Energie allgemein
Intro:
- Die Sonne ☛ „Hauptquelle aller Energie auf der Erde“, Wiki
- Das System GeoBioSphäre ☛ Jürgen Schneider
- Biocomplexity spiral ☛ Wiki ( )
- 400 000 Jahre Technikgeschichte ☛ M.-L. ten Horn-van Nispen ( )
- Umwelt im ökonomischen Denken ☛ Cortekar/Jasper/Sundmacher
- Ursprünge der Zukunft ☛ K.H. Metz
- Die Entropie-Spirale ☛ Jürgen Schneider
- Die Zivilisations-Maschine ☛ Jürgen Schneider
- Süchtig nach Energie ☛ wir alle (EG), Pilny/Reid
- Over ☛ Alex S. MacLean
- Die Zukunft verfeuert? ☛ Stephanie Raute
- Energy Crossroads - A Burning Need To Change Course ☛ Energyxroads.com
- Sun 1913 - What happend to the No1 Sun Engine? ☛ Hemauer & Keller
- A Road Not Taken ☛ Hemauer & Keller
- Why Your World is About to Get a Whole Lot Smaller ☛ Jeff Rubin ( )
- Energiemangel als Antrieb der Menschheitsgeschichte ☛ Dietrich Droste
Zitate:
I:
- Energie ☛ Wikiquote (engl.: )
- Energy Quotes ☛ BetterWorld.Net
II:
Hier strotzt die Backe voller Saft, da hängt die Hand, gefüllt mit Kraft. Die Kraft, infolge der Erregung, verwandelt sich in Schwingbewegung. Bewegung, die in schnellem Blitze zur Backe eilt, wird hier zur Hitze. Ohrfeige heißt diese Handlung, der Forscher nennt es Kraftumwandlung. (Wilhelm Busch)
In der Küche ist es kalt, ist jetzt strenger Winter halt. Mütterchen steht nich am Herd und mich fröstelt wie ein Pferd. (Ernst Jandl)
Vor der Erleuchtung Holz hacken. Nach der Erleuchtung Holz hacken. (Aus dem ZEN-Buddhismus)
Eine Mühle kann nicht mit Wasser von gestern mahlen = A mill cannot grind with the water that is past. (Aus England)
III:
Fire is the basis of all craft. Without it, Man could not persist. (Hesiod, 700 BC, Greek oral poet, he is sometimes identified as the first economist)
Der Mensch bedarf zu seinem Leben Wasser, Feuer, Eisen, Salz, Mehl, Honig, Milch, Wein, Öl und Kleider. (Jesus Sirach 39, 31)
In den mächtigen Walen, die in einem Meer von Wasser schwimmen, schwimmt ein Meer von Öl. (Thomas Fuller, 1608 - 1661)
And was Jerusalem builded here among these dark Satanic Mills? (William Blake, poet, 1804)
Wenn die Erde jenen großen Bestandteil ihrer Annehmlichkeiten verlieren müsste, den sie jetzt Dingen verdankt, die der unbegrenzte Zuwachs an Vermögen und Bevölkerung ihr entziehen würde, nur zu dem Zweck, eine größere, aber nicht bessere oder glücklichere Bevölkerung unterhalten zu können, so hoffe ich von ganzen Herzen um der Nachwelt willen, dass, lange bevor die Notwendigkeit dazu zwingt, man sich mit einem stationären Zustand zufrieden gibt. (John Stuart Mill, Grundsätze der politischen Ökonomie, 1848)
For God’s sake, be economical with your lamps and candles! Not a gallon you burn, but a least one drop of man’s blood was spilled for it. (Herman Melville, Moby-Dick; or, The Whale, 1851)
Es ist eine völlige Gedankenverwirrung anzunehmen, die effiziente Verwendung von Brennstoffen sei gleichbedeutend mit einem reduzierten Verbrauch. Das genaue Gegenteil ist wahr. (William Stanley Jevons, 1865)
It is wholly a confusion of ideas to suppose that the economical use of fuel is equivalent to a diminished consumption. The very contrary is the truth. (William Stanley Jevons, The Coal Question - An Inquiry Concerning the Progress of the Nation and the Probable Exhaustion of our Coal-Mines, 2nd edition, p.123, Macmillan/London, 1866; , , , , , , , )
Now, if the quantity of coal used in a blast-furnace, for instance, be dimished in comparison with the yield, the profits of the trade will increase, new capital will be attracted, the price of pig-iron will fall, but the demand for it increase; and eventually the greater number of furnace will more than make up for the dimished consumption of each. (William Stanley Jevons, The Coal Question - An Inquiry Concerning the Progress of the Nation and the Probable Exhaustion of our Coal-Mines, 2nd edition, p.124-125, Macmillan/London, 1866)
The world is now entering upon the mechanical epoch. There is nothing in the future more sure than the great triumphs which that epoch is to achieve. It has already advanced to some glorius conquests. What miracles of invention now crowd upon us! Look abroad, and contemplate the infinite achievements of the steam power. (Robert H. Thurston, historian, The History of the Growth of the Steam Engine, 1878)
Lebenskampf ist zuallerst ein Wettbewerb um Energie. (Ludwig Boltzmann, 1886)
Indem die Askese aus den Mönchszellen heraus in das Berufsleben übertragen wurde und die innerweltliche Sittlichkeit zu beherrschen begann, half sie mit, jenen mächtigen Kosmos der modernen, an die technischen und ökonomischen Voraussetzungen mechanisch-maschineller Produktion gebundenen Wirtschaftsordnung zu erbauen, der heute den Lebensstil aller Einzelnen, die in dieses Triebwerk hineingeboren werden – nicht nur der direkt ökonomisch Erwerbstätigen – mit überwältigendem Zwang bestimmt und vielleicht bestimmen wird, bis der letzte Zentner fossilen Brennstoffs verglüht ist. (Max Weber, 1864-1920, deutscher Soziologe, Jurist, Nationalökonom und Sozialökonom, Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus, 1905)
The law that entropy always increases, holds, I think, the supreme position among the laws of Nature. … But if your theory is found to be against the second law of thermodynamics, I can give you no hope; there is nothing for it but to collapse in deepest humiliation. (Sir Arthur Eddington, 1882-1944, britischer Astrophysiker, The Nature of the Physical World, 1915)
Oil is probably more important at this moment than anything else. You may have men, munitions, and money, but if you do not have oil, which is today the greatest motive power that you use, all your other advantages would be of comparatively little value.
(Walter Long, 1854-1924, British Unionist politician, House of Commons, October 1917, zit. in: Daniel Yergin, The Prize - The Epic Quest for Oil, Money and Power, 1992)
Öl ist das Blut der Erde, das Blut des Sieges … Deutschland hat sich zu sehr mit seiner Überlegenheit bei Eisen und Kohle gebrüstet, es hat darüber unsere Überlegenheit beim Erdöl vergessen … Wie Öl das Blut des Krieges war, so wird es auch das Blut des Friedens sein. (Henry Bérenger, 1867-1952, frz. Politiker/Botschafter in den USA/erster Vorsitzender des französischen Comité Général du Pétrole/Commissaire général aux Essences et Combustibles 1918-1920, nach Ende des Ersten Weltkriegs)
Wenn irgend etwas, dann bedeutet, praktisch angesehen, Wirtschaft vorsorgliche Wahl zwischen Zwecken, allerdings: orientiert an der Knappheit der Mittel, welche für diese mehreren Zwecke verfügbar oder beschaffbar erscheinen. (Max Weber, Wirtschaft und Gesellschaft, 1921)
Anything as important in industrial life as power deserves more attention than it has yet received by economists … A theory of production that will really explain how wealth is produced must analyze the contribution of this element energy. (F.G. Tryon, 1927)
Große Aufgaben harren der Zukunft: solange nicht unsere Ströme und Wasserläufe ihre Kräfte hergeben, um Licht und Wärme in die Hütten zu senden, um das Land zu bebauen, um zu pflügen und zu dreschen - solange die Kräfteübertragung nicht so weit gefördert ist, daß der Handwerker den Elektromotor als ein vertrautes Werkzeug betrachtet wie Hobel und Feile - solange die elektrische Traktion die Entfernung von Tilsit nach Konstanz nicht in einer halben Tagesreise durchmißt -: solange ist nur ein kleiner Teil der Pflichten erfüllt, die in den nächsten Jahrzehnten der Elektrotechnik obliegen. Denn sie ist berufen, unserer Epoche das Siegel aufzudrücken als dem Zeitalter der Energie. (Walther Rathenau, Elektrische Alchymie, 1928)
Discontent is the first necessity of progress. (Thomas Alva Edison, 1847-1931)
Das ist von den braunen Inseln das Lied, Die Männer sind schlecht und die Weiber sind krank. Und eine Äffin macht dort den Betrieb Und die Felder verdorren im Öl-gestank … Eine Äffin hält dort das Ganze in Schwung … Und das Mannsvolk pariert in Bett und Fabrik … Gehst hin, Freddy? Ich nicht, Teddy, Der Dollar allein macht das Herz nicht froh. Gehst hin, Freddy? Ich nicht, Teddy, Ich wenn Affen sehen will, ich geh in Zoo. (Lion Feuchtwanger, Das Lied von den braunen Inseln, Berlin 1928, )
I’d put my money on solar energy … I hope we don’t have to wait til oil and coal run out before we tackle that. (Thomas Edison, in conversation with Henry Ford and Harvey Firestone, March 1931)
IV:
Wir besitzen etwa 50 % des Reichtums dieser Welt, stellen aber nur 6,3 % seiner Bevölkerung … Unsere eigentliche Aufgabe in der nächsten Zeit besteht darin, eine Form von Beziehungen zu finden, die es uns erlaubt, diese Wohlstandsunterschiede ohne ernsthafte Abstriche an unserer nationalen Sicherheit beizubehalten. Um das zu erreichen, werden wir auf alle Sentimentalitäten und Tagträumereien verzichten müssen. (George F. Kennan, 1904-2005, Chefplaner im US-Außenministerium, 1948, )
Wenn alle anderen Faktoren konstant bleiben, entwickelt sich eine Kultur in dem Maße, wie die pro Kopf und Jahr verfügbare Energiemenge erhöht wird oder sich die Effizienz der Instrumente, mit denen dieser Energie nutzbar gemacht wird, vergrößert. Es lässt sich nun von diesem Standpunkt aus eine Geschichte der kulturellen Entwicklung nachzeichnen. (Leslie White, 1949)
And it was the amount of energy a single human could produce that dictated military potential, standard of living, happiness, and all besides. (Isaac Asimov, 1920-1992, russisch-amerikanischer Biochemiker/Sachbuchautor/Science-Fiction-Schriftsteller, The Naked Sun, 1956)
Es liegt auf der Hand, dass das weitere Schicksal der Weltbevölkerung im Guten wie im Schlechten unauflöslich mit dem Gebrauch verbunden ist, die diese von ihren Energievorräten macht. (M. King Hubbert, 1969)
Es gibt keinen Ersatz für Energie. Das gesamte Gebäude der modernen Gesellschaft baut darauf auf … Es ist nicht »irgendeine dieser Waren und Güter«, sondern Vorbedingung all dieser Güter, ein grundlegender Faktor wie Luft, Wasser und Erde. (E.F. Schuhmacher, 1973)
Der entscheidende Fehler der traditionellen Ökonomie (liberaler und sozialistischer Prägung!) ist die Ausserachtlassung der Energie als Produktionsfaktor. (Hans C. Binswanger/Elmar Ledergeber, Bremsung des Energiezuwachses als Mittel der Wachstumskontrolle, in: J.Wolff (Hg.), Wirtschaftspolitik in der Umweltkrise, 1974)
Wenn die Knappheit der Produktionsmittel, die für die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse eingesetzt werden können, als das zentrale ökonomische Problem bezeichnet wird, so ist damit nichts anderes gemeint, als die simple Tatsache, daß wir nicht in einem Schlaraffenland leben. (Egon Sohmen, Allokationstheorie und Wirtschaftspolitik, 1976)
Wir müssen uns darauf vorbereiten, unsere gegenwärtige Lebensweise zu ändern. Dieser Wandel wird entweder geplant von uns selbst durchgeführt werden, oder er wird uns von den unerbittlichen Naturgesetzen, begleitet von Chaos und Leid, aufgezwungen werden. (Jimmy Carter, 1976)
We have only two modes — complacency and panic. (James R. Schlesinger, first us-energy secretary, on the country’s approach to energy, 1977)
Im Jahr 1859 entdeckte die Menschheit in ihrem Keller eine riesige Schatzkiste. Es waren Öl und Gas, fantastisch billige und leicht nutzbare Energiequellen. Wir, zumindestens einige von uns, taten das, was jeder tun würde, der in seinem Keller einen Schatz entdeckt - nämlich auf den Putz hauen, und so haben wir dann mit großem Vergnügen diesen Schatz verjubelt. (Kenneth E. Boulding, 1978)
Beleuchtung und Erleuchtung hängen nicht nur sprachlich zusammen. (Hans Platschek, Aufklärung und Elektrizität, Die Zeit, 5.10.1984)
Unsere tägliche Energie gib uns heute … Moderne Gesellschaften sind von Energie so abhängig wie der Mensch als biologisches Wesen vom Brot. (Bernward Joerges, Unsere tägliche Energie… Zum ‚sozialen‘ und ‚technischen‘ Umgang mit Energie, 1985)
Wir fanden vom Menschen geschaffene Strukturen wie Kanäle, Stauseen oder die Kondensstreifen der Flugzeuge wieder … Nachts grüßten uns die Großstädte der Welt mit Myriaden von Lichtern … Doch wir sahen auch die hellen Flammen über den Erdölfeldern des Mittleren Ostens und entdeckten die industriellen Ballungsräume in Europa, der Sowjetunion, den Vereinigten Staaten von Amerika und in Asien. Dort war die Luft von Abgasen, Rauch und Aerosolen weiß getrübt. Seit ich mit eigenen Augen sehen konnte, wie dünn die schützende Lufthülle der Erde ist und wie sehr wir die Atmosphäre stellenweise durch Industrie- und Verkehrsabgase belasten, bin ich besorgt, ob wir die Selbstreinigungskraft der Natur nicht überfordern. (Ulf Merbold, dt. Wissenschaftsastronaut, Columbia-Shuttleflug ab 28.11.1983, in: Frank White, Der Overview Effekt - Wie die Erfahrung des Weltraums das menschliche Wahrnehmen, Denken und Handeln verändert. Die erste interdisziplinäre Auswertung von 20 Jahren Weltraumfahrt, S.9, 1989)
Die Fähigkeit zur Energiebeherrschung, sei es um ein Holzfeuer anzuzünden oder Kraftwerke zu bauen, ist Vorraussetzung jedweder Zivilisation. (Isaac Asimov, 1991)
Giving society cheap, abundant energy would be the equivalent of giving an idiot child a machine gun. (Paul R. Ehrlich, zit. von R. Emmett Tyrrell, in: The American Spectator, 6.9.1992)
Die ‚Effizienzrevolution‘ bleibt richtungsblind, wenn sie nicht von einer ‚Suffizienzrevolution‘ begleitet wird. Eine ‚Ökologie der Mittel‘ muss Hand in Hand mit einer ‚Ökologie der Ziele‘ gehen. Nichts ist schließlich so irrational, als mit einem Höchstmaß an Effizienz in die falsche Richtung zu jagen. (Wolfgang Sachs, Wissenschaftler am Wuppertal Institut, 1993)
V:
Wenn Sonnenstrahlen Kriegswaffen wären, dann hätten wir schon vor Jahrhunderten Sonnenenergie gehabt. (Sir George Porter, 1920-2002, englischer Chemiker, 1967 Nobelpreis für Chemie)
Etwa 1913 begann die große Menschenbefreiung, genauer die Frauenbefreiung mit dem Gaskocher. Das verdanken die Frauen der Technik. (Karl Popper, 1902-94, österreichisch-britischer Philosoph, Alles Leben ist Problemlösen, 1994)
Energy has always been the basis of cultural complexity and it always will be. (Joseph A. Tainter, 1996)
Die fossilen Energieträger machten den Industrialismus und seine Folgen (wie zum Beispiel die Naturwissenschaften, das Verkehrswesen, die moderne Medizin, die Beschäftigungsverhältnisse, das Konsumdenken, den Hochtechnologie-Krieg und die gegenwärtigen politischen Organisationen) zu einem Problemlösungssystem, das mehrere Generationen lang aufrechterhalten werden konnte. (Joseph A. Tainter, 1996)
The Greatest Shortcoming of the Human Race is our Inability to Understand the Exponential Function! (Albert Bartlett, Arithmetic, Population, and Energy, 1998)
Fünfundzwanzig Jahre nach der ersten Energiekrise wissen die meisten Bürger der Industrieländer, dass unsere jetzigen Lebensformen keine Zukunft haben. So geht es nicht weiter, denn wir Reichen im Norden leben erstens zu Lasten der Dritten Welt, besonders indem wir die Klimaänderung verursachen, unter der vor allem die armen Länder im Süden zu leiden haben werden; wir leben außerdem zu Lasten der natürlichen Mitwelt und wir leben schließlich zu Lasten der Nachwelt. (Klaus Michael Meyer-Abich, Die Naturzugehörigkeit des Menschen - Wie wollen wir in Zukunft leben?, 1998)
Gesellschaft bleibt auch als Bereich eigener Art abhängig von Bedingungen, die als materiell-stoffliche sich von kommunikativ-sozialen Prozessen unterscheiden. Daraus folgt: soziale Verhältnisse sind nicht völlig getrennt von den „natürlichen“ Bedingungen ihrer Existenz. (Christoph Görg, Gesellschaftliche Naturverhältnisse, S.19, 1999)
In der vorherrschenden ökonomischen Diskussion über Wachstumsverläufe ist die historische Perspektive…weitgehend abhanden gekommen. (Norbert Reuter, Ökonomik der ‚Langen Frist‘, 2000)
Zwar ist durch die Steigerung der Effizienz der Ressourcenverbrauch pro produzierter Güter- und Dienstleistungseinheit fast durchweg gesunken, der damit verbundene Einspareffekt ist jedoch durch die Zunahme der Produktion und der Nutzung dieser Waren und Dienstleistungen häufig aufgehoben worden. (Umweltbundesamt, Nachhaltige Entwicklung in Deutschland, 2002)
Der Verbrauch von Öl oder Stahl sinkt zwar pro erwirtschaftetem Dollar oder Euro; aber in Litern oder Tonnen gemessen steigt der Verbrauch weiter. (Dennis L. Meadows, in: Fritz Vorholz, „Wir haben 30 Jahre verloren“ - Interview, Die Zeit, Nr.2, 31.12.2003)
The most fundamental attribute of modern society is simply this: ours is a high-energy civilization based largely on combustion of fossil fuels. (Vaclav Smil, Energy at the Crossroad - Global Perspectives and Uncertainties, 2003)
Nichts kann auf der Welt geschehen ohne Energieumwandlung und Entropieproduktion. (Reiner Kümmel, 2003)
Die drei großen Kulturleistungen des Feuers für die frühe Menschheit sind das Kochen, das Heizen und das Leuchten. (Wolfgang Schivelbusch)
Es wurde eine neue Pioniersituation eingeleitet, also eine Phase von sensationellem Wachstum der Wirtschaft und damit verbundenen physischen Parametern wie Bevölkerungszahl, Pro-Kopf-Verbrauch, Stoffdurchsatz und Immissionen in die Umwelt. (Rolf Peter Sieferle über die industrielle Revolution, in: R.P. Sieferle, Der europäische Sonderweg: Ursachen und Faktoren, S.39, 2003)
Collectively, heat engines are the motive force behind our civilization. (David Goodstein, Out of Gas - The End of the Age of Oil, p.88, 2004)
No matter what else happens, this is the century in which we must learn to live without fossil fuels. (David Goodstein, Out of Gas - The End of the Age of Oil, p.37, 2004)
On the other hand, it could just as well be claimed that the texts we investigated always reflected a consciousness of the natural limitations on economic growth. So the Ökonomisierung der Natur consistently contained elements of a sustainable administration of nature’s wealth. (Torsten Meyer/Marcus Popplow, “To employ each of Nature’s products in the most favorable way possible” – Nature as a Commodity in Eighteenth-Century German Economic Discourse, in: Historical Social Research, Vol.29, No.4, p.4-40, 2004)
During the early 1970s, before the oil price hikes by OPEC, the United States largely could pay its oil import bill with grain exports. (Lester Brown, Does Saudi Arabia Have the United States Over a Barrel?, theGlobalist.com, 29.4.2004)
Claudia Kemfert: »Verharrt der Ölpreis länger als sechs Monate auf dem heutigen Niveau um 50 Dollar, dann könnte das die Konjunktur gefährden.« In einer Modellrechnung kommt sie bei einem Ölpreis, der bei 50 Dollar bleibt, auf eine Einbuße beim Wachstum in Europa von bis zu 0,2 Prozentpunkten. Der IWF rechnet vor, dass das globale Wachstum um 0,3 Prozentpunkte geringer ausfällt, wenn der Ölpreis um fünf Dollar für das Fass steigt. (Klaus-Peter Schmid, Die kleine Ölkrise - Der Rohstoff kostet so viel wie nie zuvor – trotzdem schadet das der Wirtschaft kaum, Die Zeit, Nr.43, 14.10.2004)
Und jede Herrschaft braucht Symbole, die von der Kraft und Modernität des Systems künden. In Deutschland waren es die Autobahnen und der Volkswagen. Mussolini ließ Sümpfe trocken legen für neue Siedlungen. Und auch Roosevelt hatte mit der Tennesse Valley Authority ein Projekt, das propagandistisch verwertet wurde: Ein Tal, das durch Staudämme und Elektrifizierung zum Symbol des Fortschritts werden sollte, Symbol auch für die Überlegenheit des Systems. (Georg Gruber, „Entfernte Verwandtschaft“ - Parallelen zwischen Faschismus, Nationalsozialismus und New Deal, Deutschlandradio Kultur, 17.5.2005)
Die Realität ist, dass Europa den eigenen Energiebedarf nicht decken kann und niemals decken können wird. Europa ist ein Teil des globalen Energiemarktes und ist, hinsichtlich eines großen Teils des Tagesenergiebedarfs, von diesem Markt abhängig … Dennoch nehmen die Fördermengen ab. Auch wenn die Produktion in Norwegen weiter ansteigt, war die Erdgasproduktion im niederländischen Groningen 1996 auf dem Höchststand. Die Ölproduktion in Großbritannien war im Jahre 1999 auf dem Höhepunkt und die britische Gasproduktion nimmt jetzt ebenfalls allmählich ab. Als direkte Folge wird Europa im Jahre 2010, so die Prognose der International Energy Agency, etwa 10 Millionen Barrel Erdöl pro Tag und 5 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag an Erdgas importieren. 2020 sollen diese Mengen auf 12 Millionen Barrel per Tag und 7 Millionen Barrel Öläquivalent steigen. Dadurch wird bis 2020 der Ölhandel 80 % der Ölversorgung ausmachen – gegenüber 60 % heute – und 60 % der Gasversorgung gegenüber 40 % heute. (Nick Butler, BP General Vice President Strategy & Policy Development, Rede beim International Institute for Strategic Studies/Genf, 17.9.2005)
Over the past century, world economic development has been fundamentally shaped by the availability of abundant, low-cost oil. Previous energy transitions (wood to coal, coal to oil, etc.) were gradual and evolutionary; oil peaking will be abrupt and revolutionary. The world has never faced a problem like this. Without massive mitigation at least a decade before the fact, the problem will be pervasive and long lasting. (Robert L. Hirsch, The Inevitable Peaking of World Oil Production, in: The Atlantic Council of the USA, Bulletin, Vol.XVI, No.3, 10.2005)
Darstellungen der Geschichte der modernen Welt stellen meist den Aufstieg des Westens - also Europas - als Beginn der Neuzeit heraus. Im Gegensatz dazu schreibt Robert B. Marks erstmals eine Weltgeschichte, in der die außereuropäischen Kontinente – Asien, Afrika und die Neue Welt – die Hauptrolle spielen … Bis 1750/1800 hatten Bevölkerungsentwicklung, Industrie und Agrarproduktion ihren Schwerpunkt in Asien. Die verbreitete Annahme, der Westen genieße einen einzigartigen historischen Vorsprung, der ihm dauerhafte Überlegenheit über andere Kulturen verliehen hätte, entlarvt Robert B. Marks als Mythos des Eurozentrismus. (Cover-Text zu: Robert B. Marks, Die Ursprünge der modernen Welt - Eine globale Weltgeschichte, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2006)
Keeping America competitive requires affordable energy. And here we have a serious problem: America is addicted to oil, which is often imported from unstable parts of the world. The best way to break this addiction is through technology. Since 2001, we have spent nearly $10 billion to develop cleaner, cheaper, and more reliable alternative energy sources – and we are on the threshold of incredible advances … Breakthroughs on this and other new technologies will help us reach another great goal: to replace more than 75 percent of our oil imports from the Middle East by 2025. (Applause.) By applying the talent and technology of America, this country can dramatically improve our environment, move beyond a petroleum-based economy, and make our dependence on Middle Eastern oil a thing of the past. (George W. Bush, State of the Union Address, 31.1.2006; )
The steep ride up the and down the energy curve is the most abnormal thing that has ever happened in human history. Most of human history is a no-growth situation. Our culture is built on growth and that phase of human history is almost over and we are not prepared for it. Our biggest problem is not the end of our resources. That will be gradual. Our biggest problem is a cultural problem. We don’t know how to cope with it. (M. King Hubbert, † 11.10.1989, zit. in: Andi Hazelwood, Tribute for 50th anniversary of M. King Hubbert’s bold prediction of U.S. peak oil production, EROEI.com, 8.3.2006)
Our ignorance is not so vast as our failure to use what we know. We are not starting from zero. We have an enormous amount of existing technical knowledge. It’s just a matter of putting it all together. We still have great flexibility but our maneuverability will diminish with time. (M. King Hubbert, † 11.10.1989, zit. in: Andi Hazelwood, Tribute for 50th anniversary of M. King Hubbert’s bold prediction of U.S. peak oil production, EROEI.com, 8.3.2006)
Die Erde ist kein schneller Ölbrüter, und daher will das Öl mit steigendem Energieaufwand der Erdkruste abgerungen werden - und irgendwann wird das energetisch irrational. Das Ölzeitalter geht zu Ende. Je eher dies akzeptiert wird, umso besser für das notwendige Umsteuern der fossilen Energiesysteme in Richtung erneuerbarer Energien. (Elmar Altvater, Die Erde ist kein schneller Ölbrüter - Zu William Engdahls „Mythen“, der Freitag/freitag.de, 24.3.2006)
Die ganze Welt dürstet derzeit nach Energie. Alle, im Westen wie in Asien, wissen, dass die Ressourcen begrenzt sind und dass der Traum über Pipelines gestört werden kann … Wir brauchen international gültige Regeln für die Nutzung und den Transfer von Ressourcen. Engpässe auszunutzen und Regelverstöße bringen vielleicht kurzfristig Gewinn, aber langfristig profitieren alle von Rechtssicherheit … Einseitige Abhängigkeit schafft Machtungleichgewichte und Missbrauch – dieses Naturgesetz gilt nicht nur im Energiebereich. Nur Diversifikation kann den Missbrauch von Energie als Instrument der Außenpolitik verhindern. (Mihael-Răzvan Ungureanu, Außenminister von Rumänien, Odessa, 6.2006)
Die konventionelle Wirtschaftstheorie beschreibt nur unzureichend die physische Sphäre der Produktion: Dies ist die Botschaft einer wachsenden Zahl von Abhandlungen in der wissenschaftlichen Fachliteratur. Nicht wenige davon betreffen die Rolle der Energie als eigenständiger Produktionsfaktor neben Kapital und Arbeit. (Reiner Kümmel/Jürgen Grahl, Produktionsfaktor Energie - Der stille Riese, in: Energie & Zukunft, 6.2006)
Contrary to conventional wisdom, more efficient use of energy may actually through rebound effects lead to greater instead of lesser total consumption of energy. (Reinhard Madlener/Blake Alcott, Energy Rebound and Economic Growth: A Review of the Main Issues and Research Needs, Proceedings of the 5th International Biennial Workshop “Advances in Energy Studies – Perspectives into Energy Future“, 12-16.9.2006, Porto Venere/Italy)
Die fossilen Brennstoffe sind endlich, bleiben wir von ihnen abhängig, wird es um sie Krieg geben … Ich will mich selbst leiden können. Das ginge nicht, wenn ich wider besseren Wissens schweigen würde“. (Hermann Scheer, in: Wer die Welt retten will, muss nerven, Chrismon, 1.3.2007)
Die Energieknappheit ist ein Notfall … Der Ölpreis kann auf mittlere Frist nur eines tun: noch weiter steigen. Ich erwarte, ich weiß, dass er steigt. Wir müssen die Konsumenten, die Investoren klug machen, dass es diese Gefahr gibt. Weil ansonsten, diese unweigerliche Verteuerung des Rohstoffes uns allen wohl den Hals abschnürt. (Prof. Dr. Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, in: Welt ohne Erdöl, Pro7, Galileo, 19.4.2007)
Historiker, die sich mit seiner Periodisierung beschäftigen, neigen inzwischen verstärkt dazu, das Datum des Ölpreisschocks von 1973 als Zäsur für die Entwicklung der hochindustriellen Länder zu setzen … Dabei handelt es sich um die dritte Industrielle Revolution, an der der Ostblock zerbrochen ist und die der Westen mit unterschiedlichem Erfolg gemeistert hat, obwohl er noch jetzt unter den Folgen wie regionaler Deindustrialisierung und Überdehnung des Sozialstaats leidet. Daraus folgt, dass die neueste Zeitgeschichte als Geschichte der Gegenwart nicht erst mit dem Kollaps des Kommunismus, sondern schon eineinhalb Jahrzehnte vorher mit dem sozio-ökonomischen Strukturwandel einsetzte, der Ost und West vor ähnliche Strukturprobleme stellte, die sich 1989 dramatisch entladen sollten. (Konrad H. Jarausch, Das Ende der Zuversicht - Historische Annäherungen an die 1970er Jahre, 6.2007)
VI:
Renewable Energy Cannot Sustain a Consumer Society. (Ted Trainer, Renewable Energy Cannot Sustain a Consumer Society, 2007)
We face a true planetary emergency. The climate crisis is not a political issue, it is a more and spiritual challenge to all of humanity. (Al Gore, 2007)
„Net energy to fall - society needs to change ‚metrics of success‘ quickly.“ (Zit. in: Nate Hagens, Peak Oil - Believe it or Not?, The Oil Drum.com, 3.11.2007, )
Die Differenz von System und Umwelt heißt immer auch: daß nicht jede Einwirkung des Systems auf seine Umwelt sofort auf das System zurückwirkt. Es gibt mehr oder minder große Zeitdistanzen. So wird zum Beispiel der Abbau erschöpfbarer Ressourcen für das System erst dann relevant, wenn sich der Bestand dem Ende nähert. Zeitliche Verzögerung kann heißen: Akkumulation von Belastungen in der Umwelt für das System, die einmal plötzlich bemerkt und relevant werden. Zeitliche Verzögerung kann aber auch heißen: Gewinn von Anpassungszeit … Zeitgewinn ist vielleicht der formalste und allgemeinste Ausdruck für Systemrationalität. Er enthält aber eben deshalb keinerlei Garantie für die Lösbarkeit der Probleme. (Niklas Luhmann, Ideenevolution, S.223, 2008)
Unsere Gesellschaft ist energiebesoffen - das zeigt jedes Lichtermeer in den Städten nachts um 2 Uhr oder der Blick von einer Autobahnbrücke hinab auf die donnernden Fahrbahnen. (Beat Kappeler, Was eine Stunde Licht wirklich wert ist, in: EnergieZukunft, 2008)
Erneuerbare Energien kosten nicht die Welt ! (Solarenergie-Förderverein e.V., 2008)
Darauf, dass die Bestände an fossilen Kohlenstoffen, die noch in den Lagerstätten schlummern, am Ende viel zu klein sind, als dass bei deren Verwendung Klimaschäden auftreten könnten, darf man nicht hoffen … Von diesem oxydierten Kohlenstoff bleiben kurzfristig 45 %, dauerhaft immerhin noch 25 % in der Atmosphäre. Mehr wird von der Biomasse und den Meeren auch in den nächsten Jahrtausenden nicht absorbiert. Je mehr Kohlenstoff gefördert wird, desto höher ist die Temperatur auf der Erde. (Hans-Werner Sinn, Das grüne Paradoxon, S.397, 2008)
Niemand hat zum Beispiel auch nur die geringste Idee, wie den mit Sicherheit steigenden Energiekosten und den damit verbundenen wirtschaftlichen und sozialen Problemen beizukommen wäre. Der Vertrauensschwund in die Demokratie hat Zukunft. (Harald Welzer, 2008)
Über Effizienz hinaus - Ökoeffizienz scheitert, wenn sie nicht mit Suffizienz verbunden wird. (Gerhard Scherhorn, in: Hartard/Schaffer/Giegrich (Hg.), Ressourceneffizienz im Kontext der Nachhaltigkeitsdebatte, 2008)
Um das Erdgas zu verarbeiten, das in einigen Jahren auch durch die geplante Gazprom-Ostseepipeline auf den deutschen Markt gelangen soll, will Russland offenbar massiv auf Atomenergie setzen … Zur Energieversorgung der Gasbohrinseln setzt Gazprom offenbar auf bislang nicht erprobte schwimmende Atomkraftwerke … Nach diesen Informationen hat der staatliche russische Energiekonzern Gazprom drei schwimmende Atomkraftwerke bestellt. Außerdem soll ein atomgetriebener Eisbrecher in ein Gas- und Ölbohrschiff umgebaut werden … Die AKW-Schiffe stellten ein „erstrangiges Ziel“ für einen Terrorangriff dar. Jeder dieser Reaktoren enthalte 960 Kilogramm waffenfähiges Uran. (Reinhard Wolf, Gazprom setzt auf die Atomenergie: Schwimmendes AKW für die Pipeline, taz.de, 7.1.2008)
The unfortunate truth for British consumers is that we are about to enter a period of much more expensive energy. That’s going to feed back to everyone’s gas and electricity bills. (Mike Tholen, economics director of Oil & Gas UK, zit. in: Price war threat to UK gas supplies, Times Online, 9.3.2008)
Although peak oil production may be near, decline will not be due to resource exhaustion; it will be from contracting demand in the face of excessive prices. (Samuel A. Van Vactor, How Oil from the North went South, United States Association for Energy Economics, Working Paper 08-009, p.43, 7.2008)
It is hard to see how the current global growth rate of 3.7% a year (which means the global economy doubles every 19 years) could be sustained, even if the whole thing were powered by the wind and the sun (= Es ist schwer vorstellbar, wie die derzeitige globale Wachstumsrate von 3,7 Prozent im Jahr (was bedeutet, dass die globale Ökonomie sich alle 19 Jahre verdoppelt) aufrecht erhalten werden könnte, selbst wenn alles durch Wind und Sonne angetrieben wäre). (George Monbiot, This economic panic is pushing the planet right back down the agenda, Guardian.co.uk, 1.7.2008)
Das Zeitalter des billigen Öls endet. Aber war es denn billig? Bis in die Sechzigerjahre zahlte man für ein Barrel Rohöl gerade mal zwei Dollar. Klingt nach „billig“. Aber darüber hinaus zahlte man mit Kriegen, Blut, Abhängigkeit und Krisen. Und sollten wir durch das sorglose Verbrennen fossiler Brennstoffe tatsächlich das globale Klima verändert haben, werden wir nachträglich noch einmal teuer zahlen müssen für das vermeintlich so billige Öl. Jetzt haben wir die Chance, unsere Zivilisation umzurüsten auf wirklich billige Energien – auf solche, deren Einsatz keine Katastrophen für unsere Kinder und Enkel programmiert. Dazu müssen wir Weichen stellen, und wir sollten es jetzt tun. Zu früh ist es nie. Aber wenn wir warten, könnte es eines Tages zu spät sein. (Andreas Eschbach, Am Vorabend unserer Zukunft, adac/politik-poker.de, 2.7.2008)
Hiermit wären wir wieder bei der anfänglich behandelten Spekulationsblase auf dem Warenterminmärkten und der „Blasenkökonomie“. Es handelt sich auch um ein Krisenphänomen der kapitalistischen Produktion. Konfrontiert mit einer in der realen Produktion beständig - aufgrund technischen Fortschritts - sinkenden Profitrate, sucht sich das Kapital scheinbar profitablere Anlagemöglichkeiten bei Spekulationsgeschäften. Doch auf der Börse oder den Warenterminmärkten werden keine neuen Werte erarbeitet, sie können nur anders verteilt werden, so dass auf einen jeden Boom ein Crash folgt. Reichtum und Werte können nur vermittels Produktion erarbeitet werden, durch den Einsatz von Rohstoffen, Arbeit und Energie. Und hier gerät das über uns herrschende Wirtschaftssystem in eine doppelte Krise - aus knappen Rohstoffen und Energieträgern einerseits, wie auch sinkender Profitrate und Massennachfrage andererseits. (Tomasz Konicz, Mit Vollgas gegen die Wand, Telepolis/heise.de, 13.7.2008)
Unsere zentrale Überlebensaufgabe in den vor uns liegenden Dekaden, als Individuen wie auch als Spezies, muss in einem Übergang weg von den Fossilen Brennstoffen liegen – und dies muss so friedlich, gerecht und intelligent wie irgend möglich vonstatten gehen. (Richard Heinberg, zit. in: Tomasz Konicz, Mit Vollgas gegen die Wand, Telepolis/heise.de, 13.7.2008)
Die Globalisierung ist umkehrbar. (Jeff Rubin, Chefökonom der kanadischen Investmentbank CIBC, zit. in: Alexander Jung, Schock und Chance - Die Rekordpreise für Öl, Gas und Strom erschüttern nicht nur die Verbraucher, sondern auch die Wirtschaft, Der Spiegel, Nr.32/2008, S.66-71, 4.8.2008)
Schaffen wir die Energiewende, bevor uns die Luft ausgeht? (Fritz Vorholtz, Auf dem Weg ins Solarzeitalter, Die Zeit, Nr.44, 23.10.2008)
Alles entwickelt sich in Abhängigkeit von der Energie. (Wladimir Putin, zit. in: M. Stürmer, Fieberkurve der Stagnation, Welt Online, 29.10.2008)
Curiously, an over 500% increase in the real price of oil gets virtually ignored as a culprit behind today’s economy, eclipsed by the ongoing crisis in financial markets. Yet the run-up in real oil prices this cycle is over twice the spike in oil prices that occurred during the first or second OPEC oil shock. And those oil shocks produced two of the deepest recessions in the entire post-war period, including the 1980-82 double dip. (Jeff Rubin/Peter Buchanan, What’s the Real Cause of the Global Recession?, CIBC World Markets Inc., StrategEcon, 31.10.2008)
Clean technology will rival the Industrial Revolution and every major technological development since then to become the “Sixth Revolution”, as the world grapples with the threats of peak oil, global warming and the need for energy security, says financial analysis firm Merrill Lynch … Technological Revolutions: First - The Industrial Revolution. Second - The age of steam and railways. Third - The age of steel, electricity and heavy engineering. Fourth - The age of oil, the automobile and mass production. Fifth - The age of information and telecommunications. (World on cusp of clean tech revolution: Merrill Lynch, Canwest News Service/Canada.com, 24.11.2008)
Auf alle Fälle geht eine mehr als 200-jährige Periode des Mehr und des Wachstums zu Ende. Wir stehen an einer grundsätzlichen Wende. Wenn wir diese Wende nicht aktiv gestalten, droht uns Ungemach. Wir haben nur noch sehr wenig Zeit zum Handeln! (Franz Groll, Von der Finanzkrise zur solidarischen Gesellschaft, Vorwort 11.2008)
Die erste und aktuelle Entdeckung dieses Motivs ist für viele von uns mit einem Einschnitt in unserer eigenen Lebenszeit verbunden, sofern sie sich noch an die Energiekrise der frühen 70er Jahre erinnern. Diese Krise hat Geschichte gemacht hat, weil sie an die energetischen Grundlagen der Modernität rührte. Alle Diskussionen, die wir bis heute über Fragen der Urbanität, des neuen Energiemanagements, der intelligenteren Mobilität und dergleichen führen, sind Anschlussdiskussionen, die den Knappheitsschock von damals und die Wiedereinführung des Bewusstseins von endlichen Ressourcen in eine sorglos energieverbrauchende Kultur zur Voraussetzung haben. (Peter Sloterdijk, Stadt-Energetik: Stichworte zur urbanen Verschwendungskultur)
VII:
Each day brings further evidence that the ways we use energy strengthen our adversaries and threaten our planet. (Barack Obama, US-President, 2009)
We must make a greater, more committed push towards energy independence and with it a more secure energy system. (Prof. Stephen Chu, US-Secretary of Energy, 2009)
Transport and energy policies directly affect the lives of each and every person in Europe. Whatever age we are, and whatever activities we undertake, energy services and mobility play a fundamental role in today’s world. (European Commission, Directorate-General Energy and Transport, 2009)
As industrialization spread, oil quickly surpassed coal as the most valuable energy source, and accelerated the jump in human population … The final phase in the fossil-fuel saga is playing out now as the transition from oil to natural gas and lower-qualitiy oil resources accelerates. (David Holmgren, Future Scenarios - How Communities Can Adapt to Peak Oil and Climate Change, S.6/8, 2009)
This decline in net energy yield results in an increasing proportion of society’s real wealth being devoted to the economy, leaving less and less for all other sectors. (David Holmgren, Future Scenarios - How Communities Can Adapt to Peak Oil and Climate Change, S.43, 2009)
Unsere Wirtschaft ist eine Durchflußökonomie, deren Wachstum auf dem Rücken der natürlichen Mitwelt und der künftigen Generationen realisiert wird. Nicht die Befriedigung der Güterversorgung ist das Ziel sondern die Vermehrung des Kapitals. Unser Wirtschaften basiert auf der Ideologie der traditionellen, aber anachronistischen Wachstums-Orientierung. Dieses Wirtschaftsmodell ist ein „fossiles Entwicklungsmodell“, das nicht als zukunftsfähig und nicht als nachhaltig bezeichnet werden kann. (Jürgen Schneider, Umweltgeologe/Universität Göttingen, 2009)
Die Energiekrise kommt wie das Amen im Gebet und sie wird die Finanzkrise völlig in den Schatten stellen. (Hans Kronberger, 2009)
Abhängigkeit ist eine Plage. (Eva Weikert/Marina Zapf, Versorgungsnotstand: Energiedurst macht EU verwundbar, Financial Times Deutschland.de, 6.1.2009)
Heizen mit Holz erinnert an die Situation wie wir sie vor 200 Jahren hatten. Das Resultat damals war: Der Wald verschwand. Nur durch den Siegeszug von Kohle und Öl hat er sich erholt. Wenn heute 80 Millionen Menschen statt wie vor 200 Jahren 20 Millionen wieder auf Holz setzen - und aufgrund des gestiegenen Lebensstandards auch noch den fünf- bis zehnfachen Heizbedarf im Vergleich zu früher haben - muss jedem klar sein: Das kann einfach nicht funktionieren! (Peter Wohlleben, in: Jens Lubbadeh, Folgen des Pellet-Booms: „Der Waldboden blutet aus“, Spiegel Online, 31.1.2009)
Das Steinzeitalter konnten die Menschen dank höherwertiger Rohstoffe und Techniken verlassen. Die menschheitsgeschichtlich kurze Erdölepoche dagegen wird sehr wohl durch den zunehmenden Mangel an Erdöl und gleichwertiger Energieproduktionstechniken enden. (A.Röhrbein, EG, Eigenzitat, 2.2009)
…IEA-Studien belegen jedoch, dass die geförderte Menge Öl bei 580 der 800 größten Ölfeldern der Welt kontinuierlich sinkt. … Die IEA prognostiziert jedoch einen wesentlich höheren globalen Bedarf. Fast die Hälfte des Bedarfs müsste in Zukunft über neu erschlossene Ölfelder gedeckt werden, weil bestehende Reserven nach und nach versiegen. Tanaka ruft deswegen die OECD-Staaten, also 30 westliche Industriestaaten, für die er spricht, zu einer radikalen Wende in der Energiepolitik auf. (Michael Kläsgen, Energieagentur warnt vor Engpass: „Die nächste Ölkrise kommt“, sueddeutsche.de, 27.2.2009)
Eine um die Energie- und Rohstoffverknappung kastrierte Wirtschaftswissenschaft kann keine Überlebenspotenzen für die Gesellschaft zeitigen. (A.Röhrbein, EG, Eigenzitat, 3.2009)
How do we manage the transition to a post-growth, post-fossil fuel, climate-changed world? (Post Carbon Institute, Post Carbon Institute Manifesto: The Time For Change Has Come, 4.3.2009)
VIII:
Wenige Jahre später: Steinzeit. Die globale Beendigung wirtschaftlicher Aktivität. Die Menschen verließen die Städte, Handel und Geldwirtschaft kamen vollständig zum Erliegen. Man lebte in kleinen Verbänden, ernährte sich von der Hand in den Mund und wurde regelmäßig ausgeplündert von herumstreunenden Räuberbanden. Für Jahrhunderte. Abgesehen von der kurzen Zeit des gescheiterten Zivilisationsversuchs unter Karl dem Großen dauerte es über 500 Jahre, bis es im Zuge der Normannischen Staatsgründungen im späten 11. Jahrhundert erstmals wieder zu einer nennenswerten ökonomischen und kulturellen Aktivität in Europa kam; in der arabischen Welt begann der Wiederaufbau schon etwas früher. Ein mit der Antike vergleichbarer Lebensstandard wurde aber erst wieder in der Frühen Neuzeit erreicht, rund 1.000 Jahre nach dem Zusammenbruch. (Ulrich Kühne, Hallo Apokalypse, der Freitag, 5.3.2009)
EU has to import 95% of it’s Transportations Fuel in 2030 in the Business As Usual Scenario ! (Charles Nielsen, Director R&D DONG Energy, Development and supply of services for sustainable Transportation, Berlin, 5.3.2009)
What if the crisis of 2008 represents something much more fundamental than a deep recession? What if it’s telling us that the whole growth model we created over the last 50 years is simply unsustainable economically and ecologically and that 2008 was when we hit the wall — when Mother Nature and the market both said: “No more”. (Thomas Friedman, New York Times, 7.3.2009)
Ich rechne mit Konflikten um fossile Rohstoffe und um fruchtbaren Boden, der für die Nahrungsmittelproduktion taugt. Die Anbauflächen werden immer geringer und die Ölvorräte sinken – das sind sehr konfliktträchtige Bereiche. (Harald Welzer, Interv. in: „Gewaltsame Ressourcenkämpfe sind nicht ausgeschlossen“, Zeit Online, 20.3.2009)
If kindness and comfort are, as I suspect, the results of an energy surplus, then, as the supply contracts, we could be expected to start fighting once again like cats in a sack. (George Monbiot)
Machen wir uns klar, welcher Quantensprung bei Energie- und Ressourcenproduktivität möglich ist. Nehmen wir uns deshalb die nächste industrielle Revolution bewusst vor: diesmal die ökologische industrielle Revolution. Dafür gute Voraussetzungen zu schaffen, verlangt ein intelligentes Zusammenwirken von Markt und Staat. Und die Verbraucher können wach und kritisch sein. Wir brauchen ein gesellschaftliches Klima der Innovationsfreude und ein starkes ökologisches Bewusstsein. Das ist nicht nur eine Aufgabe der Wirtschaft. Es ist eine kulturelle Herausforderung. (Bundespräsident Horst Köhler, Die Glaubwürdigkeit der Freiheit, Berliner Rede, 24.3.2009)
All of a sudden, the globalizing forces of the last three decades will come to a screeching halt. While trade liberalization and technical change have flattened the world, the soaring prices for energy are going to make the world rounder again. And this smaller, rounder world is going to look more like the past than what we are accustomed to expect from the future. (Jeff Rubin, The End of the Barista Economy, University of Toronto Magazine, Spring 2009)
The amount of wealth that an economy can create is limited by the amount of low-entropy energy that it can sustainably suck from its environment — and by the amount of high-entropy effluent from an economy that the environment can sustainably absorb. (Eric Zencey, professor of historical and political studies at Empire State College, Mr. Soddy’s Ecological Economy, The New York Times/NYTimes.com, 11.4.2009)
Knapp 80% aller eingesetzten Rohstoffe werden in Städten verbraucht … Städte, vor allem Großstädte, beziehen ihre Energie noch immer fast vollständig aus der Verbrennung von Gas, Öl und Kohle. Sie schaufeln sich damit ihr eigenes Grab … Genau dieses Problem muss endlich geknackt werden. Erneuerbare Energien und Maßnahmen zur Energieeinsparung sind kein Luxus sondern Überlebensstrategie. (World Future Council (WFC)/Hamburger HafenCity Universität (HCU), Städte noch nicht gerüstet für Klimawandel und Energiewende - Internationale Expertenrunde fordert 100% Erneuerbare Energien für Städte, presseportal.de, 17.4.2009)
Wir stehen an einem kritischen Punkt in der Geschichte der Weltwirtschaft und der Industrie … Grüne Technologien werden in Zukunft immer wichtiger. (Han Seung Soo, Ministerpräsident Südkorea auf der Hannover Messe, 19.4.2009)
Zur fundamentalen Neuausrichtung der Energieversorgung gibt es aus ökonomischer und ökologischer Perspektive keine Alternative. (Klaus Töpfer, World Energy Dialogue/Hannover Messe, 22.4.2009; )
Die jüngste Geschichte mit den Aktien- und Immobilienmärkten zeigt, dass unsere Systeme inhärent instabil sind. Und – auch wenn wir es noch nicht bemerken – unsere Systeme der Energienutzung, unsere Behandlung von landwirtschaftlichen Nutzflächen, unsere Nutzung von Grundwasser sind inhärent instabil. Sie werden uns mit dem gleichen Mechanismen aus Überschuss und Zusammenbruch konfrontieren, dessen Zeuge wir derzeit in den Schuldenmärkten werden. (Dennis Meadows, in: Martin Koelling, „Der Samurai ist schon tot, ohne es zu merken“, Technology Review, 24.4.2009)
Texas, and the world, has no Plan B to address living in a post-peak oil and peak gas world. We’ve not even thought about it … I think we might find that winning World War II was an easier task than what we have ahead of us. (Matthew R. Simmons, Energy industry facing enormous challenges, Fort Worth Business Press, 27.4.2009)
Ein Teil der arktischen Öl- und Gasressourcen werden wohl mit hohem Aufwand ausgebeutet werden, gleichzeitig müssen die Staaten massiv in alternative Energien investieren, damit das Ende des Ölzeitalters nicht schmerzlicher wird als ohnehin zu befürchten ist. (Christoph Seidler, Arktisches Monopoly, Interview, Deutsche Verlags-Anstalt, 2009)
Auch um ein tragfähiges europäisches Energiekonzept muss sich die EU bemühen … Und so wird es wohl dazu kommen, dass nach heutigem Erkenntnisstand in etwa zwei Jahrzehnten die Europäische Union 70 Prozent ihres Energiebedarfs importieren muss: 90 Prozent des Öls, 75 Prozent des Gases und sogar 70 Prozent der Kohle. (Michael Stürmer, Strategische Rolle des Erdgases wächst - Doch die westeuropäischen Vorräte schrumpfen und die Lieferanten werden zunehmend Staatsunternehmen, Welt am Sonntag, 17.5.2009)
Complexity always costs. The more complex a society becomes the more energy it uses. Lessons from history show us that problems arise when a society’s complexity increases beyond its energy resources. (Joseph A. Tainter, zit. in: USU Researcher Featured in June 2 ABC News Special ‚Earth 2100‘, Utah State University Online News, 21.5.2009)
Wir sind dabei, das neoliberale Frivolitätszeitalter in Klammern zu setzen, wir schließen die Tore hinter diesem Zeitalter, in dem die Abschaffung des Realen als erste Tugend gepredigt wurde. Dazu gehörte die Entgrenzung aller Skalen nach oben, die grenzenlose Beschleunigung, die grenzenlose Bereicherung, die grenzenlose Erotisierung, die grenzenlose Aufhebung der Distanzen und der grenzenlose Konsum … Wie man im Rückblick sieht, hat der Neoliberalismus keinen einzigen Denker hervorgebracht, sondern nur Stichwortgeber für einen konfusen vitalistischen Expansionismus. (Peter Sloterdijk, Wir sind Übende, Rheinischer Merkur, 21.5.2009)
The IEA, therefore, encourages world leaders attending the 2009 G8 Summit under the Italien Presidency to push for such action on a globale scale - a Clean Energy New Deal - to exploit the opportunity the financial and economic crisis presents to improve energy efficiency and effect a permanent shift in investment to low-carbon technologies including carbon capture and storage. This must be seen as a long-term commitment that extends well beyond the limited time horizon of the econimic stimulus packages. (International Energy Agency, The Impact of the Financial and Economic Crisis on Global Energy Investment - IEA Background paper for the G8 Energy Ministers‘ Meeting 24-25 May 2009)
The rebound effect is not very welcome to politicians because they have been thinking that energy-efficiency programmes are the answer to climate change. It’s not nearly as good an answer as they thought. Efficiency programmes will have to be ramped up to achieve the same targets. (Terry Barker, Director of the Cambridge Centre for Climate Change Mitigation Research, zit. in: Mark Jansen, Rebound effect will raise fossil fuel use, The Sunday Times/TimesOnline.co.uk, 31.5.2009)
Wir brauchen aber mindestens 25 Jahre, um ein alternatives Energiesystem aufzubauen. Auf globaler Ebene haben wir damit noch nicht einmal angefangen. (Claudia Kemfert, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, in: Nur ein „Super-Kyoto“ kann helfen - Munich Economic Summit, Handelsblatt, 2.6.2009)
Wir müssen zum Beispiel in der Tat umsteigen auf neue, postfossile Energieformen … Das bedeutet, wir brauchen Energie- und Mobilitätssysteme jenseits von Öl und Gas. Es geht nicht mehr länger um Schneller-mehr-lauter-bunter, wenn wir an Innovation denken. (Matthias Horx, „Ich zweifele an der Klima-Katastrophe“, DerWesten.de, 8.6.2009)
Vergangenes Jahr hat der hohe Ölpreis mit dazu beigetragen, dass die globale Wirtschaft in die Rezession gestürzt ist. Die Menschen sprechen über Subprime-Kredite, Hauspreise und die Pleite von Lehman-Brothers als Ursachen, vergessen aber, wie wichtig der Hochstand beim Ölpreis von 145 Dollar pro Barrel Rohöl war. (Nouriel Roubini, in: M.C. Schneider, „Die EZB unterschätzt die Krise“ - Nouriel Roubini im Interview, Handelsblatt.com, 16.6.2009)
Das fossil-nukleare Zeitalter geht schneller zu Ende als gedacht. Die Steinzeit ist bekanntermaßen nicht aus Mangel an Steinen zu Ende gegangen. Nun scheint sich diese schlichte wie beruhigende Erkenntnis für das Kohle-, Öl- und Atomzeitalter zu bestätigen. (Holger Krawinkel, Mehr Optimismus!, Frankfurter Rundschau, 18.6.2009)
Die industrielle Revolution liegt hinter uns, die CO2-Revolution aber steht uns noch bevor … Wir müssen unsere Gesellschaft vollkommen umbauen … Die Märkte können das verkraften … Aber wir können und müssen das schaffen - und wir müssen jetzt damit anfangen. (Lars Josefsson, Chef des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall, in: Vattenfall-Chef gerät in Dilemma, Financial Times Deutschland, 22.6.2009)
Die fossilen Energieressourcen werden derart schnell verbraucht, dass man kein Prophet sein muss, um die nächste Krise - die Energiekrise - vorherzusehen. (Mojib Latif, Nur die Sonne kann unsere Zukunft retten, Spiegel Online, 4.7.2009)
Wenn die Spritpreise weiter steigen und die fossilen Brennstoffe zur Neige gehen, muss man das berücksichtigen. (Akido Toyoda, Chef des weltgrößten Autobauers Toyota, in: „Gewinn ist nicht alles“, S.106-107, stern, Nr.19/2009, 9.7.2009)
Die große Frage ist eigentlich nur, ob die Menschheit den Übergang in ein neues Energiezeitalter ohne massive Einbußen und Konflikte schaffen wird. Die Antwort darauf sollte nicht erst in einigen Jahrzehnten gesucht werden, so wie es viele Industrievertreter gerne hätten. Denn nicht der oft zitierte letzte Tropfen Erdöl wird den Übergang in eine neue Epoche der Menschheitsgeschichte markieren, sondern bereits der Moment, an dem die Erde weniger Öl hergibt, als verbraucht wird. (Patrick Illinger, Erdöl wird knapp - Luxusgut Benzin, sueddeutsche.de, 29.7.2009)
…alle Projekte unter den Aspekten Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit auf den Prüfstand stelle … Premium wird immer stärker auch über Umweltverträglichkeit definiert. Wir wollen hier eine Vorbildrolle einnehmen. (Norbert Reithofer, BMW-Vorstandsvorsitzender, zit. in: BMW steigt aus der Formel 1 aus, FazFinance.net, 29.7.2009)
This article explores these multiple dimensions of carbon democracy, by examining the intersecting histories of coal, oil and democracy in the twentieth century. Following closely the methods by which fossil fuels were produced, distributed and converted into other forms of socio-technical organization, financial circulation and political power, the article traces ways in which the concentration and control of energy flows could open up democratic possibilities or close them down. (Timothy Mitchell, Carbon Democracy, Economy and Society, Vol.38, Issue3, p.399-432, 8.2009)
Vielen Regierungen ist nun mehr und mehr bewusst, dass mindestens die Tage des billigen und einfachen Öls vorbei sind… Hingegen bin ich nicht sehr optimistisch, ob sie sich den Schwierigkeiten bewusst sind, denen wir bei der Ölversorgung gegenüberstehen dürften. (Fatih Birol, in: Steve Connor, Warning: Oil supplies are running out fast - Catastrophic shortfalls threaten economic recovery, says world’s top energy economist, independent.co.uk/The Independet, 3.8.2009; Übers. EG)
Ohne Erdöl steht die Weltwirtschaft still - da ändern auch Sonnenenergie und Kohle nichts. (Werner Grundlehner, Erstickt der steigende Ölpreis den Aufschwung?, 20 Minuten Online/ch, 5.8.2009)
Gerard Kleisterlee zweifelt angesichts hoher Energiepreise am Sinn langer Lieferketten • Elektrokonzern sucht Nähe zu Zulieferern … Kleisterlee sagt, bis zum Gipfel in Kopenhagen müsse die Struktur der Volkswirtschaften auf den Prüfstand kommen. Wirtschaftskrisen seien ein Anlass, sich zu fragen, ob es nicht an der Zeit für grundlegende Änderungen sei. (Richard Milne, Philips-Chef fängt Globalisierung ein, Financial Times Deutschland, S.3, 10.8.2009)
IX:
2008 erwies sich der Ölpreis von 145 $ pro Barrel als Wendepunkt für die Weltwirtschaft, weil er zu negativen Terms of Trade führte und ein Schock für das verfügbaren Einkommen der Ölimporteure war. Treiben Spekulanten den Ölpreis erneut rasch in Richtung 100 $, könnte die Weltwirtschaft einen ähnlichen Schock nicht verkraften. (Nouriel Roubini, Roubini befürchtet zweite Weltrezession, Financial Times Deutschland.de, 25.8.2009)
Die Folgen des Klimawandels, die steigenden Energiepreise sowie eine wachsende Nachfrage nach Energie bei abnehmenden Rohstoffressourcen führen uns eindringlich vor Augen, dass viele Lebensbereiche sich hierauf einstellen müssen und der Umgang mit Energie neu gestaltet werden muss … In diesem Sinne ist die Strategie „weg vom Öl“ ein wichtiges verkehrspolitisches Leitprinzip des BMVBS. (Wolfgang Tiefensee, Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, „Weg vom Öl“ heißt die Devise, in: forum Nachhaltig Wirtschaften, Postfossil mobil - Wie geht’s weiter ohne Öl?, S.14, 04/2009, )
Um die Versorgungssicherheit der Schweiz im 21. Jahrhundert zu erhöhen, müssen die erneuerbaren Energien und die Energieeffizienz deutlich ausgebaut werden. (Daniele Ganser, Peak Oil - Erdöl im Spannungsfeld von Krieg und Frieden, in: v.Rohr/u.a.(Hg.), Energie, S.45-60, vdf Hochschulverlag AG/ETH Zürich, 10.2009)
Without energy, societies collapse. In contemporary, industrialized societies, virtually all energy sources are derived from oil … Thus, the decline of inexpensive oil spells economic disaster for industrialized countries. Demand destruction caused by high energy prices is affecting the entire industrialized world. (Guy R. McPherson, Linking the past with the present: resources, land use, and the collapse of civilizations, Nature Bats Last/Energy Bulletin, 5.10.2009; )
Real economics is the study of how people transform nature to meet their needs. Neoclassical economics is inconsistent with the laws of thermodynamics. (Charles Hall, professor of systems ecology at State University of New York/College of Environmental Science & Forestry, quoted in: Nathanial Gronewold, New School of Thought Brings Energy to ‚the Dismal Science‘, The New York Times/NYTimes.com, 23.10.2009)
Es ist ja inzwischen kein Erkenntnisproblem mehr: Wir müssen weg vom Öl. Wir brauchen einen neuen Antriebsstoff für unsere Volkswirtschaften. Wir müssen hin zu erneuerbaren Energien und zu viel mehr Energie- und Ressourceneffizienz … Dabei müssen wir uns darüber im Klaren sein: Es geht nicht um das Drehen an einigen kleinen Stellschrauben der Energieversorgung, und wir haben auch nicht beliebig Zeit. Es geht um nichts weniger als um die Transformation in eine „postkarbone Gesellschaft“. Das wird für uns alle Veränderung und Umstellung bedeuten. Wir werden neue Gewohnheiten entdecken. (Horst Köhler, „Für eine Kultur der Nachhaltigkeit“ - Grußwort von Bundespräsident Horst Köhler zur Verleihung des Deutschen Umweltpreises, Augsburg, 25.10.2009)
Ich glaube Wasser, Energie und anderes sind Gemeinwohlaufgaben, die zum Kernbereich von Kommunen und Staat gehören. (Norbert Röttgen, Bundesumweltminister/CDU, zit. in: Brückenbauer zu Schwarz-Grün, tagesschau.de, 27.10.2009)
Es gibt eine Verbindung zwischen allen drei Krisen unserer Zeit - der Klimakrise, der Finanzkrise und der Sorge um die nationale Sicherheit. Das Problem ist immer gleich: Wir sind auf absurde Weise abhängig geworden vom Erdöl. Solange wir riesige Summen ausgeben müssen, um ausländisches Öl von Staatsfonds am Persischen Golf zu kaufen, werden die Probleme unseres Handelsdefizits, unserer Sicherheit und des Klimas fortbestehen. (Al Gore, zit. in: Gregor Peter Schmitz/Gabor Steingart/Philip Bethge, „Ich bin sehr optimistisch“, Spiegel, Nr.45/2009, 2.11.2009)
Ohne Maßnahmen wird der weltweite Energieverbrauch bis 2030 um 40 Prozent ansteigen … Dieser starke Nachfrageanstieg dürfte zunehmend Probleme bei der Energieversorgung mit sich bringen … Die IEA fordert daher Änderungen beim Energieverbrauch. Neben alternativen Energiequellen müsste vor allem die Effizienz beim Verbrauch fossiler Energieträger gesteigert werden. (IEA: Ohne Einsparungen droht Energieengpass, Die Presse.com, 10.11.2009)
Erdöl ist der wichtigste Energierohstoff und wird es auch in nächster Zukunft bleiben. Ausgehend vom gegenwärtigen Erschöpfungsgrad der Reserven wird konventionelles Erdöl allerdings in absehbarer Zeit nicht mehr im bisherigen Maße zur Verfügung stehen … Trotz der genannten Faktoren ist vorauszusehen, dass Erdöl in absehbarer Zukunft nicht mehr die zu erwartetende Nachfrage decken kann … Deshalb ist es angesichts der langen Zeiträume, die für eine Umstellung auf dem Energiesektor erforderlich sind, bereits heute notwendig, Alternativen für Erdöl zu etablieren. (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Reserven, Ressourcen und Verfügbarkeit von Energierohstoffen - Kurzstudie 2009, Vorwort u. S.20, 1.12.2009)
Ofgem, the energy regulator, believes that Britain alone will need to spend at least £200bn on reducing its dependence on fossil fuels. (Rowena Mason, IEA: 72p of every pound invested in energy needs to be spent on renewables, Telegraph.co.uk, 14.12.2009)
Und auch Kohlendioxid ist nur eine Chiffre, nämlich für die fossilen Brennstoffe, von denen wir uns verabschieden müssen. Wichtiger vielleicht als der Zirkus von Kopenhagen war eine Meldung der Internationalen Energie-Agentur (IEA) von dieser Woche: In zehn Jahren wird die Ölproduktion ihre Spitze erreicht haben; danach geht es mit den Reserven bergab. Die Abkehr von der Kohlenstoffwirtschaft ist also kein Gutmenschenprogramm, sondern Ausdruck eines gesunden Egoismus. „Global denken, lokal handeln“ war eine Parole der Umweltbewegung, die ein wenig in Vergessenheit geraten ist. Nach Kopenhagen wird sie für Europa wichtig. (Alan Posener, Kopenhagen? Nein danke. Klimaschutz? Ja, bitte!, Welt Online, 20.12.2009)
X:
Das Werk erklärt geschichtlichen „Fortschritt“ aus der Überwindung energetischer Mangellagen davon betroffener Gesellschaften durch jeweils geeignete energetische Innovationen. Dieser neuartige methodische Ansatz ermöglicht eine durchgehend kausale Erklärung historischer Vorgänge und scheint geeignet, der historischen Gesellschaftswissenschaft ein - bislang fehlendes - theoretisches Konzept zu verschaffen. (Dietrich Droste, Energiemangel als Antrieb der Menschheitsgeschichte - Eine energetische Gesellschafts- und Geschichtstheorie, Buchcover, 2010)
Every society clings to a myth by which it lives; ours is the myth of economic growth. For the last five decades the pursuit of growth has been the single most important policy goal across the world. The global economy is almost five times the size it was half a century ago. If it continues to grow at the same rate that it has, the economy will be 80 times that size by the year 2100. This extraordinary ramping up of global economic activity is without historical precedent. It is totally at odds with our scientific knowledge of the finite resource base and the fragile ecology on which we depend for survival. And it has already been (accompanied by the degradation of an estimated 60 percent of the world’secosystems. (Tim Jackson, Prosperity without growth, Reform, 1.2010)
Doch langfristig wird Mobilität nur dann für jeden bezahlbar bleiben, wenn es uns gelingt, unsere Abhängigkeit vom Öl zu reduzieren. Unser heutiger Verbrauch an fossilen Brennstoffen, die immer knapper und damit teurer werden, ist nicht dauerhaft tragbar. Wir müssen neue Wege einschlagen – je früher, umso besser … Jetzt und nicht irgendwann kommt es darauf an, ein neues technologisches Zeitalter einzuläuten. (Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin, Die Abhängigkeit vom Öl muss reduziert werden, Gastkolumne v. 18.12.2009, ADAC Motorwelt, S.20, 1/2010)
Im Juli 2008 hatte die Titanic 2.0 (unser WeltzivilisationsDampfer) nun doch - trotz Vorwarnungen - den Eisberg ‚Erdölverknappung‘ unheilvoll gerammt. Bis heute allerdings hat die Kapitains-Crew weder die Motoren stoppen noch die Alarm-Sirenen läuten lassen. Es wurde lediglich von einem vorüber gehenden, technisch lösbaren Problem gesprochen sowie ein erhöhtes Eisbergrisiko für unsere eigentliche Route angedeutet, weswegen man nun einen leicht südlicheren Kurs Richtung Zielhafen einschlagen wolle. Aus reinen Vorsorgegründen werde man die nächsten Tage aber für alle interessierten Passagiere eine Trockenübung an den Rettungsbooten anbieten. (A.Röhrbein, EG, Eigenzitat, 1.2010)
As the world struggles to recover from the most serious global economic crisis since the Great Depression, we have an unprecedented opportunity to turn away from consumerism. In the end, the human instinct for survival must triumph over the urge to consume at any cost. (Christopher Flavin, Worldwatch Institute President, State of the World 2010: From Madison Avenue to Mad Max?, Worldwatch.org, 12.1.2010)
Die langfristigen Folgen unserer Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und die damit verbundene Umweltverschmutzung werden viel zu wenig beachtet. (Fritjof Capra, Physiker/Systemtheoretiker/Philosoph, zit. in: Guido Kalberer, «Die Katastrophen werden sich häufen und verschlimmern», TagesAnzeiger.ch, 18.1.2010)
Ich sage Ihnen, dass wir uns fest vorgenommen haben: Wir wollen schnellstmöglich in das Zeitalter der regenerativen Energien. (Dr. Angela Merkel, Rede zum NRW-„Wirtschaftsgespräch 2010“, bundesregierung.de, 18.1.2010)
In der Energiewirtschaft hat zweifellos ein tiefgreifender Wandel begonnen. Die Energiewende ist da. Sie ist eine Realität, hinter die niemand mehr zurück kann oder will. (Wulf Bernotat, E.on-Chef, zit. in: Daniel Wetzel, „Die Energiewende ist da“ - Deutsche Top-Manager im Gespräch, Welt Online.de, 18.1.2010)
Ausgangspunkt der Analysen ist die Prognose des HWWI, dass die Preise für Energierohstoffe und insbesondere für Rohöl in den kommenden Jahren und Jahrzehnten deutlich steigen dürften. Sofern nicht der technologische Fortschritt im Verkehrswesen für Abhilfe sorgt, dürften daher auch die Transport- und Handelskosten steigen. Dies hat global und regional bedeutende Auswirkungen auf die geografische Verteilung wirtschaftlicher Aktivitäten und wirkt sich zudem auf lokaler Ebene auf die Stadtentwicklung und das Siedlungsverhalten der Einwohner aus. (Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut, Steigende Energiepreise eröffnen Chancen für Hamburg, Pressemitteilung, 26.1.2010)
Es deutet aber einiges darauf hin, dass sich der Golfstrom abschwächt und es dadurch bei uns bis Mitte des Jahrzehnts so kalte Winter gibt. (Prof. Mojib Latif, Meteorologe und Klimaforscher, zit. in: Erik Trümpler, „Früher waren solche Winter normal“ - Interview Mojib Latif, Hamburger Morgenpost/mopo.de, 30.1.2010)
Zwei Schlüsselereignisse der vergangenen Monate haben das Endspiel des fossilen Zeitalters markiert. Vor 18 Monaten, im Juli 2008, hat der Ölpreis einen Höchststand erreicht: 147 Dollar pro Barrel. In 30 Ländern gab es Brot-Revolten. Die Autoverkaufs-Zahlen stürzten in den Keller. Der ökonomische Motor der industriellen Revolution stotterte und starb schließlich ab. Dann der Kollaps der Finanzmärkte 60 Tage später: das war das Nachbeben. Wir werden eines Tages auf diesen Juli 2008 als wichtigen Moment der Geschichte zurückblicken. Das war der Monat, wo das letzte Kapitel der industriellen Revolution begann. Ich nenne das „Peak-Globalisation“. (Jeremy Rifkin, in: Thomas Seifert, US-Soziologe Rifkin: „Globalisierung von oben gescheitert“, DiePresse.com, 10.2.2010)
Die Importstaaten werden große Probleme bekommen, da sie mit extrem steigenden Preisen zu kämpfen haben werden - und das erhöht den Zwang, sich nach Alternativen umzusehen. Mittlerweile sage ich schon: Jede Investition in fossile Energieträger ist Zeitverschwendung. (Werner Zittel, Ludwig-Bölkow-Stiftung, zit. in: Daniel Lingenhöhl, Wie lange reicht die Kohle noch?, Handelsblatt.com, 9.2.2010)
Revolutionen in der Menschheitsgeschichte verändern das Bewusstsein. Ökonomische Revolutionen finden dann statt, wenn eine Energie-Revolution auf eine Kommunikations-Revolution trifft. (Jeremy Rifkin, in: Thomas Seifert, US-Soziologe Rifkin: „Globalisierung von oben gescheitert“, DiePresse.com, 10.2.2010)
To meet even the conservative growth rates posited in the economics section, global energy production would need to rise by 1.3% per year. By the 2030s, demand is estimated to be nearly 50% greater than today. To meet that demand, even assuming more effective conservation measures, the world would need to add roughly the equivalent of Saudi Arabia’s current energy production every seven years … The key determinant here would be the degree of commitment the United States and others display in addressing the dangerous vulnerabilities the growing energy crisis presents. That production bottleneck apart, the potential sources of future energy supplies nearly all present their own difficulties and vulnerabilities. None of these provide much reason for optimism. (United States Joint Forces Command, the JOE 2010 - Joint Operating Environment, p.24, 3.2010)
We must assume that a satisfactory, sustainable way of life is achievable in the absence of fossil fuels and conventional economic growth, and go about building it. This will be the focus of my work from now on — and it is likely to be the work of the next few generations as well. Call it Transition, call it cultural survival and renewal, call it what you will, it is the only game in town for the foreseeable future. (Richard Heinberg, Life After Growth, Post Carbon Institute, 3.3.2010)
Die aktuelle Wirtschaftskrise hat deutlich die Schwierigkeiten aufgezeigt, die unsere Gesellschaft im rechtzeitigen Erkennen und Abwenden von Risiken hat. Wenn solche Risiken außerhalb unserer alltäglichen Erfahrungen liegen oder uns nicht unmittelbar betreffen hilft es oft auch nichts, wenn sich solche Gefahren mehr oder weniger deutlich ankündigen. … Unsere zivilisatorische Struktur reagiert auf einen Entzug von Energie instabil. (David Korowicz/Feasta & The Risk/Resilience Network, Tipping-Point - Kurzfristige systemische Folgen des Rückgangs der globalen Ölproduktion (Peak Oil), S.3, 15.3.2010)
Wenn wir den Zusammenbruch der Zivilisation verhindern wollen, brauchen wir nichts Geringeres als eine Umwälzung der herrschenden kulturellen Muster. (Erik Assadourian, Co-Direktor des Worldwatch-Instituts, zit. in: Nick Reimer, Studie über Welt-Ressourcen: Konsum jenseits der Kapazitäten, taz.de, 18.3.2010)
Technologien allein können uns nicht retten, sie können nur helfen. (Erik Assadourian, Co-Direktor des Worldwatch-Instituts, zit. in: Ulrike Henning, Wie Konsum nachhaltig werden kann - Neuer Worldwatch-Bericht »Zur Lage der Welt 2010« fordert kulturellen Wandel, Neues Deutschland.de, 20.3.2010)
Passen wir uns heute nicht an die zunehmende Verknappung von Öl an, werden wir morgen umso stärker unter steigenden Preisen leiden. (Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes, zit. in: Roman Heflik, Streit um höhere Spritpreise - Umweltbundesamt gibt Köhler Recht, Stern.de, 22.3.2010)
Wir müssen jetzt den Paradigmenwechsel hin zu einer Wirtschaftsweise einleiten, die unser Planet verkraftet und die letztlich auch mehr Sinn stiftet. Der Befund ist doch eindeutig: Die Rohstoffe werden knapper, die Energie wird knapper, die Umweltschäden werden größer. Für mich gibt es keinen Zweifel: Die Nation, die sich am schnellsten, am intelligentesten auf diese Situation einstellt, wird Arbeitsplätze und Wohlstand schaffen. (Horst Köhler, Bundespräsident, in: Rainer Pörtner/Frank Thewes, Köhler rechnet ab - „Wir müssen uns eigentlich vor unseren Kindern schämen“, Focus, Nr.12/10, S.18-26, 22.3.2010)
Ganz unabhängig von solchen Spekulationsgeschäften werden fossile Brennstoffe, insbesondere Benzin, mittelfristig teurer. In einigen Jahren wird die Nachfrage nach Öl stärker ansteigen als die Ölförderung. Umso wichtiger ist es, eine ausreichende Versorgung der EU-Mitgliedsländer mit Energie, insbesondere mit erneuerbaren Energien und durch Effizienzsteigerung, sicherzustellen. (Günther Oettinger, CDU, EU-Kommissar für Energie, Beim Benzinpreis ist die Schmerzgrenze erreicht, Bild.de, 4.4.2010)
Die globale Nachfrage nach Öl zieht in diesem Jahr an. Parallel dazu werden die Reservekapazitäten der OPEC-Staaten schrumpfen. Ein nennenswerter Ausbau des fossilen Rohölangebotes ist unwahrscheinlich, da neue Felder auf mittlere Sicht bestenfalls mit der Erschöpfung alter Felder Schritt halten können. Eine mittelfristige Angebotsverknappung erscheint unausweichlich und wird nur noch von wenigen Experten in Frage gestellt. Der Umbau der Energieversorgung läuft im Moment zu langsam, um dieses Problem rechtzeitig durch Peak Demand, also eine global schrumpfende Ölnachfrage, entschärfen zu können. Gleichzeitig versorgen die Zentralbanken der Industrieländer die Finanzmärkte weiter mit Liquidität, um das Zinsniveau aus konjunkturpolitischen Gründen niedrig zu halten. Eine sich anbahnende physische Verknappung und die hohe Finanzmarktliquidität sprechen deutlich für steil steigende Ölpreise. Es ist daher wahrscheinlich, dass wir schon bald neue Rekordpreise über 150 Dollar pro Fass und Benzinpreise über 2,0 Euro/Liter erleben werden. Nur ein beschleunigter Umbau der Energieversorgung und Mobilitätsangebote sowie eine Reform der Finanzmärkte, insbesondere der Ölterminmärkte, könnte hier gegensteuern. (Steffen Bukold, EnergyComment Hamburg, Überhöhte Spritpreise durch Spekulation an den Rohölmärkten, 6.4.2010)
Die Ölpreise werden mit oder ohne Spekulation in den nächsten Jahren dramatisch steigen, weil Öl immer knapper wird. Die großen alten Felder sind weit schneller erschöpft und Neuentdeckungen von Ölfeldern werden immer seltener … Für die Verkehrs- und Energiepolitik gehört daher die Entkopplung des Verkehrs vom Öl ganz oben auf die Agenda, auch aus Klimaschutzgründen. (Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Spekulation treibt Kraftstoffpreise hoch, Pressemitteilung/gruene-bundestag.de, 13.4.2010)
Wir stehen in und vor einer industriell-technologischen Revolution … Ein modernes Energiekonzept ist ein ganz wichtiges, ein zentrales Feld in diesem Strukturwandel. Und darum ist ja unser Ziel daraus abgeleitet, von einer fossilen, Ressourcen verbrauchenden - ob Kohle oder Uran - basierten Energieversorgung zur erneuerbaren Energieversorgung umzustellen … Gesagt ist, dass wir einen dynamischen Energiemix brauchen, dessen Dynamik darin besteht, dass der Anteil der Erneuerbaren immer größer wird und der Anteil der konventionellen Energiequellen immer geringer wird. (Norbert Röttgen, Bundesumweltminister, in: Michael Groth/Ernst Rommeney, Norbert Röttgen (CDU): Zu lange AKW-Laufzeiten schaden kommunalen Stromanbietern, Deutschlandradio Kultur/dradio.de, 17.4.2010)
Und ich finde es in Ordnung, wenn in Deutschland darüber immer wieder auch skeptisch mit Fragezeichen diskutiert wird. Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen … Aber es wird wieder Todesfälle geben, nicht nur bei Soldaten, möglicherweise auch durch Unfall mal bei zivilen Aufbauhelfern. Das ist die Realität unseres Lebens heute, wo wir einfach zur Kenntnis nehmen müssen: Es gibt Konflikte. Man muss auch um diesen Preis sozusagen seine am Ende Interessen wahren. Mir fällt das schwer, das so zu sagen, aber ich halte es für unvermeidlich, dass wir dieser Realität ins Auge blicken. (Dr. Horst Köhler, dt. Bundespräsident, in: Christopher Ricke, „Sie leisten wirklich Großartiges unter schwierigsten Bedingungen“ - Bundespräsident Köhler nach seinem Besuch in Afghanistan, dradio.de, 22.5.2010)
Die Energiekrise ist die Überlebensfrage der Menschheit… . (Franz Alt, in: „Ölkatastrophe schreit nach Energiewende“, Radio Vatikan/domradio, 27.5.2010)
Businesses which prepare for and take advantage of the new energy reality will prosper - failure to do so could be catastrophic … Market dynamics and environmental factors mean business can no longer rely on low cost traditional energy sources … We are heading towards a global oil supply crunch and price spike … To manage increasing energy costs and carbon exposure businesses must reduce fossil fuel consumption … Business must address energy-related risks to supply chains and the increasing vulnerability of ‚just-in-time‘ models … Investment in renewable energy and ‚intelligent‘ infrastructure is booming. This revolution presents huge opportunities for new business partnerships. (Antony Froggatt/Glada Lahn, Sustainable Energy Security: Strategic Risks and Opportunities for Business, Chatham House-Lloyd’s 360° Risk Insight White Paper, June 2010)
Die Abhängigkeit vom Erdöl bedroht unsere Sicherheit gleich mehrfach. Es ist gefährlich, dass Deutschland wie die USA einen Großteil des Energiebedarfs aus politisch oftmals instabilen Ländern importieren müssen. Das Öl wird immer knapper, damit immer teurer, was unseren Wohlstand gefährdet. … Die Abhängigkeit vom Öl macht uns viel zu verletzlich. … Zudem führt eine Spur vom Golf zu jedem Erdölverbraucher in der westlichen Welt. Wir alle sind abhängig vom Öl und müssen weg davon. … Die Abhängigkeit vom Erdöl führt uns in ein systemisches Risiko, in ein Lebensrisiko vor allem der westlichen Welt. (Norbert Röttgen, CDU, Bundesumweltminister, in: Christian Schwägerl, Gefahr für den Wohlstand (N.Röttgen-Interv.), Der Spiegel, Nr.26/2010, 28.6.2010)
The UK faces the most urgent and challenging energy policy environment of any developed economy, driven by increasing net fossil fuel imports, the need to replace obsolete generation plants and a commitment to deep reductions in greenhouse gas emissions … The UK is facing unprecedented new energy challenges and will be unable to secure its future power supplies by acting alone. (Nick Mabey/Mitchell, Chatham House, Investing for an Uncertain Future: Priorities for UK Energy and Climate Security, Briefing Paper, July 2010)
Die EU-Kommissare Janusz Lewandowski (Haushalt) und Máire Geoghegan-Quinn (Forschung) erklärten: »…wenn man berücksichtigt, dass die EU 2008 im Energiebereich ein Handelsdefizit von fast 400 Milliarden Euro zu verzeichnen hatte«. (Finanzierungsvorschlag für Kernfusionsprojekt ITER - Kommission will Gelder umschichten, EurActiv.de, 20.7.2010)
Der Energieverbrauch der Schweiz steigt fast ununterbrochen … Zwar gelingt es uns, die Energieeffizienz zu erhöhen, doch dieser Gewinn wird durch Mehrverbrauch wieder weggefressen. (Michael Kaufmann, Vizedirektor des Bundesamts für Energie, zit. in: Daniel Imwinkelried, «Wir müssen unsere Lebensweise überdenken», NZZ Online, 10.8.2010)
Jedes Fass Öl, das in den nächsten Jahren auf den Markt kommt, wird sehr viel schwieriger zu fördern und sehr viel teurer sein. Die Zeiten des billigen Öls sind vorbei. Alle müssen sich darauf vorbereiten: Regierungen, Industrieunternehmen, und sogar die Verbraucher sollten sich gut überlegen, was für ein Auto sie sich kaufen. Wir müssen uns alle darauf vorbereiten, dass die Ölpreise in Zukunft viel höher sein werden als in der Vergangenheit … Eines Tages in den kommenden Jahren werden wir nicht genügend Öl haben, um die Nachfrage zu decken … Wir müssen das Öl verlassen, bevor es uns verlässt. (Fatih Birol, Chefökonom der Internationalen Energie-Agentur IEA, in: Hans Koberstein, Die Zeiten des billigen Öls sind vorbei, ZDF/Frontal 21, 10.8.2010, )
Wenn «Peak Oil», das globale Fördermaximum von Erdöl, erreicht ist, geht die Ölproduktion nur noch zurück. Dann beginnt die zweite Halbzeit der industriellen Zivilisation. Und die wird sehr viel anders aussehen als die erste. Grundlegende Veränderungen sind zu erwarten. Wir florieren noch dank einer grossen Masse billiger Energie, verheizen die fossilen Brennstoffe in einem kurzen Zeitraum von ein- bis zweihundert Jahren. Dies ist im Vergleich zur Evolution ein Klacks. (Christian Pfister, emeritierter Professor für Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte, in: Stefan Stöcklin, Katastrophen-Bewusstsein - «Die Naturdynamik ist für uns brutal», Beobachter.ch, Natur, Nr.6, 11.8.2010)
Wir leben in einer Achsenzeit. Die Globalisierung von Produktion, Handel und Information läßt mehr Menschen als je zuvor an einer hochtechnisierten und industrialisierten Zivilisation teilnehmen. Während ihr Energiehunger wächst, geht das Zeitalter der fossilen Energie in absehbarer Zeit zu Ende. Die Suche nach Alternativen zur verbrauchenden Ausbeutung von Kohle, Erdöl und Erdgas ist eine Schicksalsfrage unseres Jahrhunderts. (Michael Paulwitz, Energie als Schicksal, Junge Freiheit, Nr.34/10, 21.8.2010)
Es war höchste Zeit, dass sich der Bund mit dem Thema Peak Oil auseinandersetzt. Energiesparen und Erneuerbare Energien werden von weiten Teilen der Bundesregierung immer noch als Gedöns des Bundesumweltministers missverstanden. (Hans-Josef Fell, energiepolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, zit. in: Claudia Ehrenstein, Peak Oil – Was tun, wenn das Öl zu teuer wird?, Welt Online, 31.8.2010)
Domestic demand for coal could increasingly compete with exports, raising questions around how the country’s natural resources should best be utilised and the role and rights of privately owned mining companies. This is nothing new in the global energy context. (Jeremy Wakeford, chair of the Association for the Study of Peak Oil (Aspo) in South Africa, zit. in: Kevin Davie, SA is nearing peak coal, say scientists, Mail & Guardian Online, 25.9.2010)
Energieverbrauch halbieren, Energiewende beschleunigen, Bremser abwählen. (Hermann Scheer/Franz Alt, zit. in: Brigitte Hess, Scheer und Alt predigen die Energierevolution bis zum Jahr 2030, Felbacher Zeitung/Stuttgarter-Zeitung.de, 29.9.2010)
Ob eine Technologie für den angestrebten Zweck geeignet ist, ist ein Problem der Technologiewahl. Mithin kann man diese nur dann angemessen treffen, wenn man im Rahmen einer Ziel-Mittel-Evaluation die Eignung einer Technologie zur Zielerreichung feststellt. Hinzu kommt die Frage der Wirtschaftlichkeit. Technologien wie der Transrapid oder Iter scheitern ja daran, dass sie zwar machbar – siehe für erstere Shanghai – sind, aber unwirtschaftlich. (Georg Erber, Was ist eigentlich Technologiefeindlichkeit?, Readers-Edition.de, 3.10.2010)
Der Golfstrom ist ein gewaltiges Strömungssystem, das eigentlich das warme Wasser der Tropen mit dem kalten der Polarregionen vermischen soll. Schon in den letzten zwei Jahren hat er deutlich weniger Wärme transportiert, in diesem ist er noch weiter geschwächt. (Dr. Karsten Brandt, Meteorologe, zit. in: Karolin Schneider, Schneit uns der härteste Winter seit 100 Jahren ins Land?, Bild.de, 24.10.2010)
Um das Öl aufzusaugen, hat BP mehr als 7,5 Millionen Liter der Chemikalie Corexit ins Meer geschüttet. Das könnte ein Grund sein, warum der Golfstrom nicht mehr gleichmäßig fließt und am äußeren Küstenabschnitt von North Carolina (USA) regelrecht auseinanderbricht. (Dominik Jung, Meteorologe, zit. in: Karolin Schneider, Schneit uns der härteste Winter seit 100 Jahren ins Land?, Bild.de, 24.10.2010)
Oberhalb welcher Höhen befördern Energie-, Rohstoff- und Lebensmittelkosten in den jeweiligen Nationen das Auseinanderbrechen der Gesellschaft? (A. Röhrbein, EG/Eigenzitat, 24.10.2010)
„Energiesicherheit“ heißt in der Logik der wirtschaftlich und politisch Herrschenden, und natürlich auch der Bundeswehr, nichts anderes als „Sicherstellung der Versorgung Deutschlands“ mit den für unser Wirtschaftssystem überlebenswichtigen Öl- und Gasressourcen. „Energiesicherheit, sichere Rohstoffzufuhr und sichere Transportwege“ sind deshalb schon seit Jahren Bestandteil der Militärstrategie Deutschlands. Versorgungssicherheit soll notfalls mit Hilfe von Militärinterventionen und auf Kosten anderer Länder garantiert werden. Die Peak-Oil-Studie der Bundeswehr liefert jetzt die wissenschaftliche Begründung für diesen Energieimperialismus. (Claus Schreer, Peak Oil: Die Bundeswehr entwirft eine Strategie für das Ende des Ölzeitalters, Linke Zeitung.de, 3.11.2010)
My fear is that the global consumption of oil is going to increase, but European oil consumption has already reached its peak. The amount of oil available globally, I think, has already peaked. (Global oil availability has peaked - EU energy chief, Reuters.com, 10.11.2010)
Wer denkt, das Schrumpfen der Eisfläche auf einem weit entfernten Meer müsse ihn nicht kümmern, der liegt falsch … Diese Störungen könnten die Wahrscheinlichkeit des Auftretens extrem kalter Winter in Europa und Nordasien verdreifachen … Harte Winter wie der vergangenen Jahres oder jener 2005/06 widersprechen nicht dem Bild globaler Erwärmung, sondern vervollständigen es eher. (Vladimir Petoukhov, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, zit. in: Erderwärmung könnte Winter kälter werden lassen, Potsdam Institute for Climate Impact Research/Pik-Potsdam.de, 16.11.2010)
Globale Erwärmung und kältere Winter sind in Europa nicht unbedingt ein Widerspruch, sondern eher zwei Seiten der gleichen Medaille. (Wolfgang Pomrehn, Frieren im Treibhaus, Telepolis/Heise.de, 17.11.2010)
Das Versiegen der Quellen könnte auch für uns in Deutschland weitreichende Folgen haben … Wir können nicht so weitermachen wie bisher … Wir brauchen eine ökologische Revolution … Wir müssen schneller auf regenerative Energien umstellen! … Wir sollten handeln. (Prof. Tom Aigner, Tübinger Geowissenschaftler, zit. in: Michael Ohnewald, Die letzte Ölung - Porträt: Tom Aigner, Stuttgarter Zeitung, 17.11.2010)
„Das ist eine erfreuliche Entwicklung, weil damit eine von fossilen Energieträgern unabhängigere Energieversorgung weiter Gestalt annimmt“, erklärten Umweltministerin Tanja Gönner und Wirtschaftsminister Ernst Pfister. (Mehr grüne Energie, Südkurier/suedkurier.de, 27.11.2010)
XI:
Die Energieproduktion eines entwickelten Landes in vier Jahren zu verdoppeln, ist verrückt … Das Ganze dann nochmals zu verdoppeln, wie in Island geplant, ist schlichtweg Wahnsinn … Ich warne seit Jahren vor den Auswirkungen der immer exzessiveren Ausbeutung unserer Energieressourcen. (Andri Snær Magnason, Schriftsteller und studierter Physiker, zit. in: Jan Bosch, Aluminiumproduktion auf Island - Krieg gegen die Natur, taz.de, 5.1.2011)
Das liegt daran, dass viele Ökonomen und politische Führungspersonen die Ursachen für die Krise nicht vollständig erkennen. Sie gilt als Finanz- und nun als Schuldenkrise. Aber das ist nicht die eigentliche Krise. Das ist nur deren Nachbeben. Die eigentliche Krise – und daraus ergibt sich für die EU auch die Frage, wie sie sich zukünftig dagegen absichert und sich als führende Wirtschaftsmacht positioniert – war der massiv steigende Ölpreis. Als im Juli 2008 ein Barrel Öl den Preis von 147 Dollar erreichte – das war das Erdbeben, das war der Start der globalen Krise, weil die gesamte Wirtschaft vom Öl abhängig ist. Europas große Chance liegt darin, unabhängiger vom Öl zu werden. Die Ära des Öls ist endgültig vorbei, und das müsste auch die politische Elite sehen. (Jeremy Rifkin, US-Ökonom, in: Martina Bachler, US-Ökonom Jeremy Rifkin über die EU und die dritte industrielle Revolution, Format.at, 18.1.2011)
Schon heute müssen Windparks abgeschaltet werden, damit in alten Kohlekraftwerken CO2 und in alten Atomkraftwerken Atommüll produziert werden kann. (Jürgen Trittin, Grünen-Fraktionschef, zit. in: Brüderle warnt vor Zusammenbruch des Stromnetzes, Spiegel Online, 22.1.2011)
Jedesmal, wenn wir die Wirtschaft wieder auf ein Tempo wie vor 2008 bringen, wird der Ölpreis steigen und gleich wieder kollabieren. Wir befinden uns im Endgame der zweiten industriellen Revolution. (Rifkin: „Endgame der zweiten industriellen Revolution“, DiePresse.com, 26.1.2011)
…dritten industriellen Revolution … Ich weiß nicht, ob wir noch rechtzeitig dahin kommen können - aber Technologie und eine Strategie dafür haben wir … Unsere Arbeit ist ‚work in progress‘, aber unsere Lernkurve ist steil und wir haben jetzt in groben Zügen auch ein ökonomisches Modell, um das alles umzusetzen. Die dritte industrielle Revolution beruht auf common sense. (Zukunftsforscher: EU als Versuchsstation gegen „Weltuntergang“, derStandard.at, 26.1.2011)
An der zunehmenden geologischen Knappheit lässt sich ja nichts ändern. Neue Technologien brauchen viel Zeit bis zur Marktreife, und auch die Umstellung der Infrastruktur ist langwierig … Ja, die Politik muss frühzeitig durch eine stark differenzierende Besteuerung dafür sorgen, dass der wertvolle Rohstoff Öl nur dort verbrannt wird, wo er uns den größten Nutzen bringt. Wirklich wirksam ist ein solcher Ansatz aber nur, wenn es ein international abgestimmtes Vorgehen gibt. (Steffen Bukold, Chef des Informationsdienstes Energycomment, in: Jakob Schlandt, „Öl darf nur dort verbrannt werden, wo es nutzt“ - Interview mit Energieexperte Bukold, Frankfurter Rundschau/fr-online.de, 1.2.2011)
We are very much concerned about the situation, it’s a risk to the stable supply of oil … If $100 continues through 2011, we call it the oil burden, this will create the same level of crisis as in 2008. (Nobuo Tanaka, IEA’s Executive Director, quoted in: Amena Bakr, Oil over $100 in ‚11 may trigger ‚08 repeat - IEA, Reuters.com, 22.2.2011)
Die Energiewende im Verkehr und in der Petrochemie muss schneller kommen. Die starke Verhandlungsposition der Ölexporteure macht politisch klar, was wissenschaftlich längst Konsens ist: Die globale Ölförderung kann kaum noch ausgebaut werden, während die Nachfrage weiter steil ansteigt. Öl wird knapp werden. (Dr. Steffen Bukold, Ölpreis - Die Energiewende muss schneller kommen, Zeit Online, 24.6.2011)
Die Ölpreise steigen, Eure Exporte werden teurer. Deutschland ist wesentlich abhängiger von Energieimporten als jedes andere EU-Land, über 60 Prozent Eurer Energie wird importiert. Sobald jemand den Gas- oder den Ölhahn zudreht, werdet Ihr Eure Grenzen spüren. Andere Länder müssen da gar nicht erst in die Zukunft blicken, sie kämpfen schon jetzt mit unzureichender Wasserversorgung, Mangel an Nahrungsmitteln und Energie. Der ganze Planet durchläuft nun langsam diese Phase. Wird es jemals einen Zeitpunkt in Deutschland geben, an dem Ihr sagt, „jetzt haben wir die Grenzen erreicht“? Nein, das glaube ich nicht. Einige politische Gruppen werden das sagen, andere, Ökonomen und so weiter, werden die Tatsachen einfach für immer ignorieren. (Dennis Meadows, in: Martin Hartwig, Für eine „nachhaltige Entwicklung“ zu spät - US-Ökonom Meadows erwartet drastische Veränderungen, Deutschlandradio Kultur/dradio.de, 29.10.2011)