Peak Kohle: Interviews, Kommentare, Fachartikel
2011:
- P. Fairley: Der teure Traum von der sauberen Kohle ☛ „Trotz beachtlicher Subventionen steigen immer mehr US-Energieversorger aus CCS-Projekten aus, weil sie den Kostenvorteil von Kohlekraft zunichte machen. Einige Firmen versuchen nun, das CO2 an die Ölindustrie zu verkaufen“, Technology Review, 25.7.2011
- Energieszenarien: Shell sieht Unsicherheit in künftiger Energieversorgung ☛ „Das Angebot wird nur schwer mit der Nachfrage Schritt halten können … Obwohl es in vielen Regionen der Erde noch große Kohlevorkommen gibt, sind dem Wachstum dieses Energieträgers durch Transportprobleme und ökologische Herausforderungen Grenzen gesetzt“; Kohle hat mehr Grenzen als ‚nur‘ Transport und C02 (EG), Shell.de, 15.2.2011 ( )
- W. Pomrehn: Pest oder Cholera? (USA) ☛ „Die USA machen sich abhängig von kanadischem Öl und gefährden auf der Suche nach Erdgas Trinkwasserreservoirs … Während in den USA einerseits neue Anlagen für den Kohleexport gebaut werden, aber andererseits auch der Widerstand gegen das ‚Mountain top removal‘ steigt, wird es im Inland offensichtlich immer schwieriger, neue Kohlekraftwerke zu bauen“, Telepolis, 9.2.2011
- J. Wille: Wie gefährlich ist CO2-Endlagerung? ☛ „Nächste Woche nimmt das Kabinett einen neuen Anlauf für ein CCS-Gesetz. Damit sollen die Voraussetzungen für CO2-Speicher geschaffen und nebenbei die Kohleenergie vom Image des Klimakillers befreit werden. Ein Fall aus Kanada aber beunruhigt Klimaschützer … in der Nähe des Weyburn-Ölfelds des Konzerns Cenovus an der Grenze zwischen Kanada und den USA, wo seit 2000 das weltgrößte Experiment zur unterirdischen Speicherung des Klimagases Kohlendioxid läuft“, FR, 21.1.2011
- D. Eckert: Kohle ist der heimliche Rohstoff-Star ☛ „Anleger profitieren davon mit Minenaktien … Aktuell befinden sich in China Kohlekraftwerke mit einer Kapazität von 76 Gigawatt im Bau … Auch Indien lechzt nach dem schwarzen Gold. Bis 2015 sollen dort Kapazitäten für 82 Gigawatt errichtet werden“; Börsenprofite statt Zivilisations- und Lebensgrundlagenbewahrung (EG), Welt, 11.1.2011
- M. Dalan: Flut in Australien lässt Kohlepreis explodieren ☛ „In den Überschwemmungsgebieten steht die Förderung für Wochen still - Die Folgen spürt auch die Stahlindustrie … Preis für das ‚schwarze Gold‘ wird in den kommenden Monaten deutlich ansteigen - ebenso wie die Preise für Stahl“, Welt, 7.1.2011
2010:
- Goffart/Fockenbrock/u.a.: Die blockierte Republik ☛ „Denn überall im Lande stehen derzeit die Bagger still: Ob das Kohlekraftwerk Datteln, die Einlagerung von CO2… Datteln ist überall: Vattenfall musste sein Milliardenprojekt in Hamburg-Moorburg abspecken. Auch RWE ist vorsichtig geworden. Der Konzern will kein weiteres Kohlekraftwerk in Deutschland mehr bauen - wegen der ständigen Proteste. Auch der dänische Versorger Dong gab in Mecklenburg-Vorpommern nach Protesten den Bau von zwei 800 Megawatt starken Kohleblöcken mit einem Investitionsvolumen von 2,3 Mrd. Euro entnervt auf“; Sinnvolles Bremsen für heraufziehende globale Exportkohlen-Verknappung (EG), Handelsblatt, 4.10.2010
- P. Reis: World's 'Peak Coal' Moment Has Arrived - Study ☛ „Is the world about to begin running out of coal? … Bottom line, say the paper’s co-authors, Tadeusz Patzek, a University of Texas engineering professor, and Greg Croft, a St. Mary’s College of California earth science professor, is that the 7 billion tons of coal the world is now mining and burning each year is about the best it can do“, NYT, 29.09.2010
- K. Davie: SA is nearing peak coal, say scientists (Südafrika) ☛ „South Africa has more coal than it can ever burn, right? If you think this, as many of us do, think again“, Mail & Guardian online, 25.9.2010
- W. Pomrehn: Knapp an Kohle ☛ „US-Wissenschaftler warnen davor, daß die Förderung schon bald nicht mehr gesteigert werden kann. Eine drastische Verteuerung wäre die Folge … Letzter Krümel rausgekratzt“, junge Welt, 13.9.2010
- A. Diener: Das Gegenteil von Landschaft - Braunkohletagebau ☛ „Noch bis ins Jahr 2045 dürfen die riesigen Schaufelradbagger im Revier Garzweiler II die Landschaft wegfressen - ganze Dörfer müssen ihnen weichen. Doch jetzt steht die alte Technologie dem neuen Energiezeitalter im Weg … In die Grube Hambach passt der Chiemsee zweimal hinein“; Welche umfassenden deutschen Siedlungsinfrastrukturen liegen denn eigentlich über all den gigantischen deutschen Kohlen-Vorräten? Tabu! (EG), FAZ, 12.9.2010
- M. Inman: Mining the Truth on Coal Supplies ☛ „A view that the world’s leading electricity fuel—and major contributor to climate change—is running out … Most estimates are that the world has abundant coal reserves … But a new analysis that takes into account coal quality concludes that supplies may not be as ample as widely thought“, National Geographic, 8.9.2010
- N. Lossau: Braucht Deutschland Strom aus Kohle? (Kemfert-Günther-Interv.) ☛ „Wie wird die Energieversorgung Deutschlands 2050 aussehen? Werden Autos dann noch mit Benzin fahren, welche Rolle werden Kohle, Atomkraft und die erneuerbaren Energien spielen? Experten diskutieren diese Fragen in der neuen WELT-Serie zur Zukunft der Energie. Im ersten Teil geht es um Kohlekraftwerke“, Welt, 3.9.2010
- J. Rochlitz: Brisanter Gigantismus (CCS) ☛ „CCS: Sackgasse des Klimaschutzes – Methode zur Versenkung von Steuergeldern“, junge Welt, 27.8.2010
- D. Roberts: What if there’s much less coal than we think? A Fit of Peak ☛ „The prevailing conventional wisdom is that the U.S. has a ‚200-year supply‘ of coal – sometimes jacked up to ‚400-year‘ by industry enthusiasts … But what if we’re overestimating the amount of coal left? What if it’s actually going to get scarce and expensive in the near- to mid-term?“, grist.org, 18.8.2010
- B. Janzing: Unterirdische Pläne - Speicherung von Kohlendioxid ☛ „Unterdessen ist noch völlig offen, ob die CO2-Abtrennung jemals zu mehr taugt als zum Marketing für die Kohle. Denn neben aller Sicherheitsbedenken wird durch den aufwändigen Prozess das Problem begrenzter Rohstoffe noch verschärft. Schließlich verringert sich der Wirkungsgrad der Kraftwerke durch die CO2-Abtrennung enorm - der Bedarf an Kohle für die gleiche Stromausbeute steigt je nach Technik um 25 bis 50 Prozent“, taz, 15.7.2010
- W. Pomrehn: Der Planet und die Chemotherapie ☛ „Debatte um großtechnologische Eingriffe in das Erdsystem … Und Industrielobbyisten springen auf den Zug auf und fordern nun vermeintlich einfache Lösungen für ein Problem, dessen Existenz sie gleichzeitig leugnen“, in: politische ökologie 120, 7.2010
- D.Roth: The Key to Fixing Global Warming? China ☛ „Chu’s philosophy can, of course, irritate environmentalists … Chu has called coal his ‚worst nightmare‘. But the energy secretary also knows the big countries won’t abandon it. So he has turned his attention to what’s called clean coal. The theory: After the rocks are heated, the CO2 would be pumped deep underground instead of into the atmosphere … ‚This is where Chu is a failure‘, Biggers says. ‚He can’t look anyone straight in the face and say that within 10 years we’ll be able to capture carbon emissions‘“, Wired.com, 19.4.2010
- B. Janzing: Arroganz gegenüber dem Recht (Datteln) ☛ „Umweltgesetze macht man alleine aus Imagegründen, keinesfalls dürfen sie wirksam werden. Passiert es trotzdem, dass ein Umweltgesetz plötzlich Wirkung zeigt, wird es nachträglich so weit gestutzt, bis seine gewollte Nichtwirkung wiederhergestellt ist“, TAZ, 17.3.2010
- D. Jensen: Hamburgs Zitterpartie ☛ „Um 80 Prozent will die Hansestadt ihren Kohlendioxid-Ausstoß bis zur Jahrhundertmitte verringen. Damit hat sie sich als künftige Umwelthauptstadt qualifiziert. Dennoch lässt der Senat Bäume für ein Kohlekraftwerk fällen“, neue energie, S.114-117, 3/2010
D. Lingenhöhl: Wie lange reicht die Kohle? ☛ „Braun- und Steinkohle gehören zu den wichtigsten Energieträgern. Und doch könnten die nutzbaren Lager früher erschöpft sein als gedacht, warnen manche Experten … Bis 2020 möchte das Reich der Mitte deshalb mehr als 400 große Kohlekraftwerke mit jeweils 1000 Megawatt Leistung errichten“; Und auch die USA wollen Nettoimporteur werden!(EG), Handelsblatt.com/Zeit Online/spektrumdirekt.de, 9.2.2010 ( , )
- Tech Talk: Burning Coal in Place, or Underground Coal Gasification (UCG) ☛ „Although as I mentioned from the work done in the US, getting that initial connection may be rather difficult, and long-term control of fire location gets to be rather tricky“, The Oil Drum, 31.1.2010
- RWE-Chef im Interview: "Wir werden die Kernenergie noch lange brauchen" ☛ „Für die Endlagerung gibt es technisch funktionierende Konzepte … Kernenergie und Kohle sind die Leistungsträger, die die Finanzierung der Erneuerbaren erst ermöglichen … CCS ist eine sichere Technologie“; Steinkohle- und Uranenergie sind endlich, in Deutschland zu 65 bzw. 100 Prozent importabhängig und damit ein anschwellendes Kosten- und Importabhängigkeitsrisiko (EG), Spiegel, 28.1.2010
- M. Odenwald: Die Kohledämmerung ☛ „Für das globale Wirtschaftswachstum muss bis 2030 über 70 Prozent mehr Kohle abgebaut werden. Bis dahin aber, warnen Experten, ist das Fördermaximum längst überschritten“, Focus, 15.1.2010
- B. Janzing: Tiefgründige Schwierigkeiten (Geothermie) ☛ „Auch ein politisch wichtiges Thema wurde erörtert: die Konkurrenz von Tiefengeothermie und CO2-Deponierung im Untergrund, genannt CCS … Es gebe sowohl eine Konkurrenz um die Räume im Untergrund, als auch um die finanziellen Ressourcen“, neue energie, Nr.1, S.58-61, 1.2010
2009:
- Neuer Gewerkschaftschef: "Der Kohleausstieg ist falsch" ☛ „Der frisch gekürte Chef der Gewerkschaft IG BCE, Michael Vassiliadis, fordert einen neuen Energiekonsens in Deutschland, in dem auch der Bergbau seinen Platz hat. Er warnt davor, die Kohle zu verteufeln … Derzeit reden wir noch über staatliche Beihilfen von knapp 1,4 Milliarden Euro pro Jahr. Das ist ein Bruchteil dessen, was die Regierung zur Rettung maroder Banken aufbringt“, Westdeutsche Allg. Zeitung, 14.10.2009
- M. Jäger: Kohle an Bord ☛ „Der Unionsministerpräsident hatte freilich sein Konzept: Mehr Autoindustrie soll die Ausfälle beim Bergbau ersetzen. Ausgerechnet. Auch in Lothringen war der Strukturwandel nicht zuletzt ein Wandel zum Auto hin. Lothringen ist nicht das Vorbild. Wahr ist aber, dass eine Opposition, die ihren Namen verdient, der Gesellschaft und darunter den Bergleuten Wege zum Strukturwandel aufzeigen muss. Es müsste nur der Wandel zum ökologischen Umbau sein, statt zum Auto“, der Freitag, 8.10.2009
BMWi: Energierohstoffe 2009 - Zuwachs bei Reserven und Ressourcen ☛ „Kohle ist der Energierohstoff mit der größten geologischen Verfügbarkeit … Dieses ist ausreichend, um den absehbaren Bedarf für viele Jahrzehnte zu decken … Aufgrund des massenhaften Vorkommens und der weltweiten Verbreitung gilt sie als wichtiges Element der Versorgungssicherheit im Energierohstoffsektor … Darüber hinaus könnte Kohle durch die Kohleverflüssigung mögliche künftige Versorgungsengpässe bei Erdöl abmildern“; Unfassbare Desinformationen; extremste Verknappung von möglichen bzw. willigen Exportländern unter allen Energierohstoffen ! (EG), Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Schlaglichter der Wirtschaftspolitik/Monatsbericht September 2009, S.8-13, 1.9.2009 (Bericht ’09: , )
- "Evoniks Lage ist ernst" - Interview RAG-Stiftungs-Chef Wilhelm Bonse-Geuking...über die deutsche Energiepolitik und die hiesige Technikfeindlichkeit ☛ „Und es ist ja auch fast schon eine vaterländische Pflicht, das Auslaufen des Steinkohlenbergbaus und die spätere Finanzierung der Ewigkeitskosten zu organisieren. Um den dafür nötigen Kapitalstock von sieben Milliarden Euro zusammen zu bekommen, müssen wir bis 2018 weitere Anteile von Evonik verkaufen“, Rheinische Post, 17.8.2009
- Energieträger Kohle: Üppig, aber dreckig ☛ „Allerdings gibt es auch Zweifel am offiziellen Bild. So sei die statische Reichweite der Kohle in den vergangenen 20 Jahren von 1000 auf 130 Jahre gesunken, sagt Werner Zittel von der Münchner Beratungsfirma Ludwig-Bölkow-Systemtechnik. Die gesicherten Reserven seien stärker geschrumpft als durch Abbau zu erklären ist; manche Länder hätten ihre Vorräte schlicht abgewertet. Aus vielen Teilen der Welt gebe es Berichte über Lieferengpässe“; Steinkohle-‚Weltmarkt‘ bald kritischer als Erdölmarkt (EG), SZ, 28.7.2009
- C. Geinitz: Bergbausanierung mit Makeln - Braunkohle ☛ „Der verheerende Erdrutsch in Sachsen-Anhalt wirft Schatten auf die erfolgreiche Rekultivierung ostdeutscher Bergbaugebiete. Nach der Wende musste eine Fläche von der Größe des Saarlandes saniert werden. Dabei wurde auch der See angelegt, in den das Erdreich mit Teilen der Siedlung stürzte“, FAZ, 21.7.2009
- T. Seltmann: Auch Kohle wird knapp ☛ „Wer wird denn noch neue Kraftwerke bauen für einen Brennstoff, dessen Verfügbarkeit abnimmt? Die steigenden Preise für Kohle werden dann alle heutigen Planungen und Kalkulationen ad absurdum führen“, Sonne Wind & Wärme, Nr.10/2009, S.10-13, 2.7.2009 ( )
- 200 Year U.S. Coal Supply: The Saudi Arabia of Exaggeration ☛ „Coal industry front groups like the American Coalition for Clean Coal Electricity (ACCCE) are aggressively marketing the abundance of US coal, claiming that, ‚we have enough coal to last the next 200 years‘. Unfortunately for the ACCCE, the latest research shows something very different“, Coal is Dirty.com, 5.2009
- Höök/Aleklett: Historical trends in American coal production and a possible future outlook ☛ International Journal of Coal Geology, Vol.78, I.3, P.201-216, 1.5.2009
- Mohr/Evans: Forecasting Coal Production Until 2100 ☛ „The model indicates that worldwide coal production will peak between 2010 and 2048 on a mass basis and between 2011 and 2047 on an energy basis“, The Oil Drum, 7.4.2009
- B.W. King: How much coal is out there? ☛ “‚Heck, the U.S. is the Saudi Arabia of coal‘ … ‚The U.S. has a 250-year supply of coal‘ … You need to understand that much of the shallow and easily obtained reserves are gone. The only way to get to the remaining coal is through complex stripping operations or deep and expensive shaft mines … Arctic Coal That Cannot Be Mined“, Energy Bulletin, 4.3.2009
- J. Romm: U.S. coal supply may last only 10-20 years ☛ „The National Research Council’s Committee on Coal Research, Technology, and Resource Assessments to Inform Energy Policy wrote … ‚Present estimates of coal reserves are based upon methods that have not been reviewed or revised since their inception in 1974, and many of the input data were compiled in the early 1970s. Recent programs to assess reserves in limited areas using updated methods indicate that only a small fraction of previously estimated reserves are economically recoverable’“, grist.org, 7.1.2009 ( , )
2008:
- M. Davis: Plädoyer der Anklage - Pessimismus des Intellekts ☛ „Die Kohleproduktion hat im letzten Jahrzehnt eine tragische Renaissance erlebt, so dass der Albtraum des 19. Jahrhunderts jetzt auch das 21. Jahrhundert heimsucht … Aber Kohle boomt ebenso in Europa (für die nächsten fünf Jahre sind 50 neue Kohlekraftwerke geplant) und Nordamerika (wo nicht weniger als 200 neue Kraftwerke in Planung sind). In Großbritannien wird es mit Kingsnorth einen Kohlekraftwerk-Riesen geben, dessen jährlicher CO2-Ausstoß die Emissionen von 30 Entwicklungsländern übersteigt. Ein ähnlich tragisches Beispiel ist ein geplantes Mega-Kraftwerk in West Virginia mit einem CO2-Ausstoß, der den Abgasen von einer Million Autos entspricht … In den Vereinigten Staaten hat die jüngste ‚Umweltgesetzgebung‘ der Bush-Regierung nur einen ‚perversen Anreiz‘ für die Energieversorger geschaffen, weitere Kohlekraftwerke zu bauen, in der Annahme, dass die Emissionen dieser Kraftwerke von zukünftigen CO2-Bestimmungen ‚ausgenommen‘ und ihnen freie CO2-Kontingente zugesprochen würde … Gleichzeitig verabschiedete sich die Bush-Regierung in Washington von einer umfangreichen Initiative zur Förderung der Entwicklung im Bereich CO2-Abscheidung“, Telepolis, 11.12.2008
- C. Tenbrok: Im Kohlerausch ☛ „Ausgerechnet die schmutzigste Energie-Ressource erlebt einen ungeahnten Boom. Das muss kein Schaden für das Klima sein – wenn eine neue Technik funktioniert“; Journalistisch gestützte Menschheitsverdummung (EG), Die Zeit, Nr.45, 30.10.2008
- P. Driessen: Die soziale Verantwortung der Kohle ☛ „Mehr auf Kohle als Energieträger zu setzen brächte viele Vorteile - welche oftmals ignoriert werden … Der Rest der Welt setzt voll auf die Kohle“, Readers Edition, 14.9.2008
- Wicks: All is lost on global warming without clean coal ☛ „If we were to have a moratorium on coal-fired stations … we would therefore most likely become more dependent on gas. ‚I don’t want to exaggerate, but gas comes from some fairly unstable parts of the world and some not readily associated with human rights and democracy‘“, The Guardian, 8.8.2008
- W. Pomrehn: Wie lange reicht die Kohle? ☛ „In China ist bald Schluss mit Lustig … Schon in wenigen Jahren wird der Kohlepreis dem des Erdöls nacheifern … Kohle ist wie Öl ein auslaufendes Modell und je länger wegen Atomkraft und anderer Pfeiffenträume mit dem Umstieg gewartet wird, desto schmerzhafter wird der weltwirtschaftliche Strukturwandel ausfallen“, Telepolis, 16.7.2008
- M. Seynsche: Abgesackt - Was bleibt, wenn der Bergbau geht ☛ “ Der Untergrund ist ausgehöhlt wie ein Schweizer Käse, ganze Landstriche sind metertief abgesunken, Flüsse in den entstandenen Mulden gefangen. Immer wieder öffnen sich unvermittelt Löcher im Boden und verschlingen Hausecken, Fahrräder oder ganze Garagen. Was sich anhört wie ein Schauermärchen ist Realität in Nordrhein-Westfalen“, Deutschlandfunk, 13.7.2008
- IEA: Versorgungssicherheit muss wieder auf die Tagesordnung ☛ „Allerdings hat das RWI gleichzeitig festgestellt, dass die globalen Steinkohlereserven sogar noch stärker konzentriert sind als die Reserven an Öl und Gas, denn auf die vier größten Kohleländer (USA, China, Indien und Russland) entfallen knapp drei Viertel aller Reserven“; Quizfrage: wo befinden sich die großen dt. Steinkohlevorräte?(EG), GVSt, 3.6.2008
- D. Strahan: Lump sums ☛ „Oil production may soon ‚peak‘, but what about coal? David Strahan reports on the recent figures that suggest global reserves may not be nearly as plentiful as the industry and governments have led us to believe“, The Guardian, 5.3.2008 ( )
- B. Mackowiak: Warum im Saarland der Boden einbricht - Bergbau ☛ „Erdbeben im Saarland: Stöße der Stärke vier erschütterten kürzlich die Region. Grund waren unterirdische Leerräume, die der Kohlebergbau ausgehöhlt hat. Krachen diese ein, lösen sie ein Erdbeben aus. 50.000 Schächte durchziehen Deutschland. Die Schäden durch unkontrollierte Einstürze gehen in die Millionen“, Welt, 26.2.2008
- "Clean Coal" Technologies ☛ „However, burning coal produces about 9 billion tonnes of carbon dioxide each year which is released to the atmosphere, about 70% of this being from power generation. Other estimates put carbon dioxide emissions from power generation at one third of the world total of over 25 billion tonnes of CO2 emissions … The greatest challenge is bringing the cost of this down sufficiently for ‚clean coal‘ to compete with nuclear power on the basis of near-zero emissions for base-load power“, World Nuclear Association, 2.2008
- K. Cobb: The Coal Question Revisited ☛ „Many people believe the world has enough coal to last hundreds of years. Recent assessments now suggest that coal production could actually start to decline as early as 2025“, scitizen.com, 17.1.2008
2007:

W. Zittel: Der Kohlesommer 2007 - Ein Situationsbericht ☛ „Diese Zusammenstellung der Pressemeldungen aus verschiedenen Regionen zeigt auf, dass Knappheiten sehr schnell manifest werden können“; Der-5-Kohlexportländer-Flaschenhals (EG), ASPO Deutschland, 7.2007
- EU-JRC-Studie: Angebotsperspektiven des Kohleweltmarkts unsicher ☛ „Das Energie-Institut des Joint Research Center (JRC) der EU-Kommission hat eine wissenschaftliche Studie „The Future of Coal“ vorgelegt, die aus europäischer Perspektive ernsthafte Probleme für die künftige Kohleversorgung vom Weltmarkt voraussieht“, innovations report.de, 14.6.2007
- EU-JRC-Studie: Angebotsperspektiven des Kohleweltmarkts unsicher ☛ „Steigende Weltmarktpreise für Kohle und Erschöpfung der globalen Angebotsbasis“, GVSt, 6.2007
- R. Heinberg: Peak coal - sooner than you think ☛ „A wake-up call on coal“, Energy Bulletin, 21.5.2007
Engpässe am internationalen Kraftwerkskohlenmarkt stehen kurz bevor ☛ „Bei den internationalen Kesselkohlenexporten dominiert inzwischen Indonesien mit 26% vor Australien (20%). Insgesamt stammen 81% des weltweiten Kesselkohlenexportangebots aus lediglich einer Handvoll Länder. Praktisch das gesamte Weltmarktangebot kommt aus nur acht Ländern“, GVSt, 5.2007
- Kohlekraft? Nein Danke! ☛ „Anfang März haben die potenziellen Betreiber der Bundesnetzagentur allein 39 neue Steinkohle-Kraftwerke mit einer Leistung von etwa 40.000 MW, dazu sechs Braunkohle-Öfen und 22 Gaskraftwerke angekündigt. Planungshorizont: bis 2018“, neue energie, 5.2007
- Kohleressourcen und -Förderung weltweit ☛ „Als zweitgrößter Produzent der Welt hat die USA ihr Fördermaximum bei der Produktion hochwertiger Kohle bereits 1990 erreicht … Zieht man andererseits den niedrigeren Energiegehalt von Hartbraunkohle in Betracht, so hat die US Kohleförderung ihr Fördermaximum bereits vor 5 Jahren erreicht“, ASPO Deutschland, 16.4.2007
- Peak Coal - Coming Soon? ☛ „Reserves - China - USA - Global Picture“, The Oil Drum Europe, 5.4.2007
2006:
- Anzeichen für Engpässe auch am Steinkohlenweltmarkt ☛ „In der kohlepolitischen Debatte wird häufig behauptet, Kohle gebe es auf der Welt überall oder sie sei jedenfalls ‚geostrategisch günstiger verteilt‘ als Erdöl und -gas … Ohnehin außerordentlich hoch und - entgegen weit verbreiteten Behauptungen höher noch als bei Erdöl und Erdgas ist die Konzentration der weltweiten Förderung, der Reserven und Ressourcen an Steinkohle in einigen wenigen Ländern“, GVSt, 10.2006
- Lindner/Niemann: Was bringt das „CO2-freie Kohlekraftwerk“? ☛ „Die Sicherstellung des CO2-Endlagers ohne Leck für ewige Zeiten ist hingegen ein Unding. Es macht keinen Sinn, die durch höheren Druck und höhere Temperatur in der Vergangenheit erreichten Wirkungsgradverbesserungen von Kohlekraftwerken durch die ‚CO2-Philosophie‘ wieder zu vernichten. Das ist eine Verschwendung von Energie und widerspricht dem Ziel der Nachhaltigkeit bei der Nutzung des fossilen Rohstoffs Kohle. Braunkohle ist unser wichtigster heimischer Energierohstoff, der auch noch über viele Jahre verfügbar ist. Statt die Utopie eines so genannten CO2-freien Kraftwerkes weiter zu verfolgen, sollte die CO2-Emission der Kohlekraftwerke durch neue, tatsächlich CO2-freie Kernkraftwerke kompensiert werden. Diesen Pakt ‚Kohle und Kernenergie‘ hatten wir schon früher. Er sollte neu belebt werden“, novo-magazin.de, Heft 84, 09/10.2006
- Der Wettlauf um die Rohstoffe ist in vollem Gange ☛ Zur Steinkohle: „Wie naiv oder ignorant muss man denn sein, um zu glauben, dass eine 100-prozentige Importabhängigkeit bei den Entwicklungen an den Welt-Rohstoffmärkten, den wachsenden Verteilungskämpfen, keine zusätzlichen Versorgungsrisiken und -gefahren bedeutet? Bei der Kokskohle haben wir Preisexplosionen und Lieferengpässe doch gerade erst erlebt“, Prof. F.-J. Wodopia, GVSt, Folio, 8.2006 ( )
- Drohen jetzt auch Engpässe am internationalen Kraftwerkskohlenmarkt? ☛ „Die Angebotskapazitäten werden demnach in 2008 zu 100% ausgelastet sein und die bequeme Lücke zwischen Angebot und Nachfrage der zurückliegenden Jahre würde sich in Nichts auflösen … Absehbar sei daher auf den internationalen Kraftwerkskohlenmärkten eine „prekäre Lage“, die einen erneuten Anstieg der Weltmarktpreise nach sich ziehen dürfte und voraussichtlich auch Engpässe im internationalen Handel hervorruft“, GVSt, 5.2006
- Neue Bewertung der Kohle in der EU - Nachholbedarf für deutsche Energiepolitik? ☛ Frühjahrsgipfel des Europäischen Rates in Brüssel am 23./24.3.2006: „Die anhaltend schwierige Situation auf den Öl- und Gasmärkten, die zunehmende Abhängigkeit von Importen und die bislang noch begrenzte Diversifizierung, hohe und stark schwankende Energiepreise, die weltweit zunehmende Energienachfrage, Sicherheitsrisiken für die Erzeuger- und Transitländer sowie die Transportrouten …“, GVSt, 5.2006
- Engelhard/Jung: Braunkohletagebau hautnah ☛ SFV, Solarbrief Sonderausgabe, 5.2006 (Text/Bilder: )
- T. Appenzeller: The High Cost of Cheap Coal ☛ „Coal is plentiful — and polluting. Can an energy-hungry world afford to wait for this fuel to clean up?“, National Geographic, 3.2006 ( )
2005:
- Kohle bleibt der wichtigste Bodenschatz ☛ „Doch seien in den nächsten Jahren Engpässe schon allein durch begrenzte Hafenumschlags- und Seefrachtkapazitäten absehbar … Erforderlich seien ebenso die ‚technische Verfügbarkeit‘ (ausreichende Förder- und Verarbeitungskapazität), die ‚Verfügbarkeit von Transportmitteln‘ (u. a. ausreichende Übersee-Fracht- und Umschlagkapazitäten) und auch eine ‚politische Verfügbarkeit‘“, GVSt, 12.2005
- Mix von heimischer Steinkohle und Importkohle dauerhaft notwendig ☛ „Auch die regionale Angebotskonzentration am Kohleweltmarkt ist beträchtlich. Bei Kraftwerkskohle kommen kommen über 80 % der Exporte aus nur fünf Ländern … Von den Steinkohlenimporten nach Deutschland entfallen 75 % auf nur fünf Länder, wobei die Einfuhren aus Polen inzwischen rückläufig sind“, GVSt, 3.2005
2004:
- D. Ivanovich: Turning coal waste into light ☛ „For decades, mine operators dumped boney, the name apparently came from the British ‚bone coal‘ for coal mixed with ash, because their customers didn’t want a product with such poor energy content … When fully operational, the plant will use 3.5 million tons of coal waste a year … To supply the plant with coal waste and limestone, some 720 trucks are slated to run in and out every day. Unsurprisingly, local residents are concerned about truck traffic“, Energy Bulletin, 8.10.2004
- Bergbau: „Nach uns die Sintflut“ ☛ „Auf den Rheinberger Annaberg haben sich bei Gefahr seit Jahrhunderten die Menschen am Niederrhein mit ihrem Hab und Gut geflüchtet: Die kleine Anhöhe war weit und breit der einzige Schutz vor dem Hochwasser des Rheins. Wenn in einigen Jahren, wie man Karten des Bergbaus entnehmen kann, der Hügel um fast zwei Geschosshöhen in den Boden gesunken ist, wird der Annaberg als Zufluchtsort Geschichte sein“, Spiegel, Nr.7/2004, 9.2.2004 ( )
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