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Auswege: Nachrichten aktuell

2011:

  • Schäuble geißelt die "menschliche Maßlosigkeit" ☛ „Schäuble warnte vor einem Glauben an ein ‚immerwährendes ökonomisches Wachstum‘. Das grenzenlose Profitstreben, ‚für das es keinen automatischen Haltepunkt gibt‘, erzeuge in der Konsumgesellschaft immer neue Bedürfnisse, die auch zu Lasten der natürlichen Ressourcen gingen. Auch bei der UN-Klimakonferenz im südafrikanischen Durban sei es nur um die Unfähigkeit des Menschen ‚zum Maßhalten und zur Selbstbegrenzung‘ gegangen“, Berliner Morgenpost, 15.12.2011
  • Schäuble zweifelt am Prinzip Wachstum durch Neuverschuldung ☛ „Finanzminister Wolfgang Schäuble hat vor dem unerschütterlichen Glauben an das Prinzip des stetigen Wirtschaftswachstums durch Verschuldung gewarnt. Es gebe Zweifel, dass immer neue Schulden ab einer bestimmten Staatsverschuldung noch wachstumsfördernd sein könnten, erklärte der CDU-Politiker am Donnerstag bei einer Veranstaltung der Bundesakademie für Sicherheit in Berlin“, europe online magazine, 8.12.2011
  • Pessimistisches Szenario - "Eigentlich schon zu spät für Nachhaltigkeit" (D.Meadows) ☛ „Meadows sagte massive Probleme auch ökonomischer Natur voraus, wenn es nicht zu einer Begrenzung des Wachstums komme. Dies werde nicht erst in ferner Zukunft, sondern in einem überschaubaren Zeitraum der Fall sein: ‚Bis 2030 wird es Veränderungen in einem Ausmaß geben wie insgesamt in den vergangenen 100 Jahren‘“, Deutscher Bundestag, 24.10.2011
  • Rating-Agenturen: Konkurrenz aus Europa ☛ „Den großen Agenturen aus den USA wollen die Europäer mit einem eigenen Modell begegnen. Roland Berger verspricht Transparenz und öffentliche Kontrolle“, taz, 19.7.2011
  • Mahnung der Vorfahren: Wegsteine in Nordjapan warnten vor Tsunamis ☛ „Verpuffte Mahnungen: Im Norden Japans stehen vielerorts Steine, die vor Tsunamis warnen. Es sind Jahrhunderte alte Gravuren der Vorfahren. Dass sie ignoriert wurden, überrascht Experten nicht - Erinnerungen an Katastrophen verblassen nach drei Generationen“, Spiegel, 12.4.2011
  • Weltbank fordert Umdenken - Wachstum ist nicht alles ☛ „Wirtschaftswachstum allein sei nicht mehr das Maß aller Dinge … Die entscheidenden Mittel gegen politische und kriminelle Gewalt seien vielmehr demokratische Reformen und die Schaffung von Arbeitsplätzen … Studien zeigen der Weltbank zufolge, dass Arbeitslosigkeit die Menschen dazu treibe, sich Banden oder revolutionären Bewegungen anzuschließen. Korruption, Unrecht und Ausgrenzung seien der Nährboden für Gewalt, die letztlich in einem Bürgerkrieg enden könnte“, Reuters Dtl., 11.4.2011
  • Kunstverein Hannover zeigt Ausstellung zum Thema „Wachstum“ ☛ „Der Kunstverein Hannover bereitet eine Schau zum Thema ‚Wachstum‘ vor, die weit über die Kunst hinausweist: Das ehrgeizige internationale Ausstellungsprojekt widmet sich vom 15. April an speziell der inflationären metaphorischen Verwendung des Begriffs Wachstum in unterschiedlichen Bereichen – von der Ökologie über die Ökonomie und Technik bis zur Kultur“, Hannoversche Allgemeine, 6.4.2011 ( )
  • Grüne wollen eine radikale Energiewende (Niedersachsen) ☛ „Wenzel forderte die CDU/FDP-Landesregierung auf, ein niedersächsisches Energiespargesetz zu erlassen, die Windkraft auszubauen und ein Kataster für Solarflächen einzurichten … Wenzel forderte die Bürger zu einem anderen Lebensstil auf: Sie sollten etwa auf den Bus oder Carsharing umsteigen und sparsame Elektrogeräte kaufen“, Nordwest-Zeitung, 1.4.2011
  • Energie: Shell warnt vor dem „Weiter-so“ ☛ „Der Weltkonzern, der vom Verkauf von Energie lebt, spricht wörtlich von einer ‚Mäßigung der Nachfrage‘ und den ‚Grenzen‘, die ‚dem Wachstum‘ mancher Energieträger gesetzt seien“; Im Kern allerdings krasse Verharmlosung der Peak-Problematiken (EG), Die Presse.com, 16.2.2011 ( , )
  • Energieszenarien offenbaren massive Unsicherheiten ☛ „Die neueste Shell-Zukunftsstudie ‚Signals and Signposts‘ zur Entwicklung der Energieerzeugung und des Verbrauchs geht von einem Nachfrageüberhang aus, dessen Deckung heute noch nicht gesichert werden kann … Diese Kluft - der Bereich der Ungewissheit - muss durch eine Kombination einer ausserordentlichen Mässigung der Nachfrage und einer aussergewöhnlichen Steigerung der Produktion geschlossen werden. Eine technisch, ökonomisch und politisch massive Herausforderung“, WirtschaftsBlatt.at, 15.2.2011
  • Zukunftsforscher: EU als Versuchsstation gegen "Weltuntergang" (J.Rifkin) ☛ „Die europäischen Politiker halten viel von dem US-Intellektuellen, der in einem Buch vor sieben Jahren den ‚amerikanischen Traum‘ für tot und den europäischen zum besseren der beiden Träume erklärt hat. Seine hierzulande gerne gehörte Botschaft: Das europäische Modell ist nicht nur sozialer und humaner, sondern auch innovativer - Europa werde die Welt durch die Wirtschafts-Revolution führen, der Rest der Welt werde nachfolgen … »sind wir dabei eine neue politische Bewegung zu schaffen, die weder links noch rechts ist«“; Kann man/Partei/Staat dabei weder links noch rechts sein? (EG), derStandard.at, 26.1.2011

2010:

2.Hj.:

  • Umstrittenes Bahnprojekt S21: Ein bisschen Woodstock in Stuttgart ☛ „Am Freitagabend sind erneut Zehntausende gegen den Bahnhofsbau S21 auf die Straße gegangen. Sie wollen das Projekt noch stoppen - und das haben sie bei ihrer Kundgebung beinahe heiter bekundet … Er nennt die „gestrige Wasserwerfer-Kehrwoche dilettantisch und durchschaubar“ und fordert das Ende der ‚grusligen Grube-Mappus-Show‘. Die Menge sekundiert, ruft wechselnd ‚Lügenpack‘, ‚Kinderschläger‘ und ‚Mappus weg‘ … Die Stimmung ist grimmig und gutgelaunt zugleich“, stern.de, 2.10.2010
  • Scheer und Alt predigen die Energierevolution bis zum Jahr 2030 ☛ „Konzerne und Politik verzögern den Energiewechsel … ‚Energieverbrauch halbieren, Energiewende beschleunigen, Bremser abwählen‘, das empfahlt das Duo Scheer/Alt in seiner leidenschaftlichen Präsentation“, Felbacher/Stuttgarter Zeitung, 29.9.2010
  • Erster Dialog des Nishan-Forums der Weltzivilisationen ☛ „Der erste hochrangige Dialog im Rahmen des Nishan-Forums der Weltzivilisationen hat am Sonntag im ostchinesischen Qufu stattgefunden. Das Thema dabei ist „Krise der Menschheit und Dialog zwischen Zivilisationen“, China Radio International, 26.9.2010 ( )
  • Den technischen Fortschritt mitdenken ☛ „Wir brauchen eine neue Technik-Debatte von links … eine Technik-Debatte anregen: über Chancen, Risiken und Ärgernisse – und über die Perspektiven für eine menschen- und umweltfreundlichere, eine demokratischere Gesellschaft“, Neues Deutschland, 17.9.2010
  • Sozialismus muss solar sein ☛ „Ökolinke Debatte über Zusammenarbeit und Alleinstellungsmerkmale von Parteien … Zwischen Erkenntnis und vernünftigem Handeln liegen oft Welten. Die Ökologie kann davon Lieder singen. Das fängt schon bei der Mühe an, als richtig erkannte ökologische Grundsätze zu Handlungsgrundsätzen von Parteien zu machen“, Neues Deutschland, 14.9.2010
  • Deutschland soll sich deglobalisieren ☛ „Politiker tun alles, um für ein höheres Wachstum zu sorgen. Doch immer mehr Ökonomen glauben, dass die Grenzen des Wachstums erreicht sind. Sie setzen auf eine nachhaltige Entwicklung, die Umwelt und Ressourcen schont“, Deutsche Welle, 6.8.2010

1.Hj.:

  • Wirtschaftskrise dämpft weltweiten Energieverbrauch (BP "Statistical Review of World Energy") ☛ „Laut Bericht ist nämlich der weltweite Energieverbrauch im vergangenen Jahr dank der Wirtschaftskrise gesunken – erstmals seit dem Jahr 1982. Es kam zu einem Rückgang im Verbrauch um 1,1 Prozent. Betroffen waren so ziemlich alle Energieträger: Rohöl, Erdgas und Atomenergie. Der Kohleverbrauch stagnierte, nur bei Wasserkraft und anderen erneuerbaren Energieträgern kam es laut BP zu Zuwächsen. Die erfreuliche Konsequenz: Die Co2-Emissionen aus dem Energieverbrauch sind erstmals seit 1998 zurückgegangen“; Krise fördert Überlebenschancen (EG), Die Presse.com, 10.6.2010
  • Wild Campen in Europa - Romantik zum Nulltarif ☛ „Wildes Campen ist in Europa immer ein Abenteuer - manchmal auch deshalb, weil die Polizei den Spaß beendet. Vor allem in nördlichen Ländern sind die Gesetze jedoch nicht so streng. Und wer sich ein wenig auskennt, findet großartige Plätze mitten in der Natur“; Rauswege (EG), Spiegel, 10.5.2010
  • Steuergelder-Sparen mit Videokonferenzen ☛ „Nachdem Europas Telekommunikations-Minister von Eyjafjallajökull zur Telekonferenz gezwungen wurden und Einigung erzielten, werden Kostenfragen neu gestellt … Wären nicht manche der teuren Meetings besser in Videokonferenzen aufgehoben? Könnte man nicht einiges an Flugkosten und Spesen sparen und das Geld in Zeiten schmaler Kassen für nötigere Ausgaben verwenden? … Wenn es die EU-Finanzminister geschafft hätten, sich per Videokonferenz über einen Rettungsplan für Griechenland in Höhe von 30 Milliarden Euro zu einigen, dann sollte dies auch für andere Treffen…gelten“, Telepolis, 21.4.2010
  • Grüne kämpfen gegen die Wunderwaffe Wachstum ☛ „Die Grünen wollen Wachstumsfixierung von Wirtschaft und Gesellschaft in einer Enquetekommission des Bundestages kritisch diskutieren. Die weltweiten Krisen - Ernährung, Klima, Finanzen - machten deutlich, dass ‚die Diskussion über ökologisch und sozial verträgliches Wirtschaftswachstum aktueller denn je‘ sei, schreiben sie in einem siebenseitigen Thesenpapier … Eine ‚aktive grüne Industriepolitik‘ müsse den ‚ökologischen Transformationsprozess unserer Wirtschaft beschleunigen‘ … Fraktionschefin Künast plädiert dazu offen für ein ‚selektives Wachstum‘: ‚Wir müssen klären, welche Bereiche wachsen müssen und welche schrumpfen‘“, sagt sie.“, Spiegel, 15.4.2010
  • Bericht "Zur Lage der Welt 2010": Konsum ist mitverantwortlich für Zerstörung globaler Ökosysteme ☛ „Bei der Vorstellung des Berichts sagte Erik Assadourian, einer der Direktoren des Worldwatch Instituts und Hauptautor des Buches: ‚Noch ist Konsumismus das kulturelle Leitbild, das Menschen Sinn, Zufriedenheit und gesellschaftliche Akzeptanz in dem suchen lässt, was sie konsumieren. Doch die Menschheit wird umdenken müssen. Wenn wir den Zusammenbruch der menschlichen Zivilisation verhindern wollen, brauchen wir nichts Geringeres als eine Umwälzung der herrschenden kulturellen Muster‘“, oekonews.at, 19.3.2010
  • Experte: Erhöhung der Mineralölsteuer zu gering ☛ „Horst Steinmüller, Chef des Energieinstituts der Johannes Kepler Universität, sieht in der geplanten Erhöhung der Mineralölsteuer keinen Effekt für die Umwelt. Sprit müsste dazu um 25 bis 30 Prozent teurer werden“; Steigende Rohstoffsteuern, Quoten u./o. Rationierung sind in Transformationsepoche unvermeidlich! (EG), Die Presse.com, 19.3.2010
  • Wandern wird zum Milliarden-Geschäft ☛ „So offenbart die Untersuchung, dass Wanderer in Deutschland im Jahr 7,5 Milliarden Euro für ihr Hobby ausgeben. Rund 83 Prozent geben an, sich nach einer Wanderung zufrieden und glücklich zu fühlen. 144 000 Arbeitsplätze hängen direkt vom Wandertourismus ab“, Bild.de, 12.3.2010
  • 100 Prozent Botschaft ☛ „In diesem Monat kommt ‚Die 4. Revolution – Energy Autonomy‘ in die Kinos. Der Film, auf Basis eines Buchs von Hermann Scheer, beschreibt den Weg in eine regenerative Vollversorgung. Unser Kritiker fand die Dokumentation nicht in allen Punkten gelungen“, neue energie, S.24+25, 3/2010
  • Rettungsplan für Detroit - Äcker statt Autos ☛ “‚Äcker statt Autos‘, lautet das Motto, nach dem der Millionär aus Motown die Stadt wieder auf Vordermann bringen will … Detroit soll zur Mutterstadt der ‚urban agriculture‘ werden; Technozistische Ansätze eher unrealistisch (EG), Spiegel, 18.2.2010
  • The Peak Oil Crisis: A Meeting in California ☛ „Last weekend, one of the more out of the ordinary meetings in recent memory took place out in Berkeley where some 30 people gathered to begin planning for the world’s transition from the industrial age to whatever is to come“, Energy Bulletin, 27.1.2010
  • "Was ich politisch will, lebe ich auch" (Renate Backhaus) ☛ „Sie und ihr Mann leben danach. Sie fährt überwiegend Fahrrad und nutzt Bus und Bahn. Auf dem Dach des Hauses ist zur Umwandlung von Sonnenergie eine Solaranlage montiert. Die Politikerin ist bemüht, Lebensmittel aus der Region zu kaufen. »Das, was ich politisch will, lebe ich auch«“, Hamburger Abendblatt, 18.1.2010
  • Kritische Kirche: Zollitsch will Manager-Boni begrenzen ☛ „Es ist ihm zu ruhig geworden um die Bonuszahlungen für Manager und das gefällt dem Freiburger Erzbischof Zollitsch nicht. Der Chef der Deutschen Bischofskonferenz verlangt eine klare Begrenzung der Zahlungen - auf europäischer Ebene … ‚Trotz Krise müssen wir solidarisch sein!‘ … Leutheusser-Schnarrenberger will Managerhaftung verschärfen“, Spiegel, 18.1.2010
  • Justizministerium will Managerhaftung verlängern ☛ “‚Gier und Leichtsinn wurden bei manchen Managern nicht nur durch satte Boni geweckt, sondern auch durch zu wenig Haftung und persönliche Verantwortung gefördert‘ … ‚Eine ehrliche und schonungslose Analyse der Finanzkrise steht in Deutschland noch aus‘“, Spiegel, 16.1.2010

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