Peak Nahrungsmittel

Intro:


Zitate:

I:


II:

Nutrit pax Cererem, pacis amica Ceres = Der Frieden nährt die Ceres, Freundin des Friedens ist Ceres. (Ceres, römische Göttin des Ackerbaus)


The man lay with his wife Eve, and she conceived and gave birth to Cain. She said: „With help of the Lord I have brought a man into being“. Afterwards she had another child, his brother Abel. Abel was a shepherd and Cain a tiller of the soil. (Genesis, 4, 1-2)


Die Landwirtschaft ist die erste aller Künste: ohne sie gäbe es keine Kaufleute, Dichter und Philosophen; nur das ist wahrer Reichtum, was die Erde hervorbringt. (Friedrich II./‚der Grosse‘/‚Der alte Fritz‘, 1712-1786, König von Preussen)


Die Speisen haben vermutlich einen sehr großen Einfluß auf den Zustand der Menschen, wie er jetzt ist. Der Wein äußert seinen Einfluß mehr sichtbarlich, die Speisen tun es langsamer, aber vielleicht ebenso gewiß. Wer weiß, ob wir nicht einer gut gekochten Suppe die Luftpumpe und einer schlechten den Krieg oft zu verdanken haben. Es verdiente dies einer genaueren Untersuchung. (Georg Christoph Lichtenberg, 1742-1799, Mathematiker/erster deutscher Professor für Experimentalphysik/als Schriftsteller begründte er den deutschsprachigen Aphorismus)


III:

The nation that destroys its soil destroys itself. (President Franklin D. Roosevelt)


What we do to the land, we do to ourselves. (Wendell Berry, born 1934, US-American man of letters, academic, cultural and economic critic, and farmer)


Kuhmist ist wichtiger als Dogmen. (Mao Tse-tung, 1893-1976, Staatspräsident der Volksrepublik China 1954–1959)


Long before there was „Peak Oil“, there was „Peak Soil“. Iowa has some of the best topsoil in the world. In the past century, half of it’s been lost, from an average of 18 to 10 inches deep … Productivity drops off sharply when topsoil reaches 6 inches or less, the average crop root zone depth. (Alice Friedemann, Peak Soil: Why Cellulosic ethanol and other Biofuels are Not Sustainable and are a Threat to America’s National Security, Culture Change.org, 11.4.2007)


Soil Science 101: There Is No ‚Waste‘ Biomass! (Alice Friedemann, Peak Soil: Why Cellulosic ethanol and other Biofuels are Not Sustainable and are a Threat to America’s National Security, Culture Change.org, 11.4.2007)


So ungewöhnlich es klingen mag, eine Zivilisation überlebt nur dann, wenn wir Boden wie ein wertvolles Erbe behandeln, nicht als Ware - und ganz sicher nicht wie den letzten Dreck. (David R. Montgomery, Dirt - The Erosion of Civilizations/Dreck - Warum unsere Zivilisation den Boden unter den Füßen verliert, 2007/2010)


Montgomery has produced a fine study that cycles through history, builds on a series of case studies, and makes comparisons across significant periods of time … On the other hand, whether agriculture will trump industrialism as a new agro-ecological ethos emerges and dominates the planet’s thinking about the future of civilizations, and the extent to which its toolbox will include ideas such as organic and no-till farming, only time will tell. What we do know is that in the future, historians who study the rise and fall of civilizations must acknowledge the important questions raised by Montgomery’s groundbreaking work. (Michael Butt, Agro-Ecology: Farming with Brains, N-Net.org, 11.2007)


Tatsächlich sei Erde die wesentliche, aber unterbewertete und am wenigsten geschätzte Ressource, die der Mensch hat … Um seine These zu untermauern, aber auch um die dramatischen Folgen von Bodenerosion zu demonstrieren, durchpflügt der Geologe rund 4000 Jahre Erd- und Zivilisationsgeschichte. Anhand der heutigen Beschaffenheit von Böden und den darin verborgenen Sedimenten sowie schriftlicher Quellen weist Montgomery bei den verschiedenen Zivilisationen immer wieder das gleiche Verhaltensmuster nach … Einst bodenreiche und fruchtbare Landschaften wurden zu steinigem Ödland. Man vergisst leicht, dass im heutigen Irak einst die erste Zivilisation erblühte … Nach der Lektüre des gut lesbaren, …Buches, ist klar: Boden ist eine wertvolle Ressource und auf lange Sicht wertvoller als Öl. (Thomas Hajduk, Auf dem Grund der Geschichte – David R. Montgomerys „Dirt“, Die Berliner Literaturkritik/de, 18.9.2008)


According Professor David Montgomery, civilisations rise and fall on the quality of their soil. He argues that the great civilisations of the past declined when their top soil began to erode. He says that what happened to the Romans and Greeks is now happening to us … He’s now working on a sequel that is a little more optimistic, suggesting organic farming could provide a means to prevent history repeating itself. (Keiren McLeonard, The story of Dirt, ABC Rural Bush Telegraph, abc.net.au, 22.7.2010)


Ohne Mistus hilft auch kein Christus. (Dt. Volksweisheit)


IV:

All the trees were as different from ours as day from night, and so were the fruits, the herbage, the rocks, and all things. (Chistopher Columbus, mariner, 1492)


Europa vor der Kartoffel und nach der Kartoffel. (Niklas Luhmann, Das Problem der Epochenbildung und die Evolutionstheorie, 1986)


Ist eine ausreichende Ernährung nicht mehr garantiert, dann verliert jede Art von Herrschaft ihre Legitimität und wird instabil. Aber auch andere, nichtherrschaftliche Beziehungen, solche, die vergemeinschaftend wirken, wie familiäre, freundschaftliche oder genossenschaftliche, büßen ihre soziale Verbindlichkeit ein, wenn die Nahrung nicht mehr miteinander geteilt wird und der ‚co-pain‘, der, mit dem man sein Brot teilt, dem Hunger überlassen wird. (Eva Barlösius, Soziologie des Essens, S.15, 1999)


Kimi yer, kimi bakar. Kıyamet ondan kopar = Aufstand entsteht, wenn einige essen, andere nur zuschauen. (Türkische Weisheit)


İp inceldiği yerden kopar = Seile zerreissen an den ausgedünnten Stellen. (Türkisches Sprichwort)


V:

Und genau das ist die Botschaft dieses Buches: Kinder, die heute geboren werden - sowohl in den Industrieländern als auch in den Entwicklungsländern - leben länger und gesünder, haben mehr zu essen, eine bessere Ausbildung, einen höheren Lebensstandard, mehr Freizeit und sehr viel mehr Möglichkeiten - ohne daß die Umwelt zerstört wird. (Bjørn Lomborg, Apocalypse No! Wie sich die menschlichen Lebensgrundlagen wirklich entwickeln, S.410, 2002)


VI:

Wenn jemand euch euer Brot entzieht, beraubt er euch gleichzeitig euer Freiheit. Aber wenn jemand euch euer Freiheit beraubt, dann wisst ihr, dass euer Brot bedroht ist, denn es hängt nicht mehr von euch und eurem Kampf ab, sondern von der Eigenmächtigkeit irgendeines Herren. (Albert Camus)


Der unablässige Kampf gegen den Hunger hat die Entwicklung der Menschheit maßgeblich bestimmt. Die Menschen wollen wie alle Lebewesen satt werden. Doch nur die Bevölkerungen der frühindustrialisierten Völker können von sich sagen: Wir haben es geschafft. Wir haben das lange ersehnte Menschheitsziel erreicht. Bei uns hungert niemand mehr, es sei denn aus freien Stücken. Doch zugleich müssen sie feststellen, dass sie das Ziel verfehlt haben, dass sie über das Ziel hinausgeschossen sind. Denn sie sind nicht nur satt. Vielmehr wächst die Zahl (über-)ernährungsbedingter Krankheits- und Sterbefälle in beängstigendem Ausmaß. (Meinhard Miegel, Epochenwende - Gewinnt der Westen die Zukunft?, S.150, 2005)


Die Gesellschaft setzt sich aus nur zwei großen Klassen zusammen: die einen haben mehr Mahlzeiten als Appetit, die anderen weit mehr Appetit als Mahlzeiten. (Sébastien Chamfort, 1741-1794, frz. Schriftsteller)


Die Armen verhungern auch am Reichtum der Reichen. (Heribert Prantl, 2.10.2007)


Children in our part of the world just inhale chocolate bars on the way to school, and that cheap and pleasant treat is something that represents two or three days‘ labour of a child in Africa, who is unable to go to school. (John Bowman, The dark side of chocolate - Q&A with Carol Off, author of Bitter Chocolate, CBC News/cbc.ca, 2.2007)


Die Hedge-Funds verlagern sich zunehmend von den Finanzmärkten in die Rohwarenmärkte. Früher konnten wir ungefähr abschätzen, wie die Ernten ausfallen werden – und konnten uns auf entsprechende Preise einstellen. Das ist vorbei. Wichtiger als die Ernte ist heute, ob die kalifornische Pensionskasse Calpers entscheidet, mit 750 Mio. $ in den Rohwarenmarkt einzusteigen – weil dann alle anderen Pensionskassen der Welt dasselbe tun und auf einen Schlag 5 Mrd. $ in einen Agrarmarkt investiert werden. Es ist alles sehr spekulativ geworden. (Nestlé-Chef Peter Brabec, zit. in: Tomasz Konicz, Mit Vollgas gegen die Wand, Telepolis/heise.de, 13.7.2008)


In Wien wird täglich eine Menge an Backwaren weggeworfen, die ausreichen würde, ganz Graz, die zweitgrößte Stadt Österreichs, zu ernähren. (Dirk Müller, ’Mr. Dax’, Crashkurs, 2009; , )


Für diesen ganz und gar konservativen Hippie-Film wurde seinerzeit mit dem Slogan geworben: „Ein Mann zog aus, Amerika zu suchen. Doch er konnte es nirgendwo finden“. Amerika ist der Boden unter den Füßen seiner Bürger. Aber was nützt das einem, der seine Füße nicht mehr sieht? (Matthias Heine, Das aufgepumpte Ich - Der Filmemacher Morgan Spurlock frisst sich durch Amerika/Super Size Me, Welt Online, 14.7.2004)


Erst das Essen dann die Moral – des Essens. (Harald Lemke, Feuerbachs Stammtischthese oder zum Ursprung des Satzes - „Der Mensch ist, was er isst“, in: Aufklärung und Kritik, 11.Jhg., S.117-140, 1/2004)


Doch alle Autoren beklagen, dass außer Fensterreden nichts passiert. Kurzfristige wirtschaftliche Interessen verhinderten höchst erfolgreich jeden Versuch, der Fischerei Grenzen zu setzen. Mit EU-Subventionen wird der Raubbau sogar noch forciert. Nachdem die Fischbestände vor der Haustür drastisch zurückgegangen sind, kauft sich die EU jetzt das Recht, vor Afrikas Küsten die Meere auszuräumen. Das Nachsehen haben die einheimischen Fischer. (Johannes Kaiser, Leergefischt, Deutschlandradio Kultur, 12.6.2007)


Wenn Sie im Senegal auf den Markt gehen, können Sie europäische Früchte zu einem Drittel der einheimischen Preise kaufen. Also hat der senegalesische Bauer keine Chance mehr, das Auskommen zu finden. (Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Menschenrecht auf Nahrung)


Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren. Ein Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet. (Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Menschenrecht auf Nahrung)


Die erste Bedingung, daß du etwas in dein Herz und deinen Kopf bringst, ist, daß du etwas in deinen Magen bringst. (Ludwig Feuerbach, 1804-1872, dt. Philosoph)


Anfang und Wurzel alles Guten ist die Freude des Magens; selbst Weisheit und alles, was noch über sie hinausgeht, steht in Beziehung zu ihr. (Epikur, 341-270 v.u.Z., griechischer Philosoph)


Glück besteht aus einem soliden Bankkonto, einer guten Köchin und einer tadellosen Verdauung. (Jean-Jaques Rousseau)


Fette Beamte - dürre Bauern. (Chinesische Weisheit)


Der weiße Mann wird vor vollen Tellern verhungern. (Indianische Prophezeihung)


Ernährung: Das Gehirn braucht Energie. Doch der Treibstoff ist oft von schlechter Qualität. Schlägt uns die Nahrung auf den Geist? … Weltweit nehmen die Hirnstörungen Alzheimer, Parkinson und Multiple Sklerose zu … Britische Forscher beklagen einen Rückgang der Geistesleistung … Bei Kindern breiten sich Hyperaktivität und Lernstörungen … Schuld seien die Nahrungsindustrie und ihr Bestreben, „billige Nahrung herzustellen“ … Dafür eingesetzte Zusatzstoffe wirken auch aufs Gehirn. Etwa der Geschmacksverstärker Glutamat. Auch Zitronensäure… Farbstoffe verändern Verhalten und Lernleistung… (Hans-Ulrich Grimm, Essen wir uns dumm?, Hamburger Abendblatt/.de, 10.12.2003)


Über 18 kg chemischer Zusatzstoffe nimmt jeder Deutsche durchschnittlich im Jahr zu sich … Mit Industrie-Food essen wir uns dumm. (Hans-Ulrich Grimm)


Man füttert die Kinder mit Müll. (Morgan Spurlock, Regisseur von „Super Size Me“, in: Patrick Heidmann, «Man füttert die Kinder mit Müll» - Interv. mit M.Spurlock, netzeitung.de, 15.7.2004)


Der Traum der Zivilisierten ist nicht mehr die erlöste Welt, ja nicht einmal mehr das Schlaraffenland, wo jedem die gebratenen Tauben in den Mund fliegen, sondern die nächst bessere Auto- oder Fernsehmarke. (Max Horkheimer, Verantwortung und Studium, in: Adorno/Horkheimer, Sociologica - Reden und Vorträge, S.76, 1962)


Our mainstream food system is breaking down. Escalating rates of diabetes, cancer and obesity, excessive food miles, farm income crises, and growing food insecurity are just some of the problems identified with the current food system … Consumers are increasingly distanced from the physical, social and intellectual origins of their food by the cheap food system that privileges quantity and short-term efficiency over taste, sustenance, quality and the environment. (Alison Blay-Palmer/Betsy Donald, in: Alison Blay-Palmer, Food Fears - From Industrial to Sustainable Food Systems, Chapter 1, 2008)


VII:

Der ständige Wettlauf zwischen wirtschaftlichem Fortschritt und Vermehrung der Bevölkerung bescherte Europa noch bis in das 19.Jahrhundert hinein schlimmste Hungersnöte. Die Zeit ab Mitte des 18.Jahrhunderts bezeichnet man als Pauperismus, weil damals wieder einmal ein Bevölkerungsschub zur Verarmung der Menschen geführt hatte. Das malthusianische Gesetz zeigte sich in der zweiten Hälfte des 18. und auch noch der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts in Europa mit aller Grausamkeit. (Hans-Werner Sinn, Das grüne Paradoxon, S.439, 2008, )


But the difficulties it faced were considerably increased by the unrestricted British naval blockade imposed on Germany’s direct and indirect (via neutral ports) seaborne trade after March 1915. This cut off a significant volume of imported feeds and fertilizers, contributing to the 40-50 per cent fall in domestic agricultural production which occurred during the war years.“, (Niall Ferguson, Food and the First World War, Cambridge, 1991)


Inzwischen verbraucht die Agrarindustrie 10 kcal an Energie aus fossilen Trägern, um 1 kcal Nahrung zu erzeugen. (Al Gore, Wir haben die Wahl, S.213, 2009)


Ob es uns schmeckt oder nicht: Wir essen Öl. (Wolfgang Hirn, Der Kampf ums Brot - Warum die Lebensmittel immer knapper und teurer werden, 2009)


Kontrolliere das Öl und du kannst gesamte Nationen kontrollieren. Kontrolliere Nahrung und du kontrollierst die Menschen. (Henry Kissinger, US-Sicherheitsberater und Außenminister, 1970)


No cheap oil, no cheap food. (Alex Kirby, 2004)


Heute kann ich sagen, dass es in strategischer Sicht mindestens so brisant ist wie der Kampf ums Öl. Denn es geht um die Kontrolle unseres täglichen Lebens. Eines der allerersten Gesetze, das die US-Regierung 2004 im Irak erließ, ist dafür bezeichnend. Es besagt, dass dort in Zukunft genmanipuliertes und patentiertes Saatgut angebaut werden muss - gefördert von der amerikanischen Regierung… ( F. William Engdahl, nach: L. Bürgin, Der Urzeit-Code - Die ökologische Alternative zur umstrittenen Gen-Technologie, S.157, 2007)


Our global food system faces a crisis of unprecedented scope. This crisis, which threatens to imperil the lives of hundreds of millions and possibly billions of human beings, consists of four simultaneously colliding dilemmas, all arising from our relatively recent pattern of dependence on depleting fossil fuels. ⇒ The first dilemma consists of the direct impacts on agriculture of higher oil prices… ⇒ The second is an indirect consequence of high oil prices - the increased demand for biofuels… ⇒ The third dilemma consists of the impacts of climate change and extreme weather events… ⇒ Finally comes the degradation or loss of basic natural resources (principally, topsoil and fresh water supplies)… . (Richard Heinberg, What will we eat as the oil runs out?, The Lady Eve Balfour Lecture/22.11.2007, Energy Bulletin.net, 3.12.2007)


Diese LKWs sind alle voll mit Soja. Sie werden im Norden von Matto Grosso beladen. Von dort wird das Soja 2.500 Kilometer zum Hafen transportiert. Und von dort geht das Soja in den Export. (Vincent José Puhl, Biologe, Brasilien)


Die Wahrheit dieses Systems ist eine doppelte. Einerseits wird der Mensch als Stoffwechsler enthüllt, und dies drückt eine unleugbare Wahrheit aus. Zugleich tritt ein anderer Aspekt der Wahrheit über die Lage des Menschen zutage: Wir gelangen durch entfesselten Konsum an die Grenzen der Naturproduktivität. Die Menschheit erweist sich als eine Gattung, die es fertig bringt, die Natur leerzufressen. Am bestürzendsten zeigt sich das beim Fischfang: Der Urlauber auf griechischen Inseln isst heute schon norwegische und finnische Fische, die über Nacht eingeflogen werden, weil die Ostägäis praktisch leergefischt ist. (Peter Sloterdijk, in: Robert Misik, „Nur Verlierer kooperieren“, Die Tageszeitung , 5.5.2009)


Die G7-Staaten sollten dringend einen Plan entwickeln, um den weltweiten Ölverbrauch deut­lich zu senken … Und es sollten lokal erzeugte Lebensmittel gefördert werden … Wir sind ja bereits auf dem Weg dorthin. Die großen, zentralisierten US-Molkereien werden beispielsweise immer unrentabler, weil sie ihre Produkte über große Distanzen transportieren müssen. (Matthew R. Simmons, Der größte Rückzug der Menschheit, Interview in: Pictures of the Future - Zukunft der Rohstoffe, Siemens AG, Herbst 2008)


…a farm built on cheap oil suffers when crude prices quadruple. But the larger problem might be the soaring price for natural gas, the main ingredient for synthetic fertilizer. The University of Manitoba’s Vaclav Smil calculates that 40% of the world’s calories are now produced with synthetic nitrogenous fertilizers. The idea that we must get through the next 50 years, and feed 4 billion more people, with fertilizers two to three times above today’s prices, is more than a little breathtaking. (Paul E. Roberts, Today’s food crisis isn’t a blip, US tody.com, 22.5.2008)


Wir haben ein Lebensmittelsystem, das sich bei einem Ölpreis von 15 Dollar pro Barrel entwickelt hat … Wenn der Preis auf 150 bis 200 steigt, haben wir ein Nachhaltigkeitsproblem. 40 Prozent der weltweit erzeugten Kalorien beruhen auf künstlich hergestelltem Stickstoff-Dünger. Die Vorstellung, dass dieser Dünger in den nächsten 50 Jahren vier und fünf und sechs Mal so teuer sein wird, ist atemberaubend. (Paul E. Roberts, zit in: Tanja Busse, Landwirtschaft am Scheideweg, Aus Politik und Zeitgeschichte, 5-6/2010, S.3-5, 1.2.2010)


If we’re serious about avoiding a repeat of today’s food crisis, we’ll need to significantly boost research in areas such as crop science, water conservation and natural fertilizers. Just as important, we’ll need to recognize today’s food crisis for what it is — not some once-in-a-lifetime perfect storm, but an early, and fairly tame, warning of the challenges ahead. (Paul E. Roberts, Today’s food crisis isn’t a blip, US tody.com, 22.5.2008)


S.oil-civilization in depletion mode! (A. Röhrbein, EG/Eigenzitat, 25.2.2010)


VIII:

Man geht davon aus, dass die zur Düngerproduktion nutzbaren Phosphatlagerstätten früher erschöpft sein werden als die weltweiten Erdölvorkommen. Viele Industrieländer haben bereits einen Grenzwert für Cadmium in Düngemitteln eingeführt. So ist weltweit nur noch eine Lagerstätte bekannt, die den Grenzwert der EU unterschreitet (Kola). In Entwicklungsländern dagegen wird Düngung mit billigeren cadmiumverunreinigten Phosphatdüngern durchgeführt. (Wikipedia, Phosphate)


Researchers in Australia, Europe and the United States have given warning that the element, which is essential to all living things, is at the heart of modern farming and has no synthetic alternative, is being mined, used and wasted as never before … Quite simply, without phosphorus we cannot produce food … The economic battle to secure phosphorus supply may already have begun. (Leo Lewis, Scientists warn of lack of vital phosphorus as biofuels raise demand, Times Online, 23.6.2008)


In some ways, the problem of peak phosphorus is more difficult than peak oil … However if we waste phosphorus, we cannot replace it by any other source. (Patrick Déry/Bart Anderson, Peak phosphorus, 13.8.2007)


There are no substitutes for phosphorus in agriculture. (U.S. Departement of Agriculture)


Die letzten fünfzig Jahre haben wir die Mikroorganismen im Boden zerstört. Man muss sie wieder entdecken. Ich kenne Bauern, die keinen Dünger mehr einsetzen, aber gezielt mit den Mikroorganismen arbeiten – und höhere Erträge ernten als zuvor. (Marcel Mazoyer, Agraringenieur, zit. in: Marcel Hänggi, Peak-Oil: Lernen aus „Peak Stickstoff“, Telepolis/heise.de, 19.9.2009)


IX:

Um ein Kilogramm Rindfleisch zu erzeugen, werden über sieben Kilogramm pflanzliches Eiweiß benötigt - und über 22.000 Liter Wasser. (Al Gore, Wir haben die Wahl, S.214, 2009)


325.000 km² Regenwald werden jedes Jahr vernichtet, um auf dem Boden Tiere für den Verzehr zu züchten und weitere Flächen um Soja für Schlachttiere anzubauen! (Fleischsteuer.ch)


Mit Bioenergie wollen sie die Annehmlichkeiten des modernen Lebens bewahren, ohne die fossilen Vorräte anzutasten. Aber sie bedenken nicht, dass diese natürlichen Quellen schon früher nicht reichten, dass die Ansprüche heute viel höher sind und dass der fossile Kohlenstoff eben wegen des Gesetzes von Malthus sehr viel mehr Menschen das Leben ermöglicht hat, als früher existierten. (Hans-Werner Sinn, Das grüne Paradoxon, S.441, 2008)


Der Appetit der Welt auf Treibstoff ist unersättlich. Das Getreide, das nötig ist, um den 120 Liter fassenden Tank eines Geländewagens mit Ethanol zu füllen, reicht aus, um einen Menschen ein Jahr lang zu ernähren. Von der Menge, die destilliert werden muss, wenn der Tank alle zwei Wochen gefüllt wird, könnten sich 26 Leute ein Jahr lang satt essen. (Lester R. Brown, Sprit für die Welt, Spiegel, 27.3.2007)


Ich rechne mit Konflikten um fossile Rohstoffe und um fruchtbaren Boden, der für die Nahrungsmittelproduktion taugt. Die Anbauflächen werden immer geringer und die Ölvorräte sinken – das sind sehr konfliktträchtige Bereiche. (Harald Welzer, Interv. in: „Gewaltsame Ressourcenkämpfe sind nicht ausgeschlossen“, Zeit Online, 20.3.2009)


Es kann nicht im Sinn der Bevölkerung sein, dass Gelder für die Sicherstellung der Lebensmittelversorgung abgezogen und in die Atomforschung investiert werden. (Elisabeth Köstinger, Agrarsprecherin der ÖVP im Europaparlament, in: Köstinger verlangt: Nuklearforschung darf nicht EU-Agrarbudget verbrennen, Österreichische BauernZeitung/bauernzeitung.at, 20.10.2010)


Die EU importiert derzeit ca. 22 Mio. Tonnen Sojaschrot und 13 Mio. Tonnen Sojabohnen, das entspricht einem Weltmarktanteil von ca. 16 %, Tendenz sinkend. In Deutschland werden derzeit 3,0 Mio. Tonnen Sojabohnen verarbeitet und insgesamt ca. 4,5 Mio. TonnenSojaschrot verfüttert. »Wenn man diese Menge mit heimischen Proteinpflanzen ersetzen wollte, würde man dafür mehr als 20 % der deutschen Ackerfläche benötigen, bei der derzeitigen Flächenkonkurrenz unrealistisch«, erläuterte Eggers. Darüber hinaus benötigt beispielsweise Geflügel eine besondere Versorgung mit essentiellen Aminosäuren aus dem Sojaschrot. (Trotz „Erfolgsstory Rapsschrot“: Eiweißstrategie ohne Soja in der EU unrealistisch”, Lebensmittel-Markt-Ernährung(lme)/animal-health-online.de, 18.11.2010)

X:

Um 1 Liter Bioethanol zu produzieren, brauchen Sie 4000 Liter Wasser! Wasser ist das grössere Problem als der CO 2 -Ausstoss. Wir zapfen heute schon nicht nur die erneuerbaren, sondern auch die fossilen Wasservorräte an. Diese fossilen Vorräte wurden wie das Erdöl vor Millionen von Jahren geschaffen… die großen Produzenten bewässern ihre Felder heute fast alle künstlich. (Nestlé-Chef Peter Brabec, zit. in: Tomasz Konicz, Mit Vollgas gegen die Wand, Telepolis/heise.de, 13.7.2008)


Alle Lebensmittelproduktion hängt von Wasser ab. (Maggie Black/Jannet King, Der Wasseratlas - Ein Weltatlas zur wichtigsten Ressource des Lebens, 2009)


Etwa zwei Drittel des verbrauchten Wassers dienen der Bewässerung, die den Anbau von Feldfrüchten auf einem Fünftel des Ackerlandes der Welt unterstützt. (Maggie Black/Jannet King, Der Wasseratlas - Ein Weltatlas zur wichtigsten Ressource des Lebens, 2009)


Die Region sei von bewässerter Landwirtschaft abhängig geworden, um die Erträge zu erhöhen. „Daher könnten wir einem größeren Problem als nur einer Wasserkrise gegenüberstehen.“ … Ganze Regionen in Nordindien leiden unter Dürre. Vielerorts haben die Bauern das gesamte Grundwasser abgepumpt, um ihre Ernten zu retten. In manchen Orten bewachen schwer bewaffnete Bauern ihre letzten Brunnen, die noch Wasser tragen. (Sascha Zastiral, Studie der NASA: Indien droht das Wasser auszugehen, taz.de, 22.8.2009)


Even though we have enough fresh water at a global level, in many parts of the world – India, Pakistan, China, southern Europe and the south-western parts of the United States – more water is withdrawn than is being naturally replenished. The key challenge is that more than two-thirds of all water is withdrawn by agriculture, so it is the future of agriculture and food security that is at stake if we are not able to solve the world’s water crisis. (Bureau Veritas/Nestlé.com, Water: the global context, 3.2010)


XI:

Neun von zehn Fischbeständen in Europa sind überfischt - ein Desaster … Weil in Europa viel zu viele Fischerboote Jagd auf viel zu wenig Fisch machen. Für die meisten Fischbestände hätte die Fangflotte die Kapazität, doppelt bis dreimal so viel Fisch zu fangen, wie Forscher noch für vertretbar halten … Trotz der enormen Befischung müssen wir bereits zwei Drittel des in Europa verzehrten Speisefisches aus dem Ausland importieren … Jahrelang wurde weltweit mehr Fisch gefangen, als wieder nachwachsen konnte. So laufen viele Fischgründe Gefahr, auf lange Zeit ausgeplündert zu werden. Sie würden sich, wenn überhaupt, nur nach Jahrzehnten erholen. (Joe Borg, EU-Kommissar für Fischerei und maritime Angelegenheiten, in: EU-Kommissar Borg: „Große Schiffe sollten abgewrackt werden“, sueddeutsche.de, 31.7.2009)


Mit dem Boom der Fischfarmen ist die Plünderung der Meere in eine neue Phase eingetreten. Nachdem sie die Bestände der großen Raubfische dezimiert haben, verstärken Fangflotten nun die Jagd auf die kleinen Arten … Experten wie der Meeresforscher Daniel Pauly sagen daher, dass allein Farmfische mit vegetarischen Essgewohnheiten ökologisch unbedenklich seien, Tilapia etwa oder Pangasius. (Moritz Koch, Fisch ist aus - Begehrtes Gut, sueddeutsche.de, 26.8.2009)


Fisch trägt entscheidend zur weltweiten Lebensmittelversorgung bei und wird mit hoher Wasserbelastung verstärkt für den Verkauf gezüchtet. (Maggie Black/Jannet King, Der Wasseratlas - Ein Weltatlas zur wichtigsten Ressource des Lebens, 2009)


Und vor allem, was den Fischfang angeht, kann man es nicht anders als Krieg nennen. Wir nutzen Kriegstechnologien, um Fische zu jagen. Kriegsschiffe, Radar, Satelliten - der ganze Meeresboden wird leer geräumt. Wenn das kein Krieg ist, weiß ich nicht, was Krieg sein soll … Für ein Pfund Shrimps werden bis zu dreizehn Kilogramm anderer Meerestiere getötet und zurück ins Meer geschmissen. Beifang wird das genannt. Die Leute würden viel weniger Fisch essen, wenn das jedes Mal dabeistünde … Wenn Ihnen die Zukunft des Planeten wichtig ist, sollten Sie auf Fisch verzichten. (Jonathan Safran Foer, in: Johanna Adorján, Ich liebe Würste auch. Aber ich esse sie nicht - Jonathan Safran Foer im Interview, FAZ.net, 1.2010)


XII:

Verschwiegen wird indessen, wie deutsche Legehennenzüchter und Brütereibesitzer mit Küken umgehen … „Vor Fotos hat die Branche höllische Angst“ … Aus den Hahnenküken wird Tierfutter, das an Pelztierfarmen oder Geflügelmastanstalten verkauft wird. Großabnehmer sind auch die zoologischen Gärten. Sie bestellen vergaste Küken … Ein Unternehmer der Branche nennt Vergasen „relativ human“, räumt aber ein, dass man weiterhin „schwarze Schafe“ unter den Brütereibesitzern finde. Bei denen „fallen die Küken vom Förderband in einen großen Wasserbottich und ersaufen dann jämmerlich. Andere werfen die Küken lebendig in große Plastiksäcke. Wenn die voll sind, werden sie zugebunden und auf den Kopf gestellt. Dann ersticken die Küken eben so“. (Klaus Hart, Männliche Küken werden in Deutschland erstickt, vergast und zerschreddert, Tagesspiegel.de, 18.8.1999)


45 Millionen männliche Küken werden jährlich allein in Deutschland nach dem Schlüpfen aus rein wirtschaftlichen Gründen getötet. Während ihre weiblichen Geschwister auf dem Fließband zum Impfen transportiert werden, „fahren“ die kleinen Hähne in den Tod, werden vergast oder im so genannten „Kükenmuser“ durch rotierende Messerwalzen bei lebendigem Leibe geschreddert … Da ein männliches Legehuhn wesentlich länger braucht, um das Schlachtgewicht in der gängigen Hähnchenmast zu erreichen, halten die deutschen Mastbetriebe ihre Aufzucht für unrentabel. Nach dem deutschen Tierschutzgesetz dürfen Wirbeltiere jedoch nicht ohne vernünftigen Grund getötet werden. („Kükenmord“ – 45 Mio. männliche Küken werden jährlich in Deutschland geschreddert, Pressemitteilung, ProVieh.de, 1.10.2004)


Pro Jahr werden ca. 40 Millionen Eintagsküken getötet, weil die Eierindustrie keine Verwendung für männliche Tiere hat. Die Hahnenküken werden kurz nach dem Schlupf von den weiblichen Tieren getrennt und auf grausame Weise vernichtet - sie werden mit Kohlendioxid vergast oder im Homogenisator, einer Maschine mit routierenden Messern, zu Brei zermust. „Diese millionenfache Tötung der Küken aus rein ökonomischen Erwägungen“, sagt bmt-Vorstandsvorsitzender Dr. Jörg Styrie, „ist über die Maßen unethisch und steht im Widerspruch zum Tierschutzrecht und zur Staatszielbestimmung Tierschutz. (bmt startet Protestaktion „Wir wollen leben“ gegen Tötung von Eintagsküken, ECO-World.de, 6.4.2010)


Mit Legehennen lässt sich gutes Geld verdienen. Die Hähnchen dagegen versprechen keinerlei Profit: Sie werden naturgemäß niemals Eier legen – und als Brathähnchen sind sie ungeeignet … Gut 300 Millionen von ihnen werden jährlich in Europa produziert, um sofort vernichtet zu werden … In den Brütereien werden die Hähnchen sofort von ihren Schwestern getrennt: Mitarbeiter mit geschultem Blick können sie beispielsweise an ihrem helleren Flaum oder am speziellen Wuchs der Federn erkennen und sortieren sie am Fließband aus. Anschließend werden die Tiere entweder in luftdicht abgeschlossenen Räumen vergast oder in Spezialmaschinen zerschreddert: Rotierende Messer zerschlagen die Küken zu Brei. Auch diese Todesmaschine hat einen harmlos klingenden Namen: Homogenisator … Selbst die Bio-Branche ist gezwungenermaßen Teil des Systems … Verbraucher können Druck machen. (Mirjam Stöckel, Eintagsküken - Profit mit dem Tod, Bericht aus Brüssel/WDR.de, 8.9.2010


XIII:

If you go and take the field of an enemy, the enemy will come and take your field. (Babylonische Weisheit)


Augenblicklich hängt das Schicksal Europas und alle Berechnung im Großen von der Frage der Lebensmittel ab. Wenn ich nur Brot habe, ist es ein Kinderspiel, die Russen zu schlagen. (Napoleon Bonaparte, 1769-1821, französischer General, Staatsmann und Kaiser, 12.3.1807)


Ureinwohner, s: Personen von geringem Wert, die eine Belastung für den Ackerboden eines neu entdeckten Landes darstellen. Sie hören bald damit auf, ihn zu belasten; sie düngen. (Ambrose Bierce, 1842-1914, US-amerikanischer Schriftsteller, Journalist und Lebenskünstler, Des Teufels Wörterbuch)


LORD HANKEY schrieb Churchill zu der Frage, wie man Tiere - und auch Menschen - töten konnte. Es war der 6. Dezember 1941. »Die zurzeit einzige technisch durchführbare Methode in der Anwendung von Milzbrand gegen Vieh besteht darin, dass man infizierte Kekse vom Flugzeug aus abwirft«, teilte Hankey dem Premier mit. »Die Versuche, die für den Unterausschuss durchgeführt worden sind, berechtigen zu der Annahme, dass eine beträchtliche Anzahl von Tieren getötet werden würde, wenn diese Methode konzentriert und wenn sich das Vieh im Freien befindet, angewendet wird …«. Man brauche eine Menge Milzbrandsporen, zuzüglich 2 Millionen Kekse, außerdem Arbeiterinnen zur Bedienung der Maschinen, mit denen man die Kekse mit Bakterien präpariert. Churchill billigte den Plan. So began die Operation Vegetarier: die Herstellung von Millionen infizierter Kekse, die eingelagert wurden und auf den Befehl des Premierministers warteten. Am Ende reichte jedoch die Rote Armee und der jahrelange Bombenkrieg aus, um eine bedingungslose Kapitulation zu erzwingen. (Nicholson Baker, Menschenhauch - Wie der Zweite Weltkrieg begann und die Zivilisation endete, S.488, 2009)


Wollte man in Europa Grund und Boden, dann konnte dies im Großen und Ganzen nur auf Kosten Russlands geschehen, dann musste sich das neue Reich wieder auf der Straße der einstiegen Ordensritter in Marsch setzen, um mit dem deutschen Schwert dem deutschen Pflug die Scholle, der Nation aber das tägliche Brot zu geben. (Adolf Hitler, zit. von Wolfgang Wippermann, Ideologie, in: Benz/Graml/Weiß (Hg.), Enzyklopädie des Nationalsozialismus, S.11-21, 1997)


Wir können ohne Butter auskommen, aber trotz all unserer Friedensliebe nicht ohne Waffen. Mit Butter kann man nicht schießen, aber mit Gewehren. (Joseph Goebbels, 17.1.1936)


Gewehre werden uns stark machen; Butter wird uns nur Fett machen. (Herman Göhring, 1936)


Wir kämpfen für Öl und Eisen, für wogende Weizenfelder, das regt unsere Soldaten an, und dafür fallen sie. Glaube doch keiner, dass wir Deutsche plötzlich von einer neuen Moral erfasst sind. Nein, wir wollen uns erst mal gesundstossen. (Dr. Joseph Goebbels, Reichsminister für Volksaufklärung und Leiter der Reichskulturkammer, Rede in Gotenhafen/Gdynia, 21.10.1942; zit.: Dietrich Eichholtz, Ende mit Schrecken - Deutsche Ölpolitik und Ölwirtschaft nach Stalingrad, 2010)


The Soviets put guns over butter, but we put almost everything over guns. (Margaret Thatcher, Britain Awake-Speech, 19.1.1976)


Sie schaffen eine Wüste und nennen das Frieden. (Tacitus, Agricola 30,5)


Und er wird richten zwischen vielen Völkern und Recht sprechen mächtigen Nationen bis in die Ferne. Und sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Speere zu Sicheln; kein Volk wird gegen ein anderes Volk das Schwert erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr lernen. (Micha 4,3, nach der Lutherbibel, vgl. auch: Jesaja 2, 2-4)


Der einzige Sieg, an den ich glaube, ruht in der Kraft des Samenkorns. Senke das Samenkorn in die Erde, in die weite schwarze Erde, und der Sieg ist dein - mag es auch langer Zeit bedürfen, bis wir den Weizenhalm triumphieren sehen. (Antoine de Saint-Exupéry, 1900-1944, Flug nach Arras/Pilote de guerre, 1942)


This leads to the further reflection, that no other human occupation opens so wide a field for the profitable and agreeable combination of labor with cultivated thought, as agriculture. I know of nothing so pleasant to the mind, as the discovery of anything which is at once new and valuable – nothing which so lightens and sweetens toil, as the hopeful pursuit of such discovery. And how vast, and how varied a field is agriculture, for such discovery. The mind, already trained to thought, in the country school, or higher school, cannot fail to find there an exhaustless source of profitable enjoyment. (Abraham Lincoln, Address before the Wisconsin State Agricultural Society, September 30, 1859)


It is a fundamental illusion of American culuture: the persistent celebration of rural life in the midst of its destruction. (Harland Padfield, The Dying Community, 1980)


This fresh, thoughtful take on Postville shows a town crushed by greed, federal indifference and a badly flawed immigration system, all fueled by America’s demand for cheap food. It is a sobering read. (Sue Fishkoff, in: Grey/Devlin/Goldsmith, Postville USA - Surviving Diversity in Small-Town America, Klappentext, 2009)


Täglich schrumpft die Landwirtschaftsfläche in Deutschland um 106 Hektar (ha), das ist die Fläche von fast zweieinhalb durchschnittlichen Bauernhöfen. (Niedersachsen: Flächenverbrauch bleibt auf hohem Niveau, agrar.de, 3.1.2008)


Damit allein das 30-Hektar-Ziel (für Deutschland, EG) erreicht wird, können und dürfen bis 2020 bereits nicht mehr alle heutigen Planungen verwirklicht werden! (Dr. Holger Buschmann, NABU Niedersachsen, Flächenverbrauch in Niedersachsen - Auswirkungen auf Natur und Landschaft. Maßnahmen zur Verringerung des Flächenverbrauchs, 13.07.2009)


13,5 Prozent der Fläche Niedersachsens ist inzwischen sogenannte Siedlungs- und Verkehrsfläche, und täglich kommen 12,5 Hektar hinzu - damit wird in Niedersachsen pro Tag in etwa die Fläche von 17 Fußballfeldern zubetoniert. … Wenn der Trend zum Flächenverbrauch so weiter geht, „wird die Lebensgrundlage künftiger Generationen schon bald akut gefährdet sein“, ist sich Schütte sicher. (Klaus-Peter Jordan, Häuser und Straßen statt Feld und Wiese, NordWest Zeitung, S.20, 19.5.2011)


New assistance will help Afghans provide for their families and revitalize the agricultural sector, which is crucial to reducing poppy cultivation and drawing insurgents back into society. (Hillary Rodham Clinton, Secretary of State, Opening Remarks Before the Senate Appropriations Subcommittee on State, Foreign Operations and Related Programs, 25.3.2010)


XIV:

Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. Welcher ist unter euch Menschen, so ihn sein Sohn bittet ums Brot, der ihm einen Stein biete? Oder, so er ihn bittet um einen Fisch, der ihm eine Schlange biete? (Evangelium nach Matthäus, 7, 9)


Als Kaiser Rotbart lobesam zum heil’gen Land gezogen kam, da mußt’ er mit dem frommen Heer durch ein Gebirge wüst und leer. Daselbst erhob sich große Not. Viel Steine gab’s und wenig Brot. Und mancher deutsche Reitersmann hat dort den Trunk sich abgetan. Den Pferden ward so schwach im Magen, fast mußt der Reiter die Mähre tragen. (Ludwig Uhland, Schwäbische Kunde, über Kaiser Barbarossa mit seinem Heer auf Kreuzzug)


Revolutionen in der Menschheitsgeschichte verändern das Bewusstsein. Ökonomische Revolutionen finden dann statt, wenn eine Energie-Revolution auf eine Kommunikations-Revolution trifft … Während den Jägern und Sammlern Sprache als Kommunikationsplattform genügte, erforderte diese komplexe neue Agrar-Gesellschaft eine Kultur der Schrift. Ist doch interessant: Überall dort, wo bewässerte Landwirtschaft betrieben wurde, entstand eine Kultur der Schrift. Im Nahen Osten, im Industal, in China oder in Mexiko. Und es entstand ein Bewusstsein der Religion. (Jeremy Rifkin, in: Thomas Seifert, US-Soziologe Rifkin: „Globalisierung von oben gescheitert“, DiePresse.com, 10.2.2010)


XV:

Eating is an agricultural act. (Wendell Berry, born 1934, US-American man of letters, academic, cultural and economic critic, and farmer, What Are People For?, 1990)


Wieso schlucken wir, obwohl uns nichts dazu zwingt, freiwillig, was uns Politik und Wirtschaft an Abgeschmacktem auftischen – und das obwohl wir alle mehr oder weniger um die umweltzerstörenden, gesundheitsschädlichen, tierquälerischen und global ungerechten Auswirkungen unserer Essgewohnheiten wissen? (Harald Lemke, Ethik des »guten Essens«: Gastrosophisches Plädoyer für eine nachhaltige Esskultur, in: Jahn/Voigt (Hg.), Essen mit Leib und Seele, S.42-43, 2002)


Man möge zugestehen, dass man die nächsten Dinge, zum Beispiel Essen…nicht zum Objekt eines unbefangenen und allgemeinen Nachdenkens macht, sondern, weil dies für herabwürdigend gilt, seinen intellektuellen und künstlerischen Ernst davon abwendet; […man] möge zugestehen, dass die allermächsten Dinge von den meisten sehr schlecht gesehen, sehr schlecht beachtet werden … Durch den vollkommnen Mangel an Vernunft in der Küche ist die Entwicklung des Menschen am längsten aufgehalten, am schlimmsten beeinträchtigt worden: es steht heute selbst noch wenig besser. Kennt man die moralischen Wirkungen der Nahrungsmittel? Gibt es eine Philosophie der Ernährung? (Friedrich Nietzsche, 1844-1900)


Going vegetarian may be the most effective way to fight global warming. Buddhist practitioners have practiced vegeterianism over the last 2000 years. We are vegetarian with the intention to nourish our compassion towards the animals. Now we also know that we eat vegetarian in order to protect the earth… (Thích Nhất Hạnh, Letter from Thay, Blue Cliff Monastery, 12.10. 2007)


Der Vorrang der Ethik…gründet im Bereich des Essens nicht zuletzt darin, dass sich jeder jeden Tag mehrmals zu der Möglichkeit eines besseren Essens verhalten muss. Dabei steht ‚jedes Mahl‘ die ganze Welt des Essens auf dem Spiel: Jeder Essakt entscheidet darüber, wie wir uns zur Ernährungsfrage verhalten, wie gut wir leben und die Welt essen. Alle, die in dem Genuss der gastrosophischen Freiheit sind, die eigene Essistenz vernünftig leben zu können, stehen permanent…vor der ebenso unscheinbaren wie unabwendbaren Wahl, entweder die Vernunft in die Welt zu setzen oder diese Welt noch unvernünftiger zu machen, als sie ohnehin schon ist. (Harald Lemke, Ethik des Essens, S.448, 2007)


Die Philosophen haben das Essen nur verschieden negiert; es kommt aber darauf an, es zu verändern. (Harald Lemke, Feuerbachs Stammtischthese oder zum Ursprung des Satzes - „Der Mensch ist, was er isst“, in: Aufklärung und Kritik, 11.Jhg., S.117-140, 1/2004)


Fermentation und Zivilisation sind nicht voneinander zu trennen. (John Ciardi, 1916-86, us-amerikanischer Dichter)


Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf dieser Erde so erhöhen, wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung. (Albert Einstein, 1879-1955)


Kinder weinen. Narren warten. Dumme wissen. Kleine meinen. Weise gehen in den Garten. (Joachim Ringelnatz)


It’s pretty scary when you realize how separated we are, how divorced we are, from the means of production. (Paul Roberts, in: The end of food, CBCnews.ca, 27.5.2008)


Ein Kollaps des Bankensystems galt immer als ausgeschlossen - dann war er da. Strom und Benzin für immer? Scheinen garantiert. Aber wie sicher sind sie wirklich? Krankenhäuser brauchen immer Strom, rund um die Uhr. Aber was wäre mit Rewe und Edeka im Fall einer Energiekrise? Wenn die Lastwagen nicht mehr kämen und die Tiefkühltruhen auftauten - wo würden wir dann einkaufen? Seit selbst kluge Köpfe Unruhen nicht mehr ausschließen und keiner weiß, ob er noch Rente kriegt und wovon er mal leben soll, seitdem werden Kleingärtner wieder ernster betrachtet. (Bert Gamerschlag, Selbstversorgung aus dem Garten, stern, Nr.43, S.116-121, 15.10.2009)


In diesen Zeiten fühle ich mich sicherer, wenn ich mich selbst versorgen kann. (Cindy Thomas, US-Hausfrau/Idaho, zit. in: Federvieh gegen die Krise: US-Bürger halten Hühner, Berliner Morgenpost.de, 11.10.2009)


Die Zivilgesellschaft hat eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, die Aktionen von Regierungen und Institutionen sowohl auf nationaler als auch auf globaler Ebene zu stärken und zu orientieren sowie einen umfassenden Ansatz für Landwirtschaft, Nahrungs- und Ernährungssicherung zu gewährleisten. (Frederic Mousseau, Action Against Hunger/Doctors Without Borders/Oxfam International, 2010)


XVI:

Anders die Einwohner von Tikopia, einer Insel im Südwestpazifik. Als sie ihre ökologische Krise begriffen, leiteten sie laut Assadourian einschneidende Veränderungen ein: Sie stellten die gesellschaftlichen Rollen, die Familienplanung und auch ihre Ernährungsgewohnheiten um. So erkannten sie, wie viele Ressourcen die Schweinezucht verschlingt, und schafften sie komplett ab. Seither ist die Bevölkerung auf Tikopia stabil und gedeiht. (Michael Odenwald, Besser Leben für Anfänger - Worldwatch Studie, Focus.de, 12.4.2010)


XVII:

Tee erleuchtet den Verstand, schärft die Sinne, verleiht Leichtigkeit und Energie, und vertreibt Langeweile und Verdruss. (Chinesische Weisheit)


peak-nahrungsmittel/zitate/start.txt · Zuletzt geändert: 2011/07/14 10:43 von admin