Auswege: Interviews, Kommentare, Fachartikel

2011:

  • W. Schäuble: Sind wir zu satt für Gott? ☛ „Eurokrise und Klimawandel lehren: Es gibt kein grenzenloses Wachstum. Und es darf auch keines geben, schreibt der Bundesfinanzminister. Gott weist den Menschen in seine Schranken“, Christ & Welt, Ausgabe 51/2011, 12.2011
  • J. Ritchie: Do Less with Less, and Love It ☛ „That’s the message of Vancouver’s Degrowth advocates, who scoff at city hall’s ‚greenest city‘ pledge … La Décroissance! … The limits to degrowth … Cultivating an audience … ‚We didn’t have to choose Degrowth‘, he says, ‚because it will happen to us regardless‘“, The Tyee.ca, 12.12.2011
  • M. Hartwig: Für eine "nachhaltige Entwicklung" zu spät (D.Meadows-Interv.) ☛ „Betrachtet man die physischen Parameter, sieht man, dass sich der Druck insgesamt erhöht. Es wird im Verlauf der nächsten 20 Jahre enorme Veränderungen geben. Ich habe das bereits gesagt, und ich denke es stimmt auch: in Deutschland wird es in den nächsten 20 Jahren mehr Veränderungen geben, als in den letzten 100 Jahren davor … Es gibt also keine Regierungsform, die automatisch diese Probleme lösen kann - leider. Ob wir sie lösen oder nicht, hängt also ganz von uns ab“, Audio: , Deutschlandradio Kultur, 29.10.2011
  • R. Metzger: Warum wirs ganz genau wissen wollen (Atom-Lobbyarbeit) ☛ „Nun hat man es aber einmal genau: Wer genau wird in Marsch gesetzt für das öffentliche Armdrücken, wer plant wann, wie teuer ist so etwas. Die Sache geht also vom verschwörungstheoretisch angehauchten Allgemeinwissen in den schönen Bereich des konkret Belegten über. Man kann zitieren, nachbohren und hat Beobachtungskriterien für ähnliche Themen in der Zukunft“, taz, 28.10.2011
  • C. Rabhansl: "Eine dritte industrielle Revolution in Gang bringen" (J.Rifkin-Interv.) ☛ „Der US-Ökonom, Soziologe und international geachtete Regierungsberater Jeremy Rifkin warnte Deutschland und die EU in der Schuldenkrise vor einem reinen Sparkurs. Wenn man nicht gleichzeitig in einen ökologischen Umbau der Wirtschaft investiere, dann ‚kann Deutschland seine Zukunft vergessen‘, ist Rifkin überzeugt“, Audio: , Deutschlandradio Kultur, 24.9.2011
  • W. Husmann: Lernen, was die Krise bedeutet ☛ „Täglich lesen wir Nachrichten und Analysen zur Lage der Weltwirtschaft. Häufig verstehen wir kaum, was gerade passiert. Wir müssen nachlernen“; Komplexe Gesellschaften historisch verstehen! (EG), Zeit, 10.8.2011
  • H.-J. Ebeling: Die Energiewende kommt – aber wie? ☛ „Die Zukunft der Energieversorgung wird weltweit und auch bei uns maßgeblich auf REQ beruhen. Dies wird Herausforderungen von revolutionärem Ausmaß mit sich bringen. Die Konsequenzen werden nicht ‚die anderen‘, sondern jeden von uns betreffen und berühren. In jedem Fall werden wir uns auf ein wesentlich höheres Preisniveau als heute einstellen müssen. Man muß den Menschen deshalb die Wahrheit sagen“, Peiner Allgemeine, 4.8.2011
  • J.H. Spangenberg: Die Grenzen der Natur setzen neue Signale - Arbeitsgesellschaft im Wandel ☛ „Die Menschheit ist auf dem Weg von der Überfluss- zur Mangelgesellschaft. Eine Abkehr vom Ressourcenverschleiß verlangt nach einer Arbeitswelt, die den Fokus von der Produktion auf die Erhaltung verschiebt … Qualitativ ergibt sich aus der Reduzierung der Stoff- und Energiedurchsätze unmittelbar eine erhebliche Veränderung des Arbeitsmarktes. In einer dematerialisierten Ökonomie wird sich voraussichtlich der Schwerpunkt der Arbeit von der Produktion zur Instandhaltung, der Reparatur wie zu sonstigen Dienstleistungen sowie zur Redistribution und Demontage verschieben, das bedeutet die Entwicklung hin zur Dienstleistungsgesellschaft würde – wenngleich mit veränderten Akzenten und branchenspezifisch differenziert – in eine neue Phase treten“, politische ökologie, H.125, S.15-24, 6.2011
  • LOL„Wir müssen mit weniger Autos auskommen“ (W.Kretschmann-Interv.) ☛ „Weniger Autos sind natürlich besser als mehr. Wir müssen in Zukunft Mobilitätskonzepte verkaufen und nicht nur Autos … Wir müssen zeigen: Wohlstand ist möglich, ohne Lebensgrundlagen zu zerstören. Darin besteht unsere spezielle Verantwortung…“, Bild, 24.4.2011
  • A.C. Revkin: Limits to ‘Disaster Memory,’ Even Etched in Stone ☛ “‚It takes about three generations for people to forget. Those that experience the disaster themselves pass it to their children and their grandchildren, but then the memory fades‘ … said Fumihiko Imamura, a professor in disaster planning at Tohoku University in Sendai, a tsunami-hit city“, NYT, 8.4.2011
  • J. Wittkewitz: Ein ganz anderes Leben neben den offiziellen Wahrheiten ☛ „Die Aufstände in Tunesien und Ägypten zeigen das Netz als Massenvergewisserungswaffe … Denn im Netz schlägt das Volk das Auge auf und erkennt sich selbst als eigenständige Realität, die viel zu oft völlig neben den offiziellen Wahrheiten ein ganz anderes Leben führt“, Telepolis, 14.2.2011
  • M. Miegel: Lob der Mäßigung ☛ „Wo die Truhen und Mägen voll sind, macht eine weitere Zunahme materiellen Wohlstands weder zufriedener noch glücklicher. Jedes Wachstumsprozent zu feiern ist unangemessen“, Welt, 8.1.2011

2010:

  • C. Weber: Wohlstand und Glück - Irgendwann ist es genug ☛ „Wer wünscht sich nicht mehr Geld und Güter? Doch die Hoffnung, dass wachsender Wohlstand auf Dauer glücklicher macht, ist vergeblich: Glück wächst nicht, wenn das Einkommen steigt, sagen US-Forscher“, SZ, 14.12.2010
  • Möglicherweise fatal - Offener Brief an Heiner Geißler zum Schlichterspruch zu »Stuttgart 21« ☛ „Das Schlichtungsverfahren sollte, so nicht zuletzt Ihre Argumentation, die Demokratie fördern. Wenn Sie nun eine Entscheidung der Bevölkerung ausschließen und gleichzeitig einen Schlichterspruch der geschilderten Art zu fällen beabsichtigen, dann wird Demokratie blockiert … Zur Zukunft des Stuttgarter Hauptbahnhofs sollte die Bevölkerung in der Landeshauptstadt befragt werden, zu einer möglichen Neubaustrecke Wendlingen–Ulm die Bevölkerung Baden-Württembergs … Bleiben Sie souverän! Überlassen Sie dem Souverän die Entscheidung!“, junge Welt, 30.11.2010
  • R. Ostertag: "Lebendiges ist mehr als Eins" - Stuttgart 21 ☛ „So aber wird die Stadt erneut oder schon wieder als funktionierende Maschine betrachtet, der Bahnhof als Abfertigungsanlage. Qualitäten von Städten und Lebenswelten, von städtischen (Groß-)Projekten lassen sich so nicht erfassen und bewerten. Auch nicht in Geißlers ‚Schlichtung‘. Fakten und Faktencheck genügen nicht“, Stuttgarter Nachrichten, 26.11.2010
  • Morris/Siegel: Destroy This Book ☛ „Most People just don’t get climate change. Few grasp the need and more important, the opportunity to transform our society. So the people who do get it need to be louder, more insistent and more effective at getting the message across“, Slides: , Observatory, 22.11.2010
  • R. Suchsland: Terror 2020 (Die kommenden Tage) ☛ „Wie könnte sie aussehen, die Zukunft in zehn Jahren, 2020? Vielleicht gibt es ja einen dritten Golfkrieg, der die Saudis miteinbezieht und plötzlich das Öl knapp werden lässt … Moralischer Widerstand gegen die Verhältnisse … Sympathie mit dem Sturm der Veränderung … Sympathie mit den schwarzen Stürmen dieses Films ist gefährlich“, Telepolis, 3.11.2010
  • S.C. Angle: Reflections from Nishan ☛ „The Nishan Forum was a splendid event, and I believe that Confucianism has a great deal to offer to, as well as learn from, our diverse world civilization“, People’s Daily Online/.cn, 1.11.2010 ( )
  • R. Misik: Freiheit, Gleichheit, Streikheit ☛ „Der Protest gegen die Ungerechtigkeit ist deshalb so schwach, weil er sich nicht verständlich machen kann. Ein Plädoyer für eine neue, progressive Sprache … bedenkt man die technologische Entwicklung hin zu einer Netzwerk-Ökonomie mit vielfältigen Interdependenzen und der Entstehung einer globalen Ordnung, in der der eine seinen Vorteil nicht mehr langfristig sichern kann, wenn er auf dem Nachteil des anderen basiert“, der Freitag, 28.10.2010
  • J. Willmroth: Bitte kein BIP - Forderung nach neuem Wachtumskonzept ☛ „Deutschlands Wirtschaft boomt wieder - aber was heißt das eigentlich? Der wichtigste Indikator für Wohlstand ist nach traditioneller Lehre das Bruttoinlandsprodukt. Doch die Messzahl steht massiv in der Kritik, Ökonomen fordern ein radikal neues Wachstumskonzept“, Spiegel, 10.10.2010
  • M. Lejeune: Nur noch Utopien sind realistisch ☛ „Der Sozialphilosoph Oskar Negt sollte in Berlin über Öffentlichkeit und Demokratie sprechen. Daraus wurde ein leidenschaftliches Plädoyer für demokratische Öffentlichkeit“, Neues Deutschland, 5.10.2010
  • H. Wulff: Heldenstadt Stuttgart ☛ „Die Bewegung gegen das mil­liardenteure Bahnprojekt »Stuttgart 21« hat die richtige Antwort auf die Gewaltexzesse der Polizei vom vergangenen Donnerstag gegeben: 100000 Menschen – so viele wie noch nie – beteiligten sich am Freitag abend in Baden-Württembergs Landeshauptstadt an einer weiteren Demonstration gegen das Prestigevorhaben … Das Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln ergänzte, bislang sei es nur linksradikalen »Kleinstgruppen« gelungen, sich unter die Protestierer »zu schmuggeln«. Der »schwarze Block« der Autonomen sei aber noch nicht »eingesickert«, so der Geheimdienst“, junge Welt, 4.10.2010
  • B. Tenfelde: „Merkel nicht mehr Mutti, sondern Maggie“ (T.Oppermann-Interv.) ☛ „Ich glaube, dass auch in der Mitte der Gesellschaft an der Richtigkeit und Nachhaltigkeit politischer Entscheidungen gezweifelt wird. Insbesondere die Klientel- und Lobbypolitik der Bundesregierung in den letzten zwölf Monaten hat dem Ansehen der Politik und der Demokratie großen Schaden zugefügt. Jetzt haben die Menschen zunehmend das Gefühl, dass sie in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld die Dinge selbst in die Hand nehmen müssen, weil sie der Politik nicht mehr vertrauen können. Wir müssen den Menschen mehr Teilhaberechte einräumen … Jetzt ist klar: Merkel rückt nach rechts und betreibt die gesellschaftliche Spaltung unseres Landes. Schwarz-Gelb steht für Lobby- und Klientelpolitik“, Neue Osnabrücker Zeitung, 1.10.2010
  • Die Demokratie verflüssigen ☛ „Liquid Democracy könnte künftig mehr Bürger in demokratische Entscheidungsprozesse einbinden“, Neues Deutschland, 1.10.2010
  • R.D. Precht: Soziale Kriege ☛ „Die Kunst, kein Egoist zu sein, muss wieder neu eingeübt, das Gute am Bürgerlichen neu belebt werden. Vermutlich bedarf es dafür eines Ausstiegs aus dem materialistischen Wachstumswahn … Verunsicherte Bürger, die wir fast alle sind, müssen wir stattdessen, wie Axel Honneth schreibt, das »Ich im Wir« wiederfinden und damit das »Wir im Ich«“, Spiegel, 27.9.2010
  • Widerstand ist eine Klassenfrage - Protestforscher im Interview ☛ „Wolfgang Kraushaar spricht über den Mythos vom Bürgeraufstand. Bürgerinitiativen gibt es schon seit über 40 Jahren. Aber anders als bei der 68er-Bewegungen, gehen dafür nicht mehr nur die Jungen und Radikalen, sondern auch die Alten und Etablierten auf die Straße“, Tagesspiegel, 23.9.2010
  • P. Felixberger: 10 Zukunftsthesen ☛ „Was wollen wir auf dem Weg in die Zukunft mitnehmen? Welche Werte und Leitbilder? Welchen Wohlstand und welche Lebensqualität?“, politik-poker.de, 17.9.2010
  • W. Müller-Funk: Kleines Lob der Grenze ☛ „Brauchen wir Grenzen? Und sei es nur, um sie überschreiten zu können? Ist der Traum von der Grenzenlosigkeit am Ende totalitär? Von der Zukunft der Grenzen im Zeitalter der Globalisierung und des virtuellen Raums“, Die Presse.com, 11.9.2010
  • M. Paulwitz: Energie als Schicksal ☛ „Was kommt nach Kohle und Öl? Die schwierige Suche nach einem tragfähigen nationalen Energiekonzept … Krisenanfällig und unberechenbar“, Junge Freiheit, 21.8.2010
  • Z. Danhong: Nachhaltigkeit statt Wachstum ☛ „Während herkömmliche Ökonomen sich den Kopf zerbrechen, ob der momentane Aufschwung selbsttragend ist, setzen andere Wissenschaftler auf Nachhaltigkeit - und nehmen sogar ein sinkendes Wachstum in Kauf“, Deutsche Welle, 3.8.2010
  • T. Murray: There really is only one kind of sustainability ☛ „Buzzwords - Trade-offs or the Fallacy of Equivalent Concerns - Environmental externalization doesn’t change Mother Nature’s rules • 1. The exponential function • 2. Efficiency paradoxes • 4. Limiting factors - Environmental passengers - Misunderstanding the structure of the real world - Hair splitting - Sustainability doesn’t come in different brands“, Dandelion Times, 7.7.2010
  • "Kleine Gruppe, großes Vertrauen" (Elinor Ostrom-Interv.) ☛ “‚Ich werde ganz rasend, wenn ich mir vorstelle, dass wir nicht sofort handeln‘. Elinor Ostrom, Trägerin des Wirtschaftsnobelpreises 2009, spricht im Interview über den lokalen und globalen Klimaschutz“, Tagesspiegel, 26.6.2010
  • C. Cole: Overconsumption is costing us the earth and human happiness ☛ „Story of Stuff creator Annie Leonard’s new book examines the high price of the western world’s obession with all things material … But consumerism is always bad, adding little to our wellbeing as well as being disastrous for the planet. '[It’s] a particular strand of overconsumption, where we purchase things, not to fulfil our basic needs, but to fill some voids about our lives and make social statements about ourselves‘“, Guardian, 21.6.2010
  • R. Taschner: Was ist Glück? ☛ „Willkür der Götter, Zufall, bloße Einbildung? KleinesGlück und großes Glück: eine kurze Geschichte“, Die Presse.com, 4.6.2010
  • P. Bürger: Soldatensärge und deutsche Interessen - Votiert Bundespräsident Horst Köhler für Wohlstandskriege? ☛ „Gleichwohl bleibt es dabei: für Militäreinsätze zugunsten nationaler Wohlstands-, Wirtschafts-, Handels-, Macht- oder Energieinteressen gibt es in unserer Zivilisation keinerlei Legitimation. Die Alternative des dritten Jahrtausends lautet: intelligente Kommunikation und Kooperation auf dem Globus auf der Grundlage des für alle geltenden Rechtes oder Rehabilitation jener militärischen Stärkepolitik, die die Abgründe des 20. Jahrhunderts herbeigeführt hat und die heute die Umsetzung von Überlebensstrategien auf dem Planeten Erde unmöglich macht“, Telepolis, 27.5.2010
  • Extreme Human-Powered Delivery ☛ „Most discussion on transportation alternatives to single-occupant fossil fuel-powered vehicles focuses on moving people from place to place. Options might include electric trains, walking, and bicycling. But also important for functioning cities is moving goods around, and most of the above options would seem to have severe limitations when one considers the variety of things that need to be moved. How does one carry a sheet of plywood across town? Surely not on a crowded subway. But a recent trip to China demonstrated for me that almost anything is possible“; Welt-Wettbewerbe in den diversen Fahrrad-Disziplinen (EG), The Oil Drum Europe, 13.5.2010 ( , , , , )
  • The Promise of Decentralization, Localization, and Scale-Free Self-Sufficiency ☛ „Are there any alternative structures that could allow us to maintain, even dramatically improve our collective quality of life despite an ongoing decline in the quality and availability of energy? Specifically, what role will decentralized and localized production play in our future political system and economy (and what role are they already playing, especially in less developed countries)? Are decentralization and localization realistically implementable solutions? That’s the general topic for tonight’s Campfire discussion“, The Oil Drum/Campfire, 2.5.2010
  • Cycle-touring: a vision of post-peak holidays? ☛ „Practical advice … Magical stuff … Energy analysis … So bicycle holidays can be fun and energy saving. They use far less oil, which is the most rapidly depleting of the fossil fuel, than do car or plane-based holidays. But are bicycle holidays viable in a post peak future? This is an open question which I put to the readers. My only answer is I hope so“, The Oil Drum Europe, 25.4.2010
  • R. Schwaiger: Akute Wachstumsschmerzen ☛ „Immer mehr, immer besser, immer reicher: So lautet das Rezept für erfolgreiches Wirtschaften. Doch die Krise sorgt für eine Diskussion über den Sinn dieser Regel. Gibt es Wohlstand ohne Wachstum?“, Die Presse.com, 17.4.2010
  • F.v. Heintze: Die Natur ist stärker! ☛ „Plötzlich sehen wir … wie klein … wie zerbrechlich … wie anfällig … Niemand sollte glauben … Es ist unsere Erde. Was auf ihr (und mit ihr) geschieht, betrifft uns alle“, Bild.de, 16.4.2010
  • M. Odenwald: Besser Leben für Anfänger - Worldwatch Studie ☛ „Anders die Einwohner von Tikopia, einer Insel im Südwestpazifik. Als sie ihre ökologische Krise begriffen, leiteten sie laut Assadourian einschneidende Veränderungen ein: Sie stellten die gesellschaftlichen Rollen, die Familienplanung und auch ihre Ernährungsgewohnheiten um. So erkannten sie, wie viele Ressourcen die Schweinezucht verschlingt, und schafften sie komplett ab. Seither ist die Bevölkerung auf Tikopia stabil und gedeiht“, Focus, 12.4.2010
  • M. Maggini: Was heißt „Decroissance“? ☛ „Ein nüchterner Blick auf einen interessanten Vorschlag - Eine antikapitalistische Betrachtungsweise - Dekolonisierung der Vorstellungswelt - Kritik der Wahrheit - Paradoxe Revolution“, Streifzüge, 48/2010
  • Globalisierungkritikerin Hertz: "Auch Krieg ist gut fürs Wirtschaftswachstum" ☛ „Wir betreten eine Ära der Komplexität, der Vielfältigkeit und der Zusammenarbeit. In Zukunft werden Dinge wie ganzheitliches Denken und kritische Analyse essentiell sein. Außerdem werden Netzwerke eine große Bedeutung bekommen. Wir müssen flexibel genug sein, dass wir diese Veränderungen bewältigen können“, Spiegel, 24.3.2010
  • „Wir müssen uns eigentlich vor unseren Kindern schämen“ (H.Köhler-Interv.) ☛ “…ich sehe die Aufgabe positiv: Wir müssen jetzt den Paradigmenwechsel hin zu einer Wirtschaftsweise einleiten, die unser Planet verkraftet und die letztlich auch mehr Sinn stiftet. Der Befund ist doch eindeutig: Die Rohstoffe werden knapper, die Energie wird knapper, die Umweltschäden werden größer. Für mich gibt es keinen Zweifel: Die Nation, die sich am schnellsten, am intelligentesten auf diese Situation einstellt, wird Arbeitsplätze und Wohlstand schaffen“, Focus, Nr.12/10, 22.3.2010 ( )
  • H.-G. Öfinger: Wie schafft man ökologischen Sozialismus? ☛ „Über Wege zu einem umweltfreundlichen, antikapitalistischen Gesellschaftssystem … Dabei gebe es nur ein schmales Zeitfenster: »Es ist fraglich, ob wir angesichts der knapper werdenden Zeit, in der uns die fossile und Rohstoffbasis immer schneller wegbricht, die theoretisch vorhandenen Potenziale erneuerbarer Energien wirklich umsetzen können«, warnte Kern“, Neues Deutschland, 15.3.2010
  • W. Schwab: "Ungleichheit zersetzt Gesellschaften" - Studie über Lebensqualität ☛ „Die Wissenschaftler haben ausschließlich mit offiziellen Statistiken gearbeitet. Auch deshalb gelten ihre Ergebnisse unter Ökonomen und Wissenschaftlern als nicht widerlegbar. Die Ergebnisse haben eine großepolitische Dimension. Forscherin Kate Pickett leitet daraus ab: Macht die Gesellschaften gerechter. Das ist kostengünstiger und macht die Menschen glücklicher“, taz, 12.3.2010
  • R. Misik: Mehr Gleichheit macht glücklich ☛ „Der Soziologe Richard Wilkinson und die Medizinerin Kate Pickett belegen, dass gerechtere Gesellschaften für alle gut sind … Ein ganz, ganz wichtiges Buch, an dem künftig keiner mehr vorbei kann, der substanziell etwas zur anschwellenden ‚Sozialstaatsdebatte‘ oder zur ‚Bildungsdebatte‘ beitragen will“, Berliner Zeitung, 11.3.2010
  • R. Loske: "Den Konsumismus überlisten" ☛ „Alle Windräder und Hybridautos werden uns nicht retten, wenn wir uns länger vor der Frage des Lebensstils drücken, so der Bremer Umweltsenator Reinhard Loske. Die Wissenschaft sei nur bedingt geeignet, uns vom Pfad der Selbstzerstörung abzubringen“, EurActiv.de, 8.3.2010
  • R. Heinberg: Life After Growth ☛ „What if the economy doesn’t recover? … We have reached the end of economic growth as we have known it … The basic factors that will inevitably shape whatever replaces the growth economy are knowable … It is possible for economies to persist for centuries or millennia with no or minimal growth … Life in a non-growing economy can be fulfilling, interesting, and secure“, post carbon institute, 3.3.2010 ( )
  • M. Greffrath: Lob des Staates ☛ „Wohlstand durch Teilen - viele streiten bereits dafür. Jetzt braucht es Gesetze … ‚Gemeingüter entfalten sich in sozialen Netzen‘. Stimmt, aber gesichert werden sie nur durch Recht, jedenfalls in komplexen Gesellschaften … Auch der Übergang in die fossile Moderne wurde vorbereitet auf Inseln des Neuen, miteinander verbunden hat sie der Staat - damals eine neue Institution“, taz, 3.3.2010
  • D. Lenz: „Der Planet überlebt den Materialismus nicht“ (J.E.Stiglitz) ☛ “‚Wir halten in unserer westlichen Welt sehr viel für selbstverständlich, ohne die Dinge, die uns jeden Tag begleiten, zu hinterfragen‘, beschreibt Stiglitz den hilfreichen Perspektivwechsel … Joseph Stiglitz ist sich bewusst, dass Veränderungen längst überfällig sind und die Menschheit unmöglich den vorgegebenen materialistischen Weg der USA weitergehen darf. ‚Der Planet würde das nicht überleben‘, sagt er“, ecolot.de, 22.2.2010
  • :!:US-Soziologe Rifkin: "Globalisierung von oben gescheitert" ☛ „Der US-Soziologe Jeremy Rifkin sieht die Menschheit an einem Wendepunkt. Er hofft auf den Triumph des Mitgefühls. Mit der ‚Presse‘ spricht er über seinen Optimismus und apokalyptische Prophezeiungen“, DiePresse.com, 10.2.2010
  • Sarkar/Kern: Eco-Socialism or Barbarism - An Appeal ☛ „The failure of capitalism as an economic system is becoming obvious, write leading European eco-socialists Saral Sarkar and Bruno Kern. Mass unemployment is becoming commonplace in almost all countries, and where the economy is growing, mostly it is jobless growth. Welfare states are being dismantled , and almost everywhere one hears of crises of one or the other kind. In large parts of the world abject poverty prevails, and even establishment economists are at a loss. These two authors outline the core of their analysis and vision of eco-socialism“, Dandelion Times, 7.2.2010
  • A.v. Schirach: Fortschritt durch Kooperation ☛ „Das menschliche Energieparadoxon in aller Deutlichkeit formuliert zu haben ist der große Verdienst dieses Buches. Laut Rifkin stehen wir vor der dritten industriellen Revolution - lokal gewonnene und erneuerbare Energie geht mit der Möglichkeit globaler Vernetzung einher. Damit diese Revolution gelingt, lässt der Autor seinen warnenden Worten einige zukunftsweisende Lösungsansätze folgen…“, Deutschlandradio, 4.2.2010
  • S. Astyk: Peak Oil Is Still a Women's Issue and Other Reflections on Sex, Gender and the Long Emergency ☛ „I am concerned that women may lose ground in education, in control of our bodies, in vulnerability to rape and domestic violence and to grinding poverty. We already know that climate change will affect most the world’s poorest and that women and children will be disproportionately affected. The same is potentially true of energy depletion … But men are going to pay a price too … Men lost 74% of the jobs between 2007 and 2009 both because many traditionally male industries, like construction were heavily hit, and also because companies retained lower-paid women“, scienceblogs.com, 31.1.2010
  • Giddens/Fücks: „Wir brauchen eine Radikalität der Mitte“ ☛ „Anthony Giddens, der Autor von ‚Der dritte Weg‘, und Ralf Fücks im Gespräch über eine Politik des Klimawandels, die Umgestaltung unserer Zivilisation und das Verhältnis von Utopie und Realismus, die Verortung der Klimapolitik jenseits des alten Rechts-Links-Schemas und die Rolle des Staates“, Heinrich Böll Stiftung, 26.1.2010
  • M. Wulff: "Es droht ein Überlebenskampf" (Rifkin-Interv.) ☛ „Wissenschaftler Jeremy Rifkin warnt vor einer beunruhigenden Verbindung: Unsere globale Empathie steigt, gleichzeitig steuern wir aber auf unsere Vernichtung zu. Ist das nicht übertrieben? … Welt am Sonntag: Die Geschichte ist voll von Schwarzsehern, die behaupteten, das Ende der Welt sei nah“; Die Geschichte ist auch voll von Zivilisations-Zusammenbrüchen (EG), Welt am Sonntag, 17.1.2010
  • Monitor: Besser statt mehr - Wirtschaftswachstum radikal anders ☛ „Wachstum, Wachstum über alles - das Glaubensbekenntnis, nicht nur hierzulande. Und wer auch immer zweifelte, wurde als weltfremd abgetan. Das ändert sich langsam nach Finanz- und Wirtschaftskrise. Es wird neu gedacht: Vielleicht sind steigende Wachstumsraten gar nicht so gut, sondern ökologisch und ökonomisch falsch. Vielleicht sollte die Wirtschaft den Menschen dienen, und nicht umgekehrt. Wir sprachen mit Vordenkern und Machern“, WDR/Monitor, 7.1.2010 (Meadows: ; Miegel: ; Jackson: )
  • Der Philosoph und die elende Ideologie (Sloterdijk) ☛ „Das aktuelle Steuersystem liefert die effiziente sozialdemokratische Alternative zum Prozedere der Russischen Revolution: Lenin beschlagnahmte bekanntlich alles Produktiveigentum ein für alle Mal und musste dann zusehen, wie die Wirtschaft zerfiel. Unser System begnügt sich damit, jährlich etwa die Hälfte der nationalen Wertschöpfung in die Umverteilung zu bringen … Zweitens bin ich manchmal stolz darauf, dass ich größere Beträge an das Finanzamt abführe“, stern, Nr.2, 7.1.2010
  • E. Assadourian: Aufstieg und Fall unserer Konsumkultur ☛ „Der ökologische Fußabdruck der Menschen, 1961–2005 … Erhaltbare Weltbevölkerung auf unterschiedlichen Konsumniveaus … Der Konsumismus in verschiedenen Kulturen … Verbessert ein hohes Konsumniveau das menschliche Wohlergehen? … Erwartungen von College-Erstsemestern in den USA, 1971–2008 … Die institutionellen Wurzeln des Konsumismus … Wie Industrien kulturelle Normen verändert haben … Die Entwicklung nachhaltiger Kulturen … Die besondere Rolle kultureller Pioniere“, in: Worldwatch Institute (Hg.), Zur Lage der Welt 2010. Einfach besser leben - Nachhaltigkeit als neuer Lebensstil, S.33-57, 2010 (Zsf.: )

2009:

2.Hj.:

  • M.Hänggi: Zeit, wütend zu werden (Floppenhagen) ☛ „Die Wissenschaft muss weiter Aufklärungsarbeit, die NGOs müssen noch mehr Kampagnenarbeit leisten und die politischen FührerInnen auf ihre schönen Worte behaften. Der Feind, den es zu bekämpfen gilt, ist der stärkste, den man sich denken kann: die Erdöl-, Kohle- und Gaslobby. Und es wird nun noch schwieriger werden, weil der Misserfolg von Kopenhagen den BremserInnen Auftrieb verleiht. Doch es bleibt uns nichts anderes übrig. Oder wie Naomi Klein in der Nacht des Scheiterns sagte: «Es ist Zeit, wütend zu werden»“, Die Wochenzeitung/ch, 24.12.2009 ( )
  • A.Posener: Kopenhagen? Nein danke. Klimaschutz? Ja, bitte! ☛ „Und auch Kohlendioxid ist nur eine Chiffre, nämlich für die fossilen Brennstoffe, von denen wir uns verabschieden müssen … Die Abkehr von der Kohlenstoffwirtschaft ist also kein Gutmenschenprogramm, sondern Ausdruck eines gesunden Egoismus. „Global denken, lokal handeln“ war eine Parole der Umweltbewegung, die ein wenig in Vergessenheit geraten ist. Nach Kopenhagen wird sie für Europa wichtig“, Welt, 20.12.2009
  • Greenpeace-Chef Naidoo: "Wir brauchen neue Formen des zivilen Ungehorsams" ☛ „Wir müssen noch mehr junge Leute erreichen … Für die Zivilgesellschaft ist Kopenhagen ein Weckruf, dass es mit dem politischen Druck nicht ausreicht. Dieses Jahr ist ein Desaster für unseren Planeten, weswegen wir neue Formen des friedlichen zivilen Ungehorsams finden müssen. Und wenn wir dadurch die Gefängnisse füllen“; Einsatz für Energie-, Lebensstil- u. Zivilisations-Revolution (EG), Spiegel, 19.12.2009
  • "Es droht ein Kampf aller gegen alle" - Nobelpreisträgerin Ostrom zum Klimagipfel ☛ „Ein Vertrag wird nicht reichen, um das Problem komplett zu lösen. Deswegen brauchen wir einen polyzentrischen Ansatz im Kampf gegen den Klimawandel. Alle Ebenen der Gesellschaft müssen zusammenarbeiten, um auf lange Sicht effektiv zu sein. Städte, Dörfer und lokale Gemeinschaften sind bisher als wichtige Akteure vernachlässigt worden“, Spiegel, 17.12.2009
  • P.Unfried: Die neue bürgerliche Elite ☛ „In diesem Moment, während in Kopenhagen die Staats- und Regierungschefs Politik machen bzw. verhindern, wächst in Deutschland - parallel zu anderen Industrienationen - eine neue bürgerliche Elite heran. Es sind Kulturkreative, Designer, Architektinnen, Nachhaltigkeitsarbeiter, Unternehmer, Manager, grüne Oberbürgermeister, CDU-Gemeinderätinnen, Politikwissenschaftler, Sozialpsychologen, Werberinnen und Journalisten“, TAZ, 15.12.2009
  • :!:T.G.Ash: Velvet Revolution - The Prospects ☛ „In old-style revolution, the angry masses on the street are stirred up by extremist revolutionary leaders — Jacobins, Bolsheviks, Mao — to support radicalization, including violence and terror, in the name of utopia. Bring on the red guards! In new-style revolution, the masses on the street are there to bring the powerholders to the negotiating table. The moment of maximum mass mobilization is the moment of turn to negotiation; that is, to compromise“, The New York Review of Books, 3.12.2009
  • Zilla/Geden: Pragmatismus statt Panikmache - Für eine unaufgeregte Ressourcendebatte ☛ „Sind Biokraftstoffe Hoffnungsträger oder verantwortlich für steigende Nahrungsmittelpreise? Droht uns die Abhängigkeit von Russland, sollte das Nabucco-Projekt scheitern? Kaum eine Debatte ist so alarmistisch aufgeladen wie die über Ressourcenpolitik. Das jedoch verhindert ein nüchternes und funktionierendes Risikomanagement“, IP, 11/12.2009
  • W.Schneider: Lasst das Auto stehen (Leggewie/Welzer) ☛ „Um die Welt zu retten, rufen Claus Leggewie und Harald Welzer zum Verzicht auf. Der Politik trauen sie nicht mehr viel zu, der Initiative von unten umso mehr … wollen das Zeitalter der großen Autos beenden“, Rheinischer Merkur, Nr.48, 26.11.2009
  • Hochschulreform: Nieder mit Bologna! ☛ „Eine sogenannte Reform hat die deutschen Universitäten zerstört“; PlanUni-Diktatur knebelt Jugend an kollabierendes Gesamtsystem (EG), Zeit, 26.11.2009
  • Streitgespräch: Gold – irre Spekulation oder sicherer Hafen? ☛ „Der Dollar und auch der Euro sind dem Untergang geweiht. Die private und öffentliche Überschuldung wird den Zusammenbruch unseres Währungssystems nach sich ziehen. Dann schlägt die Stunde des Edelmetalls. Gold kann dann durchaus den Kristallisationskeim einer neuen Währung bilden … In China empfiehlt die Regierung jetzt aktiv den Kauf von heimischen Gold-Münzen, sogenannten Pandas. Das würde Peking nicht tun, wenn es nicht davon überzeugt wäre, dass der Unzen-Preis hoch bleiben wird“, Welt, 6.11.2009
  • :!:T.Bruns: Das Ansehen der Wirtschaft ist in höchster Gefahr ☛ „Was hält die Gesellschaft zusammen? Die Antwort ist doch ganz leicht: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Die Ideale der Demokratie und das Wissen, dass der freiheitliche Staat von Voraussetzungen lebt, die er selbst nicht garantieren oder schaffen, schon gar nicht erzwingen kann. Diese Voraussetzungen sind, einfach gesagt, die Werte und Leitbilder, die der Westen über Jahrhunderte mühsam gelernt und herausgebildet hat … Unternehmer, Banker, Finanzleute, Wirtschaftsexperten müssen verstehen, dass es bei Strafe des Untergangs verboten ist, die demokratischen Ideale in den Augen der Bürger unglaubhaft zu machen“, Tagesspiegel, 1.11.2009
  • J.B.Judis: End State - Is California finished? ☛ „To be sure, California has defied its prophets of doom before, recreating and renewing itself. As someone who knocked on the Golden Door in an earlier era, I hope it does so again–for the country’s sake as well as California’s. But I have my doubts“; Eine radikale grüne ‚small is beautiful-Life-Style-Revolution‘ in der nun angebrochenen ‚era of limits‘ wäre Kaliforniens ‚World-Frontier-Job‘ (EG), The New Republic, 26.10.2009
  • H.Köhler: "Für eine Kultur der Nachhaltigkeit" ☛ „Wir stehen an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter im Zeichen von Ökologie und Nachhaltigkeit … Dabei ist Zusammenarbeit nötig - keine Nation kann mehr auf Kosten anderer ihr Glück machen, alle müssen auf das Gleichgewicht der Welt achten“, Grußwort des Bundespräsidenten zur Verleihung des Deutschen Umweltpreises,Augsburg, 25.10.2009
  • N.Gronewold: New School of Thought Brings Energy to 'the Dismal Science' ☛ „These thinkers say that the neoclassical mantra of constant economic growth is ignoring the world’s diminishing supply of energy at humanity’s peril, failing to take account of the principle of net energy return on investment. They hope that a set of theories they call ‚biophysical economics‘ will improve upon neoclassical theory, or even replace it altogether“, NYT, 23.10.2009
  • C.Stokes Brown: What Is a Civilization, Anyway? ☛ „Definition of Civilization - Band, Tribes, Chiefdoms - Agrarian civilizations - Industrial nations - Modern global society - The Process of Urbanization - Rebooting the Checklist - Analogy with Ants“, World History Connected, Volume 6, Number 3, 10.2009
  • "Der Wohlstand geht trotz Wachstum zurück" (Interv. mit R. Zieschank) ☛ „Wie entwickelt sich die Weltwirtschaft? Auch beim G20-Gipfel starren Politiker, Medien und Experten vor allem auf eine Zahl: das Bruttoinlandsprodukt. Der Nachhaltigkeitsforscher Roland Zieschank fordert im Interview mit tagesschau.de ein Umdenken: ‚Wir müssen weg von dem Wachstumsparadigma‘“, tagesschau.de, 25.9.2009
  • A.Jung: Der Kult ums BIP ☛ „Immer schneller, immer mehr: Der Glaube an grenzenlosen Überfluss ist seit der Finanzkrise erschüttert, Zweifel kommen auf am Sinn ewig steigender ökonomischer Leistung. Doch kann eine Wirtschaft ohne Wachstum funktionieren - und zugleich Lebensqualität bieten?“, Spiegel, 39/2009, 21.9.2009 ( )
  • N.Paech: Wohlstand ohne Wachstum ☛ „Wir brauchen kein grün angepinseltes Weiter-so, sondern müssen jetzt endlich unser Leben entrümpeln und entschleunigen … Der Weg in eine bescheidenere, aber krisensichere Versorgung durchläuft fünf Stationen“; Der unausweichliche globale gesamtwirtschaftiche Wachstumsgipfel der fossilen Zivilisationsära wurde bereits im Jahr 2008 überschritten (EG), GP Magazin 5/09 ( ), hier in: 52wege.de ( )
  • P.Sandmeyer: Da blüht uns was! Lust auf Land und Garten ☛ „Sehnsucht nach Natur … Laubenpieper gelten heute als coole Trendsetter … Befriedigung durch Bespaßung ist vorbei … Gärtner als Guerilla der Cyberwelt … Zeit ist für den Gärtner etwas Erlebbares … Der Garten als Abenteuer“, Stern.de, 17.8.2009
  • S.Kosch: Die Vermessung des Wohlstands ☛ „Das Bruttoinlandsprodukt verschweigt die Kosten des Wirtschaftens für Umwelt und Gesundheit. Es gibt Alternativen … BIP … NWI … Andere“, TAZ, 13.8.2009
  • W.Nešković: Jede Utopie beginnt mit Fragen ☛ „Die friedensstiftende Kraft des sozialen Rechtsstaats - Der Idiotie des globalen Monopolys die humane Utopie entgegensetzen! … die Entwicklung von Utopien als menschliche Pflicht zu begreifen und erinnerte dazu an die Ideen des deutschen Philosophen Ernst Bloch“, Womblog.de, 11.8.2009
  • T.Fricke: Bessere Ökonomen braucht das Land ☛ „Ergebnisse ohne Aussagekraft • Man hört jede Meinung - und ihr Gegenteil • Helfen Steuersenkungen oder schaden sie? • Logik, Intuition und Faktenwissen“, Berliner Republik, 4/2009
  • C.Baker: The psychology of change - cultivating resilience at the point of no return ☛ „Whether it occurs rapidly or slowly, the collapse of a civilization is always traumatic. Wherever we might be in the process, it is tempting to become pre-occupied with logistical preparation only, i.e., relocating to a sustainable area of the world, learning skills, acquiring tools, storing food, and much more. Yet if one does not address the interior world as well as the exterior, the journey may be immensely daunting, even overwhelming“, Energy Bulletin, 27.7.2009
  • R.Fischbach: Plädoyer für eine neue Lebenskultur ☛ „Solange wir unsere Identität aus Arbeit herleiten, bedeutet Wachstumsverzicht nur fortschreitendes materielles und psychisches Elend. Deshalb müssen wir umdenken“, der Freitag, 23.7.2009
  • P.Oswalt: Kultur des Schrumpfens - Shrinking Cities ☛ „Büroviertel als Brachen des 21. Jahrhunderts: Die städtische Nutzung von Raum für Arbeit und Wohnen wird sich in den nächsten Jahren rekonzentrieren. Das ist eine Chance“, der Freitag, 23.7.2009
  • R.Kurz: Blühende Wirtschaft ☛ „Vom schönen Schrumpfen: Wachstumskritiker fordern ein radikales ökonomisches Umdenken. Kann die Idee einer wachstumslosen Wirtschaft den Ausweg aus der Krise bieten?“, der Freitag, 23.7.2009
  • M.Koelling: Der lachende Pessimist (Meadows) ☛ „Er wollte lieber Problembewusstsein wecken. ‚Und dafür muss man die Menschen als erstes dazu bringen, besorgt zu sein‘ … Und mit einer Prise Humor will er erreichen, dass seine Zuhörer zu handeln beginnen und nicht in Schockstarre fallen“, der Freitag, 23.7.2009
  • D.Jensen: Vergessen Sie kürzere Duschgänge - Warum persönlicher Wandel nicht gleich politischen Wandel bedeutet ☛ „Würde irgendeine zurechnungsfähige Person glauben, dass das Wühlen im Müll Hitler aufgehalten hätte oder, dass Kompostieren die Sklaverei beendet oder den Acht-Stunden-Tag herbeigeführt hätte, oder dass Holzhacken oder das Tragen von Wasser Insassen aus den zaristischen Gefängnissen befreit hätte … Warum greifen dann jetzt, da die ganze Welt auf dem Spiel steht, so viele Leute auf diese vollkommen persönlichen ‚Lösungen‘ zurück? … Unter anderem liegt es daran, dass wir Opfer einer Kampagne geworden sind, die uns systematisch in die Irre geleitet hat. Konsumentenkultur und kapitalistische Gesinnung haben uns gelehrt, organisierten politischen Widerstand zugunsten persönlicher Konsumhandlungen (oder der Aufgeklärtheit) aufzugeben“, Pro-Regenwald.de, 13.7.2009
  • S.Chamberlin: Transition Town timeline - a vision of hope ☛ „The Transition Town movement has produced a year-by-year timeline to lead us to a happier, healthier society. Shaun Chamberlin outlines this vision - beginning with a landmark 2010 climate change accord“, The Ecologist, 7.7.2009
  • Geschwindigkeit ist Hexerei - Mentalitätswandel nach der Finanzkrise? ☛ „Noch immer lassen sich die Konsequenzen der weltweiten Finanzkrise allenfalls erahnen. Fest steht immerhin, dass nicht nur das Wirtschaftsgefüge aus den Angeln geraten ist. Auch unser Wohlstands-Wertesystem steht zur Disposition. Doch bislang gibt es kaum überzeugend wirksame Alternativmodelle … Elite darf nicht nur als Leistungs-, sondern muss auch als Verantwortungselite verstanden werden“, Der Westen.de, 3.7.2009
  • M.Gorbatschow: Ändert Euch! ☛ „Die Zeit ist reif für einen ‚kreativen Neubau‘, für eine neue Balance zwischen Staat und Markt, auch für eine Demilitarisierung der Wirtschaft“, Cirero, 7.2009

1.Hj.:

  • Evolution - Wie der Mensch die Menschlichkeit lernte ☛ „Von wegen permanenter Überlebenskampf: Die Evolution hat entgegen aller Vorurteile auch die Moral hervorgebracht. Evolutionsbiologe Claus Wedekind erklärt, wie wir lernten, Mitmenschen zu lieben - und warum wir unser eigenes Verhalten besser verstehen müssen, um Konflikte leichter zu lösen“, Spiegel, 29.6.2009
  • Lust an Gott - Peter Sloterdijk im Instituto Cervantes ☛ „Die Philosophen waren sich einig mit der Forderung nach einer ‚Ethisierung der Religion‘. Sloterdijk, eingesponnen in sein subjektivistisches Begriffssystem aus Neologismen und Entertainerterminologie, weiß ‚die Kulte‘ auch als ‚symbolische Bewältigungsverfahren‘ zu schätzen, um Menschen in Extremsituationen zu reintegrieren: ‚Sie zeigen, was man machen kann, wenn man gar nichts mehr machen kann‘. Eine offene Diskussion über kultische Dimensionen, so Sloterdijk, sei auch das beste Abwehrmittel gegen ‚klerikal-faschistische Strukturen‘ wie bei der Pius-Bruderschaft“, FAZ, 27.6.2009
  • "Die Reichen müssen mehr tun" (T.Santarius) ☛ „Industrieländer können ihre Emissionen nur senken, weil im Ausland schmutzig produziert wird … Sie fordern, den Handel von mit fossiler Energie hergestellten Gütern zu verbieten und plädieren für eine Wirtschaft, die durch Solarstrom angetrieben wird. Wie realistisch ist das?“; Wie unausweichlich ist das?! (EG), Zeit, 19.6.2009
  • „Wachstum hat religiösen Charakter“ (The Great Transformation) ☛ “‚Unsere Zivilisation ist nicht nachhaltig‘, stellte er fest. ‚Es muss Änderungen im Lebensstil und im Konsum geben. Das ist unvermeidlich‘ (Anthony Giddens) … Wolfgang Sachs, Hauptautor der Studie Zukunftsfähiges Deutschland vom Wuppertal-Institut, fasste diese Erkenntnis in die Formel: ‚Eine Politik des Wohlbefindens muss die Politik des Wachstums ablösen‘“, Zeit, 15.6.2009
  • M.Kunzmann: Sommer, Sonne, Sozialismus? (Cuba) ☛ „Auf dem Weg von Trinidad nach Santa Maria, einem kleinen Ort an der Küste, nördlich von Havanna, fallen mir, als wir auf der sowjetischen Autobahn unterwegs sind, die Schilder der Energierevolution auf. Ich erfuhr erst im Nachhinein was es genau damit auf sich hat: Die grundlegende Umstellung auf Energiesparlampen, weniger Stromverbrauch und eine ökologischere Energieerzeugung in ganz Cuba durch neue Wind- und Solarkraftwerke. Eine sehr feine Sache, die auf dem Land schon erste Früchte trägt, dort konnte ich nämlich auf vielen Dächern die Montage von Solarzellen beobachten“, Indymedia.org, 13.6.2009
  • Grüne Banken: "Mehr Transparenz geht nicht" ☛ „Sie offenbaren, wem sie Geld leihen, und lehnen ökologisch schädliche Investitionen ab: Ethische Banken verzeichnen hohen Zulauf … Wenn sich alle so verantwortungsvoll verhalten hätten wie die grünen und kirchlichen Banken, hätte es die Krise nie gegeben“, Zeit, 10.6.2009
  • C.Leggewie: Schrumpfen statt wachsen ☛ „Wenn wir, was mittlerweile unstrittig ist, Lebensweisen und Verhaltensmuster verändern wollen, damit unsere Kinder und Enkel noch gut leben können, dann müssen wir eine postkarbone Zivilisation erdenken, also eine, die ohne Kohle und Öl auskommt. Und das leisten nicht allein Ingenieure, sondern auch Kulturwissenschaftler“, Spiegel, Nr. 24/2009, 8.6.2009
  • M. Miegel: 2015 - das Jahr der finalen Krise ☛ „Wachstum hebt den Wohlstand nicht. Wir müssen auf das Niveau unserer wirklichen Leistungsfähigkeit zurücksinken, sonst droht die nächste Krise - dann wackeln nicht nur Banken und Unternehmen, sondern ganze Staaten“, FAZ, 3.6.2009
  • Peter Sloterdijk: Spielräume eröffnen ☛ „In einer ‚apokalyptischen Endspielsituation‘, in der sich die Welt derzeit befände, wolle er keine Heilsbotschaften verkünden, sondern Denkanstöße geben … Der Mensch hat ein biologisches und ein soziales Immunsystem“, dradio.de, 2.6.2009 (Audio-Seite: ; Foto: )
  • VCÖ: Energie effizient mobil ☛ „Wir leben mit einer singulären Energiefülle … Von der Haferkrise zu Peak Oil … Das Verlassen eingefahrener Mobilitätsmuster fördern … Das Potenzial Radfahren ausschöpfen … Weltweit bereits 23 Millionen Elektro-Fahrräder … Weltweit handeln … Modellregion für Elektro-Mobilität“, vcö magazin, 06.2009
  • C.Leggewie: Klimakultur - ein Wechsel der Perspektive ☛ „Die Dynamik des anthropogenen Klimawandels ist nicht nur eine Frage natürlicher Prozesse, sondern vor allem eine von Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Daher ist ihre Erforschung eine zentrale Aufgabe der Kulturwissenschaften“, Telepolis, 27.5.2009
  • S.Pfister: Ökolügen und PR-Tricks ☛ „Ökologisches Handeln ist in. Bewusstes Konsumieren auch. Und schon im Supermarkt lässt sich dieser Anspruch direkt umsetzen. Die Bio-Marken sind die größten Absatzträger im Nahrungsmittelbereich. Doch in die vermeintlich heile Welt des verantwortungsvollen Kunden brechen nun zwei Bücher ein, die hinter die Kulissen blicken und aufdecken, dass längst nicht alles grün und ökologisch ist“, Deutschlandfunk, 25.5.2009
  • USU Researcher Featured in June 2 ABC News Special 'Earth 2100' (J.A.Tainter) ☛ „»Historically, societal collapse occurs when a society’s investments in social complexity reach a point of diminishing returns«, he says. »Innovation that boosts productivity is the key to stemming declining returns and sustaining an increasingly complex society. The question we need to ask ourselves is ‘What do we value enough to work to sustain?’«“, Utah State University/Online News, 21.5.2009
  • Wir sind Übende - Ein Gespräch mit Peter Sloterdijk ☛ „Wenn wir unser Leben nicht ändern, gehen wir unter. Doch reicht eine neue Bescheidenheit aus, die Welt zu retten? … Die Krise evoziert unweigerlich eine neue, ökologisch-kosmopolitische Elite … Der Ausweg kann nur in den Qualifikationen gefunden werden, die die Eliten von morgen entwickeln, um auf die Herausforderungen der Krise zu antworten. Die alten Eliten versagen offensichtlich mehr und mehr“, Rheinischer Merkur, 21.5.2009
  • N.Paech: Die neue Bescheidenheit (Post-Wachstums-Ökonomie) ☛ „Wir werden anfangen, unser Leben zu entrümpeln und zu entschleunigen. Wir werden auf Fernreisen verzichten und wieder mehr Produkte aus der Region kaufen, weil die nicht so hohe Transportkosten verursachen. Wir werden Produkte länger nutzen, sie reparieren und pflegen und sie lieber gebraucht kaufen als neu. Wir werden Knöpfe selber annähen und Fahrräder eigenhändig reparieren. Vielleicht wird das sogar Spaß machen“, Die Zeit, Nr.22, 20.5.2009
  • LOLR.Misik: "Nur Verlierer kooperieren" - Peter Sloterdijk über die Finanzkrise ☛ „Genau das versuche ich in meinem Buch mit den Argumenten, die das Konzept Ko-Immunismus begründen. Wenn wir beweisen, dass wir das Eigene und das Fremde systematisch falsch unterscheiden, weil wir zu klein definierte Egoismusformate haben, so würde daraus folgen, dass wir ein größeres inklusiveres Eigenes schaffen müssen - nicht aus Idealismus, sondern aus wohlverstandenem weitsichtigem eigenem Interesse“, TAZ, 5.5.2009
  • M.Matussek: Folgen der Wirtschaftskrise - Der neue Mensch ☛ „Nieder mit dem System? Eine Parole von gestern. Brillante Intellektuelle wie Peter Sloterdijk und Ralf Dahrendorf fordern stattdessen eine neue Ethik für den spätkapitalistischen Menschen, rufen in der Wirtschaftskrise nach Mäßigung, Gelassenheit und Übung. Es wird Zeit für neues Denken“, Spiegel, 1.5.2009
  • R.Miller: Collapse and Transformation ☛ „There is good reason why a movement for local autonomy and self-reliance, the focus of this publication, is arising at this moment in history: Quite simply, civilization as we know it has entered a serious crisis and appears to be on the brink of disintegration“, Vermont Commons, 30.4.2009
  • Keine Autorität mehr - Indiens Politik ist schon lange nicht mehr von gandhischen Prinzipien bestimmt ☛ „100 Jahre ist es her, dass Gandhi ‚Hind Swaraj‘ veröffentlichte, jenes politische Manifest, welches das Konzept der Selbstbestimmung definierte und die friedliche Befreiung von der britischen Besatzung propagierte … Mit ‚Swaraj‘ hatte Gandhi ein Konzept entworfen, das Moral auf politischer und individueller Ebene etablierte. Er versuchte eine indische Zivilisation zu begründen, die in ihrem Kern nicht antiwestlich war, aber die westliche Zivilisation für ihre Verherrlichung von Gewalt und fortschreitender Industrialisierung kritisierte, die im Namen der Entwicklung und des Wachstums die menschliche Arbeitskraft zerstöre. ‚Nicht Massenproduktion, sondern Produktion der Massen‘ war ein Leitspruch Gandhis, mit dem er das in ‚Swaraj‘ enthaltene Konzept der Selbstversorgung (‚Swadeshi‘) definierte“, TAZ, 26.4.2009
  • H.-J.Heinrichs: Leben heißt üben (Sloterdijk) ☛ „Nietzsches Höhenpsychologie - die Proklamation der sich von Bedingungen und Gewohnheiten freimachenden Aufwärtsbewegung - figuriert in dieser teils als Essay, teils als Forschung, teils als Weltmanifest angelegten Schrift als rettende Leitidee für eine Welt, die sich selbst verrannt und an den Rand des Abgrunds katapultiert hat. Dabei wird Nietzsches Figur des Zarathustra von Sloterdijk als Vorbild für jeden Menschen (für die in ihm schlummernde Kraft des Über-sich-Hinauswachsens) reklamiert, anthropologisch neu gefasst und verankert. Daher der hohe Ton, der hier angeschlagen wird. Es geht ums Ganze: Die globale Krise selbst diktiert den Wandel in einer menschheitsgeschichtlichen Dimension“, Welt, 25.4.2009
  • LOLH.Köhler: Eröffnungsrede der Hannover Messe 2009 ☛ „Wer jetzt abwartet, verpasst die Chancen der Produkte und Märkte der Zukunft. Und die Hannover Messe gibt für diese Zukunft mit ihrem Schwerpunktthema Energieeffizienz und regenerative Energien klare und richtige Orientierungen … Wir brauchen einen ökologischen Umbau der Weltwirtschaft, der Rohstoffe und Energie spart und regenerative Energien voranbringt … Wir wollen uns das Ziel setzen, Zentrum zu werden für die Weltprodukte der neuen Zeit“, bundespraesident.de, 19.4.2009
  • Benedikt XVI.: Botschaft und Segen "Urbi et Orbi" ☛ „In einer Zeit weltweiter Lebensmittel-Knappheit, finanzieller Verworrenheit, alter und neuer Formen der Armut, besorgniserregenden Klimawandels, in einer Zeit, in der Gewalt und Elend viele zwingen, auf der Suche nach weniger unsicheren Überlebens-Chancen die eigene Heimat zu verlassen, in einer Zeit ständig bedrohlichen Terrorismus’ und wachsender Ängste angesichts der Unsicherheit der Zukunft ist es dringend notwendig, erneut Perspektiven zu eröffnen, die in der Lage sind, wieder Hoffnung zu vermitteln“, Radio Vatikan, 12.4.2009
  • Erzbischof R. Zollitsch: Wir dürfen nicht aufhören, groß vom Menschen zu denken ☛ „Wer kann sich etwa freisprechen von der Gier? Müssen wir nicht feststellen, dass auch wir, dass die breite Mehrheit unter uns gehofft hat, immer mehr zu bekommen? Wie viele unter uns sind der Versuchung erlegen, mit Geldanlagen 15 oder gar 25 Prozent Gewinne machen zu können? – Ohne aber zu fragen, wer dies erwirtschaften, wer dies letztlich bezahlen soll! Wir alle haben Grund nachdenklich zu werden, umzukehren und nach dem zu fragen, was wirklich trägt und in die Zukunft führt, statt zu resignieren. Die angemessene Konsequenz, heißt nicht: frustriert zu verharren, sondern die Gesellschaft mit dem Zeugnis der Aufrichtigkeit und Wahrheit zu durchwirken!“, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbistum Freiburg, 12.4.2009
  • Bischof W.Huber: Predigt am Ostersonntag im Berliner Dom ☛ „Zahllose Menschen haben sich wie die drei Frauen am Morgen des Ostersonntags aufgemacht. Sie sind auf der Suche nach einer neuen Ordnung. Sie wollen festen Boden unter den Füßen. Sie halten Ausschau nach einem Grund, der ihnen Sicherheit und Verlässlichkeit bietet, unabhängig von Geldsorgen und Wirtschaftskrise. Das Denken in kurzfristigen Gewinnerwartungen und Quartalsberichten soll abgelöst werden von langfristigen Prognosen und von nachhaltigen Strategien. Der Sinn von milliardenschweren Zahlungen für die künstliche Verlängerung einer Wirtschaftslogik, die sich als nicht tragfähig erwiesen hat, leuchtet immer weniger ein. Die Menschen fragen vielmehr nach Lebensformen und nach Ausgestaltungen wirtschaftlichen Handelns, die Nachhaltigkeit versprechen. Sie sehnen sich nach einem Wandel der Werte, nach dem Fest der Verwandlung“, Ratsvorsitzender der EKD, EKD.de, 12.4.2009
  • G.Huber: Globalisierung und "freie Marktwirtschaft" - Aus der Sicht der Regeln der Evolution und unserer Ideale ☛ „Die vordringlichsten Maßnahmen liegen in den eingangs erwähnten Bereichen Energie, Transport und Finanzwesen, aber letztlich doch in allen Bereichen der Gesellschaft. Es handelt sich jeweils um eine Kombination aus neuen Wertevorstellungen und Gesetzen, wodurch die Rechte der agierenden Unternehmen und ihre Pflichten gegenüber der Gesellschaft festgelegt und kontrolliert werden … Die Bekämpfung des neuen Feudalismus und das Wirken für eine möglichst ‚sanfte Wende ohne Chaos‘ halte ich für die wesentlichen politischen Aufgaben der Burschenschaft“, Burschenschaftliche Blätter.de, 8.4.2009
  • B.Senf: Bankgeheimnis Geldschöpfung ☛ „Geldschöpfung und Wirtschaftswachstum … Geldschöpfung - ein blinder Fleck in vielen Wirtschaftstheorien … Gründung und Tarnung der Fed durch ein privates Bankenkartell … Monetative - Geldschöpfung in die öffentliche Hand … Verstaatlichung des Geldes: ja! Verstaatlichung der Banken: nein!“, berndsenf.de, 4.2009
  • Leggewie/Welzer: Anpassung an das Unvermeidliche? Klimawandel als kulturelles Problem ☛ „Das wird am ehesten gelingen, wenn man – mag es auf den ersten Blick auch »esoterisch« klingen – Natur und Kultur, Gesellschaft und Umwelt mit Bruno Latour als »mobile Elementkonstellationen« (Julia Maintz) anerkennt und die unbelebte Natur als »Aktant« einbezogen wird. Dieser Ansatz ist, anders als so genannte Klima-Skeptiker unken, weder alarmistisch noch deterministisch. Im Klimawandel liegt gewiss eine erhebliche Gefährdung überkommener Standards des Lebens und Handelns, gerade deswegen, weil die drohende Endlichkeit der natürlichen und institutionellen Ressourcen die Regeneration krisenbetroffener Systeme (Markt, Staat, Demokratie, Zivilgesellschaft) unter erheblichen Zeitdruck setzt – die Schere schließt sich zwischen 2020 und 2050. Klimawandel bringt aber auch die Chance, neue institutionelle und individuelle Formen von Kooperation und Kulturtechniken zur Bewältigung der Risiken zu entwickeln, also Märkte, Staaten, Demokratien und Zivilgesellschaften zu erneuern“; Die energetische Schere ist viel schärfer und schneller und schließt sich spätestens seit Sommer 2008 (EG), Polar, Nr.6, 4.2009
  • W.Spielmann: Die Kunst der Nachhaltigkeit ☛ „Was verbinden Kunstschaffende mit dem Begriff Nachhaltigkeit? Inwieweit greifen sie in ihrer Arbeit Anliegen einer nachhaltigen Entwicklung auf?“, Vorwort, 4.2009 (Buch: )
  • F.Vorholz: Wirtschaftswachstum - Die Mängel der Statistik ☛ „In Wahrheit misst das Bruttoinlandsprodukt gar nicht den Wohlstand. Forscher suchen Alternativen … Obwohl es angesichts von Klimagefahren und Ressourcenverzehr nicht mehr zeitgemäß ist – überflüssig ist es offenbar auch noch nicht. Jedenfalls wollen Zieschank und Diefenbacher mit ihrem NWI das BIP nur ergänzen, nicht abschaffen“, Zeit, 28.3.2009
  • H.Köhler: „Die Glaubwürdigkeit der Freiheit“, Berliner Rede 2009 ☛ „Die große Chance der Krise besteht darin, dass jetzt alle erkennen können: Keiner kann mehr dauerhaft Vorteil nur für sich schaffen. Die Menschheit sitzt in einem Boot. Und die in einem Boot sitzen, sollen sich helfen. Eigennutz im 21. Jahrhundert heißt: sich umeinander kümmern. Vor allem wir im Norden müssen umdenken … Sicherheit, Wohlstand und Frieden wird es auch in den Industrieländern dauerhaft nur geben, wenn mehr Gerechtigkeit in die Welt kommt … Das heißt: Die Industrieländer - auch Deutschland - müssen sich fragen, was sich auch bei ihnen verändern muss, um der Welt eine gute Zukunft zu sichern … Freiheit gewinnen durch Bündelung von Souveränität: Die EU sollte die Chance nutzen, dieses Friedensprinzip in eine neue Ära der kooperativen Weltpolitik einzubringen … Es geht um unsere Verantwortung für globale Solidarität … Wir brauchen als Weltgemeinschaft ein gemeinsames, verbindendes Ethos“, bundespraesident.de, 24.3.2009 ( )
  • H.Köhler: „Unser Land steht zusammen in der Stunde der Trauer“ (Amoklaufs in Winnenden) ☛ „Zum Beispiel wissen wir doch schon lange, dass in ungezählten Filmen und Computerspielen extreme Gewalt, die Zurschaustellung zerstörter Körper und die Erniedrigung von Menschen im Vordergrund stehen. Sagt uns nicht der gesunde Menschenverstand, dass ein Dauerkonsum solcher Produkte schadet? Ich finde jedenfalls: Dieser Art von ‚Marktentwicklung‘ sollte Einhalt geboten werden“, bundespraesident.de, 21.3.2009
  • E.Altvater: Ein "ökologische Keynesianismus" – Idee und kein Projekt ☛ „Nach mehreren Jahrzehnten der wilden Privatisierung öffentlicher Einrichtungen und Räume kann es nun zu einer Wiederherstellung und Wiederaneignung öffentlicher Räume kommen. Das ist unverzichtbar für die Weiterentwicklung einer sozialen Demokratie, die von sozialen Bewegungen getragen wird. Dies wäre die positive Vision des ökologischen Keynesianismus. Der Kapitalismus wäre staatsgetrieben, aber der Staat würde nicht vor allem im Interesse der Banken und Unternehmen funktionieren. Der Staat selbst wäre nämlich auch getrieben, von sozialen Bewegungen, von Bürgerinnen und Bürgern in öffentlichen Räumen demokratischer Partizipation“, Die Linke.de, 16.3.2009
  • :!:Für eine ökologisch-industrielle Revolution (Horst Köhler, Interview) ☛ „Als Konsequenz aus der Wachstumskrise plädiert Bundespräsident Horst Köhler für gezielte Investitionen zur Verbesserung der Energie- und Rohstoff-Effizienz … ‚Das Prinzip Hoffnung auf Wirtschaftswachstum reicht nicht aus. Es wird nicht mehr funktionieren. Und ich wünsche mir eine noch stärkere Konzentration auf Investitionen zur Verbesserung der Energie- und Rohstoff-Effizienz. Wir sollten uns in Deutschland ganz gezielt eine neue, ökologische industrielle Revolution vornehmen‘“, Passauer Neue Presse, 14.3.2009
  • P.K.Chappell: Dispelling the Myths of War ☛ „By dispelling the myths of war, we can also understand how waging peace not only enables us to solve the problem of war. Waging peace gives us the means and the strength to overcome the greatest challenges that threaten us in the 21st century“, The Huffington Post, 13.3.2009
  • LOLI.Trojanow: Der Kohlenwasserstoffmensch ☛ „Und was unternimmt unsere Regierung? … Sie sorgt nicht einmal dafür, dass der Anteil an erneuerbaren Energien am Gesamtverbrauch zunimmt. Sie trifft offensichtlich keinerlei ernstzunehmende Vorsorge … Unsere politischen und wirtschaftlichen Führer haben völlig versagt, und es ist höchste Zeit, dass wir die Zukunft in die Hände nehmen. Es gibt keine andere Lösung, als weniger Energie zu nutzen und gleichzeitig die gesamte Wirtschaft auf erneuerbare Energie umzustellen. Zudem muss das Diktat des ewigen Wirtschaftswachstum begraben werden. Und all das muss sofort beginnen. Revolutionen, schrieb einst Alexis de Tocqueville, erscheinen einem unmöglich, doch sind sie erst einmal erfolgt, erscheinen sie als unvermeidlich“, TAZ, 24.2.2009
  • W.Schmid: Die ökologische Tugend - Neue Aspekte der Lebenskunst ☛ „Ökologie war nie ein Thema für Lebenskunst und Philosophie, obwohl schon im alten Athen ganze Wälder für den Schiffsbau abgeholzt wurden. Dabei kann man eines lernen: Ökologische Sünden wirken verblüffend lange nach, denn diese Gebiete sind heute kahl. Mit moderner Technik, mit Industrie und Energiekonsum sind in der heutigen Welt die Probleme so kulminiert, dass wir endlich auf sie reagieren müssen. Es geht um eine ökologische Lebenskunst, die zu Verhaltensänderungen führt, es geht um ein essentielles Interesse jedes Einzelnen, nicht um Bevormundung“, SWR 2 Wissen, 22.2.2009 (Text: )
  • :!:Weltbank-Präsident: "Ohne stabile Banken kein Aufschwung" ☛ „Die Krise hat eine globale Dimension und die Welt hat sich verändert seit den dreißiger Jahren. Die Weltwirtschaft ist viel enger verflochten als damals … Wir müssen unsere wirtschaftlichen Probleme schnell gemeinsam lösen, weil wir sonst große politische und soziale Probleme bekommen … Die Herausforderung liegt darin, dass Politiker national verantwortlich sind, dass sie aber nur Erfolg haben können, wenn sie die internationale Dimension der Probleme erkennen. Um ein Beispiel aus dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg zu nehmen: Die dreizehn Kolonien wussten 1776, dass sie es entweder zusammen schaffen oder einzeln untergehen würden. Genauso ist es heute: Wir müssen zusammenarbeiten“, SZ, 22.2.2009
  • H.Welzer: "Irgendwann kommen nicht nur ein paar Boote, sondern Millionen" ☛ „Ein Gespräch über die Angst des Menschen vor Neuem und die Unlust an einem klimafreundlichen Leben … Das ist auch eine Bewältigungsstrategie. Man kann sich sagen, oh, ich habe wenigstens ein schlechtes Gewissen und bin deshalb besser als die anderen. So zementiert man den Status quo, an dem man so sehr hängt … Ja, Menschen scheuen Veränderungen, sie wollen, dass sich ihre Erwartungen bestätigen. Das Gerüst Gewohnheit ist für unsere Existenzbewältigung von ungeheurer Bedeutung. Jeder Wechsel der Beziehung, des Wohnorts oder des Arbeitsplatzes erzeugt deshalb großen Stress. Diese Angst führt dazu, dass wir die Chancen einer Veränderung hin zu einem klimafreundlichen Lebensstil nicht wahrnehmen … Ich plädiere nur dafür, dass sie nicht aus Trägheit und Verzagtheit den gegebenen Zustand automatisch für den halten, der sie glücklicher macht“, Spiegel, 21.2.2009
  • :!:R.Loske: "Die Wirtschaftskrise ist der Lackmustest" ☛ „Würde in den Industriestaaten jetzt ein Weg beschritten, in dessen Zentrum Strukturkonservierung und Konsumanheizung stünden, könnten wir die Klimaschutzziele vergessen und wären unserer historischen Verantwortung nicht gerecht geworden … Wir brauchen einen grünen New Deal, in Deutschland, in Europa und darüber hinaus … Dieser New Deal geht davon aus, dass die Ursache beider Krisen, der Wirtschafts- wie der Klimakrise, in Nicht-Nachhaltigkeit liegt, also in Ressourcenplünderung und -vergeudung, überzogenem Wachstumsdrang, unmäßigen Gewinnerwartungen und mangelhafter Einbettung der Wirtschaft in die Gesellschaft. Ausgehend von dieser Grundeinschätzung sollten sich die Staaten in ihren Programmen der nächsten Monate von folgenden Prinzipien leiten lassen“, Wir Klimaretter, 20.2.2009
  • D.Orlov: Social Collapse Best Practices ☛ „What we can do is prepare ourselves, and each other, mostly by changing our expectations, our preferences, and scaling down our needs. It may mean that you will miss out on some last, uncertain bit of enjoyment. On the other hand, by refashioning yourself into someone who might stand a better chance of adapting to the new circumstances, you will be able to give to yourself, and to others, a great deal of hope that would otherwise not exist“, Culture Change, 14.2.2009
  • "Wir können gar nicht als Einzelwesen existieren" ☛ „Der Biochemiker Jürgen Neffe, Autor des Buches ‚Darwin - das Abenteuer des Lebens‘, widerspricht dem viel zitierten modernen Sozialdarwinismus. Nicht der Tüchtigste oder Stärkste setze sich durch. So funktioniere eine Gesellschaft nicht. Auch in der Tierwelt überlebten Arten nicht allein durch Ringen und Kampf gegen den Anderen, sondern auch durch Kooperation“, Deutschlandfunk, 10.2.2009
  • Tanya Gold: Leben nach dem Untergang ☛ „Was wenn die Apokalyptiker recht haben und unsere Welt wirklich kurz vorm Kollaps steht? Kämen Sie ohne Strom und fließendes Wasser zurecht? Ein Survival-Guide“, derFreitag, 8.2.2009 (engl.: )
  • N. Minkmar: Geld und Sinn - Die Krise hat erst begonnen ☛ „Um die Gesellschaft vor Unruhen und kalten Bürgerkriegen zu bewahren, muss ein großer Dialog begonnen werden. Das alte System wird sich nicht fangen …. In solch einer Lage kann es einen Fortschritt nur geben, wenn man sich von ideologisch begründeten Prinzipien verabschiedet und all das stärkt, was Gemeinsinn stiftet … Geld verleiht keinen Sinn“, FAZ, 7.2.2009
  • R.Streck: "In 30 Jahren wird es keinen Kapitalismus mehr geben" ☛ „Der Soziologe Immanuel Wallerstein sagte früh den Zusammenbruch des Sowjetblocks voraus und prophezeit nun das Ende des Kapitalismus … Allerdings führe die Krise des Kapitalismus nun in eine ‚Phase des politischen Chaos‘, sagt er voraus. Die dominierenden politischen Akteure, vor allem die westlichen Unternehmen und Staaten, versuchten nun alles, um wieder ein Gleichgewicht zu schaffen. Dass werde ihnen höchstwahrscheinlich nicht gelingen, ist Wallerstein überzeugt. Die Intelligentesten hätten schon verstanden, dass etwas vollständig Neues organisiert werden muss“, Telepolis, 6.2.2009
  • H.Müller: Ohne den Westen läuft nichts ☛ „Der globale Abschwung offenbart die Schwächen autoritärer Regime. Regierende und Volksvertreter der wichtigen westlichen Länder führen hingegen die Funktionsfähigkeit ihres Systems vor. Folge: Die Demokratie zählt zu den Gewinnern der Weltwirtschaftskrise“; und ohne den Osten, ohne den Süden läuft nichts (EG), Manager-Magazin, 6.2.2009
  • LOLP.Nellen: „Übertragbarkeit amerikanischer und britischer Strategien auf deutsche Verhältnisse“ ☛ „Sie deckt sich mit dem Befund des Hirsch- Reports, dass für eine einigermaßen krisenfreie Ausblendung aus dem Ölzeitalter und für einen gleitenden Übergang in die Nach-Erdölzeit eine lange Vorlaufzeit erforderlich sei. Aus dem Verlauf früherer temporärer Ölkrisen folgert das Hirsch-Team – Zitat: »Je näher das Fördermaximum rückt, werden Anstieg und Sprunghaftigkeit der Treibstoffpreise dramatisch zunehmen, und, sofern keine rechtzeitigen Gegenmaßnahmen erfolgen, zu unvorhersehbaren wirtschaftlichen, sozialen und politischen Kosten führen« … Ob Klimawandel oder Erdölknappheit – ohne eine Abkehr vom verschwenderischen Lebensstil, ohne eine schnelle und revolutionäre Energiewende stehen uns schwere Zeiten bevor. »Ich sage nur, es wäre besser, wir änderten freiwillig unseren Lebensstil, damit es uns nicht unglücklich macht, wenn es erzwungen wird« – Dennis Meadows“, Uni Tübingen, 21.1.2009 (Info: )
  • :!:T.L.Friedman: "Zeit für Radikalität" ☛ „Es ist ein radikaler Moment für Amerika, es ist Zeit für einen Radikalen. Ich weiß nur: Wenn er nicht so radikal ist, wie der Moment es verlangt, wird unser Land in Schwierigkeiten sein … Wir sollten uns von dieser Vergangenheit verabschieden. Wir können uns eine Zukunft, die aussieht wie die Vergangenheit, nicht leisten. Noch eine solche Dekade - und wir sind Dritte Welt“, Spiegel, 19.1.2009
  • Rolf Schieder fragt: Wie riskant ist Religion? Nur Dummheit ist gefährlich ☛ „Gewalttätig waren hingegen die einer nordischen Götterwelt nachweinenden Nationalsozialisten, gewalttätig ist auch die nationalistische Hindu-Bewegung in Indien. Und auch die höchst zerstrittene Götterwelt der Griechen verführte nicht gerade zum harmonischen Zusammenleben, wie der Krieg um Troja bewies … «Die beste Gewaltprävention», so Schieder, «ist religiöse Bildung». Und weil es ihm damit ernst ist, gibt der Autor im letzten Kapitel 40 Hinweise und Empfehlungen für eilige Leser. Es sind kluge Regeln, die Politiker, Lehrer und auch Redakteure vor allzu schnellen und oberflächlichen Urteilen bewahren“, Nürnberger Zeitung, 16.1.2009
  • Eine Agenda für das 21. Jahrhundert? Amerika muss endlich clean werden von Öl ☛ „Dass Friedman die Rettung der Welt nicht mehr der Dynamik von Angebot und Nachfrage überlassen will, muss man ihm dennoch nicht unbedingt als Heuchelei auslegen. Der Ruf nach dem Staat ist kein Gesinnungswandel, sondern nur ein kurzer Umweg auf dem Weg in eine liberalökologische Zukunft, zu der auch die stolzesten Konservativen eingeladen sind. Der Versuch, den Ladenhüter Umweltschutz auch an jene zu verkaufen, die energiebewusste Innovationen noch immer als Wohlstandsbremse ansehen, ist die entscheidende Pointe des Buches … ‚Amerika zum grünsten Land der Welt zu machen‘, schreibt er, ‚ist kein Akt selbstloser Mildtätigkeit oder naiven Moralisierens. Es handelt sich vielmehr um eine Kernfrage nationaler Sicherheit und wirtschaftlicher Interessen‘. Die Farbenlehre seines Ökopatriotismus lautet: ‚Grün ist das neue Rot, Weiß, Blau‘“, FAZ, 12.1.2009
  • Heiß, flach und überbevölkert (Friedman-Rezens.) ☛ „Die Euphorie über eine ‚flache Welt‘ ist im neuen Friedman-Buch ‚Was zu tun ist. Eine Agenda für das 21. Jahrhundert‘ eingetrübt … ‚Sie schufen damit eine gewaltige Nachfrage nach Dingen, die von der Produktion bis hin zu ihrer Nutzung riesige Menge an Energie, Rohstoffen, Land und Wasser verschlingen und Unmengen klimaschädlicher Treibhausgase ausstoßen‘. Heute drohe daher die Welt ‚heiß, flach und überbevölkert‘ zu werden. Eine Erkenntnis, die der Autor allerdings auch schon früher hätte treffen können … ‚Wie wir einst eine IT-Blase hatten, so brauchen wir dringend eine ET-Blase, einen gewaltigen Aufschwung in der Energietechnologie‘“, Der Westen, 12.1.2009
  • M.Greffrath: Schau vorwärts, Engel! ☛ „Und die ‚Renaissance bürgerlicher Werte‘? Bis jetzt hat sie wenig mehr hervorgebracht als elitäre Klagen über den Verfall der Formen bei gleichzeitiger Behauptung geldgeschützter Idyllen. Nach vorne gedacht und ernst genommen, begründen diese Werte jedoch immer noch ein Programm für mehr als hundert Jahre Zukunft. Es ist kein utopisches, sondern ein zwingendes Programm: Die Universalisierung substanzieller Demokratie war lange Zeit utopische Mission im Aufgabenbuch der Aufklärung. Heute ist die Schaffung von Weltorganisationen zur solidarischen Verwaltung von Rohstoffen, Energien und öffentlichen Gütern zur schieren Friedens- und Überlebensbedingung geworden. Das zweite bürgerlichen Projekt, die Entfesselung von Wissenschaft und Technik, schuf kapitalgetrieben, ungesteuert und tief im Glauben an unendlichen Fortschritt Wohlstand (wenn auch nur für einen kleinen Teil der Erdenbürger) - von nun an und für immer muss technisches Genie sich daran bewähren, mit endlichen Ressourcen zu wirtschaften und eine Weltgesellschaft von zehn Milliarden zu organisieren“, TAZ, 6.1.2009
  • H.Welzer: Apo statt Kalypse - Handeln in der Krise ☛ „Auf die Bürgergesellschaft kommt es an … Erwarten wir nicht zu viel von der Veränderungskompetenz der Politik … Eine erstaunliche Erfahrung von Wirksamkeit und Selbstwirksamkeit … Die Politik unter massiven Innovationsdruck setzen“, FAZ, 4.1.2009
  • Revolution des Geistes! Peter Sloterdijk über Zukunft ☛ „Die Menschen immunisieren sich! Sie schirmen sich ab gegen die Schwindler und lassen sich ihr Lebensgefühl durch die Krisenrhetorik kaum trüben. Das ist ein Phänomen, das auf eine angemessene Deutung wartet. Ist es Teil des Frivolitätssyndroms? Oder handelt es sich um eine gesunde Reaktion? … Am Beginn von allem steht eine ethische Entscheidung: Sie trennt jene, die meinen, man müsse weitermachen wie bisher, von denen, die aus dem alten Leben austreten und ein neues schaffen wollen - SZ: Rufen Sie zu einer Revolution des Bewusstseins, des Geistes auf? … Die Atmosphäre vibriert von diesem Appell. Jeder scheint ihn zu hören, selbst die vulgärsten Blätter schreiben davon. Dazu braucht man keinen Guru, keine äußere Autorität. Die Weltlage selbst übermittelt die Botschaft - SZ: Und Barack Obama personifiziert sie? - Er ist das lebende Echo auf den ethischen Imperativ: Ja, wir können - unser Leben ändern! In seinem Fall behielten die Optimisten recht. Allein die Tatsache, dass er gewählt wurde, hat die Welt verändert. Wer das nicht wahrhaben will, ist weiterhin Opfer des Zynismus, den man sich zulegte, um zwei Amtszeiten Bush junior zu überstehen. Wir haben eine Dummheits-Periode ohnegleichen hinter uns. Das Schlimmste dabei war, wie unsere europäischen ‚Realisten‘ die ganze Zeit predigten, man müsse auch mit einem hässlichen und dummen Amerika gemeinsame Sache machen. Das ist vorbei. Die gute Nachricht heißt: Intelligence is back“, SZ, 3.1.2009
  • LOLW.Sachs: "Die Globalisierung dreht sich zurück" ☛ “Deutschland rühmt sich gerne als Exportweltmeister. Weltmeister klingt gut. Es bedeutet aber, dass andere Länder in der Welt stark von Importen leben müssen. Vor dem Ziel eines Welt-Gleichgewichts ist ein Export-Überhang in diesem Maße fragwürdig. Im eigenen Land ist es allerdings auch ein Problem, wie wir sehen: Man wird sehr verletzlich, abhängig von den Kapriolen des Weltmarkts. Die zukünftige Weltwirtschaft muss auf regional und national stabilen Wirtschaftskreisläufen basieren, die aber natürlich miteinander vernetzt sind“, FR, 2.1.2009

2008:

  • LOLH.Welzer: Blindflug durch die Welt - Die Finanzkrise als Epochenwandel ☛ „Das alles kann man wissen, und aus diesem Wissen ergibt sich die zwingende Notwendigkeit nicht von Korrekturen, sondern eines grundlegenden Richtungswechsels, heraus aus der Sackgasse … Gerade in der Krise zeigt sich, wie fatal es sich auswirkt, wenn ein politisches Gemeinwesen keiner Idee folgt, was es eigentlich sein will. Gesellschaften, die die Erfüllung von Sinnbedürfnissen ausschließlich über Konsum befriedigen, haben in dem Augenblick, in dem mit einer funktionierenden Wirtschaft auch die Möglichkeit wegbricht, Identität, Sinn und Glücksgefühle zu kaufen, kein Netz, das ihren Fall aufhalten würde. Genau an dieser Stelle liegt er, der kulturelle ‚tipping point‘“, Spiegel 1/09, 29.12.2008
  • T.L.Friedman: Time to Reboot America ☛ „My fellow Americans, we can’t continue in this mode of ‚Dumb as we wanna be‘. We’ve indulged ourselves for too long with tax cuts that we can’t afford, bailouts of auto companies that have become giant wealth-destruction machines, energy prices that do not encourage investment in 21st-century renewable power systems or efficient cars … We are in much deeper trouble. In fact, we as a country have become General Motors — as a result of our national drift. Look in the mirror: G.M. is us … If we allow this money to be spent on pork, it will be the end of us“, NYT, 23.12.2008
  • LOLEs reicht einfach nicht ☛ „Bald wird es nicht mehr nur um ein paar Cent an den Tankstellen gehen, sondern um eine andere Frage: Kann die Zivilisation ohne fossile Energieträger überleben? … Selbst Jörg Schindler, der Optimist, sieht eine unvermeidliche Umstellungskrise heraufziehen, wenn die historisch kurze Episode der fossilen Energien zu Ende geht: ‚Nach 2015 werden wir für zwei Jahrzehnte in ein Loch fallen‘, prognostiziert Schindler. ‚Da werden sich globale Fragen der Verteilung und Gerechtigkeit stellen‘“, SZ, 16.12.2008
  • W.Schivelbusch: "Demokratie ist ein Wohlstandsprodukt" ☛ „Die drohende Wirtschaftskrise wird Gesellschaften erschüttern, fürchtet der Kulturhistoriker Wolfgang Schivelbusch. Kluge Politiker sollten sie so nutzen, wie einst US-Präsident Roosevelt“, TAZ, 13.12.2008
  • Risikoabschätzung - Rolf Schieder über Religionen und die Gefahren, die von ihnen ausgehen ☛ „So wendet sich Schieder etwa gegen den pauschalisierten Gebrauch des Wortes «Fundamentalismus» oder die undifferenzierte Rede von «Religionskriegen» – als würden solche Kriege nicht auch aus ökonomischen und politischen Gründen geführt. Dabei übersieht Schieder das Problem keineswegs, dass Religion oft instrumentalisiert wird. Deshalb fragt er nach institutionellen und geistigen Sicherungen, nach «Instrumentalisierungsresistenzen»“, NZZ, 11.12.2008
  • "Hallo Heinz, es lebe unser Machtblock" ☛ „Lateinamerika hat in den letzten Jahren ein Beispiel für die Anwendung keynesianischer Entwicklungspolitik gegeben, einer Art sozialen Marktwirtschaft. Viele der neuen Präsidenten haben das Ideal sozialer Gerechtigkeit. Dass jeder Zugang haben muss zu Erziehungs- und Gesundheitssystem und Altersversorgung und so weiter. Die Frage ist, ob der Übergang von der Marktwirtschaft zu einer wertbasierenden demokratisch geplanten Ökonomie stattfinden wird. Politisch und ökonomisch sind keine entscheidenden Schritte zum Sozialismus des 21. Jahrhunderts getan worden. Alle Eingriffe in Venezuela, zum Beispiel die Verstaatlichungen, liegen im Rahmen der Marktwirtschaft. Wenn jemand in so desolater Situation an die Regierung kommt, dann wollen die Leute natürlich sofort eine Verbesserung ihrer Lebenssituation sehen. Da muss man sich konzentrieren auf Probleme der Arbeitslosigkeit, der Ausgrenzung und so weiter. Es gibt eine Serie von Schritten, bevor man eine neue Zivilisation konstruiert“; Kapitalismus siegreich in/durch Überflussepoche (EG), SZ, 10.12.2008
  • In memoriam Che - Sozialismus in Südamerika ☛ „Viele Jahrzehnte nach dem Triumph Che Guevaras verstaatlichen südamerikanische Regierungen wieder Betriebe - als ob der Sozialismus nicht mit der Berliner Mauer eingestürzt wäre“; Verstaatlichungszwänge in beginnender Verknappungsepoche (EG), SZ, 9.12.2008
  • K.Böhle: Complexity and Large Technical Systems ☛ „Resilienz fasste Demchak als ‚capacity for collective action in the face of unexpected extreme events that shatter infrastructure and disrupt normal operating conditions … (involving) processes of sensemaking and creative problem solving in sociotechnical systems over time … in complex, social systems … (and) actions that range from improvisation to innovation under urgent conditions‘ … sensibilisiert ein Verständnis von Komplexität für die Grenzen direkter Steuerung und Kontrolle“, Tagungsbericht, HSozKult, 8.12.2008
  • H.Welzer: Wirtschaftskrise - Warum keiner mehr durchblickt ☛ „Wenn die politischen Eliten nur noch basteln können, bekommt das politische Gemeinwesen, also die Bürgerinnen und Bürger einer Demokratie, mehr Verantwortung, selbst zu denken, zu argumentieren, sich zu engagieren, Dinge anders zu tun, besser zu tun. Das wird auch neue Organisationsformen erfordern, durchaus auch digitaler Art. Wir brauchen eine außerparlamentarische Opposition, aber nicht mit Sit-ins und Hinterzimmerversammlungen, sondern unter Einbezug der Eliten … Natürlich ist die Welt kompliziert, aber das ist ja keine Entschuldigung dafür, sehenden Auges die falsche Dinge weiterzumachen“, FAZ, 7.12.2008
  • Der große Schwindel (W. Schivelbusch-Interview) ☛ „Man hat den Eindruck, dass die großen Unternehmen in ihrer eigenen Public Relation untergehen. Man sieht dem Taumeln und Torkeln dieser Riesen in der Krise nicht ohne eine gewisse Schadenfreude zu. Es wäre zumindest eine kleine Hoffnung, dass durch diesen Crash der Illusionsblase die eigentliche Kernaufgabe, das Produzieren nützlicher Dinge, wieder etwas bessere Presse bekommt“, Tagesspiegel, 5.12.2008
  • LOL:!:H.Welzer: Überforderte Gesellschaftsforscher - Auf dem Müllhaufen der Geschichte ☛ „Der Soziologe Norbert Elias hat diese Trägheit als ‚Nachhinken des Habitus hinter der Fortentwicklung der Wirklichkeit‘ bezeichnet. Genau dieses Nachhinken verhindert, dass die Veränderung unserer Wahrnehmung mit der sozialen Transformation Schritt hält. Wir sind, was wir gestern über uns geglaubt haben, schrieb der Philosoph Günter Anders dazu und führt dies auf den generationenlangen Glauben an einen automatischen Aufstieg der Geschichte zurück … Immerhin: Diese bedrohlichen Entwicklungen beinhalten auch eine Chance zu mehr Zusammenarbeit. So wurden bei Konflikten um die Ressource Wasser sogar dann kooperative Lösungen gefunden, wenn die Beteiligten miteinander verfeindet sind, wie etwa beim Indus-Wasservertrag zwischen Indien und Pakistan. Zur Klärung von internationalen Umweltkonflikten böte es sich an, einen überstaatlichen Umweltgerichtshof zu schaffen, der neben dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag eine zweite Institution wäre, die jenseits nationaler Interessen und Auffassungen agiert“, Spiegel, 29.11.2008
  • P.Jandl: «Wir lebten in einer Frivolitätsepoche» (Sloterdijk-Interv.) ☛ „Bei uns ging das so weit, dass der Staat unter dem Druck der Ideologien seine Definition als Hüter des Gemeinwohls vergessen hat. Er stellte sich ohnmächtig und verlor seine effektive Definition aus dem Auge. Unseligerweise missversteht man den Sozialismus seit langem bloss als Parteiprogramm oder als soziale Bewegung, in Wahrheit ist der moderne Staat per se funktional sozialistisch oder besser semisozialistisch, so wie die moderne Gesellschaft per se kapitalistisch funktioniert … Man hielt den Sozialismus für historisch widerlegt und begriff nicht, dass er keine Ideologie ist, die kommen und gehen kann, sondern die funktionale Dimension der Staatlichkeit selbst darstellt, mit der das Gemeinwesen steht und fällt“, NZZ, 29.11.2009
  • LOLF.Schirrmacher: Kommt der Wechsel von Bush zu Obama zu spät? Gehen Sie jetzt nach Hause! ☛ „Sein neues Buch über die ökologische Revolution ist sechshunderttausend Mal vorbestellt … ‚In letzter Zeit‘, schrieb Friedman, ‚gehe ich in Restaurants, schaue mich an den Tischen um, an denen es immer noch von jungen Leuten wimmelt, und ich habe dieses Bedürfnis, von Tisch zu Tisch zu gehen und zu sagen: ,Sie kennen mich nicht, aber ich muss Ihnen sagen, Sie sollten hier nicht sein. Sie sollten Ihr Geld sparen. Sie sollten Ihren Thunfisch zu Hause essen. Diese Finanzkrise ist bei weitem noch nicht vorbei. Wir sind nur am Ende des Anfangs. Bitte lassen Sie sich ihr Steak einpacken und gehen Sie nach Hause‘“, FAZ, 25.11.2008
  • A Resilient Suburbia? - 3. Weighing the Potential for Self-Sufficiency ☛ „I’ll look at some of the unique advantages of our present suburban arrangement—is it possible that suburbia not only won’t be abandoned post-peak, but that peak oil will act as a catalyst for the adaptation of suburbia into a flourishing, vibrant built environment? I think it’s possible, but that it will be challenging“, The Oil Drum, 24.11.2008
  • M.Lynas: World saved ... planet doomed ☛ „Green activists are seeing the global economic crisis as an opportunity, but the truth remains: high economic growth cannot be reconciled with limited resources“, New Statesman, 20.11.2008
  • M.Kennedy: "Kreditnehmer sind die neuen Sklaven" ☛ “…hat insofern Recht, als sich Komplementärwährungen wie der Regio sich mit der Effizienz des Euro nicht messen können. Was er nicht sieht, ist, dass die einseitige Optimierung in Richtung Effizienz die Stabilität eines komplexen Systems - und als solches kann man unser Währungssystem begreifen - verringert und es eher zu Krisen kommt. Was dem System fehlt, um nachhaltig oder krisensicher zu werden, ist mehr Vielfalt“, SZ, 11.11.2008
  • D.Weber: Ich bin klein…. Die Rückkehr der Bescheidenheit ☛ „Mittlerweile scheint Bescheidenheit als eine moderne Tugend neu entdeckt zu werden. Zu unterscheiden ist dabei zwischen der richtigen und der falschen Bescheidenheit. Falsche Bescheidenheit ist oft mit emotionalem Geiz verbunden, mit verstecktem Größenwahn: ‚Mach dich nicht so klein, so groß bist du nicht.‘ Echte Bescheidenheit kennt ihr Maß und ihre Fähigkeiten, sie muss sich nicht aufblähen, kann Raum geben und andere wachsen lassen“, Lebenszeichen/WDR 3, 9.11.2008 (Manuskript: )
  • M.Kennedy: „Geld kann nicht für uns arbeiten“ ☛ „Das islamische Finanzwesen praktiziert bereits das Ziel, Geld möglichst ohne Reibungsverluste produktiven Zwecken zuzuführen und den Zinseszins zu vermeiden. Ich merke, dass immer weniger Menschen solche Vorschläge für utopisch halten, und zunehmend mehr zuhören. Nehmen Sie zum Beispiel die Initiativen, mit denen durch Regionalwährungen die regionale Wirtschaft in Deutschland gestärkt wird. Mittlerweile gibt es 27 solcher Regionalwährungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Andere komplementäre Währungen, die zinsfrei arbeiten, stärken Gesundheit, Bildung, kleine und mittlere Unternehmen, die Versorgung älterer Menschen und andere Ziele“, FAZ, 7.11.2008
  • EKD: Klimawandel – Wasserwandel – Lebenswandel ☛ „Ein umfassender Mentalitätswandel ist unabdingbar: Nachhaltigkeit und Verteilungsgerechtigkeit müssen für den Umgang mit natürlichen Ressourcen handlungsleitend sein. Ein zukunftsfähiger Lebenswandel verlangt von uns Veränderungen in unserer Beziehung zur Natur, im Verbraucherverhalten, in den Produktionsbedingungen, in der Energieerzeugung, in der Wirtschaftspolitik bei der Geldanlage und in vielen anderen Lebenswirklichkeiten. Wir als Christenmenschen und Kirchen müssen uns selbst in die Pflicht nehmen und uns dafür einsetzen, dass die Gesellschaft in all ihren Lebensbereichen umsteuert“, Evangelische Kirche in Deutschland, 5.11.2008
  • :!:R.P.Sieferle: Spiel mit dem Feuer - Die Geschichte der menschlichen Energienutzung ☛ „Heute wird immer deutlicher, daß wir uns dem Ende der fossilenergetischen Pionierphase nähern. Die Lagerstätten leeren sich und die Deponien (etwa von CO2 in der Atmosphäre) werden allmählich gefüllt. Dies ist der Kern des aktuellen Nachhaltigkeitsproblems … Demgegenüber liegt der Energiebedarf europäischer Länder um den Faktor 5-10 über deren Flächenkapazität auf der Basis von Biomasse. Hier sind also enorme technische Anstrengungen erforderlich, wenn der Übergang in ein zweites Solarenergiesystem gelingen soll“, Die Zeit, 22.10.2008
  • Die Klima-Märchen. Es gibt ein würdiges Leben ohne Flugreisen ☛ „Hänggi predigt gegen «das Mehr»: Es brauche nicht mehr erneuerbare Energien, nicht mehr Öko-Autos, sondern weniger Treibhausgase. Das lasse sich weder mit Effizienz noch mit Emissionshandel erreichen, sondern am einfachsten mit reduzierter Förderung von Erdöl, Erdgas und Kohle“, Tagblatt.ch, 20.10.2008
  • LOL11 Strategies for coping with the collapse of the American Empire ☛ „We are headed for an economic crisis so terrible it will make the Great Depression of the 1930s look like good times. If you want to protect yourself and your family from these economic hard times, make changes in the way you live“, Portland Peak Oil.org, 18.10.2008
  • New Deal nach dem Crash ☛ „Genau hierin aber besteht die - geringe - Chance dieser Krise, denn ‚im gegenwärtigen Augenblick erwarten die Menschen mehr als sonst eine grundlegendere Diagnose, sind sie ganz besonders bereit, sie aufzunehmen, begierig, sie auszuprobieren, wenn sie nur einigermaßen annehmbar sein sollte‘. Das schrieb John Maynard Keynes - sechs Jahre nach der Weltwirtschaftskrise von 1929 und zwei nach dem Beginn von Roosevelts ‚New Deal‘, der Arbeitsbeschaffung, Mindestlöhne, Investitionslenkung, Gewerkschaftsrechte, Ökologie und Sozialpolitik kombinierte und dessen Aufbruchsoptimismus hunderttausende junge Intellektueller und Künstler ansteckte“, TAZ, 16.10.2008
  • F.Schirrmacher: Was wird morgen sein? Wie die Finanzkrise das Denken ändert ☛ „Nach Diamond steigt die Bereitschaft handelnder Eliten, eine Gesellschaft zu ruinieren, proportional mit ihrer Möglichkeit, sich von der Gesamtgesellschaft ökonomisch zu isolieren. Je mehr ihnen diese Isolierung gelingt, desto weniger werden sie von den Folgen für alle betroffen sein … Wie konnte zugelassen werden, was gerade geschieht? Will man die Antwort darauf nicht einer linken Demagogie überlassen, muss man über die Spaltung unserer Gesellschaft in diejenigen reden, die Konsequenzen erleiden, und diejenigen, die von ihnen verschont werden oder gar profitieren“, FAZ, 11.10.2008
  • H.Welzer: Ist das Erfolgsmodell Demokratie am Ende? ☛ „Weil nur auf diese Weise die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit dem Gemeinwesen hergestellt werden kann, dass sie selber bilden. Ein Staat, der achselzuckend auf das Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger verzichtet, wird selbst zum Globalisierungsverlierer, und mit ihm die Demokratie“, NDR kultur, 5.10.2008
  • Jänicke/Jacob: Die dritte industrielle Revolution ☛ „Die Ära billiger Brennstoffe ist vorbei, die Grenzen des fossilen Wachstums sind erreicht. Nur der Weg ins Solarzeitalter kann den geplünderten Planeten retten … Überlebensfrage Energie: Das ressourcenintensive Wachstumsmodell der zweiten industriellen Revolution gerät in eine existenzielle Krise“, Internationale Politik, 10.2008
  • "Der größte Rückzug der Menschheit" (Simmons-Interv.) ☛ „Wir müssen den größten Rückzug in der Menschheitsgeschichte antreten: Wir werden weniger verbrauchen müssen. Wenn wir das nicht tun, könnte es in einen brutalen Ressourcen-Krieg ausarten. Die G7-Staaten sollten dringend einen Plan entwickeln, um den weltweiten Ölverbrauch deut­lich zu senken“, in: Pictures of the Future - Zukunft der Rohstoffe, Siemens AG, Herbst 2008
  • N.Werle: Über Fanatismus und Toleranz ☛ „Aber vielleicht geht es gar nicht um Tolerierung und Nichttolerierung, sondern um Koexistenz starker Gruppen und freier Individuen. Eine tolerante Gesellschaft soll einerseits die kulturelle Verschiedenheit und relative Autonomie ihrer Gruppierungen anerkennen, andrerseits aber deren Mitgliedern ihre Menschenrechte garantieren und nötigenfalls gegen ihre Gruppe sichern“, WS 2008
  • Bundespräsident H. Köhler: "Eigenverantwortung, Leistungsbereitschaft und Gemeinsinn stärken" ☛ „Es stand viel auf dem Spiel. Denn die industrielle Revolution hatte auch zur Folge: Verzweiflung, Not, Ausbeutung, Unsicherheit bis Revolte … Theodor Heuss schreibt in seinem Buch über Hermann Schulze-Delitzsch: »Selbst ist nie bloß das ‚Ich’, sondern das ‚Du’, das ‚Ihr’ und ‚Wir’, Selbsthilfe umfasst den Nächsten und weiß sich von ihm gestützt, Selbstverantwortung heißt Mitverantwortung und Gemeinverantwortung«“, Rede beim Festakt des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken zum 200. Geburtstag von Hermann Schulze-Delitzsch, Berlin, 25.9.2008
  • G.Wirth: Über konkrete und evangelische Utopien ☛ „Im allgemeinen richten sich Utopien gezielt in die Zukunft, und zwar von den krisenhaften Erscheinungen der je eigenen Gegenwart in die Zukunft einer gleichsam als möglich oder sogar als notwendig erachteten neuen, und zwar der nächsten neuen gesellschaftlichen Formation … Wahrscheinlich kann sie überhaupt erst bereitstehen, wenn die Vorfrage beantwortet ist, die nach dem Inhalt der »konkreten Utopie«, die auch alles einschließen müßte, was sich an neuen Herausforderungen auch durch die Natur sowie in der Natur (Klimaveränderungen, Artenschutz, Nahrungsmangel etc.) ergeben hat … Doch freilich: War es in der hermetisch abgeschlossenen sowjetischen Gesellschaft nicht so, daß es plötzlich sogenannte »jähe Wendungen« gab, die völlig unerwartet kamen und auch zu völlig unerwarteten Entwicklungen führten? Sind denn heute solche jähen Wendungen, dann freilich ganz anderer Art, unmöglich – oder waren wir kürzlich womöglich schon nahe daran?“, Linksnet, 9.9.2008
  • W.Mittelstaedt: Acht Mal Fortschritt ☛ „Was ist gesellschaftlicher Fortschritt? Wie hat er uns verändert? Wohin führt er uns? Hat er ein Ziel, und was erwarten wir von ihm?“, politik-poker.de, 7.8.2008
  • EcoSocialist Manifesto (2nd Draft) ☛ „Humanity´s Choice … Capitalist Strategies for Change … Stop Capitalist Ecocide! The Ecosocialist Alternative … Why Ecosocialism?“, Green Left, 8.2008
  • Schlechte Aussichten (Welzer: Klimakriege) ☛ „Gibt es eine ‚rettende Handlungsstrategie‘, um künftiges Überleben zu ermöglichen? … Er lenkt den Blick stattdessen auf die ‚mittlere Ebene‘, auf das ‚kulturelle Handlungsfeld“ der eigenen Gesellschaft, die zum Akteur des radikalen Wandels zum Besseren hypostasiert wird. Dieses Konzept der „guten Gesellschaft‘ favorisiere nicht Verzicht, sondern Teilhabe, Engagement und ‚empowerment‘ für ein besseres Klima in der Gesellschaft, wodurch der Klimawandel ‚ein starting point für einen grundlegenden kulturellen Wandel‘ wäre, ‚und zwar einer, in dem die Reduktion von Verschwendung und Gewalt nicht als Verlust gesehen wird, sondern als Gewinn‘“, FAZ, 23.7.2008
  • Suburbia's not dead yet ☛ „Rather than cramming more people and families into cities, they may instead foster a more dispersed, diverse archipelago of self-sufficient communities. From here, that looks like a far more pleasant scenario not only for suburban and exurbanites but for urban dwellers who don’t want to live under dense conditions reminiscent of 19th century industrial cities or the teeming metropolises of the contemporary Third World“, Los Angelos Times, 6.7.2008 (Ruralisation: )
  • :!:A.Eschbach: Am Vorabend unserer Zukunft (Energiepolitik) ☛ „Was passiert, wenn das Öl ausgeht? Unser aller Leben wird sich dramatisch verändern … Das Zeitalter des billigen Öls endet. Aber war es denn billig? Bis in die Sechzigerjahre zahlte man für ein Barrel Rohöl gerade mal zwei Dollar. Klingt nach ‚billig‘. Aber darüber hinaus zahlte man mit Kriegen, Blut, Abhängigkeit und Krisen“, politik-poker.de, 2.7.2008
  • LOL:!:Rom, wir haben ein Problem - Die Grenzen des Wachstums ☛ „Ironischerweise waren die TechnikerInnen vom MIT technikkritischer als viele heutige Grüne, die glauben, erneuerbare Energien seien eine Wunderlösung. Technik ­behebe nur Symptome, schrieben Meadows und Co. «Der Glaube an die Technologie kann unsere Aufmerksamkeit vom Hauptproblem, dem exponentiellen Wachstum innerhalb eines begrenzten Systems, ablenken und wirklich wirksame Massnahmen zu seiner Lösung verhindern» … Die Botschaft der heutigen Nachhaltigkeitsapostel heisst hingegen: Mit ein paar Solarzellen und Windturbinen geht es schon irgendwie. Die Leute glauben das gerne. Und das ist fatal“, Die Wochenzeitung/ch, 14.2.2008
  • LOLJ.H.Kunstler: Ten Ways to Prepare for a Post-Oil Society ☛ „An entire social infrastructure of voluntary associations, co-opted by the narcotic of television, needs to be reconstructed. Local institutions for care of the helpless will have to be organized. Local politics will be much more meaningful as state governments and federal agencies slide into complete impotence. Lots of jobs here for local heroes“, The Canadian, 16.1.2008 (dito: , )
  • P.Mühlbauer: Knieschuss, Pfefferspray und Mobiltelefon ☛ „Interview mit dem Münchner Rechtsanwalt Nikolaus Freiherr Klein von Wisenberg über Notwehr, Notwehrexzess und Waffenrecht … Die spektakulären Gewaltfälle der letzten Wochen haben eine politische Diskussion über eine Verschärfung des Straf- und des Ausländerrechts ausgelöst. Personen, die sich unmittelbar mit solchen Gewalttätern konfrontiert sehen, hilft dies allerdings zunächst wenig. Sie müssen sich selbst helfen – und dabei mit einer Reihe von Unsicherheiten und Risiken zurechtkommen“, Telepolis, 7.1.2008
  • H.Lemke: Welt-Essen und Globale Tischgesellschaft ☛ „Wie hätte sich eine zukunftsfähige Menschheit zu ernähren? … Sonderstellung der Ernährungspraktiken als ethisches Handlungsfeld … Politik und Ethik einer vollmundigen Mündigkeit … Der konviviale Selbstgenuss eines gemeinsamen Mahlrituals“, in: Därmann/Lemke (Hg.), Die Tischgesellschaft, S.213-236, 2008

2007:

  • C.Zimmer: From Ants to People, an Instinct to Swarm ☛ „The reason may be that the ants have had a lot more time to adapt to living in big groups. ‚We haven’t evolved in the societies we currently live in‘ … Understanding how animals swarm and why they do are two separate questions“, New York Times, 13.11.2007
  • :!:N.Wolf: Bush ist wie Hitler - oder jedenfalls ein bisschen ☛ „Amerikaner glauben, dass die amerikanische Demokratie nicht totzukriegen ist und sich immer wieder von selbst erneuert. So ähnlich denken sie auch über die Natur und Rohstoffe. Dass Natur immer da sein wird, dass man sie aufreißen, ausbeuten und missbrauchen kann und sie trotzdem immer für uns sorgen wird. Aber nun stellt sich eben heraus, dass wir für Demokratie und die Natur sorgen müssen, wenn wir wollen, dass sie weiterhin für uns sorgen“, SZ, 9.11.2007
  • J.Fischer über Ökologie und Globalisierung: Plädoyer für eine grüne industrielle Revolution ☛ „Bis 1989 umfasste der Weltmarkt etwa eine Milliarde Menschen, heute sind es dreimal so viele, Tendenz steigend … Wie wird die Welt erst aussehen, wenn China diesen Abstand zu den USA auch nur halbiert haben wird und andere Länder folgen? Kann das globale Ökosystem Erde eine solche Zusatzbelastung an Schadstoffen, Energie- und Rohstoffverbrauch noch ohne wesentliche Veränderungen der Ökosphäre absorbieren? Dies ist ganz offensichtlich nicht der Fall … Eine Subvention des Wirtschaftswachstums und Lebensstandards zu Lasten der Umwelt werden wir uns nicht mehr weiter ungestraft erlauben können“, SZ, 1.11.2007
  • R.Redford in Berlin: Uramerikanische Werte ☛ „Redfords neuer Film handelt von den Kriegen in Afghanistan und Irak - und von der Politik der Bush-Regierung im Allgemeinen … Es gehe um die Alternative ‚etwas zu tun‘ oder ‚wegzudriften‘, das sei die aktuelle Frage an die Jugend Amerikas … Redford zeige ‚die Gefahren einer verselbständigten Exekutivgewalt‘ … Der Film zeige die Fokussierung der US-Regierung auf die militärische Lösung, die USA hätten den Sinn für das Politische verloren, und das mache die Ausweglosigkeit aus. Das zweite sei die Erkenntnis, wie die Medien in eine Richtung geschoben worden seien: das System der Checks and Balances funktioniere nicht mehr“, SZ, 26.10.2007
  • M.Greffrath: Die Renaissance ist nicht zu Ende ☛ „Ein Gespenst geht um in der Welt: die ‚Renaissance der Religionen‘. Da ist der Islamismus mit seiner Kritik des gottlosen, materialistischen, dekadenten Westens. Da ist der Fundamentalismus in den USA, der Inseln der Gemeinschaft gegen die Moderne bauen möchte - ohne an den Motor dieser Moderne, den Kapitalismus, zu rühren. In Lateinamerika und Afrika versprechen die evangelikalen Kirchen Halt in altem und neuem Elend“, Deutschlandfunk, 7.10.2007
  • Ruck und Revolution - Berliner Rede des Bundespräsidenten ☛ „Die Köhler-Rede war keine Ruck-Rede, sie verlangte sehr viel mehr: einen ganz neuen Umgang mit den Schwellen- und Entwicklungsländern (auch in den internationalen Gremien) - ein ‚Miteinander auf Augenhöhe‘. Das wäre nicht nur ein Ruck, sondern eine politische und wirtschaftliche Revolution“, SZ, 2.10.2007
  • S.Dorin: Culture, Globalisation and Communication - Contemporary Theoretical Perspectives ☛ „Although Paul Valéry noted as early as 1931 in Regards sur le monde actuel that “the era of the finite world is beginning”, the construction of systems theorising the relationships which unite globalisation and culture is relatively recent; so much so that what is called “globalisation theories” in cultural anthropology and cultural sociology has very rarely been systematically studied – and this in spite of the massive increase in published works which have the word “globalisation” in their title“, Observatoire Omic, 27.9.2007 ( )
  • S.George: Ingredients of Systemic Change - The Environmental Keynesian Alternative ☛ „Let me stress that today, no single interest group can solve the problem that concerns it most; that is, alone, ecologists can’t save the environment; alone, farmers can’t save family farms; or trade unions save good jobs in industry; or public service workers public services and so on. Broad alliances are the only way to go“, Global Network for Justice, 14.9.2007
  • Sind wir etwa die ersten normalen Menschen? (Jared Diamond) ☛ „Wenn der Energieverbrauch von China und Indien nach westlichem Muster mitwächst, sehe ich schwarz. Wenn China morgen pro Kopf so viel Öl verbraucht wie wir Amerikaner, verdoppelt sich der Weltverbrauch auf einen Schlag. Und wenn die ganze Dritte Welt mitzieht, reden wir über einen Faktor elf. Es gibt keine Alternative dazu, mit aller Kraft vom Erdöl wegzukommen und unser Wohlstandskonzept zu überdenken. Zu meinen Lieblingsländern gehört das materiell nicht gerade reiche Bhutan. Die Regierung will nicht primär das Bruttoinlandsprodukt erhöhen, sondern das, was sie Bruttoinlandsglück nennt“, FAZ, 6.7.2007
  • M. Andrews: The Whole Truth ☛ „Many artists today recognize that environmentalism needs to embrace political, social and economic factors as well as ecological ones“, Frieze Magazine, Jun-Aug, 2007
  • T.L.Friedman: The Power of Green ☛ „Well, I want to rename ‚green‘. I want to rename it geostrategic, geoeconomic, capitalistic and patriotic. I want to do that because I think that living, working, designing, manufacturing and projecting America in a green way can be the basis of a new unifying political movement for the 21st century … In many ways, our parents rose to such a challenge in World War II — when an entire generation mobilized to preserve our way of life. That is why they were called the Greatest Generation. Our kids will only call us the Greatest Generation if we rise to our challenge and become the Greenest Generation“, NYT, 15.4.2007
  • Wer die Welt retten will, muss nerven (H. Scheer) ☛ „Die fossilen Brennstoffe sind endlich, bleiben wir von ihnen abhängig, wird es um sie Krieg geben … Ich will mich selbst leiden können. Das ginge nicht, wenn ich wider besseren Wissens schweigen würde“, Chrismon, 1.3.2007
  • H.Böhme: Rettung durch Rückschritt ☛ „Wir dürfen unsere westlichen Lebensformen nicht über die ganze Welt verbreiten. Sonst geht es mit der Erde bald zu Ende … Es scheint, dass die Bedingung einer solchen Natur-Politik außerordentlich komplexe, nicht kurzfristig erreichbare Neustrukturierungen der Kultur als Weltkultur voraussetzen. Das freilich wird dann zum Problem, wenn das Tempo der Naturzerstörung größer ist als das des gesellschaftlichen Lernens. Der Umbau von Gesellschaften benötigt Zeit; wird diese freilich nicht genutzt, werden wir keine Zeit mehr haben für Umbauten, sondern nur noch für eine Art postkatastrophische Registratur der Erd-Ruine“, Die Zeit, 1.3.2007
  • H.Welzer: Schluss mit nutzlos! Die Geisteswissenschaften werden gebraucht, um die Welt neu zu denken. Doch dafür müssen sie mutiger werden ☛ „Das heißt, das Zeitalter der kalten Kriege und Systemkonkurrenzen ist vorerst vorbei; worum es nunmehr in einer eigentümlichen Wendung der Geschichte geht, sind heiße Raum- und Ressourcenkonflikte, und die werden in den nächsten Jahrzehnten fundamentale Auswirkungen auf die Gestalt unserer Gesellschaft haben. Was wir gegenwärtig als »Klimawandel« bezeichnen, wird die größte soziale Herausforderung der Moderne sein … Wie wollen wir leben? Diese Frage stellt sich gerade unter den Bedingungen eines weltumspannenden ökologischen Wandels und einer globalisierten Klassengesellschaft, in der weder eine Umwelt- noch eine Sozialpolitik zukunftsfähig sein kann, die nationalstaatlich gedacht wird“, Die Zeit, 25.1.2007
  • H.Lemke: Kritische Theorie der Esskultur ☛ „Kritik des globalen Unrechts der Ungleichheit von Übersättigung und Hungerleiden … Kritik der Umweltzerstörung durch die global vorherrschenden Ernährungsverhältnisse … Kritik der Esskulturindustrie als Betrug an den Massen und freiwilliger Entmündigung … Beschädigtes Leben als Sozialpathologie eines fehlernährten Lebens … Die revolutionäre Praxis eines besseren Essens“, in: Därmann/Jamme (Hg.), Kulturwissenschaften, S.169-190, 2007
  • M.Prisching: Globale Kultur ☛ „Die historische Bereicherung der Kulturen … Die These von der Welteinheitskultur … Die These vom Kampf der Kulturkreise … Die unscharfen Grenzen der Kulturen … Das Ende der Identitätsfalle … Städte als kosmopolitische Knotenpunkte“, Uni Graz, 2007
  • T.Trainer: The Simpler Way ☛ „Working for transition from consumer society to a simpler, more cooperative, just and ecologically sustainable society“, 2003-2007 (Zsf.: , )

2006:

  • LOLD.Krusche: Homo sapiens - Krisenhorizonte der Menschheit ☛ „Was bleibt zu hoffen? Wenigstens zweierlei: Dass der wachsende Druck der Krise auch die Konsens- und Kompromissbereitschaft wachsen lässt – und dass die Black Box neben rationaler Lernfähigkeit auch genug an kreatürlichem Weltbezug enthält, um Lösungen zu ermöglichen, die global lebbar sind“, Rezensionsessay über Diamond/Altvater/Miegel, Die Gazette, Nr.11, Herbst 2006
  • Bachmann, G.: Warum blieb der Kollaps im neuzeitlichen Deutschland aus? ☛ „Flüssige Alpengletscher in Europa, Epidemien, Armut, Krieg und bankrotte Staaten in Afrika: Signale für den Niedergang von Umwelt und Gesellschaft gibt es viele. Geredet wird darüber viel, nachgedacht wenig. Warum manche Gesellschaften kollabieren, welchen Anteil die Umwelt daran hat und was wir von untergegangenen Gesellschaften lernen können … Untergang als Selbstzerstörung … Untergang der Wikinger auf Grönland … Überlebensstrategien gegen den drohenden Kollaps“, GAIA, 15/4, S.260-264, 2006 (Gaia: )
  • Meier/Wittich (Hg.): Theoretische Grundlagen nachhaltiger Entwicklung ☛ „Die Mehrheit der politischen Linken hat die Tatsache, dass nachhaltige Entwicklung zur zentralen Herausforderung für die gesellschaftliche Entwicklung der Gegenwart und Zukunft geworden ist und untrennbar mit der sozialen Problematik verbunden ist, nicht ernsthaft und mit aller Konsequenz zur Kenntnis genommen“, Seminar des Gesprächskreises Nachhaltigkeit der Rosa-Luxemburg-Stiftung, 17./18.05.2006
  • C.Baker: Post-Petroleum Woman ☛ „On an optimistic note, a post-petroleum world means an end to endless chauffering of children in SUVs from soccer games to dance classes to doctor’s appointments“, Energy Bulletin, 16.5.2006
  • Postpetrolismus Manifest ☛ „Postpetrolismus ist ja vorerst nur ein Wort. Herzlichen dank fürs Zuhören. Jetzt ist es soweit. Es geht los“, Hemauer & Keller, 27.4.2006
  • H.Münkler: Was bewegt die Zivilgesellschaft, und wohin führt das? ☛ „Bürgerehre, so die erste Behauptung des Perikles, wird in einer Demokratie nur denen zuteil, die sich in öffentlichen Angelegenheiten engagieren und politische Ämter übernehmen, während jene, die sich solchen Aufgaben entziehen, nicht ‚stille’, sondern ‚schlechte’ Bürger heißen“, 21.3.2006
  • Brie/Spehr: Was ist heute links? ☛ „Anthony Giddens: »Insgesamt findet sich die Rechte eher als die Linke mit dem Vorhandensein von Ungleichheiten ab, und sie unterstützt außerdem lieber die Mächtigen als die Machtlosen«“, Rosa Luxemburg Stiftung, 1/2006
  • V.Bennholdt-Thomsen: Subsistenzwirtschaft, Globalwirtschaft, Regionalwirtschaft ☛ „Abtrennen des Wirtschaftens vom Wirtschaften … Zum Zusammenhang von Selbstversorgung und Subsistenzproduktion … Für einen historischen Begriff von Subsistenz und Selbstversorgung … Subsistenz und regionales Wirtschaften: Das Beispiel der Warburger Börde … Subsistenzorientierung und Landwirtschaft … Die Subsistenzorientierung der ländlichen Gesellschaft und der ländlichen Wirtschaft … Ausblick: Die Bedeutung der Subsistenzproduktion für den Widerstand gegen die wirtschaftliche Globalisierung“, In: Jochimsen/Knobloch(Hg.), Lebensweltökonomie in Zeiten wirtschaftlicher Globalisierung, 2006

2005:

  • M.Greffrath: Eine Revolutionstheorie für das 21. Jahrhundert ☛ „Auch die Energien des nachfossilen Zeitalters müssen von Bürgern befreit werden, damit sie zum Hebel neuerlicher Befreiung werden - und deshalb setzt dieses Buch, wie jede starke Theorie, seine Leser unter existenziellen Druck“, Die Zeit, Nr.52, 2005
  • Das Risiko heißt: Zusammenbruch der Weltgesellschaft (J.Diamond Interv.) ☛ “Sie nennen in Ihrem Buch fünf entscheidende Faktoren, die darüber entscheiden, ob eine Gesellschaft erfolgreich ihr Überleben organisiert oder eben nicht – Zunächst ging es um die chemischen Einwirkungen der Menschen auf die Umwelt, Wälder, Fischgründe, Wasser. Anfangs hatte ich sogar die Vorstellung, mein Buch würde sich nur um diesen Faktor drehen. Hinzu kam aber der Klimawandel. Heute ist er durch die Menschen verursacht - aber in der Vergangenheit änderte sich das Klima auch. Es wurde mal wärmer, feuchter, kälter - die kleine Eiszeit zum Beispiel, die Trockenzeit. Der dritte Faktor betrifft die Beziehungen zu den Nachbarn. Es heißt, daß das Römische Reich von den Barbaren erobert worden sei. Ein Kollaps, der durch Kämpfe verursacht wurde. Der vierte Faktor: Freunde. Im Jahre 1973 waren die Vereinigten Staaten einem Wirtschaftskollaps sehr nahe, nicht weil wir unser Land schlecht bestellt hätten, sondern weil wir Schwierigkeiten mit unseren sogenannten Freunden hatten. Schließlich der fünfte Faktor: politische, soziale, religiöse, kulturelle, ökonomische Gründe, die bestimmen, ob eine Gesellschaft ihre Probleme wahrnimmt und löst“, FAZ, 19.12.2005
  • LOLFolke Günther talks about re-ruralisation with Stephen Hinton ☛ „One of the best places to start is the periphery of a city where you have the interface to agriculture. I do not place much hope on our so-called enlightened decision makers in central government. People should start working locally. Let’s face it – all you need is one hundred friends and a farmer!“, Global Public Media, 11.11.2005
  • LOLPotsdamer Manifest 2005 ☛ „Aber der Boden auf dem eine neue verträgliche organismische Kulturenvielfalt aufwächst, ist gut vorbereitet. Ein neues, doch uns wohl vertrautes Menschenbild wird sichtbar, das von empathischen Menschen ausgeht … Unsere Zuversicht ist nicht ohne Basis. Wir müssen neues Wissen schaffen und so handeln, dass Lebendigkeit vermehrt und vielfältig erblüht. Wir können uns darauf verlassen, dass diese Kraft in uns wirkt. Denn die Allverbundenheit, die wir Liebe nennen können und aus der Lebendigkeit sprießt, ist in uns und in allem Anderen von Grund auf angelegt“, AG Friedensratschlag, 10.2005
  • R.zur Lippe: Neues Denken – warum und wie? ☛ „Die Menschen und Völker dürfen sich als Glieder einer Geobiosphäre begreifen, die uns auf sehr verschiedene Weisen trägt, die wir aber auch mit bewussten Gestaltungen zu beantworten vermögen. Immer deutlicher wird die Aufgabe, neue, durch die technologischen Eingriffe provozierte Ausgleichsbewegungen zu erarbeiten. Sie können nur von einer Menschheit geleistet werden, die sich zu einer Entfaltung des Miteinanders, das heisst, im wechselseitigen Lernen der Kulturen von den Erfahrungen und Zugängen aller mit ihren jeweiligen Weltdeutungen, Lebensformen und Wissensstilen entwickelt“, Zukünfte (Zeitschrift für Zukunftsgestaltung & vernetztes Denken), Nr.51, Herbst 2005
  • W.Mittelstaedt: Hoffnungsvolle Zukunftsbilder fördern ☛ „Wir wissen, dass das Streben nach Wachstum dem Menschen inhärent ist. Aber es muss ein Wachstum sein, das sich durch Qualität statt Quantität auszeichnet, das nicht wenigen Einzelnen, sondern der Gesellschaft nützlich ist, das nicht die Biosphäre zerstört, sondern mit ihr harmoniert“, politik-poker.de, 17.6.2005
  • M.Löwy: What Is Ecosocialism? ☛ „The reigning capitalist system is bringing the planet’s inhabitants a long list of irreparable calamities“, Capitalism Nature Socialism, Vol.16, No.2, 6.2005 ( )

2004:

  • R.P.Sieferle: Etwas Neues unter der Sonne ☛ „Die ewige Wiederkehr von Hungersnöten und Seuchen als Ausdruck der Abhängigkeit von Naturbedingungen ist im Zuge des 20. Jahrhunderts verschwunden. Der Zugriff auf fossile Energieträger, in Kombination mit einem sensationellen Wachstum technisch-industrieller Kompetenz, hat es ermöglicht, nicht nur eine vervielfältigte Weltbevölkerung zu ernähren, sondern auch den Konsum pro Kopf zu vergrößern … Längerfristig ist aber auch mit einer neuen Verknappung von Ressourcen zu rechnen, da das physische Wachstum im Wesentlichen mit der Mobilisierung von Beständen verbunden ist, also dem Verbrauch von Brennstoffen, von fossilen Wasservorräten, der Erosion fruchtbarer Böden oder dem Verlust von Pflanzen- und Tierarten, deren Lebensräume zerstört werden“, Die Zeit, 26.2.2004
  • F.Günther: Sustainability through local self-sufficiency ☛ „Modern agricultural is a device to convert large amounts of fossil fuel into human food. It is therefore very vulnerable to energy scarcity and supply disruption. Making it more sustainable requires nutrient recycling and that people live near where their food is grown“, Feasta.org, 2004

2003:

  • W.Wolf: Mär vom Aufschwung ☛ „Die US-Ökonomie geriet im 4.Quartal 2001 in die Rezession – deutlich vor dem 11.9.2001. Interessant dabei war, dass es bis September 2001 geheißen hatte, die US-Ökonomie befinde sich weiter im Aufschwung … Die Möglichkeiten der ‚kreativen Gestaltung‘ der Wirtschaftsstatistik haben sich offensichtlich gerade im Zeitalter der elektronischen Datenerfassung erheblich ‚verbessert‘ … Selbst wenn es zu dem derzeit vielfach erhofften Aufschwung kommt, so wird dieser von einer weltweiten Rekordarbeitslosigkeit, von einem umfassendem Sozialabbau und von einer fortgesetzten Erosion des gesellschaftlichen Zusammenhalts, von der Vergrößerung der Kluft zwischen Arm und Reich und Nord und Süd begleitet sein … Weltweit macht die Losung ‚Eine andere Welt ist möglich‘ die Runde … Wir müssen diese Losung ergänzen um die Feststellung: ‚Eine andere Ökonomie ist nötig!‘“, LabourNet.de, 11.11.2003

2002:

  • F.Oberhuber: Umgekehrte Apokalyptik - Zur Phänomenologie der autoparalysierten Vernunft ☛ „Gegenwärtige umgekehrte Apokalyptik ist absolute Skepsis: Programmatik des Desengagements, des Status quo, der prinzipiellen Absage an politische Vernunft und kollektives Handeln. Die richtige und das 20. Jahrhundert prägende Erfahrung, dass das Politische mit seinem Zug zur Totalität gefährlich sei, führt hier in falsch verstandenem Liberalismus in eine Verdrängung des Politischen - Frage der Gestaltung des gemeinsamen Zusammenlebens - als solchem. Es folgt eine eigenartige Autoparalyse der Vernunft … Der absolute Skeptiker fühlt sich bestätigt, seine Position scheint ihm neuerlich gesichert. Vielleicht ließe sich dieses Bewusstsein auch als Strategie der Angstbeseitigung interpretieren und genau darin, Angst nicht zuzulassen, eine Erkrankung am Weltbezug vermuten“, sinn-haft.at, 2002

2001:

  • L.Musner: Die Intellektuellen und die Massenphobie ☛ „Nicht der Geist belebt den Demos, sondern der Markt und seine Kontingenz … Die über Konsum, Finanzkapital und Medienökonomie gesteuerten postindustriellen Gesellschaften zu Beginn des 21. Jahrhunderts … Denn dort wo es des verhandelnden Ausgleichs unterschiedener Normen, Interessen und partikularer Weltanschauungen bedarf, bedarf es auch der Analyse, der Interpretation und der Mediation. Wenn die Luhmannsche Maschine sozialer und kultureller Ausdifferenzierung nicht aus ihren demokratischen Bahnen laufen soll, dann braucht es nicht weniger, sondern mehr ‚Intellektuelle‘ - freilich in Gestalt unprätentiöser und selbstkritischer SymbolarbeiterInnen, die an diesen vielen Orten der ‚leisen Stimme der Vernunft‘ (Freud) ganz unpathetisch Gehör verschaffen“, sinn-haft.at, Nr.11, 11.2001

2000:

  • LOLT.L.Friedman: Das Prinzip Petropolitik ☛ „Alle amerikanischen Bemühungen zur Verbreitung der Demokratie, die keine glaubwürdige und nachhaltige Strategie miteinschließen, wie man Alternativen zum Erdöl finden und den Rohölpreis senken kann, sind daher vollkommen wertlos und zum Scheitern verurteilt. Ganz egal, wo man außenpolitisch steht: Man muss heutzutage denken wie ein Grüner. Man wird weder als außenpolitischer Pragmatiker erfolgreich sein noch als ein das Banner der Demokratie schwingender Idealist, wenn man sich nicht auch gleichzeitig erfolgreich für das Energiesparen einsetzt“, Cicero, 8.2000
  • M. Held: Geschichte der Nachhaltigkeit ☛ „Ich habe die Hoffnung, dass das Projekt nachhaltige Entwicklung an Reife und Selbstaufgeklärtheit gewinnen möge. Dazu gehört zum einen die Aufarbeitung der bereits in der Umwelt- und Technikgeschichte, bei den Evolutionsbiologen, Kulturanthropologen, Klimaforschern etc. vorliegenden Erkenntnisse für die Nachhaltigkeitsdebatte“, in: umweltethik.at/Natur und Kultur, Nr.1/1, S.17-31, 2000

1999:

  • C.Lumsden: Die genetisch-kulturelle Ko-Evolution ☛ „Die Soziobiologie behauptet, daß Gene und Kultur sich nicht unabhängig voneinander, auf getrennten und isolierten Wegen entwickeln. Die Neurobiologie der menschlichen mentalen Entwicklung macht sie wechselseitig voneinander abhängig, was zum Prozeß der genetisch-kulturellen Ko-Evolution führt“, Telepolis, 3.5.1999

1998:

1997:

  • D.R. Loy: Die Religion des Marktes ☛ „Die Lösungen für die Umweltkatastrophe, die schon begonnen hat, und für den gesellschaftlichen Verfall, unter dem wir schon leiden, wird sich daraus ergeben, dass wir dieses unterdrückte spirituelle Verlangen wieder auf den richtigen Pfad bringen. Einstweilen gehört dazu der Kampf gegen die falsche Religion unseres Zeitalters“, Journal of the American Academy of Religion, Vol.65, Nr.2, Sommer 1997

1996:

  • D.Schwartzman: Solar Communism ☛ „A global economy powered by non-solar energy sources is limited by global warming, finite reserves and concomitant insults to the Earth’s biosphere, including our own species“, Science & Society, Vol.60, No.3, p.307-331, Fall/1996
  • T.Fues: Studie der Weltbank hinterfragt die Kriterien für Wachstum ☛ „Das bloße Wachstum des Bruttosozialproduktes kann danach nicht mehr als wichtigstes Kriterium für den ökonomischen Erfolg eines Landes verwendet werden … Die vordergründigen Erfolge der Strukturanpassung, die sich aus der Vernachlässigung des Naturverbrauchs ergeben, kehren sich bei näherer Betrachtung in das Gegenteil um. Der Fall Ghana verweist auf grundlegende Defizite der Anpassungsprogramme von Internationalem Währungsfonds und Weltbank, die häufig auf dem Verzehr des natürlichen Kapitals aufbauen“, Zeit, 5.4.1996

1995:

1993:

1963:

1937:

  • R. Linton: One Hundred Percent American ☛ „There can be no question about the average American’s Americanism or his desire to preserve this precious heritage at all costs. Nevertheless, some insidious foreign ideas have already wormed their way into his civilization without his realizing what was going on“, in: The American Century, vol.40, 1937 ( )

1936:

  • R.Linton: 100% American ☛ „As he absorbs the account of foreign troubles he will, if he is a good conservative citizen, thank a Hebrew deity in a Indo-European language that he is 100 percent American“, in: The Study of Man, pp.326-327, D. Appleton-Century Co./New York, 1936 ( )

o.D.:

  • A Prosperous Way Down ☛ „Scientists can use these methods to show how civilization can decline thoughtfully rather than collapse miserably“, Fea.unicamp.br, o.D.
  • W.Dietrich: Friede - Zur schwierigen Geschichte eines kulturellen Schlüsselbegriffs ☛ „Moralische und energetische Friedensbegriffe stehen heute gleichwertig neben einander. In ihrer jeweiligen Reichweite sind sie beschränkt und universal nicht anwendbar. Sie sind auch nicht beliebig austauschbar. Friede und Konflikt haben immer mit den konkreten zwischenmenschlichen Zusammenhängen im Hier und Jetzt zu tun. Diese Zusammenhänge müssen zum Zweck der gewaltfreien Konflikttransformation definiert, anlysiert und anerkannt werden. Über diese Anerkennung und in Verbindung mit der Gleichwertigkeit der beiden Friedensbegriffe kann die Energie des Konfliktes zu dessen ‚Aufhebung‘, also Transformation, genutzt werden“, Uni Innsbruck, o.D. (Wiki: )

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