand for China’s precious metals in the global market. Gao Changxin reports from Inner Mongolia“, China Daily, 17.11.2010
  • O. Zajec: China - Herr über die seltenen Erden ☛ „Das große geopolitische Spiel um die seltenen Erden hat begonnen … Eine Macht, die aus der Erde kommt - Zentrale Bedeutung für die Rüstungsindustrie - Ein Beispiel für den guten Krieg“; Mit nur 30%-Anteil an globalen Vorkommen ist nur begrenzt eine autonome Weltdominanz möglich (EG), Le Monde diplomatique, Nr.9342, 12.11.2010
  • FED öffnet Geldhahn: China will währungs­politischen Schutzwall ☛ „Die staatliche Denkfabrik Chinese Academy of Social Siences befürchtet einen steigenden Inflationsdruck durch die lockere Geldpolitik der Fed. »Das wird für Abwertungsdruck auf den Dollar sorgen, was wiederum die weltweiten Rohstoffpreise nach oben treibt, darunter Öl«, sagte Ökonom Wang Zihong. Damit drohe auf Rohstoff-Einfuhren angewiesenen Ländern wie China eine importierte Inflation“, derStandard.at, 4.11.2010
  • S. Liebrich: Hochspezielle Rohstoffe - Seltene Erden heiß umkämpft ☛ „Professor Armin Reller, der an der Universität Augsburg den Lehrstuhl für Ressourcenstrategie leitet, schätzt den künftigen Bedarf der deutschen Industrie auf mindestens 50.000 Tonnen pro Jahr. Er warnt bereits seit einigen Jahren vor einem bevorstehenden Engpass, ‚aber erst jetzt merken viele Abnehmer, dass manche Stoffe kaum noch verfügbar sind, egal, was es kosten mag‘ … Fest steht deshalb schon jetzt: Die deutschen Unternehmen müssen sich in den nächsten Jahren auf einen sparsameren Umgang mit den seltenen Grundstoffen einstellen“, SZ, 25.10.2010
  • „Der Goldpreis wird auf 2000 Dollar steigen“ (Jim Rogers-Interv.) ☛ „Der legendäre Investor Jim Rogers setzt auf steigende Rohstoffpreise. Mit Alexander Armbruster hat er über Gold und Silber, die chinesische Wechselkurspolitik und den Bedeutungsverlust des Dollar gesprochen - und darüber, warum er mit seiner Familie nach Singapur gezogen ist“, FAZ, 20.10.2010
  • C. Ngai: Replacing Oil Addiction With Metals Dependence? ☛ „China’s rare-earth minerals monopoly gives it key clean energy supply role … rare-earth minerals used in the motors and batteries of hybrid and electric cars, raising fears that the new energy economy will mean the same old foreign dependence … ‘A One-Nation OPEC’ … Critical to National Defense?“, National Geographic, 1.10.2010
  • U. Fölsing: Griff nach der Tiefsee - Die erbitterte Suche nach Rohstoffen und ihre Folgen ☛ „Für den Meeresboden in internationalem Gebiet ist seit 1994 die von den Vereinten Nationen eingesetzte Seebodenbehörde mit Sitz in New York zuständig, die Schürfrechte verteilt und über Umweltstandards wacht. Zierul hält die zweimal im Jahr tagende Kommission für heillos überfordert: ‚Die haben 30 Mitarbeiter, keine Schiffe und keine Kontrollmöglichkeiten für eine Fläche, die zwei Drittel der Erdoberfläche bedeckt‘“, FAZ, 20.9.2010
  • A. Tandler: Heikle Schatzsuche - Ist das arme Land etwa reich an Rohstoffen? (Afghanistan) ☛ „Allgemein ist der Abbau von Kupfer, Gold und Silber im Gebirge sehr teuer, die Anfangsinvestitionen sind hoch. Es kann 20 Jahre dauern, bis eine Mine Profit abwirft. Wirtschaftlich sinnvoll ist das Unterfangen ohnehin nur, wenn die ausgebeuteten Metalle über Jahre zuverlässig aus dem Land transportiert werden können“, Rheinischer Merkur, 9.9.2010
  • Rohstoffe für Batterien werden knapp - Droht Funkstille für Handys? ☛ „Europa droht eine Unterversorgung mit Mineralien … Was Europa jetzt unternehmen muss, um diese Lücke zu füllen, darüber sprach Heinz Zourek, Generaldirektor der EU-Kommission für Rohstoffsicherung … Nur vier Länder … Konsequenzen für EU … Zusammen mit Afrika handeln … Neue Entwicklungspolitik“, The European Circle, 19.8.2010
  • V. Wilms: Wem gehört das Meer? ☛ „Deutschland drängt in die Tiefsee … Deutschland ist bei diesem Geschäft dabei und hat sich 2006 – weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit – zwei Claims von je 75 000 Quadratkilometern Größe im Westpazifik gesichert. Hier sollen sogenannte Manganknollen abgebaut werden, die im ganzen Westpazifik auf dem Meeresboden liegen und reich an Kupfer, Nickel, Kobalt, Eisen und Mangan sind … Was ist zu tun?“, Heinrich Böll Stiftung, 16.8.2010
  • J. Voswinkel: Verbranntes Land - Russlands Aufstieg zur Agrarweltmacht ist in Gefahr ☛ „Schon strebte die Regierung in Moskau neben der Sicherung der Selbstversorgung Exporte wie zur Zarenzeit an, als der internationale Handel mit dem Getreide so wichtig war, wie es heute die Ölausfuhr ist. Ein Zehntel der weltweiten Ackerfläche liegt in Russland. Mehr als 25 Millionen Hektar Brachland könnten in kapitalistischer Neulandgewinnung zusätzlich erschlossen werden … Russisches Agrarland ist ein begehrtes Anlageobjekt für Spekulanten geworden“, Zeit, 12.8.2010
  • L. Denzler: Das Schicksal der tropischen Regenwälder ☛ „Der schwierige Weg zu einer besseren Forstwirtschaft in den Tropen … Degradierte Wälder … Das Hauptproblem sieht Putz darin, dass auf dem globalen Markt für Holz, das nach solchen Kriterien produziert werde, zu tiefe Preise bezahlt würden. In Kombination mit schwachen staatlichen Institutionen stelle dies das Haupthindernis für eine bessere Waldnutzung in den Tropen dar“, NZZ, 21.7.2010
  • S. Liebrich: Die Kakao-Verschwörung ☛ „In London kauft ein Hedge-Fonds angeblich sieben Prozent der Welternte an Kakao auf - und treibt so den Kurs auf Rekordhöhe. Händler und Verarbeiter bekommen es mit der Angst zu tun … Leere Lager in Europa“, SZ, 21.7.2010 ( )
  • Stollen für den Sieg (NS-Geschichte) ☛ „Hoch in den Tiroler Alpen errichteten die Nazis ein Bergwerk, um einen kriegswichtigen Rohstoff zu fördern … Bis Kriegsende wurde allerdings in der unwirtlichen Gerölllandschaft geschuftet und nach Molybdän gesucht – einem kriegswichtigen Edelmetall für die Flugzeug- und Panzerproduktion … wies auf die Möglichkeit einer »völligen Fehlinvestition« hin. Doch die Wehrmacht drängte darauf, weiterzumachen“, Die Zeit, 15.7.2010
  • C. Cole: Overconsumption is costing us the earth and human happiness ☛ „Story of Stuff creator Annie Leonard’s new book examines the high price of the western world’s obession with all things material … But consumerism is always bad, adding little to our wellbeing as well as being disastrous for the planet. '[It’s] a particular strand of overconsumption, where we purchase things, not to fulfil our basic needs, but to fill some voids about our lives and make social statements about ourselves‘“, Guardian, 21.6.2010
  • "Zahl scheint mir etwas zu hoch" - BGR-Experte kommentiert Meldungen über afghanische Bodenschätze ☛ „In Afghanistan sollen Bodenschätze im Wert von 1 Billion US-Dollar lagern. Unter anderem beruht sie auf eine Untersuchung des US-amerikanischen geologischen Dienstes, der Eisen, Kupfer, Gold und größere Lithium-Vorkommen gefunden hat. Volker Steinbach Abteilungsleiter Energierohstoffe und mineralische Rohstoffe bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe bewertet die Meldungen“, Deutschlandfunk, 18.6.2010
  • H.J. Reske: Afghanistan’s Lithium Wealth Could Remain Elusive ☛ „The Uyuni Salt Flat in Bolivia is one of the world’s large untapped reserves of lithium, a key metal for batteries. Geologists say Afghanistan has similar lithium wealth, but as in Bolivia, politics likely will be the deciding factor in resource development … Lithium’s Uncertain Future“; Kriegs-Köder (EG), National Geographic, 16.6.2010
  • M. Schramm: Goldpreis ist noch längst nicht ausgereizt ☛ „Experten gehen davon aus, dass das globale Fördermaximum bereits im Jahr 2001 überschritten wurde. Zumindest ist seitdem die Produktion rückläufig. Aber nicht nur die Angebotsseite, auch die Entwicklung der Nachfrage spricht mittel- bis langfristig für steigende Goldpreise“, Welt, 15.5.2010
  • Holz - Von Brett, Baum und Borke ☛ „Wir sitzen drauf, wir arbeiten dran und oft genug schlafen wir auch noch drin: Holz – es begegnet uns im Alltag einfach überall. Inzwischen übersteigt die weltweite Holzproduktion die von Stahl, Beton und Aluminium“, planet-wissen.de, 3.5.2010 (Bäume: ; Holz: ; Papier: )
  • P. Hannen: Der China-Faktor - Hightechmetalle ☛ „Die Werber des chinesischen Industriegebiets Baotou zitieren dafür nicht nur Deng Xioaping, sondern auch dessen Nachfolger Jiang Zemin: ‚Wir müssen die Gewinnung und die Verwendung Seltener Erden verbessern und so aus dem Ressourcenvorteil wirtschaftliche Überlegenheit werden lassen‘“, VDI nachrichten.com, 23.4.2010
  • B. Anderson: Peak phosphorus goes viral ☛ „Experts Warn of Impending Phosphorus Crisis - Phosphorus Famine: The Threat to Our Food Supply - Aldous Huxley on phosphorus depletion and endless growth - Phosphorus in Brave New World“, Energy Bulletin, 22.4.2010
  • Norbert Röttgen (CDU): Zu lange AKW-Laufzeiten schaden kommunalen Stromanbietern (Interv.) ☛ „Ein modernes Energiekonzept ist ein ganz wichtiges, ein zentrales Feld in diesem Strukturwandel. Und darum ist ja unser Ziel daraus abgeleitet, von einer fossilen, Ressourcen verbrauchenden - ob Kohle oder Uran - basierten Energieversorgung zur erneuerbaren Energieversorgung umzustellen“; Ohne Schrumpfungsziele: (Ressourcen-)Kollaps auch auf dem EE-Pfad (EG), Deutschlandradio Kultur, 17.4.2010
  • Shell: "Hören wir auf, uns für Benzin zu entschuldigen" ☛ „Wir werden ein anderes Energiesystem haben und wahrscheinlich neue Abhängigkeiten. Es gibt 30 seltene Rohstoffe, die man für ‚grüne‘ Technologien braucht. Wo sind die zu finden? Nicht in den Industrienationen. Mit solchen Abhängigkeiten lebt die Welt schon lange“, DiePresse.com, 1.4.2010
  • BGR: „Coltan-Fingerprint“ der BGR macht Zertifizierung von Handelsketten möglich ☛ „Die BGR-Wissenschaftler entwickelten einen forensischen Nachweis, bei dem an Hand gemessener chemischer und mineralogischer Parameter die Herkunftslagerstätten von gehandelten Tantalerzkonzentraten eindeutig lokalisiert und somit auch illegale Lieferungen aus möglichen Konfliktregionen identifiziert werden können“, BGR/Newsletter, 01/2010, 12.3.2010 ( )
  • D. Lingenhöhl: "Die Welt besitzt genügend Vorräte" (BGR-Interv.) ☛ „Gehen unserer Industrie die Rohstoffe aus? Und welche alternativen Quellen könnte sie sich erschließen? spektrumdirekt sprach mit dem Rohstoffforscher Ulrich Schwarz-Schampera … Geologische Engpässe existieren so gut wie nicht“; Die heile Geologie-Welt der BGR (EG), Spektrum der Wissenschaft/spektrumdirekt, 1.3.2010
  • T. Krämer: Die Hightech-Gewürze ☛ „Sie stecken in Kondensatoren, Flachbildschirmen und Laptops und sind wichtige Wirtschaftsgüter: seltene Metalle und seltene Erden … Wann ist eine Ressource knapp? … Gekoppelter Abbau … Politische Konflikte verschärfen Knappheiten“, Zeit, 17.2.2010
  • Bank-Experte warnt vor Goldrausch der Anleger ☛ „Anleger flüchten aus Angst vor Inflation und Staatsbankrotten in das Edelmetall. Doch das ist für Klaus Holschuh, Chefvolkswirt der DZ-Bank, Unsinn. Er sieht eine Blase beim Preis für die Feinunze. Am meisten ärgert er sich aber über diejenigen, die den Goldstandard wieder einführen wollen“, Welt, 14.2.2010
  • Khosla: "Indien kämpft im Moment den Pro-Kopf-Krieg" ☛ „Der indische Aktivist Khosla im Gespräch mit der ‚Presse‘ über die ‚Verbrechen‘ der Industrieländer: ‚Die Industrienationen zerstören die Lebensfähigkeit unserer Kinder auf diesem Planeten’“, DiePresse.com, 31.1.2010
  • M. Kölling: Die Jagd auf Lithium ☛ „Toyota hat die Entwicklung der Solarzellenindustrie offenbar gut studiert. Als in Europa der Markt Dank des Energieeinspeisegesetzes abhob, wurde auf einmal der Rohstoff Silizium knapp … Vor diesem Hintergrund macht es meines Erachtens großen Sinn, dass Toyota und Nissan die Akku-Herstellung als strategisches Geschäftsfeld definiert haben und in Eigenregie führen … Doch stellt sich die Frage, ob der Lithium-Nachschub gesichert ist, falls die Ökostromer unerwartet stark boomen sollten“, Heise.de, 21.1.2010

2009:

  • Zilla/Geden: Pragmatismus statt Panikmache - Für eine unaufgeregte Ressourcendebatte ☛ „Sind Biokraftstoffe Hoffnungsträger oder verantwortlich für steigende Nahrungsmittelpreise? Droht uns die Abhängigkeit von Russland, sollte das Nabucco-Projekt scheitern? Kaum eine Debatte ist so alarmistisch aufgeladen wie die über Ressourcenpolitik. Das jedoch verhindert ein nüchternes und funktionierendes Risikomanagement“, IP, 11/12.2009
  • Die Rohstofflücke ☛ „Die Zeit dränge, zumal die Abkehr vom Erdöl den Metallbedarf vergrößere: So seien zur Herstellung von Elektromotoren weit mehr Kupfer oder Lithium als bisher nötig; die Nutzung erneuerbarer Energien sei auf seltene Metalle für Windräder oder Photovoltaik angewiesen … Die Metall-Opec“, German-Foreign Policy.com, 24.11.2009
  • Seltene Erden: Die neue Rohstoff-Opec ☛ „Die Industrieunternehmen sorgen sich vor einem Monopol Chinas bei einem besonderen Rohstoff, den ‚seltenen Erden‘. Ohne die Metalle wie Neodym oder Lanthan geht bei High-Tech-Produkten wie iPhone oder Hybridauto gar nichts … ‚Deng Xiaoping sagte schon 1992, dass China die neue Opec für Seltene Erden wird – und genau dies ist jetzt Realität‘, sagt Jack Lifton, ein unabhängiger Experte für strategisch relevante Rohstoffe aus Detroit“; Na, dann hätte man sich im Westen ja schon mal vorher rappeln können (EG), WirtschaftsWoche, 21.11.2009
  • P. Mason: Rare earth - The New Great Game ☛ „The rare earth story goes to the heart of China’s relationship with the West - not just that, but to the heart of the West’s inability to understand China … But it seems to me that the West has been largely blindsided by the growing importance of resource strategy. While the West was thinking about one thing, the big Asian industrial powers were thinking about another“; West-Eliten feiern immer noch die Rohstoff-Party des 20.Jahrhunderts ab (EG), BBC, 18.11.2009
  • Looking Back at Peak Global Production of...Gold ☛ „Yesterday the President of the largest gold mining and production company, Barrick Gold, noted that after ten years of declining production it is time to recognize that the world has seen the peak in gold production“, The Oil Drum, 14.11.2009
  • :!:Kusche/Merkel: Diese wertvollen Metalle landen auf dem Schrott ☛ „Von wegen nur Abfälle: 500 Millionen Tonnen Schrott wandern weltweit jedes Jahr auf Halde. Wertvolle Metalle gehen so verloren. Erst jetzt beginnen Forscher, diese Quellen systematisch zu erschließen. Doch die Zurückgewinnung ist alles andere als einfach“, Welt, 9.11.2009
  • M. Heupel: Die Gewaltökonomien der "Neuen Kriege" ☛ „Die These von der Herausbildung sogenannter ‚Neuer Kriege‘ hat in der Friedens- und Konfliktforschung eine starke Kontroverse ausgelöst … Begriffsklärung … Gewaltökonomien, die auf dem Handel mit natürlichen Ressourcen beruhen…“; Gewalt-Ökonomien (EG), Aus Politik und Zeitgeschichte, Nr.46, 9.11.2009
  • Streitgespräch: Gold – irre Spekulation oder sicherer Hafen? ☛ „Der Dollar und auch der Euro sind dem Untergang geweiht. Die private und öffentliche Überschuldung wird den Zusammenbruch unseres Währungssystems nach sich ziehen. Dann schlägt die Stunde des Edelmetalls. Gold kann dann durchaus den Kristallisationskeim einer neuen Währung bilden … In China empfiehlt die Regierung jetzt aktiv den Kauf von heimischen Gold-Münzen, sogenannten Pandas. Das würde Peking nicht tun, wenn es nicht davon überzeugt wäre, dass der Unzen-Preis hoch bleiben wird“, Welt, 6.11.2009
  • Jung/Wagner: Rare Earths - High-Tech Companies Face Shortages as China Hoards Metals ☛ „Germany is pinning its economic hopes on future-oriented industries such as solar panel manufacturing. But high-tech companies are facing shortages of essential metals as China, which dominates the world market in so-called rare earths, begins stockpiling the highly sought-after resources“, Spiegel.de/International, 5.11.2009
  • D. Asendorpf: Die Metalle der Zukunft ☛ „Japan und die USA haben aus Angst vor Abhängigkeit schon begonnen, strategische Reserven solcher Metalle zu horten“, Die Zeit, Nr.44, 22.10.2009 (PDF: )
  • K. Gaulhofer: Ressourcenverbrauch - Zum Wachsen verdammt ☛ „Ein geringes Wirtschaftswachstum führt zu Arbeitslosigkeit, ein konstantes zu einem kaputten Planeten. Forscher tüfteln an Visionen einer Welt, in der alle freiwillig für weniger Geld weniger arbeiten“, DiePresse.com, 19.9.2009
  • C. Chorherr: Stadtplan - Peak Oil? Peak everything! ☛ „Das Problem ist viel größer: Unser ganzer Konsumstil steht zur Disposition … Konflikte um knappe Ressourcen gab es in der Geschichte immer. Meist wurden sie durch Kriege ‚gelöst‘“, Die Presse/.com, 7.9.2009
  • K. Bradsher: China Tightens Grip on Rare Minerals ☛ „China produces over 99 percent of dysprosium and terbium and 95 percent of neodymium. These are vital to many green energy technologies, including high-strength, lightweight magnets used in wind turbines, as well as military applications … The people who are making these products outside China are at a huge disadvantage, and that is why more and more of that manufacturing is moving to China“, NYT, 31.8.2009
  • Deutsche Industrie warnt vor "Rohstofflücke" ☛ „Die Deutsche Industrie war auch über die zunehmende Konzentration der globalen Rohstoffvorkommen in den Händen einer kleinen Anzahl mächtiger Firmen besorgt“, EurActiv.com, 26.8.2009
  • G. Pfitzenmaier: Metalle werden knapp ☛ „Die sogenannten Gewürzmetalle sind unentbehrlich für Handys, Flachbildschirme und Brennstoffzellen. Doch diese Rohstoffe sind nicht überall zu finden … ‚Der Ressourcenhunger der Industriemoderne kennt in der Geschichte keine Parallele‘“, Focus, 21.8.2009
  • C. Schrader: Industrie-Rohstoffe - Schattenreich der Metalle ☛ „Der Wohlstand der Industrienationen hängt an Metallen. Doch wo die Rohstoffe in Zukunft herkommen sollen, ist oft unklar … Die Liste der Probleme reicht von der Geologie bis zur Weltpolitik … Die Autoren um Gerhard Angerer vom ISI haben für 32 Technologien vom Leichtbau von Flugzeugrümpfen über weiße LEDs bis zur Meerwasserentsalzung den künftigen Bedarf an 19 Metallen bestimmt“, SZ, 12.8.2009
  • Fondsmanager sieht Gold auf 5000 Dollar steigen ☛ „Schon 2001 setzte Vermögensverwalter Uwe Bergold auf Gold. Seither trommelt er dafür, dass das edle Metall die sicherste Art des Sparens ist. Damit hat er bislang Recht behalten. Dass der Goldpreis bei 900 Dollar je Unze dümpelt, beunruhigt ihn nicht. Im Gegenteil: Er prophezeit eine Preisexplosion“, Welt, 15.7.2009
  • S. Liebrich: Rohstoffmangel - Bangen um die Pfeffermetalle ☛ „Sie entstehen, wenn Rohstoffe gefördert werden und ihre Bedeutung für die Industrie ist groß: Nun werden Metalle wie Indium, Tantal oder Germanium knapp … Und hier wird laut Reller ein weiteres Problem offensichtlich. Metalle wie Indium werden zum Teil hauchdünn auf andere Stoffe aufgedampft, so dass sie später nicht wiedergewonnen werden können. Im Fachjargon werden sie deshalb Pfeffermetalle genannt - sie verteilen sich wie Gewürze im Essen nur in äußerst geringer Dosierung…und sind somit verloren“, SZ, 17.4.2009
  • M. Stürmer: Warum Gold in der Krise das Papiergeld abhängt ☛ „In weniger sicheren Zeiten klammern sich Menschen an Werte, die Sicherheit vermitteln – Papiergeld wie Dollar oder Euro gehört nicht dazu. Ganz anders die Edelmetalle Platin, Silber oder Gold: Sie standen schon immer für Unvergänglichkeit“, Welt, 8.3.2009
  • Was wäre wenn ... es plötzlich kein Plastik mehr gäbe? ☛ „Dass Plastik nicht für alle Zeiten in solcher Fülle verfügbar sein würde, war immer klar. Kunststoff wird aus Erdöl gemacht, und das ist schon heute knapp. Keiner allerdings hätte je gedacht, dass das Kunststoff-Zeitalter auch ganz plötzlich enden könnte. Und in den dunkelsten Albträumen hätte sich niemand ausgemalt, welche Katastrophe dies für unser Leben wäre“, P.M. Magazin, 3.2009
  • D. Eckert: In der Krise wird das Gold zum Superstar ☛ „Seit Jahren kennt der Goldpreis im Wesentlichen nur eine Richtung: nach oben. Auch in den vergangenen drei Monaten ging es rasant bergauf – der Preis des edlen Metalls legte um 25 Prozent zu. Jüngst hat die Feinunze einen neuen Rekordstand gefeiert“, Welt, 6.2.2009
  • Holzrausch – Der Bioenergieboom und seine Folgen (P.Wohlleben-Interv.) ☛ „Wobei ich in Bezug auf Bioenergie ganz klar ein Fan der Kaskadennutzung bin. Ich kritisiere nicht grundsätzlich Bioenergie. Ich sage nur, wir haben in Deutschland kein echtes, zusätzliches Potenzial mehr, es kann eben nur aus bisherigem Waldrestholz kommen. Das ist, was ich kritisiere. Die normale Nutzung aus Sägeresthölzern, Sägespänen oder aus minderwertigen Hölzern, die typische Industrieware eben, mit Faulstellen – wenn man das verfeuert, einverstanden. Aber wenn das Potenzial ausgeschöpft ist?“, Forst und Technik.de, 3.2.2009
  • M. Obert: Das Geheimnis der Diamanten (Sierra Leone) ☛ „Sie waren der Zündstoff für den Bürger krieg, nun bringen die kostbaren Steine aus den Diamanten feldern von Sierra Leone den Menschen endlich Wohlstand – behauptet die Industrie. Doch die Schürfer schuften noch immer wie Sklaven und leben in bitterer Armut“, greenpeace magazin, 2.2009
  • Folgen des Pellet-Booms - "Der Waldboden blutet aus" (P.Wohlleben-Interv.) ☛ „Die Späne, aus denen die Pellets hergestellt werden, werden in Blockheizkraftwerken getrocknet. Und die werden zum guten Teil mit importiertem Palmöl betrieben, für das Regenwälder auf Borneo abgeholzt werden … Das ist keine Rohstoffbasis für die Kraftwerke … Es gibt erste Lieferungen von Argentinien nach Italien. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis Länder wie Brasilien und Kanada beginnen werden, Pellets zu produzieren und zu verschiffen“, Spiegel, 31.1.2009

2008:

  • G. Traufetter: Raubbau fürs Klima (Holzboom) ☛ „Der Boom bei Holzkraftwerken, Pelletheizungen und Hauskaminen treibt die Nachfrage nach Holz in die Höhe. Um den Hunger nach dem Rohstoff zu stillen, sollen monströse Erntemaschinen bald auch Baumwurzeln, Äste und Reisig verwerten. Ökologen warnen vor einer Zerstörung der Waldböden“, Spiegel, 4.12.2008 ( )
  • G.N. Lischak: If the Oil Runs Out... Will mankind find a solution before it is too late? ☛ „Today, producing, distributing, refining and retailing oil is the single largest industry, in terms of value, on earth! Yet, like most, you probably give little if any thought to the black liquid. Gasoline, home heating oil and engine oil probably come to mind first when you think of oil. Yet its impact goes far beyond these items. Nearly all goods are connected to oil in one way or another. For instance, most plastics are derived from oil. Look around and notice how many things are made from plastic. The keyboard on which you type, along with the casings of your monitor and printer — all made of plastic. And so is the pen you used today. Much of our food and drink is packaged in plastic containers. Hospitals rely on disposable plastic supplies. Much of a vehicle’s interior is plastic. What about the tires on your car, the carpet under your feet, the cellphone in your hand, the shingles on your roof, or the tar paper used to build your home? Oil was involved to manufacture all of these. The medications taken by millions of people require oil to produce. Synthetic textiles such as nylon and rayon rely on petroleum. Even the shirt you are wearing is likely made from oil, if it is polyester. Now think about all of the things that burn oil-based fuels: automobiles, airplanes, ships and trains. Think about the millions of homes heated with oil or natural gas. Consider how interwoven oil is with manufacturing many of the goods used daily by millions around the world“, The Real Truth, 3.12.2008
  • Kongo im Zangengriff der Industrienationen - Sondersession im Menschenrechtsrat in Genf ☛ „Die westlichen Regierungen spielen ein falsches Spiel. Die seit Jahrzehnten leidenden Kongolesen können von diesen keine echte Solidarität erhoffen und keinen wirklichen Schutz in dieser aussichtslosen Situation … Statt dessen konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die westlichen Staaten eine Schwächung der kongolesischen Zentralregierung beabsichtigen… Rohstoffe für Waffentechnologie“, Zeit-Fragen.ch, 1.12.2008
  • W. Ruf: Africom – Ressourcen statt Freiheit. Der Sprung der USA nach Afrika ☛ “…denn der Aufbau der US-Militärpräsenz wird auch die anderen Akteure – allen voran die EU, aber auch China – dazu veranlassen, ihre Militärpräsenz zu erhöhen oder auszubauen. Der »internationale Terrorismus« dient dabei als Vorwand, und sei dieser noch so fadenscheinig … Solch neuer Kolonialismus im Gewande der Terrorismusbekämpfung wird Widerstand wecken und genau jenen »Terrorismus« produzieren, den zu bekämpfen Africom & Co. ausgezogen sind. Deshalb darf auch bezweifelt werden, dass diese Strategie langfristig ihren eigentlichen Zweck, die Sicherung der Rohstoffzufuhr, erreichen wird“, S.883-892, Utopie kreativ, H.216, 10.2008
  • Kunststoff-Erdöltabelle: Wo überall versteckt sich Erdöl? ☛ „Ohne Erdöl leben – kein Problem? Von wegen! Das schwarze Gold ist auch bei Ihnen zu Hause allgegenwärtig – als Kunststoff! Sie werden staunen, wie viel Erdöl in Alltagsgegenständen aus Kunststoffen steckt“, WDR Quarks, 27.5.2008
  • Macht Erdöl gesund? ☛ „Viele Medikamente werden mit Erdöl hergestellt“, WDR Quarks, 27.5.2008

2007:

  • :!::-(Frondel/Schmidt: Von der baldigen Erschöpfung der Rohstoffe und anderen Märchen ☛ „So befanden Meadows et al. (1972b: 54), dass bei ‚der gegenwärtigen Verbrauchssteigerung […] die Rohstoffvorräte für Aluminium nur noch 31 Jahre‘ reichen würden. Demnach wären die Aluminiumvorräte bereits 2003 erschöpft gewesen. Diese Prognose, die bekanntlich nicht eingetroffen ist, stützte sich auf das Konzept der statischen Reichweite“; Skandalöse Falschaussagen bzw. Manipulationen dt. Elitewissenschaftler zu Meadows ‚Grenzen des Wachstums‘ (EG), RWI Essen, Positionen Nr.19, 13.7.2007
  • M. Carus: Die "Rohstoffwende" ist unaufhaltsam ☛ „Während die drohende Energiekrise im öffentlichen Bewusstsein angekommen ist, ist die gleichsam drohende Rohstoffkrise kaum präsent … Die Rohstoffwende - der Übergang von einer Erdöl-basierten auf eine nachwachsende Rohstoffbasis für die Industrie - ist unaufhaltsam“, Telepolis, 23.3.2007
  • Neue Debatte über Rohstoffsicherheit in Deutschland ☛ „An anderer Stelle hob die Bundeskanzlerin hervor: ‚Die alte Faustregel, dass 20 % der Menschheit in Europa, Nordamerika und Japan mehr als 80 % der weltweiten Bergbauprodukte konsumieren, gilt nicht mehr‘“, GVSt, 3.2007
  • A.P. Schmidt: Abhängigkeit der Hightech-Industrien von "Seltenerdmetallen" ☛ „Auch wenn viele meinen, die Rohstoffhausse sei zu Ende, so lässt sich heute schon prognostizieren, dass die verstärkte Nachfrage aus China und Indien in zahlreichen Commodity-Marktsegmenten zu starken Knappheiten führen wird. Von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen hat China in den letzten beiden Jahrzehnten eine führende Position im Bereich der ‚Seltenen Elemente‘, den sogenannten ‚Rare Earth Elements‘ (REE), aufgebaut“, Telepolis/Heise.de, 9.2.2007
  • "Ethnische Pluralität löst keine Kriege aus" ☛ „Viele Konflikte werden als ethnisch wahrgenommen - fälschlicherweise. Günther Schlee (Direktor am Max-Planck-Institut für Ethnologie) analysiert kriegerische Auseinandersetzungen: Letztlich gehe es meist um Ressourcen. Im Kampf um Wasser, Öl und Weidegründe seien die Mitglieder der eigenen Ethnie dann nur nahe liegende Verbündete“, Max-Planck-Forschung, 2.2007, S. 38-43
  • IPPNW: Deutschlands Beteiligung am weltweiten Krieg um Ressourcen - Weißbuch der Bundeswehr ☛ „Der Zugriff auf knappe Rohstoffe ist in den Mittelpunkt der deutschen Außenpolitik gerückt. Mit dem Weißbuch wurde für die Bundeswehr der Zugriff auf Rohstoffe, Märkte und Handelswege als Aufgabe definiert. Politiker warnen bereits vor einem neuen Weltkrieg. Vielleicht hat dieser längst begonnen. Wie schon immer werden die Legitimation und die gesellschaftliche Akzeptanz für die Kriegseinsätze mit Lügen und Propaganda möglich gemacht. Mit einer Strafrechts-Änderung sollen Kriegskritiker mundtot gemacht werden“, Internat. Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e.V., 2007

2006:

  • Rohstoffe: Naschen von Neptuns Schatz ☛ “‚Seit diesem Sommer‘, so der Gesteinskundler, ‚gehört die Rohstoffarmut Deutschlands der Vergangenheit an‘ … ‚Bis jetzt gibt es noch keine leistungsfähige und robuste Fördertechnik für große Tiefen‘, warnt Garnett all jene, die jetzt wieder mit dem Bonanza-Blick in die Ozeane schauen“, Spiegel, 40/2006
  • Der Wettlauf um die Rohstoffe ist in vollem Gange ☛ „Vor dem Hintergrund der jüngsten Rohstoffkrise und des globalen Wettbewerbs um die Energie- und Rohstoffvorräte denkt keine führende Industrienation derzeit darüber nach, den Zugriff auf wesentliche eigene Reserven aufzugeben – im Gegenteil, es geht bei allen volkswirtschaftlichen ‚Global Players’ darum, sich aktiv den Zugriff auf möglichst alle verfügbaren Reserven zu sichern“, Prof. F.-J. Wodopia, Folio, 8.2006
  • „Der neue kalte Krieg“ - Kampf um die Rohstoffe ☛ “… gleichzeitig wies sie darauf hin, dass mittlerweile ‚Erpressung, Preistreiberei und Machtpoker‘ zu den Gepflogenheiten auf dem (internationalen) Energiemarkt gehören… Kern all dieser Veröffentlichungen: Der Wettlauf um den sicheren Zugriff auf die strategischen Industrie- und Energie-Rohstoffe entwickelt sich dramatisch“, GVSt, 5.2006
  • Der neue Goldrausch ☛ „Kein Element hat stärker und öfter den Verlauf der Weltgeschichte beeinflusst als Gold. In den vergangenen Jahrzehnten degradierte der Dollar das Edelmetall zum reinen Rohstoff. Jetzt mehren sich die Zeichen für sein politisches Comeback“, Cicero, 2.2006

2005:

  • Risiken der Rohstoffabhängigkeit ☛ „Dennoch bestehen (außer vielleicht bei Öl und Gas) nur vage Vorstellungen über das sektorale Gewicht und die gesamtwirtschaftliche Bedeutung einzelner Rohstoffe. Dieses Defizit wiegt umso schwerwiegender, da Versorgungsdefizite oder gar Lieferausfälle bei den wichtigsten Industrierohstoffen nahezu zwangsläufig zu entsprechenden Produktionskürzungen führen müssen“, GVSt, 3.2005

2004:

  • R. Neudeck: Kongo - Krieg um Diamanten, Gold und Coltan ☛ „Im Kongo herrscht die tödlichste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg … Ruandas Präsident Kagame. Er will etwas ganz anderes: den Einfluss Ruandas auf den Ost-Kongo und dortige Rohstoffe ausweiten. Durch Waffenlieferungen an Rebellengruppen will man zumindest indirekt an Bodenschätzen des Kongo wie Diamanten und Gold, aber auch das wertvolle Coltan, das weltweit für die Produktion der Mobiltelefone benutzt wird, profitieren“, Zeit, 11.11.2004

2003:

  • „Wir haben 30 Jahre verloren“ (Meadows-Interv.) ☛ „Wir haben aber ohnehin nie geglaubt, dass Preise gute Indikatoren für die Verfügbarkeit von Rohstoffen sind. Preise werden politisch gemacht. Regierungen verzerren sie durch Subventionen oder Steuern; die physische Verfügbarkeit eines Rohstoffes ändern sie damit nicht … Starren Sie also nicht so sehr auf die Preise. Tatsächlich sind Rohstoffe in den vergangenen 30 Jahren knapper geworden. Wir brauchen heute mehr Energie und Kapital, um sie zu entdecken, auszugraben und zu verarbeiten“, Zeit, 31.12.2003
  • B. Drücke: Coltan, Gold und Diamanten ☛ „Wenn Kriege geführt werden, dann geht es nicht zuletzt um Hegemonie, um den ungehinderten Zugriff auf wertvolle Rohstoffe, Transportwege, Einflusszonen … Hintergründe des Bürgerkriegs im Kongo … Deutsche Interessen und die Rolle deutscher Konzerne“, Graswurzel.net, Sommer, 2003 ( )

2002:

1998:

  • McDonough/Braungart: The NEXT Industrial Revolution ☛ “‚Eco-efficiency‘, the current industrial buzzword, will neither save the environment nor foster ingenuity and productivity, the authors say. They propose a new approach that aims to solve rather than alleviate the problems that industry makes“, the Atlantic, 10.1998

1996:

  • T. Fues: Studie der Weltbank hinterfragt die Kriterien für Wachstum ☛ „Das bloße Wachstum des Bruttosozialproduktes kann danach nicht mehr als wichtigstes Kriterium für den ökonomischen Erfolg eines Landes verwendet werden … Die vordergründigen Erfolge der Strukturanpassung, die sich aus der Vernachlässigung des Naturverbrauchs ergeben, kehren sich bei näherer Betrachtung in das Gegenteil um. Der Fall Ghana verweist auf grundlegende Defizite der Anpassungsprogramme von Internationalem Währungsfonds und Weltbank, die häufig auf dem Verzehr des natürlichen Kapitals aufbauen“, Zeit, 5.4.1996

1963:

1937:

  • R. Linton: One Hundred Percent American ☛ „There can be no question about the average American’s Americanism or his desire to preserve this precious heritage at all costs. Nevertheless, some insidious foreign ideas have already wormed their way into his civilization without his realizing what was going on“, in: The American Century, vol.40, 1937 ( )

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