Inhaltsverzeichnis
Peak Krieg: Fachartikel, Kommentare bis 2008
2008:
2.Hj.:
- »Ich habe das Böse entdeckt« - P. Scholl-Latour über militärische Interventionen des Westens und unsere selektive Entrüstung ☛ „Gerade bei der Bildberichterstattung gibt es gezielte Irreführungen. Die Ereignisse in Darfur sind schrecklich, aber wenn ganze Annoncenseiten der Zeitungen finanziert werden, um eine Sache hochzuputschen, bin ich misstrauisch. In den meisten Fällen stecken auch die Interessen des sogenannten Raubtierkapitalismus hinter solchen Kampagnen. Im Sudan, den ich gut kenne, geht es um Erdöl“, Zeit, 17.12.2008
- Risikoabschätzung - Rolf Schieder über Religionen und die Gefahren, die von ihnen ausgehen ☛ „So wendet sich Schieder etwa gegen den pauschalisierten Gebrauch des Wortes «Fundamentalismus» oder die undifferenzierte Rede von «Religionskriegen» – als würden solche Kriege nicht auch aus ökonomischen und politischen Gründen geführt. Dabei übersieht Schieder das Problem keineswegs, dass Religion oft instrumentalisiert wird. Deshalb fragt er nach institutionellen und geistigen Sicherungen, nach «Instrumentalisierungsresistenzen»“, NZZ, 11.12.2008
- Amerikas Angst ☛ „Der Kollaps der Finanzmärkte wurde in den USA ausgelöst. Er ist das Symbolbild eines Systembruchs, eines geopolitischen Zeitenwandels … Erstaunlich ist, dass der Bericht zunächst feststellt, wo der Staat und das starke Amerika alleine nicht mehr helfen können: Terrorbekämpfung, Nuklearverbreitung, Klima und Ölabhängigkeit. Gleiches Bild bei regionalen Konflikten: Im Nahen Osten und in Ostasien ist Amerika alleine machtlos“, SZ, 9.12.2008
- S. Macis: Der afrikanische Weltkrieg ☛ “‚Demokratische Republik Kongo‘: Die Abgründe bewaffneter Politik“, Graswurzelrevolution, Nr.334, 12.2008
- Alle gegen Einen – alle gegen Russland ☛ „Und dem es nicht in den Kopf und nicht in sein Herz will, dass die antirussischen Ressentiments auch 20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs noch immer konserviert werden … Bedauerlicherweise werden in unserer westlichen Welt, die ungeheurer schweren innenpolitischen Aufgaben, mit welchen die russische Regierung zu kämpfen hat, nicht begriffen. Ebenso wenig würdigen wir die Tatsache, dass wir es in Russland mit einer friedlichen und gegenüber dem Westen kooperationswilligen Regierung zu tun haben … Eine weitere Tatsache ist es, dass Russland seit 1990 seinen militärischen Machtbereich nicht ausgedehnt hat. Das kann man vom Westen, d.h. den NATO-Staaten, nicht behaupten. Die NATO-Grenzen rückten unaufhaltsam nach Osten, und nun will man sogar die Ukraine und Georgien in dieses Militärbündnis einverleiben. Was bei dieser Alle-Gegen-Einen-Mentalität entsteht, scheint uns kaum bewusst zu sein“, Eurasisches Magazin, 30.11.2008
- Wenig Ahnung von der Krise ☛ „Gewarnt wurden vor allem die Aufseher. Doch die ignorierten solche Warnungen weitgehend. Nouriel Roubini, Wirtschaftsprofessor und Chef eines nach ihm benannten Beratungsunternehmens, war schon 2005 und 2006 ein renommierter Fachmann. Aber seine Warnungen nahm niemand ernst, auch nicht Trichet und seine Kollegen. Ein Jahr vor Ausbruch der Krise warnte Roubini: ‚Die Immobilienblase (in den USA) birgt ernste Risiken für das Finanzsystem. Wir könnten eine Bankenkrise bekommen, die diejenigen der 1980er- und 1990er-Jahre harmlos aussehen lässt‘. Das waren keine Kassandrarufe. Diese Warnung wurde mit unzähligen Berichten über absurd lockere Praktiken in der Kreditvergabe und über steigende Kreditausfälle unterfüttert. Obwohl all das in der Presse ausgiebig breitgetreten wurde, unternahmen die Regulierer und Aufseher in den USA nichts gegen diese Exzesse. Und ihre Kollegen in Europa - mit wenigen löblichen Ausnahmen - taten weder vor noch hinter den Kulissen irgendetwas, um die heimischen Banken davon abzuhalten, sich diesen Risiken auszusetzen“; politische Vorgaben für eigenen Machterhalt und heimliche ‚globale‘ Mitfinanzierung der US-Kriegsausgaben (EG), Handelsblatt, 17.11.2008
- K. Ehlers: Medwedjew kündigt ÖL-Rubel an ☛ „Eine bemerkenswerte Blindheit hat sich dieser Tage über die medialen Wahrnehmungsorgane des Westens gelegt … Völlig übersehen werden Mewedjews Ankündigungen einer neuen Geldpolitik“, scharf-links.de, 10.11.2008
- Gier: die Wurzel allen Übels? Kommerzielle Publizistik bedient die gesellschaftlichen Moralvorstellungen ☛ „Zumindest vor 300 Jahren war das so. Aber es gibt mehr Parallelen zwischen der großen Finanzkrise zu Beginn des 30jährigen Kriegs und der aktuellen, als uns lieb ist … Nach dem 30jährigen Krieg war Deutschland jedenfalls ein ausgeplündertes Land, in weiten Landstrichen unbewohnbar und zerstört. Es dauerte an die hundert Jahre, bis es sich volkswirtschaftlich wieder einigermaßen erholt hatte“; Vor-Kriegs-Verhaltensmuster? (EG), Telepolis, 2.11.2008
- Nuclear-Powered Ships ☛ „Some 150 ships are powered by more than 220 small nuclear reactors and more than 12,000 reactor years of marine operation has been accumulated … In future, constraints on fossil fuel use in transport may bring marine nuclear propulsion into more widespread use. So far, exaggerated fears about safety have caused political restriction on port access“, World Nuclear Association, 11.2008
- A. Posener: Imperium der Zukunft - Warum Europa Weltmacht werden muss ☛ „Tatsächlich ist die EU nicht nur ein supranationales Gebilde, sondern auch ein postdemokratisches … Sarkozys Mittelmeerunion wendet sich Europa wieder der mission civilatrice zu, eine einheitliche mediterrane Zone des Wohlstands und der Sicherheit zu schaffen, in der die europäische Leitkultur gilt. Eine klassische imperiale Aufgabe, die Bürde – und Lust – des europäischen Mannes – und der europäischen Frau … Dazu gehört auch der Ausbau der militärischen Fähigkeiten“, thinktank, berlinpolis.de ( ), 30.10.2008

What Will Obama’s “International Crisis” Be? ☛ „Biden’s guarantee raises prospect of nuclear conflagration with Iran, Russia … ‚Mark my words, mark my words‘, Biden stressed, adding that ‚tough‘ and ‚unpopular‘ foreign policy decisions will have to be made“, PrisonPlanet.com, 24.10.2008
- N. Ferguson: Das amerikanische Jahrhundert ist noch nicht zuende ☛ „Der Führungsanspruch mag erschüttert sein. Doch die USA könnten gestärkt aus der Krise hervorgehen“; Energie- und Rohstoffverteuerungen bzw. -verknappungen haben bisher noch jedes Imperium der Geschichte früher oder später pulverisiert (EG), Welt, 22.10.2008
- „Kontinent der Gewalt“ - Europa aus der Sicht des amerikanischen Historikers James J. Sheehan ☛ „Gerade weil Europa nicht sofort mit seinen Säbeln rasselt, besitzt es schon heute eine höhere weltweite Glaubwürdigkeit und Akzeptanz, als man dies noch vor zehn Jahren erwarten konnte. Insofern ist es bedauerlich, dass Sheehan diese Schlussfolgerung am Ende seines Buches nicht ziehen konnte … Allein den anklingenden marsianischen Amerikanismus gilt es abzuziehen“, Die Berliner Literaturkritik, 24.10.2008
- J. Tönnesmann: Geschichte der Drogen - Raketentreibstoff und Panzerschokolade ☛ „Ob im Krieg oder im Stadion, am Fließband oder am Schreibtisch: Seit über 100 Jahren konsumieren Menschen Drogen, um ihre Leistung zu steigern. Verbote hindern sie nicht daran … Millionen Einheiten Pervitin … Der Stoff nimmt den Soldaten Todesangst, Durst und Hungergefühl, steigert ihre Aggressivität und Leistungsbereitschaft“, WirtschaftsWoche, 20.10.2008
- »Neue Kriege bringen Geld« ☛ „Der Politologe Bates Gill über die wahnsinnigen Rüstungsausgaben der USA, den Einsatz privater Unternehmen im Krieg und darüber, was sich unter einem neuen Präsidenten ändern könnte“, Bundeszentrale für politische Bildung, fluter Nr. 28, 10.2008
- W. Ruf: Africom – Ressourcen statt Freiheit. Der Sprung der USA nach Afrika ☛ “…denn der Aufbau der US-Militärpräsenz wird auch die anderen Akteure – allen voran die EU, aber auch China – dazu veranlassen, ihre Militärpräsenz zu erhöhen oder auszubauen. Der »internationale Terrorismus« dient dabei als Vorwand, und sei dieser noch so fadenscheinig … Solch neuer Kolonialismus im Gewande der Terrorismusbekämpfung wird Widerstand wecken und genau jenen »Terrorismus« produzieren, den zu bekämpfen Africom & Co. ausgezogen sind. Deshalb darf auch bezweifelt werden, dass diese Strategie langfristig ihren eigentlichen Zweck, die Sicherung der Rohstoffzufuhr, erreichen wird“, S.883-892, Utopie kreativ, H.216, 10.2008
- Zum Schießen ☛ „Du bist 21 und erhältst vom Pentagon einen 300-Millionen-Dollar-Auftrag, der dich zu einem der größten Waffenhändler des Landes macht. Geht nicht? Geht doch. Eine Räuberpistole aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten“, Bundeszentrale für politische Bildung, fluter Nr. 28, 10.2008
- Persistent Conflicts Require Communal Approach to Stability ☛ „Caldwell said the Army spent too much time in Iraq and Afghanistan relearning old lessons of post-conflict situations“; hat man aus Dtl. nach 1945 die Kohle jahrelang billigst herausgezogen? (EG), US Embassy London, 20.10.2008
- H. Welzer: Angekündigte Apokalypse ☛ „Der Klimawandel ist in vielerlei Hinsicht eine unterschätzte, bislang sogar weitgehend unbegriffene soziale Gefahr. Schon heute erleben wir gewaltsam ausgetragene Konflikte, die mit der Erderwärmung direkt oder indirekt zusammenhängen … Der Klimawandel muss als Chance begriffen werden, Handlungsspielräume zu nutzen, die in ein oder zwei Jahrzehnten schon nicht mehr gegeben sein werden“; das Zeitfenster für eine (friedliche) Lösung der globalen Ressourcenverknappungen schließt sich jedoch schon innerhalb der nächsten Monate (EG), Internationale Politik, 10.2008
H. Kissinger/ G. Shultz: Building on Common Ground With Russia ☛ „We are far too dependent on oil imports. We need legislation that gives a long-term horizon to comprehensive and determined efforts to end this state of affairs. Diplomacy without strength is sterile. Strength without diplomacy tempts posturing. We believe that the fundamental interests of the United States, Europe and Russia are more aligned today – or can be made so – even in the wake of the Georgian crisis, than at any point in recent history. We must not waste that opportunity“, Washington Post, 8.10.2008
- F. Fukuyama: The Fall of America, Inc. ☛ „Along with some of Wall Street’s most storied firms, a certain vision of capitalism has collapsed … Ideas are one of our most important exports“, Newsweek, 4.10.2008
D. Ganser: Gladio und Terror in Deutschland, Teil 2 ☛ „Die These vom manipulierten Terror im ‚War against terror‘ … Mit Terroranschlägen kann man Menschen gut in Kriege hetzen … Man muss sich nur in Erinnerung rufen, dass im Kalten Krieg die globale Erdölproduktion von 6 Millionen Fass im Jahre 1945 auf heute 86 Millionen Fass pro Tag gestiegen ist. Im Rückblick betrachtet war der Kalte Krieg ein Erdölrausch, damals hatten wir Wirtschaftswachstum und Wohlstand in weiten Gebieten der Welt … Ich frage mich, inwiefern spielt inszenierter Terrorismus im Kontext mit den sich zuspitzenden Energiekämpfen eine Rolle“, Telepolis, 26.9.2008
- D. Ganser: Inszenierter Terror, Teil 1 ☛ „D. Ganser ist Historiker an der Universität Basel. In seinem Buch ‚NATO Geheimarmeen in Europa‘ untersuchte er die Verstrickungen der Organisation Gladio, die im Kalten Krieg Rechtsextremisten rekrutierte und für verschiedene Terroranschläge verantwortlich war“, Telepolis, 25.9.2008
- Militärische Meeresabenteuer der Europäischen Union und Deutschlands mit langfristigen Folgen ☛ „Die somalischen Piraten setzen sich überwiegend aus ehemaligen Fischern zusammen, deren Existenzgrundlage durch europäische Fangflotten buchstäblich weggefischt wurde“, IMI-Standpunkt 2008/054, 24.9.2008
- K. Mellenthin: Verlängerung angekündigt ☛ „Zum Jahresende läuft zwischen Rußland und Ukraine der »Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und Partnerschaft« aus. Ein Rückblick auf Jahre der Kooperation und Konfrontation … Die Ukraine sei »der Schlüssel« für eine knallharte Strategie zur Eindämmung Rußlands, schreibt Miliband dort … Er/Juschtschenko, der einst neben Timoschenko der Held der Massen in der »orangenen Revolution« war, hat es geschafft, sein Prestige so weit herunterzuwirtschaften, daß er nur noch eine Zustimmungsrate unter zehn Prozent hat … Dazu paßt, daß alle Meinungsumfragen eine eindeutige Mehrheit gegen einen NATO-Beitritt der Ukraine aufweisen. Nur ein Drittel der Bevölkerung ist dafür“, jungeWelt, 23.9.2008
- Nadelstiche gegen Rußland - Georgien-Krieg und imperiale Geopolitik ☛ „So versprach US-Vizepräsident Dick Cheney bei seinem jüngsten Besuch in Tbilissi Finanzhilfe in Höhe von einer Milliarde Euro. Vom IWF sind 570 Millionen Euro zugesagt worden, und die EU wird sich in der Höhe fünfhundert Millionen Euro an der Stabilisierung Georgiens als antirussischem Frontstaat beteiligen. Die NATO beschloß am 15. September zudem die Einrichtung einer Kommission zur Vertiefung der Beziehungen zu Georgien. Mit ihr soll die »militärische Wiederaufbauhilfe« für das Land koordiniert werden … so daß davon auszugehen ist, daß die Politik der Nadelstiche und Provokationen an den Grenzen Rußlands sehr bald auch an anderer Stelle zur Eskalation gebracht werden wird“, jungeWelt, 18.9.2008 (IMI-Studie: )
- J. Tepperman: We Got Trouble (Review: The Limits of Power) ☛ “…he argues that the country’s founding principle — freedom — has become confused with appetite, turning America’s traditional quest for liberty into an obsession with consumption, the never-ending search for more. To accommodate this hunger, pandering politicians have created an informal empire of supply, maintaining it through constant brush-fire wars“, New York Times, 14.9.2008
The Return of History: Confronting the Russian Bear after the Georgian War ☛ „Specifically, both the U.S. and NATO must: Improve the capability to rapidly strike mobile armored forces … Develop the means to defeat mortar, artillery, rocket, and missile forces that can be targeted at both military forces and civilian populations … Improve capacity to conduct both offensive and defensive cyberwarfare … Place renewed emphasis on psychological operations, deception and other forms of information warfare in all types of conflicts“; Kriegsvorbereitungen (EG), The Heritage Foundation, 9.9.2008
- Francis Fukuyama: Is this the age of the autocrat? ☛ „But today, U.S. dominance of the world system is slipping; Russia and China offer themselves as models, showing off a combination of authoritarianism and modernization that offers a clear challenge to liberal democracy. They seem to have plenty of imitators … If we really want to understand the world unfolding before us, we need to draw some clear distinctions among different types of autocrats … The totalitarian dictatorships of the 20th century induced us to draw a sharp distinction between democratic and authoritarian states, a habit of mind that is still with us. But democracies don’t automatically all have the same interests (just look at the clashing U.S. and European views on Iraq), and neither do autocracies“, The Dallas Morning News, 7.9.2008
- Prof. S. Fröhlich: Energiesicherheit im 21. Jahrhundert - Die Verteilungskämpfe haben begonnen ☛ „Selbst in Washington beginnt man, zu realisieren, dass zur Abschwächung künftiger Verteilungskämpfe eine Kehrtwende in der US-Energiepolitik in Richtung Energieeinsparung und größerem Energiemix notwendig ist. Für beide Seiten liegt in dieser Situation eine große Chance in der verfügbaren Technik und ihrem Potential zur Weiterentwicklung bzw. Steigerung der Ressourcenproduktivität. Nur ein glaubwürdiges Eintreten für eine Politik der nachhaltigen Energiegewinnung dürfte, wenn überhaupt, auch die Aufsteiger von deren Notwendigkeit überzeugen. So oder so ist die Unterstützung dieser Länder Voraussetzung für einen annähernd gesicherten Rohstoff-Nachschub in den kommenden Dekaden“, Internationales Magazin für Sicherheit, 4/2008 (akt. Heft: , Archiv: )
- E. Crome (Hrsg.): Internationale Politik im 21. Jahrhundert - Konfl iktlinien und geostrategische Veränderungen ☛ „Die Friedensfrage ist am Anfang des 21. Jahrhunderts erneut zu einer Frage des Überlebens der Menschheit geworden … Das Ansteigen der weltweiten Rüstungsausgaben auf über 1200 Milliarden US-Dollar – und damit auf eine Größenordnung, die den Höchststandin der Zeit des Kalten Krieges wieder übersteigt, – sowie die Bemühungen um neue US-Raketenabwehrsysteme, um doch noch eine atomare Erstschlagsfähigkeit gegen Russland und China zu erreichen, die Kriege in Irak und Afghanistan und jüngst der Krieg im Kaukasus … Im Kern geht es um die ‚Herrschaft des Rechts‘ in Gestalt des Völkerrechts gegen ein ‚Recht des Stärkeren‘ in der internationalen Politik“, Rosa-Luxemburg-Stiftung, 9.2008
- Ein antiamerikanisches Jahrhundert? ☛ „Entwarnung: Europa lehnt nicht ab, was Amerika ist, sondern was Washington tut … Doch ich befürchte, dass die Bush-Jahre die Anziehungskraft der USA als Vorbild nachhaltig beschädigt haben“, Internationale Politik, 9.2008
H. Welzer: Der Klimawandel und die Renaissance alter Konflikte ☛ „Da Gewalt immer eine Option menschlichen Handelns ist, ist es unausweichlich, dass gewaltsame Lösungen auch für Probleme gefunden werden, die auf sich verändernde Umweltbedingungen zurückgehen. Es ist vor dem Hintergrund all dieser mit Händen zu greifender sozialer Folgen von Klima- und Umweltveränderungen frappierend, dass nahezu alle wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit den Phänomenen und Folgen des Klimawandels naturwissenschaftliche Studien, Modellrechnungen und Prognosen sind - während vonseiten der Sozial- und Kulturwissenschaften Schweigen herrscht, gerade so, als fielen Phänomene wie Gesellschaftszusammenbrüche, Ressourcenkonflikte, Massenmigration, Sicherheitsgefährdungen, Angst, Radikalisirung, Kriegs- und Gewaltökonomien und so weiter nicht in ihren Zuständigkeitsbereich … Dies zeigt einen Mangel an Unterscheidungsvermögen ebenso an wie an Verantwortungsbewußtsein, geradezu eine Selbstentmündigung der zuständigen Fächer“; erschreckendes Wissenschaftsversagen, auch durch Profitzentrierung der Fächer (EG), universitas, S. 914-931, 9.2008
- Maischberger und der Nutzen eines Kalten Krieges ☛ “‚Eiszeit‘, ‚Tiefpunkt‘, ‚Kalter Krieg‘. Um die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen steht es schlecht. Hans-Dietrich Genscher und Peter Scholl-Latour betonten bei Sandra Maischberger die Wichtigkeit eines Dialogs. Die eigentliche Gefahr der kommenden Jahre sehen sie aber nicht in Russland“, Welt, 27.8.2008

Genscher: Außenpolitik ist kein Abenteuerspielplatz ☛ „Beginnt ein neuer Kalter Krieg? Gewiss nicht, aber die Lage ist gefährlich genug. Sie hat schon Eigendynamik und kann deshalb leicht außer Kontrolle geraten. Wie das geht, hat die völlig unverständliche georgische Militäraktion in Südossetien gezeigt … Mit Bush senior und Baker waren wir uns einig, dass der Partner Moskau von großer Bedeutung für die europäische und globale Stabilität ist. Wird danach immer noch gehandelt? Was muss man davon halten, wenn auf amerikanisches Drängen ein so wichtiger konventioneller Rüstungsbegrenzungsvertrag, wie der KSE-Vertrag bis heute nicht ratifiziert ist. Warum laufen Abrüstungsverträge im Nuklearbereich aus und wie steht es um die nukleare Abrüstung, die Realpolitiker wie Kissinger, Shultz, Perry und Nunn verlangen … Russland ist nicht unser natürlicher Gegner, sondern unser natürlicher Partner. Eine Reihe von Konflikten können nur mit Russland gelöst werden. Aber auch Russland muss erkennen, dass wir gemeinsame Interessen haben“, Der Tagesspiegel, 26.8.2008
- Russian Forces in the Georgian War: Preliminary Assessment and Recommendations ☛ „Unquestionably, the war is a reminder that ‚conventional‘ military operations as an instrument of modern combat are far from obsolete … After an almost 20-year hiatus, the United States and NATO allies may once again prioritize Russia as a potential threat to the common European security“, The Heritage Foundation, 20.8.2008
Prof. Dr. Chossudovsky: Kaukasus Provokation – Auftakt zu weiteren Kriegen der US-Nato-Israel-Kriegsallianz ☛ „In der Nacht des 7. August, gleichzeitig mit der Eröffnungszeremonie der Olympiade in Peking, ordnete der georgische Präsident Saakaschwili einen umfassenden militärischen Angriff auf Tschinwali, die Hauptstadt von Südossetien, an“, zeit-Fragen.ch, 18.8.2008
H. Ritz: Nützliche Krise - Peak Oil und seine geostrategische Bedeutung ☛ „Teil II: Den US-Eliten kommt die drohende Ölknappheit nicht ungelegen - Machtmittel US-Dollar - Kampf um Vorherrschaft - Monopolisierung der Ölvorräte - Neuer Rüstungswettlauf - Schockstrategie - »Kreative Destabilisierung«“, jungeWelt, 11.8.2008
- H. Ritz: Ende einer Epoche - Peak Oil und seine geostrategische Bedeutung ☛ „Teil I: Die absehbare Erschöpfung der globalen Ölreserven - Phasen der Förderung - Divergierende Schätzungen - Verhältnis Neufunde/Verbrauch - Folgen für die Weltwirtschaft - Keine sanfte Wende“, jungeWelt, 9.8.2008
- J. Bordat: Gemeinsam sind wir stark - Robert Kagan mahnt die demokratischen Staaten zur Geschlossenheit in der Auseinandersetzung mit Autokratie und Islamismus ☛ “‚Wer gestaltet die neue Weltordnung?‘ Dieser ist eine andere Frage vorgelagert: Ist die ‚neue Weltordnung‘ eine neue Ordnung der alten, ewig gleichen Weltverhältnisse von Rivalität, Konflikt und Kampf… Sucht der Sheriff strategische Verbündete oder Hilfssheriffs? Darauf kommt Kagan nicht: Würde sich die Haltung der USA zu den Vereinten Nationen und ihren Bemühungen zum Besseren ändern, hätten wir wirklich die Chance auf eine effiziente und friedliche Weltordnung zum Wohle der meisten Menschen“, Berliner Literaturkritik, 8.2008
- H.-P. Kampfhammer: Pathogene Religiosität – Anmerkungen zur Psychopathologie religiös motivierter Gewalt ☛ „Das Phänomen des Suizidterrorismus“, Psychopraxis, Volume 11, Number 4, 8.2008 ( )
- J.B. Foster: Peak Oil and Energy Imperialism ☛ „Beginning in 1998 a series of strategic energy initiatives were launched in national security circles in the United States in response to: (1) the crossing of the 50 percent threshold in U.S. importation of foreign oil; (2) the disappearance of spare world oil production capacity; (3) concentration of an increasing percentage of all remaining conventional oil resources in the Persian Gulf; and (4) looming fears of peak oil“, Monthly Review, 7/8.2008
- "Das Verhalten von Menschen auf das Böse zurückzuführen, ist eine Vereinfachung" (Welzer-Interv.) ☛ „Der Autor Harald Welzer hat in einem Buch beschrieben, warum Menschen zu Tätern werden. Zum Massenmord des NS-Regimes sagte Welzer, innerhalb eines Bezugsrahmens der Ungleichheit sei der Schritt von der Ausgrenzung zur Tötung des Menschen kleiner als er heute wäre“, dradio.de, 30.7.2008
- Religiöse Gewalt in Zeiten der Globalisierung ☛ “…stellt den Religionen insgesamt ein ambivalentes Zeugnis aus. Zwar hätten diese eine ausgeprägte sinn- und gemeinschaftsstiftende Funktion , trügen aber auch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen bei. Um diese zu entschärfen ist ein grundlegendes Verständnis religiöser Gewalt notwendig. Die Täter nur als pathologische Terroristen oder als gnadenlose Killer zu definieren und eliminieren zu wollen, ist nach Meinung Kippenbergs wenig zielführend. Ein Dialog mit den Religionsgemeinschaften, die ihre Lage als bedroht verstehen, sei durchaus möglich und könnte Konflikte entschärfen“, Goethe-Institut, 7.2008
World must look to Europe as capitalisms clash ☛ „Does this imply that the global scramble for resources is permanently changing the balance between supply and demand? Are we entering a more adversarial world? Is Europe in danger of being the only vegetarian economic power in a world of carnivores? … In short, if the world does not become more like Europe then Europe will surely lose. But if the world does become more like Europe, the world can only gain“, FT, 24.7.2008 (dt.: )
On Energy Independence ☛ „A transformation is already underway. But it is one that must be balanced and thoughtfully managed for it will take decades not months or even a few years to achieve. It will require workable strategies not political slogans … And it will require a global commitment of producers and consumers alike. As tempting as it is to believe there are quick and easy solutions that carry no adverse consequences, that is simply not the case. We live in a decidedly interdependent world. To suggest otherwise is truly political fantasy“, CSIS, 23.7.2008
- Schlechte Aussichten (Welzer: Klimakriege) ☛ „Dem Autor geht es im Kern um den Nachweis der ‚ökosozialen Verknüpfung‘ zwischen Klimawandel und Gewalt. Ob dabei der schlagwortartige Begriff ‚Klimakriege‘ glücklich gewählt und - jenseits seiner Werbewirksamkeit - hilfreich ist, sei dahingestellt … Hingegen gesteht der informierte Autor schlussendlich, dass er selbst nicht an den Erfolg der kulturellen Handlungsalternative glaubt; dass sie scheitern wird. Die Sache mit dem Klimawandel werde nicht gut ausgehen“, FAZ, 23.7.2008
- U.S. Strategy in the Arctic: Energy, Security, and the Geopolitics of the High North ☛ Center for Strategic and International Studies (CSIS), 23.7.2008 (Zsf.: )
- War: Who Decides? ☛ „The Bush administration threatens war with Iran as if the decision is the president’s to make … The Founders were prescient in granting the power to initiate war to Congress. Presidents have consistently manipulated the facts, including government intelligence and public opinion, in order to take the nation into war … As America’s Founders understood, the decision to go to war is too important to leave to one man, whether a Republican or Democrat. Only Congress is authorized to loose the dogs of war“, National Interest, 21.7.2008
- Energiekonzerne in der Bredouille - Zähneknirschend nach Russland ☛ Geopolitisches Dossier, FTD, 6.7.2008
- P. Khanna: Die nächste Welt ☛ „Die Zeit der großen Mächte ist vorbei. Es beginnt die Ära der flexiblen Bündnisse“, Die Zeit, 3.7.2008
- USA zündeln in Grenzregion - Geostrategische Spiele an der Seidenstraße ☛ „Lässt sich die Atommacht Indien von den USA weiter gegen die Atommacht China einspannen, bleibt Washington unterm Strich ein geostrategisches Plus, auch wenn die Atommacht Pakistan vom Freund zum Opfer oder gar zum Gegner mutiert. Die USA versuchen, die traditionellen Gegensätze zwischen Indien und Pakistan derart zu schüren, dass sie Chinas Sicherheit gefährden. Das Imperium spielt ‚teile und herrsche‘ – mit drei Atommächten und bei Gefahr eines Atomkriegs“, Neue Rheinische Zeitung, 2.7.2008
- M. Yglesias: Der Militarist - Wie John McCain sich die amerikanische Außenpolitik vorstellt ☛ Blätter für deutsche und internationale Politik, 7.2008
- H. Ritz: Die Welt als Schachbrett - Der neue kalte Krieg des Obama-Beraters Zbigniew Brzezinski ☛ Blätter für deutsche und internationale Politik, 7.2008 (Kurzf.: ; Langf.: )
1.Hj.:
- R. Maresch: Die Zukunft ist postamerikanisch ☛ „Der Aufstieg neuer Mächte wird das amerikanische Zeitalter beenden. Darüber sind sich die Experten einig. Doch wird diese Welt auch sicherer sein?“, Telepolis, 9.6.2008
Zukünftige globale Machtverschiebungen: Die Debatte in den deutschen Thinktanks ☛ „Eine weitere Bedingung ist, dass sich auch die übrigen Großmächte und aufstrebenden Mächte eher durch Kooperation als durch Konflikt eine Nutzenmaximierung im Rahmen der internationalen Ordnung versprechen … Die bisherigen Prognosen über die zukünftigen Machtverschiebungen zwischen den Weltregionen gehen von einer weitgehend linearen Entwicklung der Weltwirtschaft und keinen dramatischen innenpolitischen Umbrüchen in den aufsteigenden Wirtschaftsmächten aus“; die angebrochene existenzielle zivilisatorische Umbruchepoche für alle Staaten durch das Ende der fossilen Energie- und Wasserressourcen ist bei den strategischen Eliten offensichtlich immer noch nicht angekommen (EG), Eurasisches Magazin, 30.6.2008
- H. Münkler: "Atomwaffen schrecken Dschihadisten ab" ☛ „McCain und Obama denken über eine atomwaffenfreie Welt nach: Ein äußerst unwahrscheinliches Szenario, urteilt Historiker Herfried Münkler“; unverantwortliche Eskalationsspirale durch multipolare Atommächte (EG), Spiegel, 25.6.2008
- Ein explosives Gemisch - Welzers Buch über "Klimakriege" ist überladen und unstrukturiert ☛ „Die Klimaerwärmung, ein Ergebnis des unstillbaren Hungers nach fossiler Energie in den früh industrialisierten Ländern, trifft die ärmsten Regionen der Welt am härtesten; eine bittere Ironie, die jeder Erwartung Hohn spricht, dass das Leben gerecht sei“; fatale Fehleinschätzung: Ressourcenverknappung wird die Industriestaaten heftiger erschüttern (EG), Freitag, 13.6.2008
J. Ross: Illusion der Stärke - Robert Kagan über den heutigen Kampf zwischen Autokratie und Demokratie ☛ „Aber es liegt immer noch ein Schleier von Selbsttäuschung darüber. Kagan will die Erschütterung der US-Vormachtstellung nicht voll wahrhaben … Vor allem aber dürfte es eine Illusion sein, dass die Demokratien der Welt unter amerikanisch-europäischer Führung gegen Peking, Moskau oder ihre schurkenstaatlichen Klienten Front machen könnten … Die großen Demokratien des Südens gehören zur freien Welt, aber nicht zu einer neuen globalen Nato“, Zeit, 5.6.2008
- Die Apokalypse ist ein unfertiges Puzzle (Welzer: Klimakriege) ☛ „Es ist wahr: ‚Eine Radikalisierung der Folgen des Klimawandels kann einen radikalen Wertewandel nach sich ziehen‘. Aber wenn dieser Satz mehr als eine Binsenweisheit sein soll, muss er durch eine historische Analyse gestützt werden, die sich nicht auf spekulative Vergleiche und apokalyptisches Raunen beschränkt“, FAZ, 2.6.2008
- Kommt Zeit, kommt Rat? ☛ „Mehr Entscheidungsmacht fordern die einen, eine Militarisierung der Sicherheit fürchten die anderen: Deutschland streitet über einen Nationalen Sicherheitsrat“, Internationale Politik, 6.2008
- M.T. Klare: How Scarce Energy Resources Can Quickly Lead to Deadly Wars ☛ Zentralasiatische Eskalationsstufen durch Militärapparate (EG), alternet, 31.5.2008
- Georgien, Russland und Abchasien – oder: Wie man einen „Frozen Conflict“ zum Kochen bringt ☛ „Eine am 20. April 2008 über Abchasien abgeschossene, unbemannte georgische Aufklärungsdrohne sorgte für die Eskalation der Spannungen. Das georgische Verteidigungsministerium veröffentlichte Videomaterial, das den Abschuss der Drohne durch ein Kampfflugzeug vom russischen Typ MIG-29 zeigt … Und dennoch: Während begrenzte militärische Eskalationen nicht auszuschließen sind, scheint ein Krieg nicht unmittelbar bevor zu stehen. Nach wie vor haben alle Seiten in einem Krieg mehr zu verlieren als zu gewinnen“, Konrad-Adenauer-Stiftung, 21.5.2008
- Von Niedergang und Aufstieg - Münkler rezensiert Khanna ☛ „Das Modell einer zukünftigen Ordnung mit drei Imperien, den USA, Europa und China, entwirft Parag Khanna in seinem Buch. Er beschreibt die Gefahr, die eine Konfrontation der drei Supermächte beinhalten würde und die ausgleichende Rolle, die Staaten wie Indien und Russland spielen könnten, die der Autor der ‚Zweiten Welt‘ zuordnet“; eine Rechnung ohne die militärische und Rohstoff-Supermacht Russland ist wertlos (EG), Deutschlandradio, 18.5.2008
- Die SPD sprach von Ku-Klux-Klan (Gladio) ☛ „Der Schweizer Historiker Daniele Ganser über seine Studien zu den Geheimarmeen der NATO und zur terroristischen Seite des Westens“, Freitag.de, 18/08, S.3, 2.5.2008
- P. Leusch: Deportiert, ausgebeutet und totgeschwiegen (Zwangsarbeiter) ☛ „Sowohl im Deutschen Reich als auch in den besetzten Gebieten wurden Menschen im Dritten Reich unter Druck zur Arbeit gezwungen. Und der Tag der Flucht oder die Befreiung 1945 bedeuteten nicht das Ende ihrer leidvollen Erfahrungen. Viele litten unter Albträumen“, dradio.de, 1.5.2008
- M.T. Klare: The New Geopolitics of Energy ☛ „Believing that the United States must reconfigure its doctrines and forces in order to prevail in such an environment, senior officials have taken steps to enhance strategic planning and combat capabilities. Although little of this has reached the public domain, there have been a number of key indicators“, The Nation, 1.5.2008
- K. Hafner: Die Geschichte des Völkermordes von der Antike bis heute ☛ „Erklärtes Ziel von Kiernans Arbeit ist es, frühzeitig präventive Maßnahmen ergreifen zu können … Es gibt Mechanismen, die zum Völkermord führen können. Allein diese zu kennen, lohnt schon den Aufwand, dieses thematisch anstrengende Buch zu lesen“, Dt. Verlagsanstalt, 5.2008
Jürgen Todenhöfer: Der Scheinkrieg im Irak ☛ “‚Die US-Truppen kämpfen nicht gegen 1000 Al Kaida-Kämpfer, sondern gegen 130.000 Iraker im Widerstand‘ … Er war nicht als ‚embedded Autor‘ im Irak, sondern erlangte seine Informationen ohne Kontrolle durch das US-Militär direkt aus der Bevölkerung“, Eurasisches Magazin, 30.4.2008
- Der Kampf um Ressourcen ☛ “‚Klimakriege‘ ist ein Beitrag zur Katastrophensoziologie, der es an Düsterheit mit seinem Gegenstand aufnehmen kann. Lösungen bietet Welzer nicht“, Deutschlandradio, 21.4.2008
- J.a.d. Hövel: Speed - Der Körper geht sich selbst (H.-C.Dany-Interv.) ☛ „Hans-Christian Dany über die Droge der Nazis und die Rolle von Amphetamin in der leistungsorientierten Gesellschaft … Wehrmacht auf Speed in den Blitzkrieg … Wie kann ich aus meinem eigenen Leben das Maximale rausholen? … Faszination für Monotonie und Wiederholung“, Telepolis, 21.4.2008
- W. Brauer: Die Frau, die den perfekten Nazi-Körper schuf (L.Riefenstahl) ☛ „Stählerne Muskeln, makellose Leiber: Leni Riefenstahls Olympia-Filme, vor 70 Jahren uraufgeführt, feierten das seelenlose Schönheitsideal der Nazis“; Mit ästhetischer Massenerziehung und -verführung zur Massenmordtauglichkeit (EG), einestages/Spiegel, 19.4.2008
- Klimakriege: Gewalt als Lösung ☛ Kriegs- und Imperiumstheoretiker Münkler über Klimakriege-Theoretiker Welzer (EG), SZ, 14.4.2008
- Welzer: Klimakriege - Der Kampf der Kulturen im Zeitalter des global warming ☛ „Aber Menschen nehmen Probleme wahr, und wenn sie diese als bedrohlich für die eigene Existenz interpretieren, neigen sie zu radikalen Lösungen, solchen, an die sie vorher nie gedacht hätten. Den westlichen Kulturen muss man attestieren, dass sie diese Lektion des zwanzigsten Jahrhunderts nicht gelernt haben, sondern sich auf Humanität, Vernunft und Recht viel zugute halten, obwohl diese drei Regulierungen menschlichen Handelns historisch jedem Angriff erlegen sind, wenn er nur heftig genug ausfiel“; Vordenker des ‚Letzten Weltkriegs‘? (EG), WDR3, 5.4.2008
- Weltverträgliche Energiesicherheitspolitik: Lösungsansätze für Politik und Wirtschaft ☛ „US-Außenministerin Condoleezza Rice zum Beispiel teilte im Februar 2008 dem Kongress mit, dass sie einen »außerplanmäßigen Energiekoordinator« (special energy coordinator) benennen werde … Nationale Koordination allein reicht nicht aus … Die zentralen energie- und klimapolitischen Herausforderungen sind global, sie lassen sich nur global und multilateral bewältigen“, DGAP, 4.2008 ( )
- S. Howald: Carl Schmitt ist nicht zu retten ☛ „Schmitt (1888-1985) war in der Zwischenkriegszeit der einflussreichste deutsche Verfassungsrechtler und politische Philosoph. Seine scharfsinnige, auf Hobbes und Machiavelli zurückgreifende Kritik an Grenzen und Gefährdungen der parlamentarischen Demokratie und am politischen Liberalismus war sowohl für rechte wie linke Kritiker der fragilen Weimarer Republik attraktiv. Ab 1931 rechtfertigte er das autoritäre Präsidialregime von Reichswehrminister Kurt von Schleicher, der die Nazis abblocken wollte. Doch nach der Machtübergabe an Hitler ging Schmitt zum neuen Regime über, verfasste 1933 bis 1936 als preussischer Staatsrat Gutachten in dessen Dienst und rechtfertigte während des 2. Weltkriegs die Nazi-Eroberungspolitik“, StefanHowald.ch, 1.4.2008
M. Mies: Verharmlosung von Gewaltspielen muss aufhören! ☛ „Komplizenschaft der Hochschulen mit der Medienindustrie … Sachverhalt durch «Wirkungsforschung» verschleiert … Elend der Universitäten? … Wie soll der Krieg aus den Köpfen wieder herauskommen? “, Zeit-Fragen.ch, 31.3.2008
- S. Howald: Ist Carl Schmitt noch zu retten? ☛ „Schmitt hat seine Bestimmung des Politischen als eigenständiger Raum, der durch den Gegensatz von Freund und Feind charakterisiert wird, immer als realistische Beschreibung verteidigt, als «seinsmässige Wirklichkeit», aber in Wahrheit ist es eine krude Setzung, wahlweise theologisch oder kulturell untermauert, und letztlich zirkulär“, NZZ a.S., 30.3.2008
- P. Carstens: Waffe der Massendesinformation - Der Märchenerzähler "Curveball" und der Weg in den Irak-Krieg ☛ „Der Mann, der als ‚Curveball‘ einen Krieg mit verursachte, wohnt heute immer noch in Deutschland“; Anstifftung zum Angriffskrieg erlaubt? (EG), FAZ, 22.2.2008
Gewalt als Gottesdienst ☛ „Gewalt als religiöse Gemeinschaftshandlung … Nur selten finde fromme Gewalt ihre Ursache allein in religiösen Differenzen … Glaubensgewalt als Teil eines komplexen Dramas verständlich machen, in dem ganz unterschiedliche Akteure nach ihren je besonderen Weltbildern antagonistischen Handlungsskripten folgten … Insbesondere die elementaren Spannungen zwischen dem eigenständigen Selbst- und Weltbild der Frommen hier und den staatlichen Rechts- und Wirtschaftsordnungen dort können sich dann in Gewalt entladen. Je mehr nach innen hin heiliger Liebeskommunismus gelebt wird, desto mehr Distanz zur bösen Welt entsteht … Bedrohungen der Autonomie der Gemeinschaft können dazu führen, dass die Gläubigen die Verantwortungsethik durch eine kriegerische Solidaritätsethik ersetzen“, NZZ, 21.2.2008
- Land Forces Needs in an Era of Persistent Conflict ☛ „Commit the nation to a significant expansion of active-duty land forces end strength far beyond the growth to 750,000 soldiers, Marines and SOF already announced and build an active-duty land force that approaches a million men and women … Make the hard resource decisions. The aggregate defense budget must grow, and the proportion allocated to the land forces must increase substantially“; Terrorismus? Letzter Welt(bürger)krieg! (EG), Association of the United States Army/AUSA.org, 14.2.2008
- Roms Untergang - Immer Ärger mit der Unterschicht ☛ „Warum verzichteten die Römer auf die Eroberung Germaniens bis zur Elbe? … Weil die Eingliederung einer wirtschaftlich zurückgebliebenen, nicht einmal stabil besiedelten Wald- und Moorwildnis zu kostspielig geworden wäre. Man begnügte sich mit einem imperialen Vorgelände. Laut Heather war es eine Konstellation von Ursachen, die Rom im 5. Jahrhundert fallen ließ: Die Hunnen drängten an die Grenzen des Westreichs, während im selben Moment die Vandalen in Nordafrika das Imperium von Getreidelieferungen und Steuerzuflüssen abschnitten: Es fehlte im entscheidenden Moment schlicht am Geld“, SZ, 1.2.2008
- Modernising the American Army in an Era of Persistent Conflict ☛ „Land Capability for Persistent Conflict … The Army entered the war underfunded by over $50Bn and the Army’s funding clearly fails to meet national security strategy requirements … Going to War with Inadequate Funding … America’s Assessment of the Strategic Environment: Persistent Conflict … Persistent conflict requires continuous modernisation“, Rusi.org, 2.2008
- J. Braml: Zur Sprengkraft religiöser Werte ☛ „Die christliche Rechte - Teil außenpolitischer Machtstrukturen … Kampf der Kulturen? … Ein Teufelskreis?“, Aus Politik und Zeitgeschichte, Nr.5-6/2008, 28.1.2008
- T. Speckmann: Fundamentalisten – Verteufeln bringt nichts (Kippenberg-Rezens.) ☛ „Religiöser Brandbeschleuniger aus dem 17. Jahrhundert - Der Märtyrer braucht die Gemeinschaft, die an ihn glaubt - Apokalyptische Gemeinden in den Industriegebieten - Der Alltag, religiös gerahmt - Territoriale Krisen beflügeln Endzeitfantasien - Die Politik stützt sich auf religiöse Gruppen - Sollte man mit Terrorgruppen doch lieber verhandeln?“, Welt, 27.1.2008
- M. Thumann: Machiavelli für Gas und Öl ☛ „Der Ölpreis steigt zum ersten Mal auf mehr als 100 Dollar und Europa findet sich in der Hand der großen Energieproduzenten wieder. Die wissen genau, wie man mit Ressourcen Interessenpolitik betreibt“, Die Zeit, 3.1.2008
- Naives Hirngespinst oder reale Option? Perspektiven für ein kernwaffenfreies Europa ☛ „Ausgerechnet vier ehemalige hochrangige amerikanische Politiker, allesamt Mitglieder des ‚Establishment‘, haben nun eine Anti-Atomwaffen-Kampagne angestoßen. Unermüdlich reisen sie durch die Welt, um Mitstreiter zu finden und ihre Botschaft ist unmissverständlich: Das Gefahrenpotential nuklearer Waffen überwiegt bei weitem den Sicherheitsgewinn“, Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, 1/2008
- Gewalt: Räume und Kulturen (Aufsätze) ☛ J.Baberowski/u.a.(Hg.), Zeithistorische Forschungen, 1/2008
- S. Kaufmann: Investoren als Invasoren ☛ „Staatsfonds und die neue Konkurrenz um die Macht auf dem Weltmarkt“, Rosa-Luxemburg-Stiftung, 2008
2007:
- Turkey an Energy Hub for Europe? ☛ „Schließlich versucht sich die Türkei in letzter Zeit vermehrt als ein alternativer Energie- Hub, als eine Drehscheibe für Gas und Öl aus dem zentralasiatischen Raum, dem Nahen Osten sowie dem Iran zu positionieren. Wie weit sind diese Bemühungen realistisch und inwiefern könnte eine solche Entwicklung ein Argument für eine türkische EU-Mitgliedschaft darstellen?“, Österreichisches Institut für Internationale Politik, 7.12.2007
- Altvater/Mahnkopf: Die EU eine imperiale Großmacht? ☛ „Geoökonomische und geopolitische Dimensionen der europäischen Integration … In der Krise und an den Grenzen der sicheren Energieversorgung freilich wächst die Bedeutung geopolitischer Unterstützung der geoökonomischen Strategien des Kapitals. Dafür sorgen in erster Linie die Nationalstaaten, aber immer deutlicher auch eine regionale Macht wie die Europäische Union“, AG Friedensratschlag, 27.11.2007
- Naomi Wolf: Bush ist wie Hitler - oder jedenfalls ein bisschen ☛ „Da müssen wir gleich mal differenzieren. Ich vergleiche Bush nicht mit Hitler. Ich ziehe nur Parallelen. Es gibt bestimmte Muster und Praktiken, die immer wieder auftauchen, wenn der demokratische Prozess gefährdet wird. Es wäre sehr dumm, wenn wir das nicht begreifen und nicht aus der Geschichte lernen würden“, SZ, 9.11.2007
- „Den USA geht es um die Macht am Persischen Golf, nicht um das iranische Nuklearprogramm“ ☛ „Das iranische Nuklearprogramm soll die versiegenden Ölquellen ersetzen … So gesehen würde der Iran 2015 kein Öl mehr exportieren können, weil alles geförderte Öl im Inland selbst gebraucht würde“, Eurasisches Magazin, 31.10.2007
- Russia's Race for the Arctic & The New Geopolitics of the North Pole ☛ „It is obvious, though, that the current rush to the Northern frontier is driven by other factors, domestic as well as geopolitical, which justify the application of such risky instruments as combat patrolling by the Long-Range Aviation“, The Jamestown Foundation, 25.10.2007 (Artikel: )
- Ruck und Revolution - Berliner Rede des Bundespräsidenten ☛ „Die Köhler-Rede war keine Ruck-Rede, sie verlangte sehr viel mehr: einen ganz neuen Umgang mit den Schwellen- und Entwicklungsländern (auch in den internationalen Gremien) - ein ‚Miteinander auf Augenhöhe‘. Das wäre nicht nur ein Ruck, sondern eine politische und wirtschaftliche Revolution“, SZ, 2.10.2007
- A. Medwedew: „Gasprom kümmert sich nicht um Politik“ ☛ „Heute ist der Weltmarkt für Energie ein Schauplatz des erbitterten Wettbewerbs … Wir dehnen unsere geografischen Versorgungsgebiete aus, entwickeln aktiv den Strombereich, produzieren verflüssigtes Erdgas, erhöhen unseren Einfluss auf dem Erdölmarkt und engagieren uns in der Kohleindustrie. Wir verfolgen ein klares strategisches Ziel: Weltmarktführer im Energiebereich zu werden“, Cicero, 10.2007
- Persistent Conflict: The New Strategic Environment ☛ „Demographics are working against us … There’s going to be continued competition for resources and projections are that by about 2030 demand for oil resources is going to exceed supply and as we look at what’s in the pipeline in terms of development for additional exploration for alternative sources of oil it doesn’t look like it’s going to match up. This means the demand is being driven by these large middle class populations that are developing in India and China, for example. I read somewhere that the middle class in India is larger than the population of the United States, some 400 million people. That’s a lot of demand on those resources“, General George W. Casey, Jr., an address given to Los Angeles World Affairs Council, 27.9.2007
- „Ein Gott der Angst“ (R.Dawkins-Interv.) ☛ „Der britische Evolutionsbiologe Richard Dawkins, 66, über die Militanz des Glaubens, den Ursprung der Spiritualität und den Missbrauch von Kindern durch die Religion“, Spiegel, 37/2007, 10.9.2007 ( )
- Welcher Gegensatz wird das 21. Jahrhundert prägen? ☛ „Die Begriffe links und rechts haben die Politik des 20. Jahrhunderts bestimmt. Welcher Gegensatz wird das 21. Jahrhundert prägen? Führende deutsche und internationale Intellektuelle antworten. Ein Orientierungsangebot in unübersichtlichen Zeiten“, Cicero, 9.2007
- S. Pinker: Eine Geschichte der Gewalt ☛ „Wir leben heute in der friedlichsten Zeit, seit es Menschen gibt. Steven Pinker fragt: Warum?“, humanistischer pressedienst, 20.7.2007 (Video: )
- IPPNW: Deutschlands Beteiligung am weltweiten Krieg um Ressourcen - Weißbuch der Bundeswehr ☛ „Der Zugriff auf knappe Rohstoffe ist in den Mittelpunkt der deutschen Außenpolitik gerückt. Mit dem Weißbuch wurde für die Bundeswehr der Zugriff auf Rohstoffe, Märkte und Handelswege als Aufgabe definiert. Politiker warnen bereits vor einem neuen Weltkrieg. Vielleicht hat dieser längst begonnen. Wie schon immer werden die Legitimation und die gesellschaftliche Akzeptanz für die Kriegseinsätze mit Lügen und Propaganda möglich gemacht. Mit einer Strafrechts-Änderung sollen Kriegskritiker mundtot gemacht werden“, Internat. Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e.V., 2007
- FES: Energiesicherheit (Kompass 2020) ☛ „Neue Knappheiten, das Wiederaufleben des Ressourcennationalismus und die Aussichten für multilaterale Ansätze“ , Friedrich Ebert Stiftung, 8.2007
Hauke Ritz/Otto Wiesmann: Peak Oil - Der globale Krieg ums Öl ☛ Hervorragender Fachaufsatz über Peak-Oil und militärische Realitätsblindheit, Blätter für dt. und intern. Politik, 7.2007
- Naomi Wolf: Ein faschistisches Amerika, in zehn einfachen Schritten ☛ Was in Amerika läuft, läuft i.d.R. etwas später auch anderswo (EG), Blätter für dt. und intern. Politik, 7.2007 ( )
- „Der Konkurrenzkampf um Naturressourcen, Transportwege, aber auch politischen Einfluss wird sich immer weiter zuspitzen“ ☛ „Für Kasachstan ist die annehmbare Variante nicht die der Konkurrenz, sondern die Erlangung eines Konsenses zwischen diesen Superplayern, obgleich wir verstehen, welche Probleme man auf diesem Weg haben kann“, Eurasisches Magazin, 31.7.2007
- M. Plöse: Peak-Oil in Karlsruhe ☛ „Das Bundesverfassungsgericht und die deutschen Interessen am Hindukusch … Ist die Förderhöchstmenge einer Ölquelle erreicht, sinken die Fördermengen rapide ab, schließlich stehen Aufwand und Nutzen nicht mehr im Verhältnis und die Quelle gilt als erschöpft … Dieses Szenario ist für den überwiegenden Teil der weltweiten Erdölvorräte bereits Realität und genau deswegen haben die Verteilungskämpfe um die verbliebenen Ölreserven und Ölförderwege längst begonnen. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) zur Vereinbarkeit der Tornado-Einsätze der Bundeswehr in Afghanistan mit dem Grundgesetz vom Dienstag lässt die strategische Wende hin zum ressourcensichernden Interventionalismus in der Außen- und Verteidigungspolitik mehr als deutlich werden“, Telepolis, 5.7.2007
- F. Rötzer: Soldaten auf Speed ☛ „Nicht nur US-Soldaten stehen unter Drogen bei Kampfeinsätzen, auch das britische Verteidigungsministerium sucht nach Mitteln, die Müdigkeit zu bekämpfen“; Versuchs-Tier Soldat? (EG), Telepolis, 13.6.2007
- John Perkins on “The Secret History of the American Empire: Economic Hit Men, Jackals, and the Truth about Global Corruption” ☛ „Well, really, I think it’s fair to say that since World War II, we economic hit men have managed to create the world’s first truly global empire, and we’ve done it primarily without the military, unlike other empires in history“, Democracy.now, 5.6.2007
- M. Basedau: Erdölkriege – Kriege der Zukunft? ☛ „Erdölkriege sind in der Zukunft in mindestens vier Szenarien denkbar: 1. Konflikte zwischen Exporteuren und Importeuren, 2. Konflikte zwischen Importeuren, 3. Konflikte zwischen Exporteuren und 4. Konflikte innerhalb von Exportländern. Die Wahrscheinlichkeit von Erdölkriegen hängt zunächst von der wachsenden Ölknappheit ab“, German Institute of Global and Area Studies (GIGA), 6.2007
- The New Nomads? The American Military Presence in Central Asia ☛ China and Eurasia Forum Quarterly, Volume 5, No. 2 (2007) p. 5-19
- Prof. U. Steinbach: „Europa ist auch von einem nuklear bewaffneten Iran nicht bedroht“ ☛ „Aber diese Rolle als Ordnungsmacht im Nahen und Mittleren Osten hat Amerika längst verspielt. Insbesondere durch seine Irakpolitik … Die USA haben kein Konzept entwickelt, das die Lösung des zentralen Konflikts der gesamten Region betrifft“, Eurasisches Magazin, 30.4.2007
- Naomi Wolf: Fascist America, in 10 easy steps ☛ „From Hitler to Pinochet and beyond, history shows there are certain steps that any would-be dictator must take to destroy constitutional freedoms. And, argues Naomi Wolf, George Bush and his administration seem to be taking them all“, The Guardian, 24.4.2007 (dt.: )
- T.L. Friedman: The Power of Green ☛ „Well, I want to rename ‚green‘. I want to rename it geostrategic, geoeconomic, capitalistic and patriotic. I want to do that because I think that living, working, designing, manufacturing and projecting America in a green way can be the basis of a new unifying political movement for the 21st century … In many ways, our parents rose to such a challenge in World War II — when an entire generation mobilized to preserve our way of life. That is why they were called the Greatest Generation. Our kids will only call us the Greatest Generation if we rise to our challenge and become the Greenest Generation“, NYT, 15.4.2007
- G. Dyer: Iran – Wie man einen Krieg beginnt ☛ „Im Grunde ist es eine Angelegenheit der Kultur. Großbritannien hat eine lange Tradition von kriegerischen Auseinandersetzungen und verlustreichen Kämpfen, aber seine Kampfregeln sind weniger rambohaft“, informationclearinghouse.info, 30.3.2007
- Zbigniew Brzezinski lässt politische Bombe platzen ☛ „Ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater warnt, dass Bush Vorwand für Angriff auf Iran sucht“, wsws.org, 3.2.2007
"Ethnische Pluralität löst keine Kriege aus" ☛ „Viele Konflikte werden als ethnisch wahrgenommen - fälschlicherweise. Günther Schlee (Direktor am Max-Planck-Institut für Ethnologie) analysiert kriegerische Auseinandersetzungen: Letztlich gehe es meist um Ressourcen. Im Kampf um Wasser, Öl und Weidegründe seien die Mitglieder der eigenen Ethnie dann nur nahe liegende Verbündete“, Max-Planck-Forschung, 2.2007, S. 38-43
- M. Massarrat: MilitärIndustrieller Komplex - Hegemonialinteressen und strukturelles Chaos ☛ „So wird immer offensichtlicher: Nicht Stabilität und Konflikteindämmung im Mittleren und Nahen Osten sind das Ziel der mit MIK und US-Hegemonialsystem eng verbundenen Neokonservativen, sondern das genaue Gegenteil davon“, Linksnet.de/Graswurzelrevolution, Jg.36, Nr.316, 2.2007
- USA: Ausweitung der Kriegszone ☛ „Die Neokonservative Revolution geht weiter, ihre Ideen haben auch die Demokraten infiziert – trotz oder gerade wegen anders lautender öffentlicher Beteuerungen“, Telepolis, 23.1.2007
- E.N. Luttwak: Two Alliances - President Bush has managed to divide and conquer the Middle East ☛ „Although it was the U.S. that was responsible for ending Sunni supremacy in Iraq along with Saddam Hussein’s dictatorship, it remains the only possible patron for the Sunni Arab states resisting the Shiite alliance. Americans have no interest in the secular-sectarian quarrel, but there is a very real convergence of interests with the Sunni Arab states because Iran is the main enemy for both“, WSJ, 14.1.2007
- H. Stein: Europa kann sehr leer sein ☛ „Was Mark Steyn befürchtet, wenn Europa fällt und Amerika wackelt, ist eine Reprimitivierung des Menschen im globalen Ausmaß“, Welt, 10.1.2007
- N. Turse: Baghdad 2025 - The Pentagon Solution to a Planet of Slums ☛ „DARPA’s Future War on the Urban Poor … Urban Planning, Pentagon-style: Spider-Men and Exploding Frisbees … Training for Tomorrow’s Urban Occupations … American Terminators vs. Drug-Dealing Serial-Killer Guerillas … Pentagon to Global Cities: Drop Dead … The Military and the Metropolis“, TomDispatch.com, 7.1.2007
- Kissinger, Shultz, Perry & Nunn call for A World Free of Nuclear Weapons ☛ „Nuclear weapons today present tremendous dangers, but also an historic opportunity. U.S. leadership will be required to take the world to the next stage – to a solid consensus for reversing reliance on nuclear weapons globally as a vital contribution to preventing their proliferation into potentially dangerous hands, and ultimately ending them as a threat to the world“, WSJ/2020 Vision Campaign, 4.1.2007
- Messiasse: Herrscher und die Rolle der Religion ☛ „Untergang der Diktatoren … [Mussolini] ist ganz Held, strahlend wie die Sonne; das inspirierende und kreative Genie; der Führer, der erobert und fasziniert; Er ist die massive Gesamtheit von Mythos und Realität … Die Revolution ist Er, Er ist die Revolution … In dieser Zeit…faßte ich die tiefste Bewunderung für den großen Mann südlich der Alpen, der in heißer Liebe zu seinem Volke mit den inneren Feinden Italiens nicht paktierte, sondern ihre Vernichtung auf allen Wegen und mit allen Mitteln erstrebte“, Stiftung Vision, 2007
2006:
- E. Eggers: Peppige Panzerschokolade ☛ „Die Geschichte des Dopingmittels Pervitin: Es hilft gegen Prüfungsangst, macht draufgängerisch und schnell. In den 50er-Jahren eroberte die Droge den bundesdeutschen Leistungssport. Auch im Umfeld der ‚Helden von Bern‘ tauchte sie auf … Mannschaftsarzt Franz Loogen war Pervitin seit dem Zweiten Weltkrieg bestens bekannt … Und er hatte sicherlich auch noch in guter Erinnerung, wie die Temmler-Werke im Zweiten Weltkrieg Pervitin verarbeiteten - ‚in Kombination mit Traubenzucker‘“, taz, 28.12.2006
- Die Energieversorgung Europas - Ein Sicherheitsproblem ☛ „Ein mehrdimensionales Sicherheitskonzept, das eine militärische und machtpolitische ebenso wie eine soziale, ökologische und ökonomische Komponente umfasst, beinhaltet auch die verlässliche Zufuhr von Rohstoffen wie Erdöl und Erdgas“, Reader Sicherheitspolitik, 12.2006
- Gewalt als Gottesdienst - Interview Kippenberg ☛ „Noch vor Kurzem befürchtete man, dass die scheinbar unaufhaltsame Säkularisierung zu einem Verfall der moralischen Grundlagen der Gesellschaft führt. Jetzt sieht man mit Erstaunen, dass ausgerechnet das Wiedererstarken der Religionen zu Gewalt führt – nicht nur im Nahen Osten … Über die Jahrhunderte gesehen verantwortet sicherlich das Christentum die meisten Opfer von Gewalt“, Focus, 21.12.2006
O. Arndt: Bei Nebenwirkungen konsultieren Sie Ihren General (Sport- & Kriegs-Doping) ☛ „Doping ist eine Schnittstelle zwischen Sport und Krieg: Damit SoldatInnen Krieg führen können, werden sie mit leistungssteigernden Mitteln vollgepumpt. Ziel ist der nimmermüde Krieger … Enthemmt von ebenjener mit Pervitin angereicherten «Panzerschokolade», die später auch Hermann Buhl benützte. Diese «Endsiegdroge» war ein Methamphetamin - auch bekannt unter dem Namen «Hermann-Göring-Pille» oder «Stuka-Tabs» … Go-Pills“, Die Wochenzeitung/.ch, 16.11.2006
- "Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten" ☛ „Eine Analyse der Formel, mit der im ‚Kampf gegen den Terror‘ immer wieder der Ausbau der Überwachung gerechtfertigt wird“, Telepolis, 27.9.2006
- Die neuen Kriege ☛ „Er fürchtet eher, dass der Westen im Abwehrkampf seine freiheitlichen Standards untergräbt: ‚Der unmittelbare Profit, den Terroristen aus ihrem Angriff auf posthistorische Gesellschaften ziehen können, ist minimal im Vergleich zu dem Schaden, den diese sich langfristig durch die Verstärkung ihrer Präventionsmaßnahmen gegen solche Angriffe selber zufügen‘“, Welt, 24.9.2006
- Erstaunliche Parallelen - "Lob des Imperiums" ☛ „Einen Untergang der USA und der dazugehörigen westlichen Wertegemeinschaft sieht er weit entfernt. „Auch nach dem Auftreten der vermeintlichen Krisensymptome hatte das römische Imperium noch Jahrhunderte Bestand“, beruhigt er. Ein bisschen klingt das nach Selbsthypnose“, Deutschlandradio Kultur, 19.9.2006
- J. Wagner: Demokratischer Imperialismus - US-Geopolitik zur Rekolonialisierung der Welt ☛ „Die Vereinigten Staaten als ‚Bodyguard der Globalisierung‘ … Amerikas ‚Kolonialbüro’“, Blätter für deutsche und internationale Politik, 9/2006
- J. Wagner: "Neue Kriege" als Wegbereiter des Euro-Imperialismus - Intellektuelle Brandstifter ☛ „Seit jeher wird versucht die gewaltsame Durchsetzung ökonomischer und strategischer Interessen als selbstloses, moralisch gebotenes Unterfangen darzustellen“, Wissenschaft & Frieden, Nr.3/8.8.2006 ( )
- Der Wettlauf um die Rohstoffe ist in vollem Gange ☛ „Es sind keine Kassandra-Rufe, wenn inzwischen selbst militärische Entscheidungsträger davon ausgehen, dass wir erst am Beginn weltweiter Verteilungskämpfe um die wichtigsten Rohstoffe stehen – auch um die Steinkohle“, Prof. F.-J. Wodopia, Folio, 8.2006
- N. Busse: Militärstrategie 'Globaler Schlag' ☛ „Nach den bisher bekanntgewordenen Plänen würde jedes U-Boot neben 22 Nuklearraketen künftig zwei der neuen konventionellen Raketen an Bord führen … Die Gesamtkosten für die Entwicklung werden auf eine halbe Milliarde Dollar veranschlagt. In zwei Jahren soll die Rakete einsatzbereit sein - und Ziele überall in Europa, Afrika oder Asien zerstören können“, FAZ, 13.6.2006
- „25 Thesen zum Nationalismus“ als erster Schritt in die strategische Neuprofilierung der Jungen Nationaldemokraten ☛ „Neben der verstärkten aktionistischen Ausrichtung der JN, geht es der Bundesführung um eine weltanschauliche Grundlage, die unser Wesen und Wollen und unsere Idee des Befreiungsnationalismus in 25-Punkten zusammenfaßt“, jn-buvo.de, 15.5.2006
- B. Drücke: Deutschland wird auch in Kinshasa "verteidigt" ☛ „Der neokoloniale Militäreinsatz der EU in der DR Kongo … Warum will die EU 1.500 bis 3.000 Soldaten in die DR Kongo schicken?“, Graswurzel.net, 5.2006 ( )
- „Der neue kalte Krieg“ - Kampf um die Rohstoffe ☛ “… gleichzeitig wies sie darauf hin, dass mittlerweile ‚Erpressung, Preistreiberei und Machtpoker‘ zu den Gepflogenheiten auf dem (internationalen) Energiemarkt gehören … Kern all dieser Veröffentlichungen: Der Wettlauf um den sicheren Zugriff auf die strategischen Industrie- und Energie-Rohstoffe entwickelt sich dramatisch“, GVSt, 5.2006
- Friedemann Müller: Machtspiele um die kaspische Energie? ☛ „Angesichts des schwindenden Erdölangebots wird der kaspische Raum als energiereiche Region an Bedeutung gewinnen“, Aus Politik und Zeitgeschichte, 4.2006
- H.Münkler: Was bewegt die Zivilgesellschaft, und wohin führt das? ☛ „Das ist ein Gedanke, der für uns heute nicht mehr nachvollziehbar ist und aus dem schon gar nicht ein politischer Grundsatz hergeleitet werden kann: Dass äußere Kriege nötig sind, um innere Kriege zu verhindern und dass Krieg generell ein Mittel der sittlichen Revitalisierung der Bürgerschaft darstellt. - Aber wenn der Krieg angesichts seiner verheerenden Folgen diese Aufgabe nicht mehr wahrnehmen kann – erledigt sie sich dann von selber oder müssen andere Mechanismen an seine Stelle treten?“, 21.3.2006
- W. Engdahl: Vom Mythos der begrenzten Vorräte - Die Ölreserven tief in der Erde ☛ „Seit die Nachfrage Chinas und Indiens nach diesem Öl unablässig wächst, wird es für die Vereinigten Staaten und ihren Alliierten Großbritannien zum geopolitischen Imperativ, so schnell wie möglich die direkte militärische Kontrolle über die Reserven des Mittleren Ostens zu sichern - deshalb der hochriskante Krieg im Irak“, der Freitag, 10.3.2006
- Prof. Michael Klare: Öl, Geopolitik und der kommende Krieg gegen den Iran ☛ „Im Oktober 2004 unterzeichnete der Iran einen Vertrag über 100 Milliarden US-$ und einer Laufzeit von 25 Jahren mit Sinopec, einer großen chinesischen Energiefirma. Hier geht es um den gemeinsamen Abbau eines der größten Gasfelder des Iran und die Lieferung von Flüssiggas nach China“, Wissenschaft & Frieden, 3.2006
- Im Zeichen der Apokalypse ☛ „Christliche Fundamentalisten rufen zum Mord an Ärzten auf, die sich an Abtreibungen beteiligen, islamische Fanatiker feiern den Mord an den Opfern des 11. September, jüdische Orthodoxe rechtfertigen den Mord an Palästinensern als fromme Tat - alles im Namen Gottes, Allahs oder Jahwes … Um welche Passagen aus der Bibel, der Thora und dem Koran es sich handelt und was zeitgenössische Apokalyptiker daraus machen, das kann man in diesem Buch, der bisher ausführlichsten Dokumentation zu diesem Thema im deutschen Sprachbereich, nachlesen: eine Lektüre, die ebenso das Gruseln lehrt wie die Bilder vom 11. September“, Deutschlandfunk, 13.2.2006
- Sen. Lugar: The Existential Threat ☛ „The second major global challenge that I wish to emphasize is energy. Like the proliferation of weapons of mass destruction, the potential scarcity of energy supplies and the imbalances that exist among nations represent grave threats to global security and prosperity“, Lugar.senate.gov, 6.2.2006
- Imperien im 20.Jahrhundert (Aufsätze) ☛ Zeithistorische Forschungen, 1/2006
The Bush Doctrine in Iraq and Afghanistan violates Biblical Covenant ☛ “‚Pretenders‘ who apparently subvert the integrity of the messages of Jesus, in association with other world religions now ‚eye‘ Iran for the execution of their mis-deeds“, The Canadian, 2006
- N. Paech: Die Rehabilitierung des Krieges ☛ „Die unverblümte Ankündigung kommender Kriege bedarf starker Antikriegskräfte, um ihnen zu begegnen. Die landläufige Theorie allerdings, dass demokratische Staaten zumindest nicht gegeneinander Krieg führen werden, geht von zweifelhaften Prämissen aus und verbreitet eine trügerische Sicherheit. Bis auf wenige Ausnahmen liefert die herrschende politische und juristische Theorie keine Grundlagen, die den Widerstand gegen die Rehabilitierung des Krieges stärken könnte. Die akademische Welt lässt die Friedensbewegung allein – das wäre nicht das erste Mal“, in: Lambrecht/Lösch/Paech (Hg.), Hegemoniale Weltpolitik und Krise des Staates, 2006
2005:
- Über die Logik der Weltherrschaft - Herfried Münkler analysiert Imperien ☛ „Europa muss sich gegenüber den USA als ein Subzentrum des imperialen Raumes behaupten und darauf achten, dass sich zwischen den USA und ihm kein Zentrum-Peripherie-Gefälle herausbildet. Auf der anderen Seite müssen die Europäer sich aber auch um ihre instabile Peripherie im Osten und Südosten kümmern … Europas Zukunft wird darum ohne Anleihen beim Ordnungsmodell der Imperien nicht auskommen“; Rechnung ohne den Energiewirt (EG), Deutschlandfunk, 6.11.2005
- E. Callenbach: The Hollowing Out of the American Empire ☛ ARD/SWR, tele-akademie.de, 16.10.2005 ( , )
- N. Butler (BP): Energiesicherheit in Europa ☛ „Dennoch nehmen die Fördermengen ab … Als direkte Folge wird Europa im Jahre 2010, so die Prognose der International Energy Agency, etwa 10 Millionen Barrel Erdöl pro Tag und 5 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag an Erdgas importieren. 2020 sollen diese Mengen auf 12 Millionen Barrel per Tag und 7 Millionen Barrel Öläquivalent steigen. Dadurch wird bis 2020 der Ölhandel 80 % der Ölversorgung ausmachen – gegenüber 60 % heute – und 60 % der Gasversorgung gegenüber 40 % heute“, Rede beim International Institute for Strategic Studies/Genf, 17.9.2005
- Vom Massenmörder zum Familienpapa (Welzer) ☛ „Massenmörder sind keine geborenen Sadisten. Eine Studie über Auschwitz und Ruanda zeigt, dass das Töten am reibungslosesten funktioniert, wo die Täter sich wie Angestellte im Dienste einer höheren Moral verhalten“, Netzeitung.de, 13.9.2005
- H. Welzer: „Ohne Moral läßt sich kein Genozid durchführen“ ☛ „Es muß zwischen zwei Personengruppen eine ganz radikale Trennung konstruiert werden: Juden versus ‚Arier‘ etwa oder Hutu versus Tutsi. Die Täter müssen diese Trennung so stark empfinden, daß sie die Vertreter der anderen Gruppe nicht mehr als Menschen wahrnehmen. Das klingt nach viel Aufwand. Aber das Erschreckende ist, daß sich solche Differenzen durch geschickte Propaganda und die Praxis alltäglicher Ausgrenzung relativ schnell und leicht aufbauen lassen. Das haben etwa die sogenannten ‚ethnischen Säuberungen‘ in Jugoslawien gezeigt“, FAZ, 4.9.2005
- Die Wiederentdeckung des Imperiums - Eine alte Herrschaftsstrategie erobert das 21. Jahrhundert ☛ „Imperiale Dämonologie und Selbstsakralisierung … Herfried Münkler ist zweifelsohne eine aufschlussreiche Studie gelungen, die eine Reihe interessanter Erkenntnisse und überraschender Quervergleiche zutage fördert. Allerdings bleibt fraglich, ob der erklärte Verzicht auf moralische Kategorien dem Thema angemessen ist“, Telepolis, 3.8.2005
- Münkler: "Keine Angst vor dem Imperium" ☛ „Dagegen stellt das amerikanische Imperium nur sicher, dass die Ressourcen zu Marktbedingungen gehandelt werden. So wird sichergestellt, dass um strategische Ressourcen keine Kriege geführt werden müssen, man kann sie kaufen“; ressourcennaive Imperiumsdenke aus der Mottenkiste gescheiterter Vorbilder(EG), TAZ, 1.8.2005
- A. Ulrich: Hitler's Drugged Soldiers - The Nazi Death Machine ☛ „The Nazis preached abstinence in the name of promoting national health. But when it came to fighting their Blitzkrieg, they had no qualms about pumping their soldiers full of drugs and alcohol. Speed was the drug of choice, but many others became addicted to morphine and alcohol“, Spiegel, 5.6.2005
- A. Herberg-Rothe: Clausewitz im 21.Jahrhundert ☛ “…dass der Primat der Politik nur eine von drei unbedingt gleichberechtigten Tendenzen des Krieges sei. Die beiden anderen sind die ‚ursprüngliche Gewaltsamkeit des Krieges‘, die er als Hass und Feindschaft ‚wie ein blinder Naturtrieb‘ beschrieb, sowie das ‚Spiel der Wahrscheinlichkeiten und des Zufalls‘. Wie Clausewitz betonte, ist dies sein eigentlicher Begriff des Krieges und sein Ausgangspunkt der gesamten Theorie“, HSozUKult, 26.4.2005
- Die dunkle Seite des Westens (Gladio) ☛ „Neue historische Forschungen belegen: Im Kalten Krieg kooperierten Nato-Geheimtrupps in acht westeuropäischen Ländern mit rechtsextremen Terroristen und Verbrechern“, Spiegel, Nr.15/2005, 11.4.2005 ( )
- A. Ulrich: Berauscht in die Schlacht (Pervitin etc.) ☛ „Drogen und Alkohol bei der Wehrmacht: Im Namen der Volksgesundheit predigten die Nazis Abstinenz, für den Endsieg aber war ihnen jedes Mittel recht“, Spiegel Special, 2/2005, 30.3.2005 ( )
- H. Münkler: Neues vom Imperium ☛ „Das alte Rom und der 11. September: Reflexionen über politische Ordnungen im Anschluß an Montesquieu“; bewährte Untergangsmechanik für das 21. Jahrhundert (EG), Welt, 12.2.2005
- Entstehung und Ziel des "Greater Middle East"-Programms ☛ „In seiner Rede an die Nation verwies US-Präsident Bush wieder auf die zentrale Rolle des Plans für den Mittleren Osten“, Telepolis, 4.2.2005
- „Was ist schlimmer, ein Iran, der die Bombe hat, oder ein im Chaos versinkender Naher und Mittlerer Osten?“ ☛ „Die Amerikaner sind zwar in der Lage, Regime wegzufegen, aber gestalterische Elemente sind in dieser Politik nicht zu erkennen“, Eurasisches Magazin, 29.1.2005
- The Power of Nightmares: Baby It's Cold Outside ☛ „Should we be worried about the threat from organised terrorism or is it simply a phantom menace being used to stop society from falling apart? … Those with the darkest fears became the most powerful“, BBC News, 14.1.2005
2004:
- "Rußland sollte sich endlich gegen die aggressive Penetration durch den Westen zur Wehr setzen" ☛ „Es ist der Griff nach der Weltmacht. Es gibt keinerlei Zweifel daran, daß die USA nach dem Ende des Kalten Krieges versuchen, ein unipolares Weltsystem zu stabilisieren. Vor diesem Hintergrund gibt es für die Amerikaner nur zwei Alternativen: dominieren oder untergehen“, Eurasisches Magazin, 29.11.2004
- R. Neudeck: Kongo - Krieg um Diamanten, Gold und Coltan ☛ „Im Kongo herrscht die tödlichste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg … Ruandas Präsident Kagame. Er will etwas ganz anderes: den Einfluss Ruandas auf den Ost-Kongo und dortige Rohstoffe ausweiten. Durch Waffenlieferungen an Rebellengruppen will man zumindest indirekt an Bodenschätzen des Kongo wie Diamanten und Gold, aber auch das wertvolle Coltan, das weltweit für die Produktion der Mobiltelefone benutzt wird, profitieren“, Zeit, 11.11.2004
- Münkler: Das imperiale Europa ☛ „Hätte man rechtzeitig damit begonnen, Europa nach dem Modell der vom Zentrum weg verlaufenden Kreise und Ellipsen zu organisieren, so ließe sich nunmehr die Türkei nach Europa eingliedern, ohne daß dies auf eine Vollmitgliedschaft hinauslaufen müßte beziehungsweise die Verweigerung der Vollmitgliedschaft eine politisch hochriskante und für Europa gefährliche Brüskierung der Türkei darstellen würde“; warum wohl sind alle Imperien der Menschheitsgeschichte kollabiert?! (EG), Welt Online, 29.10.2004
- P.Virilio: Die überbelichtete Stadt ☛ in: Das Parlament, 25.10.2004
- Wo es Erdöl gibt, gibt es auch Al Qaida ☛ „Das Interesse an Westafrika steigt - US-Militärstützpunkt geplant? … Bis zu 16 Prozent des von den USA eingeführten Erdöls kommen aus dem Raum rund um den Golf von Guinea. Nach Schätzungen könnten es im Jahr 2015 oder 2020 um die 25 oder sogar 30 Prozent sein. Aus der Region käme dann mehr Erdöl in die USA als von der arabischen Halbinsel“, AG Friedensratschlag, 19.10.2004
- M. Sievernich: „Alle haben ein Recht auf das Evangelium“ ☛ „Der Frankfurter Theologe Michael Sievernich SJ zu einem aktuellen Thema … Globalisierung macht Mission noch dringender“, Kirchenboote.de, 26.9.2004
- Frank Umbach: Internationale Energiesicherheit zu Beginn des 21. Jahrhunderts ☛ „90 Prozent aller Energiereserven sind in der islamische Welt konzentriert … Stattdessen sind neue und erheblich engere politische und wirtschaftliche Kooperationsformen zwischen der EU, den USA, Russland und China unerlässlich und müssen in mittelfristiger Perspektive zunehmend institutionalisiert werden“, DGAP, 1.8.2004
- K. Mellenthin: Angriffsbasen weltweit ☛ „Immer kriegsorientierter: Die USA weiten ihr Stützpunktnetz aus … Der »Antiterrorkampf« hat als legitimatorische Doktrin darüber hinaus den Vorteil, daß er nicht irgendwann definitiv feststellbar mit der Niederlage des Gegners endet. In einer von scharfen sozialen Widersprüchen bestimmten Welt wird dieser Krieg niemals zu Ende gehen“, jungeWelt/AG Friedensforschung an der Uni Kassel, 12.7.2004

Prof. K. Aleklett: Dick Cheney, Peak Oil and the Final Count Down ☛ „Vice- President Dick Cheney had made in a speech at the London Institute of Petroleum Autumn lunch in 1999 when he was Chairman of Halliburton. A key passage from his speech was: ‚That means by 2010 we will need on the order of an additional fifty million barrels a day‘ … Dick Cheney in London 1999: ‚Oil is unique in that it is so strategic in nature. We are not talking about soapflakes or leisurewear here. Energy is truly fundamental to the world’s economy. The Gulf War was a reflection of that reality‘“, Uppsala University, Sweden, 12.5.2004
- Fundamentalismus der Killer ☛ „Der militante Islamismus hat totalitäre Wurzeln. Doch er ist auch ein Nebeneffekt der Globalisierung. Das wird von den Verteidigern der Freiheit gern vergessen“, Zeit, 29.4.2004
R. Suskind: Without a Doubt ☛ “‚We’re an empire now, and when we act, we create our own reality. And while you’re studying that reality - judiciously, as you will - we’ll act again, creating other new realities, which you can study too, and that’s how things will sort out. We’re history’s actors…and you, all of you, will be left to just study what we do‘“, NYT, 17.4.2004
- R. Suskind: Faith, Certainty and the Presidency of George W. Bush ☛ “‚We’re an empire now, and when we act, we create our own reality. And while you’re studying that reality - judiciously, as you will - we’ll act again, creating other new realities, which you can study too, and that’s how things will sort out. We’re history’s actors…and you, all of you, will be left to just study what we do‘“, NYT Magazine, 17.4.2010
- D. Bimboes/J.H. Spangenberg: Klimapolitik ist Friedenspolitik ☛ „Ende der Öl- und Gasvorräte in Sicht … Ölquellen sind Kriegsquellen … Solare Zukunft braucht Sicherheit und Zusammenarbeit … EU - Russland: Enge Kooperation statt Würgegriff“, Wissenschaft und Frieden, 3.2004
- K. Landesfeind: Männlichkeit und Krieg – Untersuchungen am Großessay „Der Kampf als inneres Erlebnis“ von Ernst Jünger ☛ „Mit heroisch–romantischen Vorstellungen zogen die Männer an die Front – doch bald bekamen sie das wirkliche Ausmaß des technologisierten und äußerst brutalen Krieges zu spüren“, Uni Berlin, 11.3.2004
R. Manning: The oil we eat - Following the food chain back to Iraq ☛ „We’ll follow the energy“, Harper’s Magazin, 2.2004
2003:
- Krieg und Frieden GmbH ☛ „Den einfachen Vorstellungen von ethnischen und religiösen Extremisten, die ganze Regionen in Chaos und Kriege stürzen, setzen Azzellini und Kanzleiter das Bild des rational agierenden Kriegsunternehmers im globalisierten Kapitalismus entgegen … In diesem Raum der vierten Welt sei ‚die neue Kriegsordnung‘ eine ‚eigengesetzlich regulierte und auf ihre eigene Reproduktion ausgerichtete Ökonomie geworden’ … In den Vorständen der größten privaten Militärunternehmen sitzen Generäle und Geheimdienstler, die zuvor in staatlichen Diensten arbeiteten und von ihren alten Arbeitgebern jetzt Aufträge erhalten“, TAZ, 15.11.2003
- M. Hennes: Der neue Militärisch-Industrielle Komplex in den USA ☛ „Nach dem Ende des Kalten Kriegs bot sich den USA die Chance einer Friedensdividende. Seit 1999 steigen die amerikanischen Verteidigungsausgaben jedoch wieder, die Bush-Administration hat seit 2001 einen wahren Rüstungsboom ausgelöst. Hiermit bedient sie die Interessen eines neuen Militärisch-Industriellen Komplexes, der rund um fünf große Rüstungskonzerne und das Pentagon entstanden ist. Der Aufsatz analysiert die politische Macht, die personellen Verflechtungen und die wirtschaftlichen Ziele des Militärisch-Industriellen Komplexes. Der amerikanische Hegemon verfolgt nicht nur machtpolitische Interessen in der Weltpolitik, sondern nimmt dabei gezielt Einfluss auf die weltwirtschaftliche Entwicklung“, Bundeszentrale für politische Bildung, 46/2003 ( )
- M. Minkenberg: Die Christliche Rechte und die amerikanische Politik von der ersten bis zur zweiten Bush-Administration ☛ „Es wird dargelegt, dass die Christliche Rechte seit der Wahl vom Jahr 2000 in der Tat eine größere Nähe zur politischen Macht in Washington erreicht hat als je zuvor. Zugleich aber hat sie ihre Eigenständigkeit als Bewegung dadurch eingebüßt. Mit anderen Worten: Die Christliche Rechte ist nunmehr die ‚Bewegung der Partei‘“, Bundeszentrale für politische Bildung, 46/2003
Weltordnungskriege verstehen ☛ “‚Kriegsunternehmen‘ und ‚sozialer Weltkrieg‘ - zwei Bücher zu neuen Kriegen … Und schon im Zweiten Weltkrieg wird der Krieg phasenweise zum ökonomischen Selbstzweck, als Mittel der Bereicherung von Militärs als Medium eines ‚militärischen Unternehmertums‘ … Irak: Krieg als Modernisierungsangriff … Irak-Krieg als Auftakt zu einer permanenten militärisch-gewaltsamen ‚schöpferischen Zerstörung’ (Schumpeter) im Weltmaßstab. Zerstört werden sollen dabei die sozialen Strukturen, die sich weltweit als Blockaden und Hindernisse für kapitalistische Durchdringung und umfassende In-Wert-Setzung erwiesen haben“, analyse & kritik, Nr. 476, 19.9.2003
- B. Eisenmann: Das Unternehmen Krieg (Rezension) ☛ „Heute ist es oft für politisch interessierte Laien kaum noch durchschaubar, wer heimlich oder offen unterstützt von wem, warum und mit welchen Mitteln Krieg führt … Sicher ist vor allem, dass mit Kriegen viel Geld verdient wird. Dabei ist die Gestalt der Profiteure vielfältig … Verflechtungen von Krieg und Wirtschaft, so genannte Kriegsökonomien, weil der Krieg für viele der Beteiligten zu einer Existenzgrundlage geworden ist“, Deutschlandfunk, 28.7.2003
- K. Schmid: Der inszenierte Terrorismus (9/11) ☛ „Querdenker in Sachen 9/11 treffen sich erstmals zum Gedankenaustausch“, Telepolis, 1.7.2003
- B. Drücke: Coltan, Gold und Diamanten ☛ „Wenn Kriege geführt werden, dann geht es nicht zuletzt um Hegemonie, um den ungehinderten Zugriff auf wertvolle Rohstoffe, Transportwege, Einflusszonen … Hintergründe des Bürgerkriegs im Kongo … Deutsche Interessen und die Rolle deutscher Konzerne“, Graswurzel.net, Sommer, 2003 ( )
J. Diamond: Zivilisationen - Der klassische Kollaps ☛ „Warum die blühende Kultur der Mayas plötzlich unterging und was die modernen Zivilisationen davon lernen können … Das Interesse der Maya-Könige galt unmittelbaren Fragen des Prestiges (mehr und grössere Tempel mussten her) und ihres Erfolgs im nächsten Krieg (mehr Krieger mussten her), nicht dem Glück ihrer Untertanen oder der nächsten Generation. Die Leute mit der grössten Entscheidungsmacht in unserer Gesellschaft machen regelmässig Geld mit Aktivitäten, die der Gesellschaft als Ganzes und ihren eigenen Kindern schaden können. Zu diesen Entscheidungsträgern gehören Enron-Manager, viele Bauunternehmer und Befürworter von Steuererleichterungen für Reiche“, Die Weltwoche, 24/2003
- H. Münkler: Für den amerikanischen Weg gibt es in Europa keine Mehrheiten, nirgendwo! ☛ Ohne Öl keine Weltmacht und: überall wo Öl ist, muß auch Al Kaida sein (EG), Telepolis, 23.4.2003
- „Eine Demokratie des Zorns" (P.Virilio) ☛ „Wir stehen vor dem Problem der industriellen Standardisierung der öffentlichen Meinung durch die Presse und das Fernsehen. Mit der neuen Technologie der Echtzeitübertragung hat man nicht nur die Möglichkeit der Standardisierung der öffentlichen Meinung, sondern auch die Möglichkeit der Synchronisierung der Emotionen. Diese höchste Stufe der Standardisierung auf der Raum-Zeit-Ebene gleicht dem, was Hitler bereits in Nürnberg gemacht hat. Es ist die Synchronisierung der Emotionen durch das außergewöhnliche Spektakel“, Welt am Sonntag, 6.4.2003
- E. Vad: Freund oder Feind? Zur Aktualität Carl Schmitts ☛ Gesellschaftsauffassung und Weltbild der 1930-er reloaded (EG), Sezession.de, Nr.1, 4.2003
- H. Prantl: Lehren des Irak-Krieges ☛ „Die neue Weltordnung: Annäherung an die Barbarei“, SZ, 29.3.2003
- D. Ruloff: Wie Kriege beginnen - Verabredung zum «Duell» und Lavieren am Abgrund ☛ „Ein Kollege vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) bemerkte neulich bei einem Besuch, es rieche förmlich nach einem Zwischenfall am Golf … Ebenfalls würde ein grösserer terroristischer Anschlag die Kriegsmaschinerie in Gang bringen“, NZZ, 28.2.2003
- Die Währung des schwarzen Goldes - Der Ölkrieg wird auch um die Vorherrschaft von Dollar und Euro geführt ☛ „So erweist sich der international geführte „Kampf gegen den Terrorismus“ als scharfe Waffe der Öl-Diplomatie … Der Rechtsbruch im Kollektiv verschafft Erleichterung, Legitimation – und Belohnung“, Prof. Dr. Elmar Altvater, Eurasisches Magazin, 24.2.2003
- Der Anfang vom Ende des amerikanischen Imperiums: „China wird die USA aus dem asiatischen Markt verdrängen“ ☛ „Es ergibt sich eine gewaltige Verschiebung des Reichtums von den USA nach Asien … Amerikanische Politiker verstehen von der Welt so wenig wie meine Rottweiler Hunde … Europa bleibt wichtig, wenn Rußland, Osteuropa und Mittelmeerländer sich eingliedern … Niemand auf der Welt wird die Beherrschung der Ölquellen durch die USA tolerieren“, Eurasisches Magazin, 24.2.2003
- Irak-Krieg von langer Hand vorbereitet ☛ „Die Falken in der US-Regierung wie Rumsfeld, Wolfowitz oder Perle haben bereits vor fünf Jahren mit ähnlichen Argumenten wie heute auf eine militärische Intervention im Irak gedrängt“, Telepolis, 5.2.2003
2002:
- O. Köhler: Krieger auf Drogen ☛ „Zwei neue Sammelbände enthüllen, wie systematisch die Nationalsozialisten bei der Stärkung ihrer Truppen vorgingen … Zusätzlich zu ihrem Hass auf Marxisten, Juden und sogenannte ‚asoziale‘ Elemente (zum Beispiel Prostituierte, Bettler und Alkoholiker) verurteilte die nationalsozialistische Moral deprimierte Kriegsveteranen, die dekadenten Kokainexzesse im Berlin der 20er-Jahre und den weitverbreiteten Alkoholismus in der Bevölkerung … Mit Pervitin zum Sieg“, fluter.de, 31.10.2002
- G. Palm: Amerikanischer Internationalismus ☛ „Angriff ist Verteidigung: Zur ‚Nationalen Sicherheitsstrategie der USA‘, die Präsident Bush vorgelegt hat“, Telepolis, 21.9.2002
- G. Palm: Zur neuen Präventionsmoral alter Krieger ☛ „Nun glaubt Cheney seinen fundamentalen Doktrinwechsel dadurch legitimieren zu können, dass der Irak schon bald das Potenzial besitze, die Welt mit nuklearen Waffen zu erpressen. Auch hier erfahren die Kritiker wieder außer nebulösen Hinweisen nicht, welche verbindlichen Informationen der US-Regierung überhaupt vorliegen, den demnächst nuklear armierten Saddam Hussein zum fünften Reiter der Apokalypse zu stilisieren“, Telepolis, 29.8.2002
- Zeitbombe Schützenvereine - Eines hatten alle jugendlichen Amokläufer der jüngsten Vergangenheit gemeinsam: Praxis an der Waffe ☛ „Als 11. September 2001 mit Flugzeugen gemordet wurde, spekulierte man am 12. September, dass die Terroristen am PC trainiert haben könnten In Wirklichkeit waren sie in Pilotenschulen. Wann immer ein Jugendlicher durchdreht, wird als erstes von Computerspielen und Videofilmen gesprochen. Doch das Schießen haben alle jugendlichen Amokläufer woanders gelernt“, Telepolis, 28.4.2002
- Mallaby: The Reluctant Imperialist - Terrorism, Failed States, and the Case for American Empire ☛ „Failed states are increasingly trapped in a cycle of poverty and violence. The solution is for the United States and its allies to learn to love imperialism – again“; die Geschichte beweist uns unzweifelhaft die Untauglichkeit von Imperiums-Konstrukten in umfassenden Energie-/Rohstoffkrisen- und Wendezeiten (EG), Foreign Affairs, 3-4.2002
- P. Mollenhauer: Das Imperium schlägt zurück ☛ „Aber vielleicht zeigt uns ‚Gladiator‘ den Untergang des Römischen Reiches als ein Verschwinden der Reflexion und des traditionellen politischen Handelns und als den Aufstieg von Kampf- und Soldatentugenden zum einzigen Wert in einer brüchigen Welt. Für die folgenden hundert Jahre sollten nur diejenigen in Rom herrschen - und sie herrschten häufig nur wenige Tage -, die bereit waren, die Waffen gegen alles und jeden zu erheben, der ihnen ihre Macht streitig machte … In der Tatsache, dass jemand wie Maximus ein ernsthafter Kandidat für den Thron werden kann, darin liegt der Untergang des Römischen Reiches. Wo Sportler und Schauspieler Politik machen, ist jede Zivilisation in Gefahr“, TAZ, 23.3.2002
- M. Bröckers: Mohamed Atta und das Cover-Up des 11.9. in Florida ☛ „Neue Recherchen des Investigativjournalisten Daniel Hopsicker über Mohamed Atta in Florida deuten auf das staatlich sanktionierte Drogen-, Waffen- und Terrorbusiness als möglichen Hintergrund für 9-11“, Telepolis, 21.2.2002
Die USA und der Afghanistan-Konflikt: Ölinteressen und geostrategische Hintergründe ☛ „Die Voraussage des Franzosen Berenger aus den zwanziger Jahren, dass ‚derjenige, der das Erdöl besitzt, die Welt besitzen (wird)', behält auch gegen Ende dieses Jahrhunderts seine Gültigkeit und wird heute fast genau so gesehen wie damals: ‚Welche Großmacht auch immer die Kontrolle über die Energieressourcen in der Golfregion erringt, sie wird dadurch im großen Ausmaß auch die Entwicklung der Welt beherrschen. Ein dritter Weltkrieg, sollte er stattfinden, würde wahrscheinlich um die Energiequellen in der Golfregion geführt werden‘. Dies sagte der US-amerikanische Energieminister James Schlesinger während der Carter-Administration, ein Jahr vor der Besetzung Kuwaits durch den Irak, im September 1989 auf der Weltenergiekonferenz in Montreal“, BdWi, 15.1.2002
- Jean Baudrillard: "Das ist der vierte Weltkrieg" ☛ „Der französische Philosoph Jean Baudrillard über Amerikas Feldzug gegen den Terrorismus, den Widerstand gegen die Globalisierung und die Unbesiegbarkeit des Bösen … SPIEGEL: Sie halten die Globalisierung für eine Form der Kolonisierung, getarnt als Ausbreitung der westlichen Zivilisation?“, Spiegel, 15.1.2002
- B. Gill: Organisierte Gewalt als ‚dunkle Seite’ der Modernisierung - Vom nationalen Krieg zum transnationalen Terrorismus ☛ „Warum hat sich die Soziologie bisher kaum mit Krieg beschäftigt? … Modernisierung als Voraussetzung und Folge des Krieges - die Zeit von 1789 bis 1945 … Transnationale Bedrohung und die Reaktionen des Staates … Post-militärische Gesellschaft: Das Einfrieren des modernen Krieges und die Entfaltung transnationaler Zivilgesellschaft“, in: Soziale Welt, Nr.53, S.49-65, 2002
- Michael Hardt: Affektive Arbeit - Immaterielle Produktion, Biomacht und Potenziale der Befreiung ☛ „Auf der anderen Seite aber liefert die Produktion von Affekten, Subjektivitäten und Lebensformen ein gewaltiges Potenzial für autonome Kreisläufe der Verwertung - und möglicherweise für die Befreiung“, Jungle World, 1.2002
2001:
- Risse im Empire - Interview mit Toni Negri ☛ „Es ist eine Krise der Hegemonie im Empire. Im Krieg wird ein Weg gesucht, die Blockade zu überwinden, wird danach getrachtet, die konstituierende Dynamik neu zu justieren, mit allen katastrophalen Folgen … Und das Andere, das sie versuchen zu zerstören, ist, ganz im Gegensatz zu dem was sie behaupten, nicht bin Laden und der Terrorismus, es ist die Multitude“, Jungle World, 12.2001
- Apokalyptischer Antiamerikanismus - Zur Konjunktur eines Gefühls moralisierender Besserwisser ☛ „In Talk-Shows mahnten deutsche Islamexperten, es sei nun an der Zeit, unseren übertriebenen Individualismus aufzugeben und uns am Gemeinschaftsgeist des Islam ein Beispiel zu nehmen. Auf allen Fernsehkanälen machte Peter Scholl-Latour den ‚Dilettantismus‘ der US-Außenpolitik für den Ernst der Lage verantwortlich. Und Vertreter der christlichen Kirchen warnten Präsident Bush unermüdlich davor, sich bei eventuellen Gegenschlägen nicht von ‚blinder Rache‘ leiten zu lassen. Der katholische Bischof Lehmann meinte, der Westen dürfe den Kulturen der Welt nicht länger ‚seine Werte‘ aufzwingen … Was aber einen deutschen Meisterdenker wie Peter Sloterdijk … nicht an der hochfahrenden Prophezeiung hindert, ein ‚falsch ergriffenes, unkritisierbar gewordenes und falsch beratenes US-Amerika‘ werde ‚erst schreckliche Fehler begehen und weiter in die Richtung seiner schlimmsten Gefährdungen rennen‘“; Militärisch eingebettete deutsche Leitmedien (EG), Focus, 1.10.2001
- Prof. M. Chossudovsky: "War is Good for Business" ☛ „The ‚recession‘ and ‚war‘ buzzwords are being used to mould US public opinion into accepting a massive redirection of the nation’s resources towards the military industrial complex … Job Creation in America’s War Machine“, mail-archive.com, 16.9.2001
- Der Kampf um das Öl am Kaspischen Meer ☛ „Erdölträume am Kaspischen Meer weichen der Ernüchterung - fieberhafte Suche führt zu Konflikten untereinander“, D. Bimboes, AG Friedensratschlag an der Uni Kassel, 8.9.2001
Strutynski, P.: Nichts Neues unter der Sonne? - Die Kriege des 21. Jahrhunderts ☛ „Die Kriege in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts … Die Unvollständigkeit der Zeitenwende 1989/91 … Neue Kriegführung: Ersetzt der Hacker den Soldaten? … ‚Alte‘ und ‚neue‘ Kriegsursachen“, AG Friedensforschung/Uni Kassel, 25.10.2001
- Prof. Dr. M. Chossudovsky: H.A.A.R.P. ☛ „It is important to understand the linkage between the economic, strategic and military processes of the New World Order. In the above context, climatic manipulations under the HAARP program (whether accidental or deliberate) would inevitably exacerbate these changes by weakening national economies, destroying infrastructure and potentially triggering the bankruptcy of farmers over vast areas. Surely national governments and the United Nations should address the possible consequences of HAARP and other ‚non-lethal weapons‘ on climate change“; Cuba und Ostasien 2008: funktionierende Wetter-Waffe? (EG), From The Wilderness.com, 2001 (Löcher in Magnetosphäre: )
2000:
- K. Lehmann: Zeit zur Aussaat. Missionarisch Kirche sein ☛ „Mission und Evangelisierung“, Statement des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, 10.12.2000 (Missions-Programm: )
Die Informationsbombe tickt ☛ „Paul Virilio und Boris Groys verfolgen die Entwicklung zur totalen Mediengesellschaft … Im zweiten Essay ‚Die Strategie der Täuschung‘ (1999) attackiert Virilio die Informationspolitik der amerikanischen Streitkräfte während des Golf- und Kosovo-Krieges. Mit ihrer gezielten ‚information warfare‘ hätte die einzige Supermacht jene ‚Fernsteuerung der Konfusion‘ gezündet, die das Chaos der Zerstörungen vor Ort um das ‚Chaos der Meinungen‘ vervollständigt“, Welt, 12.8.2000
T.L. Friedman: Das Prinzip Petropolitik ☛ „Alle amerikanischen Bemühungen zur Verbreitung der Demokratie, die keine glaubwürdige und nachhaltige Strategie miteinschließen, wie man Alternativen zum Erdöl finden und den Rohölpreis senken kann, sind daher vollkommen wertlos und zum Scheitern verurteilt. Ganz egal, wo man außenpolitisch steht: Man muss heutzutage denken wie ein Grüner. Man wird weder als außenpolitischer Pragmatiker erfolgreich sein noch als ein das Banner der Demokratie schwingender Idealist, wenn man sich nicht auch gleichzeitig erfolgreich für das Energiesparen einsetzt“, Cicero, 8.2000
1999:
- Patriotischer Messianismus - Über Rorty, Nationalstolz und den Traum vom neuen Amerika ☛ „Deshalb muss Amerika sich seiner Ausnahmestellung unter den Völkern und Staaten der Welt wieder erinnern, es muss nach der technischen, militärischen und ökonomischen auch wieder die geistige Führerschaft über die Welt erringen und jene Maßstäbe schaffen, nach denen es später von anderen Staaten und Nationen beurteilt werden möchte“, Telepolis, 19.11.1999
- M.T. Klare: The Clinton Doctrin ☛ „A careful reading of recent Administration statements and Pentagon documents shows that the NATO bombing is part of a larger strategic vision … If the newly hatched Clinton Doctrine is not repudiated, the bombing of Yugoslavia may be only the first in a series of recurring overseas interventions–a prospect that should galvanize peace and disarmament groups across America“, The Nation, 1.4.1999 (Wiki: )
- S.P. Huntington: The Lonely Superpower ☛ „At a 1997 Harvard conference, scholars reported that the elites of countries comprising at least two-thirds of the world’s people — Chinese, Russians, Indians, Arabs, Muslims, and Africans — see the United States as the single greatest external threat to their societies … They view the United States as intrusive, interventionist, exploitative, unilateralist, hegemonic, hypocritical, and applying double standards, engaging in what they label ‚financial imperialism‘ and ‚intellectual colonialism‘, with a foreign policy driven overwhelmingly by domestic politics (S.42-43)“, Foreign Affairs, 3./4.1999 (Text: )
- R.J. Woolsey: The New Petroleum (Former CIA Director) ☛ „Oil is a magnet for conflict … The nearly $70 billion spent annually for imported oil represents about 40 percent of the current U.S. trade deficit … Our growing dependence on increasingly scarce Middle Eastern oil is a fool’s game—there is no way for the rest of the world to win. Our losses may come suddenly through war, steadily through price increases, agonizingly through developing-nation poverty, relentlessly through climate change—or through all of the above“, Foreign Affairs, 01/02.1999
1998:
- N. Weber: Der Krieg hat schon begonnen - und jeder kann mitmachen ☛ „Überlegungen zu der Ars Electronica 98 Publikation: Information - Macht - Krieg … Die diesjährige Ars Electronica unternahm nun einen weiteren Schritt, der konsequent, sofern auch die Kriegskunst zur Kunst gehört, in einen erweiterten Kriegsbegriff einführt. Es sind dann auch Kriegskünstler, bestallte Meister dieser hohen ‚Kunst‘, im Dienste der US Air Force, der chinesischen Volksarmee oder des russischen Verteidigungsrates, die versuchen - Clausewitz, Sun Tzu oder Mao zitierend - das Kriegstheater des 21. Jahrhunderts zu entwerfen“, Telepolis, 9.10.1998
1997:
- Zbigniew Brzezinski: A geostrategy for Eurasia ☛ „Eurasia is the world’s axial supercontinent. A power that dominated Eurasia would exercise decisive influence over two of the world’s three most economically productive regions, Western Europe and East Asia … What happens with the distribution of power on the Eurasian landmass will be of decisive importance to America’s global primacy and historical legacy … Geostrategic success in that venture would be a fitting legacy to America’s role as the first and only global superpower“, Foreign Affairs, 9/10.1997 ( )
1996:
- Begich/Manning: High Frequency Vandalism in The Sky ☛ „Scheduled to be fully operational by 1998, the US military’s HAARP transmitter is no mere auroral research project. Its super-powerful radio-wave beam may irreparably damage the planets atmosphere…“, Nexus Magazine, Dec/Jan 1996
1995:
- R. Engen: Fischgründe ☛ „Der Bau von Kriegsschiffen erhöht das Volkseinkommen … Nur im Felde, da ist der Mann noch was wert, da wird ihm das Herz noch gewogen. So beschreibt ein deutscher Dichter die ideelle Wertschöpfung … Und je mehr geschossen und neue Munition produziert wird, desto kräftiger steigt das Sozialprodukt, der Waffenhandel belebt sich, die Wirtschaft kommt auf Touren … Wenn Krieg ist, verschwinden die Arbeitslosen“, Die Zeit, 16/1995
1991:
- J.S. Nye: Why the Gulf War Served the National Interest ☛ „Defining the National Interest … Oil provides about 40 percent of American energy, and about 45 percent of this oil is imported. Roughly a quarter of the imports come from the Persian Gulf – so America’s direct energy dependence on the Gulf is less than five percent“, The Atlantic, 7.1991
- N. Ferguson: Food and the First World War ☛ „But the difficulties it faced were considerably increased by the unrestricted British naval blockade imposed on Germany’s direct and indirect (via neutral ports) seaborne trade after March 1915. This cut off a significant volume of imported feeds and fertilizers, contributing to the 40-50 per cent fall in domestic agricultural production which occurred during the war years“, Cambridge, 1991
1980:
- Hitler: An der Nadel (Pervitin) ☛ „War der ‚Führer‘ pervitinabhängig? Hitler-Kenner Albert Speer hält das Buch eines US-Psychiaters, der diese These verficht, für ‚die erste wissenschaftlich-medizinische Untersuchung der Krankengeschichte Hitlers‘“, Der Spiegel, Nr.7/1980, 11.2.1980 ( ; , )
1974:
- E. Goldsmith: The ecology of war ☛ „In this article Edward Goldsmith explains how traditional wars were ritualised conflicts in which mortality was minimised, in contrast to the mass death and destruction of modern industrial modes of warfare … Competition and co-operation - Ritualisation - Reducing aggression - Artificial states - Mutual dependence of societies - Vulnerability - Vicious circle“, in: The Ecologist, May 1974
1963:
- R.Linton: Die ganze Welt am Frühstückstisch ☛ „Auf Dauer geliehen von Nomaden, Italienern und Indianern“, Die Zeit, Nr.46, 15.11.1963
1961:
- D.D. Eisenhower: The Military Industrial Complex Speech ☛ „In the councils of government, we must guard against the acquisition of unwarranted influence, whether sought or unsought, by the military industrial complex. The potential for the disastrous rise of misplaced power exists and will persist … As one who has witnessed the horror and the lingering sadness of war – as one who knows that another war could utterly destroy this civilization which has been so slowly and painfully built over thousands of years – I wish I could say tonight that a lasting peace is in sight“, Farewell Address, January 17, 1961 (Audio: )
1937:
- R. Linton: One Hundred Percent American ☛ „There can be no question about the average American’s Americanism or his desire to preserve this precious heritage at all costs. Nevertheless, some insidious foreign ideas have already wormed their way into his civilization without his realizing what was going on“, in: The American Century, vol.40, 1937 ( )
1936:
- R.Linton: 100% American ☛ „As he absorbs the account of foreign troubles he will, if he is a good conservative citizen, thank a Hebrew deity in a Indo-European language that he is 100 percent American“, in: The Study of Man, pp.326-327, D. Appleton-Century Co./New York, 1936 ( )
o.D.
- W. Dietrich: Friede - Zur schwierigen Geschichte eines kulturellen Schlüsselbegriffs ☛ „Moralische und energetische Friedensbegriffe stehen heute gleichwertig neben einander. In ihrer jeweiligen Reichweite sind sie beschränkt und universal nicht anwendbar. Sie sind auch nicht beliebig austauschbar. Friede und Konflikt haben immer mit den konkreten zwischenmenschlichen Zusammenhängen im Hier und Jetzt zu tun. Diese Zusammenhänge müssen zum Zweck der gewaltfreien Konflikttransformation definiert, anlysiert und anerkannt werden. Über diese Anerkennung und in Verbindung mit der Gleichwertigkeit der beiden Friedensbegriffe kann die Energie des Konfliktes zu dessen ‚Aufhebung‘, also Transformation, genutzt werden“, Uni Innsbruck, o.D. (Wiki: )
- W. Fischer: Krieg und (Geld-) Wirtschaft - wirtschaftliche Ursachen von Krieg und Zerstörung ☛ „Warum Frieden von den meisten Politikern (noch) nicht wirklich gewollt ist“, Emanzipation Human.de, o.D. ( )
- H. Maier: Gewalt im Christentum ☛ „Ist der militante Islamismus unserer Zeit ein Sonderfall? Oder ist es seit jeher in allen Religionen gewalttätig zugegangen – wenigstens zeitweilig? Handelt es sich bei dieser Gewalt speziell um ein Problem monotheistischer Religionen? Schließt der Wahrheitsanspruch einer Religion Toleranz gegenüber anderen Religionen aus?“, Prof. Dr. Hans Maier/.de, , o.D.
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